Weihnachten 2018 (16): Rolf Becker – Eine Weihnachtsgeschichte (Charles Dickens) (2001)

FrontCover1Sie gilt gemeinhin als   d i e   Weihnachtsgeschichte:

„Humbug!“ – So bezeichnet der Geschäftsmann Ebenezer Scrooge (sprich Ebenieser Skruhdsch) Weihnachten, Güte und Mitgefühl: Das alles ist Unsinn in seinen Augen. Scrooge hat sich vollständig der Arbeit und seinem Geld verschrieben.

Es ist Heilig Abend, am Ende des 19. Jahrhunderts. Wie jedes Jahr schlägt Scrooge die Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen aus, beschimpft seinen treuen Mitarbeiter Bob Cratchit, faul zu sein, und weigert sich, den Armen an den Feiertagen Geld zu spenden.

In dieser Nacht erscheint plötzlich der Geist von Jacob Marley, Scrooges ehemaligem Geschäftspartner. Marley rät dem alten Mann, dringend sein Leben zu ändern. Denn wenn er weiterhin so kaltherzig und geizig bleibt, wird er nach dem Tod in alle Ewigkeit dafür büßen. Kurz vor seinem Abschied kündigt Marley drei weitere Geister an, die Ebenezer besuchen werden.

Der erste Geist ist jener der vergangenen Weihnacht. Er führt Scrooge auf eine Reise in seine Vergangenheit. Sie besuchen einige Weihnachtsfeste in Ebenezers Kindheit, auch jenes, an dem er seine große Liebe kennenlernte. Dann zeigt der Geist das Weihnachten, an dem Scrooge diese große Liebe endgültig des Geldes wegen verlässt. Scrooge ist von diesen Erinnerungen erschüttert und bittet den Geist, ihn gehen zu lassen. Der Geist verschwindet.

Der zweite Geist in dieser Nacht ist jener der gegenwärtigen Weihnacht. Er bringt Scrooge zu seinem verarmten Sekretär Bob Cratchit und dessen Familie. Cratchit wird immer sehr schlecht von seinem Arbeitgeber behandelt. Obwohl die Familie fast nichts besitzt, feiert sie ein schönes Weihnachten und spricht sogar einen Trinkspruch auf Scrooge aus. Hier sieht der alte Mann auch Tim Cratchit, den jüngsten Sohn des Angestellten, der aufgrund einer Behinderung nur mit Krücke gehen kann und sehr abgemagert ist. Zum ersten Mal seit langer Zeit zeigt Scrooge Mitgefühl und fragt den Geist, ob Tim noch lange zu leben hat. Der Geist verneint und entlässt damit den fassungslosen Geschäftsmann.

Der dritte Geist, der Scrooge besucht, ist der unheimlichste von allen. Er spricht nicht und bringt den bereits erschöpften alten Mann zur zukünftigen Weihnacht. Dort unterhalten sich die Menschen auf der Straße über einen alten, geizigen Mann, der vor kurzem verstorben sei, und dem wohl niemand nachtrauert. Scrooge versteht, dass es sich bei dem unbeliebten Geizkragen um ihn selbst handelt und ist nun vollends gebrochen. Er verspricht verzweifelt, sich zu ändern.

Als Scrooge am Morgen in seinem Bett aufwacht, stellt er fest, dass nur eine Nacht vergangen und nun Weihnachten ist. Sofort stürzt er auf die Straße, kauft einen großen Truthahn für Bob Cratchit und dessen Familie und nimmt die Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen an. Dann spendet er eine großzügige Summe für die Armen.

Titelblatt der Erstausgabe von A Christmas Carol, kolorierte Illustration von John Leech, 1843

Das Buch „Eine Weihnachtsgeschichte“ (im Original: „A Christmas Carol“) endet damit, dass Scrooge sich endlich zum Besseren verändert und sich auch des kleinen Tim Cratchit annimmt, dem es bald erheblich besser geht.

Charles Dickens, einer der berühmtesten Schriftsteller Englands, schrieb „A Christmas Carol“, wie „Eine Weihnachtsgeschichte“ im Original heißt. Das Buch wurde am 19. Dezember 1843 erstmals veröffentlicht. Dabei musste Dickens noch selbst für den Druck bezahlen, weil sein Verleger das Geld nicht aufbringen konnte. Das Buch wurde bald zum Verkaufsschlager, aber reich wurde Dickens davon nicht: Es gab zu dieser Zeit noch keinen Urheberschutz in England, weshalb bald viele Raubkopien des Buches verkauft wurden. Dickens verklagte die Verantwortlichen zwar vor Gericht, gab bei den Verhandlungen aber sein ganzes, mit dem Buch verdientes Geld aus. Das war aber nicht sehr schlimm, denn Dickens hat noch einige andere erfolgreiche Werke geschrieben, die heute als wahre Schätze der Literatur gelten: Zum Beispiel Oliver Twist oder David Copperfield. Ein sehr bekannter Magier fand durch diesen Roman seinen Künstlernamen.

Viele von Charles Dickens‘ erschaffene Charaktere sind heute so bekannt, dass sie sogar schon in der englischen Sprache verwendet werden. So wurde auch die Figur von Ebenezer Scrooge unsterblich. In England wird ein Geizkragen nämlich als „scrooge“ bezeichnet, ebenso auch eine Person, die sich ständig beklagt. Und auch in Amerika ließ sich ein berühmter Comic-Zeichner von der Romanfigur Ebenezer Scrooge beflügeln. Er schuf nach der Vorlage des alten, mürrischen Geizhalses eine der bekanntesten Comicfiguren unserer Zeit. Ihr deutscher Name spiegelt diesen Ursprung nicht wieder, wohl aber ihr amerikanischer Name: Es handelt sich dabei um eine Ente namens „Scrooge McDuck“. Und das ist kein Geringerer als der größte Geizhals der Comic-Welt: Dagobert Duck höchstpersönlich. Der Erfinder von Donald, Dagobert und Co., Carl Barks, benannte seine Schöpfung nach Ebenezer Scrooge und gab ihm dessen Aussehen. Doch wie auch Ebenezer Scrooge wandelt sich Dagobert Duck vom miesepetrigen Knauser zu einer Person mit Mitgefühl und Herz.

Und das ist wohl das größte Vermächtnis der „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens: Die Botschaft, dass Güte und Mitgefühl für die Mitmenschen zu den höchsten Gütern der Menschheit zählen. Nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über.

Und es gibt nicht nur aberwitzig viele Verfilmungen, sondern auch unendlich viele Hörbücher von diesem Buch (erst neulich ist eine Fassung mit Hans Korte veröffentlicht worden).

Hier aber die Fassung mit dem Schauspieler Rolf Becker (der übrigens der Vater von Ben Becker ist), auch so einem Urgestein von einem Schauspieler aus deutschen Landen. Die mir vorliegende Fassung wurde von Karstadt vertrieben (jener Kaufhauskette die seit geraumer Zeit ums Überleben kämpfen muss).

Scheinbar war die Geschichte ein guter Werbeträger, denn im Jahr 2004 wurde die gleiche Geschichte dann von als Werbeartikel angeboten und hier die Ankündigung zu diesem Produkt:

Promo-CD der Peugeot Deutschland GmbH
„Mit Dickens Klassiker als Hörbuch-CD möchten wir Sie auf Weihnachten einstimmen. Der Text der Geschichte wird von Schauspieler Rolf Becker gesprochen und ist von Musik begleitet.Um Ihre kostenlose Hörbuch-CD zu erhalten, füllen Sie bitte einfach das Adressformular unter peugeot.de/weihnachtsgeschichte bis zum 14. Dezember 2004 12:00 Uhr aus. Das Angebot gilt nur innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und nur so lange der Vorrat reicht. Handeln Sie am besten gleich: Unser Geschenk ist auf 4.000 CDs für die schnellsten Leser limitiert!“

Nun gut … Auch hier gilt natürlich: Lieferung nur solange der Vorrat reicht … ich vermute mal, im Frühjahr 2015 wird dann dieses Produkt nicht mehr lieferbar sein *ggg*

BackCover1

Sprecher:
Rolf Becker

Musik:
Steve Bourbon Project

Peugot Ausgabe (2004)

Peugot Ausgabe (2004)

Titel:
01. Intro, Im Kontor – Die Stadthalter 14.07
02. Geist der vergangenen Weihnacht 13.03
03. Geist der gegenwärtigen Weihnacht 14.23
04. Geist der zukünftigen Weihnacht 13.10
05. Geläutert 10.04
+
06. Because It’s Christmas Time (Bourbon) 3.21

CD1
*
**

DagobertDuck

Dieter Thomas Kuhn – Null Eins (2001)

FrontCover1Man braucht vielleicht einen so ganz besonderen Humor, um sich mit der Kunstfigur „Dieter Thomas Kuhn“ einlassen zu können:

Dieter Thomas Kuhn (* 7. Januar 1965 in Tübingen; bürgerlich Thomas Kuhn) ist ein deutscher Musiker. Populär wurde er als erfolgreicher Vertreter des Schlager-Revivals der 1990er Jahre. Er erhielt den Spitznamen Die singende Fönwelle.

Kuhn und seine Band, genannt „Kapelle“, begannen 1994 deutsche Schlager der 70er Jahre zu covern. Anfangs reiste er durch kleine Clubs, am damals offiziell erklärten Ende seiner Schlagerkarriere 1999 spielte er bei großen Open Air-Konzerten zum Teil vor 15.000 Zuschauern.

Dieter Thomas Kuhn & Band verhalfen dem Deutschen Schlager zu einem gewissen Stellenwert und zu einer Beachtung weit über die Landesgrenzen hinaus. Bis 1999 wurden vier Alben veröffentlicht. Er gewann 1997 den Deutschen Schallplattenpreis und im Jahr darauf den Echo.

1995 war er neben Esther Schweins Hauptdarsteller in der Filmkomödie Der Trip – Die nackte Gitarre 0,5. Dieser Versuch einer Satire auf die Hippie-Flower-Power-Generation und die Schlager der 70er Jahre war allerdings ein Flop und wurde im Lexikon des Internationalen Films zu den „schlechtesten deutschen Filmen des Jahres“ gezählt.

Am 1. Oktober 1999 gab Kuhn sein Abschiedskonzert in der Stuttgarter Schleyerhalle, um sich anschließend musikalisch neu zu orientieren. Seine Heimatstadt Tübingen dankte ihrem bekannten Sohn dessen Erfolge mit der Dieter Thomas Kuhn & Band-Ausstellung DankeFöhn im Stadtmuseum vom 12. Februar bis 2. April 2000.

Versuche, mit Deutsch-Pop (Kuhn Null/Eins) erfolgreich zu werden, scheiterten allerdings ebenso wie das 2002 begonnene Projekt der Dreigroschenoper, das vom Suhrkamp-Verlag wegen Nichteinhaltung der Werktreue gestoppt wurde.

Am 9. Dezember 2004 startete Kuhn sein Comeback in der Hamburger Markthalle mit seinem alten Schlager-Repertoire, es folgten insgesamt sieben Konzerte bis in den Spätsommer 2005. Diese waren zumeist innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Fanaufrufe hielten Kuhn & Band an, weiter zu machen. Die 1999 erschienene Live-VHS wurde überarbeitet und zum Comeback als DVD veröffentlicht. Im Dezember 2004 veröffentlichte Kuhn die Solo-CD Lieblingsweihnachtslieder. Im April 2006 folgte die Veröffentlichung des neuen Schlageralbums Einmal um die ganze Welt. Auch diesem Album gelang wie seinen Vorgängern der Sprung in die TOP 100 der deutschen Longplay-Charts. Es folgte die Welttournee 2006 – Einmal um die ganze Welt.

Am 8. Juli 2006 sang Kuhn nach dem kleinen Finale (Spiel um Platz drei) der Fußball-WM 2006 auf dem FIFA-Fan-Fest vor 80.000 Fans auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Ebenso hat Kuhn am 27. Mai 2007 mit dem VfB Stuttgart den Meistertitel und Vize-Pokalsieg auf dem Cannstatter Wasen gefeiert.

Nach Beendigung ihres langjährigen Plattenvertrages (WEA, Warner Music) veröffentlichen Dieter Thomas Kuhn & Band zum Start der Tournee am 1. Juni 2007 ihr erstes Album unter dem Label ihres Managements (VEP-Vaddis eigene Plattenfirma). Das Album Musik ist Trumpf stieg auf Platz 31 der Charts und läutete die weiteren Tourneen Musik ist Trumpf 2007 und Musik ist Trumpf 2008 ein.

Seit 8. April 2009 touren Dieter Thomas Kuhn & seine Kapelle erneut durch Deutschland, Österreich und Schweiz. Das erste Konzert fand in Salzburg statt, gefolgt von Wien und weiteren Terminen in ganz Deutschland. Im Juni 2009 erschien das Album Schalala, mit dem Dieter Thomas Kuhn & Band wiederum eine Top 50-Chartplatzierung schafften.

Am 4. Dezember 2009 erschien eine Live-DVD, unter anderem mit einem Mitschnitt des Konzerts im Jahr 2009 auf der Berliner Waldbühne sowie weiteren Höhepunkten der Schalala-Tour 2009.

Aufsehen erregte Dieter Thomas Kuhn im April 2010, als er der Tradition von Elton John und den Toten Hosen folgte und als Sponsor seines Heimatvereins TSG Tübingen in Erscheinung trat.[4] Zusammen mit der ersten Fußballmannschaft des Vereins drehte er ein Video zur Neuaufnahme des Fußballliedklassikers Gute Freunde kann niemand trennen von Franz Beckenbauer. (Quelle: wikipedia)

Kuhn01

Soweit der profane Lebenslauf. Sein künstlerisches Schaffen ist jedoch weitaus komplexer, als wir alle geahnt haben:

„DTK wird als typisches Phänomen der postmoderne im ausgehenden 20. Jh. gesehen, bei dem „die Kopie das Original in Wucht und Wirkung weit übertrifft“ (zit. n. Hanfstaengel/99). Basierend auf den Strategien der Ambivalenz und Affirmation lies DTK den Rezipienten über Wert und Bewertung seines umstrittenen musikalischen Materials und deren pointierter Aufführungspraxis völlig im Unklaren und schuf sich damit eine breite u. generationsübergreifende Anhängerschaft, deren Mitglieder z. T. kulthafte und rituelle Verhaltensmuster (Lichtzeichen mit Feuerzeugen, Tragen von Fönfrisuren, Sonnenblumenschmuck, u.v.m.) entwickelten. Dabei kam es v.a. bei postpupertäten weibl. Anhängern vereinz. zu spontanen Gefühlsschüben, die im Bewerfen DTKs m. U-Wäsche u. Stofftieren gipfelten. Darin sah insbes, d. vulg.-psychoanal. DTK.Forsch. eine quasisymbol. Hingabe an und öffentl. inszenierte Trennung vom infantilen Objektlibido. Eine Besonderheit des Phämomens DTK war seine ganzheitliche Struktur. Alle Elemente der Kunstfigur (Musik, Bühnendesign, Choreografie, Maske, Texte, Management, Werbung, Video und Plakate) waren kreativ verflochten u. wurden von ihren

Und so schaut er in echt aus

Erfindern selbst erdacht, geplant, organisiert u./o. gestaltet.

In der zeitgen. Kulturkritik wurde das Phänomen DTK höchst unterschiedl. bewertet: Einzelne Kritiker (u. a. F. Nagel) sahen in DTK eine Potenzierung des schlechten Geschmacks der 70er Jahre, die unzulässige Verwischung der Grenzen von Kitsch u. Kunst, u. verurteilten die „raffinierte, hochkommerzielle Verwertung“ von Emotionen. Andere wiederum bewerteten die Auftritte von DTK, seine raffinierte Interpretation von aberwitzig-illusionistischen Schlagertexten u. die dem ästhetischen Kanon der 70er Jahre des 20. Jh.verpflichtete skurrile Selbstinszenierung als entlarvende Spiegelung spätkapitalistischer Gefühls- u. Verhaltensmuster (vgl. M. Tauch, U. Fried). Verwiesen wurde vereinz. auch auf d. ideologiekrit. Potential DTKscher Performances, seine Nähe zum Wagnerschen Gesamtkunstwerk, zu J.Beuys o. J. Koons. DTK elbst enthielt sich jeglicher Festlegung.“ (gefunden auf der DTK website)

So ist das also … und dieses Album war mal ein Versuch von Kuhn, sich von seiner schlagerhaften „Parodien“ weiterzuentwickeln, hin zu einem etwas ernsthafteren Künstler. Bedauerlicherweise war ihm damit kein sonderlicher Erfolg beschieden.  Denn das Album ist wirklich hörenswert, wenngleich ich seine optische Vermarktungsstrategie weiterhin ziemlich albern finde.

Ich lege dieser Präsentation noch 2 Interviews mit ihm bei: Eins stammt aus dem Spiegel (September 2001), in dem er artikuliert, wie wichtig ihm eigentlich dieses Album als Zeichen seines Richtungswechsel war und dann noch ein weiteres aus dem Jahr 2011, in dem er sehr ausführlich Auskünfte über die Kunstfigur Dieter-Thomas Kuhn gibt.

Kuhn03

Besetzung:
Reverend CH. D. (keyboards)
Papa Demis (bass)
Howard F. (guitar)
Nino G. (trumpet)
Dieter Thomas Kuhn (vocals)
Udo L. (saxophone)
Adam S. (drums)
+
Rudolf Balzer (steel-guitar)
Curt Cress (drums)
Stefan Gade (bass)
Jose Gallardo (trombone)
Joachim Mezei (keyboards)
Leo Schmidthals (bass)
Peter Weihe (guitar)
+
background vocals:
Christoph Leis-Bendorff – Regina Peter – Anya Mahnken – Detlef Wiedecke – Rolf Köhler – M. Scholz – Madleine Hettwer

Booklet07A

Titel:
01. Jeder Neue Tag (Gade/Frevert) 3.23
02. Wenn du gehst (Hilbert/Keller) 4.02
03. Der Tag  (O´Brian-Docker/Graalfs/Jost)     3:54
04. Mond über Texas (Gade/Frevert) 3.36
05. Herzsehen (O´Brian-Docker/Graalfs) 4.28
06. Himmel verkehrtrum (Gade/Frevert) 3.54
07. Diamant (O´Brian-Docker/Graalfs) 4.27
08. Wärst du die Sonne (Hilbert/Pape/Kuhn) 3.27
09. Ich schulde dir Glück (1000 Mal) (Ramond) 3.29
10. Vor mir nur das weite Meer (Reverend Ch.D.) 4.02
11. Melanie (v.Dyke/Medek) 3.42
12. Manche Mädchen (Wolf) 3.38
13. Hotelzimmerstunden (O´Brian-Docker/Graalfs) 4.53
14. Scheinwerfer Aus (Dylan/Frevert) 4.58

CD1.jpg

*
**

Oksana Sowiak, Fritz Mühlhölzer & Birgit Klaus – Memento Tomi – Hommage´a Tomi Ungerer (2001)

FrontCover1Eigentlich könnte man, müsste man über Tomi Ungerer viel mehr schreiben; dennoch will ich es heute mal bei diesem Kurzportrait belassen:

Tomi Ungerer, geboren 1931, stammt aus einer Straßburger Uhrmacherfamilie. Mitte der 50er Jahre ging er nach New York, wo sein unaufhaltsamer Aufstieg als Zeichner, Maler, Kinderbuchautor und Werbegrafiker begann. Nach einigen Jahren auf einer Farm in Nova Scotia (Kanada) lebt er heute mit seiner Familie in Irland und in Straßburg. 2004 erhielt Tomi Ungerer für seine besonderen Verdienste um die pädagogische Weiterentwicklung der Kultur des Kinderbuchs die Ehrendoktorwürde der Universität Karlsruhe (TH). 2008 wurde ihm der „Prix de l’Académie de Berlin“ für seinen kulturellen Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung verliehen.

Und, betrachtet man sein Lebenswerk, so überrascht es nicht, dass er schon ziemlich viele Ehrungen über sich ergehen lassen durfte/musste.

Diese Hommage ist irgendwie ein ganz besonders liebenswürdige, weil unspektaktulär, aber sehr innig und intim.

Birgit Klaus spricht mit Tomi Ungerer (leider sind davon viel zu wenige Passagen zu hören) und Oksana Sowiak (Gesang) und Fritz Mühlhölzer (Gitarre) musizieren und nehmen sich dabei diverse Stile vor: Von „Die Gedanken sind frei“ über eine Reihe „frivoler“ Schlager früherer Jahrzehnte bis hin zu  Kinderlieder und „Yiddish Songs“ … und genau diese bunte Mischung scheint mir sehr geeignet zu sein, um die vielen Facetten des Tomi Ungerer musikalisch zu illustrieren.

Was schreib´ich … ich glaube man muss dieses Kleinod selbst auf sich wirken lassen … eine kleine, aber feine eher unbekannte Perle anspruchsvoller deutscher Musik … eine Edition, die wie ein kleiner Stern glänzt … und im booklet finden sich diverse weitere Informationen und Anregungen … und wieder mal verspreche ich hoch und heilig, dass von diesem Ungerer hier noch mehr zu finden sein wird.

Birgit Klaus kim Gespräch mit Tomi Ungerer

Birgit Klaus im Gespräch mit Tomi Ungerer

Besetzung:
Fritz Mühlhölzer (guitar)
Oksana Sowiak (vocals)
+
Tomi Ungerer im Gespräch mit Birgit Klaus

Booklet07A

Titel:
01. Die Gedanken sind frei 0.29
02. Gespräch mit Tomi (1):  Das Geheimnis der letzten Behausung 0.57
03. Liegt denn hier ein Zar begraben 0.27
04. Gespräch mit Tomi (2):  Engagement des Existentialisten 1.39
05. Die alte Kasche (Die alte Frage) 1.54
06. Gespräch mit Tomi (3): Erotische Fantasien 1.21
Deutsche Chansons:
07. Kann denn Liebe Sünde sein 3.26
08. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt 4.50
09. Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben 3.41
10. Du musst die Männer schlecht behandeln 4.30
11. Gespräch mit  Tomi (4): Tomi Ungerers Zentrum in Strasbourg und die Sammelwut der Elsässer 0.59

Kinderlieder:
12. Alte Töpfe, alte Tiegel 2.07
13. Der Mückerich 2.37
14. Herr Kater 3.16
15. Die Maus in der Uhr 2.07
16. Gespräch mit Tomi (5): Ich hab’ New York geliebt 1.08

Yiddish Songs:
17. Friling 2.52
18. Ssore 0.48
19. Mamenju, ljubenju 3.02
20. Majn ru’e – plaz 2.48
21. Gespräch mit Tomi (6): Humor 1.17
22. Die Gedanken sind frei 0.43

CD1

 

*
**

Tomi Ungerer - seine deftige Seite

Tomi Ungerer – seine deftige Seite

Verschiedene Interpreten – Tierra Del Fuego – Feuerland, vergessene Wege (2001)

FrontCover1Es gibt ja und zwar nicht nur in Deutschland seit geraumer Zeit den musikalischen Trend, fremde, „unbekannte“ Regionen der Welt musikalisch zu bereisen und zwar meist mit wohltuender Enstpannungs-Wellness-Musik.

Hier machen wir uns nun also auf die Reise in das Feuerland:

Feuerland (spanisch Tierra del Fuego, ins Deutsche übersetzt „Land des Feuers“) ist eine Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas. Vom Festland ist Feuerland durch die Magellanstraße getrennt. Die Inselgruppe hat eine Landfläche von 73.746 km², davon die Hauptinsel Isla Grande de Tierra del Fuego 47.000 km². Im östlichen, argentinischen Teil leben etwa 127.000 Menschen, im westlichen, chilenischen Teil etwa 8.000 Menschen. Feuerland wurde 1881 durch den Meridian 68° 36′ westlicher Länge in einen östlichen Teil für Argentinien (heute die Provinz Tierra del Fuego) und einen westlichen Teil für Chile (heute die Magallanes) aufgeteilt.

Bei der Erkundung der Magellanstraße 1520 fanden Magellan und seine Männer im Norden keine Siedlungen, doch im Süden der Meerenge sahen sie, wie Antonio Pigafetta, der Chronist Magellans, berichtet, des Nachts viele Feuer. Der Generalkapitän Magellan nannte das Land entsprechend „Feuerland“. (Quelle: wikipedia).

Und nun wird es arg mystisch:

„….an einem Wintertag im Jahre 1973 sahen die Leute von Punta Arena, wie ein unbemannter alter Dreimaster ohne Takelage über die Magellan-Straße fuhr. Ein wahrhaftiges Geisterschiff, ein „Fliegender Holländer“! Die „Andalucia“ aus der Zeit vor der Jahrtausendwende, das Museeumsschiff, hatte der Sturm losgerissen und aufs Meer getrieben. Genießen Sie diese traumhaft schöne Reise übers weite, unendliche Meer und seien Sie Eins mit Natur und Schöpfung. Fühlen Sie das Paradies. Spannend treiben Sie durchs unwirtliche wilde Kap Hoorn, der Passage zwischen Atlantik und Pazifik – Terra del Fuego – Feuerland. Sie war von nun an die Magellan – Straße. Die gefährlichsten Wasserwege unseres Planeten befinden sich hier. Gigantische, bis ins Meer reichende Gletscher, schroffe und zerklüftete Küsten und an mehr als 300 Tagen im Jahr in Regen und Nebel verhüllte Felsen sind unzähligen großen Segelschiffen zum Verhängnis geworden. Lassen Sie sich entführen in diese geheimnisvolle Welt. Fantastisch und begeisternd. “

Booklet1

Wie gesagt: die Musik ist – wie meist bei solchen „Konzept-Alben“ durchaus ansprechend und kann einen auch mal in den Schlaf begleiten. Was diese Musik mit dieser Region der Welt zu hat, erschließt sich allerdings nicht auf Anhieb; zu austauschbar sind die Klänge (könnten also auch für eine andere Region der Welt verwendet werden; ich wage es zu bezweifeln, ob die Komponisten und Musiker dieser Albums – Dave Miller – Eric Andrescu – L.A. Tom – sich wirklich mit dieser Region beschäftigt haben; und die Titel der Kompositonen sind vermutlich in der Marketiung-Abteilung des Labels entstanden).  Nun ja, aber die Autoren des booklet treffen es vielleicht genau auf den Punkt wenn sie u.a. schreiben:

„Die Sehnsucht nach dem Außergewöhnliche, Befriedigung unserer unerfüllten Seeräuberträume. Vielleicht ist es einfach das herrliche Gefühl, etwas anderes zu tun, als das, was man üblicherweise als vernünftig bezeichnet“.

Und sei es, sich gierig auf solche musikalischen Trips zu stürzen.

Tray1

Titel:
01. Dave Miller:  Tor zum Pazifik – Mar Der Sur  6.15
02. Dave Miller:  Auf dem Weg um die Erde 7.31
03. Eric Andrescu:  Kap Hoorn – Sturm umtobte Südspitze 5.18
04. Eric Andrescu:  Windjammer-Sturm-Wrack – Schrecken der Seefahrer 4.47
05. Eric Andrescu: Leuchtfeuer von Faro Les Eclaireurs 3.32
06. Dave Miller: Ushuaia – Ort hinter der Bucht 4.50
07. L.A. Tom:  Magellan – Strasse zwischen Atlantik und Pazifik 5.53
08. Dave Miller: Im Grenzwasser des Beaglekanals 4.45
09. L.A. Tom: Stromschnellen am Rio Pipo 6.07
10. Eric Andrescu: Einsamkeit am Lago Roca 5.29

CD1

*
**

Olaf Kübler – When I’m 64 (2001)

FrontCover1Ne wirklich ganz eigene Nummer in der deutschen Rock- und Jazz-Szene ist der Olaf Kübler:

Olaf Kübler (* 8. September 1937 in Berlin) ist ein deutscher Jazz-Saxophonist. Er ist auch unter dem Alias Olaf Stiletti bekannt.

Kübler, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bei seiner Mutter in Gießen aufwuchs, entdeckte durch die dort stationierten US-Amerikaner die Jazz- und Bluesmusik. Mit 17 Jahren erhielt er ein Altsaxophon. 1958 spielte er im Marburger Mac Reimann Sextett (prämiert auf dem Amateurfestival in Düsseldorf). 1959 studierte er in Köln bei Kurt Edelhagen Jazz; als Tenorsaxophonist war er Mitglied der Jazz Cookers (mit Manfred Schoof, Alexander von Schlippenbach und Jaki Liebezeit). Dann ging er mit Gunter Hampel auf Tournee. Nach zwei Jahren in der Schweiz zog er 1966 nach München um, wo er unter anderem mit Don Menza, Benny Bailey und im Joe Haider-Quintett spielte und bei Aufnahmen des Filmkomponisten Peter Thomas beteiligt war. 1967 nahm er mit dem Jazz-Ensemble des BR unter Pepsi Auer am Montreux Jazz Festival teil.

1969 wechselte er zur Rock- und Popmusik, wo er als Manager und Produzent der Band Amon Düül II bekannt wurde. Er machte mit Klaus Doldinger Film- und Fernsehmusik und war eines der Gründungsmitglieder der Band Passport.

OlafKübler02

Olaf Kübler mit Passport, 1971

1973 begann eine über zehnjährige Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg; unter anderem nahm er an dem legendären Auftritt Lindenbergs in Moskau teil. 1979 verklagte er Lindenberg wegen einiger, angeblich von Kübler stammender, Formulierungen in dessen Texten auf 500.000 Mark Schadenersatz. Der Rechtsstreit wurde 1981 durch einen Vergleich außergerichtlich beigelegt; eine neuerliche Klage wurde 2010 vom Gericht abgewiesen.

1978 begann seine Zusammenarbeit mit Eberhard Schoener. Zudem spielte er für die Popgruppe The Police (Saxophon-Solo der Single „Low Life“). Im Folgejahr machte er eine Tournee mit dem Blues-Barden Willy Michl durch Bayern. 1980 bis 1982 spielte er in der Band von Marius Müller-Westernhagen. Zwischen 1985 und 1990 entwickelte sich eine enge künstlerische Beziehung zu Paul Millns, mit dem er unter anderem „Finally Falls the Rain“ einspielte. Durch Millns fand er zurück zu seinen Jazz-Wurzeln. Heute lebt er in der Nähe von Frankfurt. (Quelle: wikipedia)

OlafKübler03

Freunde werden die wohl nicht mehr: Olaf Kübler & Udo Lindenberg

Dieser wikipedia Eintrag darf getrost als „Kurzeintrag“ gewertet werden, angesichts der Fülle von musikalischen Stationen des Olaf Küblers.

Von daher noch einige Ergänzungen durch den Jazzjournalisten Marcus A. Woelfle

Olaf Kübler gehört zu den bedeutensten Nachkriegsjazzern in Deutschland. Die erste Berührung mit dem Jazz vollzog sich in Teenagerjahren in Gießen, wo er in amerikanischen Soldatenclubs „Jump-music“ spielte. In der Kurt Edelhagen Jazzschule in Köln holte sich der Tenorsaxofonist den musikalischen Feinschliff. Er spielte mit Musikern wie Alexander von Schlippenbach, Jacki Liebezeit, Manfred Schoof, und Gunter Hampel, mit denen er durch Deutschland zog: „Das war wie im Bergwerk, Stollen sieben! Eine Stunde spielen, Viertelstunde Pause, und das achtmal am Abend. Für monatlich neunhundert Mark… Normalerweise hatten die Pianisten nach acht Stunden keine andere Möglichkeit, als ihre blutunterlaufenen Fingernägel in der Küche abzukühlen, nachdem sie den ganzen Abend in die meist kaputten Klaviere reingehämmert hatten. Noch heute erinnere ich mich an so manch einen begabten Musiker, wie er in der Küche weinte, weil er physisch nicht in der Lage war, diesen Mörderjob durchzuhalten.“ (aus Klartext/Voll daneben)

OlafKübler05

Olaf Kübler mit Frank Diez

Mitte der 1960er Jahre spielte er in seiner „Münchner Zeit“ im legendären Jazzlokal Domicile mit vielen Jazzgrößen der Zeit, wie z.B. Benny Bailey, Don Menza oder Mal Waldron.

Seine Liebe zum Jazz ist ihm nie verloren gegangen, jedoch bevorzugte er es Ende der 60er Jahre neben den vielen Jazzsessions weitere musikalische Herausforderungen anzunehmen: Als Produzent für United Artists Records und Initiator der legendären Underground-Band Amon Düül II produzierte er in 5 Jahren 10 sagenumwobene LPs, war auf Klaus Doldingers erster Passport-LP vertreten und arbeitete als Saxofonist für Film- und Fernsehen. Die 70er Jahre waren von seiner erfolgreichen Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg geprägt, Engagements für Marius Müller-Westernhagen folgten. Nach einem Auftritt mit Peter Maffay in der ehemaligen DDR, entschloss er sich dem fulminanten Rock’n’Roll Leben ein Ende zu setzen.

Kübler spielt, wie er selbst sagt, „directly from the heart“. Die große Tiefe und Reife seines Spiels wird besonders eindrucksvoll in der Interpretation der Balladen deutlich: „Ich bin 64 Jahre alt, habe viel erlebt und in den letzten Jahren über vieles nachgedacht. Ich habe meine ganze Lebenserfahrung und mein Herz mit hinein gelegt, um sie so zu interpretieren, dass ich eine Gänsehaut bekomme, und die Leute auch.“

Ganz soviele Solo-Alben hat der Olaf Kübler ja nicht eingspielt, aber die hatten es eigentlich alle in sich.

So auch dieses Album, eingespielt mit Christoph Spendel (für mich einer der profiliertesten deutschen Jazzpianisten) und dessen Trio.

Wenn hier von „großer Tiefe und Reife“ gesprochen wird … ja … das kann man hören … ein Soätwerk des Olaf Küblers … das in der Tat Gänsehaut erzeugt … ganz sicher auch, weil er von dem Christoph Spendel Trio begleitet wurde.

Mehr als empfehlenswert … Good Jazz is still alive and well !

Und in einem Jahr … spätestens dann … höre ich mir dieses Album wieder an … when I´m 64.

OlafKübler04

Olaf Kübler mit dem Christoph Spendel Trio

Besetzung:
Kurt Billker (drums)
Olaf Kübler (saxophone)
André Nendza (bass)
Christoph Spendel (piano)

Booklet03A

Titel:
01. Hotel Ravel (Kübler) 4.10
02 Daughter’s Waltz (Kübler) 4:33
03. Blues For Nothing (Kübler) 5.04
04. One For Eddie (Kübler) 4.52
05. Robbin’s Nest (Thompson) 6.10
06. You Don’t Know What Love Is (Raye) 5.39
07. Knubbel Blues (Kübler) 6.01
08. Loverman (Ramirez) 7.34
09. Groove Passion (Spendel) 4.47
10. My Foolish Heart (Young) 4.46
11. Be Bop Salat 1 (Kübler) 3.50
12. Memories (Kübler) 4.01
13. Amazing Grace (Traditional) 2.55
14. Be Bop Salat 2 (Kübler) 4.12

CD1

*
**

OlafKübler01

Helmut Schleich – Das Auge isst man mit (2002)

FrontCover1Und wieder mal Kabarett aus bayrischen Landen: Helmut Schleich !

Helmut Schleich (* 28. Juli 1967 in Schongau) ist ein bayerischer Kabarettist und Imitator.

1983 gründete er zusammen mit Christian Springer und Andreas Rüttenauer das Kabarett Fernrohr. Gemeinsam schufen sie bis 1997 zehn Bühnenprogramme und absolvierten weit über 1000 Auftritte im gesamten deutschsprachigen Raum. Zusammen mit Christian Springer ist Schleich weiterhin regelmäßig als Heinzi und Kurti auf Bayern 1 zu hören.

Seit 1998 tritt Helmut Schleich als Solokünstler auf und erhielt bereits für sein erstes Bühnenprogramm den 1. Preis beim Paulaner Solo+. Helmut Schleich gehört außerdem zu den Mit-Initiatoren des Kabaretts Kaktus, des Münchner Kleinkunst-Nachwuchsfestivals.

Seit 2001 spielt er den Getränkemarkt-Besitzer Heinzi Liebl in der Comedy-Serie Spezlwirtschaft im Bayerischen Fernsehen. In den Jahren 2006, 2007 und 2010 trat Schleich in der Münchner Philharmonie im Gasteig beim Aschermittwoch der Kabarettisten auf. Zusammen mit Sebastian Knözinger lud er im Sommer 2007 erstmals mit dem Programm Gamsbart Ahoi zu einem „kabarettistischen Heimatabend auf hoher See“ an Bord eines Ausflugsdampfers auf dem Chiemsee. Im Mai 2009 brachten Schleich und seine Mitstreiter von Gamsbart Ahoi zudem auf Schloss Herrenchiemsee unter Mitwirkung der chinesischen Wagner-Sopranistin Qiu Lin Zhang das Programm Ludwig IV. – Ein echter König geht nicht unter zur Aufführung.

HelmutSchleichMit Auftritten in Sendungen wie Ottis Schlachthof und Neues aus der Anstalt machte sich Schleich auch über die Grenzen Bayerns hinaus mit gelungenen Parodien von Ottfried Fischer, Papst Benedikt XVI. und Franz Josef Strauß einen Namen. Seine Wandlungsfähigkeit stellt er seit Juni 2011 auch in der Sendung „SchleichFernsehen“ unter Beweis. Außerdem war er regelmäßig im kabarettistischen Wochenrückblick des Bayerischen Fernsehens Nix für ungut zu sehen. Seit September 2009 leiht Schleich als Nachfolger des verstorbenen Jörg Hube der Figur des CSU-Bundestagsabgeordneten Max Froschhammer in der Politsatire Der große Max seine Stimme.

Beim Singspiel des traditionellen Starkbieranstichs auf dem Nockherberg übernahm HelmutSchleichSchleich 2007 und 2008 die Rolle von Kurt Beck, 2009 stellte er auch dessen Nachfolger als SPD-Vorsitzenden, Frank-Walter Steinmeier, dar. 2010 ließ er am Nockherberg den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß auf der Bühne wiederauferstehen.

Sein aktuelles Soloprogramm Nicht mit mir! feierte im April 2011 in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft Premiere. 2013 veröffentlichte er zusammen mit Thomas Merk sein Buch Daheim is ned dahoam. (Quelle: wikipeda)

Und über dieses Album (sein 2. Soloprogramm) kann man z.B. lesen:

„Treffen sich ein Semmelknödel, ein Schaschlikspieß und ein Eissalat im Magen…“. Was sich wie der Anfang eines flachen Witzes anhört, verwandelt sich auf der Bühne durch Helmut Schleich zu einem Feuerwerk an intelligenten Pointen. Den drei Gerichten, die in der Magengrube ihrer Verdauung harren, begegnen die Zuschauer im Laufe von Schleichs aktuellem Programm „Das Auge isst man mit“ immer wieder. Bringen sie doch das Thema des Abends auf den Punkt: es geht ums Essen.

HelmutSchleich2
Hunger, Übergewicht, Völlerei, Enthaltsamkeit: was immer man mit dem Begriff Essen verbinden mag – es hat seinen Platz in Schleichs buntem Reigen rund um den Verdauungstrakt. Das menschliche Grundbedürfnis bildet die Klammer, die seine Darstellungen der unterschiedlichsten Menschen und Situationen zusammenhält. Der hungernde Übergewichtige, der in seiner Wohnung umherstreift auf der Suche nach einem Häppchen, kommt dabei ebenso vor, wie der High-Tech Metzger Geil aus Bayern, der jedem Aufschnitt seine eigene eMail-Adresse eingerichtet hat.

Auch der völlernde Lustmensch, der seinen Körper verflucht, weil er dem Prinzip der Lustmaximierung physische Grenzen setzt und nach drei durchzechten Nächten schlicht zusammenbricht, ist mit von der Partie. „Ich tat ja mit ihm joggen gehen, wenn er einmal mit mir drei Nächte durchmachen würde“, lamentiert der Lustmensch über die Unvollkommenheit seiner sterblichen Hülle.

Ein „sattes Typenkabarett“ verspricht die Einladung zu Schleichs neuem Programm, und dieses Versprechen wird gehalten. Schleich ist ein Meister der Verwandlung und seine Typen wirken echt – obwohl sie natürlich übertrieben und deshalb zwerchfellerschütternd komisch sind. Schleich schafft den unglaublichen Spagat, in einer Sekunde ein Semmelknödel und einen Augenblick später ein Eissalat zu sein. „Das Auge isst man mit“: Ein Feinschmecker Menü, zubereitet von einem Spitzenkoch. (Gunnar Herrmann)

BackCover1

Sprecher:
Helmut Schleich

BookletBackCoverA
Titel:
01. Lied 0.52
02. Eröffnung 3.38
03. Im Magen I – Semmelknödel trifft Schaschlik 6.59
04. Geschmackserinnerungen 3.51
05. Übers Lachen 2.02
06. Der selbstbewusste Zuschauer 1.19
07. Ein Aristokrat 6.19
08. Im Magen II – Der Besucher 5.36
09. Ich bins wieder 2.31
10. Alfredissimo 7.26
11. Mauer in den Töpfen 1.07
12. Die Homepage 6.45
13. Feng Shui Bibel 0.42
14. Abnehmen 1.11
15. Die Waage 2.03
16. Der Körperhasser 4.42
17. Das Idealgewicht 2.45
18. Onkel Klaus 3.39
19. Im Magen III – Was kommt danach? 5.35

Texte: Helmut Schleich + Alexander Liegl

CD1

*
**

Johannes Brahms – Bekenntnisse (2006)

FrontCover1Und nun gibt sich das alt-ehrwürdige Bankhaus Lampe die Ehre:

Das Bankhaus Lampe ist eine unabhängige Privatbank in Deutschland. Das 1852 gegründete Unternehmen ist heute ein Tochterunternehmen des Bielefelder Familienunternehmens Dr. August Oetker KG. Das Bankhaus Lampe firmiert als Kommanditgesellschaft und wird von den persönlich haftenden Gesellschaftern Stephan Schüller (Sprecher), Nicolas Blanchard, Ute Gerbaulet und Werner Schuster geführt. Stammsitz der Bank ist Bielefeld, die Geschäftsführung sowie Zentral- und Stabsabteilungen haben ihren Sitz in Düsseldorf. Daneben bestehen weitere Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Berlin, Bonn, Bremen, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Münster, Osnabrück und Stuttgart sowie in New York City, London und Wien.

 

Am 1. Oktober 1852 gründete der 24-jährige Hermann Lampe das Unternehmen als Bank- und Speditionsgeschäft in Minden. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Gründungen von Aktiengesellschaften begleitet, Obligationen platziert und erste Kontakte ins Ausland geknüpft. Lampe verunglückte 1877 tödlich. Das Bankhaus wird daraufhin von seinem angestellten Mitarbeiter Carl Siebe und dessen Vetter Wilhelm Wegener übernommen. Deren Söhne Wilhelm Siebe und Karl Wegener übernahmen die Firma im Jahr 1917.

Lampe01
Im Juli 1949 erfolgte die Umwandlung des Unternehmens aus der bisherigen Rechtsform der offenen Handelsgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft. Zugleich wechselte Hugo Ratzmann vom Bankhaus Hardy & Co. als persönlich haftender Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer zum Bankhaus Lampe. Indem der Bielefelder Unternehmer Rudolf-August Oetker 8,4 Millionen D-Mark einbrachte, wurde er Mehrheitsgesellschafter. Weitere Anteilseigner waren die 1887 von Carl Albrecht Delius gegründeten Bielefelder Firma C.A. Delius & Söhne und die Hamelner Reese GmbH.

Am 9. Mai 1951 bezog die Bank das Gebäude am Alten Markt in Bielefeld. Zugleich wurde der Hauptsitz des Unternehmens nach Bielefeld verlegt, während vorerst noch eine Zweigstelle in Minden erhalten blieb. Nachdem Ratzmann 1960 bei einem Unfall gestorben war, wurden zunächst für ein Jahr Carl Melien und danach ab 1961 Horst Herold alleiniger persönlich haftender Gesellschafter. Nachdem die Deutsche Bundesbank das Bankhaus als Teil der Oetker-Gruppe ansah und eine Beteiligung Oetkers an der Leitung verlangte, schied Herold Ende 1963 wieder aus, weil er nach Auskunft der Bank deren „Selbständigkeit und Unabhängigkeit“ nicht mehr gewährt sah.

Lampe02

Und so schaut´s dann in den Räumlichkieten einer Band aus, die sich auf „gut betuchte Privatkunden“ spezialisiert hat … 

Am 1. Januar 1964 wurde der bisherige Kommanditist Rudolf-August Oetker zum Komplementär. Zu geschäftsführenden Direktoren wurden Hans Heuer und Rudolf von Ribbentrop ernannt. 200 Mitarbeiter arbeiteten damals an vier Standorten. In den folgenden zwei Jahrzehnten stieg die Anzahl der Mitarbeiter auf mehr als 370 Personen.

1968 wurde das Bankhaus Erich Sültz übernommen und zur Hamburger Niederlassung umgewandelt. 1972 wurde von Ribbentrop geschäftsführender Direktor der Bank.

Am 1. Januar 1974 übernahm die damalige Deutsche Genossenschaftskasse, welche ab 1975 als DG Bank firmierte, 25 % der Anteile am Bankhaus Lampe.

Ende der 1980er Jahre eröffnete die Niederlassung Frankfurt mit dem Schwerpunkt Wertpapiergeschäft und Vermögensverwaltung.

Zum 1. Juli 1990 übernahm die Oetker-Gruppe den 25-prozentigen Anteil der DG Bank. (Quelle: wikipedia)

Wenn ich das recht überblicke gehört die Band nun dem Oetker Konzern zur Gänze.

Lampe03

Nun ja, und diese Bank spendierte dann halt (vermutlich den Premium Kunden) diese CD.

Sie enthält Werke des Komponisten Johannes Brahms * 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien):

Sehr interessant sind dann die „Bekenntnisse“ … dahinter verbergen sich die sog. „Haydn-Veriationen“ op. 56A (näheres im Begleitheft … zuweilen eine sehr furiose Aufführung.

Und dann noch die Symphonie Nr. 4, op. 98 e-moll: Eine gewaltiges orchestrales Stück, eingespielt von der Staatskapelle Dresden:

Die Sächsische Staatskapelle Dresden gilt als eines der führenden und traditionsreichsten Orchester der Welt. Sie wurde am 22. September 1548 im Auftrag des Kurfürsten Moritz von Sachsen von Johann Walter gegründet und gilt als einziges noch existierendes Orchester, das über mehr als viereinhalb Jahrhunderte hinweg ununterbrochen musiziert hat und zugleich – wie zeitgenössische Berichte belegen – stets zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte. Herausragende Kapellmeister und international geschätzte Instrumentalisten haben die einstige Hof- und heutige Sächsische Staatskapelle seit ihrer Gründung geprägt.

2013 übernahm das Orchester unter Christian Thielemann die Bespielung der Salzburger Osterfestspiele. (Quelle: wikipedia)

Diese Aufnahmen müssten eigentlich in den 60er Jahren entstanden sein, denn DirigentKurt Sanderling leitete dieses Orchester zwischen 1964 . 1967 (verstorben ist der dann 2011)

Kurt Sanderling

Kurt Sanderling (* 19. September 1912 in Arys, Kreis Johannisburg, Ostpreußen; † 18. September 2011 in Berlin)

Dann noch – entsprechender „dezenter“ die „Fünf ungarischen Tänze“, aber nicht minder schwungvoll … eingespielt (und zwar im Jahr 2001) wurden diese reinen Klavieraufnahmen von dem russischen Pianisten Evgeny Kissin (* 10. <Oktober 1971):

Jewgeni Kissin (in der englischsprachigen Literatur meist Evgeny Kissin geschrieben, auf deutschen CD-Veröffentlichungen auch Yevgeny Kissin) wurde als Sohn einer Klavierlehrerin und eines Ingenieurs geboren. Im Alter von zwei Jahren und zwei Monaten begann er bereits Klavier zu spielen. Mit sechs Jahren besuchte er das Gnessin-Institut in Moskau und nahm Unterricht bei Anna Pavlovna Kantor.[2] Sein Debüt als Solist mit Orchester gab er im Alter von zehn Jahren mit dem Orchester von Uljanowsk mit Mozarts Klavierkonzert KV 466; mit elf Jahren gab er sein erstes Solokonzert mit den Klavierkonzerten Nr. 1 und Nr. 2 von Frédéric Chopin. Dies brachte ihm den Ruf eines Wunderkindes ein. Beim Neujahrskonzert der Berliner Philharmoniker 1988 spielte Kissin unter der Leitung von Herbert von Karajan das b-Moll-Konzert von Tschaikowski und erreichte damit seinen internationalen Durchbruch.

Im Bewusstsein seiner jüdischen Wurzeln hat er sich so weit in jiddische Dichtung eingelesen, dass er die Sprache nahezu perfekt beherrscht. Aus ihrer Poesie hat er 2002 beim Verbier Festival erstmals öffentlich rezitiert.

Kissin lebt zusammen mit seiner Mutter, seiner älteren Schwester und seiner Lehrerin, Anna Pavlovna Kantor, in London. (Quelle: wikipedia)

Evgeny Kissin

Mein Gott, was für ein Jungspund: Evgeny Kissin

Die Aufnahmen (Laufzeit: 72 Minuten !) stammen übrigens aus den Archiven von Sony Music … da kann man nicht nur Qualität erwarten, nein, dann bekommt man sie auch.

Ich hatte bisher den Brahms nicht so sehr auf dem Schirm, das hat sich mit diesen Aufnahmen geändert.

Johannes Brahms

Johannes Brahms

Besetzung:
Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Kurt Sanderling

Booklet02A

Titel:

01. Bekenntnise („Haydn-Veriationen“ op. 56A) 18.38

Symphonie Nr. 4, op. 98 e-moll:
02. Allegro non troppo 13.01
03. Andante moderato 11.43
04. Allegro giocoso 6.20
05. Allegro energico e passionato 10.46

Fünf ungarische Tänze:
06.  Nr. 1 in g-moll 2.37
07. Nr. 3 in f-dur 2.03
08. Nr. 2 in d-moll 2.41
09. Nr. 7 in f-dur 1.31
10. Nr. 6 in Des-Dur 2.51

CD1.jpg
*
**

Charme

Quelle: Deutschlandfunk