Popol Vuh – Das Hohelied Salomos (1975)

FrontCover1Popol Vuh war eine dieser deutschen Bands, die charakteristisch für jenes Zeug waren, das man dann damals weltweit „Kraut-Rock“ nannten:

Die nach dem Popol Vuh, einem zentralen Schriftstück der Maya-Kultur zur Schöpfungsgeschichte der Welt, benannte Gruppe wurde 1970 von Florian Fricke gegründet.

Stilistisch werden Popol Vuh dem Krautrock zugerechnet. Ihr Musikstil ist jedoch sehr originär und verbindet Rock mit elektronischer New-Age-Musik und spirituellen Elementen. Auf Grund des Einsatzes von verschiedenster Percussion, exotischen Instrumenten wie der Sitar, den internationalen Sängerinnen sowie Florian Frickes Affinität zu Yoga, Spiritualität und fernöstlicher Kultur kann man Popol Vuh im weitesten Sinne auch der Worldmusic zuordnen. Die Band selbst hat sich stets bemüht, sich der Genre-Zuordnung zu entziehen und ihre Musik ausschließlich mit Fantasiebegriffen wie Magic Music, Love Music, Cosmic Space Rock u. ä. bezeichnet.

Gründungsmitglied Fricke zählt zu den Pionieren der damaligen Elektronikmusiker. Die Besetzung der Band wechselte im Lauf der Zeit kontinuierlich. Bereits seit Beginn dabei war Frank Fiedler. Später sollte Daniel Fichelscher (Amon Düül II) als langjähriges Mitglied dazustoßen. Ein bedeutendes und bekanntes zeitweiliges Mitglied der Band war Klaus Wiese.

PopolVuh
Die Band wurde zunächst von Liberty Records unter Vertrag genommen, wo man sich in Gesellschaft von Amon Düül und Can befand, und wo noch im Gründungsjahr 1970 die von Gerhard Augustin produzierte Debüt-LP Affenstunde vorgelegt wurde. Die ersten beiden Alben von Popol Vuh sind geprägt durch den Klang des legendären Moog III-Synthesizers, der später an Klaus Schulze abgetreten wurde. Das zweite Album In den Gärten Pharaohs erschien 1971 auf Rolf-Ulrich Kaisers Pilz-Label und ist zur Hälfte live in einer Kirche eingespielt. Beim dritten Album Hosianna Mantra (1972) stießen Conny Veit und die koreanische Sängerin Djong Yun zur Stammbesetzung. Yun sollte auch wieder auf dem übernächsten Album Einsjäger & Siebenjäger 1975 zu hören sein.

Die 1970er-Jahre gelten als produktivste Phase von Popol Vuh. Neben Studioalben und seltenen Live-Auftritten wurde die Band durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Werner Herzog bekannt, für dessen Filme wie Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu – Phantom der Nacht oder Fitzcarraldo sie die Soundtracks schuf. Kennzeichnend für Aufnahmen aus dieser Zeit ist die Verwendung des Mellotrons. Dieses Vorläuferinstrument späterer Sampler ermöglichte es, Chorstimmen oder Orchesterklänge in den Klang der Band zu integrieren.

Der erste Auftritt im Ausland fand 1976 in Mailand statt. Ab 1978 arbeitete Popol Vuh zeitweilig wieder mit Gerhard Augustin zusammen, der weitere Alben und Soundtracks der Band produzierte. Ab 1983 trat Popol Vuh in den Schatten des auf zahlreichen Weltreisen stattfindenden Filmschaffens von Fricke und Fiedler. Alben erschienen nun weniger häufig als in den 70er-Jahren, dennoch regelmäßig.

Mitte der 1990er-Jahre meldeten sich Popol Vuh mit City Raga (unter Verwendung von Stimmaufnahmen der Atemtherapeutin Maya Rose) zurück. In die Arbeit der 1990er-Jahre flossen nun auch aktuelle Musikströmungen aus dem Techno-Bereich mit ein. Neben Fricke und Fiedler war mittlerweile auch Guido Hieronymus zu einem festen Mitglied der Band geworden. 1999 erschien das letzte Album Messo di Orfeo.

Mit dem frühen Tod von Florian Fricke im Jahr 2001 ging auch die Geschichte von Popol Vuh zu Ende.

Glo

Florian Fricke

„Das Hohelied Salomon“, greift wiederum inhaltlich biblische Themen auf und setzt diese in psychedelisch-verträumten Krautrock um, setzt somit die Tradition der Vorgängeralben „Seligpreisung“ (1973) und „Einsjäger & Siebenjäger“ (1974) fort. Mastermind Florian Fricke nimmt sich erstaunlich zurück, sein musikalischer Beitrag beschränkt sich lediglich aufs Klavier – von den Elektronikspielereien früherer Tage also keine Spur mehr.

Die instrumentale Führungsrolle überlässt er bereitwillig Gitarrist Daniel Fichelscher, aber auch Sängerin Djong Yun übernimmt eine sehr prägende Rolle. Die leicht indisch angehauchten Kompositionen beeindrucken vor allem durch ihre relaxte Atmosphäre, graben sich aber ebenfalls in schwebender Spielweise ins Gedächtnis ein. Leider werden einige Titel viel zu früh ausgeblendet, noch bevor sie gerade in Fahrt gebracht, ihre volle Schönheit entwickeln können. (Kristian Selm)

Das Hohelied Salomons – das Lied der Lieder, welches nur um ein Thema kreist: die Liebe. Und die Liebe birgt ja geradezu ein unendliches Spektrum an unterschiedlichen Empfindungen. Manchmal möchte man Bäume ausreißen, manchmal möchte man auf einen flüchten. Ich denke jeder findet dazu passende Bilder, entsprechend bunt und vielgestaltig ist auch Popol Vuhs interpretation des alttestamentarischen Buches. Manchmal aufbrausend mit „Pauken und Trompeten“, mal elegisch fast zärtlich, manchmal kaum wahrnehmbar, manchmal kurz, manchmal ausladend, traurig oder jubilierend. Wer liebt, der hat etwas zu erzählen…

Popol Vuh taten es mit diesem vielschichtigen Album. Wieder unterstützt von Djong Yun und der deutschen Sitar-Koryphäe Al Gromer Khan gelingen auch diesmal ganz zauberhafte Momente, „Der Winter ist vorbei“ z.B. welches wie ein mittelalterliches Lied wirkt und mit der indischen Instrumentierung eine ganz unwirkliche Gestalt bekommt, oder das romantische mit einer jubelnden E-Gitarre versehene „Du tränke mich mit deinen Küssen“. Es sind Momentaufnahmen, deshalb werden sie vielleicht auch einfach ausgeblendet, aber kann man von der Liebe anders sprechen, als in Augenblicken, in Momentaufnahmen?

So zieht das Album wie eine flüchtige Begegnung am Hörer vorbei, und für einen Moment bleibt es stehen und mit ihr die Zeit und dieses kurze Lächeln was dann folgt, wird man nicht vergessen. Das Album hat nach all den Jahren nichts von seiner Flüchtigkeit und von seinem Reiz verloren. Es ist einfach nicht zu fassen und deshalb so wertvoll. (Michael Hirle)

Gerade den letzten Gedanken möchte ich ausdrücklich bestätigen. Wer sich für Musik dieser Art interessiert oder gar begeistern kann, wird feststellen, wie zeitlos diese Ausnahmen sind … einfach nur bemerkenswert.

PopolVuh2
Besetzung:

Daniel Fichelscher (guitar, percussion)
Florian Fricke (piano, electronics)
Djong Yun (vocals)
+
Alois Gromer (sitar)
Frank Fiedler (electronics)
Shana Kumar (tabla)
Robert Wedel (electronics)

BackCover
Titel:
01. Steh auf, zieh mich Dir nach (Fricke) 4.44
02. Du schönste der Weiber (Fichelscher/Fricke) 4.28
03. In den Nächten auf den Gassen (Fricke) 1.33
04. Du Sohn Davids I (Fricke) 2.59
05. In den Nächten auf den Gassen II (Fricke) 3.26
06. Der Winter ist vorbei (Fricke) 3.42
07. Ja, deine Liebe ist süßer als Wein (Fichelscher) 3.36
08. Du Sohn Davids II (Fricke)  3.47
09. Du tränke mich mit deinen Küssen (Fichelscher/Fricke) 4.58

LabelB1

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MC

Popol Vuh – In den Gärten Pharaos (1971)

FrontCover1.jpgJetzt wird es kosmisch …

Popol Vuh …

Popol Vuh war eine deutsche Krautrock-Formation, die von 1970 bis 2001 bestand.

Die nach dem Popol Vuh, einem zentralen Schriftstück der Maya-Kultur zur Schöpfungsgeschichte der Welt, benannte Gruppe wurde 1970 von Florian Fricke gegründet.

Stilistisch werden Popol Vuh dem Krautrock zugerechnet. Ihr Musikstil ist jedoch sehr originär und verbindet Rock mit elektronischer New-Age-Musik und spirituellen Elementen. Auf Grund des Einsatzes von verschiedenster Percussion, exotischen Instrumenten wie der Sitar, den internationalen Sängerinnen sowie Florian Frickes Affinität zu Yoga, Spiritualität und fernöstlicher Kultur kann man Popol Vuh im weitesten Sinne auch der Worldmusic zuordnen. Die Band selbst hat sich stets bemüht, sich der Genre-Zuordnung zu entziehen und ihre Musik ausschließlich mit Fantasiebegriffen wie Magic Music, Love Music, Cosmic Space Rock u. ä. bezeichnet.

Gründungsmitglied Fricke zählt zu den Pionieren der damaligen Elektronikmusiker. Die Besetzung der Band wechselte im Lauf der Zeit kontinuierlich. Bereits seit Beginn dabei war Frank Fiedler. Später sollte Daniel Fichelscher (Amon Düül II) als langjähriges Mitglied dazustoßen. Ein bedeutendes und bekanntes zeitweiliges Mitglied der Band war Klaus Wiese.

Die Band wurde zunächst von Liberty Records unter Vertrag genommen, wo man sich in Gesellschaft von Amon Düül und Can befand, und wo noch im Gründungsjahr 1970 die von Gerhard Augustin produzierte Debüt-LP Affenstunde vorgelegt wurde. Die ersten beiden Alben von Popol Vuh sind geprägt durch den Klang des legendären Moog III-Synthesizers, der später an Klaus Schulze abgetreten wurde. Das zweite Album In den Gärten Pharaohs erschien 1971 auf Rolf-Ulrich Kaisers Pilz-Label und ist zur Hälfte live in einer Kirche eingespielt. Beim dritten Album Hosianna Mantra (1972) stießen Conny Veit und die koreanische Sängerin Djong Yun zur Stammbesetzung. Yun sollte auch wieder auf dem übernächsten Album Einsjäger & Siebenjäger 1975 zu hören sein.

Die 1970er-Jahre gelten als produktivste Phase von Popol Vuh. Neben Studioalben und seltenen Live-Auftritten wurde die Band durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Werner Herzog bekannt, für dessen Filme wie Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu – Phantom der Nacht oder Fitzcarraldo sie die Soundtracks schuf. Kennzeichnend für Aufnahmen aus dieser Zeit ist die Verwendung des Mellotrons. Dieses Vorläuferinstrument späterer Sampler ermöglichte es, Chorstimmen oder Orchesterklänge in den Klang der Band zu integrieren.

Der erste Auftritt im Ausland fand 1976 in Mailand statt. Ab 1978 arbeitete Popol Vuh zeitweilig wieder mit Gerhard Augustin zusammen, der weitere Alben und Soundtracks der Band produzierte. Ab 1983 trat Popol Vuh in den Schatten des auf zahlreichen Weltreisen stattfindenden Filmschaffens von Fricke und Fiedler. Alben erschienen nun weniger häufig als in den 70er-Jahren, dennoch regelmäßig.

Mitte der 1990er-Jahre meldeten sich Popol Vuh mit City Raga (unter Verwendung von Stimmaufnahmen der Atemtherapeutin Maya Rose) zurück. In die Arbeit der 1990er-Jahre flossen nun auch aktuelle Musikströmungen aus dem Techno-Bereich mit ein. Neben Fricke und Fiedler war mittlerweile auch Guido Hieronymus zu einem festen Mitglied der Band geworden. 1999 erschien das letzte Album Messo di Orfeo.

Mit dem frühen Tod von Florian Fricke im Jahr 2001 ging auch die Geschichte von Popol Vuh zu Ende. (Quelle: wikipedia)

Hier ihr zweites Werk: auch wenn ich mit so einer Art von Musik so nicht recht warm werde: Für die damalige Zeit war sie wegweisend und natürlich waren Popol Vuh einer der entscheidenden Wegbereiter elektronischer Musik in Deutschlaand.

BackCover1.jpg

Besetzung:
Frank Fiedler (synthesizer)
Florian Fricke
Holger Trülzsch (percussion)
+
Bettina Fricke (cymbals)

FrickeTrülzsch.jpg

Florian Fricke & Holger Trülzsch

Titel:
01. In den Gärten Pharaos (Fiedler/Fricke/Trülzsch)   17.38
02. Vuh (Fiedler/Fricke/Trülzsch) 19.51
+
03. Kha-White Structures 1 (Fiedler/Fricke/Trülzsch)10.14.
04. Kha-White Structures 2 (Fiedler/Fricke/Trülzsch) 10.09

LabelB1
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