Verschiedene Interpreten – Die große aktuelle Non-Stop-Revue Folge 4 (1963)

FrontCover1Solche „Non-Stop-Revuen“ waren damals – so meine Vermutung – sehr beliebt, denn es gibt haufenweise solche Scheiben.

Hier ist irgendwie ein ganz besonders schönes Exemplar, denn da folgt ja ein Kracher nach dem anderen.

Es geht schon los mit Hatzy Osterwald und seinem Intro „Musik muß dabei sein“ (wie recht hat er !) …

Und nach einer kurzen Begrüßung gleich der olle Will Brandes mit seiner kleinen Elisabeth (einschließlich heißem Saxophon-Solo !).

Und dann marschieren all die anderen auf, die uns damals noch kurz begeistern konnten, bevor der Liverpool- und Merseybeat-Sound uns mit Haut und Seele für sich einnahm.

Der Song „Bißchen denken beim schenken“ von Gus Backus (mit Pferdegetrampel und Pistolenschüssen) ist ja gar nicht mal so verkehrt, gerade in dieser Jahreszeit !

Sehnsüchtige Texte und Klänge von Sängerinnen wie Mina, Lolita („Träume von der Heirat“, „Einsam steh ich am Strom“) oder auch „Weiße Orchideen“ (Margot Eskens) waren damals ja auch an der Tagesordnung.

Und natürlich war auch das „Cowboy“ Thema unverzichtbar: „Die letzte Rose der Prärie“ (Martin Lauer), „Western Rose“ (Peter Kraus)

Kecke Jungs wie Ted Herold, Peter Kraus (im Duett im Gus Backus !), der Schwerenöter Lou van Burg bringt es mit seinem „Bossa Nova – Casanova“ gleich mal auf den Punkt, Rene Kollo überrascht mit „Eso Beso“

Fernweh Songs wie  „Träume von der Heimat“, „Tahiti, bei Nacht“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Singles
Und der Songs („Nichts ist so schöne wie) „Der Mond von Wanne-Eickel“ ist einfach nur genial.

Und – man glaubt es kaum- ausgerechnet Lolita überrascht mit ihrem „Sag mir wo die Blumen sind) aber auch die durchgeknallte Trude Herr brilliert mal wieder … („tanz mit mir den Spiegel-Twist, auch wenn du von der Krip0 bist … “ … und es gibt noch viel, viel mehr zu entdecken …  wie z.B. das Duo bill Ramsey + Peter Alexander (!) und dabei wünsche ich viel Vergnügen !

Und mit Ausnahme eines Carlos Otero haben viele der Interpreten bis heute noch einen klangvollen Namen !

Hach, was könnt´ ich schwärmen, gerade nach einem heftig anstrengenden Arbeitstag … und somit haben wir schon einmal die Funktion einer solchen Musik ein wenig erklärt.

Und zum besseren Verständnis: Damals presste man die Titel so eng auf die Platte, dass heutzutage eine Aufteilung in die einzelnen Song kaum möglich ist … von daher diesmal beide Seite in jeweils einem Rutsch … da hilft mir das geniale tool namens Audacity auch nicht weiter.

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Titel:

Seite 1: (20.20)
01. Hazy Osterwald Sextett:  Musik muß dabei sein (Osterwald/Feltz)
02. Will Brandes & die kleine Elisabeth: Baby-Twist (Twardy(Lilibert)
03. Gus Backus: Bißchen denken beim schenken (Niessen/Rauch)
04. Mina: Tabu (Scharfenberger/Feltz)
05. Martin Lauer: Die letzte Rose der Prärie (Hallets/Bartels)
06. Peter Kraus: Western Rose (Scharfenberger/Feltz)
07. Fred Bertelmann: Mary- Rose (Sherman/Bradtke)
08. Ted Herold: Madison um Mitternacht (Cooke/Relin)
09. Gus Backus & Peter Kraus: Das haben die Mädchen gern (Scharfenberger/Feltz)
10. Lolita: Träume von der Heimat (Scharfenberger/Busch)
11. Lou van Burg: Bossa Nova – Casanova Scharfenberger/Niessen)
12. Friedel Hensch & die Cyprys: Der Mond von Wanne Eickel (Perrin/Blondi/Bader)
13. Trude Herr: Spiegel – Twist (Twardy/Buchenkamp)
14. Peter Kraus: Uns’re Reise fängt an (Caravan,Caravan) (Scharfenberger/Feltz)

Seite 2: (21.12)
15. Gus Backus: Das kleine Wunder vom großen Glück (Scharfenberger/Feltz)
16. René Kollo: Eso Beso (Sherman/Loose)
17.  Günter Kallmann Chor: Annabelle (Laine/Bartels)
18.  Lolita: Einsam steh ich am Strom (Reanrd/Bader)
19. Margot Eskens: Ich bin wie ein Schiff (Schmitz/Weingarten)
20. Gerhard Wendland: Immer wieder lieb‘ ich dich (Presley/Matson/Moesser)
21. Die Tahiti-Tamourés:  Wini – Wini (Hellmer/Petersen)
22. Peter Alexander & Bill Ramsey: Keine Zeit und kein Geld (Osterwald/Feltz)
23. Ivo Robić: Ich denk‘ nur an’s wiedersehen (Kaempfert/Schwabach)
24. Lolita: Sag mir wo die Blumen sind (Seeger/Sholohkov/Colpet)
25. Carlos Otero:  Bye, Bye, Romantica (Götz/Hertha/Hellmer)
26. Margot Eskens: Weiße Orchideen (Halletz/Lilibert)
27. Schuricke Terzett: Tahiti, bei Nacht (Werner/Relin)
28. Peter Alexander: Kann denn Liebe Sünde sein (Brühne/Balz)

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Gus Backus – Ich hab‘ mein Herz in Germany verloren (1962)

FrontCover1Ich sag´s mal mit einer gewissen nostalgischen Verklärung: Der Mann war einfach nur Klasse ! Und er wicklte die Damen jener Zeit mit seinem spitzbübischem Charme so ganz einfach um den Finger:

Gus Backus, eigentlich Donald Edgar Backus (* 12. September 1937 in Southampton auf Long Island im Staat New York; † 21. Februar 2019 in Germering), war ein US-amerikanischer Musiker und Schlagersänger. Mit Titeln wie Der Mann im Mond, Da sprach der alte Häuptling der Indianer und Sauerkraut-Polka verzeichnete er im Deutschland der 1960er-Jahre große Erfolge.

Der Hobbymusiker Backus wurde Mitte der 1950er Jahre von der United States Army in Pittsburgh, Pennsylvania eingezogen. Dort schloss er sich der Doo-Wop-Gruppe The Del-Vikings an, die 1957 mit den Titeln Come Go With Me und Whispering Bells zwei Top-Ten-Notierungen in den US-Charts verbuchen konnten. Noch im selben Jahr, am 28. Juli 1957, wurde der GI Backus nach Wiesbaden in Deutschland verlegt. Dort gründete er die Vokalgruppe „Vidells“ und nahm ein Jahr später während eines Heimaturlaubs zwei eigene Lieder in Chicago auf. Auf Anraten seines Schwagers bewarb sich Backus 1959 schriftlich bei der Plattenfirma Polydor, deren Produzent Gerhard Mendelson ihm Probeaufnahmen und schließlich einen Vertrag anbot. Es folgten einige Singles, die vorwiegend deutschsprachige Coverversionen amerikanischer und britischer Erfolgstitel, unter anderem von Elvis Presley, Paul Anka und Conway Twitty enthielten. In Wiesbaden lernte er seine erste Frau Karin kennen, mit der er drei Kinder bekam. Die Ehe wurde geschieden.

Gus Backus

Der Durchbruch gelang Backus 1960 mit den Titeln Brauner Bär und weiße Taube und Da sprach der alte Häuptling. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre folgten weitere erfolgreiche Singles sowie unzählige Auftritte in Musiksendungen und -filmen, mit denen Backus zu einem beliebten Unterhaltungskünstler im deutschsprachigen Raum avancierte. Obwohl er 1964 für die Polydor in Nashville unter anderem jeweils eine Hillbilly-LP in deutscher und englischer Sprache aufnahm, bestimmten zunehmend Stimmungs-, Trink- und Faschingslieder das Repertoire von Backus. 1965 landete Backus mit dem Titel Bohnen in die Ohr’n noch einen großen Erfolg. Außerdem musste sich deutschsprachige Musik in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zunehmend gegen die aufkommende Beat-Welle behaupten.

Autogrammkarte1965

Autogrammkarte, 1965

Nachdem auch seine zweite Ehe mit Balletttänzerin Heidelore gescheitert war, kehrte Backus 1973 dem Showgeschäft den Rücken und ging in die USA zurück, wo er unter anderem als Vorarbeiter auf Ölfeldern in Texas arbeitete. In Deutschland galt er zeitweise als verschollen und wurde sogar totgesagt.

Nach dem Tod seiner dritten Ehefrau Byra im Jahre 2001 kehrte Backus nach Deutschland zurück, wo er mit neuen und alten Musiktiteln weitgehend vergeblich versuchte, am Erfolg der Oldie-Welle teilzuhaben. Backus, der Vater von vier Kindern und mehrfacher Großvater war, versöhnte sich mit seiner zweiten Ehefrau Heidelore und heiratete diese 2002 erneut. Er lebte mit ihr in Germering in der Nähe von München, wo er nach schwerer Krankheit verstarb. (Quelle: wikipedia)

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Zur Erinnerung an dieses Unikum hier mal seine erste LP, über die man in der WDR Schallplattenbar dann folgendes lesen kann:

„Polydor veröffentlicht 1962 die LP „Ich hab‘ mein Herz in Germany verloren“. Gus Backus bringt keine Erfolgssongs zu Gehör, sondern präsentiert altbekannte Volkslieder und Evergreens im neuen Gewand.

Der smarte Sunnyboy aus Amerika hatte das deutsche Publikum im Sturm erobert und gehörte damals zu den beliebtesten Interpreten der hiesigen Schlagerszene. Mit heute noch populären Hits wie „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“, „Der Mann im Mond“ oder „Sauerkraut Polka“ belegte er wochenlang Spitzenplätze in den Bestseller-Listen. Auf der Kinoleinwand sah man ihn in vielen Schlagerfilmen, und bei Auftritten und Tourneen wurde er von den Fans begeistert umjubelt. Nebenbei sammelte er Preise und Auszeichnungen, beispielsweise den Goldenen Löwen von Radio Luxemburg und den Silbernen Otto der Jugendzeitschrift „Bravo“.

Gus Backus3

Auf der Rückseite der Plattenhülle erfährt man Näheres über den Werdegang des Interpreten, der als „sympathischer Prophet aus der Neuen Welt“ bezeichnet wird. Eine Formulierung, die uns heute eher schmunzeln lässt.
Man kann lesen, dass er in den USA ein Medizinstudium begann und als Mitglied der Gesangsgruppe „The Del-Vikings“ bereits einen Hit verbuchen konnte. In Anlehnung an den Titel dieser Langspielplatte heißt es abschließend: „Heute hat die Schar seiner ungezählten Freunde ganz offensichtlich auch das Herz an diesen sympathischen ‚Amerikaner in Germany‘ verloren, der hiermit einen modern arrangierten evergreenenden Liederstrauß überreichen möchte.“
Für die LP wählte Produzent Gerhard Mendelson zwölf Titel aus: Volksweisen, Stimmungsschlager, Trinklieder und Evergreens, die von Gus Backus in bewährter Manier mit seinem unverkennbaren amerikanischen Akzent vorgetragen werden. Begleitet wird der Sänger vom Orchester Johannes Fehring und den Travellers.

Unsere tollen Nichten / Unsere tollen Nichten

Im Filmgeschäft. An der Seite von Udo Jürgens (2.v.l.) spielte Backus (1.v.r.) in Komödien wie „Unsere tollen Nichten“ (1963) mit.

Natürlich sprach man mit dieser Produktion nicht unbedingt die jüngeren Fans von Gus Backus an. Da aber Langspielplatten damals ohnehin fast ausschließlich vom „erwachsenen“ Publikum gekauft wurden, musste man nicht befürchten, ein Risiko einzugehen. Besondere Mühe gab man sich auch bei der Gestaltung der Plattenhülle. Sie zeigt den Sänger mit einem Glas Rotwein in der Hand und einem schicken Trachtenhütchen auf dem Kopf. Darüber spannt sich ein bunter Bilderbogen mit Fotos jener Städte, die auf der Platte besungen werden. Die Titel der zwölf Lieder sind natürlich auch aufgeführt.“ (Quelle: WDR Schallplattenbar)

Nun ja, hier hören wir ganz sicher nicht seine besten Songs … aber was nicht ist, kann ja noch werden …

Sâ°nger Gus Backus USA auf einer gr¸nen Wiese

Besetzung:
Gus Backus (vocals)
+
Die Travellers
Orchester Johannes Fehring

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Titel:
01. Auf der Reeperbahn Nacht úm halb eins (Roberts) 2.29
02. Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren (Beda/Neubach/Raymond) 2.32
03. Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin (Siegel/Pinelli) 3.00
04. Du, du liegst mir im Herzen (Traditional) 2.04
05. Muss i denn zum Städtele hinaus (Traditional) 2.06
06. Du kannst nicht treu sein (Ebeler/Otten) 2.25
07. In München steht ein Hofbräuhaus (Gabriel/Richter) 2.34
08. Der treue Husar (Frantzen) 2.12
09. Trink, trink, Brüderlein, trink (Lindemann) 2.20
10. Schöner Gigolo (Brammer/Casucci) 2.27
11. Wer soll das bezahlen (Schmitz/Stein) 3.34
12. Auf Wiedersehn (Storch) 2.14

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Gus Backus2

Gus Backus (* 12. September 1937 –  21. Februar 2019)