Joan Baez – Ihre schönsten Lieder (1981)

FrontCover1Mit der Popularität von Joan Baez konnte Fasia Jansen natürlich nicht mithalten … aber halt: was hat eine Joan Baez in diesem blog zu suchen ?Nun ganz einfach … Ihr wurde speziell für den deutschen Plattenmarkt ein eigener Sampler gespendet mit dem Titel „Ihre schönsten Lieder – Die Stimme,. die uns leben, lieben, hoffen läßt“. (Aus der Rundfunk- und Fernsehwerbung)

Nun ja, dieser etwas schwülstige Titel weist auch auf die Zielgruppe dieser Veröffentlichung hin. 1980/81 hatte die deutsche Friedensbewegung mit ihrem Kampf gegen den Nato-Doppelbeschluss gewaltigen Zulauf, zudem begann sich die ökologische Bewegung immer lautstärker zu artikulieren.

Und in diesen Kreisen, war dieser Lieder natürlich beliebt, viele gehörten und gehören zum Kanon der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung … böse Zungen könnten auch sagen: Das sind halt so Lagerfeuer-Lieder.

Mag ja sein, aber das ändern nichts daran, dass viele dieser Lieder Ausdruck dieser Jugendbewegung in den 60er Jahren waren und bleiben. Basta !

Und dann hören wir noch ein Lied in deutscher Sprache: „Sag mir wo die Blumen sind“ … dieser Klassiker, der bei uns durch die großartige Marlene Dietrich populär gemacvht wurde.

Von daher ist dieses Album ein durchaus gelungener Einstief in jene Lieder, die viele von uns, auch mich geprägt haben.

Bettina Wegner

Bettina Wegner & Joan Baez

Und die Hüllengestaltung … na ja. da hatte man wohl all die Anhänger der Friedens-bewegung (weiblich) im Sinne.

Und weil´s grad so einfiel, habe ich noch drei zusätzlich Titel mit eingepackt. Zum einen das großartige Lied „Joe Hill“ wie sie auf dem Woodstock Festival 1969 gesungen. Mit diesem Lied lernte ich Joan Baez erstmalig kennen und es war und bleibt für mich ein sehr prägendes Lied …

WeckerBaez

Joan Baez mit Konstantin Wecker

Und dann noch zwei Versionen von klassischem Folkmaterial … und was draus wird, bzw. werden kann wenn, wenn sie in die Hände von gestandenen Rockern fallen.

Frijd Pink zeleb rieren gnadenlos ihren Heavy-Fuzz Gitarren Stil … Kategorie: saugut und der von mir so geschätzte Leslie West bringt ne ganz und gar kernige Version von „f I Were A Carpenter“ … man beachte dabei auch die Sängerin Dana Valery !!!

Und ich verhehle nicht, dass mich diese „knackigen“ Versionen schon sehr überzeugen.

BackCover1

Besetzung:
Joan Baez (vocals, guitar)
+
diverse Begleitmusiker

JoanBaezWoodstock

Joan Baez in Woodstock, 1969

Titel:
01. The Night They Drove Old Dixie Down (Robertson) 3.25
02. Help Me Make It Through The Night (Kristofferson) 3.00
03. It’s All Over Now Baby Blue (Dylan) 3.24
04. If I Were A Carpenter (Hardin) 2.09
05. Put Your Hand In The Hand (MacLellan) 3.24
06. House Of The Rising Sun (Traditional) 2.58
07. Will The Circle Be Unbroken (Traditional) 4.20
08. Sag mir wo die Blumen sind (Seeger(Colpet) 4.02
09. Let It Be (McCartney/Lennon) 3.45
10. Farewell Angelina (Dylan) 3.17
11. There But For Fortune (Ochs) 3.15
12. Love Is Just A Four Letter Word (Dylan) 3.35
13. It Ain’t Me Babe (Dylan) 3.22
14. Donna Donna (Zeitlin/Kavess/Secunda/Schwartz) 3.14
15. Colours (Leitch) 3.06
16. We Shall Overcome (Hamilton/Carawan/Seeger/Horton) 3.26
+
17. Joe Hill (live Woodstock Festival, 1969) (Robinson/Hayes) 3.14
18. If I Were A Carpenter (Leslie West, 1975) (Hardin) 5.19
19. The House Of The Rising Sun (Frijid Pink, 1970) 4.43

LabelB1

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JoeHillLyrics

Fasia (Jansen) – An meinen amerikanischen Brieffreund Jonny + 2 (1962)

FrontCover1Hier die Biographie einen nun wirklich bemerkenswerten Frau:

Fasia Jansen (* 6. Juni 1929 in Hamburg; † 29. Dezember 1997 in Oberhausen) war eine deutsche politische Liedermacherin und Friedensaktivistin.

Die uneheliche Tochter des liberianischen Generalkonsuls Momulu Massaquoi und des deutschen Zimmermädchens Elli Jansen erlebte schon früh Hänseleien und Ausgrenzung sowohl aufgrund ihrer Hautfarbe als auch aufgrund ihrer unehelichen Geburt. Die im Hamburger Arbeiterviertel Rothenburgsort aufgewachsene Jansen durchlebte in der Zeit des Nationalsozialismus die Probleme eines offensichtlich „nichtarischen“ Menschen. Ihre an Josephine Baker orientierte Hoffnung, ihr Leben mit Musik und Tanz zu bestreiten, wurde vorerst zerstört, als sie mit 11 Jahren aus der Tanzschule geworfen wurde. Drei Jahre später wurde sie „dienstverpflichtet“ und musste in einer Suppenküche arbeiten, die auch Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg belieferte. Die Fünfzehnjährige erlebte sowohl die Brutalität der SS als auch die Verzweiflung der Häftlinge – Erlebnisse, die ihr Leben entscheidend prägten. Während dieser Zeit zog sie sich ein Herzleiden zu, unter dem sie den Rest ihres Lebens litt.

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Fasia Jansen mit Joan Baez

In der jungen Bundesrepublik versuchte Jansen, die Erfahrungen aus dem Lager zu verarbeiten und das Andenken der Toten und ihrer Ideale aufrechtzuerhalten. Sie begann wieder mit der Musik, zuerst in einem Hamburger Chor, später auch mit eigenen Liedern. Sie zog ins Ruhrgebiet und engagierte sich in den politischen Kämpfen der Zeit. Sie trat bei zahlreichen Ostermärschen auf, unter anderem 1966 zusammen mit Joan Baez, spielte bei den großen Streiks vor den Werkstoren von Krupp, Hoesch oder Thyssen und bei der Weltfrauenkonferenz der UNO in Nairobi und trat auf den Burg-Waldeck-Festivals auf. Sie erhielt zahlreiche Strafbefehle wegen Volksverhetzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, aber immer wieder auch Angebote, Schlager zu singen und somit kommerziell erfolgreich zu werden.

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Fasia Jansens Vater war außerdem der Großvater des Journalisten und Schriftstellers Hans-Jürgen Massaquoi. Obwohl beide in Nachbarschaft zueinander aufwuchsen, kannten sie sich nicht persönlich.

Fasia Jansen erhielt 1991 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

2014 erhielt die städtische Gesamtschule in Alt-Oberhausen den Namen Fasia-Jansen-Gesamtschule (wikipedia)

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Ich habe dieser Präsentation die Rede von Petra Eberhardt anlässlich der Beisetzung von Fasia Jansen beigelegt. Dort finden sich dann noch diverse biographische Angaben und Ereignisse. So findet man dort z.B. auch folgenden Satz:

Wenn Fasia von ihrer Kindheit sprach, dann davon, dass ihre Mutter sie als Baby verstecken musste. Ein uneheliches Kind und dazu ein schwarzes!

Davon, dass sie ihrer Hautfarbe wegen die vielen Anpöbelungen hasste, so sehr, dass sie sich einmal ihren ganzen Körper und die Haare mit heller Ölfarbe einrieb, um endlich weiss wie die anderen zu sein.

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Fasia Jansen & Dieter Süverkrüp

Hier nun ihre erste Single, veröffentlicht auf dem von Gerd Semmer frisch gegründetem Pläne Label.

Und hier singt eine aufrechte Frau mit ihrer einer markanten Stimme … und sie bezieht Position („und auch Kinder sind am Naplam krepiert“).

Ich kann mich da nur – angesichts dieser Biogrsphie und angesichts dieser unbeugsamen Persönlichkeit nur verneigen … solche Menschen braucht das Land !

BackCover

Besetzung:
Fasia Jansen (vocals, guitar)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. An meinen amerikanischen Brieffreund Jonny (Fasia)
02. Verbrannte Erde in Deutschland (Fasia/Semmer)
03. Mein Mann qar Kumpel (Fasia)

LabelB

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FasiaJansen01

Fasia Jansen (* 6. Juni 1929 in Hamburg; † 29. Dezember 1997 in Oberhausen)

Verschiedene Interpreten – Leipziger Folk Sessions Vol. 3 – www. hollahi.de (2001)

FrontCover1Nachdem die beiden ersten CD´s der Leipziger Folk Sessions nicht nur musikalisch ganz großartig waren, gab´s dann 2001 eine weitere Edition, die sich „www. hollahi.de“ nannte.

Anders als bei den beiden Vorgängeralben verzichtete man auf ein spezielles Thema , sondern man bot einfach einen bunten Strauß von traditioneller Folklore und ergänzte diese dann auch noch mit Schlagern wie „Der Novak lässt mich nicht verkommen“ (von der ganz und gar herrlichen Gisela aus Schwabing). Auch ein Brecht/Weill Song („Ballade von der unzulänglichkeit menschlichen Strebens“) wurde in das Programm aufgenommen.

Und so entstand ein Leipziger Allerlei, das leider nicht an die beiden Vorgänger-Alben herran reichen konnte. Zuweilen kommt einem der Gedanke „was haben die denn geraucht“, wenn man die Aufnahmen (wie z.B. „Ich ging einmal“) hört …

Wüsste man nicht, dass diese Aufnahmen explizit für diese dritte Ausgabe der „Leipziger Fol Sessions“ eingespielt wurden, könnte man der Meinung sein, hier wurden Aufnahmen verwendet, die man bei den früheren Sessions halt mal so eingespielt hat, dann aber von einer Veröffentlichung abgesehen hat.

InletAuch wenn die Aufnahmen irgendwie völlig zerfahren wirken, ist auch diesmal das booklet vorbildlich, die erläuternden Texte sind erneut informativ und zeigen, dass sich diese Barden mit der Historie der Lieder wirklich beschäftigt haben.

Und auch wenn diese CD den Vorgänger nicht das Wasser reichen kann, hörenswert ist sie dennoch.

Und ich bedauere es sehr, dass dann keine „Volume 4“ erschienen ist … Zu sehr hätte ich mir ne pralle Live-CD mit Jürgen B. Wolff und seinen Kumpanen gewünscht !

DieMusiker
Besetzung:

Ulrich Doberenz (bass)
Susanne Grütz (vocals)
Uwe Sterzik (vocals, banjo)
Max Teich (saxophone, clarinet)
Andreas Uhlmann (accordeon, viola)
Till Uhlmann (hurdy-gurdy, violin)
Manfred Wagenbreth (vocals, mandolin, bouzouki, guitar)
Per Winker (drums, percussion)
Jörg Wolf (vocals, clarinet)
Jürgen B. Wolff (vocals, guitar, waldzither)
Jens-Paul Wollenberg (vocals)
+
Michael Beddies
Dirk Wasmund (saxophone bei 02. + 04.)

Inlet04A
Titel:
01. Wohlauf, die Luft (Wanderfahrt) (v.Scheffel/Becker) 4.03
02. Verschnupft im Heu (Traditional) 4.10
03. Horch was kommt (von draußen rein) (Traditional) 4.53
04. König In Thule (Goethe/Zelter) 4.37
05. Ballade von der unzulänglichkeit menschlichen Strebens (Brecht/Weill) 2.49
06. Die krumme Lanke (Sieg) 5.45
07. Das Nest (v.Sallet/Wolff) 4.37
08. Jahr des Hundes / Tag des Herrn (Traditional) 4.13
09. Und Meyer sieht mich freundlich an (Benauer/Fall) 2.25
10. Der Nowak (Wiener) 5.43
11. Hans Im Schnakeloch (Traditional/Wolff) 4.04
12. Christian verzweifelt gesucht (Traditional) 5.24
13. Ich ging einmal (Nanunanunanu) (Traditional) 3.28
14. Es geht alles vorbei (Wallner/Feltz/Raymond) 6.22

CD1

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Mehr Leipziger Folk Sessions:

MehrLeipzigerAllerlei

Verschiedene Interpreten – 3. Festival des politischen Liedes (1972)

JFrontCover1etzt ein wenig Klassenkampf aus den 70er Jahren, gelegentlich im Mitklatsch-Ryhthmus. Die Rede ist von den Festivals des politischen Liedes in der DDR:

Das Festival des politischen Liedes war eine der größten Musikveranstaltungen in der DDR. Es wurde vom Oktoberklub begründet und fand zwischen 1970 und 1990 jedes Jahr im Februar als offizielle Veranstaltung der FDJ in Ost-Berlin statt. Der Hauptveranstalter war zunächst die FDJ-Bezirksleitung Berlin, ab 1975 der FDJ-Zentralrat. 1980 wurde eine Kompilation der ersten 10 Jahre des Festivals unter dem Titel Zehnkampf – Festival Des Politischen Liedes 1970–1980 herausgegeben. Im gleichen Jahr wurde ein hauptamtliches Büro „Festival des politischen Liedes“ gegründet. Die Organisation des Festivals erfolgte zu großen Teilen ehrenamtlich. Künstlerinnen und Künstler aus 60 Ländern (jeweils 50 bis 80 Künstler, Künstlerinnen und Gruppen aus rund 30 Ländern) traten auf, darunter Prominente wie Mikis Theodorakis, Miriam Makeba, Quilapayún, Inti-Illimani, Silvio Rodríguez, Mercedes Sosa, Canzoniere delle Lame und Pete Seeger. Das erste Festival fand vom 15. bis zum 21. Februar 1970 statt.

Nach dem Zusammenbruch der DDR verlor das Festival seine Funktion und die kulturelle Infrastruktur, auf der es basiert hatte. Um das Festival fortzuführen, wurde ein Förderverein gegründet, der 1991 bis 1994 das ZwischenWelt Festival als „neues Festival des politischen Liedes“ durchführte. Der Verein löste sich 1995 wegen finanzieller Probleme auf.

Im Jahr 2000 erfolgte mit einem kleinen Festival ein Neustart unter veränderten Vorzeichen. Die heutige inhaltliche Ausrichtung manifestiert sich seit 2001 in dem neuen Namen Festival Musik und Politik.

Maskottchen des Festivals war ein roter Spatz namens Oki. Der Name Oki ist abgeleitet von Oktoberklub. (Quelle: wikipedia)

BackCover1Oder aber auch:

Das Festival des politischen Liedes fand von 1970 bis 1990 jedes Jahr im Februar in Ostberlin statt. Es war eine der größten Musikveranstaltungen der DDR und eine „internationale Institution“ (Mikis Theodorakis 1983). KünstlerInnen aus über 60 Ländern aller Kontinente traten hier auf, darunter Größen der Folk- und Liedermacherszene wie Miriam Makeba, Quilapayún und Pete Seeger. Große Ereignisse der Weltpolitik (Vietnam, Chile, Nikaragua usw.) und die „politische Fieberkurve der DDR“ (Hans-Eckardt Wenzel 1999) spiegelten sich im Festival wider. Vom Oktoberklub begründet, wurde das Festival zu einer offiziellen Veranstaltung des Jugendverbandes FDJ und damit teilweise vereinnahmt und missbraucht. Vor allem jedoch war es ein Fenster zur Welt und eine Frischzellenkur für das Kulturleben der DDR. (Quelle: songklub.de)

Fria Proteatern

Aus Schweden: Fria Proteatern

Und mit sehr gemischten Gefühle höre ich dieses Album nach vielen Jahren wieder.

Einerseits: damals war ich ein glühender Verfechter für den demokratischen Sozialismus (so wie ihn Salvadore Allende in Chile versuchte zu realisieren, bis ihm die Schergen vopn Pinochet – natürlich unterstützt von den USA – den Garaus machten) und von daher schätzte ich durchaus ein Liedergut, das Themen wie Ausbeutung, Unterdrückung zum Thema hatten.

Andererseits erschienen mir schon damals all diese klassenkämpferischen Melodien und Texte arg verkrampft, phrasenhaft, gewollt und

Und dann war mir wohl auch schon damals klar, dass es auch die DDR mit Menschenrechten nicht sonerlich ernst nahm. Im Gegenteil: mit der Stasi hatten sie ein wirklich perfides Spitzel- und Verräter-System installiert, das – und dieser Hinweis sei erlaubt – an das Denunziantentum im III. Reich erinenrte …

Und dennoch: Meine tiefe Sympathie gilt weiterhin all jenen Menschen, die mit diesen Liedern (und ka, manche sind auch arg naiv) für eine bessere Welt eintreten wollten … nach dem Motto: „Maybe I´m a dreamer, but I´m not the only one… „. Und die internationale Besetzung (einschließlich den Wessis Dieter Süverkrüpp und Die Conrads !) ist in der Tat eine mehr als spannende Sache … Und ja: der damalige Protest gegen die US-Barberei in Vietnam war berechtigt …

Von daher: ein wichtiges Zeitdokument ! Und bei einem Lied wie „Wem soll getraut werden“ … krieg ich heute noch ne Gänsehaut (wenngleich der Hinweis auf die „Lehren Lenins“ eigentlich ein ganz, ganz mieses Argument war und ist) !

Oktoberklub Berlin

Oktoberklub Berlin

Titel:
01. Oktober-Klub Berlin: Lied vom Vaterland (Andert) 4.01
02. Fria Proteatern: Habt ihr gehört, Genossen (Forslund/Idering/Ringbom/Ohrlander)
03. Dieter Süverkrüp: Ballade von Hans Dickhoff (Süverkrüp)
04. Gruppe Agit-Prop + KOM-Theater: Auf welcher Seite stehst du (Chydenius/Oksanen)
05. Silvio Rodriguez: Waffen hegen Waffen (Rodriguez)
06. Gruppe Sergej Nikitin: Pferde im Ozean (Berkowskij/Slutzkij)
07. Gruppe vietnamesischer Studenten + Fria Proteatern: Hymne der FNL (Sieng)
08. Quilapayún: Für Vietnam (Carrasco/Gómez)
09. Dr. Bhupen Hazarika: Lang lebe Bangladesh (Hazarika)
10. Gruppe Basta: Camilo Torres (Vigletti)
11. Gruppe Kalaka: Zigeunerlied (Mikó/Bari)
12. Agitpop: Europawalzer (Würgler/Holst/Jensen)
13. Die Conrads: Wem soll getraut werden (Maiwald)
14. Oktober-Klub Berlin: Friedenslied (Heicking/Andert)

LabelA1

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DieConrads

Die Conrads

City Preachers – Folklore (1966)

FrontCover1An den City Preachers kommt man eigentlich kaum vorbei, gleichgültig ob man sich für die Geschichte der Folkbewegung in den 60er Jahren bei uns interessiert, oder aber auch die Geschichte der Inga Rumpf wirklich kennen und verstehen will:

Die City Preachers gelten als erste Folk-Rock-Gruppe Deutschlands.

Gegründet wurde die Band 1965 in Hamburg von dem aus London stammenden Bankangestellten John O’Brien-Docker. Die Musik war eine Mischung von Folklore, später Folk genannt, aus aller Welt: Flamenco aus Spanien, Blues aus den USA, Irish Folk, Bouzouki-Klänge aus Griechenland, jiddische und Balkan-Lieder, aber auch frühe deutschsprachige Protestsongs sowie niederdeutsche Lieder.[1]

Die City Preachers traten bis in die 1970er Jahre hinein in wechselnden Besetzungen auf. Die Zahl der Bandmitglieder schwankte zwischen fünf und zehn. Die Schallplatten der Band verkauften sich recht gut.

CityPreachers1965

City Preachers, 1965 (in St. Georg im Hinterhof direkt hinter dem „Hotel Atlantic“ . Hamburg)

Aus der Band gingen namhafte Musiker hervor. Dazu gehören neben dem Gypsy-Swing-Gitarristen John O’Brien-Docker und dem Sänger und Fernsehschaffenden Kalle Freynik die Sängerinnen Inga Rumpf, Sibylle Kynast, Dagmar Krause, der Sänger, Kunstpfeifer und Multiinstrumentalist Eckart Kahlhofer, der Keyboarder Jean-Jacques Kravetz und der Schlagzeuger und spätere Sänger Udo Lindenberg. Insgesamt wirkten über 20 Solisten in dieser Band in wechselnden Besetzungen nach dem sogenannten „Baukastenprinzip“ mit, das heißt „Jeder ist Solist“ und „Jeder spielt mit Jedem“. So unterschiedliche Sängerinnen wie Inga Rumpf, Sibylle Kynast und Dagmar Krause sangen über mehrere Jahre hinweg neben- und miteinander in der Gruppe.

CityPreachers1970

Jean-Jacques Kravetz, Dagmar Krause, Karl-Heinz Schott, Udo Lindenberg und Inga Rumpf

Inga Rumpf, Dagmar Krause, Karl-Heinz Schott, Udo Lindenberg und Jean-Jacques Kravetz entfernten sich 1969 immer mehr von der Folk-Musik. Udo Lindenberg schied aus und spielte Schlagzeug bei Peter Herbolzheimer und Klaus Doldinger, bevor er 1973 eine Solokarriere begann. Dagmar Krause ging nach England (Slapp Happy). Inga Rumpf, Karl-Heinz Schott, der neue Schlagzeuger Carsten Bohn und Jean-Jacques Kravetz wählten den Bandnamen Frumpy.

1970 trafen sich Dagmar Krause, Sibylle Kynast, Elga, Jürgen Stielow, Eckart Kahlhofer und Michael Laukeninks zu einer City-Preachers-Produktion im Studio, um die LP Back to the City aufzunehmen, die 1971 auf dem Hörzu/Metronome-Label veröffentlicht wurde.

Michael Laukeninks, Manager und Produzent der City Preachers, arbeitete als Lektor bei den Schacht-Musikverlagen, 1971 als Promoter bei WEA Records und 1973 als Redakteur beim NDR. Bis zu seinem Tod am 22. Juli 2018 war er darüber hinaus als Fotograf tätig. (wikipedia)

CityPreachers1968

City Preachers, 1968

Und hier ihr erste Album … eine wahrlich bunte Mischung aus Folklore aus aller Welt, garniert mit ein paar wenigen Eigenkompositionen … hübsch anzuhören … natürlich mit jener Portion Naivität jener Jahre …

Hüllentext

Aber gerade wegen dieser gehörigen Portion Naivität ist mir diese LP doch sehr sympathisch.

BackCover1

Besetzung:
Karlheinz „Kalle“ Freynik (guiar, vocals)
Götz Humpf (vocals)
Sibylle Kynast (vocals)
Michael Laukeninks (bouzouki)
John O’Brien-Docker (guitar, vocals)
Inga Rumpf (vocals, guitar)
Bruno Schmidli (bass)
Marianne Therstapen (vocals)

FrontCover(USVersion)

Die US Version (mit anderen Titeln, demnächst in diesem Theater)

Titel:
01. Apopse Kanis Bam (Traditional) 2.46
02. Come Back, Baby (White) 2.48
03. Porqué Madalena ? (Firchow) 2.58
04. Toll The Bell Easy (Traditional) 2.21
05. Schlaf nur ruhig ein (Freynik/Weaver) 3.01
06. Black, Brown And White (Broonzy) 3.05
07. Alegrias Por Ana Mary (Traditional) 2.29
08. Pick A Bale Of Cotton (Traditional) 2.50
09. Somethimes I’m In The Mood (Dylan/Rumpf) 2.57
10. Ick hebbe se nich (Traditional) 2.29
11. Railroad Bill (Traditional) 2.24
12. Anula (Traditional) 1.37
13. Walking In The City (Brien-Docker) 2.51
14. Gregor (Traditional) 2.37
15. Wenn die Soldaten (Traditional) 2.33
16. De Sun Vet Arunter Gayn (Traditional) 2.38

LabelBB1

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Ein spöttisch-kritischer Bericht über die City Preachers aus dem Jahr 1968:

Esther + Abi Ofarim – Ofarim Konzert – Live 1969 (1969)

FrontCover1Wenn einem die Plattenfirma ein derartig üppiges Album spendiert, dann ist das wohl ein untrügliches Zeichen dafür, dass man auf dem Zenit des Erfolges ist.

So geschehen mit Esther & Abi Ofarim im Jahre 1969, als sie eine große Tournee durch Deutschland antraten und dann dazu passend ein Doppelalbum veröffentlichten.

Hinter den Kulissen schien es aber bereits zu kriseln, denn am 1. März 1969 standen die beiden letztmals gemeinsam auf der Bühne, im November 1970 war das Paar geschieden.

So ist dieses Live-Album wohl das letzte Dokument der Zusammenarbeit von Ester und Abi.

Geboten wird eine wahrlich bunter Mischung aus internationaler Folklore im Westdeutschland der 60er Jahre konnte uns (neben der Beatmusik *ggg*) wohl nichts besseres passieren, als auf die Vielfalt der musikalischen Ausdrucksweisen hingewiesen zu werden.

Booklet02A

Da gibt es natürlich viele Lieder aus Israel, aber auch aus Ländern wie Frankreich, England und den USA. Desweiteren werden dann auch noch Kompositionen der Bee Gees, den Beatles und Donovan (mit dem sie damals befreundet waren) dargeboten.

Auf ein Lied möchte ich aber ganz besonders hinweisen: „Ein kleiner Tambour“ ein altes Volkslied (ich vermute mal, dass es ursprünglich aus Frankreich kam), das mit unterschiedlichen Texten für völlig unterschiedliche Philosophien stand. Vom klassischen Volkslied über ein Lied der Arbeiterbewegung bis hin zu einem Lied der Nationalsozialisten (wer mehr wissen will, bitte hier)

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Die Fassung die hier von dem Gesangsduo dargeboten wird, gefällt mir ganz besonders … einfach weil sie ziemlich pfiffig ist.

Wer sich davon überzeugen möchte, ist hier mal wieder gut bedient, auch wenn die Scherzchen der beiden bei ihren Ansagen etwas arg dürftig sind.

Artikel

Besetzung:
Louis Deby (drums)
Rob Franken (piano)
Ruud Jacobs (drums)
Ingo Kramer (guitar)
Abi Ofarim (vocals, guitar)
Ester Ofarim (vocals)

Booklet01A

Titel:
01. Morning Of My Life (B.Gibb/R.Gibb) 3.05
02. Yo Ménamori De Un Eiri (Traditional) 3.38
03. Oh Waly, Waly (Okun) 3.18
04. Hachamor (Zamir) 2.24
05. Lord Of The Reedy River (Leitch) 2.24
06. Canario (Peters/Martina) 1.52
07. Aba Heidschi Bum-beidschi (Traditional) 2.58
08. 900 Miles From Home (Peters/White) 2.37
09. Un Prince en Avignon (Bourtayre/Rivat/Thomas) 3.23
10. Never Grow Old (Franko/Semel) 2.11
11. Adama Adamati (Zeira/Penn) 1.40
12. She’s Leaving Home (Lennon/McCartney) 3.56
13. Garden Of My Home (B.Gibb/R.Gibb) 3.13
14. Ein kleiner Tambour (Traditional) 3.08
15. Sanie Cu Zurgálái (Traditional) 1.31
16. My Lagan Love (Traditional)
17. Me Emek VeGive’a (Traditional)
18. Ya Viene Marzo Con Flores (Okun) 3.21
19. Go Tell It On The Mountain (Jarrow/Stookey/Okun/Travers) 2.52
20. Another Man (Peters/White) 1.50
21. El Vito (Peters/White) 1.50
22. Frank Mills (aus ‚Hair‘) (MacDermot/Ragni/Rado) 3.30
23. Ma Omrot Einayich (Zeirar/Shenhar) 3.30
24. Down By The River (Traditional) 2.20
25. Guten Abend, gut‘ Nacht (Brahms/Peters) 2.20
26, Cinderella – Rockafella (Williams) 3.17
27. Ty Pasztoj (Traditional) 2.14
28. Vorstellung der Musiker 1.00
29. Noch einen Tanz (Traditional) 3.11
+
30. Seite 1 (ungeschnitten) 20.47
31. Seite 2 (ungeschnitten) 21.03
32. Seite 3 (ungeschnitten) 20.45
33. Seite 4 (ungeschnitten) 21.13

LabelD1

*
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BackCover1

Mehr von Esther & Abi Ofarim:
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Verschiedene Interpreten – Klangfest München 2019 (2019)

FrontCover1.jpgGestern gab´s in München zum 10. Mal das sog. „Klangfest“ auf dem Areal des Kulturzentrums „Gasteig:

Zum zehnten Mal in Folge präsentieren die Regionalgruppe Süd des VUT und das Kulturreferat der Landeshauptstadt München das KLANGfest im Gasteig – wie gewohnt am Pfingstsamstag, der dieses Jahr auf den 8. Juni fällt.

Die Kombination aus Konzerten von 32 einzigartigen Bands auf 4 Bühnen bei freiem Eintritt und der Ausstellung unabhängiger bayerischer Musikfirmen, lockt jedes Jahr bis zu 13.000 Besucher_innen in den Gasteig. Damit ist das KLANGfest inzwischen eine feste Größe und ein besonderes Element in der Münchner Festivallandschaft.

Auf dem KLANGfest erleben die Besucher_innen live die kreative Kraft der Musikmetropolregion München. Musikalisch spannt der VUT-Süd dabei seit der ersten Ausgabe 2010 den Bogen von Jazz, Weltmusik über Rock, Pop und Elektronik bis hin zu Klassik. Künstler_innen wie Quadro Nuevo, Jamaram, Instrument, Willy Michl, Mo’Blow, Las Sombras, Dobre, bracc! und viele mehr, haben diese Vielfalt in den ersten neun KLANGfest-Ausgaben eindrucksvoll bewiesen und das Publikum begeistert.

Und auch für die Jubiläumsausgabe des KLANGfest konnten wieder zahlreiche hochkarätige Künstler_innen gewonnen werden. So haben u.a. Ludwig Seuss Band, Ecco Meineke & Andy Lutter, Matthias Lindermayer, Gruppa Karl-Marx-Stadt, Aretha Iskandar, Werner Maier, Florian Paul & die Kapelle der letzen Hoffnung, Tuija Komi, Susan Weinert, Sternschnuppe, Reverend Rusty, Saltyskin, Stray Colors, Alinea zugesagt.

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Der angeschlossene „CD-Salon“ dient den Musikfirmen als Bühne. Die Besucher_innen erhalten hier Einblicke in den Alltag und die Aufgaben von Musikunternehmen, die ihrerseits in Kontakt mit den Musikhörer_innen treten können. Gleichzeitig untermauert der CD-Salon: Der Tonträger ist immer noch das Fundament für die Entwicklung eines/einer Künstler_in. Ohne Zweifel bleibt er das wichtigste Promotion-Tool. Darüber hinaus schätzen begeisterte Musikhörer_innen, trotz Download-Plattformen und Streaming-Diensten, den Tonträger als Erinnerung zum Anfassen nach einem Konzert – vielleicht sogar von dem/der Künstler_in signiert.

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Einen KLANGfest-Sampler mit ausgewählten Stücken der auftretenden Künstler_innen gibt es natürlich auch in diesem Jahr wieder. Die Doppel-CD ist beim KLANGfest neben den aktuellen Produktionen der Künstler_innen an den Ständen der Musikfirmen erhältlich.

Zudem versteht sich das KLANGfest als Diskussionsplattform. Seit der zweiten Ausgabe organisiert der VUT-Süd eine Podiumsdiskussion mit Vertreter_innen aus der Branche. Besprochen werden jeweils aktuelle Themen aus den Bereichen Musik und Musiknutzung. In diesem Jahr diskutieren wir über die Frage „Wohin geht das Reden über Musik und die Branche? – Trends im Musikjournalismus“ Das Sprechen über Musik benötigt Plattformen und Filter, die es ermöglichen mit kompetenten Ansprechpartner_innen über Musik zu diskutieren und sich über Entwicklungen auszutauschen. Es scheint, als nehme nach der Einstellung von Print-Magazinen wie Intro, Groove oder Spex die Anzahl dieser Austauschmöglichkeiten ab oder aber die Diskussion verlagert sich ins Netz. Wo liegen die Trends für den Musikjournalismus heute und welche Empfehlungen lassen sich für den journalistischen Nachwuchs daraus ableiten? Diese Fragen diskutieren wir auf dem Panel „Trends im Musikjournalismus“. Die Diskussion beginnt um 14 Uhr in der Medienlounge im Foyer des Gasteig und ist für alle Interessierten offen.

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Die beteiligten Labels und Firmen

Das gilt gleichermaßen für die Live-Interviews. Nach ihren Konzerten nehmen alle Künstler_innen Platz auf der weißen Couch in der Medienlounge und beantworten die Fragen bekannter Münchner Journalist_innen. Und wer seiner Lieblingsmusiker_in schon immer mal eine Frage stellen wollte, hat die Gelegenheit dazu.

Wie in den vergangenen Jahren bietet das KLANGfest dieses Mal auch ein Kinderprogramm: Das Liedermacher-Duo Sternschnuppe wird bestimmt nicht nur Kinderohren begeistern.

Zudem erhält auch dieses Jahr wieder eine Newcomerband die Chance sich auf dem KLANGfest zu präsentieren. Diese wird durch ein Onlinevoting durch unseren Medienpartner Kulturvollzug ermittelt.

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Eindrücke vom Klangfest 2018

Im vergangenen Jahr schlossen die Veranstalter_innen dem KLANGfest erstmals ein Delegierten-Programm mit ausländischen Besucher_innen an, wo neben einem Meet & Greet mit den VUT Süd-Mitgliedsfirmen ein kleines Rahmenprogramm stattfand, bevor die Delegierten sich das die Bands im Showcase Programm ansahen. Dieses Programm wird auch in 2019 weitergeführt mit dem Ziel, die Künstler_innen und Mitgliedsfirmen noch besser international zu vernetzen.

Zusätzlich wird in 2019 voraussichtlich erstmals ein Veranstalter_innen-Kongress stattfinden.

Das KLANGfest München wird ehrenamtlich organisiert von der KLANGfest-Arbeitsgruppe des VUT-Süd. Besondere Unterstützung leisten: das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft, die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München und der Gasteig. Nicht zu vergessen sind zahlreiche weitere Sponsoren und Förderer sowie KulturVollzug, AZ, Musikwoche und Radio München als Medienpartner. (Quelle: http://www.vut.de)

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VUT ist übrigens die Abkürzung für „Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen“ .

Und wenn das Kulturreferat der Landeshauptstadt München mitmischt, gibt´s natürlich auch ein Grußwort:

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Und dann gab´s natürlich – wie jedes Jahr – eine Begleit-CD auf der alle beteiligten Künstler jeweils einen Song beisteuerten … Quasi der Soundtrack zu diesem Tag.

Und hier isser: Quasi frisch aus der Druckpresse …

Und dieses Album geht gleich gut lost und zwar mit einer pfiffigen Version des Klassikers „Brüderlein komm tanz mit mir“.

Und die große Vielfalt der unterschiedlichsten Stile kann einen so richtig erfreuen. Und natürlich – und das liegt auf der Hand – hören wir Songs unterschiedlichster Qualität.

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Weitere Eindrücke vom Klangfest 2018

Mir, als Vertreter der reiferen Jugend gefallen dann natürlich allen vor an die Ludwig Seuss Band, aber da gibt es noch weit mehr zu entecken

Z.B. Reverend Rusty & The Case (die gibt´s auch schon seit 1989 !), Roger Jannotta und Phillip Schipek (feiner Jazz), Stray Colors, Werner Meier und Ecco Meineke (beide sind aus der bayerischen Musikszene schon gar nicht mehr wegzudenken) … und dann naürlich noch die famose Jazzgitarristin Susanne Weinert.

Und ich bin mir sicher, das da jeder etwas entdecken kann … die überwiegend junge Musikszene präsentiert sich prachtvoll und schillernd …

Einen Sonderpreis für geniale Band vergebe ich dann noch an Fräulein Tüpfeltaubes Tagebuch, Florian Paul & Die Kapelle der letzten Hoffnung, dicht gefolgt von Beda mit Palme.

Und wieder mal so ein Beispiel wie bunt und viefältig die deutsche Musikszene in Jahr 2019 ist … einfach nur herrlich !

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Titel:

CD 1:
01. Jeanette und Jan Röck: Brüderlein komm tanz mit mir 2.20
02. Ludwig Seuss Band: Cher Catin 5.02
03. Roger Jannotta: Giovanna 4.06
04. Phillip Schipek: Up 4.20
05. Saltyskin: Cut 4.47
06. Susann Weinert: Die Kraniche 7.32
07. Fräulein Tüpfeltaubes Tagebuch: Süße Bitterkeit 2.45
08. Beda mit Palme: Schwarm Göd 2.33
09. Die Broccolis: Portwein Baby 3.37
10. Ecco Meineke: St. Nic 4.09
11. Duo Ajax/Weis: Lummigar Skodar 3.46
12. Tuija Korni: Land Of T’he Midnight Sun 6.47
13. Werner Meier: Verliebter Pfarrer 3.50
14. Sternschnuppe: Zum Kukückl 3.34

CD 2:
01. Stray Colors: Whiskey Sour 2.41
02. Gruppa Karl Marx Stadt: Russkoje Disko 3.13
03. Angiz: Vitamin B 3.36
04. Tamara Banez: Sinn 3.28
05. Reverend Rusty & The Case: Rough Times 3.21
06. Chuck Winter: Falcon 4.16
07. Travelling Playmates: Bewech dei Ärschla 2.47
08. Max: Shitstorm 4.01
09. Seda: Tell Me Your Secret 3.13
10. Florian Paul & Die Kapelle der letzten Hoffnung: Dazwischen 5.57
11.  Paul: Wie du willst 3.42
12. Alinea: M (On – Off) 3.27
13. Blaues Wunder: Hallo Lisa 3.35
14. Hudlhub: Wo du gehst (Radio Mix) 2.54

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Bernd Strohm – Strohmaufwärts (2000)

FrontCover1Bernd Strohm ist schlicht und ergreifend einer Meister seines Fachs !

Er ist ein „vielsaitiger“ Interpret und ein einfallsreicher Komponist. In seinem facettenreichen Repertoire befinden sich neben anspruchsvollen Bearbeitungen für die Akustikgitarre auch hochkarätige Originale.

Davon kann man sich auf diesem Album überzeugen. Und hier noch ein paar Besprechungen zu diesem kleinen Meisterwerk, nicht dass man glaubt, ich würde übertreiben:

„Strohm zeigt (…), was er kann und das ist eine Menge. (…) Er hat viel Gespür dafür, Stimmungen heraufzubeschwören und mit seiner Musik Bilder zu malen“. (Rheinische Post/Duisburg, 19.07.2000)

„Ein Vergnügen. Basta. Ein kraftvoller Spaß (…) mit viel Selbstsicherheit künstlerischer Finesse und unbestechlichem Timing (…)“. (Akustik Gitarre, 4/2000)

„Der Mann swingt und hat Einfälle“. (Jazz Podium, 9/2000)

„Seine überwiegend vom Blues und folkloristischen Elementen geprägte Gitarrenmusik plätschert dahin wie klares kühles Wasser, ohne je seicht zu wirken. Nicht umsonst sagt Strohm selbst, dasser bei seinen Kompositionen durch stimmungsvolle Erlebnisse inspiriert wird. Das hört man – und wer die Augen schließt, kann es sogar sehen, das Picknick am Bach an einem besonders schönen Sommernachmittag“. (ZDF-Videotext, 04/2001)

So isses und nicht anders … Hören und genießen ist hier das Motto ! Und wer Leo Kottke & Co. mag … kommt an diesem Album eigentlich nicht vorbei !

BerndStrohmBesetzung:
Bernd Strohm (guitar)

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Titel:
01. Boomerang (Strohm) 3.41
02. Rise To Fall (Strohm) 3.38
03. Into The Light (Strohm) 2.23
04. Strohmaufwärts (Strohm) 3.49
05. Body And Soul (Green) 3.04
06. Rhein in Flammen (Strohm) 3.26
08. Somewhere Over The Rainbow (Arlen)
09. Romantic Sightseeing (Strohm) 3.46
10. Indras Tanz (Strohm) 2.54
11. There´ll Never Be Another You (Gordon) 2.31
12. Den Sternen ganz nah (Strohm) 3.08
13. Song For George (Johnson) 1.59
14. Interstadial (Strohm) 2.09
15. Satin Doll (Ellington/Strayhorn) 2.34
16. There Is No Greater Love (Symes/Jones) 2.10

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De Plattfööt – Platt for Ju (1982)

FrontCover1Jetzt mal ein prachtvolles Beispiel für knackigen Dialekt aus deutschen Landen und ausnahmsweise mal nicht bayerischen, sondern platt – von denen da, ganz hoch im Norden:

De Plattfööt (hochdeutsch: Die Plattfüße) ist eine niederdeutsch singende Folkgruppe aus Mecklenburg-Vorpommern, bestehend aus den Sängern und Gitarristen Peter Wilke und Klaus Lass.

Wilke und Lass stammen aus Rostock und sind seit einigen Jahren in Schwerin (Wilke) und Warnemünde (Lass) beheimatet. De Plattfööt gibt es seit 1979. Der Name entstand nicht als Charakterisierung einer anatomischen Besonderheit, sondern weil sie mit „Platt“ durch die Gegend ziehen. Ihre Musik ist ein Mix aus Folk, Blues und Countrymusik, und ihre Texte orientieren sich an den fröhlichen niederdeutschen Gedichten von Rudolf Tarnow und Fritz Reuter.

AutogrammkarteFür Rundfunk, Fernsehen und Schallplatte sind bisher über 100 Titel produziert worden. Bis jetzt entstanden vier LPs und sieben CDs, zuletzt die zu Ostern 2008 veröffentlichte CD Ümmer noch eenmol. Die bekanntesten Hits sind Disco up’n Dörp, Fru Püttelkow ut Hagenow und De Isenbahnboomupundaldreier.

Durch jahrelange Medienpräsenz und zahlreiche Live-Auftritte auch in Schweden, Österreich und Singapur ist De Plattfööt einem breiten Publikum bekannt.

De Plattfööt wurde mit dem Fritz-Reuter-Kunstpreis ausgezeichnet.

Das Motto der Band lautet: „Kort is dien Leben un lang’ büst du dod. Minsch, blot nich argern, ne, lachen deit good!“ (Rudolf Tarnow, deutsch: Kurz ist dein Leben, und lange bist du tot. Mensch, bloß nicht ärgern, nein, lachen tut gut!) (Quelle: wikipedia)

Hier ihr Debutalbum, von dem ich mehr als positiv überrascht wurde. Ok, alles verstehe ich nicht, aber das wird durch die durch und durch sympathischen Lieder mit so etliche kleinen Feinheiten mehr als wett gemacht. Musikalische Langeweile, wie man das bisweilen bei einem Duo vermuten könnte, kommt hier keine auf !

Da ist viel Augenzwinkern in den Texten und so verbreitet das Album einfach nur gute Laune … auch nicht verkehrt.

Das Duo hat übrigens die DDR-Zeiten ganz gut überlebt … 4 LP´s und 7 CD´s sind mittlerweile erschienen.

2011 war dann für die beiden die Zeit gekommen … ihre Kunst an den Nagel zu hängen … sie sagten schlicht und ergreifend tschüss und machten daraus auch keinen großes Aufheben (sie beiliegender Artikel aus dem Jahr 2012). Bei mir haben sie mit dieser LP ziemlich viel Sympathiepunkte erworben.

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Ihre „Fru Püttelkow“ hat sogar ein kleines Denkmal bekommen (Rathausplatz in Hagenow)

Besetzung:
Klaus-Dietrich Lass (vocals, guitar)
Peter Wilke (vocals, guitar, harmonica)

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Titel:
01. De Isenbahnboomupendaldreiger (Wilke/Lass) 4.28
02. Möt’s di nich argern (Wilke/Tarnow) 1.32
03. Disco up’n Dörp (Wilke) 3.45
04. Ick snack platt (Wilke/Liebenberg) 3.46
05. Blues bi mi tu Hus (Wilke) 4.55
06. Uns‘ olle Möhl (Wilke) 3.27
07. Fru Püttelkow ut Hagenow (Lass) 3.21
08. Jochen un sien‘ Gorden (Wilke) 4.08
09. De ierste Kuß (Wilke) 3.03
10. Mien Herzing (Lass) 3.36
11. Lud’n Jahn ut Doberan (Wilke) 3.11
12. De Medizien (Wilke/Tamlow) 3.10
13. Häm‘ wi dat al‘ vergät’n (Wilke) 2.41

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Esther + Abi Ofarim – 2 in 3 (1967)

FrontCover1Und weiterhin stapeln sich seit geraumer Zeit meine Esther & Abi Ofarim LP´s und warten geduldig darauf, dass sie hier auch mal wieder Erwähnung finden. Nun ist es aber wieder mal soweit:

Esther & Abi Ofarim waren ein israelisches Gesangsduo, das in den 1960er Jahren international bekannt war.

Ester Zaied lernte Ende der 1950er Jahre Abraham Reichstadt kennen. Beide traten in Israel mit folkloristischen Titeln unter dem Künstlernamen „Ofarim“, was so viel wie „Rehkitz“ bedeutet, auf. 1961 heirateten die beiden und nannten sich dann Esther und Abi Ofarim. Esther war auch als Schauspielerin tätig und trat u.a. in dem Film Exodus auf – im Abspann wird sie als Esther Reichstadt genannt. Nach ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest 1963 in Großbritannien, bei dem Esther für die Schweiz mit dem Titel T’en Va Pas den 2. Platz belegte, wurde das Paar auch international bekannt. In Deutschland war Esther zuerst als Solistin erfolgreich mit Melodie einer Nacht (Platz 39 im August 1963) und Morgen ist alles vorüber (Platz 23 im Februar 1964). Danach nahmen sie Schallplatten in mehreren Sprachen auf und wurden zu einem der erfolgreichsten Gesangsduos der 1960er Jahre.

Esther + Abi Ofarim (1963)

1964 nahm das Duo bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden teil. Ihr Titel Schönes Mädchen erreichte einen beachtlichen 4. Platz. Im selben Jahr hatten sie im deutschsprachigen Raum einen Hit mit Morgen ist alles vorüber. Weitere Hits folgten, bei denen Abi ab 1966 auch selbst für die Produktion verantwortlich war.

Bis 1969 konnte das Paar noch einige gemeinsame Erfolge feiern, dann kam die Trennung. Am 1. März 1969 standen die beiden letztmals gemeinsam auf der Bühne, im November 1970 war das Paar geschieden.

Beide Künstler gingen danach eigene Wege. Abi gründete eine Promotion-Firma in München: Esther zog sich zunächst aus dem Showgeschäft zurück, nahm 1972 jedoch wieder eine Langspielplatte als Solistin auf und war danach weiterhin erfolgreich. Im Frühjahr 1995 war Esther als Gastsängerin auf dem Titel Salomon (das hohe Lied) aus dem Album Kosmos von Udo Lindenberg zu hören. (Quelle: wikipedia)

Hier eines ihrer vielen Alben aus den 60er Jahren. Sie waren damals wohl so populär, dass ihr Label, Philips ihnen ein aufwendigen Album (mit Klappcover und Begleitheft) spendierte. Der etwas rätselhafte Titel ist eigentlich leicht erklart: Die Zwi nahmen diesen Album in drei Städten (München, Paris und London)

Und sie ließen es sich auch nicht nehmen, so ganz persönlich und direkt ihre Fans anszusprechen:

„Liebe Freunde, schon oft mögen Sie sich gefragt haben, nach welchen Überlegungen wir unser Repertoire zusammenstellen und wie wir uns in dieser zarten, empfindlichen Welt des „Folk Songs“ zurechtfinden. Das Album, das Sie in der Hand halten, ist nicht unser erstes, und es wird Zeit, daß wir mit ein paar Strichen unsere künstlerische Überzeugung zu skizzieren versuchen. 
Im weitesten Sinne, so glauben wir, kann man ein Lied nur dann einen „Folk Song“ (oder, wenn Ihnen das lieber ist, ein „Volkslied“) nennen, wenn es die Menschen unserer Zeit hier und heute gefühlsmäßig anspricht; es sollte also auf eine zeitgemäße Art interpretiert werden. Gewiß haben Sie schon ebenso betroffen empfunden wie wir, daß der Versuch, eine Melodie allzu „ethisch und authenisch“ darzubieten, nicht selten lächerlich oder unaufrichtig wirkt.
Ester + Abi Ofarim1Mit dieser neuen Platte möchten wir uns noch stärker Ihrem kritischen Urteil anvertrauen als mit den vorausgegangen. Aus einem Ozean höchst ansprechender, attraktiver Melodien und Verse haben wir die Songs ausgewählt, und wir waren stets unbarhmherzig bemüht, ihre Qualität keinerlei flüchtigem kommerziellen Effekt zu opfern.
Einige der Songs auf unserer Platte sind sehr alt, andere überraschend jung, aber ausnahmslos alle – so fühlen wir es wenigstens – sind „young at heart“, wie es in einer Liedzeile heißt, „jung im Herzen“. Das neapolitanische Ständchen „Raziella“ wird zum Beispiel schon seit mehreren hundert Jahren gesungen, aber es trifft die zeitlose Empfindung junger Liebe in einer überraschend modernen Weise; vielleicht ebenso modern wie „Morning of my life“, das speziell von uns von einer jugendlichen und überaus erfolgreichen Londoner Beat-Gruppe geschrieben wurde.
Die Grundwahrheiten unserer Lieder, so glauben wir, sind nicht nur in allen Zeitaltern gleich geblieben, sondern sie betreffen auch Menschen aller Lebensalter in der Gegenwart. 
Natürlich protestieren auch wir, dennoch werden Sie sicher mit uns übereinstimmen, daß eine feiner gesponnene Art des Protests auf die Dauer die wirkungsvollere ist. Die „Seeräuber-Jenny“, protestiert nach unserer Ansicht ebenso intensiv gegen Krieg und Brutalität wie das französische Chanson vom „Deserteur“. Daher ist die Ballade von Berthold Brecht und Kurt Weill ohne jede „Verfremdung“ gesungen.

Unsere beiden hebräischen Lieder enthalten gleichfalls einen zeitnahen, protestierenden Sinn.

„Shir hanoded“ spricht für den umhergetriebenden Einzelnen, dauernd auf der Flucht und ohne einen Platz zum Ausruhen. „Hora“ drückt den begeisterten Jubel einer jungen und glücklichen Gemeinschaft auf, die endlich einen Platz für sich gefunden hat.
Das Übrige, selbstverständlich, ist Liebe – junge Liebe. Stürmisch oder zart, hat sie noch immer die Worte gefunden, für sich selbst zu sprechen.

„Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist“, sagt Shakespeare, „spielt weiter!“

Stets Ihre

Esther & Abi Ofarim

P.S.
Den Kultur-Attachés, Volksmusik-Spezialisten und Linguisten von den verschiedensten Botschaften, Universiäten und Kulturinstituten,  die uns bei  Vorbereitung und Produktion dieser Platte halfen, möchten wir aufrichtig und herzlich danken.“

SingleMeinereiner hatte damals keine Ohren für diese absolut anspruchsvolle Michung interntationaler Folklore: zu sehr saß ich mit offenen Mund da und hörte, wie Jimi Hendrix „Hey Joe“ spielte, zu sehr packten mich die Kinks mit ihrem „All Day And All Of The Night“.

Aber heute, heute weiß ich diese Perlen mehr als zu schätzen. Und wenn man dann weiß, dass ein Klaus Doldinger für einige Arrangements die Verantwortung truf und ein Siegfried Schmidt-Joos („Rock-Lexikon“) einen sehr ausführlichen Begleittext zu all den Liedern schrieb, dann weiß man, dass es sich hier schon um eine anspruchsvolle Produktion handelte.

Wer vielleicht glaubt, dass man damals was versäumt hat, kann ja jetzt nochmals reinschnuppern, in diese Musik (bei der übrigens Esther Ofarim so ganz eindeutig die prägende Sängerin war).

Und aufgrund meines Interesses an diesem Duo wird es wohl keinen verwundern, wenn im Laufe dieses Jahres weitere Alben hier zu präsentieren sind.

Ester + Abi Ofarim2

Besetzung:
Abi Ofarim (guitar, vocals)
Esther Ofarim (vocals)
+
eine Schar unbekannter Studiomusiker in München, Paris und London

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Titel:
01. Hora (Zeira/Orland) 2.52
02. Morning Of My Life (B.Gibb/R.Gibb) 3.24
03. Le deserteur (Vian/Berg) 3.05
04. Te ador (Semel/Peters) 1.58
05. Jovanke (White/Peters) 3.06
06. Raziella (White/Peters) 3.28
07. Lonesome Road (Austin/Shilkert) 1.59
08. El vito (White/Peters) 2.12
09. Seeräuber-Jenny (Brecht/Weill) 4.49
10. Wanderlove (Williams) 2.31
11. Le vent et ja jeunesse (Chevalier/Thomas/Rivat) 1.59
12. Shir Hanoded (Shimoni/Nardi) 2.22
13. Cinderella Rockafella (Williams) 2.30

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