Verschiedene Interpreten – Klangfest München 2019 (2019)

FrontCover1.jpgGestern gab´s in München zum 10. Mal das sog. „Klangfest“ auf dem Areal des Kulturzentrums „Gasteig:

Zum zehnten Mal in Folge präsentieren die Regionalgruppe Süd des VUT und das Kulturreferat der Landeshauptstadt München das KLANGfest im Gasteig – wie gewohnt am Pfingstsamstag, der dieses Jahr auf den 8. Juni fällt.

Die Kombination aus Konzerten von 32 einzigartigen Bands auf 4 Bühnen bei freiem Eintritt und der Ausstellung unabhängiger bayerischer Musikfirmen, lockt jedes Jahr bis zu 13.000 Besucher_innen in den Gasteig. Damit ist das KLANGfest inzwischen eine feste Größe und ein besonderes Element in der Münchner Festivallandschaft.

Auf dem KLANGfest erleben die Besucher_innen live die kreative Kraft der Musikmetropolregion München. Musikalisch spannt der VUT-Süd dabei seit der ersten Ausgabe 2010 den Bogen von Jazz, Weltmusik über Rock, Pop und Elektronik bis hin zu Klassik. Künstler_innen wie Quadro Nuevo, Jamaram, Instrument, Willy Michl, Mo’Blow, Las Sombras, Dobre, bracc! und viele mehr, haben diese Vielfalt in den ersten neun KLANGfest-Ausgaben eindrucksvoll bewiesen und das Publikum begeistert.

Und auch für die Jubiläumsausgabe des KLANGfest konnten wieder zahlreiche hochkarätige Künstler_innen gewonnen werden. So haben u.a. Ludwig Seuss Band, Ecco Meineke & Andy Lutter, Matthias Lindermayer, Gruppa Karl-Marx-Stadt, Aretha Iskandar, Werner Maier, Florian Paul & die Kapelle der letzen Hoffnung, Tuija Komi, Susan Weinert, Sternschnuppe, Reverend Rusty, Saltyskin, Stray Colors, Alinea zugesagt.

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Der angeschlossene „CD-Salon“ dient den Musikfirmen als Bühne. Die Besucher_innen erhalten hier Einblicke in den Alltag und die Aufgaben von Musikunternehmen, die ihrerseits in Kontakt mit den Musikhörer_innen treten können. Gleichzeitig untermauert der CD-Salon: Der Tonträger ist immer noch das Fundament für die Entwicklung eines/einer Künstler_in. Ohne Zweifel bleibt er das wichtigste Promotion-Tool. Darüber hinaus schätzen begeisterte Musikhörer_innen, trotz Download-Plattformen und Streaming-Diensten, den Tonträger als Erinnerung zum Anfassen nach einem Konzert – vielleicht sogar von dem/der Künstler_in signiert.

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Einen KLANGfest-Sampler mit ausgewählten Stücken der auftretenden Künstler_innen gibt es natürlich auch in diesem Jahr wieder. Die Doppel-CD ist beim KLANGfest neben den aktuellen Produktionen der Künstler_innen an den Ständen der Musikfirmen erhältlich.

Zudem versteht sich das KLANGfest als Diskussionsplattform. Seit der zweiten Ausgabe organisiert der VUT-Süd eine Podiumsdiskussion mit Vertreter_innen aus der Branche. Besprochen werden jeweils aktuelle Themen aus den Bereichen Musik und Musiknutzung. In diesem Jahr diskutieren wir über die Frage „Wohin geht das Reden über Musik und die Branche? – Trends im Musikjournalismus“ Das Sprechen über Musik benötigt Plattformen und Filter, die es ermöglichen mit kompetenten Ansprechpartner_innen über Musik zu diskutieren und sich über Entwicklungen auszutauschen. Es scheint, als nehme nach der Einstellung von Print-Magazinen wie Intro, Groove oder Spex die Anzahl dieser Austauschmöglichkeiten ab oder aber die Diskussion verlagert sich ins Netz. Wo liegen die Trends für den Musikjournalismus heute und welche Empfehlungen lassen sich für den journalistischen Nachwuchs daraus ableiten? Diese Fragen diskutieren wir auf dem Panel „Trends im Musikjournalismus“. Die Diskussion beginnt um 14 Uhr in der Medienlounge im Foyer des Gasteig und ist für alle Interessierten offen.

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Die beteiligten Labels und Firmen

Das gilt gleichermaßen für die Live-Interviews. Nach ihren Konzerten nehmen alle Künstler_innen Platz auf der weißen Couch in der Medienlounge und beantworten die Fragen bekannter Münchner Journalist_innen. Und wer seiner Lieblingsmusiker_in schon immer mal eine Frage stellen wollte, hat die Gelegenheit dazu.

Wie in den vergangenen Jahren bietet das KLANGfest dieses Mal auch ein Kinderprogramm: Das Liedermacher-Duo Sternschnuppe wird bestimmt nicht nur Kinderohren begeistern.

Zudem erhält auch dieses Jahr wieder eine Newcomerband die Chance sich auf dem KLANGfest zu präsentieren. Diese wird durch ein Onlinevoting durch unseren Medienpartner Kulturvollzug ermittelt.

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Eindrücke vom Klangfest 2018

Im vergangenen Jahr schlossen die Veranstalter_innen dem KLANGfest erstmals ein Delegierten-Programm mit ausländischen Besucher_innen an, wo neben einem Meet & Greet mit den VUT Süd-Mitgliedsfirmen ein kleines Rahmenprogramm stattfand, bevor die Delegierten sich das die Bands im Showcase Programm ansahen. Dieses Programm wird auch in 2019 weitergeführt mit dem Ziel, die Künstler_innen und Mitgliedsfirmen noch besser international zu vernetzen.

Zusätzlich wird in 2019 voraussichtlich erstmals ein Veranstalter_innen-Kongress stattfinden.

Das KLANGfest München wird ehrenamtlich organisiert von der KLANGfest-Arbeitsgruppe des VUT-Süd. Besondere Unterstützung leisten: das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft, die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München und der Gasteig. Nicht zu vergessen sind zahlreiche weitere Sponsoren und Förderer sowie KulturVollzug, AZ, Musikwoche und Radio München als Medienpartner. (Quelle: http://www.vut.de)

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VUT ist übrigens die Abkürzung für „Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen“ .

Und wenn das Kulturreferat der Landeshauptstadt München mitmischt, gibt´s natürlich auch ein Grußwort:

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Und dann gab´s natürlich – wie jedes Jahr – eine Begleit-CD auf der alle beteiligten Künstler jeweils einen Song beisteuerten … Quasi der Soundtrack zu diesem Tag.

Und hier isser: Quasi frisch aus der Druckpresse …

Und dieses Album geht gleich gut lost und zwar mit einer pfiffigen Version des Klassikers „Brüderlein komm tanz mit mir“.

Und die große Vielfalt der unterschiedlichsten Stile kann einen so richtig erfreuen. Und natürlich – und das liegt auf der Hand – hören wir Songs unterschiedlichster Qualität.

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Weitere Eindrücke vom Klangfest 2018

Mir, als Vertreter der reiferen Jugend gefallen dann natürlich allen vor an die Ludwig Seuss Band, aber da gibt es noch weit mehr zu entecken

Z.B. Reverend Rusty & The Case (die gibt´s auch schon seit 1989 !), Roger Jannotta und Phillip Schipek (feiner Jazz), Stray Colors, Werner Meier und Ecco Meineke (beide sind aus der bayerischen Musikszene schon gar nicht mehr wegzudenken) … und dann naürlich noch die famose Jazzgitarristin Susanne Weinert.

Und ich bin mir sicher, das da jeder etwas entdecken kann … die überwiegend junge Musikszene präsentiert sich prachtvoll und schillernd …

Einen Sonderpreis für geniale Band vergebe ich dann noch an Fräulein Tüpfeltaubes Tagebuch, Florian Paul & Die Kapelle der letzten Hoffnung, dicht gefolgt von Beda mit Palme.

Und wieder mal so ein Beispiel wie bunt und viefältig die deutsche Musikszene in Jahr 2019 ist … einfach nur herrlich !

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Titel:

CD 1:
01. Jeanette und Jan Röck: Brüderlein komm tanz mit mir 2.20
02. Ludwig Seuss Band: Cher Catin 5.02
03. Roger Jannotta: Giovanna 4.06
04. Phillip Schipek: Up 4.20
05. Saltyskin: Cut 4.47
06. Susann Weinert: Die Kraniche 7.32
07. Fräulein Tüpfeltaubes Tagebuch: Süße Bitterkeit 2.45
08. Beda mit Palme: Schwarm Göd 2.33
09. Die Broccolis: Portwein Baby 3.37
10. Ecco Meineke: St. Nic 4.09
11. Duo Ajax/Weis: Lummigar Skodar 3.46
12. Tuija Korni: Land Of T’he Midnight Sun 6.47
13. Werner Meier: Verliebter Pfarrer 3.50
14. Sternschnuppe: Zum Kukückl 3.34

CD 2:
01. Stray Colors: Whiskey Sour 2.41
02. Gruppa Karl Marx Stadt: Russkoje Disko 3.13
03. Angiz: Vitamin B 3.36
04. Tamara Banez: Sinn 3.28
05. Reverend Rusty & The Case: Rough Times 3.21
06. Chuck Winter: Falcon 4.16
07. Travelling Playmates: Bewech dei Ärschla 2.47
08. Max: Shitstorm 4.01
09. Seda: Tell Me Your Secret 3.13
10. Florian Paul & Die Kapelle der letzten Hoffnung: Dazwischen 5.57
11.  Paul: Wie du willst 3.42
12. Alinea: M (On – Off) 3.27
13. Blaues Wunder: Hallo Lisa 3.35
14. Hudlhub: Wo du gehst (Radio Mix) 2.54

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Bernd Strohm – Strohmaufwärts (2000)

FrontCover1Bernd Strohm ist schlicht und ergreifend einer Meister seines Fachs !

Er ist ein „vielsaitiger“ Interpret und ein einfallsreicher Komponist. In seinem facettenreichen Repertoire befinden sich neben anspruchsvollen Bearbeitungen für die Akustikgitarre auch hochkarätige Originale.

Davon kann man sich auf diesem Album überzeugen. Und hier noch ein paar Besprechungen zu diesem kleinen Meisterwerk, nicht dass man glaubt, ich würde übertreiben:

„Strohm zeigt (…), was er kann und das ist eine Menge. (…) Er hat viel Gespür dafür, Stimmungen heraufzubeschwören und mit seiner Musik Bilder zu malen“. (Rheinische Post/Duisburg, 19.07.2000)

„Ein Vergnügen. Basta. Ein kraftvoller Spaß (…) mit viel Selbstsicherheit künstlerischer Finesse und unbestechlichem Timing (…)“. (Akustik Gitarre, 4/2000)

„Der Mann swingt und hat Einfälle“. (Jazz Podium, 9/2000)

„Seine überwiegend vom Blues und folkloristischen Elementen geprägte Gitarrenmusik plätschert dahin wie klares kühles Wasser, ohne je seicht zu wirken. Nicht umsonst sagt Strohm selbst, dasser bei seinen Kompositionen durch stimmungsvolle Erlebnisse inspiriert wird. Das hört man – und wer die Augen schließt, kann es sogar sehen, das Picknick am Bach an einem besonders schönen Sommernachmittag“. (ZDF-Videotext, 04/2001)

So isses und nicht anders … Hören und genießen ist hier das Motto ! Und wer Leo Kottke & Co. mag … kommt an diesem Album eigentlich nicht vorbei !

BerndStrohmBesetzung:
Bernd Strohm (guitar)

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Titel:
01. Boomerang (Strohm) 3.41
02. Rise To Fall (Strohm) 3.38
03. Into The Light (Strohm) 2.23
04. Strohmaufwärts (Strohm) 3.49
05. Body And Soul (Green) 3.04
06. Rhein in Flammen (Strohm) 3.26
08. Somewhere Over The Rainbow (Arlen)
09. Romantic Sightseeing (Strohm) 3.46
10. Indras Tanz (Strohm) 2.54
11. There´ll Never Be Another You (Gordon) 2.31
12. Den Sternen ganz nah (Strohm) 3.08
13. Song For George (Johnson) 1.59
14. Interstadial (Strohm) 2.09
15. Satin Doll (Ellington/Strayhorn) 2.34
16. There Is No Greater Love (Symes/Jones) 2.10

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De Plattfööt – Platt for Ju (1982)

FrontCover1Jetzt mal ein prachtvolles Beispiel für knackigen Dialekt aus deutschen Landen und ausnahmsweise mal nicht bayerischen, sondern platt – von denen da, ganz hoch im Norden:

De Plattfööt (hochdeutsch: Die Plattfüße) ist eine niederdeutsch singende Folkgruppe aus Mecklenburg-Vorpommern, bestehend aus den Sängern und Gitarristen Peter Wilke und Klaus Lass.

Wilke und Lass stammen aus Rostock und sind seit einigen Jahren in Schwerin (Wilke) und Warnemünde (Lass) beheimatet. De Plattfööt gibt es seit 1979. Der Name entstand nicht als Charakterisierung einer anatomischen Besonderheit, sondern weil sie mit „Platt“ durch die Gegend ziehen. Ihre Musik ist ein Mix aus Folk, Blues und Countrymusik, und ihre Texte orientieren sich an den fröhlichen niederdeutschen Gedichten von Rudolf Tarnow und Fritz Reuter.

AutogrammkarteFür Rundfunk, Fernsehen und Schallplatte sind bisher über 100 Titel produziert worden. Bis jetzt entstanden vier LPs und sieben CDs, zuletzt die zu Ostern 2008 veröffentlichte CD Ümmer noch eenmol. Die bekanntesten Hits sind Disco up’n Dörp, Fru Püttelkow ut Hagenow und De Isenbahnboomupundaldreier.

Durch jahrelange Medienpräsenz und zahlreiche Live-Auftritte auch in Schweden, Österreich und Singapur ist De Plattfööt einem breiten Publikum bekannt.

De Plattfööt wurde mit dem Fritz-Reuter-Kunstpreis ausgezeichnet.

Das Motto der Band lautet: „Kort is dien Leben un lang’ büst du dod. Minsch, blot nich argern, ne, lachen deit good!“ (Rudolf Tarnow, deutsch: Kurz ist dein Leben, und lange bist du tot. Mensch, bloß nicht ärgern, nein, lachen tut gut!) (Quelle: wikipedia)

Hier ihr Debutalbum, von dem ich mehr als positiv überrascht wurde. Ok, alles verstehe ich nicht, aber das wird durch die durch und durch sympathischen Lieder mit so etliche kleinen Feinheiten mehr als wett gemacht. Musikalische Langeweile, wie man das bisweilen bei einem Duo vermuten könnte, kommt hier keine auf !

Da ist viel Augenzwinkern in den Texten und so verbreitet das Album einfach nur gute Laune … auch nicht verkehrt.

Das Duo hat übrigens die DDR-Zeiten ganz gut überlebt … 4 LP´s und 7 CD´s sind mittlerweile erschienen.

2011 war dann für die beiden die Zeit gekommen … ihre Kunst an den Nagel zu hängen … sie sagten schlicht und ergreifend tschüss und machten daraus auch keinen großes Aufheben (sie beiliegender Artikel aus dem Jahr 2012). Bei mir haben sie mit dieser LP ziemlich viel Sympathiepunkte erworben.

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Ihre „Fru Püttelkow“ hat sogar ein kleines Denkmal bekommen (Rathausplatz in Hagenow)

Besetzung:
Klaus-Dietrich Lass (vocals, guitar)
Peter Wilke (vocals, guitar, harmonica)

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Titel:
01. De Isenbahnboomupendaldreiger (Wilke/Lass) 4.28
02. Möt’s di nich argern (Wilke/Tarnow) 1.32
03. Disco up’n Dörp (Wilke) 3.45
04. Ick snack platt (Wilke/Liebenberg) 3.46
05. Blues bi mi tu Hus (Wilke) 4.55
06. Uns‘ olle Möhl (Wilke) 3.27
07. Fru Püttelkow ut Hagenow (Lass) 3.21
08. Jochen un sien‘ Gorden (Wilke) 4.08
09. De ierste Kuß (Wilke) 3.03
10. Mien Herzing (Lass) 3.36
11. Lud’n Jahn ut Doberan (Wilke) 3.11
12. De Medizien (Wilke/Tamlow) 3.10
13. Häm‘ wi dat al‘ vergät’n (Wilke) 2.41

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Esther + Abi Ofarim – 2 in 3 (1967)

FrontCover1Und weiterhin stapeln sich seit geraumer Zeit meine Esther & Abi Ofarim LP´s und warten geduldig darauf, dass sie hier auch mal wieder Erwähnung finden. Nun ist es aber wieder mal soweit:

Esther & Abi Ofarim waren ein israelisches Gesangsduo, das in den 1960er Jahren international bekannt war.

Ester Zaied lernte Ende der 1950er Jahre Abraham Reichstadt kennen. Beide traten in Israel mit folkloristischen Titeln unter dem Künstlernamen „Ofarim“, was so viel wie „Rehkitz“ bedeutet, auf. 1961 heirateten die beiden und nannten sich dann Esther und Abi Ofarim. Esther war auch als Schauspielerin tätig und trat u.a. in dem Film Exodus auf – im Abspann wird sie als Esther Reichstadt genannt. Nach ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest 1963 in Großbritannien, bei dem Esther für die Schweiz mit dem Titel T’en Va Pas den 2. Platz belegte, wurde das Paar auch international bekannt. In Deutschland war Esther zuerst als Solistin erfolgreich mit Melodie einer Nacht (Platz 39 im August 1963) und Morgen ist alles vorüber (Platz 23 im Februar 1964). Danach nahmen sie Schallplatten in mehreren Sprachen auf und wurden zu einem der erfolgreichsten Gesangsduos der 1960er Jahre.

Esther + Abi Ofarim (1963)

1964 nahm das Duo bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden teil. Ihr Titel Schönes Mädchen erreichte einen beachtlichen 4. Platz. Im selben Jahr hatten sie im deutschsprachigen Raum einen Hit mit Morgen ist alles vorüber. Weitere Hits folgten, bei denen Abi ab 1966 auch selbst für die Produktion verantwortlich war.

Bis 1969 konnte das Paar noch einige gemeinsame Erfolge feiern, dann kam die Trennung. Am 1. März 1969 standen die beiden letztmals gemeinsam auf der Bühne, im November 1970 war das Paar geschieden.

Beide Künstler gingen danach eigene Wege. Abi gründete eine Promotion-Firma in München: Esther zog sich zunächst aus dem Showgeschäft zurück, nahm 1972 jedoch wieder eine Langspielplatte als Solistin auf und war danach weiterhin erfolgreich. Im Frühjahr 1995 war Esther als Gastsängerin auf dem Titel Salomon (das hohe Lied) aus dem Album Kosmos von Udo Lindenberg zu hören. (Quelle: wikipedia)

Hier eines ihrer vielen Alben aus den 60er Jahren. Sie waren damals wohl so populär, dass ihr Label, Philips ihnen ein aufwendigen Album (mit Klappcover und Begleitheft) spendierte. Der etwas rätselhafte Titel ist eigentlich leicht erklart: Die Zwi nahmen diesen Album in drei Städten (München, Paris und London)

Und sie ließen es sich auch nicht nehmen, so ganz persönlich und direkt ihre Fans anszusprechen:

„Liebe Freunde, schon oft mögen Sie sich gefragt haben, nach welchen Überlegungen wir unser Repertoire zusammenstellen und wie wir uns in dieser zarten, empfindlichen Welt des „Folk Songs“ zurechtfinden. Das Album, das Sie in der Hand halten, ist nicht unser erstes, und es wird Zeit, daß wir mit ein paar Strichen unsere künstlerische Überzeugung zu skizzieren versuchen. 
Im weitesten Sinne, so glauben wir, kann man ein Lied nur dann einen „Folk Song“ (oder, wenn Ihnen das lieber ist, ein „Volkslied“) nennen, wenn es die Menschen unserer Zeit hier und heute gefühlsmäßig anspricht; es sollte also auf eine zeitgemäße Art interpretiert werden. Gewiß haben Sie schon ebenso betroffen empfunden wie wir, daß der Versuch, eine Melodie allzu „ethisch und authenisch“ darzubieten, nicht selten lächerlich oder unaufrichtig wirkt.
Ester + Abi Ofarim1Mit dieser neuen Platte möchten wir uns noch stärker Ihrem kritischen Urteil anvertrauen als mit den vorausgegangen. Aus einem Ozean höchst ansprechender, attraktiver Melodien und Verse haben wir die Songs ausgewählt, und wir waren stets unbarhmherzig bemüht, ihre Qualität keinerlei flüchtigem kommerziellen Effekt zu opfern.
Einige der Songs auf unserer Platte sind sehr alt, andere überraschend jung, aber ausnahmslos alle – so fühlen wir es wenigstens – sind „young at heart“, wie es in einer Liedzeile heißt, „jung im Herzen“. Das neapolitanische Ständchen „Raziella“ wird zum Beispiel schon seit mehreren hundert Jahren gesungen, aber es trifft die zeitlose Empfindung junger Liebe in einer überraschend modernen Weise; vielleicht ebenso modern wie „Morning of my life“, das speziell von uns von einer jugendlichen und überaus erfolgreichen Londoner Beat-Gruppe geschrieben wurde.
Die Grundwahrheiten unserer Lieder, so glauben wir, sind nicht nur in allen Zeitaltern gleich geblieben, sondern sie betreffen auch Menschen aller Lebensalter in der Gegenwart. 
Natürlich protestieren auch wir, dennoch werden Sie sicher mit uns übereinstimmen, daß eine feiner gesponnene Art des Protests auf die Dauer die wirkungsvollere ist. Die „Seeräuber-Jenny“, protestiert nach unserer Ansicht ebenso intensiv gegen Krieg und Brutalität wie das französische Chanson vom „Deserteur“. Daher ist die Ballade von Berthold Brecht und Kurt Weill ohne jede „Verfremdung“ gesungen.

Unsere beiden hebräischen Lieder enthalten gleichfalls einen zeitnahen, protestierenden Sinn.

„Shir hanoded“ spricht für den umhergetriebenden Einzelnen, dauernd auf der Flucht und ohne einen Platz zum Ausruhen. „Hora“ drückt den begeisterten Jubel einer jungen und glücklichen Gemeinschaft auf, die endlich einen Platz für sich gefunden hat.
Das Übrige, selbstverständlich, ist Liebe – junge Liebe. Stürmisch oder zart, hat sie noch immer die Worte gefunden, für sich selbst zu sprechen.

„Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist“, sagt Shakespeare, „spielt weiter!“

Stets Ihre

Esther & Abi Ofarim

P.S.
Den Kultur-Attachés, Volksmusik-Spezialisten und Linguisten von den verschiedensten Botschaften, Universiäten und Kulturinstituten,  die uns bei  Vorbereitung und Produktion dieser Platte halfen, möchten wir aufrichtig und herzlich danken.“

SingleMeinereiner hatte damals keine Ohren für diese absolut anspruchsvolle Michung interntationaler Folklore: zu sehr saß ich mit offenen Mund da und hörte, wie Jimi Hendrix „Hey Joe“ spielte, zu sehr packten mich die Kinks mit ihrem „All Day And All Of The Night“.

Aber heute, heute weiß ich diese Perlen mehr als zu schätzen. Und wenn man dann weiß, dass ein Klaus Doldinger für einige Arrangements die Verantwortung truf und ein Siegfried Schmidt-Joos („Rock-Lexikon“) einen sehr ausführlichen Begleittext zu all den Liedern schrieb, dann weiß man, dass es sich hier schon um eine anspruchsvolle Produktion handelte.

Wer vielleicht glaubt, dass man damals was versäumt hat, kann ja jetzt nochmals reinschnuppern, in diese Musik (bei der übrigens Esther Ofarim so ganz eindeutig die prägende Sängerin war).

Und aufgrund meines Interesses an diesem Duo wird es wohl keinen verwundern, wenn im Laufe dieses Jahres weitere Alben hier zu präsentieren sind.

Ester + Abi Ofarim2

Besetzung:
Abi Ofarim (guitar, vocals)
Esther Ofarim (vocals)
+
eine Schar unbekannter Studiomusiker in München, Paris und London

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Titel:
01. Hora (Zeira/Orland) 2.52
02. Morning Of My Life (B.Gibb/R.Gibb) 3.24
03. Le deserteur (Vian/Berg) 3.05
04. Te ador (Semel/Peters) 1.58
05. Jovanke (White/Peters) 3.06
06. Raziella (White/Peters) 3.28
07. Lonesome Road (Austin/Shilkert) 1.59
08. El vito (White/Peters) 2.12
09. Seeräuber-Jenny (Brecht/Weill) 4.49
10. Wanderlove (Williams) 2.31
11. Le vent et ja jeunesse (Chevalier/Thomas/Rivat) 1.59
12. Shir Hanoded (Shimoni/Nardi) 2.22
13. Cinderella Rockafella (Williams) 2.30

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Ougenweide – Eulenspiegel (1976)

FrontCover1.jpgDie standen bei mir damals schon hoch im Kurs:

Ougenweide ist eine deutsche Folk-Rock-Band und Vorreiterin des Mittelalter-Rock in Deutschland.

Ihr Name rührt her vom mittelhochdeutschen Wort ougenweide für „Augenweide“, also einen Anblick, an dem man sich erfreut.

Eine Vorgängerband bestand Ende 1969 aus Frank Wulff, Michael Steinbeck, Jürgen Isenbart und Brigitte Blunck. Ougenweide wurde im Frühjahr 1970 in Hamburg gegründet. Von Beginn an setzte sich die Band das Ziel, vor allem mittelalterliche Lieder und Gedichte (neu) zu vertonen, wobei der Blickwinkel nie streng auf das Mittelalter beschränkt blieb. Die Band benannte sich nach dem gleichnamigen Lied von Neidhart von Reuental, der ersten gemeinsamen Komposition von Ougenweide (siehe auch: Strophe des Originals). Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Kombo 1971 bei einem Schulfest. Nach kurzer Zeit wurden Stefan Wulff und Olaf Casalich Bandmitglieder. Ab diesem Zeitpunkt nannten sie sich Ougenweide.

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Ougenweide, 1977

Die Multiinstrumentalisten Olaf Casalich, Wolfgang von Henko, Frank Wulff, sein jüngerer Bruder Stefan Wulff und Jürgen Isenbart nahmen 1973 mit dem Produzenten Achim Reichel ihr erstes Album Ougenweide auf, damals noch mit den Sängerinnen Renée Kollmorgen und Brigitte Blunck. Nachdem Blunck die Band bereits vor dem Erscheinen des Albums verlassen hatte und darauf nur noch als „Gast“ firmierte, stieg im September des gleichen Jahres die Sängerin Minne Graw ein. Kurze Zeit später trennte sich auch Renée Kollmorgen von Ougenweide, sodass Graw nun die alleinige weibliche Stimme der Band war.

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Nach dem 1974 erschienenen Album All die weil ich mag, das textlich einen Bogen von den Merseburger Zaubersprüchen aus dem 9. Jahrhundert über Walther von der Vogelweide und Heinrich von Mügeln bis zu Goethe spannt, folgten 1975 Auftritte mit bekannten Musikern und Bands wie Fairport Convention, Steeleye Span, Planxty, Amazing Blondel, Alan Stivell und Konstantin Wecker. Dichter und Schriftsteller Peter Rühmkorf und Regisseur Gerd Zenkel erstellten im selben Jahr in Zusammenarbeit mit der Band einen Fernsehfilm über das Leben Walthers von der Vogelweide.

Ein Jahr später veröffentlichte die Band gleich zwei Alben. Die LP Ohrenschmaus enthält mit Im Badehaus, Pferdesegen, Bald anders und Kommt ihr Jungfern helft mir klagen einige der bekanntesten Lieder der Band. Noch im Dezember desselben Jahres erschien das Album Eulenspiegel, dessen erste Plattenseite ausschließlich Lieder enthält, die Ougenweide zu einer Tübinger Eulenspiegel-Inszenierung beisteuerte. Die zweite Seite bietet dagegen die bewährte Mischung aus Vertonungen mittelalterlicher Texte und beschwingten Tanzweisen. Totus floreo (aus der mittelalterlichen Liedersammlung Carmina Burana) und Wol mich der Stunde – die Bearbeitung eines mittelhochdeutschen Textes von Walther von der Vogelweide mit einer altfranzösischen Melodie – gehören zu den Stücken der B-Seite dieses Albums. (Quelle: wikipedia)

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Im gleichen Jahr wie Ohrenschmaus erschien auch der Nachfolger Eulenspiegel, das vierte Album der Hamburger Formation. Der Begriff „Konzeptalbum“ trifft dabei nur für die ersten fünf Stücke (entsprechend der ersten Plattenseite in der Vinylfassung) zu; wie Song- und Albumtitel bereits andeuten, geht es natürlich um Till Eulenspiegel. Diese Lieder waren eine Auftragsarbeit für eine Inszenierung des Landestheaters Tübingen.

Nach der kurzen Einführung werden vier Szenen aus Eulenspiegels Leben dargestellt: er gibt sich als Arzt mit dem gelehrt klingenden Namen „Tyllurius Spiegelius“ aus, versucht sich als Hofmaler und liefert dabei nur eine weiße Leinwand ab (nur ehrliche Menschen können das Bild sehen), streitet mit Gelehrten über „wichtige“ Fragen und erlebt schließlich seine Todesstunde. Gerade dieser letzte Abschnitt, Tills Ende und Vermächtnis, zeigt sich richtig „proggig“, inklusive eines geradezu symphonisch-feierlichen Ausklangs.

Wie man auf der Ougenweide-Homepage erfährt, wurde nur ein Teil der für die erwähnte Aufführung komponierten Stücke auf diesem Album veröffentlicht.

In der zweiten Hälfte vertonen Ougenweide dann wieder altertümliche Texte. Mit Totus Floreo ist erstmals ein lateinisch gesungenes Stück dabei, es stammt aus den Carmina Burana, die den meisten durch die Vertonung von Carl Orff bekannt sein dürften. Höhepunkte sind außerdem Wol mich der Stunde nach einem Gedicht von Walther von der Vogelweide, mit einem schönen jammenden Instrumentalteil, sowie Durch den Ermel gât daz Loch, das mit wunderbarem A-Capella-Gesang von Minne Graw beginnt und sich über einen eher meditativen Mittelteil zu einem richtiggehend rockenden (relativ gesehen) Stück mit Anklängen an Jethro Tull entwickelt.

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Die Instrumentierung ist wieder weitgehend akustisch, wobei die Verwendung des Krummhorns in einigen Stücken den besonderen „Mittelalter-Touch“ verleiht. Vereinzelt kommt auch mal E-Gitarre zum Einsatz, aber wenn, dann doch eher zurückhaltend.

Eulenspiegel erschien 2006 erstmals auf CD, zusammen mit dem Vorgänger Ohrenschmaus. Zur Aufmachung der CD siehe dort. Schade, dass auch hier wieder einige Information, die auf der LP enthalten waren, nicht übernommen wurden. So wird der Text des abschließenden Stücks Enzio verständlicher, wenn man weiß, dass es sich um die Übersetzung eines Gedichts von Enzio von Sardinien, eines Sohnes Kaiser Friedrichs II., handelt, das dieser während seiner über zwanzigjährigen Haft in Bologna schrieb.

Für Liebhaber folk-proggiger Klänge ist Eulenspiegel, ebenso wie Ohrenschmaus, Pflicht! (Jochen Rindfrey)

Dem schließe ich mich jetzt einfach mal vorbehaltslos an.

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Besetzung:
Olaf Casalich (drums, percussion, vocals)
Minne Graw (piano, flute, harmonium, vocals)
Wolfgang von Henko (guitar, mandolin, vocals)
Jürgen Isenbart (percussion)
Frank Wulff (flute, crumhorn, mandolin, banjo, bouzouki, guitar, vocals)
Stefan Wulff (bass, guitar, acccordion)
+
Florian Wulff-Haack (Eulenspiegel bei 01.)

BackCover

Titel:
01. Till (Wulff-Raven/Casalich(v.Henko) 0.28
02. Tyllurius Spiegelius (v.Henko/Wulff) 3.22
03. Der Hofmaler (Wulff/Wulff-Raven) 5.06
04. Till und die Gelehrten (Graw) 4.28
05. Tills Ende und Vermächtnis (Casalich/v.Henko) 5.20
06. Welscher Tanz und Hupfauf (Traditional/Wulff-Raven/Graw/Casalich/Wulff/ v.Henko/Neusiedler) 2.46
07. Totus Floreo (Traditional/Wulff-Raven/Graw/Casalich/Wulff/v.Henko) 2.43
08. Wol mich der Stunde (Traditional/Wulff-Ravens/Graw/Casalich/Wulff/v.Henko/von der Vogelweide) 5.38
09. Durch den Ermel gat das Loch (v.Reuental/Casalich) 4.59
10. Enzio (Casalich/v.Henko) 2.12

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Jens Kommnick – Kommick spielt Mey (2011) – Kommick spielt Mey (2011)

FrontCover1.jpgUnd nun wieder mal was ganz besonderes … der Begriff „Schmankerl“ ist fast schon eine Untertreibung:

Da haben wir den Reinhard Mey (den brauc´ich nicht weiter vorstellen) und dann haben wir den Jens Kommnick und der stellt sich mal selber vor:

Jens Kommnick lebt in Wremen – einem Fischerdorf an der Nordsee – und arbeitet als Musiker, Komponist, Arrangeur, Produzent und freier Autor. Er begann mit 11 Jahren begeistert das Gitarrespielen zu erlernen und orientierte sich dabei zunächst an Persönlichkeiten der Liedermacher- und Folkgitarristen-Szene (Reinhard Mey, Hannes Wader, Werner Lämmerhirt, etc.). Mit 15 Jahren hatte er seine ersten Soloauftritte als Gitarrist in deutschen Folkclubs. Zudem bekam er ein 4-jähriges Engagement beim Stadttheater Bremerhaven. Mit 17 kam er in Kontakt mit irischen Musikern, wodurch seine Liebe für die keltische Musik ausgelöst wurde und bis heute anhält.

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Seine Instrumente erlernte er hauptsächlich autodidaktisch. Zeitgleich mit seiner wachsenden Faszination für die keltische Musik studierte er klassische Gitarre und Kirchenorgel in Köln und lernte zudem Musiker/innen aus der lokalen Jazz-Szene kennen, wodurch er mit weiteren musikalischen Einflüssen in Berührung kam, die seinen Stil prägten. Es ergaben sich die verschiedensten Live- und Studioprojekte mit Persönlichkeiten wie Reinhard Mey, Liam O’Flynn, Werner Lämmerhirt, Klaus Weiland, Gerry O’Connor, Brendan Power, Allan Taylor, Tom McConville, Charlie McGettigan, Helmut Debus, John McSherry, Dónal O’Connor, Kevin Crawford, Cillian Vallely, Peter Kerlin oder Frank Bode sowie mit Gruppen wie Iontach, Limerick Junction, Liederjan und Lá Lugh. Jens ist an über 60 CD-Produktionen unterschiedlichsten akustischen Stils (Celtic Fingerstyle Guitar, Traditional & Contemporary Irish Music, Singer-Songwriter, Liedermacher, Musik für Kinder) beteiligt und dürfte landesweit der wohl meistgefragteste Studiomusiker dieser Szene sein.

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2012 wurde er – als erster und einziger Deutscher in der Geschichte überhaupt – „All Ireland Champion“; und das gleich doppelt: sowohl als Solist als auch als Begleiter. 2015 erhielt er für sein 3. Soloalbum „redwood“ den begehrten „Preis der deutschen Schallplattenkritik“. Schließlich arbeitet er als Gitarren- , Bouzouki- und Whistle-Lehrer auf zahlreichen Workshops in der ganzen Republik und im europäischen Ausland. (Selbstdarstellung)

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Und wann auch immer der Reinhard Mey den Jens Kommnick getroffen hat …. der Mey hatte jedenfalls im Jahr 2011 die Idee, dass just dieser Jens Kommnick mal ein Album mit akustischer Gitarrenmusik aufnehmen sollte … und dafür so etliche seiner Kompositionen als Basis nehmen sollte.

Gesagt, getan !

Und die Kompositionen von Reinhard Mey sind wirklich nur die Basis (und wahrlich keine schlechte Basis) … was der Jens Kommnick dann daraus gemacht ist schlicht und ergreifend sensationell. Und dabei bediente er sich niccht nur seiner Gitarre, sondern fügte nnoch diverse und ergänzende andere Instrumente hinzu … so entstand kein Album mit Klampfen-Musik, sondern ein Album, das voller musikalischer Überraschungen steckt.

Wenn´s nach mir ginge, müsste so ein Album wochenlang die Nummer 1 in den Charts sein … aber mich fragt ja keiner …

Ach ja … das Cover wurde von Jim Rakete fotografiert-.

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Besetzung:
Jens Kommnick (guitar, bouzouki, mandolin, bass, cello, viola, violin, harp, piano, low whistle, uilleann pipes)

BackCover

Titel:
01. Die erste Stunde 3.09
02. Kleines Mädchen 3.04
03. Ich bin Klempner von Beruf 2.28
04. Berlin tut weh 2.55
05 Mein Kanapee 2:58
06. Ein Stück Musik von Hand gemacht 2.45
07. Es gibt keine Maikäfer mehr 4.12
08. Menschenjunges 3.51
09. Nachtflug 3.39
10. Die Kinderhosenballade 2.52
11. Drei Jahre und ein Tag 3.21
12 Danke, Liebe Gute Fee 4:17
13. Frühlingslied 2.37
14. Selig sind die Verrückten 3.36
15. Lebewohl, adieu, gute Nacht 4.39

Musik: Reinhard Mey

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Werner Lämmerhirt – All Alone (1979)

frontcover1Für mich war eine ganz wichtige Figur im Bereich der virtuosen Gitarrenmusik:

Werner Lämmerhirt (* 17. März 1949 in Berlin; † 14. Oktober 2016 in Bodenwerder) war ein deutscher Gitarrist.

Lämmerhirt gilt als Wegbereiter der Fingerstyletechnik in Deutschland. Er wirkte in den 1970er Jahren als Studiomusiker an Aufnahmen von Hannes Wader mit und begleitete ihn auf Tourneen. Sein virtuoses Gitarrenspiel orientierte sich am US-amerikanischen Country Blues und an Gitarristen wie Marcel Dadi und Davey Graham. Dessen Instrumentalstück Angi befindet sich – mit dem Titel Angie – auf Lämmerhirts erstem Soloalbum, das 1974 auf dem Plattenlabel Stockfisch Records veröffentlicht wurde.

Ein weiteres Charakteristikum war seine rauchige Gesangsstimme. 1975 nahm er unter anderem mit den Gitarristen Klaus Weiland und Sammy Vomáčka ein vielbeachtetes Session-Album auf. Im Laufe der Jahre entstanden etliche musikalische Projekte mit anderen Musikern wie Michael Lohrengel, Peter Ratzenbeck, Peter Finger, Colin Wilkie und Wizz Jones. Während er auf den frühen Alben meist englischsprachige Songs auswählte oder selber schrieb, präsentierte Lämmerhirt auf seinen späteren Alben eigene deutschsprachige Lieder. 1998 wurde er mit dem Ravensburger Kupferle ausgezeichnet.

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Werner Lämmerhirt bei seinem ersten PRISMA-Auftritt in Pforzheim, 1974

Ab 2001 veranstalteten Lämmerhirt und der Kunst- und Kulturverein Kultini e. V. jedes Jahr im November die Veranstaltung „Nacht der leisen Töne“ in seinem Wohnort Bodenwerder.

Im August 2016 gab er auf seiner Webpräsenz das Ende seiner Karriere bekannt. Zuvor hatte er alle anstehenden Konzerte aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Lämmerhirt starb, an Krebs erkrankt, am 14. Oktober 2016.

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Lämmerhirt spielte als Hauptinstrument bis zu seinem dritten Soloalbum (1976) eine Martin D-35S, eine Dreadnought-Gitarre mit geschlitzter Kopfplatte und Halsansatz am zwölften Bund. Danach verwendete er Instrumente des deutschen Gitarrenbauers Oetter. Bei Stücken, die mit Effektgeräten und elektrischer Verstärkung gespielt wurden, wie z. B. To Live by the River  vom Album All Alone, kam eine Ovation-Gitarre zum Einsatz. (by wikipedia)

Und hier dieses „All Alone“ Album. Spätestens seit Paul Brett habe ich einen Faible für diese akustische Gitarrenmusik:

Und aus der Verbindung von Folk, Swing, Blues und seinem typisch-eigenwilligen Stil entstanden kraftvoll-rhythmische, oft auch verspielte Kompositionen.

„Werner Lämmerhirts frühe Aufnahmen sind ein Stück deutscher Musikgeschichte. Und auch heute noch unbedingt hörenswert. Fingerpicking vom Feinsten. Und wer selbst Gitarre spielt, wird diese Leistung noch mehr zu würdigen wissen.“ (Ulrich Rohde)

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Werner Lämmerhirt, 1979

Besetzung:
Werner Lämmerhirt (guitar, vocals)

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Titel:
01. Ovation (Lämmerhirt) 3.44
02. Wintertime Has Come (Lämmerhirt)  5.22
03. Rainy Day In Amsterdam (Lämmerhirt) 4.59
04. Walk In The Rain (Lämmerhirt) 6.38
05. To Live By The River (Lämmerhirt) 4.30
06. Fly Me To The Moon (Howard) 4.46
07. Ich denke oft an Ingelheim (Traditional/Lämmerhirt) 2.15
08. Sympathy For An Old Castle (Lämmerhirt) 3.29
09. Ballad Of A Music Man (Lämmerhirt) 5.41

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Werner Lämmerhirt (* 17. März 1949 in Berlin; † 14. Oktober 2016 in Bodenwerder)