Olaf Kübler – When I’m 64 (2001)

FrontCover1Ne wirklich ganz eigene Nummer in der deutschen Rock- und Jazz-Szene ist der Olaf Kübler:

Olaf Kübler (* 8. September 1937 in Berlin) ist ein deutscher Jazz-Saxophonist. Er ist auch unter dem Alias Olaf Stiletti bekannt.

Kübler, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bei seiner Mutter in Gießen aufwuchs, entdeckte durch die dort stationierten US-Amerikaner die Jazz- und Bluesmusik. Mit 17 Jahren erhielt er ein Altsaxophon. 1958 spielte er im Marburger Mac Reimann Sextett (prämiert auf dem Amateurfestival in Düsseldorf). 1959 studierte er in Köln bei Kurt Edelhagen Jazz; als Tenorsaxophonist war er Mitglied der Jazz Cookers (mit Manfred Schoof, Alexander von Schlippenbach und Jaki Liebezeit). Dann ging er mit Gunter Hampel auf Tournee. Nach zwei Jahren in der Schweiz zog er 1966 nach München um, wo er unter anderem mit Don Menza, Benny Bailey und im Joe Haider-Quintett spielte und bei Aufnahmen des Filmkomponisten Peter Thomas beteiligt war. 1967 nahm er mit dem Jazz-Ensemble des BR unter Pepsi Auer am Montreux Jazz Festival teil.

1969 wechselte er zur Rock- und Popmusik, wo er als Manager und Produzent der Band Amon Düül II bekannt wurde. Er machte mit Klaus Doldinger Film- und Fernsehmusik und war eines der Gründungsmitglieder der Band Passport.

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Olaf Kübler mit Passport, 1971

1973 begann eine über zehnjährige Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg; unter anderem nahm er an dem legendären Auftritt Lindenbergs in Moskau teil. 1979 verklagte er Lindenberg wegen einiger, angeblich von Kübler stammender, Formulierungen in dessen Texten auf 500.000 Mark Schadenersatz. Der Rechtsstreit wurde 1981 durch einen Vergleich außergerichtlich beigelegt; eine neuerliche Klage wurde 2010 vom Gericht abgewiesen.

1978 begann seine Zusammenarbeit mit Eberhard Schoener. Zudem spielte er für die Popgruppe The Police (Saxophon-Solo der Single „Low Life“). Im Folgejahr machte er eine Tournee mit dem Blues-Barden Willy Michl durch Bayern. 1980 bis 1982 spielte er in der Band von Marius Müller-Westernhagen. Zwischen 1985 und 1990 entwickelte sich eine enge künstlerische Beziehung zu Paul Millns, mit dem er unter anderem „Finally Falls the Rain“ einspielte. Durch Millns fand er zurück zu seinen Jazz-Wurzeln. Heute lebt er in der Nähe von Frankfurt. (Quelle: wikipedia)

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Freunde werden die wohl nicht mehr: Olaf Kübler & Udo Lindenberg

Dieser wikipedia Eintrag darf getrost als „Kurzeintrag“ gewertet werden, angesichts der Fülle von musikalischen Stationen des Olaf Küblers.

Von daher noch einige Ergänzungen durch den Jazzjournalisten Marcus A. Woelfle

Olaf Kübler gehört zu den bedeutensten Nachkriegsjazzern in Deutschland. Die erste Berührung mit dem Jazz vollzog sich in Teenagerjahren in Gießen, wo er in amerikanischen Soldatenclubs „Jump-music“ spielte. In der Kurt Edelhagen Jazzschule in Köln holte sich der Tenorsaxofonist den musikalischen Feinschliff. Er spielte mit Musikern wie Alexander von Schlippenbach, Jacki Liebezeit, Manfred Schoof, und Gunter Hampel, mit denen er durch Deutschland zog: „Das war wie im Bergwerk, Stollen sieben! Eine Stunde spielen, Viertelstunde Pause, und das achtmal am Abend. Für monatlich neunhundert Mark… Normalerweise hatten die Pianisten nach acht Stunden keine andere Möglichkeit, als ihre blutunterlaufenen Fingernägel in der Küche abzukühlen, nachdem sie den ganzen Abend in die meist kaputten Klaviere reingehämmert hatten. Noch heute erinnere ich mich an so manch einen begabten Musiker, wie er in der Küche weinte, weil er physisch nicht in der Lage war, diesen Mörderjob durchzuhalten.“ (aus Klartext/Voll daneben)

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Olaf Kübler mit Frank Diez

Mitte der 1960er Jahre spielte er in seiner „Münchner Zeit“ im legendären Jazzlokal Domicile mit vielen Jazzgrößen der Zeit, wie z.B. Benny Bailey, Don Menza oder Mal Waldron.

Seine Liebe zum Jazz ist ihm nie verloren gegangen, jedoch bevorzugte er es Ende der 60er Jahre neben den vielen Jazzsessions weitere musikalische Herausforderungen anzunehmen: Als Produzent für United Artists Records und Initiator der legendären Underground-Band Amon Düül II produzierte er in 5 Jahren 10 sagenumwobene LPs, war auf Klaus Doldingers erster Passport-LP vertreten und arbeitete als Saxofonist für Film- und Fernsehen. Die 70er Jahre waren von seiner erfolgreichen Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg geprägt, Engagements für Marius Müller-Westernhagen folgten. Nach einem Auftritt mit Peter Maffay in der ehemaligen DDR, entschloss er sich dem fulminanten Rock’n’Roll Leben ein Ende zu setzen.

Kübler spielt, wie er selbst sagt, „directly from the heart“. Die große Tiefe und Reife seines Spiels wird besonders eindrucksvoll in der Interpretation der Balladen deutlich: „Ich bin 64 Jahre alt, habe viel erlebt und in den letzten Jahren über vieles nachgedacht. Ich habe meine ganze Lebenserfahrung und mein Herz mit hinein gelegt, um sie so zu interpretieren, dass ich eine Gänsehaut bekomme, und die Leute auch.“

Ganz soviele Solo-Alben hat der Olaf Kübler ja nicht eingspielt, aber die hatten es eigentlich alle in sich.

So auch dieses Album, eingespielt mit Christoph Spendel (für mich einer der profiliertesten deutschen Jazzpianisten) und dessen Trio.

Wenn hier von „großer Tiefe und Reife“ gesprochen wird … ja … das kann man hören … ein Soätwerk des Olaf Küblers … das in der Tat Gänsehaut erzeugt … ganz sicher auch, weil er von dem Christoph Spendel Trio begleitet wurde.

Mehr als empfehlenswert … Good Jazz is still alive and well !

Und in einem Jahr … spätestens dann … höre ich mir dieses Album wieder an … when I´m 64.

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Olaf Kübler mit dem Christoph Spendel Trio

Besetzung:
Kurt Billker (drums)
Olaf Kübler (saxophone)
André Nendza (bass)
Christoph Spendel (piano)

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Titel:
01. Hotel Ravel (Kübler) 4.10
02 Daughter’s Waltz (Kübler) 4:33
03. Blues For Nothing (Kübler) 5.04
04. One For Eddie (Kübler) 4.52
05. Robbin’s Nest (Thompson) 6.10
06. You Don’t Know What Love Is (Raye) 5.39
07. Knubbel Blues (Kübler) 6.01
08. Loverman (Ramirez) 7.34
09. Groove Passion (Spendel) 4.47
10. My Foolish Heart (Young) 4.46
11. Be Bop Salat 1 (Kübler) 3.50
12. Memories (Kübler) 4.01
13. Amazing Grace (Traditional) 2.55
14. Be Bop Salat 2 (Kübler) 4.12

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Helmut Schleich – Das Auge isst man mit (2002)

FrontCover1Und wieder mal Kabarett aus bayrischen Landen: Helmut Schleich !

Helmut Schleich (* 28. Juli 1967 in Schongau) ist ein bayerischer Kabarettist und Imitator.

1983 gründete er zusammen mit Christian Springer und Andreas Rüttenauer das Kabarett Fernrohr. Gemeinsam schufen sie bis 1997 zehn Bühnenprogramme und absolvierten weit über 1000 Auftritte im gesamten deutschsprachigen Raum. Zusammen mit Christian Springer ist Schleich weiterhin regelmäßig als Heinzi und Kurti auf Bayern 1 zu hören.

Seit 1998 tritt Helmut Schleich als Solokünstler auf und erhielt bereits für sein erstes Bühnenprogramm den 1. Preis beim Paulaner Solo+. Helmut Schleich gehört außerdem zu den Mit-Initiatoren des Kabaretts Kaktus, des Münchner Kleinkunst-Nachwuchsfestivals.

Seit 2001 spielt er den Getränkemarkt-Besitzer Heinzi Liebl in der Comedy-Serie Spezlwirtschaft im Bayerischen Fernsehen. In den Jahren 2006, 2007 und 2010 trat Schleich in der Münchner Philharmonie im Gasteig beim Aschermittwoch der Kabarettisten auf. Zusammen mit Sebastian Knözinger lud er im Sommer 2007 erstmals mit dem Programm Gamsbart Ahoi zu einem „kabarettistischen Heimatabend auf hoher See“ an Bord eines Ausflugsdampfers auf dem Chiemsee. Im Mai 2009 brachten Schleich und seine Mitstreiter von Gamsbart Ahoi zudem auf Schloss Herrenchiemsee unter Mitwirkung der chinesischen Wagner-Sopranistin Qiu Lin Zhang das Programm Ludwig IV. – Ein echter König geht nicht unter zur Aufführung.

HelmutSchleichMit Auftritten in Sendungen wie Ottis Schlachthof und Neues aus der Anstalt machte sich Schleich auch über die Grenzen Bayerns hinaus mit gelungenen Parodien von Ottfried Fischer, Papst Benedikt XVI. und Franz Josef Strauß einen Namen. Seine Wandlungsfähigkeit stellt er seit Juni 2011 auch in der Sendung „SchleichFernsehen“ unter Beweis. Außerdem war er regelmäßig im kabarettistischen Wochenrückblick des Bayerischen Fernsehens Nix für ungut zu sehen. Seit September 2009 leiht Schleich als Nachfolger des verstorbenen Jörg Hube der Figur des CSU-Bundestagsabgeordneten Max Froschhammer in der Politsatire Der große Max seine Stimme.

Beim Singspiel des traditionellen Starkbieranstichs auf dem Nockherberg übernahm HelmutSchleichSchleich 2007 und 2008 die Rolle von Kurt Beck, 2009 stellte er auch dessen Nachfolger als SPD-Vorsitzenden, Frank-Walter Steinmeier, dar. 2010 ließ er am Nockherberg den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß auf der Bühne wiederauferstehen.

Sein aktuelles Soloprogramm Nicht mit mir! feierte im April 2011 in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft Premiere. 2013 veröffentlichte er zusammen mit Thomas Merk sein Buch Daheim is ned dahoam. (Quelle: wikipeda)

Und über dieses Album (sein 2. Soloprogramm) kann man z.B. lesen:

„Treffen sich ein Semmelknödel, ein Schaschlikspieß und ein Eissalat im Magen…“. Was sich wie der Anfang eines flachen Witzes anhört, verwandelt sich auf der Bühne durch Helmut Schleich zu einem Feuerwerk an intelligenten Pointen. Den drei Gerichten, die in der Magengrube ihrer Verdauung harren, begegnen die Zuschauer im Laufe von Schleichs aktuellem Programm „Das Auge isst man mit“ immer wieder. Bringen sie doch das Thema des Abends auf den Punkt: es geht ums Essen.

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Hunger, Übergewicht, Völlerei, Enthaltsamkeit: was immer man mit dem Begriff Essen verbinden mag – es hat seinen Platz in Schleichs buntem Reigen rund um den Verdauungstrakt. Das menschliche Grundbedürfnis bildet die Klammer, die seine Darstellungen der unterschiedlichsten Menschen und Situationen zusammenhält. Der hungernde Übergewichtige, der in seiner Wohnung umherstreift auf der Suche nach einem Häppchen, kommt dabei ebenso vor, wie der High-Tech Metzger Geil aus Bayern, der jedem Aufschnitt seine eigene eMail-Adresse eingerichtet hat.

Auch der völlernde Lustmensch, der seinen Körper verflucht, weil er dem Prinzip der Lustmaximierung physische Grenzen setzt und nach drei durchzechten Nächten schlicht zusammenbricht, ist mit von der Partie. „Ich tat ja mit ihm joggen gehen, wenn er einmal mit mir drei Nächte durchmachen würde“, lamentiert der Lustmensch über die Unvollkommenheit seiner sterblichen Hülle.

Ein „sattes Typenkabarett“ verspricht die Einladung zu Schleichs neuem Programm, und dieses Versprechen wird gehalten. Schleich ist ein Meister der Verwandlung und seine Typen wirken echt – obwohl sie natürlich übertrieben und deshalb zwerchfellerschütternd komisch sind. Schleich schafft den unglaublichen Spagat, in einer Sekunde ein Semmelknödel und einen Augenblick später ein Eissalat zu sein. „Das Auge isst man mit“: Ein Feinschmecker Menü, zubereitet von einem Spitzenkoch. (Gunnar Herrmann)

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Sprecher:
Helmut Schleich

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Titel:
01. Lied 0.52
02. Eröffnung 3.38
03. Im Magen I – Semmelknödel trifft Schaschlik 6.59
04. Geschmackserinnerungen 3.51
05. Übers Lachen 2.02
06. Der selbstbewusste Zuschauer 1.19
07. Ein Aristokrat 6.19
08. Im Magen II – Der Besucher 5.36
09. Ich bins wieder 2.31
10. Alfredissimo 7.26
11. Mauer in den Töpfen 1.07
12. Die Homepage 6.45
13. Feng Shui Bibel 0.42
14. Abnehmen 1.11
15. Die Waage 2.03
16. Der Körperhasser 4.42
17. Das Idealgewicht 2.45
18. Onkel Klaus 3.39
19. Im Magen III – Was kommt danach? 5.35

Texte: Helmut Schleich + Alexander Liegl

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Johannes Brahms – Bekenntnisse (2006)

FrontCover1Und nun gibt sich das alt-ehrwürdige Bankhaus Lampe die Ehre:

Das Bankhaus Lampe ist eine unabhängige Privatbank in Deutschland. Das 1852 gegründete Unternehmen ist heute ein Tochterunternehmen des Bielefelder Familienunternehmens Dr. August Oetker KG. Das Bankhaus Lampe firmiert als Kommanditgesellschaft und wird von den persönlich haftenden Gesellschaftern Stephan Schüller (Sprecher), Nicolas Blanchard, Ute Gerbaulet und Werner Schuster geführt. Stammsitz der Bank ist Bielefeld, die Geschäftsführung sowie Zentral- und Stabsabteilungen haben ihren Sitz in Düsseldorf. Daneben bestehen weitere Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Berlin, Bonn, Bremen, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Münster, Osnabrück und Stuttgart sowie in New York City, London und Wien.

 

Am 1. Oktober 1852 gründete der 24-jährige Hermann Lampe das Unternehmen als Bank- und Speditionsgeschäft in Minden. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Gründungen von Aktiengesellschaften begleitet, Obligationen platziert und erste Kontakte ins Ausland geknüpft. Lampe verunglückte 1877 tödlich. Das Bankhaus wird daraufhin von seinem angestellten Mitarbeiter Carl Siebe und dessen Vetter Wilhelm Wegener übernommen. Deren Söhne Wilhelm Siebe und Karl Wegener übernahmen die Firma im Jahr 1917.

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Im Juli 1949 erfolgte die Umwandlung des Unternehmens aus der bisherigen Rechtsform der offenen Handelsgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft. Zugleich wechselte Hugo Ratzmann vom Bankhaus Hardy & Co. als persönlich haftender Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer zum Bankhaus Lampe. Indem der Bielefelder Unternehmer Rudolf-August Oetker 8,4 Millionen D-Mark einbrachte, wurde er Mehrheitsgesellschafter. Weitere Anteilseigner waren die 1887 von Carl Albrecht Delius gegründeten Bielefelder Firma C.A. Delius & Söhne und die Hamelner Reese GmbH.

Am 9. Mai 1951 bezog die Bank das Gebäude am Alten Markt in Bielefeld. Zugleich wurde der Hauptsitz des Unternehmens nach Bielefeld verlegt, während vorerst noch eine Zweigstelle in Minden erhalten blieb. Nachdem Ratzmann 1960 bei einem Unfall gestorben war, wurden zunächst für ein Jahr Carl Melien und danach ab 1961 Horst Herold alleiniger persönlich haftender Gesellschafter. Nachdem die Deutsche Bundesbank das Bankhaus als Teil der Oetker-Gruppe ansah und eine Beteiligung Oetkers an der Leitung verlangte, schied Herold Ende 1963 wieder aus, weil er nach Auskunft der Bank deren „Selbständigkeit und Unabhängigkeit“ nicht mehr gewährt sah.

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Und so schaut´s dann in den Räumlichkieten einer Band aus, die sich auf „gut betuchte Privatkunden“ spezialisiert hat … 

Am 1. Januar 1964 wurde der bisherige Kommanditist Rudolf-August Oetker zum Komplementär. Zu geschäftsführenden Direktoren wurden Hans Heuer und Rudolf von Ribbentrop ernannt. 200 Mitarbeiter arbeiteten damals an vier Standorten. In den folgenden zwei Jahrzehnten stieg die Anzahl der Mitarbeiter auf mehr als 370 Personen.

1968 wurde das Bankhaus Erich Sültz übernommen und zur Hamburger Niederlassung umgewandelt. 1972 wurde von Ribbentrop geschäftsführender Direktor der Bank.

Am 1. Januar 1974 übernahm die damalige Deutsche Genossenschaftskasse, welche ab 1975 als DG Bank firmierte, 25 % der Anteile am Bankhaus Lampe.

Ende der 1980er Jahre eröffnete die Niederlassung Frankfurt mit dem Schwerpunkt Wertpapiergeschäft und Vermögensverwaltung.

Zum 1. Juli 1990 übernahm die Oetker-Gruppe den 25-prozentigen Anteil der DG Bank. (Quelle: wikipedia)

Wenn ich das recht überblicke gehört die Band nun dem Oetker Konzern zur Gänze.

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Nun ja, und diese Bank spendierte dann halt (vermutlich den Premium Kunden) diese CD.

Sie enthält Werke des Komponisten Johannes Brahms * 7. Mai 1833 in Hamburg; † 3. April 1897 in Wien):

Sehr interessant sind dann die „Bekenntnisse“ … dahinter verbergen sich die sog. „Haydn-Veriationen“ op. 56A (näheres im Begleitheft … zuweilen eine sehr furiose Aufführung.

Und dann noch die Symphonie Nr. 4, op. 98 e-moll: Eine gewaltiges orchestrales Stück, eingespielt von der Staatskapelle Dresden:

Die Sächsische Staatskapelle Dresden gilt als eines der führenden und traditionsreichsten Orchester der Welt. Sie wurde am 22. September 1548 im Auftrag des Kurfürsten Moritz von Sachsen von Johann Walter gegründet und gilt als einziges noch existierendes Orchester, das über mehr als viereinhalb Jahrhunderte hinweg ununterbrochen musiziert hat und zugleich – wie zeitgenössische Berichte belegen – stets zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte. Herausragende Kapellmeister und international geschätzte Instrumentalisten haben die einstige Hof- und heutige Sächsische Staatskapelle seit ihrer Gründung geprägt.

2013 übernahm das Orchester unter Christian Thielemann die Bespielung der Salzburger Osterfestspiele. (Quelle: wikipedia)

Diese Aufnahmen müssten eigentlich in den 60er Jahren entstanden sein, denn DirigentKurt Sanderling leitete dieses Orchester zwischen 1964 . 1967 (verstorben ist der dann 2011)

Kurt Sanderling

Kurt Sanderling (* 19. September 1912 in Arys, Kreis Johannisburg, Ostpreußen; † 18. September 2011 in Berlin)

Dann noch – entsprechender „dezenter“ die „Fünf ungarischen Tänze“, aber nicht minder schwungvoll … eingespielt (und zwar im Jahr 2001) wurden diese reinen Klavieraufnahmen von dem russischen Pianisten Evgeny Kissin (* 10. <Oktober 1971):

Jewgeni Kissin (in der englischsprachigen Literatur meist Evgeny Kissin geschrieben, auf deutschen CD-Veröffentlichungen auch Yevgeny Kissin) wurde als Sohn einer Klavierlehrerin und eines Ingenieurs geboren. Im Alter von zwei Jahren und zwei Monaten begann er bereits Klavier zu spielen. Mit sechs Jahren besuchte er das Gnessin-Institut in Moskau und nahm Unterricht bei Anna Pavlovna Kantor.[2] Sein Debüt als Solist mit Orchester gab er im Alter von zehn Jahren mit dem Orchester von Uljanowsk mit Mozarts Klavierkonzert KV 466; mit elf Jahren gab er sein erstes Solokonzert mit den Klavierkonzerten Nr. 1 und Nr. 2 von Frédéric Chopin. Dies brachte ihm den Ruf eines Wunderkindes ein. Beim Neujahrskonzert der Berliner Philharmoniker 1988 spielte Kissin unter der Leitung von Herbert von Karajan das b-Moll-Konzert von Tschaikowski und erreichte damit seinen internationalen Durchbruch.

Im Bewusstsein seiner jüdischen Wurzeln hat er sich so weit in jiddische Dichtung eingelesen, dass er die Sprache nahezu perfekt beherrscht. Aus ihrer Poesie hat er 2002 beim Verbier Festival erstmals öffentlich rezitiert.

Kissin lebt zusammen mit seiner Mutter, seiner älteren Schwester und seiner Lehrerin, Anna Pavlovna Kantor, in London. (Quelle: wikipedia)

Evgeny Kissin

Mein Gott, was für ein Jungspund: Evgeny Kissin

Die Aufnahmen (Laufzeit: 72 Minuten !) stammen übrigens aus den Archiven von Sony Music … da kann man nicht nur Qualität erwarten, nein, dann bekommt man sie auch.

Ich hatte bisher den Brahms nicht so sehr auf dem Schirm, das hat sich mit diesen Aufnahmen geändert.

Johannes Brahms

Johannes Brahms

Besetzung:
Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Kurt Sanderling

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Titel:

01. Bekenntnise („Haydn-Veriationen“ op. 56A) 18.38

Symphonie Nr. 4, op. 98 e-moll:
02. Allegro non troppo 13.01
03. Andante moderato 11.43
04. Allegro giocoso 6.20
05. Allegro energico e passionato 10.46

Fünf ungarische Tänze:
06.  Nr. 1 in g-moll 2.37
07. Nr. 3 in f-dur 2.03
08. Nr. 2 in d-moll 2.41
09. Nr. 7 in f-dur 1.31
10. Nr. 6 in Des-Dur 2.51

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Charme

Quelle: Deutschlandfunk

 

Meret Becker – Fragiles (2001)

frontcover1Keine Frage: hier handelt es sich um eine ausgewöhnliche Produktion. Keine Frage: hier handelt es sich aber auch um eine gewöhnungsbedürftige Produktion.

Meret Becker (* 15. Januar 1969 in Bremen) ist eine deutsche Schauspielerin und Sängerin.

Meret Becker ist die Tochter von Monika Hansen und Rolf Becker, die Stieftochter von Otto Sander, die Schwester von Ben Becker sowie die Nichte von Jonny Buchardt.

Dem breiten deutschsprachigen Publikum fiel sie zunächst in Kleine Haie auf, aber wie auch in dem folgenden Film Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief ist sie mehr auf die „Aschenputtel“-Rollen festgelegt, was sie selbst jedoch nicht als Manko empfindet. In einem Interview darauf angesprochen, antwortete sie, dass sie zwar schon reiche, verzogene Mädchen gespielt habe, „aber nach reichem Elternhaus sehe ich irgendwie nicht aus. Das liegt an den Zähnen, glaube ich. Die haben etwas Rattiges.“ (Westdeutsche Zeitung, 15. September 2004)

An der Seite ihres Bruders Ben Becker stellte Meret Becker 1995 in dessen Theaterstück MeretBeckerSid & Nancy die selbstzerstörerische Nancy Spungen dar. Meret Beckers Großmutter war die Komikerin Claire Schlichting. Becker war von 1996 bis 2002 mit Alexander Hacke verheiratet. Becker und Hacke haben eine Tochter, geboren 10.02.1999. Als Becker eine Beziehung mit Danny Bruder, dem Mitbegründer der Band „Das Department“ einging, trennte sie sich 2000 von Hacke.

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin und Sängerin wurde Meret Becker außerdem als Synchronsprecherin für die Resident-Evil-Reihe engagiert. Sie synchronisierte Milla Jovovich, die die Hauptrolle Alice spielte.  Außerdem konnte man sie im Kinofilm Wüstenblume hören, wo sie ihre Stimme Sally Hawkins lieh. (Quelle: wikipedia)

Und hier ihr viertes Album:
Meret Beckers künstlerische Erfahrungen als Musikerin, Sängerin und Schauspielerin sind weit gefächert. Auf ihrer neuen CD Fragiles schlägt sie melancholische Töne an, die signalisieren, dass es hier vor allem um die existenziellen Seiten des Lebens geht.

Die von Meret Becker selbst komponierten Lieder auf Fragiles beschreiben einen wahren Mikrokosmos diverser liebenswerter Marotten der Gattung Mensch, zusammengefügt zu einem Bilderbogen aus Momentaufnahmen, biografischen Splitterstücken und atmosphärischen Skizzen, visuell sehr schön umgesetzt von CD-Covergestalter Lars Henkel: So wie bei ihm Elemente von Bauhaus und Dada auf Handzeichnungen und Computergrafiken treffen, kombiniert Meret Becker ihre Singende Säge mit elektronischen Klängen aus dem Labor des Rainbirds-Mitglieds Ulrike Haage. Stücke wie „Die Flickenkönigin“ und „Gebrochenes Herz“ vereinen Märchenmotive mit Computerklängen zu altmodisch-vertrauten und zugleich modern klingenden Kinderreimen.

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Nach gut der Hälfte der CD jedoch bewegt sich die Stimme Meret Beckers zu oft an der Schmerzgrenze zum theatralen Kitsch. In den Stücken „Unreal“ oder „Erster Kuss“, wird effektvolles Geflüster und Gekiekse zu leider nichts anderem als manieriertem Getue. Eine Wohltat wiederum sind zwischendurch Stücke wie „For No One“, „Awake“ und „Cow & Moon, Dish & Spoon“, die zur gekonnt sparsamen Gitarrenbegleitung Buddy Sachers in bester Moritatentradition vorgetragen werden und von den Livequalitäten Meret Beckers zeugen.

Ohne Frage hat Meret Becker mit Fragiles ein facettenreiches und vor allem authentisches Album herausgebracht, auf dem sie ihre Theaterwurzeln und Zirkussehnsüchte zu einem Stück Musik formuliert hat, dem man ­- ähnlich einem Hörspiel — konzentriert folgen muss, um dabei den vollen Genuss zu erlangen. (Andreas Schultz)

Wie gesagt: ambitioniert ist das Album sicherlich und dies drückt sich auch in dem wirklich hochwertigem booklet aus … so ganz warm bin ich mit dieser eher minimalistischen Musik allerdings nicht geworden.

Und heute abend taucht sie wieder mal als Kommisarin Nina Rubin im Berline Tatort auf.

TrioBesetzung:
Meret Becker (vocals, percussion, accordion, noises, piano, glockenspiel)
Ulrike Haage (keyboards, noises, glockenspiel, vocals)
Buddy Sacher (guitar, bass, banjo, noises, vocals)
+
Alexander Hacke (banjo bei 22. + 28.)

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Titel:
01. Erstens (Becker) 0.26
02. Gläsernes Gesicht (Becker)  5.07
03. Die Gräfin (Becker) 1.16
04. Zirkus (Becker) 3.47
05. Na?! (Becker) 1.50
06. Zum Diktat (Becker) 5.41
07. Das Buch (Becker) 1.00
08. Heute (Becker)  7.11
09. Das Haus (Becker) 0.50
10. Enfant du miel (Becker) 5.09
11. Am Meer (Becker) 0.40
12. Miroir de la nuit (Becker) 3.50
13. Der Fernseher (Becker)  0.51
14. Unreal (Einheit/Becker/Coenen) 1.59
15. Die Flickenkönigen (Becker) 1.23
16. Reise (Becker)  0.50
17. Prag (Becker) 1.03
18. Gebrochenes Herz 2 (Becker) 6.03
19. Das Radio (Becker) 1.03
20. For No One (Lennon/McCartney)  2.09
21. Awake (Becker) 2.14
22. Baddi (Jiddisches Vogellied) 2.37
23. Anna Kron (Becker) 0.34
24. Cow & Moon (Becker) 1.19
25. Dish & Spoon (Becker) 0.59
26. Schwalbe (Vogellied) (Becker) 1.58
27. Kleiner Zirkus (Becker) 0.34
28. Erster Kuss (Becker) 4.19

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Wer an weiterführenden Informationen, die zur Vertiefung
der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

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Meret Becker ist Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin

Gerhard Polt – Abfent, Abfent … ! (2001)

frontcover1Alle Jahre wieder … ist es wieder soweit, dass sich auch dieser blog thematisch der Advents- und Weihnachtszeit zuwendet.

Und wieder mal kann man es dehen und wenden wie man will: Auch Agnostiker und Atheisten kommen an dieser Zeit nicht vorbei … verwundert auch nicht sonderlich, angesichts der vorweihnachtlichen medialen Präsenz; von dem mannigfachen Aktivitäten des Einzelhandels gar nicht zu reden.

Mir selbst wird in dieser Zeit immer einwenig schummrig, neige ich doch dazu, meiner rührelig-sentimentalen Ader ein wenig arg viel Raum zu geben. Ich vermute, dieser Trend verstärkt sich mit zunehmendem Alter …

Und ein jeder hat so seine ganz eigenen Bezüge zzu dieser Zeit … schöne Kindheitserinnerungen aber auch jene Zeiten, in denen persönliche Niederlagen einem dann besonders schmerzlich ins Bewußtsein rücken können …

Und so werde ich nun bis zum 24.12. diese Zeit  mit Musik, Hörbüchern und mit Druckerzeugnissen aller Art begleiten … ich hoffe, ein jeder wird dann auf seine Weise beschert.

Und zur Eröffnung bietet es sich ja gerade zu an, den Herrn Gerhard Polt zu Wort kommen zu lassen.

Ein kleiner Überblick über dieses ganz spezielle Programm (aufgenommen im Theater Neumarkt, Zürich):

„Diese Aufnahmen sind so gut wie „Standort Deutschland“, wo zwei Tracks (Gummibärchen-Automat und Garage) auch das Weihnachtsthema streiften. Die meisten Vorträge sind live mit Publikum, das von Polt an diesem Abend offenbar begeistert war.
– Das Geständnis: Ein armer Strafgefangener diktiert aus dem Gefängnis seinem Anwalt einen Reue- und Geständnisbrief für das Gericht, um mildernde Umstände zu bekommen. Er hat 23 Jahre illegal (ohne Gewerbeschein) die Funktion als Nikolaus ausgeübt und wurde von der Polizei mit seinem Gabensack festgenommen.
– Abfent, Abfent … ein schwerfälliger Bauer erklärt einer Journalistin, warum er Advent feiert, er scheint offenbar selbst nicht zu wissen warum (wir essen einen Schweinebraten und ein Bier traditionsgemäß am Adfent, …
– Der Weihnachtsneger: Eine Familie läßt einen Neger kommen am Heiligen Abend. Er ist ganz nett, wird aber dann doch nicht akzeptiert, weil er etwas transpierierte. Das geht nicht.
– Sankt Nikolaus: Ein Nikolausbesuch, der störend empfunden wird, als im Fernsehen „Vier Fäuste für ein Halleluja“ läuft
– Der Einsame: Eine Familie will eine einsame Person am 24.12. zu Besuch kommen lassen, es darf aber kein Ausländer, Jugendlicher, Vorbestrafter, Raucher, Behinderter … sein. Die Gespräche ziehen sich endlos.
– Nebenwirkungen: Gegen die Wirkung des Alkohols (Kopfschmerzen) wird ein Medikament genommen. Auf der Packung stehen als Nebenwirkungen, u.a. Magengeschwüre, Knochenmarks-Depression und Hautausschläge, was ignoriert wird.
– Der bekannteste Sketch von Polt seit 1977 ist Nikolausi. Wortwörtlich bekanntes klingt hier. mit Publikum besser als im Studio. Nikolausi lockert die Atmosphäre etwas, die z.T. ziemlich bissig ist (welche religiöse Einstellung hat Polt eigentlich von Haus aus?).
– Schöne Bescherung: Zwei Kinder machen jährlich einen Wettbewerb, wer am meisten geschenkt bekommt. 10 Minuten nach der Bescherung schreiben sie die Summen auf einen Zettel und besuchen sich sogleich.
– Der Schuldenkäufer: Ein Inkassobüro-Inhaber beschwert sich, daß um die Weihnachtszeit so schwer ein Schläger zu engagieren ist, der bei einem seiner Schuldner Geld eintreiben soll. Wegen dem blöden Weihnachtsfrieden. Er muß ja von irgendetwas leben, seiner Tochter muß er auch noch das Kunstgeschichte-Studium finanzieren.
– Megaludo: Ein sinnloses Spiel wird einem Kind geschenkt
Beinahe ein Muß für die Adventszeit und Weihnachten.“ (silbertanne4)

Nicht beinahe, sondern ein definitives Muß für die Adventszeit und Weihnachten, um für den Wahnsinn (und auch die Verlogenheit) dieser Zeit gewappnet zu sein.

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Besetzung:
Gerhart Polt (Sprecher)

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Titel:
01. Das Geständnis 4.03
02.Abfent, Abfent…!  3.56
03. Der Weihnachtsneger 3.06
04. Sankt Nikolaus 9.38
05. Ein Lichtlein brennt 6.08
06. Der Einsame 7.21
07. Nebenwirkungen 3.29
08. Nikolausi 2.14
09. Schöne Bescherung 4.18
10. Der Schuldenkäufer 7.55
11. Megaludo 3.39
12. Vorsicht Neujahr! 6.06
13. Geniestreicherei 4.25
14. Die Weihnachtsgratifikation 0.57

Alle Texte: Gerhard Polt

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