Brüder Grimm – König Drosselbart (Hörspiel) (ca. 1969)

FrontCover1Selten genug, dass hier auch mal von Märchen gesprochen wird, nun ist es aber mal wieder soweit:

König Drosselbart ist ein Märchen (ATU 900). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 52 (KHM 52). Bis zur 2. Auflage schrieb sich der Titel König Droßelbart.

Eine Königstochter verhöhnt alle geladenen Freier, besonders einen König mit schiefem Kinn, seither genannt Drosselbart. Zornig gibt ihr Vater sie einem bettelnden Spielmann, der sie heimführt. Unterwegs bewundert sie schöne Besitzungen und erfährt voller Reue, dass alles König Drosselbart gehört. Sie muss in des Spielmanns Häuschen arbeiten, der betont ihre Unfähigkeit. Flechten und Spinnen misslingt ihr, so muss sie Geschirr auf dem Markt anbieten. Die Leute kaufen gern, doch das zweite Mal zerbricht ihr ein betrunkener Husar zu Pferde die Ware. Ihr Mann schimpft und schickt sie als Küchenmagd ins Königsschloss, wo sie aushilft und Essensreste heimbringt. Zur Hochzeit des Königspaares will sie zusehen, doch König Drosselbart zerrt sie auf die Tanzfläche, dass ihr die Reste aus den Taschen fallen, holt sie auf der Treppe ein und gibt sich zu erkennen. Er hatte sich als Spielmann verkleidet, ihren Hochmut zu strafen, und war auch der Husar gewesen. Sie feiern Hochzeit.
Stil

Das Märchen erhält schwankhafte Züge durch die spitzen Reden der Königstochter („das Weinfaß!“ etc.) und ihre Ahnungslosigkeit. Unterwegs sagt sie:

„ach, wem gehört der schöne Wald?“ [1. Aufl.: „ach, wem gehört doch…“]
„Der gehört dem König Drosselbart;
hättst du’n genommen, so wär er dein.“
„Ich arme Jungfer zart,
ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!“ [1. Aufl.: „ach hätt‘ ich doch genommen…“]

„wem gehört die schöne grüne Wiese?“ [1. Aufl.: „wem gehört wohl…“]
„Sie gehört dem König Drosselbart;
hättst du’n genommen, so wär sie dein.“
„Ich arme Jungfer zart,
ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!“ [1. Aufl.: „ach hätt‘ ich doch genommen…“]

„wem gehört diese schöne große Stadt?“ [bis 5. Aufl.: „wem gehört wohl…“]
„Sie gehört dem König Drosselbart;
hättst du’n genommen, so wär sie dein.“
„Ich arme Jungfer zart,
ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!“ [1. Aufl.: „ach hätt‘ ich doch genommen…“]

„ach, Gott, was ist das Haus so klein! [bis 5. Aufl.: „ach Gott, was für ein Häuselein“]
wem mag das elende winzige Häuschen sein?“

Briefmarkenserie, DDR (1967)

Die Demütigungen steigern sich vom Anblick der Güter und des Häuschens zu den niederen Arbeiten und Angst vor Spott durch „Leute aus meines Vaters Reich“ auf dem Markt. Wilhelm Grimm rundete den Schluss durch erneute Beschämung mit zerbrechenden Töpfen vor dem Hofstaat und abschließende Reue: „…sie war so beschämt, daß sie sich lieber tausend Klafter unter die Erde gewünscht hätte“ (vgl. KHM 47); „Ich wollte, du und ich, wir wären auch dabei gewesen“ (vgl. KHM 134).
Herkunft

Jacob Grimms handschriftliche Urfassung von 1810 (nach Familie Hassenpflug) ist im Erstdruck von 1812 (nach Dortchen Wild) durch den Hochzeitsbesuch am Schluss, die Zwischenepisode mit Flechten und Spinnen, außerdem mehr wörtliche Reden und Reime ausgeschmückt. Die Fülle redensartlicher Schmähungen der Freier, die ab der Zweitauflage 1819 zu Anfang steht, stammt offenbar aus einer Fassung aus dem Paderbörnischen (wohl nach Ludowine von Haxthausen), deren Beginn die Anmerkung wiedergibt: Sie sieht durchs Fenster, wie der Spielmann mit goldenem Rädchen und Häspelchen musiziert. Als kein Goldschmied ihres Vaters dergleichen machen kann, verspricht sie für das Geheimnis die Heirat. In einer vierten Erzählung (vielleicht nach Friederike Mannel) muss Bröselbart raten, von welchem Tier ein Fell stammt, rät absichtlich falsch und kommt als Bettler wieder (vgl. Prinzessin mit der Laus). Grimms nennen noch Pröhle Kindermärchen Nr. 2, Pentameron IV,10 Der bestrafte Hochmut, norwegisch bei Asbjörnsen Thl. 2 Halon Borkenbart und ein Lied von Mithard (Beneke Beiträge S. 291).

Hans-Jörg Uther nennt als Vorläufer die mittelhochdeutsche Märe Diu halbe bir und die isländische Clárus saga aus dem 13. bzw. 14. Jahrhundert, sowie in Basiles Pentameron IV,10 Der bestrafte Hochmut,[3] vgl. ferner I,5 Der Floh, III,1 Cannetella. Dass der Vater die Demütigung erzwingt, ist erstmals durch Grimms Fassung belegt,[4] vgl. KHM 1 Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich, KHM 111 Der gelernte Jäger. Vgl. KHM 71 Sechse kommen durch die ganze Welt, KHM 134 Die sechs Diener, KHM 191 Das Meerhäschen; Luigi Alamannis Die Gräfin von Toulouse;[5] William Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung. Rache und Verführung durch den abgewiesenen Werber ist eine beliebte Grundkonstellation mittelalterlicher Schwank- und Märenliteratur. Die zänkische Weiberrede hat literarische Tradition und ähnelt hier stark Von den meiden in Hugos von Trimbergs Der Renner (zu „der Zinshahn!“ vgl. KHM 179). Walter Scherf vergleicht andere Fassungen. Offenbar im Hinblick auf die kindgerechte kleine Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen wählte Wilhelm Grimm grade diesen einfachen Text, der nun so bekannt ist.

Eines Abends soll Fürst Leopold von Anhalt-Dessau die Dessauer Spittelstraße hinaufgeritten sein. Als er dabei an den Topfwarenhändlerinnen vorbeiritt, fragte er, wie denn das Geschäft gewesen sei. Die Topfhändlerinnen klagten und lamentierten. Daraufhin ritt der Fürst mitten in die Topfwaren hinein, so dass bald nur noch Scherben zu sehen waren. Die Marktfrauen schrien und heulten, doch je mehr sie das taten, umso ungestümer verhielt sich ihr Landesherr. Am Ende war kein einziges Stück mehr ganz. Als der Fürst alles zerritten hatte, forderte er die Marktweiber auf, gleich mit aufs Schloss zu kommen und er bezahlte ihnen den angerichteten Schaden Heller bei Pfennig, so dass die Weiber doch noch einen guten Markt gemacht hatten. Es ist überliefert, dass die Brüder Grimm von dieser Begebenheit gehört haben.

Aus der Textgeschichte schließt Ines Köhler-Zülch, dass die Erzähler vor Leichtsinn und Hochmut warnen, den Wert von Arbeit und Demut hervorheben oder soziale Ungleichheit thematisieren wollten, oder es handelt sich um Männerphantasien vom Brechen der Frau. Der Erzähler kann mehr ihre Erziehung oder die männliche Rache in den Vordergrund stellen.

Beispiel01

Laut Hedwig von Beit beruht die Ablehnung der Freier auf unbewusster Vateridentifikation (Animus), was zu Isolation führt, die andererseits durch die Animusgestalt des fremden Bettlers durchbrochen wird. Sein Bart verweist in anderen Fassungen auf Teufel oder Odin, seine Musik verführt oder aber führt zum Selbst. Die Entrückung konfrontiert zugleich mit realer Härte des Lebens. Statt männlicher Selbstherrlichkeit wird nun ihre Weiblichkeit ebenfalls zunächst übertrieben exponiert. Das führt zu erneuten Affektausbrüchen, bis die auseinandergerissenen Gegensätze, naturhafte und geistige Anteile auf höherer Ebene integriert werden (Hochzeit). Die weibliche Psyche durchlebt also schattengleiche Lebensform und erkennt ihr höheres Selbst. Eine Deutung von der männlichen Psyche aus müsste dagegen eine leidensreiche Suche der Seele nach dem Selbst annehmen.  Der Homöopath Martin Bomhardt vergleicht das Märchen mit dem Arzneimittelbild von Platin. Wilhelm Salber sieht Spannungen zwischen Erhaltung und erst für unmöglich gehaltener Wandlung, was sich strafend aneinander rächt. Der Psychotherapeut Jobst Finke sieht auch eine Deutungsmöglichkeit als sadomasochistische Paarbeziehung (nach Willi), die relativ stabil sein kann, sobald einer resigniert, wobei der andere sich immer wieder von dessen Unterwerfung überzeugen muss.

Vgl. in Ludwig Bechsteins Deutsches Märchenbuch am ehesten Vom Zornbraten. In Janoschs Parodie brennt sie mit Drosselbarts Sohn durch, bis die Freiheit anstrengt, sie erkennen sich und sind zusammen reich. Eine Version des Märchens erscheint in David Drakes Fantasyroman Servant of the Dragon (1999) und in Bill Willingham Comic Fables (ab 2002). Ein Manga zu König Drosselbart erschien 2012 von Mikiko Ponczeck. (Quelle: wikipedia)

Beispiel02Es hat sich ja schon seit längerem eingebürgert, Märchen auch psychoanalytischen Interpretationen zu unterziehen und das ist ja auch soweit ganz in Ordnung (wenn man denn sowas mag).

Bei diesem Märchen bleibt mir allerdings die Spuke weg, und die durchaus saditischem Aspekte von Märchen kommen hier sowas von eindeutig zum tragen … Oder anders ausgedrückt: viel frauenfeindlicher geht´s nicht mehr. Da hatte halt eine junge Frau noch keine Lust zu heiraten, dafür wird sie dann ganz ordentlich abgewatascht … nach dem Motto: Mädels … merkt euch das.

Und die Moral von der Geschicht: Mädchen widersprecht eurem Vater nicht !

Hübsch anzusehen sie die viele Illustrationen im Begleitheft, aber wenn einer – ich glaube in ebay war´s – behauptet, diese Schallplatte stamme aus dem Jahr 1960, dann glaube ich das einfach mal nicht, denn gerade die Illustrationen entsprechen wohl nicht dieser Dekade. Andere Quellen sprechen von 1964, aber auch da habe ich meine Zweifel. Im Begleitheft findet sich eine persönliche Widmung, die vom 1. April 1970 stammt … ich datiere diese Single also einfach mal auf das Jahr 1969 oder so.

Die Gebrüder Grimm

Besetzung:
Heinz Baumann (König Drosselbart)
Herbert Schimkat (König)
Harald Vogelsang (Erzähler)
Ursula van der Wielen (Prinzessin)

Regie: Heinz Schimmelpfennig
Bearbeitung: Heinrich Schmidt

Booklet02ATitel:
01. König Drosselbart (Teil 1) 6.33
02. König Drosselbart (Teil 2) 6.49

LabelB1

 

 

*
**

BackCover1

Wunderland der schönsten Märchen – Der Rattenfänger von Hameln (1968)

Der Rattenfänger01AIn den Jahren des Wirtschaftswunder waren natürlich auch die Kleinen ein begehrtes Objekt der Unterhaltungsindustrie. Und nicht nur das Eropa-Label versuchte sich in die Herzen der Kinder und heranwachsenden Jugendlichen zu spielen.

Auch der Bastei-Lübbe Verlag versuchte mit der Serie „Wunderland der schönsten Märchen“ sich sein Scherflein zu verdienen.

Hier die Nr. 10 der Serie (die 14tägig erschien und DM 6,– kostete), die durchaus pfiffig konzipiert war: Einerseits gabs ein hochformatiges Bilderbuch mit dem Text dieses Märchen (das ich als bekannt voraussetze) und andererseits gab´s dann noch ne Single (mit 33 Umdrehungen) zum Nachhören.

Das Bilderbuch erschien ursprünglich 1966 in Italien, das Hörspiel wurde dann natürlich in Deutschland eingespielt.

Heute mag die Inszenierung natürlich ein wenig schlicht klingen, aber ich vermute mal, damals konnte sie schon etliche Kinderherzen erfreuen.

Beigefügt habe ich dieser Präsentation noch eine deutsche, illustrierte Ausgabe aus dem  Jahre 1889 … und bei wikipedia finden sich dann noch etliche weitere Hinweise für all jene, die sich vertieft mit diesem Märchen (eigentlich ja ne Sage) beschäftigen wollen. Ursprünglich ging diese Sage ja auf die Gebrüder Grimm zurück, wie es kam, dass sich auch der englischer Dramatiker und Dichter Robert Browning (* 7. Mai 1812 im Londoner Stadtteil Camberwell; † 12. Dezember 1889 in Venedig) mit dieser Materie beschäftigte, ist mir grad unbekannt. Auf jedenfall veröffentlichte er das Gedicht „The Pied Piper of Hamelin“, das sich mit dem gleichen Stoff beschäftigte).

Hier ein paar Vorschaubilder, bevor man sich dann dieses überformatige (deshalb keine scans, sondern fotografische Ablichtungen des Buches) zu Gemüte führen kann:

Der Rattenfänger05A

Der Rattenfänger07A

Der Rattenfänger13A

Besetzung:
Peter René Körner (Erzähler)
+
weitere, nicht genannte Mitwirkende

Bearbeitung: Ursula Feldhege

Vorder+RückseiteSingle.jpg

Vorder + Rückseite der Single

Titel:
01. Der Rattenfänger von Hameln (Teil 1) 8.24
02. Der Rattenfänger von Hameln (Teil 2) 7.35

LabelB1.jpg

*
**

Gauki.jpg

Gauki (das Maskottchen aus dem Wunderland der schönsten Märchen

Frigge-Marie Friedrich & Stephanie Meitzner – Im Schatten der Zypressen – Alte Märchen und Musik aus der Toskana (2003)

FrontCover1.jpgNicht nur mit Fantasy Romanen, auch mit Märchen hab ich´s  eigentlich nicht so …

Dnnoch mag ich gerne dieses Hörbuch präsentieren, denn es handelt sich hier um ein ambitioniertes Liebhaberprojekt:

Erzählt werden eben „Alte Märchen aus der Toskana“, garniert mit Harfenklängen, die ebenfalls aus dieser zauberhaften Region stammen.

Und das umfangreiche Begleitheft erzählt ausführlich die Kulturgeschichte der Toskana und dabei natürlich auch die Tradition toskanischer Märchen:

Dabei führt die Autorin des Begleitheftes, Frigge-Marie Friedrich u.a. folgendes aus:

Hüllentext1.jpg

Und weiter:

Hüllentext2.jpg

Frigge-Marie Friedrich ist eine interessante Persönlichkeit:

Frigge-Marie Friedrich1.jpg

Sie ist die Enkelin des aus dem Erzgebirge stammenden Waldemar Meyer (einem Schüler des Geigenvirtuosen Waldemar Meyer – 19. Jahrhundert) und lebt seit 1967 als Schriftstellerin, Gestalterin und Verlegerin in Starnberg mit Mann und zwei Töchtern.

Und so stellt sie sich selbst dar:

Selbstdarstellung.jpg

Auf dieser CD hören wir also insgesamt sechs Märchen aus der Toskana … feine und wohltuende Harfenklänge sind dabei eine wunderbare Ergänzung. Verantwortlich dafür ist die Harfistin Stephanie Meitzner:

Hüllentext3

Stephanie Meitzner.jpg

Ergänzen muss ich noch, dass Frigge-Marie Friedrich leider im März 2019 Abschied  von ihrem Mann und Geschäftspartner Theodor Stephan Friedrich nehmen musste.   Er wurde 84 Jahre alt.

Tja …

Hier also ein wirklich ambitioniertes Liebhaberprojekt, das bei mir ganz viele Sympathiepunkte bekommt … auch wenn mir die Welt der Märchen (gleichgültig, woher sie kommen) weiterhin sehr fremd ist … Da fehlt mir wohl ein spezielles Gen.

BackCover1.jpg

Besetzung:
Frigge-Marie Friedrich (Sprecherin)
Stephanie Meitzner (harp)

Booklet03A.jpg

Titel:
01. Bassa Imperiale (Anonym) 1.23
02. Der König im Korb 20.11
03. Romanze (Bochsa) 1.08
04. Totenmesse für eine Maulelselin 3.08
05. Minuet (Seixas) 1.55
06. Das Geheimnis der Schlange 21.21
07. 3-teilig Satz (Bochsa) 1.43
08. Die Zwiebelsuppe 2.59
09. Andante (Paisiello) 1.38
10. Die zwei Alten 4.04
11. Allegretto (Pescetti) 2.02
12. Die Frau, die mit den Meerfrauen tanzte 15.40
13. Allegretto (Franck) 1.59

CD1

*
**

Weitere Märchen der Frigge-Marie Friedrich aus aller Welt:

Weitere Märchen.jpg

Karlheinz Böhm – Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten für Kinder erzählt (1983)

FrontCover1.jpgHm, wie fange ich jetzt am besten an …

Also, scheinbar gab es 1972 in Frankreich eine Schallplatten-Serie, in der man versuchte, klassische Musik „kindgerecht“ aufzubereiten.

Diese Idee griff man dann auch – wesentlich später – in Deutschland auf.

Als Sprecher dieser MC konnte man den Karlheinz Böhm gewinnen und hier zum Einstieg in diese Edition (weitere Teile werden folgen), der Versuch, „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi an das Kind zu bringen.

Dazu bediente man sich eines „Märchens“ aus der Feder von Lucien Adès:

Lucien Adès (* 20. Januar 1920 in Constantine, Algerien; † 17. Juli 1992 in Paris), war ein französischer Autor und Produzent. Nach dem zweiten Weltkrieg eröffnete er in Paris eine Buchhandlung. In den folgenden Jahren entwickelte er das Konzept Bilderbücher mit Schallplatten zu kombinieren.

Als seine Schallplattenbücher gut von seinen Kunden angenommen wurden, verkaufte er seine Buchhandlung und stellte die Idee im Pariser Büro der Walt Disney Productions vor. Es kam zu einer Zusammenarbeit und in den nächsten 30 Jahren produzierte Éditions Lucien Adès zahlreiche Schallplattenbücher.

Lucien Adès

Lucien Adès

Das Konzept wurde in den USA adaptiert und dort ebenfalls sehr erfolgreich.

Für die französischen Ausgaben wurden bekannte Schauspieler engagiert, so übernahm z.B. beim Titel 20.000 lieues sous les mers (20.000 Meilen unter dem Meer) Jean Gabin die Rolle des Erzählers.

1997 wurde Lucien Adès postum die Auszeichnung Disney Legends verliehen, mit der Personen geehrt werden, die einen außerordentlichen Beitrag zu den Disney-Filmen geleistet haben. (Qulle: vintagebooks.de)

Französische Originalausgabe (1972)

Die französische Originalausgabe (1972)

Und der erzählt die Geschichte der Prinzessin Erde, die sich schrecklich langweilte …  da beschloss ihr Vater, der Sonnenkönig, ihr vier Prinzen zuzuführen, die letztlich um ihre Hand anhalten  sollten.

Die Prinzessin – gar nicht dumm – will alle vier für jeweils einen Tag testen … und so mühten sich Prinz Pfirsichblüte, Prinz Kirsche, Prinz Ahorn und Prinz Tanne um die Prinzessin und präsentierten ihre jeweiligen Qualitäten …

Für wen oder was sich dann diese Prinzessin entschieden hat, sei hier nicht verraten … a bisserl Spannung darf schon sein.

Die Rolle der beiden Geschlechter löste bei mir mehrfach ein Runzeln der Stirn aus … aber dafür gibt´s ja – quasi als Ausgleich – diese wunderbare Musik von AntonioVivaldi.

Und diese abschließenden Gedanken haben mich dann doch sehr angesprochen:

Kindheit und Jugend gehören dem Frühling
Der Sommer ist die Zeit der Kraft und Stärke
Der Herbst ist die Weisheit des reifen Alters bevor 
Der Winter über die letzten Jahre des Lebens den Mantel der Ruhe und Besinnlichkeit legen

 

Hüllentext.jpg

Besetzung:
Karlheinz Böhm (Sprecher)
Michael Harck (Prinz Pfirsichblüte)
Henry König (Prinz Ahorn)
Gottfried Kramer (Prinz Tanne)
Heidi Schaffrath (Prinzessin Erde)
Rüdiger Schulzki (Prinz Kirsche)
+
Paul Kuentz Chamber Orchestra
+
Monique Frasca-Colombier (violin)

BackCover1.jpg

Titel:
01. Die vier Jahreszeiten für Kinder erzählt (Teil 1) 17.45
02. Die vier Jahreszeiten für Kinder erzählt (Teil 2) 17.41

Musik: Antonio Vivaldi
Text: Lucien Adès

MC2A

*
**

Verschiedene Interpreten – Alpensagen (Zwischen Berg und Tal) (Hörbuch) (2016)

FrontCover1.jpgEine höchst vergnügliche Angelegenheit:

Urige Geschichten von garstigen Hexen, waghalsigen Schmuggler-Burschen, verführerischen Bergfeen und dem geheimnisvollen Männle mit der Kraftwurzel…

Was man sich früher abends in der Stube zusammensponn, wird hier durch die Sprechkunst der beteiligten Schauspieler und Kabarettisten lebendig. Ein gehöriger Anteil der lokalen Dialekte Oberbayerisch & Allgäuerisch gibt dem Hörbuch Kraft und Farbe.

Der Alpenraum ist eine Schatzkiste voller alter Sagen und Geschichten. Über Jahrhunderte haben die Menschen sie weitererzählt und weitergereimt – abends in der Stube, beim Viehhüten auf den Almen, zwischen dem Heueinfahren und Füttern. Dieser extreme Lebensraum zwischen hartem Existenzkampf und großartiger Naturkulisse, zwischen Freiheit und Ausgesetztsein, zwischen Abgeschiedenheit und Weitblick hat die Menschen unmittelbar in Bann gezogen. Ihre Erlebnisse, ihre Ängste, ihre Fantasien und ihre Träume haben sie in Erzählungen festgehalten. So entstanden wilde, skurrile, oft schaurig-schöne und sehnsüchtige Geschichten mit abenteuerlichen Helden, fantastischen Gestalten, verfluchten Orten und überirdischen Kräften.

Luise.jpg

In treffenden Worten, witzig und farbenfroh neuerzählt werden ausgewählte Alpensagen aus Oberbayern und aus dem Allgäu von Quadro Nuevo musikalisch gestaltet. Die vier virtuosen ECHO-Preisträger gehen dabei mit tradierten Musikstücken aus ihrer alpenländischen Heimat und eigenen Arrangements spielerisch um. Dort, wo die Worte enden, erzählen die Töne weiter und die Geschichten spinnen sich in den Gedanken und Herzen kleiner und großer Zuhörer fort.

Also:
Ausgewählte Alpensagen, neu geschrieben von Julia Schölzel, erzählt von Luise Kinseher, Jockel Tschiersch und Richard Oehmann, und musikalisch witzig und bunt umrahmt von Quadro Nuevo.

Eine Zusammenarbeit von BR2 Kinderfunk, Quadro Nuevo und Autorin Julia Schölzel.

Jockel.jpg

Wie gesagt: eine höchstvergnügliche Angelegenheit …

Kraftvoll oberbayerisch oder lebhaft allgäuerisch – die verschiedenen Stimmlagen der Personen fesseln von Anfang an und machen die Hörspiele lebendig und farbig. Liebevoll umrahmt von der wunderbar arrangierten Musik von Quadro Nuevo taucht man in die teils heiteren, teils düsteren, aber immer spannend erzählten Sagen ein, die von Julia Schölzel in sehr lebendiger Sprache neu geschrieben wurden.

Luise Kinseher, Jockel Tschiersch und Richard Oehrmann als Sprecher sind einmalig: Abschalten ist unmöglich. Lieber mittendrin dabei sein, wenn Flori und das Wettersteiner Mandl über die „oide Wedahex“ fluchen und schimpfen und das Geheimnis des grünen Wassers der Partnachklamm lüften.

Richard.jpg

Lieber gemeinsam mit Schmugglern über verschwiegene Pfade des Chiemgaus schleichen, auf wilder Jagd sein oder mit dem Allgäuer Männle fingerhakeln. Witzig und herrlich unterhaltsam. Quadro Nuevo widmet sich diesmal alpenländischen Klängen, um sie mit großer musikalischer Leidenschaft mit Improvisationen zu versehen oder neu zu komponieren. (Cordula Steger)

BackCover1.jpg

Besetzung:
Luise Kinseher (Sprecherin)
Richard Oehmann (Sprecher)
Jockel Tschiersch (Sprecher)
+
Quadro Nuevo:
Mulo Francel (saxophone, clarinet, piano, singing bowls, kalimba)
Andreas Hinterseher (accordion, Bandoneon, melodica)
Evelyn Huber (harp, zither)
D.D.Lowka (bass, drums)
+
Franz Heller (bassdrum bei 05.)

Julia Schölzel.jpg

Julia Schölzel

Titel:
01. Es war einmal in einem finstern Tal… 2.03
(Musik: Tanzbodn Boarischer)
02 Das Wettersteiner Mandl (Im Wettersteingebirge) 9.04
(Musik: Fish In Water & D´Hutschn (Francel)
03. Das Männle mit der Kraftwurzel (Aus dem Allgäu) 10.54
(Musik: Droa Jodler (Traditional)
04. Die Fee vom Höllental (Im Zugspitz-Massiv) 14.02
(Musik: Nebelwalzer (Huber)
05. Die zwei Schwirzer von Schleching (Aus dem Chiemgau) 11.02
(Musik: Napoleon Marsch & Schnapseinbringer (Traditional)
06. Die wilde Jagd (An der Alpspitz im Werdenfelser Land) 10.08
(Musik: Die wilde Jagd (Hinterseher) & D´Bäuerin hat d´Katz verlorn)

Alle Texte: Julia Schölzel (Mitarbeit: Julie Fellmann, Quadro Nuevo)

CD1.jpg
* (demnächst)
**

Hexe.jpg