Anyone’s Daughter – In Blau (1982)

FrontCover1Wenn ich mich recht erinnere, waren sie damals ganz schön angesagt … und ich habe gerade nachgedacht, warum diese Band damals an mir eher vorbeigegangen ist. Da fiel mir ein, dass ich damals gerade dabei war, eine Familie zu gründen und zudem einen ziemlich aufreibenden Job hatte … da hatte meine musikalische Leidenschaft einfach mal ne Auszeit zu nehmen … Aber, kann man ja alles noch nachholen:

Dieses Album ist sicherlich der Höhepunkt des musikalischen Schaffens der Schwaben. Anyones Daughter treten mit „In Blau“ den Beweis an, dass man sehr wohl ein poetisches Rockalbum mit deutschen Texten schaffen kann. Dieses Album berührt mich und Titel wie „Nach diesem Tag“ erzeugen noch heute beim Hören eine Gänsehaut bei mir. Absolut grandios ist das Epos „Tanz und Tod“, wohl eine der fantasievollsten und positivsten musikalischen B(V)erabeitungen zum Thema Tod. Vielleicht das Meisterwerk des deutsprachigen Artrocks. (Martin Dambeck )

Und nicht ganz so euphorisch:

Harald Bareths Stimme ist einfach toll. Wie Anyone’s Daughter selbst erfährt er in meinem Augen nicht die ihm und der Band zustehende Anerkennung in Deutschland. Ob nun Adonis, Piktor oder eben „In Blau“ das Referenzwerk der Schwaben ist, ist schwer zu sagen. Zu unterschiedlich sind die Alben, jedoch auf gleich hohem Niveau. Selbst Neue Sterne würde ich nicht von der CD-Player-Kante stoßen, wenn ihr wisst, was ich meine.

„Sonnenzeichen-Feuerzeichen“ ist ein grandioser Opener. Bareths Gesang ist von einer Intensität…auch wenn der Vergleich nun hinkt: unterm Kopfhörer musste ich fast an Steve Hogarth denken. Ein wunderschönes Gitarrensolo krönt den Song und Erinnerungen an große 70er Progheroen suchen mich heim. Warum das Solo nicht noch drei Minuten weitergeht weiß nur die Band selbst.

AnyonesDaughter2

Ob deutsche Texte peinlich oder einfach nur ungewöhnlich klingen, darüber kann man während der folgenden Songs nachdenken. Musikalisch kann „In Blau“ sicherlich durchgehend überzeugen. „Für ein kleines Mädchen“ kommt recht akustisch daher, „Nichts für mich“ erinnert an zeitgenössische Genesis (und ich meine dies positiv) mit schönen Percussion und ungezwungenen Rhythmuswechseln. Selbst in simplem Popsongs a la „Nach diesem Tag“ will man nicht zuletzt dank Bareths Stimme nicht sofort die Skiptaste betätigen. Überhaupt ist die Atmosphäre auf „In Blau“ recht entspannt und souverän. Vom reinrassigen Progressive Rock hat man sich entfernt ohne deshalb flach und oberflächlich zu werden.

Höhepunkt ist sicherlich „Tanz & Tod“. Thematisch geht es (natürlich) um das Ableben. Damit jedoch keine Missverständnisse aufkommen: „Tanz & Tod“ ist kein 15minütiger Longtrack, sondern besteht aus drei mehr oder weniger eigenständigen Parts. „Der Begleiter“ besticht durch wundervolle Melodien (man sagte mir, die Band PUR hätten ordentlich davon geklaut). Auch hier herrscht die akustische Gitarre und Bareths Gesang zunächst vor, für Anyone’s Daughter kommt man gegen Ende allerdings verhältnismäßig forsch zur Sache. Keyboards und Gitarre hetzten sich durch das Stück, doch Schlagzeuger Peter Schmidt lässt die beiden nicht entkommen. Ja, Anyone’s Daughter, so geht großes Kino! Darf man beim Piano dominierten zweiten Teil namens „Yaqui“ an ELP denken? Naja, ganz so großspurig geht es vielleicht doch nicht zu, aber man darf trotzdem. „Tanz & Tod“ mit seiner gesprochenen Passage ist dann der passende Abschluss für ein wirklich tolles Werk.

Kein alles überragendes, aber ein durchaus überzeugendes Album, dass man als Progressive Rock Fan aus deutschen Landen kennen sollte. (Gün Schote)

Und noch weniger euphorisch bin da ich: Keine Frage, in ihren intensiven Instrumentalpassagen weiß die Band durchaus zu überzeugen, aber – und so geht´s mir oft bei Produktionen dieser Art – die Gesangparts hauen mich einfach nicht vom Hocker … wobei sie mich mehr als einmal an Pur erinnern – und so bleibt bei mir ein arg zwiespältiger Eindruck zurück … Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind.

Inlet02

Besetzung:
Harald Bareth (bass, vocals)
Uwe Karpa (guitar, flute)
Peter Schmidt (drums, percussion)
Matthias Ulmer (keyboards, vocals)

Inlet01

Titel:
01. Sonnenzeichen – Feuerzeichen  5.20
02. Für ein kleines Mädchen 5.24
03. Nichs für mich 6.45
04. Nach diesem Tag 4.00
05. La La 3.10
06. Sonne 4.30
07. Tanz und Tod 15.05
07.1. Der Begleiter 5:20
07.2. Yaqui 3:30
07.3. Tanz und Tod 6:15
+
08. Sonne + Adonis Medley (Live in Ettlingen 1982) 14.13
09.  Nach diesem Tag (Live in Ettlingen 1982) 13.18

Musik und Text: Bareth/Ulmer/Karpa/Schmidt (Anyone´s Daughter)
außer bei „Sonne“:  Bareth/Ulmer/Karpa

LabelA1

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Anyone’s Daughter – In Blau (1982)

frontcover1Wenn ich mich recht erinnere, waren sie damals ganz schön angesagt … und ich habe gerade nachgedacht, warum diese Band damals an mir eher vorbeigegangen ist. Da fiel mir ein, dass ich damals gerade dabei war, eine Familie zu gründen und zudem einen ziemlich aufreibenden Job hatte … da hatte meine musikalische Leidenschaft einfach mal ne Auszeit zu nehmen … Aber, kann man ja alles noch nachholen:

„Dieses Album ist sicherlich der Höhepunkt des musikalischen Schaffens der Schwaben. Anyones Daughter treten mit „In Blau“ den Beweis an, dass man sehr wohl ein poetisches Rockalbum mit deutschen Texten schaffen kann. Dieses Album berührt mich und Titel wie „Nach diesem Tag“ erzeugen noch heute beim Hören eine Gänsehaut bei mir. Absolut grandios ist das Epos „Tanz und Tod“, wohl eine der fantasievollsten und positivsten musikalischen B(V)erabeitungen zum Thema Tod. Vielleicht das Meisterwerk des deutsprachigen Artrocks.“ (Martin Dambeck )

Und nicht ganz so euphorisch:

„Harald Bareths Stimme ist einfach toll. Wie Anyone’s Daughter selbst erfährt er in meinem Augen nicht die ihm und der Band zustehende Anerkennung in Deutschland. Ob nun Adonis, Piktor oder eben „In Blau“ das Referenzwerk der Schwaben ist, ist schwer zu sagen. Zu unterschiedlich sind die Alben, jedoch auf gleich hohem Niveau. Selbst Neue Sterne würde ich nicht von der CD-Player-Kante stoßen, wenn ihr wisst, was ich meine.

„Sonnenzeichen-Feuerzeichen“ ist ein grandioser Opener. Bareths Gesang ist von einer Intensität…auch wenn der Vergleich nun hinkt: unterm Kopfhörer musste ich fast an Steve Hogarth denken. Ein wunderschönes Gitarrensolo krönt den Song und Erinnerungen an große 70er Progheroen suchen mich heim. Warum das Solo nicht noch drei Minuten weitergeht weiß nur die Band selbst.

anyonesdaughter2

Ob deutsche Texte peinlich oder einfach nur ungewöhnlich klingen, darüber kann man während der folgenden Songs nachdenken. Musikalisch kann „In Blau“ sicherlich durchgehend überzeugen. „Für ein kleines Mädchen“ kommt recht akustisch daher, „Nichts für mich“ erinnert an zeitgenössische Genesis (und ich meine dies positiv) mit schönen Percussion und ungezwungenen Rhythmuswechseln. Selbst in simplem Popsongs a la „Nach diesem Tag“ will man nicht zuletzt dank Bareths Stimme nicht sofort die Skiptaste betätigen. Überhaupt ist die Atmosphäre auf „In Blau“ recht entspannt und souverän. Vom reinrassigen Progressive Rock hat man sich entfernt ohne deshalb flach und oberflächlich zu werden.

Höhepunkt ist sicherlich „Tanz & Tod“. Thematisch geht es (natürlich) um das Ableben. Damit jedoch keine Missverständnisse aufkommen: „Tanz & Tod“ ist kein 15minütiger Longtrack, sondern besteht aus drei mehr oder weniger eigenständigen Parts. „Der Begleiter“ besticht durch wundervolle Melodien (man sagte mir, die Band PUR hätten ordentlich davon geklaut). Auch hier herrscht die akustische Gitarre und Bareths Gesang zunächst vor, für Anyone’s Daughter kommt man gegen Ende allerdings verhältnismäßig forsch zur Sache. Keyboards und Gitarre hetzten sich durch das Stück, doch Schlagzeuger Peter Schmidt lässt die beiden nicht entkommen. Ja, Anyone’s Daughter, so geht großes Kino! Darf man beim Piano dominierten zweiten Teil namens „Yaqui“ an ELP denken? Naja, ganz so großspurig geht es vielleicht doch nicht zu, aber man darf trotzdem. „Tanz & Tod“ mit seiner gesprochenen Passage ist dann der passende Abschluss für ein wirklich tolles Werk.

Kein alles überragendes, aber ein durchaus überzeugendes Album, dass man als Progressive Rock Fan aus deutschen Landen kennen sollte.“ (Gün Schote)

Und noch weniger euphorisch bin da ich: Keine Frage, in ihren intensiven Instrumentalpassagen weiß die Band durchaus zu überzeugen, aber – und so geht´s mir oft bei Produktionen dieser Art – die Gesangparts hauen mich einfach nicht vom Hocker – und so bleibt bei mir ein arg zwiespältiger Eindruck zurück … Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind.

anyonesdaughter


Besetzung:

Harald Bareth (bass, vocals)
Uwe Karpa (guitar, flute)
Peter Schmidt (drums, percussion)
Matthias Ulmer (keyboards, vocals)

inlet01

Titel:
01. Sonnenzeichen – Feuerzeichen  5.20
02. Für ein kleines Mädchen 5.24
03. Nichs für mich 6.45
04. Nach diesem Tag 4.00
05. La La 3.10
06. Sonne 4.30
07. Tanz und Tod 15.05
07.1. Der Begleiter 5:20
07.2. Yaqui 3:30
07.3. Tanz und Tod 6:15
+
08. Sonne + Adonis Medley (Live in Ettlingen 1982) 14.13
09.  Nach diesem Tag (Live in Ettlingen 1982) 13.18

Musik und Text: Bareth/Ulmer/Karpa/Schmidt (Anyone´s Daughter)
außer bei „Sonne“:  Bareth/Ulmer/Karpa

labela1

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