Verschiedene Interpreten – Kinder erwünscht (1980)

FrontCover1.JPGUnd wieder einmal ne Benefiz-LP; diesmal ist sie dem Thema „Kinder“ gewidmet und das Anliegen ist klar: „Kinder brauchen das Gefühl, erwünscht zu sein. Kinder sind die Stiefkinder unserer Gesellschaft“. Hinter dem Projekt steht „Eine Aktion der privaten Initiative für die Familie“ und hinter diesem etwas sperrigen Titel verbergen sich Firmen wie Allianz Versicherung, BAT Cigaretten Fabriken, Fisher-Price Spielware, Gruner # Jahr AG, Lego, Dr. August Oetker und, und und … Bei so mancher Firma würde man sich wünschen, dass sie der guten Absicht auch guten Taten folgen lassen, z.B. was familienfreundliche Arbeitsbedingungen in ihren Konzernen betrifft. Und der Schalk in mir lacht hämisch auf … Doch noch ein paar Worte zu ausgewählten Musik. Klar stehen kinderbezogene Themen im Mittelpunkt und da hatte man durchaus ein gutes Händchen und so manch rare Sachen kann man da auch hören. So z.B. Lieder von Su Kramer, Julia Migenes, Nina Lizell, Nadja Tiller + Walter Giller, Hildegard Knef oder Erika Pluhar …

Aber, und das muss auch gesagt werden: Gelegentlich wird die Schmerzgrenze zum Kitsch ganz gewaltig überschritten („Hey Yvonne“ oder „So wie dein Daddy“)

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Bedauerlicherweise ist die Qualität dieses Vinyl-Rips gelegentlich arg durchwachsen …  aber so ist das halt bei alten Schallplatten … überwiegend lässt sie sich aber ziemlich störungsfrei anhören … Viel Vergnügen !

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Titel:
01. Su Kramer: Wo liegt m Sommer der Schnee (Rehbein/Kramer/Francis) 4.12
02. Julia Migenes mit Tochter Martina:  Aba Heidschi-Bumbeidschi (Volksweise) 3.35
03. Gunter und Yvonne Gabriel: Hey, Yvonne (Warum weint die Mammi) (G.Gabriel/Y.Gabriel) 3.45
04. Nina Lizell: Ich Wünsch mir ein Kind von dir (Siegel/Meinunger/Daum) 4.00
05. Nadja Tiller + Walter Giller: Meine Tochter, deine Tochter (Niessen/Weyrich) 3.58
06. Mary Roos:  Paff, der Zauberdrache (Yarrow/Coplet/Wilden) 3.58
07. Hildegard Knef: Christina (Humphries/Knef) 3.48
08. Wencke Myhre: So wie dein Daddy (Adrian/Dahmen/Faltermeier) 3.00
09. Michael Holm: Wunschkind (Pietsch/Holm) 2.46
10. Lena Valaitis: O Mein Papa (Burkhardt/Rödelberger) 4.12
11. Michael Schanze: Das Kind mit dem Tambourin (Weindorf/Kuntze) 5.02
12. Erika Pluhar: Die Lehren Einer Mutter An Ihre Töchter (Datin/Dabadie/Heller/Wolf) 4.30

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Verschiedene Interpreten – Die große Star- und Schlagerparade 1964 – 1. Ausgabe (1964)

FrontCover1Viel familiengeschichtliches ging mir durch den Kopf, als ich im Oktober 2013 erfahren habe, dass mein älterer Bruder mit der Diagnose Lungenkres zu leben hatte (2 Monate später ist er dann vertorben) und so habe ich damals eine der ersten LP`s die ich als damals neunjähriger (!) bereits mit roten Ohren gehört habe (heimlich, denn meine Eltern wollten nicht, dass ich zu früh mit diesem „Schlagerdreck“ in Berührung kam), auflegte.

Ich glaube mich zu erinnern, dass dies die 2. LP war, die mein Bruder sein eigen nennen konnte.

Geboten wird ein bunter Strauß von damals populären Melodien … Und bei erneutem Anhören werden diverse Erinnerungen wach …

RobDenis

Vieles gefällt mir auch heute noch im Rahmen meiner Neigung zu „leichter Kost“ (die gelegentlich zum Vorschein kommt) … Manuela ist einfach nur dufte, „If I Had A Hammer“ bleibt ein Klassiker (auch wenn mir der Interpret Rob Denis völlig unbekannt ist … und sollte es sich bei „The Lords“ um DIE „Lords“ handeln ? … Keine Ahnung).

Der unvergessene Billy Mo ist und bleibt drollig, Hannelore Auer wurde spätzer die Frau von Heino, Caterina Valente hatte einfach Stil (*schmacht*) und auch Pat Boone macht eine gute Figur.

Und dann hat man auch noch den Oldtimer Will Glahé mit reingeschmuggelt …holla hi, holla ho !

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Titel:
01. Manuela: Mama, ich sag´ dir was (Bruhn/Buschor) 2.10
02. Gerd Böttcher: Lady Lou (Mann/Apple/Ritter) 2.13
03. Billy Mo: Ich sitz in meinem Angelkahn (Niessen/Bradtke) 2.49
04. Caterina Valente: Schiff der schönen Träume (Peeters/Feltz) 2.29
05. Pat Boone: Baby Sonnenschein (Mayer/Hertha) 2.17
06. Michael Holm: Das kannst du mir nicht verbieten (Samwell/Slater/Bradtke) 2.33
07. Hannelore Auer & Teddy Parker: Was man von den Sternen so alles lernen kann (Mayr/Niessen) 2.33
08. Vico Torriani: Ski-Twist (Mayer/Hertha) 2.20
09. Ronny: Oh My Darling Caroline (Jorge/Hausmann) 2.41
10. Pat Boone: Wie eine Lady (Niessen) 2.25
11. Manuela: Horch was kommt von draußen rein (Traditional/Bruhn/Buschor) 2.10
12. Teddy Parker: Hätt´ ich ein weißes Sportcoupé (Mayer/Niessen) 2.21
13. Will Glahé: Drina-Marsch (Binticki) 3.08
14. Rob Denis with The Lords: If A Had A Hammer (Haye/Seeger) 2.38
15. Caterina Valente: Gitarren von Mexiko (Galatis/Feltz)
16. Gerd Böttcher: Tschau – Auf Wiedersehn (Torselli/Müller/Loose) 2.27

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Manuela

Manuela

Christine Westermann & Götz Alsmann – Zimmer frei (1998)

FrontCover1Es war einmal … ein Zimmer frei:

Zimmer frei! (Vollständiger Titel: Zimmer frei! – Prominente suchen ein Zuhause) war eine von Götz Alsmann und Christine Westermann moderierte wöchentliche Fernsehshow im WDR, die von Juli 1996 bis zum 25. September 2016 in 694 regulären Folgen ausgestrahlt wurde.

Die beiden Moderatoren stellten zwei Bewohner einer fiktiven Wohngemeinschaft (WG) dar, die für ein „freies Zimmer“ einen „Mitbewohner“ suchten. Der prominente Gast der Sendung stellte den Interessenten für das Zimmer dar. Während der Sendung lernten die Moderatoren (und damit auch das Publikum) den Gast durch Gespräche näher kennen und testeten seine „WG-Tauglichkeit“ mit verschiedenen Spielen und Aufgaben.

Der grundsätzliche Ablauf war immer gleich: Nach der Begrüßung setzte sich der Gast mit den Moderatoren zum Essen an den Tisch. Die Mahlzeit wurde nach den Vorlieben des Gastes gestaltet und wurde zuerst vom Kölner Koch Jörg Blöck, später vom Koch Frank Eicks (Bad Münstereifel), kurz vor Beginn der Sendung zubereitet. Während des Essens begannen die Gespräche über das Leben und den Beruf des Gastes. In einem Einspielfilm stellte ein Außenreporter zum Beispiel die Wohnung, die Arbeitsstätte oder das Urlaubsdomizil des Gastes vor und führt ein Interview mit dessen Freunden, Nachbarn oder Kollegen. Zu den wechselnden Außenreportern zählten unter anderem Manes Meckenstock, Katja Mitchell, Thorsten Schorn, Jörg Thadeusz, Lutz van der Horst und Sabine Heinrich.

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Außerdem musste der Gast ein Bilderrätsel lösen, das von Schauspielern und Laienschauspielern dargestellt wurde. Der zu erratende Begriff stand immer im Zusammenhang mit dem Prominenten und wurde für die Fernsehzuschauer eingeblendet. Da die Moderatoren bei Bedarf halfen, wurde das Rätsel immer gelöst. Als Belohnung erhielt der Gast ein Buch, einen Schal oder eine CD zur Sendung.

Im weiteren Verlauf der Sendung wurden weitere Spiele eingestreut, bei denen sich der Gast bewähren musste. Bei diesen Partyspielen ging es weniger um den Sieg als um den Nachweis von Humor.

Ernster ging es im „WG-Zimmer“ zu. Dieses lag auf einer Empore, die über eine Wendeltreppe zu erreichen war, und war thematisch in Bezug zum Gast dekoriert. Hier führte Christine Westermann ein Interview über das Privatleben des Gastes.
Martin Reinl mit dem Hund „Wiwaldi“ und dem Zirkuspferd „Horst-Pferdinand“

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Das „WG-Zimmer“, erreichbar über eine Wendeltreppe

Anschließend wurden die Gespräche auf dem Sofa oder am Tisch fortgesetzt. Dabei wurde der Gast immer mit einer besonderen Figur konfrontiert, mit der er interagieren musste. Ab 2002 trat in dieser Funktion regelmäßig der von Puppenspieler Martin Reinl verkörperte Hund „Wiwaldi“ auf und trieb seine Späße mit dem Prominenten. In den Anfangsjahren war Gerburg Jahnke als Nachbarin „Nora Nölle“ zu sehen, die die WG besuchte und mit dem Gast plauderte. Es folgte von 1998 bis 2008 Cordula Stratmann als „Annemie Hülchrath“, die ebenfalls eine Nachbarin spielte, die in bunter Kittelschürze den Gast mit skurrilen oder absurden Begebenheiten ihres Umfeldes konfrontierte und so aus der Reserve lockte. In älteren Sendungen trat außerdem der Comedian Johann König auf, der den Gast in – nicht immer ernste und teilweise skurrile – Gespräche verwickelte.

Außerdem musste der Gast sich bei der Hausmusik bewähren. Mit Götz Alsmanns Begleitung sang oder musizierte er ein Lied seiner Wahl. Nach der „ultimativen Lobhudelei“, bei der ein enger Vertrauter des Gastes in einem kurzen Einspielfilm dessen Vorzüge pries, endete die Sendung mit der Abstimmung des Publikums. Die 140 Zuschauer im Studio votierten mit grünen und roten Karten für oder gegen die Aufnahme des Gastes in die fiktive Wohngemeinschaft. Die meisten Gäste erhielten höchstens zehn rote Karten.

Zimmer frei! startete im Sommer 1996 als Lückenfüller für die Sommerpause. Der WDR probierte verschiedene neue Sendekonzepte aus, von denen nur diese Sendung überlebte. Zunächst waren 18 Ausgaben in sechs Wochen vorgesehen, kein langfristiges Format. Götz Alsmann nannte die Sendung seinerzeit „einen Bildschirmschoner“. Das Konzept wurde von einem Team aus Autoren und Redakteuren aus unterschiedlichen Bereichen des WDR entwickelt. Grundlage war die Idee von Heiner Heller, einem 1Live-Redakteur, eine Talkshow im Umfeld einer Wohngemeinschaft anzusiedeln (Quelle: wikipedia)

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Gruppenbild mit einem Teil der Gäste der Abschiedssendung

Und die Trauer war dann ganz schön groß, als diese durchgeknallte Sendung dann nach immerhin 694 (!!!!) eingestellt wurde.

Denn schön früh hatte diese Sendung einen gewaltigen Kultstatus … davon zeugt auch diese CD … die schon zwei Jahre nach dem Start veröffentlicht wurde.

Und wir hören hier blühenden Blödsinn … in Reinkultur … all de Promis jener Jahre (manche kennt man gar nicht mehr) … und sie alle machen sich zum Affen … und nicht alle Gags zünden … und das liegt wohl daran … dass diese Sendung eben auch von den Bildern lebte … allein der Götz mit seinem Haarschnitt … und von daher empfehle ich … -bei entsprechendem Interesse … einen Besuch bei youtube … dort kann man sich dann diverse Sendungen anschauen … es lohnt sich für Freunde mit einem Faible für schrägen Humor ….

Und als running gag mus der Jürgen Drews herhalten … und das Begleitheft ist auch irgendwie crazy.

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Titel:
01. Christine Westermann & Götz Alsmann: Alles auf Anfang 0.37
02. Jenny Elvers: Frauenthemen 1.10
03. Bettina Rust & Hella von Sinnen & Elisabeth Volkmann: Schampus für alle? 0.19
04. Lotti Huber: Lotti Huber über Lotti Huber 1.50
05. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben 0.30
06. Cleo Kretschmer: Miss-Gesang 0.11
07. Guido Westerwelle & Ingo Appelt: Mach mir den Kohl 5.04
08. Bettina Böttinger: Für mich soll’s rote Rosen regnen 1.46
09. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben ( II ) 0.29
10. Guildo Horn: Fragen und Antworten 2.39
11. Guildo Horn: Kunstglöcknern 1.05
12. Reinhard Mey: Rein (Hard) Privat 1.26
13. Reinhard Mey & Gerburg Jahnke: Lied für das Huhn 3.34
14. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben ( III ) 0.33
15. Reinhard Mey: Ein Bett im Kornfeld 2.37
16. Thomas Koschwitz & Dieter Krebs: Zimmer frei vom feinsten 0.23
17. Jürgen Becker: Himmlische Ankündigung 0.34
18. Christine Westermann & Götz Alsmann: Zwischen Himmel und Hölle 1.44
19. Christine Westermann & Götz Alsmann: Gottes Liebe ist so wunderbar 0.33
20. Birgit Schrowange: Das Wort zum Sonntag 1.23
21. Birgit Schrowange: Sauerland- Powerland 1.46
22. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben ( IV ) 0.23
23. Ulla Kock am Brink & Sissi Perlinger & Christine Westermann: Niveaukontrolle 0.10
24. Peter Kern: Lied vom Kutscher 2.28
25. Herbert Feuerstein: Intimsphären, Brillen und Altersprobleme 2:36
26. Ulla Kock am Brink: Er war gerade 18 Jahr 0.44
27. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben ( V ) 0.42
28. Thomas Koschwitz; Witz komm raus 0.24
29. Thomas Koschwitz & Christine Westermann: My Way
30. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben ( VI ) 0.47
31. Lilo Wanders: Der Wander- Bra 2.22
32. Nessi Tausendschön: Je T’aime 2.22
33. Lilo Wanders & Cordula Stratmann & Annemie Hülchrath: Auf den Hund gekommen 4.38
34. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben ( VII ) 0.29
35. Sissi Perlinger: Lied vom kleinen Unterschied 1.49
36. Michael Gantenberg: BvB – ne!  0.57
37. Michael Gantenberg: Love Me Tender 0.46
38. Marijke Amado & Ingo Appelt: Wie Kinder so sind 1.59
39. Marijke Amado & Gotthilf Fischer: Miniplayback 1.34
40. Jürgen Drews: Jürgen muss leider draussen bleiben ( VIII ) 0.21
41. Christine Westermann & Götz Alsmann: Ein moderner Klassiker 0.26
42. Michael Holm: 28 Pferde und 1 Frau 1.12
43. Michael Holm: Mendochino (Japanische Version) 1.33
44. Michael Holm: Blockflötenversuche 0.38
45. Jürgen Drews: Jürgen darf rein 1.36
46. Gerburg Jahnke: Liebeskenntnisse- „Flaschsong“ 2.14
47. Christine Westermann & Götz Alsmann: Auf Wiedersehen 1.01

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Verschiedene Interpreten – Schallplatte der deutschen Sporthilfe (1972)

FrontCover1.JPGUnd wieder mal so eine Benefiz-Platte, diesmal zu Gunsten der „Deutschen Sporthilfe“.

Die Stiftung wurde auf Willi Daumes Initiative am 26. Mai 1967 in Berlin gegründet. Erster Vorsitzender war Josef Neckermann (bis 1988), ihm folgten Willi Daume und Erich Schumann.

Die Sporthilfe steht für Leistung, aber gegen Leistungsmanipulation, sie steht für Fairplay, und sie sieht ihre Aufgabe darin, für die Integrität des Sports zu kämpfen und seine Bedeutung für ein friedliches und soziales Zusammenleben in unserer Gesellschaft hervorzuheben. Sie sieht die Förderung sportlicher Eliten und Vorbilder als einen wichtigen Schritt, die Botschaft des Sports in die Gesellschaft zu transportieren.

Die Stiftung fördert materiell, ideell und sozial Sportler, die sich auf sportliche Spitzenleistungen vorbereiten, solche erbringen oder erbracht haben und die durch ihr Auftreten und ihre Leistungsbereitschaft national und international als Leitbilder für die Bundesrepublik Deutschland und ihre Gesellschaft stehen sowie als Motivatoren für die Breitensport-Bewegung. (Quelle: wikipedia)

Na ja, ich lass das mal so stehen … mir war damal der Josef Neckermann ziemllich unsympathisch … Und seine skrupellosen Geschäftgebaren im III. Reich sind ja mittlerweile bestestens dokumentiert.

Aber zurück zu dieser LP … sie diente natürlich einem guten Zweck:

Hüllentext
Ich mag da ja ein wenig komisch gepolt zu sein, aber dieser nationaler Ehrgeiz, mit den Besten der Welt mithalten zu können, ist mir zutiefst suspekt, produzierte dieser Ehrgeiz doch auch all jene skrupellose Dopingpraktiken, die ja nicht nur ein hämischer Schlag in das Gesicht des „olympischen Gedankens“ warund ist, sondern auch mit erheblichen gesundheitlicen Beeinrächtigungen der Sportler einher ging.

Und auch diese LP kann einem durchaus suspekt sein … aber ein paar Anmerkungen habe ich dann doch noch:

Der Udo Jürgens Song „Der Champion“ hat seine ganz eigene Geschichte:

Das Lied „Der Champion“ ist dem 1970 tödlich verunglückten österreichischen Formel-1-Rennfahrer Jochen Rindt gewidmet, der als Einziger posthum zum Weltmeister erklärt wurde. (Quelle: udofan.com

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Udo Jürgens + Jochen Rindt, 1970

Na ja … Sänger wie Bruce Low (dessen Gosepl-Ballade „Noah“ ein erster Tiefpunkt dieser LP ist), Rex Gildo (mit bemüht ambitioniertem Text zum Thema Völkerverständigung) und erst recht Ricky Shane sind mir bis heute nicht geheuer(nur der Respekt verbietet esmir, sie als musikalische Abführmittel zu bezeichnen.

aber dann natürlich er Reinhard Mey mit seiner unglaublich spöttischen Diplomatenjagd (wie liebe ich den Herrn von Kieselknirsch) … das versöhnt wieder. Kann man auch heute noch gut anhören.

Den Sänger „Peret“ kannte ich noch gar nicht (aber er sorgt für einen gewissen internationalen Flair mit seinen südamerikanischen Rhythmen) und Serverine hat zumindest einen gewissen Drolligkeitsfaktor.

„Die schönen Damen“ von Adamo könnte die augenzwinkernde Titelmelodie zum „Monaco Franze“ sein (falls dennoch jemand kennt)

Der Michael Holm machte ne ganz gute Figur (sein „Nachts scheint die Sonne“ ist ein mehr als galantes Kompliment an die Dame des Herzes) und die Uschi Glas fand ich spannend … nicht weil sie mich stimmlich besondersüberzeugen kann …aber der Song hat´s in sich, denn: Komponist Giorgio Moroder hat sich ziemlich dreist der Melodie von „Games People Play“bedient … sowas nenn´ich ein ziemlich freches Plagiat …

Und zum Abschluß dann ein weiterer Tiefpunkt:TonyMarshall … mehr sag´ich nicht.

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Titel:
01. Udo Jürgens: Der Champion (Jürgens/Brandin) 2.51
02. Katja Ebstein: Seit du nicht mehr bei mir bist (Bruhn/Kunze) 3.43
03. Bruce Low: Noah (Bjelke/Schmertz) 2.31
04. Rex Gildo: Nimm meine Hand (Zimmermann/Caspelherr) 3.10
05. Ricky Shayne und die Cornehlsen Singers: Mamy Blue (Weigel/Giraud/Trim) 5.02
06. Reinhard Mey: Diplomatenjagd (Mey) 3.03
07. Peret: Borriquito… (Peret) 3.34
08. Severine: Ja der Eiffelturm (Jay/White) 2.28
09. Adamo: Die schönen Damen (Adamo/Brandin) 3.05
10. Michael Holm: Nachts scheint die Sonne (Moroder/Holm)
11. Uschi Glas: Denn ich liebe die Welt (Moroder/Kunze) 3.53
12. Tony Marshall: Junge, die Welt ist schön (White) 3.06

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Auf Schloß Hohenhecke zu Niederlahr
Es hat soeben getagt ,–
Lädt Freiherr Bodo, wie jedes Jahr,
Zur Diplomatenjagd;
Durch Felder und Auen
Auf haarige Sauen,
In Wiesen und Büschen
Den Hirsch zu erwischen,
Den hat Freiherr Bodo für teures Geld
Am Vorabend selber hier aufgestellt.

Schon bricht es herein in Wald und Flur,
Das diplomatische Corps,
Die Ritter vom Orden der Konjunktur,
Zwei Generäle zuvor.
Bei Hörnerquinten,
Mit Prügeln und Flinten.
Es folgt mit Furore
Ein Monsignore.
Selbst den klapprigen Ahnherrn von Kieselknirsch,
Trägt man auf der Bahre mit auf die Pirsch!

Es knallen die Büchsen, ein Pulverblitz, –
Es wird soeben gesagt,
Daß Generalleutnant von Zitzewitz
Den Verlust seines Dackels beklagt.
Der Attaché Mehring
Erlegt einen Hering,
Den tiefgefroren,
Die Kugeln durchbohren,
Noch in Frischhaltepackung, – das ist unerhört! –
Ein Keiler ergibt sich, vom Lärm ganz verstört.

„Bewegt sich dort etwas am Waldesrand?“
(Der Ahnherr sieht nicht mehr recht.)
„Das kriegt kurzerhand eins übergebrannt!“
(Denn schießen kann er nicht schlecht.
Ja, ganz ohne Zweifel:
Er schießt wie der Teufel!)
Man trägt ihn ganz leise,
Bis dicht an die Schneise.

Man reicht ihm die Büchse, es prasselt das Schrot:
So findet der Außenminister den Tod.

Daß der Ahnherr daraufhin noch „Waidmannsheil“ schreit,
Hat alle peinlichst berührt.
Ihm wird ein Protestschreiben überreicht
(besonders scharf formuliert),
Doch muß man dem Alten
Zugute halten: Das war, bei Hubertus,
Ein prächtiger Blattschuß,
Und daß er das Wort Diplomatenjagd,
Nur etwas zu wörtlich genommen hat!

Die Nacht bricht herein, und Schloß Hohenhecke
Bietet ein friedliches Bild:
Der Monsignore segnet die Strecke
Von leblosem, greisen Wild,
Schon fast vergessen,
Will doch keiner essen:
Die Veteranen,
Die zähen Fasanen,
Die Ente mit Rheuma,
Den Keiler mit Asthma.
Die Jagd wird begossen,
Und dann wird beschlossen:
Der Krempel wird, – weil man hier großzügig denkt, –
Dem nächsten Armenhaus geschenkt!
So wird auch den Ärmsten der Segen zuteil!
Es lebe das Weidwerk, dreimal Waidmannsheil!