Andreas Bernard – Lexikon des frühen 21. Jahrhunderts (Hörbuch) (2005)

FrontCover1.jpgDa gab es mal vor Jahren ne regelmässige Rubrik im SZ-Magain, die behandelte auf gnz spezielle Weise aktuele“Worte“ oder Wortschöpfuingen, die damals durch alle Medien geisterten.

Und draus wurde dann mal ein Buch als Sammelwerk all dieser Beiträge und dann – na ja, den Gesetzen der multimedialen Vermarktung folgend – dies hier vorliegende Hörbuch:

Das „Lexikon des frühen 21. Jahrhunderts“ enthält auf ca. 230 Seiten rund 500 bedacht mit Verstand und Witz ausgewählte und sorgfältig erläuterte Einträge, die in direktem Zusammenhang mit der ‚Gegenwart’ der ersten fünf Jahre des neuen Jahrtausends stehen. Jenen Menschen, die regelmäßig aufmerksam die Berichterstattung verschiedenster Medien verfolgen, sind sie bestens bekannt. Wer mit diesen ‚Vokabeln’ nichts anfangen kann, der hatte (und hat) jedenfalls teilweise größte Schwierigkeiten, der Rundfunkberichterstattung zu folgen. Darunter sind Begriffe aus Politik (Ausbildungsplatzabgabe, Jamaika-Koalition, Ich-AG, Linkspartei, deutsche Leitkultur, Bierdeckel), Sport (Meister der Herzen, EPO, Rudelbildung, Du Hoyzer!, Rehakles), von Katastrophen und Seuchen (Jahrhundertflut, Banda Aceh, BSE, SARS) und drumherum allerlei Buntes aus Gesellschaft, Klatsch und von Modeerscheinungen, die für Diskussionsstoff gesorgt haben (Governator, googeln, Super Nanny, Nordic Walking).

Es geht um Begriffe, die in der Werbung altgediente Wörter ablösten (Cerealien statt Getreide), solche, die aufgrund von Aktualitäten plötzlich nach langem Abtauchen wieder an der Tagesordnung waren (Vertrauensfrage, Konklave), Wörter, die erst völlig neu gebildet werden mussten oder früher nicht gebraucht wurden (forwarden, Unterstrich, wegdrücken) und künstlich geformte Ausdrücke, die von Profis erfolgreich in den Medien platziert wurden, so z.B. die „Achse des Bösen“ von US-Präsident George W. Bush. Das Lexikon wartet rund um seine Einträge mit akribischen Erläuterungen auf und zeigt damit seinen Anspruch als echtes Lexikon anstatt Klamauk.

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So steht hier auch, welche Redenschreiber George W. Bushs sich die „Achse des Bösen“ ausgedacht haben, wie viel PS der „Papstgolf“ hat oder wo ‚missbrauchte’ Begriffe ihren eigentlichen Ursprung haben. Witzig sind neben Karikaturen auch zahlreiche (natürlich tatsachengetreue) Randnotizen, wie z.B. unter „Telenovela“, wo angemerkt ist, dass der ursprüngliche Titel für die TV-Serie „Verliebt in Berlin“, nämlich „Alles nur aus Liebe“, wegen der ungünstigen Abkürzung „ANAL“ noch mal geändert wurde, oder ein gerichtlich untersagter Aufruf zum Mord am alten „Holzmichl“.

Alles in allem hat man viel Spaß beim Schmökern im „Lexikon des frühen 21. Jahrhunderts“, das ernt gemeint ist, aber stets mit einem Augenzwinkern zusammengestellt wurde, sonst hätte es keinen Platz für die Pizzeria „La Commedia“, nur weil dort wegen eines Zahlendrehers in der Faxnummer ein Anwaltsdokument über das Kokainverfahren gegen Michel Friedman gelandet ist und von dort den Weg zur „Bild“-Zeitung fand, oder auch „äh“, ein „stockendes Element der gesprochenen Sprache, das v.a. vor der Bundestagswahl 2002 ungewöhnlich häufig in Reden und Wortbeiträgen des bayer. Ministerpräsidenten und Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber zu hören war“ – mit Beispieltext, versteht sich. Auch in 5, 10 oder 20 Jahren dürfte das Buch wieder gern hervorgekramt werden, um zu testen, welche Ausdrücke ihren festen Platz in der Geschichte oder dem Sprachgebrauch gefunden haben, und welche sich nur einer vorübergehenden Anwendung erfreut haben. (Boris Theobald)

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Diese Besprechung bezieht sich zwar auf die Buchausgabe, aber ist natürlich auch für dieses Hörbuch gültig.

Hier hören wir allerdings „nur“ 60 Beiträge … seriös vorgetragen von damals sehr populären Tagesschau-Sprechern.

Nicht nur seriös sind dann die Texte. Oftmals werden all die sprachlichen Torheiten mit der nötigen und gebotenen Süffisanz charakterisiert. Von daher haben etliche Beiträge durchaus einen satirischen Charakter.

14 Jahre sind seitdem ins Land gegangen … etliches haben wir wohl vergessen, wie jenen korrupten Schiedsrichter Robert Holzer, etliches kennen wir heute noch: „Hartz IV“, „Casting“, „Botox“ oder auch“ver.di“.

Von daher ist dieses Hörbuch eine amüsante Zeitreise …in eine Zeit, die wir wohl alle selbst miterlebt haben. Das kann man ja nicht für alle Beiträge in diesem blog sagen.

Aber: Die „Praxisgebühr“ gibt´s nicht mehr … eingeführt wurde dieses bürokratische Monster von der Rot/Grünen Bundesregierung im Jahr 2004 …

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Sprecher:
Dagmar Berghoff – Jo Brauner – Wilhelm Wieben

Textauswahl: Andreas Bernard
Regie: Gudrun Buch

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Titel:
01. Ansage 0.19
02. Abu Ghraib 2.10
03. Agenda 2010 0.48
04. äh 1.08
05. Arena 1.41
06. Arschgeweih 1.48
07. Aufgestellt 1.17
08. Babyklappe 1.08
09. Besenkammer 1.07
10. Botox 1.59
11. Brüh im Lichte 0.56
12. Busenwitwe 0.33
13. Café King 1.40
14. Casting 1.10
15. Dschungelprüfung 1.05
16. Du Hoyzer! 0.40
17. embedded 1.17
18. Franz Ferdinand 2.09
19. geht gar nicht 0.48
20. Geiz 1.18
21. Goleo VI 1.23
22. Googeln 1.11
23. Guidomobil 1.52
24. Habseligkeiten 1.26
25. hallo-, ich mein´0.43
26. Hartz IV 2.34
27. Hollebeck, der 2.05
28. Horst wer 1.19
29. iPod 1.34
30. Jamaika-Koalition 1.25
31. King’s Cross 1.46
32. La Commedia 1.10
33. Lehrer Heise 1.05
34. lg 0.32
35. metrosexuell 0.43
36. Molwanien 1.04
37. Mosi 2.18
38. Nipplegate 1.42
39. Nordic Walking 1.21
40. Old Europe 0.43
41. Pianomann 1.30
42. Pinkel, Paolo 0.49
43. Praxisgebühr 0.58
44. Rehakles 0.49
45. Schläfer 1.58
46. Schlafmünzen
47. schnackseln 0.48
48. simsen 0.29
49. Spam 2.14
50. Taikonaut 0.58
51. Teuro, der 0.38
52. The 1.05
53. to go 1.32
54. Tsunami 2.08
55. und das ist auch gut so 1.20
56. ver.di 0.47
57. wegdrücken 0.57
58. World Trade Center 1.44
59. zeitnah 0.52
60. Zlatko 2.11

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Dieter Kropp & The Fabulous Barbeque Boys – Herzensbrecher (2005)

FrontCover1Man mag es erstmal gar nicht glauben: Blues-Maniac Dieter Kropp ist jetzt seit bald über 30 Jahren als Bluesmusiker in deutschen Landen unterwegs.

Hier seine Biographie, so wie er sie selbst wohl sieht:

Die Liebe zur Musik und ganz speziell zum Rock’nRoll, Rhythm’n’Blues und Blues brachte den 1961 in Barntrup/Lippe geborenen Dieter Kropp zur Mundharmonika. Seit 1986 Profi, wurde er schon früh als „einer der besten deutschen Blues Harp-Spieler“ bezeichnet.

CD-Veröffentlichungen wie „Red Hot Cookin’“ – eingespielt mit US-Band – brachten Kropp auch internationale Reputation. Als Protagonist in Sachen Blues war er von Januar 1991 bis Juni 2004 Moderator einer monatlichen Blues Radio Show für RADIO BREMEN. Seit 1989 vermittelt er seine instrumentalen Fertigkeiten in zahlreichen Blues Harp-Workshops. Anfang der 1990er Jahre erschien im Hohner Verlag das Lehrwerk „Blues Harping“.

2006 veröffentlicht der renommierte Bonner Voggenreiter Verlag „Dieter Kropp’s Blues Harp Songbook“. 2009 folgt die „Blues Harp Schule“. „In Anbetracht seines hervorragenden musischen Schaffens auf dem Gebiet der Bluesmusik“ ist Dieter Kropp 1995 mit dem Kulturpreis des Landesverbandes Lippe ausgezeichnet worden.

Seine CD „Herzensbrecher“ wurde von den Platten-Kritikern des bluesnews-Magazins als „Bestes nationales Blues Album des Jahres“ ausgezeichnet. Das aktuelle Album «Schönen Gruß vom Blues!» wurde im Veröffentlichungsjahr 2010 zum «Besten Rhythm’n’Blues Album» (Deutscher Rock und Pop Preis) gewählt und in 2011 nominiert für einen ersten Preis beim German Blues Award.

Der erste Preis in der Kategorie «Bestes Blasinstrument» beim Deutschen Rock und Pop Preis 2010 sowie die regelmäßigen Nominierungen in der Kategorie „Best European Blues Harmonica Player“ bei den TROPHEES FRANCE BLUES, untermauern es: „Einer der interessantesten, kompaktesten europäischen Harpspieler. Kraftvoll, stilecht und fantasievoll.“

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Und hier sein Album „Herzensbrecher“ das ihm damals, also 2005 zumindest ein wenig (verdiente) Aufmerksamkeit einbrachte … Die Fachpresse jedenfalls stand Kopf:

“[…] Die Texte sind dabei metrisch sauber, amüsant und gekonnt formuliert sowie thematisch klar – so zu texten ist eine Kunst, die wahrlich nicht jedem gegeben ist, weswegen die meisten sich bei deutschen Texten im Blues zu Recht mit Grausen abwenden. Hier jedoch ist der Nagel in jeglicher Hinsicht so voll auf den Kopf getroffen, dass man vielleicht sagen darf: Das ist in der Tat die erste echte deutsche Bluesscheibe aller Zeiten geworden – brillant gespielt, mit einem sehr amüsanten Cover versehen und zudem mit Leichtigkeit und Humor gesungen. […]“

Dieter Kropp ist witzig, virtuos, authentisch. Der Entertainer und Blues Harp – Spieler aus dem Westfälischen legt mit seinem deutschsprachigen Album “Herzensbrecher” ein großartiges Werk jenseits enger stilistischer Schubladen vor: Die selbstironischen Texte der CD kombiniert Kropp mit Rock ‘n’ Roll, Blues, Country & Rockabilly vom Feinsten.

Dieter Kropp hat sich in den letzten zehn Jahren vom Szene-Tipp durch ständige Live-Performance und Plattenproduktionen zum Allround-Sänger und Musiker entwickelt, der es versteht mit seinen “Fabulous Barbecue Boys” jeden Saal zum Kochen zu bringen.

Michael von Merwyk

Michael von Merwyk

Erinnerungen kommen auf an die unbändige Energie des frühen Westernhagen oder die lässige Schnoddrigkeit, mit der Lindenberg oder Grönemeyer ihren Weg begonnen haben.

Mit seinem ureigenen Timbre und seiner unglaublichen Virtuosität auf der Blues Harp und dem damit verbundenem Quentchen Extravaganza macht Kropp auf diesen 14 Tracks ganz “sein eigenes Ding” – unterhaltsam und respektlos an allen flüchtigen Musiktrends vorbei.“ (bluesnews magazin)

“Blues aus Deutschland kommt oft wie ein Versuch daher, authentischer als die Vorbilder aus den USA zu klingen. In Schweden oder Frankreich gibt es viele gelungene Beispiele, den Sound des Blues mit einheimischer Sprache zu verbinden. Und bei uns? Gut. Es gab und gibt Das Dritte Ohr. Der Band um Udo Wolff und Tom Schrader gebührt der Verdienst, erstmals US-amerikanische Bluestexte ins Deutsche übertragen zu haben. Und es gibt Dieter Kropp. Der Ostwestfale, Harmonica-Lehrmeister und Bandleader, wurde in der Vergangenheit für seinen wenig überzeugenden englischen Gesang kritisiert. Und nun zieht er die einzig richtige Konsequenz, verabschiedet sich von der englischen Sprache und schreibt und singt: deutsch. Was ich schon immer an Dieter mochte (neben seiner schlicht überragenden Harmonicatechnik) war sein ostwestfälischer Humor und die Fähigkeit, auch sich selbst ‘hochnehmen’ zu können. ‘Herzensbrecher’ ist die logische Fortsetzung seines musikalischen Weges. Technisch auf hohem Niveau, begleitet von seinen exquisiten und langjährigen Kollegen, dazu gelegentlich unterstützt von einem großen Bläsersatz, gelingt ihm lässig der gewagte Spagat zwischen der scheinbaren Ernsthaftigkeit des Blues und seinen persönlichen Texten. Auszug: ‘Härte zehn, Härte zehn. Du küsst mich ab und lässt mich steh’n.’ Geht doch, das mit dem Blues auf Deutsch. Gut gemacht, Dieter!” (Detlev Hoegen)

Kleiner Anspieltipp: „Straßenköter“ !

Man kann sich einfach nur wünschen … dass solche Hochkaräter weiterhin ihr Handwerk treiben …

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Besetzung:
Thomas Bornemann (drums)
Harald Fricke (bass)
Dieter Kropp (vocals, harmonica)
Michael van Merwyk (guitar)
+
Steve Thomas Erickson (drums)
Anatole Gomersall (saxophone)
Felix Janosa (keyboards, tambourine)
Jeremy E. Johnson (guitar)
Christoph Leo (trombone)
R.J.Mischo (harmonica)
Andrea Porten (background vocals)
Kurt Studenroth (saxophone)
Scot Sutherland (bass)

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Titel:
01. Elvis Autogramm 2.18
02. Herzensbrecher 2.35
03. Bouletten, Bier und Blues 3.08
04. Anspruchsvoll 4.13
05. Straßenköter 3.06
06. Sittich 3.29
07. Enge Buxen 2.22
08. Härte zehn 2.29
09. Mister Blues 2.51
10. Mein kleines Girl 2.42
11. Du raubst mir all meine Sinne 2.51
12. Gut, dass wir drüber gesprochen haben 3.30
13. Hömma hol Polizei 3.00
14. Springinsfeld 4.13

Musik: Dieter Kropp
Text: Felix Janosa

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Tocotronic ‎– Pure Vernunft darf niemals siegen (2005)

FrontCover1Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe dieser Indie-Rock-Band gehöre, irgendwie finde ich sie, also die Musik und auch die Texte arg sympathisch:

„Aber hier leben, nein danke …!“ Diese Textzeile schwirrte mir schon vor Tocotronic öfter mal im Hirn herum. Jetzt kann ich sie auch noch melodisch umsetzen und bin gerade zu besessen davon. Die Single ist ein echter Ohrwurm. Er klebt am liebsten morgens früh in meinem verrauchten Gehörgang, wenn ich mal wieder aus meiner Lieblingskneipe torkele. In diesem Zustand sind derartig einprägsame Refrains von Vorteil, denn schließlich möchte man öfter mal den Ort oder gleich lieber das ganze Land fluchtartig verlassen. Vor allem, wenn man nicht mehr stehen kann.

Das neue Tocotronic-Werk insgesamt lässt mir allerdings mit dem Auswandern noch etwas Zeit. „Pure Vernunft Darf Niemals Siegen“ ist ein „Diamant aus dem All“, und dafür lohnt es sich noch, ein wenig zu bleiben und den Jungs bei ihren Träumereien im Grünen Gesellschaft zu leisten. Dirk, Jan und Arne stehen nicht allein im Wald der Hoffnung. Langzeit-Keyboarder und Konzertbegleiter Rick McPhail ist ab sofort offizieller Tocotronicer und Zweitgitarrist, was man durchaus zu hören bekommt. Mit „K.O.O.K“ fing schon 1999 ein neuer Schulabschnitt an, und die bösen Journalisten krampften mit der Erkenntnis: „Wir müssen schließlich alle mal erwachsen werden“. Fest steht, dass jede Gitarrenband gerne herumexperimentiert, und da liegt es nah, sich mit elektronischen Sounds zu beschäftigen.

Ab jetzt ist es nicht mehr so einfach, die Hamburger Pophymnen auf der Gitarre nachzuspielen. Tja, da muss man sich halt selber mal was einfallen lassen. Mit „K.O.O.K.-Variationen“ setzen sie ein Jahr später sogar noch einen drauf und lassen das komplette Album von diversen Profis remixen. Die Weiße war sogar elektronisch so ausgetüftelt, dass die Jungs leider während ihrer Live-Auftritte mit der Umsetzung der Songs etwas Probleme hatten.

Dirk von LowtzowVielleicht auch ein Grund, sich mit „Pure Vernunft Darf Niemals Siegen“ wieder mehr auf die Gitarrenklänge zu konzentrieren und das Album in nur neun Tagen live einzuspielen. Das hört man auch beim gleichnamigen Song: „Wir sind so leicht, dass wir fliegen …“ heißt es da, und niemals fiel es einem leichter, ein verträumtes Lalala mitzuträllern. Es darf also nach einigen Soloausflügen (Dirk mit Phantom/Ghost, Jan und sein Bierbeben, Arne als Solo-Elektroniker) wieder gerockt werden, und es lohnt sich, die Trainingsjacken im Schrank aufzubewahren. Kritische Nörgeleien und versteckte Liebeslieder findet man auch nach zehnjähriger Bandgeschichte, das legt uns Dirk mit der ersten Pophymne „Aber hier leben, nein danke“ sofort ans Herz. Hier mischen sich positive Gedanken mit negativer Realität. Die Liebe zur Romantik nimmt man berauscht im „Achten Ozean“ wahr („Küss mich, Küss mich, bis ich nicht mehr kann …“) und lässt sich einfach treiben.

„Weine nicht, denn dein Gesicht ist viel zu schön …“. Herr von Lowtzow versteht es nach wie vor, einfühlsame Worte in der richtigen Tonlage zu finden. Hier möchte man gerne der „Angel Of Love“ sein. Manchmal stellt sich schon die Frage, ob man derartige Weichspülklasse auch bei anderen deutschsprachigen Bands akzeptieren würde? Definitiv nein! Das dürfen nur die „wahren Hamburger“, und das verstehen hoffentlich auch nur die, die schon vor zehn Jahren „Teil einer Jugendbewegung“ waren. Da darf dann auch gerne mal was „Gegen den Strich“ laufen und mit stotternder Vokalstörung locker gereimt werden. Wie heißt es so schön, „wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause“.

Tocotronic waren und sind die Retter deiner Seele und bleiben mit dem Indie-Herz fest verknotet. Man darf glücklich mit ihnen altern, egal ob in smarten Hemden oder zerschlissenen Trainingsjacken. ( Jasmin Lütz)

Und je öfter ich mir dieses Album angehört habe, desto froher wurde ich: Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre: Die Jungs beherrschen nicht nur ihr Handwerk, sie haben auch was zu sagen … einfach nur großartig !

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Tocotronic, live 2005

Besetzung:
Dirk von Lowtzow (vocals, guitar)
Rick McPhail (guitar, keyboards)
Jan Müller (bass)
Arne Zank (drums, keyboards, vocals)
+
Oliver Biehler  (clavinet bei 01.)
Lars Bulnheim (guitar bei 07.)
Peta Devlin (guitar bei 07.)
Frank Husemann (guitar bei 07.)
Ben Lauber (drums bei o7.)
Christian Mevs (guitar bei 07.)
Thies Mynther (organ bei 03. + 12.)
Torsten Otto (drums bei 07.)

CoverIllustration

Titel:
01. Aber hier leben, nein danke () 5.09
02. In höchsten Höhen () 4.26
03. Der achte Ozean () 5.25
04. Keine Angst für niemand ()     4.09
05. Gegen den Strich () 4,33
06. Angel () 4.26
07. Pure Vernunft darf niemals siegen () 4.20
08. Cheers For Fears () 4.06
09. Alles in allem () 4.06
10. Mein Prinz  () 4.16
11. Tag der Toten  () 4.46
12. In tiefsten Tiefen () 2.04
13. Ich habe Stimmen gehört () 5.48

Musik: Tocotronic – Texte: Dirk von Lowtzow

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Vince Ebert – Urknaller (2005)

FrontCover1Unter den Kabarettisten/Humoristen der Gegenwart ist der Vince Ebert aufgrund seines Studiums was ganz besonders: Er ist Diplom-Physiker !

Vince Ebert (* 23. Mai 1968 in Miltenberg als Holger Ebert) ist ein deutscher Diplom-Physiker, Kabarettist, Vortragsredner, Moderator und Autor.

Vince Ebert wuchs im unterfränkischen Amorbach auf. Weil er im Alter von 14 Jahren ein Fan von Vince Weber war, wurde er von seinen Klassenkameraden „Vince“ genannt. Nach seinem Wehrdienst bei der Fernmeldetruppe studierte er von 1988 bis 1994 Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einem Schwerpunkt in experimenteller Festkörperphysik und mit Astronomie als Nebenfach. 1994 schloss er das Studium als Diplom-Physiker ab.

Von 1995 bis 1997 arbeitete Vince Ebert als Consultant bei der Unternehmensberatung Ogilvy & Mather Dataconsult in Frankfurt am Main. Bei Power-Point-Präsentationen entdeckt er hier sein kabarettistisches Talent. Von 1997 bis 2001 war er als strategischer Planer bei der Werbeagentur Publicis in Frankfurt tätig.

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Vince Ebert, 2007

Er lebt in Frankfurt-Sachsenhausen und ist verheiratet mit der Schauspielerin Valerie Bolzano.

1994 wurde er Bayerischer Meister im Beachvolleyball.

1998 unternahm Vince Ebert erste kabarettistische Gehversuche auf verschiedenen Kleinkunstbühnen. Sein erstes Soloprogramm Die jetzt aber wirklich große Show feierte 2001 im Neuen Theater Höchst Premiere. Entdeckt wurde er von Susanne Herbert, der Managerin von Eckart von Hirschhausen. Unter der Regie von Eckart von Hirschhausen entstand sein erstes Wissenschaftskabarettprogramm: „Urknaller – Physik ist sexy“. Die Uraufführung fand 2004 in der Frankfurter „Käs“ statt. Obwohl er Atheist ist, trat er 2013 auf dem Evangelischen Kirchentag in Hamburg auf. Seit September 2016 tourt Vince Ebert mit seinem siebten Soloprogramm ZUKUNFT IS THE FUTURE durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

2014 startete er mit Eric Mayer das Programm Schlau hoch 2 – Vince und Eric reisen zu den Sternen, eine Wissensshow für Familien. In seinem humoristischen Werk greift er wissenschaftliche Zusammenhänge auf. (Quelle: wikipedia)

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Hier sein 2. Soloprogramm:

Vor über 100 Jahren hat Albert Einstein die spezielle Relativitätstheorie entwickelt. Ein kompliziertes Thema aber glücklicherweise haben wir in der deutschen Kabarettszene einen Mann, der uns hinter die Kulissen von Zeit und Raum führt. Der Diplom-Physiker Vince Ebert hat für uns das Labor verlassen und gibt mit Urknaller Physik ist sexy schonungslos und unerbittlich Antworten auf Fragen, die wir nie hatten. nach den großen und kleinen Zusammenhänge des Lebens. Wieso wird es nachts dunkel? Weshalb pfeift ein Wasserkessel? Warum sollte man keinen gelben Schnee essen? Und kann man rotes Licht pantomimisch darstellen?- Vince Ebert kann. Und er kann noch viel mehr! Ob Student ohne Vordiplom oder Professor für Festkörperphysik Vince Ebert verblüfft sie alle. Von ihm erfahren wir, wann genau die Andromeda-Galaxie unser Sonnensystem auslöscht, was Elekronen mit Donauwellen gemeinsam haben und warum ein Lichtjahr nicht die Stromrechnung für zwölf Monate ist. Quantengravitation, kosmische Hintergrundstrahlung oder Superstringtangas Vince macht vor keiner Theorie halt. Der Urknaller! Ist die Relativitätstheorie verantwortlich dafür, dass auf dem Land die Zeit stehen geblieben ist? Liegt es am Trägheitsmoment, weshalb Männer lustlos vor dem Fernseher herumhängen? Und gibt es ein Geräusch, wenn ein Pantomime vom Blitz getroffen wird? Er rechnet alles sauber durch und zündet ein physikalisches Feuerwerk zwischen Parakabarettismus und Humostatik. Ob Raum oder Zeit, ob Himmel oder Hölle Physik ist sexy!!! Regie: Dr. Eckart von Hirschhausen !

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„Physik ist sexy“ lautet der Untertitel der CD von Vince Ebert. Wenn ich mir den Physiklehrer aus meiner Gymnasialzeit und dessen traurige Demonstrationen meist missglückender Experimente wachrufe, fällt mir keine Behauptung ein, die absurder wäre. Lediglich bei den anschließenden theoretischen Erklärungen der Ergebnisse, die eigentlich hätten herauskommen sollen, lief der Schulmeister zu einer gewissen Form, wenn er kryptische Buchstaben, Formeln, Wurzeln und Integralen an die Tafel malte. Aber sexy? Physik und Sexappeal verhielt sich bis gestern für mich wie ein Tofu-Ökobrätling zu einem knusprigen Canard à l’Orange. Bis gestern, denn da habe ich die CD „Urknaller“ von Vince Ebert angehört. Abgesehen davon, dass der diplomierte Physiker und Kabarettist seinen Vortrag mit einer ganzen Reihe von subtilen bis deftigen Witze aus dem Bereich des zwischenmenschlichen Verkehrsaufkommens würzt, erschließt sich beim Hören tatsächlich die Faszination handfester physikalischer Gesetze und Phänomene. Hätte mein Physiklehrer bei seinem Sermon über Quanten ein Quentchen davon besessen, säße ich jetzt vielleicht an der Steuerkonsole eines Teilchenbeschleunigers im Max-Planck-Institut.

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Überraschend trotz alledem, was offenbar im Physikunterricht trotz kontraproduktiver Vermittlung doch noch hängen geblieben und durch die Show von Vince Ebert in neue Schwingungen versetzt wird: Die allgemeine und spezielle Relativitätstheorie wird dank eines guten Kalauers plötzlich zumindest ansatzweise verständlich, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und die Chaostheorie illustriert Ebert plastisch an dem Zustand der Küche seiner ehemaligen WG. Sie hören die CD, schmunzeln, lachen, und ehe Sie sich versehen, haben Sie ein physikalisches Phänomen verstanden oder Ihre verschütteten physikalischen Vorkenntnissen haben ein Update verpasst bekommen. Aus der modernen Hirnforschung wissen wir, dass ein vergnügter Kopf um Längen besser lernt, als ein angestrengtes, gelangweiltes oder gar verängstigtes Hirn („Ihr könnt jetzt in der Stunde ruhig pennen, aber beim nächsten Leitungstest kriegt Ihr die Quittung …“, pflegte unser Physiklehrer zu sagen). Vince Ebert bietet gute Unterhaltung in virtuoser Kombination mit wissenschaftlichen Fakten, die überhaupt nicht mehr langweilig sind, wenn sie mit so viel Humor und Augenzwinkern präsentiert werden. (roccapendiceam)

Oder aber auch: Humor kann auch ziemlich geistreich daher kommen !

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Besetzung:
Vince Ebert (Sprecher)

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Titel:
01. K Permutationen aus N Tupeln 5.37
02. Warum ist der Himmel blau ? 2.01
03. Faszination Wissenschaft 7.24
04. Dreikörperprobleme 4.05
05. Wer bin ich und wenn ja, wie viele ? 7.35
06. Das guckt sich weg 4.32
07. Einführung in die Optik 2.03
08. E = Mc² 8.13
09. Was ist Leben ? 2.32
10. Aufbau der Körper 7.41
11. Elektronen & Donauwellen 4.48
12. Urknall & RTL 2 2.39
13. Wenn der Schiri abpfeift 4.19
14. Physik ist sexy 8.30
15. Alles bewegt sich, aber wohin ? 2.48

Texte: Vince Ebert

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Maybebop – Immer für dich da (2005)

FrontCover1.jpgErst dachte ich mir ja „na ja, sind halt die Prinzen für Arme“ … aber damit wird man diesem a cappella Ensemble ganz sicher nicht gerecht, auch wenn sie eben stark an Die Prinzen erinnern.

Maybebop ist ein deutsches A-cappella-Pop-Quartett, bestehend aus dem Gründungsmitglied Oliver Gies (* 1973) und den später hinzugekommenen Sängern Jan Malte Bürger (* 1979), Lukas Teske (* 1980) und Sebastian Schröder (* 1974). Sie treten vor allem in Deutschland, aber auch im (vorwiegend deutschsprachigen) Ausland auf

Maybebop singt überwiegend deutschsprachige Eigenkompositionen. Des Weiteren sind Coverversionen bekannter Rock-Hits im Repertoire, z. B. Nothing Else Matters, Smells Like Teen Spirit oder Bohemian Rhapsody, aber auch (überwiegend Jazz-)Bearbeitungen von Volks- und Weihnachtsliedern, wie beispielsweise Der Mond ist aufgegangen, Die Gedanken sind frei, Still, still, still oder Erlkönig. Aber auch viele andere Musikrichtungen werden musikalisch aufgegriffen, wie z. B. Hip-Hop oder Latin. Ein besonderer Programmpunkt sind die Konzerte im Dezember, wo das Programm Schenken ausschließlich mit Weihnachtsliedern gestaltet wird

Im Dezember 1992 taten sich Nils Ole Koch, Markus Jaursch, Bernd Clausen und Oliver Gies zusammen, um in der Innenstadt von Hannover Straßenmusik zu machen. Kennengelernt hatten sich die vier im niedersächsischen Landesjugendchor. Nach dem Ausstieg von Bernd Clausen wurde Jens Pape, ebenfalls zum Musikstudium in Hannover, die Oberstimme der Formation, die – nach anfänglichen Namensgebungen wie Die Vierma oder Rolfs Freunde – schließlich als Maybebop erste Konzerte gab, anfangs als reines Jazz-Ensemble. Kurze Zeit später wurde das Repertoire um Coverversionen von Pop-, Rock- und Gospelsongs erweitert. 1995 gaben Maybebop etwa 50 Auftritte. 1996 erschien die erste CD Leichte Kost.

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Das Debütalbum, 1996 (leider vergriffen)

Jens Pape verließ die Band 1997 während der Aufnahmen zur zweiten CD-Produktion Maybe Not Bob, die aufgrund dessen sehr kurz ausfällt. 1997 stieß Cem Arnold Süzer zur Band, verließ sie aber 1999 wieder. Die gemeinsame Zeit ist auf der CD Prima Pop! – Live dokumentiert.

Anschließend kam Jan Malte Bürger zu Maybebop. Mit sieben deutschen Titeln auf dem 2001 erschienenen Album Auf die Ohren wurde auch das musikalische Profil geschärft. Gleichzeitig war für die Gründungsmitglieder aber die Zeit gekommen, Weichen für den weiteren Lebensweg zu stellen. Nils Ole Koch verschrieb sich komplett dem klassischen Gesang und trennte sich 2001 von Maybebop. Statt seiner kam Eiko Saathoff, der die Band aufgrund von künstlerischen Differenzen aber schon 2002 wieder verließ und später zwischen 2004 und 2010 bei der A-Cappella-Gruppe Fünf vor der Ehe sang. Der diplomierte Opernsänger Markus Jaursch trat zeitgleich 2002 ein Engagement am Rostocker Volkstheater an. Übrig blieben Jan Malte Bürger und Oliver Gies, die vor der Entscheidung standen, das Projekt Maybebop entweder zu beenden oder noch einmal nach neuen Mitsängern zu suchen.

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Oliver Gies

Jan Malte Bürger und Oliver Gies fanden mit Lukas Teske, der zuvor bei der Band muSix gesungen hatte, die Komplettierung der drei Oberstimmen für eine Fortführung des Projekts. Als Bassist stieg anschließend Sebastian Schröder ein, der von der A-cappella-Gruppe Petit Fours kam. Zunächst fokussierte sich die Band überwiegend auf Coverversionen von Pop-Klassikern. 2003 erschien die CD Heiße Luft.

Im November 2003 entstand die Weihnachts-CD Christmas A Capella. Das Repertoire erweiterte sich damit um Weihnachtslieder. Im Jahr 2004 veröffentlichten sie das Album Weihnacht. Im Rahmen einer Karstadt-Konzertreihe gab Maybebop 2004 das Auftaktkonzert ihrer ersten Weihnachtstour. Seitdem ist das Weihnachtsprogramm zum Ende eines jeden Jahres fest im Maybebop-Tourplan verankert. Zwei Jahre später wurde das Album Weihnacht von der amerikanischen CASA als „Beste Weihnachts-CD der Welt“, die darauf enthaltene Version von Let It Snow als „weltweit bester Weihnachtssong“ prämiert.

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Die meisten Texte der 2005 erschienenen nächsten CD Immer für Dich da stammen von Friedhelm Kändler. Dieses Album war stilistisch richtungsweisend für die weitere Entwicklung der Gruppe. 2006 wurde daraufhin das Major-Label EMI aufgrund des Comic-Artworks der CD Immer für Dich da und der Interpretation von Engel auf die Gruppe aufmerksam. 2007 erschien die CD Superheld. Neben fünf eigenen Songs enthielt dieses Album als ein von EMI initiiertes Konzept Neuinterpretationen von bekannten deutschsprachigen Titeln wie benanntes Engel, Immer wieder sonntags oder Blaue Augen in teils stark vom Original abweichenden Musikstilen. Für das Live-Programm schrieben sie unter anderem die Band-Klassiker wie Kacktus oder Die Gedanken sind frei, 2008 wurde die CD Superheld live veröffentlicht.

Maybebop produzierte eine zweite Weihnachts-CD, welches eine Mischung aus Live- und Studio-Aufnahmen ist. Der Song Gummibaum entwickelte sich zum Hit. Das Stück kritisiert auf humorvolle Weise das scheinheilige Verhalten von deutschen Pseudo-Christen zu Weihnachten aus Sicht eines integrierten Türken und löste damit reichlich Diskussionen aus. In der Türkei wurde der Song zwischenzeitlich verboten, die Maybebop-Website und die Videos bei YouTube gesperrt.

Die Premiere des Konzert-Programms Endlich authentisch fand 2009 in der hannoverschen Staatsoper statt. Von 2009 bis 2014 fungierte Karl-Heinz Klemm als Manager der Gruppe. Er initiierte auch die Aufnahme einer Konzert-DVD. Terminlich fiel die Wahl auf eines der Herbst-Konzerte im Rahmen der Reihe Maybebop & Friends. Es sollte ein Querschnitt aus dem bisherigen Maybebop-Schaffen präsentiert werden, weshalb neben aktuellen Programm-Highlights auch Klassiker sowie Coverversionen gesungen wurden. Bei der Namensgebung für die Doppel-DVD entschied man sich pragmatisch für den Aufnahmezeitraum: Ende September.

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Seit Herbst 2009 reagieren sie auf Publikums-Zurufe und improvisieren spontan Songs mittels fünf genannten Begriffen und einem Musikstil.

Im November 2010 begleitete das ZDF die Gruppe zwei Tage, um eine Reportage über das Tourleben der vier Sänger zu drehen. Am 22. und 23. Dezember 2010 wurden im Theater am Aegi die Schenken-Konzerte für die DVD Weihnachten Live mitgefilmt.

Die Premiere des Programms Extrem nah dran fand am 11. April 2011 in der Hamburger Laeiszhalle statt. Eine Aufnahme dieses Programms für eine Konzert-DVD fand am 24. November 2011 im Stadttheater Minden statt.

Vom 3. bis zum 5. Mai 2012 spielten Maybebop im NDR-Funkhaus zum runden Geburtstag zusammen mit den 80 Musikern des NDR Pops-Orchestra unter der Leitung von Enrique Ugarte. Der Dirigent arrangierte dafür einen Querschnitt des Maybebop-Repertoires neu für das Orchester. Am 3. Mai erschienen zum Anlass der Konzerte Maybebop Monumental auch die DVD Extrem nah dran und das Chronik-Magazin (ein von zwei Fans in Zusammenarbeit mit Maybebop erstelltes 64-seitiges Magazin, das die Geschichte um die A-cappella-Band mit Texten, Interviews und Fotos darstellt).

Im Theater am Aegi feierte Maybebop mit vielen Wegbegleitern und Freunden am 17. Oktober 2012 eine Geburtstagsgala. Am 26. Oktober 2012 erschien die Remix-CD Wie neu, auf der Maybebop ältere Lieder neu aufgenommen und technisch aufbereitet in einem moderneren Gewand präsentieren. Am 14. November 2012 erschien darauf die CD Monumental mit einem Mitschnitt der gleichnamigen Konzerte vom Mai. Im selben Jahr wurden 13 englischsprachige Versionen verschiedener Maybebop-Titel für das Album German verboten neu eingespielt und abgemischt.

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Am 2. Februar 2013 unterschrieb Maybebop einen Plattenvertrag mit der Warner Music Group Germany. Auf dem neuen Label erschien die CD mit dem neuen Programm Weniger sind mehr. Dieses hatte Premiere am 6. April in Hamburg in der Laeiszhalle. Am selben Abend gewann Maybebop zwei CARAs (Musikpreise der Contemporary A Cappella Society CASA, USA) für das Album German verboten in den Kategorien „Best European Album“ und „Best Electronic/Experimental Song“ (Smells like teen spirit vom selben Album). Am 2. August 2013 erschien das Album Weniger sind mehr.[4] Auf Einladung der deutschen Botschaft tourte die Band im Januar 2014 durch die USA. Bei den Stationen in Washington, San Diego und Los Angeles war wiederum ein Fernsehteam des ZDF zur Dokumentation zugegen. Für eine Konzert-DVD wurde das Programm Weniger sind mehr 20. Juli 2014 im Schauspielhaus Hannover von Fans und Wegbegleitern mit mehreren HD-Kameras aufgenommen.

Das Programm Das darf man nicht hatte Premiere am 18. und 19. April 2015 im Theater am Aegi. Einen Tag zuvor erschien die gleichnamige CD mit 13 Titeln und zwei Bonustracks auf einem neuen Label. Im Juli 2015 erschienen eine Download-EP mit Remixes zum Titel Mein Handy weiß es und einem weiteren Bonustrack sowie ein Musikvideo. Ebenso wurde das Musikvideo Deutschlied auf Basis der deutschen Nationalhymne veröffentlicht. Im Sommer erfolgten Studioaufnahmen für die dritte Weihnachts-CD, die Ende Oktober 2015 mit dem Titel Für Euch erschien. Vorbote war die am 11. September erschienene Single-CD Adventskalender im September, zu der ebenfalls ein Musikvideo gedreht wurde. Seit Anfang 2016 setzt Maybebop verstärkt auf Musikvideos und veröffentlicht auf Youtube jeden Mittwoch diverse Eigenproduktionen zu neuen Songs, Podcasts, TV-Mitschnitte und andere Filme. Mittels Crowdfunding wurde die Finanzierung für die Aufnahme einer Konzert-DVD vom aktuellen Programm gesichert. Am 7. Februar 2016 fanden Aufnahmen in Osterholz-Scharmbeck für die fünfte Konzert-DVD[6] statt, die am 2. Juni auf den Markt kam. Auf Einladung des Taiwan Choral Music Center (TCMC) unternahmen Maybebop vom 16. bis 28. Oktober eine Reise nach Taiwan, um dort Konzerte und Workshops zu absolvieren sowie als Juror beim Taiwan International Vocal Festival teilzunehmen. Dazu erschien eine Kleinauflage der CD Made in Germany, auf der zwei Lieder in Chinesisch und einige englische Song-Versionen zu finden sind. Der halbstündige Podcast Nr. 72  berichtet von dieser Reise.

Danach bereitete sich die Band auf neue Songs und Choreographien vor. Am 27. und 28. April 2017 hatte das Programm sistemfeler Premiere im Theater am Aegi. Zeitgleich erschien auch die gleichnamige CD mit 15 Titeln. Nach einer erneuten Crowdfunding-Finanzierung konnte die sechste Konzert-DVD vorbereitet werden. Am 20. Oktober 2017 fanden die Aufnahmen eines sistemfeler-Konzertes im Theater am Aegi statt. Die gleichnamige Konzert-DVD erschien Anfang Dezember. Im Dezember reihte sich Maybebop mit zwei Songs auf einer Doppel-CD des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannover in die Interpretenliste ein. Oliver Gies steuerte zudem ein Arrangement zum bekannten Hannover-Lied Stadt mit Keks des Kabarettisten Matthias Brodowy bei, das zusammen mit dem Knabenchor Hannover eingespielt wurde.

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Live im  Kennedy Center, Washington DC, USA 16.01.2014

Das Repertoire der Band bestand anfangs fast ausschließlich aus Jazzstandards in eigenen Arrangements, unter anderem Bebop-Titeln (Abkürzung „Bop“). Daraus leitet sich auch der Bandname ab: Das Wortspiel „Maybebop“ kann sowohl verstanden werden als zusammengeschobenes „maybe Bebop“ (engl., „vielleicht Bebop“) als auch „may be Bop“ (engl., ungefähr „Darf es (Be)Bop sein?“). Der Bandname wurde im Zusammenhang mit dem Kinderlied Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann erklärt, das als schneller Bebop zum Titel „Es tanzt ein Bebop-Butzemann“ umfunktioniert wurde. (Quelle: wikipedia)

Schon bemerkenswert, dass sich so ein Ensemble so lange im Musikgeschäft halten konnte … Respekt …. das klingt nach ganz viel Energie !

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In Taiwan, 2016

Ihre Stimmen sind gnadenlos gut, ihr Charme ist unwiderstehlich, ihr Sound preisgekrönt. Und so ergeben sich die vier A-cappella-Sänger ihrem Publikum in absoluter Hingabe: Maybebop sind „Immer für Dich da!“, so das Motto ihres Albums aus dem Jahr 2005. Spätestens nach dem dritten Stück nimmt man diesen Jungs einfach alles ab und nichts mehr übel. In den deutschsprachigen Eigenkompositionen decken Maybebop das Skurrile im Alltäglichen auf: Sei es der morgendliche Umgang mit One-Night-Stands, die Problembewältigung durch aktive Verdrängung oder das aggressive Potenzial von Seifenspendern in öffentlichen Toiletten. Dazu kommen Rockklassiker. Dabei kopieren Maybebop nicht einfach nur die Originale, sondern beleben sie durch tolle Arrangements völlig neu. So kann man es zum Beispiel bei Metallicas „Nothing Else Matters“ nicht fassen, nichts als nur vier Stimmen zu hören. Und die Version des Nirvana-Hits „Smells Like Teen Spirit“ wurde zum Hit im Liveprogramm. Du kannst also beruhigt sein. Du bist nicht allein. Maybebop sind immer für Dich da! (Pressetext)

Und da hat sich einer die Mühe gemacht … und beschreibt alle 16 Lieder dieses Albums:

1. Du zweite Wahl
Maybebop eröffnet die CD mit einer wunderschön boshaften Liebeserklärung an eine Frau, die… naja… eben nicht ganz so toll ist wie eine gewisse andere. Aber auf Zeit eben durchaus eine Lösung. Musikalisch ist das ebenso wie textlich gut gemacht – zwar nichts, was einen vom Hocker haut, aber melodiös, geht gut ins Ohr, und man kann darüber schmunzeln. Ein gelungener Auftakt.

2. Immer für Dich da
Das Titellied der CD knüpft nahtlos da an, wo das Eröffnungslied aufgehört hat: Eingängige Melodie, lustiger Text, bei dem irgendwas von Anfang an nicht so recht stimmen will… Ebenfalls gut, aber nicht herausragend.

3. Der Morgen danach
Tja… Der Morgen danach ist nicht immer so schön, wie man sich es vorstellt. Im Text wird der völlig überforderte Mann nach einer Liebesnacht mit einer Frau konfrontiert, die gänzlich andere Vorstellungen von der Zukunft hat als er. Nett gemacht. Musikalisch stehen wunderschön schwebende Strophen einem Refrain gegenüber, mit dem ich mich nicht so recht anfreunden kann. Da soll es etwas härter klingen, um die Stimmung der Strophen zu zerstören, doch die Umsetzung ist aus meiner Sicht einfach nicht gut gelungen.

4. Smells like teen Spirit
Eines der absoluten Höhepunkte der CD. Maybebop covert den Nirvana-Klassiker nicht einfach nur, die vier machen ihn sich komplett zu eigen, sodass er einen ganz neuen Spannungsbogen erhält. Das E-Gitarren Solo ist dann das Sahnehäubchen.

5. Zärtlich allein
Nach diesem Highlight fällt das Niveau leider erst mal wieder. Zärtlich allein ist musikalisch dabei sicherlich nicht schlecht gemacht, und die Melodie klingt auch schön, fließt so dahin… Und genau das ist das Problem. Weder im Text noch in der Melodie gibt es großartig etwas, was auffällt. Weder negativ, noch positiv – dementsprechend Mittelmaß.

6. Trauriges Lied
Wer „Dieses Lied“ von den Wise Guys kennt, weiß, was er zu erwarten hat – es geht nämlich in exakt die gleiche Richtung. Für alle anderen: Das traurige Lied geht richtig gut ab. Ich bin von beiden Liedern ein großer Fan.

7. Der Butt
Eine schöne Jazz-Nummer über einen Butt, der davon träumt, in einem Pariser Nobelrestaurant aufgetischt zu werden. Hier sticht vor allem die Musik hervor – was Jazz angeht, hat Maybebop es einfach drauf. Der Text, mäßig bis nett, ist dabei eher nebensächlich.

8. Günther Koslowsky
Musikalisch haben wir… einen Tango? Eine Bossa Nova? Kenne mich da nicht so aus, ist auch nicht so mein Fall. Aber gut, ist immerhin adäquat umgesetzt. Der Hund liegt hier im Text begraben: Entweder habe ich den Witz des Liedes nicht verstanden, oder ich finde ihn einfach nicht lustig. Und wer ist Günther Koslowsky? Ich habe den Namen gegooglet und nichts gefunden… Es geht jedenfalls um einen Mann, der bei einer fremden Frau ins Haus spaziert ist und sie dann anspricht. Das war es auch schon. Für mich der schlechteste Track des Albums – aber wie gesagt, es kann auch gut sein, dass da etwas an mir vorbeigegangen ist.

9. Wie es geht
Wie bringe ich mich am sichersten um? Dieser Frage stellt sich Maybebop in diesem Lied, und die ist zum Glück nicht so leicht beantwortet. Interessante Gedankenspiele hierzu gepaart mit einer poppig-schnellen Melodie – gefällt mir!

10. Nothing else matters
Siehe „Smells like teen spirit“ – da kann man exakt dasselbe zu sagen.

11. Schlüssel zum Glück
Hier bekommt der geneigte Zuhörer erklärt, wie man es hinbekommt, immer glücklich durchs Leben zu gehen. Dass das nur schiefgehen kann, dürfte jedem mit etwas Lebenserfahrung klar sein… Und doch heißt es stets: Entspannt bleiben! Und das gilt auch und besonders für die Musik. Die ist ähnlich wie in „Zärtlich allein“ seicht dahinplätschernd – doch in diesem Fall passt das perfekt zum Text. Das ist einfach stimmig – und hier der Schlüssel zu einem guten Song.

12. Nur manchmal nachts
Das zweite Lied aus der lateinamerikanischen Ecke, diesmal ein Cha-Cha-Cha über die Leiden bei einem Putzfimmel, der zugleich als eine Sucht und ein Kampf gegen Windmühlen dargestellt wird. Eigentlich alles soweit in Ordnung – doch wie schon bei „Zärtlich allein“ fehlen ein wenig die Höhepunkte. Zwar steuert das Stück auf ein Ende hin, das für mich dann aber doch eher unspektakulär ausfällt. Als Ausgleich für das zugedrückte Auge bei „Der Morgen danach“ daher diesmal nur 3/5.

13. Hochparterre
Jaja… das alte Leid mit den Treppenstufen im Hochhaus. Niemand mag sie, jeder möchte nur so wenig wie möglich zwischen der Eingangstür und seiner Wohnung haben. Genau dies wird in „Hochparterre“ beklagt, und zwar textlich recht nett und unterhaltsam (wenn auch ohne große Höhepunkte), musikalisch ganz schön, aber eher unspektakulär.

14. Wie war das gemeint?
Hier wieder ein Lied, das positiv hervorsticht. Dabei ist der Text recht belanglos, doch darauf kommt es hier auch gar nicht an: Es ist der Gesang, der hier so sehr fesselt wie sonst maximal noch bei Smells like teen spirit. Insbesondere im Refrain werden alle Mittel des acapella-Gesangs ausgeschöpft, der Klang ist unglaublich voll, das Lied geht ins Ohr… Auch wenn da vermutlich etwas im Studio getrickst wurde bezüglich Stimmenanzahl und Effekten – was ja mittlerweile auch durchaus üblich ist – ich kann da nur die volle Punktzahl geben.

15. Epilied
Als Sänger in einer Band, die nicht von Millionen gefeiert wird, kann man es schon mal schwer haben mit den weiblichen Fans. Maybebop kann davon offensichtlich ein Lied singen – und tut es natürlich auch. Die Gedankenwelt des Künstlers zu offenbaren ist eigentlich nie schlecht, das interessiert den Zuhörer. Da hier die Botschaft also absolut im Fokus steht, rückt die Musik merklich in den Hintergrund. An sich ist das nichts Schlechtes – doch ist der Text nicht so gut gelungen, als dass er das kompensieren könnte. Sehr gedehnte Grammatik und die Wortschöpfung wie „klöpft“ allein um des Reimes willen – mal kann man das machen, aber mir geschieht das hier zu oft. Deshalb nur eine durchschnittliche Bewertung.

16. Smells like teen spirit (live)
Unterscheidet sich nicht wirklich von der Studioversion – was an sich schon beachtlich genug ist.

(Jan Glintenkamp)

Also wirklich: Ein starkes Stück ! Man glaubt es kaum: Wir hören ausschließlich die Stimmen von Maybebop …

Ach ja …  auf diesem Album finden sich auch die ersten eigenen Stücken wie „Du zweite Wahl“ und „Zärtlich allein“.

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Besetzung:
Jan M. Bürger (Countertenor)
Oliver Gies (Bariton)
Sebastian Schröder (Bass)
Lukas H. Teske (Tenor, Mundschlagzeug)
+
David Lehmann (Mundschlagzeug bei 06.)

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Titel:
01. Du zweite Wahl (Krauss/Kröper/Haas) 3.13
02. Immer für Dich da (Bürger/Gies) 3.21
03. Der Morgen danach (Frankfurth/Gies) 3:58
04. Smells Like Teen Spirit (Cobain/Novoselic/Grohl) 4.26
05. Zärtlich allein (Kändler/Gies) 3.43
06. Trauriges Lied (Kändler/Gies) 3.09
07. Der Butt (Kändler/Gies) 3.49
08. Günther Koslowsky (Gieseking/Gies) 2.45
09. Wie es geht (Kändler/Gies) 349
10. Nothing Else Matters (Hetfield/Ulrich) 4.27
11. Schlüssel zum Glück (Gies) 3:45
12. Nur manchmal nachts (Kändler/Gies) 3:23
13. Hochparterre (Bürger) 3:49
14. Wie war das gemeint (Frankfurt/Gies) 3:38
15. Epilied (Kändler/Gies) 3:15
16. 1. Smells like teen spirit (live) (Nirvana) 5:01
16.2. Stille
15. 4. Ohne Titel (hidden track)

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Und weil die Burschen es wirklich darauf haben … hier ihr Sixties Hit-Medley mit

Downtown (Petula Clark); Riders On The Storm (The Doors); Schuld war nur der Bossanova (Manuela); Aquarius (Hair); All You Need Is Love (The Beatles

Loki Schmidt – Loki Schmidt im Gespräch mit Bettina Tietjen (2005)

FrontCover1Ganz sicher eine beachtenswerte, außergewöhnliche Biografie:

Eigentlich heißt sie Hannelore, doch schon ihre Eltern nannten sie nur Loki. Heute kennt sie ganz Deutschland unter diesem Spitznamen. Lange bevor es die „Grünen“ gab, engagierte sich die Hamburgerin für den Pflanzen- und Naturschutz. In Botanikerkreisen genießt sie deshalb seit vielen Jahren höchste Anerkennung, auch wenn die ehemalige Lehrerin dieses Fach nie studiert hat. Inzwischen ist sie Professorin und zweimal Doktorin ehrenhalber, Gründerin einer Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen und alljährlich Namenspatin der „Blume des Jahres“.

In einem einstündigen Gespräch anlässlich ihres 85.Geburtstages erzählt Loki Schmidt (* 3. März 1919 in Hamburg; † 21. Oktober 2010 ebenda) der NDR Moderatorin Bettina Tietjen aus ihrem langen, spannenden Leben, schlägt einen weiten Bogen von ihrer Kindheit in einer Hamburger Arbeiterfamilie bis zu den Bonner Jahren als Kanzlergattin, von den Herausforderungen als junge Mutter in den Wirren des Krieges bis zu ihren zahlreichen Reisen und Expeditionen in exotische Länder.

Loki ist sicher keine „feine Dame“, sondern eine „Frau zum Pferdestehlen“, schnörkellos und gnadenlos neugierig. Ihren Mann, Altbundeskanzler Helmut Schmidt, kennt sie seit der Schulzeit, verheiratet ist sie mit ihm seit 62 Jahren. Heute blickt sie zurück auf 85 Jahre mit Höhen und Tiefen, Herausforderungen und Abenteuer. (NDR-Presse-Info; 08.03.2004)

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Loki und Helmut Schmidt als junges Paar

Loki Schmidt war ja nicht bekannt und beliebt, als Ehefrau von Altbundeskanzler Helmut Schmidt, sondern vor allem durch ihren Einsatz für den Pflanzenschutz und ihre natürliche Mitmenschlichkeit. Im Gespräch mit Bettina Tietjen blickt Loki Schmidt auf ein oft genug entbehrungsreiches, aber dennoch erfülltes Leben zurück. Sie erzählt von ihrer Kindheit in einfachen Verhältnissen, ihrer Ehe mit Helmut Schmidt, ihrer Arbeit als Lehrerin und ihren abenteuerlichen Reisen.

Wie es so oft bei solchen Biographien so der Fall ist: sie erzählen nicht nur einen individuellen Lebenslauf, sie erzählen auch von den Zuständen eines Landes… und da hatte eine Loki Schmidt natürlich viel zu berichten … sehr beeindruckend !

Und ja … mir scheint die Loki Schmidt weitaus sympathischer als ihr Herr Gemahl.

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Besetzung:
Loki Schmid
Bettina Tietjan

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Titel:
Das Gespräch untergliedert sich in 11 Kapitel (ca, 51 Minuten)

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Loki und Helmut Schmidt als gereiftes Paar

Die Zeit (Hrsg.) – Ausgewählte Texte zum Hören – Ausgabe 01 (2005)

FrontCover1So ein Hörbuch hat man auch nicht alle Tage in der Hand …

Die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ veröffentlichte ab 2005 (zumindest für eine gewisse Zeit) ausgewählte Artikel ihrer Zeitung im Rahmen dieser Hörbuch-Serie.

So ein Hörbuch kostete dann 5 Euro.

Unter den Autoren dieser Ausgabe ist wohl der Michael Naumann der bekannteste:

Michael Naumann (* 8. Dezember 1941 in Köthen) ist ein deutscher Politiker (SPD). Neben seiner Tätigkeit als Journalist, Publizist und Verleger war Naumann erster Kulturstaatsminister der Bundesrepublik Deutschland. Er war Spitzenkandidat der Hamburger SPD zur Bürgerschaftswahl 2008. Von Anfang 2010 bis Mitte 2012 war Naumann Chefredakteur des Monatsmagazins Cicero. Seitdem ist er Geschäftsführer und ab 2015 Gründungsdirektor der Barenboim-Said-Akademie in Berlin.  (Quelle: wikipedia)

Michael Naumann

Michael Naumann

Sein aktueller und zugleich kulturphilosphischer gefärbter Beitrag zur Flutkatastrophe 2004 (Stichwort: Tsunami 2004 in Südost-Asien) beinhaltet in vielerlei Hinsicht gültiges bis zum heutigen Tage …

Die Interessensvertretung der deutschen Beamten interessierte mich auch … kein Wunder, wenn man sich seit nunmehr mehr als 35 Jahre im öffentlichen Dienst bewegt (ohne ein Beamter zu sein), dann hör man schon besonders aufmerksam mit … denn Fragen zum Dienstrecht oder das alte Thema Beamte vs. Angestellte kann einem schon im beruflichen Alltag berühren und beschäftigen.

Den Autor Harald Martenstein schätzte ich seit vielen Jahrzehnten …:

Harald Martenstein (* 9. September 1953 in Mainz) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Martenstein arbeitete nach dem Abitur am Rabanus-Maurus-Gymnasium in Mainz einige Monate in einem Kibbuz in Israel und studierte dann Geschichte und Romanistik an der Universität Freiburg. In den 70er Jahren war er für einige Zeit Mitglied der DKP. Von 1981 bis 1988 war er Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung und von 1988 bis 1997 Redakteur beim Tagesspiegel in Berlin. Dann übernahm Martenstein für kurze Zeit die Leitung der Kulturredaktion bei der Abendzeitung in München, kehrte jedoch wenig später als leitender Redakteur zum Tagesspiegel zurück.

Harald MartensteinFoto: Clemens Fabry

Harald Martenstein

Seit 2002 schreibt er eine Kolumne für die ebenfalls zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehörende DIE ZEIT, zunächst unter dem Titel Lebenszeichen und seit dem 24. Mai 2007 im Rahmen des ZEIT-Magazin LEBEN unter Harald Martenstein. In überarbeiteter Form erschien eine Auswahl dieser satirischen Causerien erstmals 2004 in dem Sammelband Vom Leben gezeichnet. Einige Jahre war Martenstein zudem mit Kolumnen in der GEO kompakt vertreten. Martenstein schreibt derzeit für jede Sonntagsausgabe des Tagesspiegels eine Kolumne, darüber hinaus auch regelmäßig Glossen zu den Berliner Filmfestspielen und vereinzelt auch größere Reportagen und Essays. (Selbstdarstellung)

Wobei sein hier hörbarer Beitrag zu seiner eher schwächerer Beiträgen gehört … aber der Martenstein hat sich schon ein ganz eigenes Profil erarbeitet.

Und Reiseberichte mag ich eh so gern …. hier hören wir einen aus der Kategorie „sehr amüsant“.

Wer also anspruchsvollen Journalismus aus dem Jahr 2005 hören will … dem kann ich dieses Hörbuch nur empfehlen.

Hüllentext

Titel:
01. Michael Naumann: Die Welt rückt zusammen 10.58
02. Josef Joffe: Zwei milde Krieger 6.48
03. Wolfgang Gehrmann: Das nein kommt zu den Akten
04. Stefan Schmitt: Politisches Gift 3.49
05. Christoph Drösser: Stimmts ?
06. Thomas E. Schmidt: Renoirs Feldlazarett 7.40
07. Harald Martenstein: Wohlstandselend 4.14
08. Bjoern Erik Sass: Auf der Straße der Erkenntnis 13.24

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InfoBooklet02A

Der CD beigelegt: Ein Infoheft über weitere Hörbücher, die Wissen vermitteln sollen.