Alois Dreyer – Kindergärtlein – Dichtungen für die kleine Welt (1903)

TitelJetzt ein Büchlein, das wahrlich schon mehr als ein Jahrhundert auf dem Buckel hat. Verfasst wurde es von einem Alois Dreyer:

Aloys Dreyer (* 3. September 1861 in Landshut; † 17. September 1938 in München; auch Alois Dreyer) war ein bayerischer Lehrer, Schriftsteller und Bibliothekar.

Aloys Dreyer wird in Straubing geboren. Wenig später zieht seine Mutter, Thekla Biebl, mit ihm nach Landshut. Als uneheliches Kind trägt er zunächst ihren Namen. Er erfährt davon aber erst 1916, im Alter von 55 Jahren, als er anlässlich seiner Heirat mit der Münchnerin Pauline Köhler eine Taufurkunde benötigt. Ein eigener königlicher Erlass gestattet ihm, den Namen Dreyer zu behalten.

Der frühe Tod seines Stiefvaters Simon Dreyer, des leiblichen Vaters seiner Schwester, zwingt ihn dazu, den ursprünglichen Plan zu studieren aufzugeben und unmittelbar den Lehrberuf anzustreben. Er besucht das Lehrerseminar in Straubing und erhält anfänglich eine Stelle in dem kleinen Ort Vilsheim bei Landshut. Nach vier Jahren wird er nach Passau versetzt, wo er seine ersten literarischen Werke verfasst, als Theaterreferent für die Passauer Zeitung tätig ist und mit zwei Gebirgspossen zu seiner ersten Veröffentlichung (bei Reclam) kommt. Bald folgt ein Band mit mundartlichen Gedichten, über die sich Maximilian Schmidt lobend ausspricht.

Dreyer gibt den Lehrberuf auf und holt in fortgeschrittenem Alter das Abitur am Ludwigsgymnasium in München nach. Mit fast vierzig Jahren beginnt er ein Studium der

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Alois Dreyer

Germanistik, Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Geographie in München, das er 1903 mit einer Dissertation über Franz von Kobell abschließt. Von 1904 bis zu seiner Pensionierung 1930 leitet er die Zentralbibliothek des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, die er zu einer der größten alpinen Fachbibliotheken ausbaut.

Dreyer wird auch Vorstand einer Vereinigung Münchner Mundartdichter, der u.a. Wilhelm Dusch, Fritz Druckseis, Max Hofmann, Josef (Sepp) Mitterer, Elise Beck und Anny Schaefer angehören. Er ist in regem Kontakt mit den literarischen Größen in Bayern wie Paul Heyse, Ludwig Ganghofer oder Michael Georg Conrad.

Dreyer ist ein äußerst vielseitiger und produktiver Autor, der über dreißig Theaterstücke, Mundartlyrik (Bergmoas’n und Spötterln), Romane (Der Schuhknecht), Erzählungen, Biographien zu Karl Stieler, Franz Graf von Pocci und Maximilian Schmidt sowie kulturhistorische Schriften wie Die Sendlinger Mordweihnacht in Geschichte, Sage und Dichtung oder Altmünchen im Spiegel des Humors verfasst.

Seit seiner Hochzeit 1916 lebt Dreyer in der Ainmillerstraße 13 in Schwabing, unterbrochen nur von regelmäßigen Aufenthalten in seinem Sommerhaus in Oberammergau.

Seine Autobiographie aus dem Jahr 1934, 70 Jahre im Rucksack, lässt im Vorwort erkennen, dass er zu Beginn des Nationalsozialismus, verblendet wie viele seiner nationalgesinnten Zeitgenossen, die „Wiedergeburt“ Deutschlands erhofft. Das Erscheinen seiner letzten Publikation, der Geschichte der Alpinen Literatur von 1938, hat er nicht mehr erlebt. (Quelle: literaturportal-bayern.de)

Oder aber auch:

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Diese Analyse findet sich übrigens in dem eigentlich unglaublichem Buch von  Gerhard J. Bellinger und Brigitte Regler-Bellinger: Schwabings Ainmillerstrasse und ihre bedeutendsten Anwohner. Ein repräsentatives Beispiel der Münchner Stadtgeschichte von 1888 bis heute. Norderstedt 2003. Dieser Schmöker hat doch glatt 536 Seiten … und dort wird eben auch der Alois Dreyer und sein Lebensweg geschildert. Eine immense Fleißaufgabe ! Und lesenwert ist es auch noch.

Aber zurück zu diesem Büchlein eines eben unbedarften Heimatschriftstellers … Dass ich es überhaupt habe, hat seinen speziellen Grund. Meine 1. Ehefrau wird nun bald in den wohlverdienten Ruhestand treten und nachdem sie seit bald 2 Jahrzehnten  Leiterin eines Kindergartens ist … werde ich ihr das wohl als kleine Erinnerung an ihr Kindergärtlein schenken …

Aber pssst: nicht weitersagen !

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Hannelore Elsner – Ein Sommernachtstraum – Sommer in Musik und Poesie (2006)

FrontCover1Ich hätte ihr noch gerne ein paar Jahre vergönnt …

Hannelore Elsner (* 26. Juli 1942 als Hannelore Elstner in Burghausen; † 21. April 2019 in München) war eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Autorin. Sie war unter anderem unter der Regie von Edgar Reitz und István Szabó über Jahrzehnte eine der bekanntesten Charakterdarstellerinen Deutschlands. Sie spielte in ihrer 60-jährigen Karriere in über 220 Film- und Fernsehproduktionen mit und war auch eine profilierte Theaterschauspielerin.

Hannelore Elsner wurde 1942 in Burghausen geboren und wuchs im nahen Altötting auf. Ihr zwei Jahre älterer Bruder starb gegen Kriegsende während eines Tieffliegerangriffs, als sie noch keine drei Jahre alt war. Ihr Vater, Ingenieur von Beruf, starb an Tuberkulose, als sie acht Jahre alt war.

Ihre Mutter ging mit ihr nach München; sie starb 1973. Als Elsner 16 Jahre alt war, lernte sie den türkischen Regisseur Halit Refig kennen, der ihr eine Schauspielausbildung ermöglichte.

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1959

Nach Abschluss ihrer in München absolvierten Schauspielausbildung begann sie ihre Karriere an Theatern in München und Berlin. Erste Theaterengagements hatte sie ab 1964 an der Kleinen Komödie München, wo sie 1964 in dem Lustspiel Schöne Geschichten mit Papa und Mama von Alfonso Paso und 1966 in Vater einer Tochter von Curth Flatow an der Seite von Georg Thomalla spielte. An den Münchner Kammerspielen war sie als Ala in Dieter Giesings Inszenierung von Sławomir Mrożeks Tango (1966, mit Maria Nicklisch und Helmut Griem als Partnern) als erste Nackte an den Kammerspielen zu sehen.[7] Elsner gastierte auch an der Komödie Berlin in dem Stück Eine Hand voll Brennesseln von Marc-Gilbert Sauvajon.

Bereits mit 17 Jahren gab Hannelore Elsner ihr Filmdebüt als Partnerin an der Seite von Freddy Quinn in Freddy unter fremden Sternen (1959). Im Filmdrama Die endlose Nacht (1963) spielte sie die Rolle eines attraktiven, mittellosen Starlets. In den 1960er- und 70er-Jahren trat sie vermehrt in Unterhaltungsfilmen auf, beispielsweise an der Seite von Peter Alexander in Zum Teufel mit der Penne, mit Beppo Brem in Allotria in Zell am See, neben Hansi Kraus in Die Lümmel von der ersten Bank und in Pepe, der Paukerschreck sowie mit Georg Thomalla in Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen!. 1962 sah man sie auch in einem der beliebtesten Volksstücke aus dem Kölner Millowitsch-Theater. Hier spielte sie neben Peter René Körner, Willy Millowitsch und Elsa Scholten in Tante Jutta aus Kalkutta.

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1968

Ab den 1960er Jahren spielte sie in zahlreichen Fernsehserien, unter anderem in einigen Folgen der Krimiserie Das Kriminalmuseum. 1973 war sie in dem DEFA-Film Aus dem Leben eines Taugenichts in der Rolle einer Gräfin zu sehen, wobei sie die erste bundesdeutsche Darstellerin nach dem Mauerbau in einem Film der ostdeutschen DEFA war. Von 1983 bis 1997 wirkte sie in mehreren Filmen der Fernsehreihe Tatort mit. Im Tatort: Peggy hat Angst (1983) spielte sie die titelgebende Peggy Karoly.

Von 1994 bis 2006 verkörperte sie in der ARD-Fernsehkrimiserie Die Kommissarin die Kriminalhauptkommissarin Lea Sommer, die in insgesamt 66 Folgen in Frankfurt am Main bzw. Hamburg ermittelte. Für ihre dortige Darstellung wurde sie 1995 als „Beste Darstellerin in einer Serie“ mit dem „Telestar“ ausgezeichnet.

Ihre größten Erfolge feierte Elsner nach einer fünfzehnjährigen Pause mit der Rückkehr auf die Kinoleinwand. Die Rolle der suizidgefährdeten Schriftstellerin Hanna Flanders in Oskar Roehlers Spielfilm Die Unberührbare brachte ihr im Jahr 2000 den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kritikerpreis und den Bayerischen Filmpreis ein. Eine weitere Rolle unter Roehlers Regie hatte sie in dem 2001 gedrehten und 2002 erschienenen Fernsehfilm Fahr zur Hölle, Schwester!, in dem sie die Rolle der Rita spielte, die für den Unfall ihrer von Iris Berben dargestellten Schwester verantwortlich gemacht wird.

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1971

2003 gewann sie erneut den Deutschen Filmpreis für ihre Rolle in Oliver Hirschbiegels Mein letzter Film, wo sie eine alternde Schauspielerin verkörperte. Der Berliner Filmemacher Rudolf Thome besetzte sie in seiner Trilogie Zeitreisen in der Hauptrolle. In Rot und Blau (2003) spielte sie die Architektin Barbara Bärenklau, in Frau fährt, Mann schläft (2004) war sie die Zahnärztin Dr. Sue Süssmilch und in Rauchzeichen (2006) spielte sie an der Seite von Adriana Altaras die Wirtin Annabella Silberstein.

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Mit Mario Adorf, 1977

In der Filmkomödie Alles auf Zucker! (2004) spielte sie Marlene, die Frau des ehemaligen DDR-Sportreporters Jaeckie Zucker (Henry Hübchen). In der Dostojewski-Romanverfilmung Die Spielerin (2005) verkörperte sie die Rolle der attraktiven, wohlhabenden Polina Sieveking. In dem Filmdrama Kirschblüten – Hanami (2008) war sie in der Rolle der Trudi Angermeier zu sehen, die nach einer ärztlichen Untersuchung erfährt, dass ihr Ehemann schwer krank ist und schließlich bei einem gemeinsamen Ostseeurlaub stirbt. In dem Märchenfilm Dornröschen (2009) spielte sie die Fee Maruna, in Die Bremer Stadtmusikanten (2009) lieh sie der Katze ihre Stimme. In der Filmbiographie Zeiten ändern dich des Musikers Bushido übernahm sie die Rolle seiner Mutter. Von 2010 bis 2013 verkörperte sie die Direktorin Theobald in den Filmen um Hanni & Nanni. In dem ZDF-Fernsehkrimi Kommissarin Lucas – Am Ende muss Glück sein war sie 2011 in der Rolle der Kneipenwirtin Nadja Schumann, die sich nebenbei prostituiert zu sehen. In Marcus H. Rosenmüllers Spielfilm Wer’s glaubt, wird selig (2012) spielte sie eine herrische Schwiegermutter, die nach ihrem plötzlichen Tod heiliggesprochen werden soll.

In dem ARD-Fernsehfilm Besondere Schwere der Schuld (2014) war sie in der Rolle der Agnes Barner zu sehen, die ihrem Sohn verschweigt, dass er nicht ihr leibliches Kind ist. In der Tragikomödie Auf das Leben!, die im November 2014 in die deutschen Kinos kam, war sie unter der Regie von Uwe Janson in der Rolle einer einsamen, ehemaligen Revue-Sängerin zu sehen, die durch die Freundschaft zu einem jungen, schwerkranken Mann neuen Lebensmut fasst. In der ZDF-Produktion Ein Sommer im Burgenland spielte sie 2015 eine aus einer Roma-Familie stammende Ungarin, für die ihre Reise ins Burgenland zu einer Reise in die eigene Vergangenheit wird. In Lars Kraumes Fernsehfilm Familienfest (2015) spielte sie die erste Ehefrau des berühmten Pianisten Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer), eine „trinksüchtige Grande Dame“.[8] In Hannas schlafende Hunde (2016) spielte sie die Rolle der Ruth Eberth, deren junge Enkelin ihre Identität nicht verleugnen will. Im Januar 2017 war Elsner in der Fernsehtragikomödie Die Diva, Thailand und wir! in der Hauptrolle zu sehen; sie spielte die 72-jährige Anneliese Behrens, die nach einer Krebsdiagnose von ihrer Familie betreut werden muss.

Daneben arbeitete sie auch als Synchronsprecherin und lieh z. B. Liza Minnelli (u. a. in Cabaret und Pookie) und Fanny Ardant (8 Frauen) ihre Stimme. 1997 wurde Elsner der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen; 2006 erhielt sie den Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk. Schon schwer erkrankt, stand sie zuletzt für den ARD-Spielfilm Lang lebe die Königin als Moderatorin, die auf eine Spenderniere wartet, vor der Kamera. Sie starb vor Ende der Dreharbeiten.

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Mit Dieter Wedel … Georg Kreisler … Johannes Mario Simmel !!!

Elsner war von 1964 bis 1966 mit dem Schauspieler Gerd Vespermann verheiratet und von 1973 bis zu dessen Unfalltod im Jahr 1981 mit dem Regisseur Alf Brustellin liiert. Aus einer Beziehung mit dem Regisseur Dieter Wedel stammt ihr 1981 geborener Sohn, der als Fotograf arbeitet.[9] 1993 heiratete sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe B. Carstensen. Diese Ehe wurde im Jahr 2000 geschieden. Einige Jahre lebte sie mit dem Germanistikprofessor Günter Blamberger zusammen.

Hannelore Elsner starb am 21. April 2019 im Alter von 76 Jahren in einem Münchner Krankenhaus an den Folgen einer Krebserkrankung. (Quelle: wikipedia)

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Hannelore Elsner als Covergirl

Und als kleine Verneigung meinerseits diese eher unekannt gebliebene CD mit einer ganz und gar wunderbaren, exquisiten Mischung aus „sommerlicher“ Lyrik und passende, klassischer Musik. Leider kann sie nun diesen Sommer nicht mehr erleben.

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Und erneut weiß die Hannelore Elsner eben wieder zu verzaubern … wer´s nicht glaubt, kann ja mal reinhören …

Und ja … die Hannelore Elsner war auch eine hochgradig erotische Frau … sie hatte im kleinen Finger mehr Erotik als z.B. eine Pamela Anderson in ihrem ganzem Körpr … das darf ja auch mal gesagt werden … zum Abschied von Hannelore Elsner.

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Besetzung:
Hannelore Elsen (Sprecherin)
+
Patrick Demenga (cello bei 19.)
English Chamber Orchestra unter der Leitung von Leopold Hager (bei 01. + 29.)
Europe Festival Orchestra unter der Leitung von Walter Hilgers (bei 09.)
Thomas Füri (violin bei 12.)
Gael Gandino (harp bei 13., 26.)
Thomas Müller-Pering (guitar bei 09.)
Balázs Szokolay (piano bei 04., 08., 15.)
Staatliche Philarmonie Kosice unter der Leitung von Urs Schneider (bei 02.
Wiener Akademie unter der Leitung von Martin Haselböck (bei 06.)
Gérard Wyss (piano bei 12., 19)

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Titel:

Helle Nächte:
01. Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht (Max Dauthendey) 0.58
02. Elfentanz (Elfenscherzo aus: Ein Sommernachtstraum) (Mendelssohn-Batholdy) 4.19
03. Johannisfeuer (Max Dauthendey) + In der Walpurgisnacht (Raff) 1.33

Leichtigkeit des Seins:
04. Junger Tag (Conrad Ferdinand Meyer) + Du mußt das Leben nicht verstehen (Rainer Maria Rilke)+ Folg-Song (Grieg) 1.36
05. Sommerfrische (Joachim Ringelnatz) 0.46
06. Der über uns (Gotthold Eühraim Lessing) + Il trionfo delle donne (Mozart) 3.38

Liebe und Liebelei:
07. Sie zu ihm (Kurt Tucholsky) 1.31
08. Übung am Klavier (Rainer Maria Rilke) + Einen Sommer lang (Datlev von Liliendron) + Sommerabend (Grieg)
09. Hingebung (Volker Braun) + Andaluza aus: Danza española Nr. 5

Erklär mir die Liebe:
10. Was ist Liebe im Sommer? (Jörg Zink) 2.01
11. Du bist mein, ich bin dein (unbekannt) 0.30
12. Wie soll ich meine Seele halten + Zum Einschlafen zu sagen (Rainer Maria Rilke) + Salut d’amour (Elgar) 2.47
13. Erklär mit, Liebe (Ingeborg Bachmnn) + Jeux interdits (Traditional) 2.28
14. Was es ist (Erich Fried) 0.37

Glut und Verglühen:
15. Elfentanz (Grieg) 0.45
16. Ode an den Landregen (Hugo Dittberner) 1.46
17. D-Zug (Gottfried Benn) 1.41
18. Sachliche Romanze (Erich Kästner) + Nachklang (Grieg) 1.46
19. Hälfte des Lebens (Friedrich Hölderlin) + Aprés un reve (Fauré) 3.16
20. Sommerbild (Friedrich Hebbel) 0.36

Die Sprache der Rosen:
21. Von den heimlichen Rosen (Christian Morgenstern) +  Letzte Rose (Traditional) 1.47
22. An die Rose (Fridrich Hölderlin) 0.27
23. Rosen (Wolfgang von Goethe) 0.19
24. Heidenröslein (Wolfgang von Goethe) 1.10
25. Wilde Rosen (Hermann Claudius) +  To A Wild Rose (MacDowel) 1.28

Träume:
26. Mondnacht (Joseph von Eichendroff) + Du bist mein Mond (Friedrich Rückert) + Mondscheinsonate (Beethoven) 3.05
27. Ich sage: Mal mir ein Herz (Wolf Wondratscheck) 0.17
28. Liebeszauber (Hildegunde Wöller) 0.52
29. Zettels Traum (William Shakespear) + Notturno (Mendelssohn-Batholdy) 3.27

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Hannelore Elsner (* 26. Juli 1942; † 21. April 2019 in München)

Gert Westphal – Gedichte als Wegweiser (Herausgegeben von Karl Carstens) (1985)

FrontCover1.JPGAu weia …. hab´ ich mir gedacht, als ich mich dieser doch sehr seltenen LP zugewandt habe

Zum einen Lyrik (nicht mein Steckenpferd) und dann auch noch herausgegeben von Karl Carstens:

Karl Walter Claus Carstens (* 14. Dezember 1914 in Bremen; † 30. Mai 1992 in Meckenheim) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages und von 1979 bis 1984 der fünfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Carstens wurde in der Fitgerstraße 36 des Bremer Stadtteils Schwachhausen geboren, kurz nachdem sein Vater Carl Emil Carstens (1877–1914), Oberlehrer und Studienrat an der Handelsschule in Bremen (Oberrealschule), in Frankreich gefallen war. Er wohnte einige Jahre mit seiner Mutter Gertrud Carstens, geb. Clausen (1880–1963) im Reihenhaus Busestr. Nr. 67. Seine Patentante war die Bremer Kindermalerin Agnes Sander-Plump.

Nachdem er 1933 das Abitur am Alten Gymnasium in Bremen erlangt hatte, absolvierte Carstens ein Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main, Greifswald, Dijon, München, Königsberg und Hamburg, das er 1936 mit dem ersten und 1939 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1938 schloss er seine Promotion zum Dr. jur. ab. Er wurde Referendar am Landgericht Bremen. Nach der studienbedingten Rückstellung vom Wehrdienst leistete er 1938 eine Wehrübung beim Flak-Regiment 26. Von 1939 bis 1945 nahm er als Soldat bei der Flakartillerie am Zweiten Weltkrieg teil. Er wurde in der Flak-Abteilung 407 zum Flugmelder ausgebildet. Nach dem zweiten Staatsexamen lehnte er eine Richterstelle ab. 1940 wurde er Unteroffizier, 1941 Wachtmeister der Reserve und 1942 Leutnant und Ordonnanzoffizier im Stab der Flak-Abteilung 262 der Luftwaffe. Er war an der Flak-Artillerieschule III in Berlin-Heiligensee tätig.

Karl Carstens, Veronica Carstens

Karl  und Veronica Carstens, 1949

Nach Kriegsende wurde er in Bremen als Rechtsanwalt zugelassen und begann seine Tätigkeit in der Kanzlei Ahlers & Vogel. Er war zudem vom Juni 1945 bis 1947 ganz oder zeitweise für Bürgermeister und Justizsenator Theodor Spitta tätig und wirkte auch an der Erstellung der Bremer Verfassung mit. 1948 begann Carstens ein Studium an der Yale-Universität in New Haven (Connecticut), das er 1949 mit dem Grad eines Masters of Laws (LL.M.) beendete.

Von 1949 bis 1954 war er Rechtsberater des Bremer Senats und Bevollmächtigter Bremens beim Bund. Ab 1950 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln, wo er sich 1952 habilitierte. 1954 trat er in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein. Bis 1955 war er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat in Straßburg und danach im Auswärtigen Amt in Bonn tätig, wo er als Experte für Europafragen zum Stellvertreter des Bundesaußenministers aufstieg und 1958 die Leitung der Abteilung „West I Europa“ übernahm. 1960 erfolgte seine Berufung zum Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Köln. Von 1970 bis 1972 leitete er das Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn.

Carstens heiratete 1944 Veronica Prior in der Flak-Kaserne in Berlin-Schulzendorf. Veronica Carstens wurde später Fachärztin für Innere Medizin. Die Ehe blieb kinderlos. Das Ehepaar gründete 1982 die Karl und Veronica Carstens-Stiftung mit dem Ziel der Förderung von Naturheilkunde und Homöopathie.

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Als Staatssekretär 1963 im Gespräch mit US-Präsident Kennedy

Im Sommersemester 1933 begann Carstens sein Jura-Studium an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Die NS-Machthaber hatten die Absicht, diese Universität in eine nationalsozialistische „Musteruniversität“ umzuwandeln. Am 1. Mai 1933 übernahm der Nationalsozialist Ernst Krieck als „Führer“ ihre Leitung. Die NS-Studentenorganisationen forderten, dass die Studenten der ersten Semester in „Kameradschaftshäusern“ oder in vom NS-Standpunkt aus einwandfreien Korporationsheimen wohnten. Carstens entschied sich für ein „Kameradschaftshaus“ und musste von nun an am SA-Dienst teilnehmen. 1936 war Carstens nach Denunziation eine Studienbeihilfe der Landesschulbehörde Bremen entzogen worden. Nach Aufforderung durch den Präsidenten des Bremer Landgerichts unter Androhung der Nichtzulassung zum Assessorexamen im Jahre 1937 beantragte Carstens die Mitgliedschaft in der NSDAP. Er verschleppte die Einreichung notwendiger Unterlagen, so dass der Antrag erst nach Kriegsausbruch positiv beschieden wurde; zu einem Zeitpunkt also, an dem Carstens bereits Soldat war und somit nach dem Wehrgesetz nicht aktives Parteimitglied sein konnte. Entsprechend entschied die I. Spruchkammer Bremen im Rahmen von Carstens’ Entnazifizierungsverfahren am 3. Juni 1948, dass eine „praktische Mitgliedschaft in der NSDAP nie bestand“ und er „nach dem Maß seiner Kräfte aktiv Widerstand gegen die Nazi-Gewaltherrschaft“ leistete.

Pullach, Besuch Carstens beim BND

Carstens spricht als Bundespräsident am 28. Juni 1982 beim Bundesnachrichtendienst

Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Mai 1973 bis Oktober 1976 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer. Nach der Bundestagswahl 1976 wurde Carstens am 14. Dezember 1976 zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.

Carstens ist 1972 über die Landesliste Schleswig-Holstein und 1976 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ostholstein in den Bundestag eingezogen.

Von Juli 1960 bis Dezember 1966 war er Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in der Zeit der Großen Koalition von Dezember 1966 bis 1968 Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung. Von 1968 bis 1969 war er als Staatssekretär Chef des Bundeskanzleramtes bei Bundeskanzler Kiesinger. Von Dezember 1976 bis Mai 1979 war er Bundestagspräsident.

Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1979 wählte ihn die Bundesversammlung am 23. Mai 1979 zum 5. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Carstens’ Kandidatur war zuvor wegen seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft kritisiert worden.

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Karl Carstens als Wandervogel

Er löste Walter Scheel als Bundespräsidenten ab. Während seiner Amtszeit positionierte sich Carstens gegen Forderungen der Friedensbewegung nach einseitiger Abrüstung und lehnte insbesondere deren Bezugnahme auf die Bergpredigt ab.

1983 gab er die Gedicht-Anthologie Deutsche Gedichte heraus. Eine erste Druckauflage wurde wegen vieler editorischer Fehler eingestampft.

Wegen seiner Vorliebe für das Wandern war Carstens während seiner Amtszeit bekannt als „Wanderpräsident“. Er nutzte diese Wanderungen zur Begegnung mit vielen Menschen, von denen er sich streckenweise begleiten ließ und mit denen er unterwegs einkehrte. Aus Altersgründen verzichtete er auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit und schied damit am 30. Juni 1984 aus dem Amt. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, für mich war in all den Jahren eine der Reizfiguren der besonderen Art …

Aber dafür kann natürlich der ehrenwerte Gert Westphal nichts:

Gert Curt Gerhard Westphal (* 5. Oktober 1920 in Dresden; † 10. November 2002 in Zürich) war ein deutsch-schweizerischer Regisseur, Schauspieler und Rezitator.

1920 in Dresden als Sohn eines kulturell interessierten Fabrikdirektors geboren, absolvierte Gert Westphal nach dem Abitur am Realgymnasium Blasewitz seine Schauspielausbildung bei Paul Hoffmann am Dresdner Staatsschauspielhaus. 1940 debütierte er in der Rolle des zweiten Reiters in Goethes Götz von Berlichingen, bevor er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach Kriegsgefangenschaft und einigen Umwegen kam er 1946 nach Bremen. Hier begann er neben einem Engagement an den Bremer Kammerspielen zur gleichen Zeit als Sprecher und Redakteur bei Radio Bremen. 1948 wurde er Hörspielleiter des noch immer von den Alliierten kontrollierten Senders und GertWestphal02.jpgübte diese Position bis zu seinem Wechsel zum Südwestfunk Baden-Baden 1953 aus. Dort war er bis 1959 in gleicher Position beschäftigt und damit für sämtliche in dieser Zeit produzierten Aufnahmen verantwortlich. In regelmäßigem Kontakt stand er mit zahlreichen Autoren dieser Zeit wie etwa Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Max Frisch oder auch Carl Zuckmayer und gab auch Arbeiten für Hörspiele in Auftrag. Er arbeitete mit Max Ophüls, Will Quadflieg, Hans Paetsch, Oskar Werner, Walter Jens, Joachim Fest u. v. a. zusammen, produzierte oder bearbeitete selbst regelmäßig Hörspiele und Radiofeatures und wirkte selbst als Sprecher mit. U. a. führte er die Regie in dem fünfteiligen Hörspiel Am grünen Strand der Spree, in dem der Autor Hans Scholz auch eine der Hauptrollen sprach.

Daneben war Westphal seit Beginn seiner Arbeit beim Rundfunk immer auch mit Lesungen zu hören, deren Texte er selbst aussuchte und bearbeitete, und unterstützte neue oder nur schwer realisierbare Formate und Projekte. Für den damaligen Chefredakteur der Jazz-Redaktion des Südwestfunk, Joachim-Ernst Berendt, etwa war Westphal wegen seines Textverständnisses und seiner Musikalität die Idealbesetzung für die von ihm kreierten Lyrik und Jazz-Programme (etwa mit dem Metronome Quintett), die bis heute stilbildend wirken. Der musikalischen Form des Melodrams fühlte er sich trotz wiederkehrender Bedenken zahlreicher Veranstalter besonders verbunden. So brachte er u. a. das Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke von Rainer Maria Rilke in der Version für Sprecher und Klavier von Viktor Ullmann zusammen mit dem Pianisten Michael Allan am 15. Juni 1994 bei den Sommerlichen Musiktagen Soest zur Uraufführung. Auch bei Ullmanns orchestrierter Fassung (Ghetto Theresienstadt 1944) übernahm Westphal, etwa in der Berliner Philharmonie mit der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie unter der Leitung von Andreas Peer Kähler, den Part des Sprechers.

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Am Theater der Nationen in Paris gastierte Westphal im Mai 1963 mit dem Theater Ensemble Oskar Werner mit einer Aufführung des Torquato Tasso. Zusammen mit Käthe Gold und Walter Richter trat er Anfang 1965 in Israel auf, wo zum ersten Mal überhaupt mit dem Totentanz von August Strindberg ein Theaterstück in deutscher Sprache aufgeführt wurde. Von 1959 bis 1980 gehörte er dem Ensemble am Zürcher Schauspielhaus an und wirkte in zahlreichen Uraufführungen mit, bevor er sich selbständig machte und sich auf das Vorlesen auf der Bühne und im Studio konzentrierte. Nebenbei war er auch als Regisseur an zahlreichen Theatern und Opernbühnen Deutschlands engagiert. 1960 erwarb Westphal neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch das Schweizer Bürgerrecht und konnte somit auch in der damaligen DDR[2] Aufnahmen realisieren. Bis zum September 2002 trat er öffentlich auf und nahm weitere Lesungen auf Tonträger auf.

Die besondere Liebe des Königs der Vorleser, wie ihn Petra Kipphoff von der Zeit einmal nannte, galt der Rezitation und der literarischen Lesung vor Publikum, im Radio, für Sprechplatte oder Hörbuch. Johann Wolfgang Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann galten ihm als „Säulenheilige“. Von ihnen nahm er – bis auf wenige Ausnahmen – sämtliche Romane und Erzählungen – teilweise sogar mehrfach – auf oder nutzte diese Werke als Vorlagen der von ihm produzierten Hörspiele.

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In der Kombination Lesung/Hörspiel nahm Westphal wiederholt mehrere Funktionen gleichzeitig wahr, die das jeweilige Werk aus zwei Perspektiven erleben lässt: Neben den eigentlichen Lesungen mit nur einem Vorleser wirkte er in zahlreichen Hörspielen als Erzähler mit und/oder führte hier auch Regie. In diesem Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass er mit großem Erfolg auch an Produktionen sogenannter Trivialliteratur beteiligt war. So wirkte er z. B. in der Langzeitreihe Der Frauenarzt von Bischofsbrück des SDR von Alfred Marquart und Herbert Borlinghaus sowie bei den vom SDR verwirklichten Verfilmungen der von Hedwig Courths-Mahlers verfassten Romane (Die Bettelprinzeß, Griseldis, Die Kriegsbraut, Der Scheingemahl und Eine ungeliebte Frau) als Erzähler mit. Dass dies sowohl Kritik als auch Publikum positiv aufnahmen, wurde immer wieder mit der Ernsthaftigkeit begründet, mit der Westphal seine Rollen ausfüllte. Auch sind die Protagonisten in ihrer Herkunft, Bildung und ihren Eigenschaften mit denen der „klassischen“ Literatur vergleichbar, da es sich hier weitestgehend ebenfalls um Ärzte, Rechtsanwälte, Militärangehörige, Lehrer oder um (verarmte) Adelige und ihre Bediensteten handelt. Die Stimme Westphals traf offenbar sehr genau den hier angebrachten Tonfall. Auffällig ist dabei auch der Umstand, dass seine Stimme ab etwa Anfang der 1970er Jahre zunehmend dunkler wurde. Besonders auffällig wird dies etwa bei den Josephromanen Thomas Manns, bei denen das Vorspiel Höllenfahrt ca. 30 Jahre nach den Teilen I–IV aufgenommen wurde.

Neben den Hauptwerken deutschsprachiger Autoren nahm Westphal auch zahlreiche Werke europäischer Autoren wie z. B. Gustave Flaubert, Victor Hugo, Henry James oder auch Thornton Wilder auf Tonträgern auf. Ferner bildete die russische Literatur mit Autoren wie Tschingis Aitmatow, Fjodor Dostojewski, Nikolai Gogol, Iwan Gontscharow, Maxim Gorki, Nikolai Semjonowitsch Leskow, Vladimir Nabokov, Leo Tolstoi oder auch Anton Tschechow einen regelmäßigen Schwerpunkt bei seinen Lesungen und Inszenierungen.

Darüber hinaus schrieb er unter dem Pseudonym Gerhard Wehner einige Hörspiele. Bei Radio Bremen wurden seine Hörspiele Offene Rechnung und Gestern ist lange her aufgenommen. Sein Hörspiel Große Konjunktion im Zeichen der Fische wurde 1971 beim DRS und 1973 beim ORF (Radio Salzburg) aufgenommen.

1954 hatte er die Schauspielerin und Rezitatorin Gisela Zoch beim Norddeutschen Rundfunk kennengelernt, mit der er im Dezember 1957 die Ehe schloss, aus der zwei Töchter (Jg. 1963 und 1966) hervorgingen. 2002 erlag Westphal einem Krebsleiden. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof von Kilchberg am Zürichsee, nahe am Grab von Thomas Mann. (Quelle: wikipedia)

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Das Grab Gert Westphals in Kilchberg, Züricher See/Schweiz

Und vermutlich ist es ihm zu verdanken, dass ich dann doch in wenig Zugang zu diesem Album bekommen habe … er war einfach ein großartiger Rezitator.

Überrascht hat mich aber auch die Auswahl, die Karl Carstens getroffen hat … (die jeweiligen Einführungen zu den unterschiedlichen Themenkreisen sind sehr persönlich gehlaten) – insbesondere die von ihm gewählten Themenkreise „Krieg und Frieden“ und „In der Fremde“ hätte ich ihm nicht zugetraut.

Auch lässt er – zumindest mir – unbekannte Dichter zu Wort kommen (Rudolf Hagelstange, Wilhelm Lehmann, Karl Krolow oder Albrecht Goes).

Und wer sich für Lyrik begeistern kann, wird hier sicher fündig.

Dennoch: er war als Politiker ganz sicher kein Gewinn für unser Land … als Schöngeist überzeugte er mich nun mehr.

Deutsche Gediche

Dieses Buch war die Basis für diese LP

Besetzung:
Karl Carstens (Sprecher)
Gert Westphal (Sprecher)

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Titel:
01. Ein Gedicht… (Rudolf Hagelstange) 1.16

Karl Carstens: Zur Gedichtauswahl und zum Themenkreis Jahreszeiten: 2.51
02. Vorfrühling (Hugo von Hofmannsthal) 1.26
03. Tag, der den Sommer endet (Gottfried Benn) 1.04
04. Hälfte des Lebens (Friedrich Hölderlin) 0.55
05. Herbsttag (Rainer Maria Rilke) 1.07
06. Wir nennen es Winter (Rudolf Hagelstange) 1.04
07. Von guten Mächten (Dietrich Bonhoeffer) 2.41

Karl Carstens: Zum Themenkreis Krieg und Frieden: 0.48
08. Tränen des Vaterlandes (Andreas Gryphius) 1.51
09. Grodek (Georg Trakl) 1.51
10. Heimkehr (Peter Huchel) 2.27
11. Frühling 1946 (Elisabeth Langgässer) 1.41
12. Dankeslied für die Verkündigung des Friedens (Paul Gerhardt) 3.55

Karl Carstens: Zum Themenkreis in der Fremde: 0.56
13. Nachtgedanken (Heinrich Heine) 2.17
14. Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen (Max Herrmann-Neisse) 1.32
15. Abschied und Wiederkehr (Carl Zuckmayer) 2.12
16. In der Fremde III (Heinrich Heine) 0.41
17. An die Nachgeborenen (Bertholt Brecht) 4.35

Karl Carstens: Zum Themenkreis Dichter: 1.08:
18. Auf sommerlichem Friedhof (Wilhelm Lehmann) 1.15
19. Wiepersdorf, die arnimschen Gräber (Günter Eich) 2.03
20. Epilog zu Schillers „Glocke“ (Auszug) (Johann Wolfgang von Goethe) 4.37
21. Nicht Geist, nicht Inbrunst wollen wir entbehren“ (für Karl Graf Lanckroński) (Rainer Maria Rilke) 2.52

Karl Carstens: Zum Themenkreis Liebe: 1.22
22. Es ist einfach (Karl Krolow) 1.31
23. Wie er wolle geküsset sein (Paul Fleming) 1.09
24. Vorm Abschied (Ulla Hahn) 0.48
25. An Charlotte von Stein (Johann Wolfgang von Goethe) 3.33
26. Die Schritte (Albrecht Goes) 0.55
27. 1. Korintherbrief, 13. Kapitel – Preis Der Liebe (Altes Testament) 2.25

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Man klicke auf den Staeckbrief, dann kann man ihn auch lesen …

Fred Endrikat – Höchst weltliche Sündenfibel (1939 – 1950)

TitelHeute kennt man ihn nicht mehr, vor etlichen Jahrzehnten hatte er durchaus einen guten Ruf als kabarettistischer Spötter:

Fred Endrikat (* 7. Juni 1890 in Nakel an der Netze; † 12. August 1942 in München) war ein deutscher Schriftsteller, Dichter und Kabarettist. Seine humoristischen Kabaretttexte und -lieder waren seinerzeit sehr erfolgreich.

Endrikat, der Sohn eines Bergmanns war und auch selbst unter Tage arbeitete, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Eickel und Wanne.[1] In seinem Gedicht Heimkehr finden sich Reminiszenzen an seine Jugendzeit in Eickel und den dortigen Volkspark.[2] Danach lebte er lange in Berlin, bevor er nach München kam. U. a. im Schwabinger Kabarett Simpl stand er mit eigenen Texten auf der Bühne. Zuletzt lebte er in Leoni am Starnberger See.

Fred Endrikat starb 1942 mit 52 Jahren an einem Gehirntumor und liegt auf dem alten Teil des Münchener Waldfriedhofes begraben.

Fred Endrikats Werk, das in der Tradition Wilhelm Buschs, Christian Morgensterns und Joachim Ringelnatz‘ steht, besteht im Wesentlichen aus Texten für das literarische Kabarett. Hauptsächlich Versdichtung (Brettl-Lieder, Couplets) verfassend, aber auch Szenen und Einakter, schuf Endrikat kleine Werke, die als humoristisch, bisweilen satirisch, einzuordnen sind, ohne dabei jedoch allzu gesellschaftskritisch zu sein. Dem Dichter haftete seinerzeit das Etikett des witzigen, frivolen Spötters an, der nicht ganz ernstzunehmende Weisheiten präsentierte.

Endrikat veröffentlichte vier Bände mit Versen in Kürze zur Lebenswürze, die eine weite Verbreitung fanden. Die erste Sammlung von Gedichten, die er für das literarische

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Fred Endrikat, 1932

Kabarett schrieb und dort selbst vortrug, erschien mit Die lustige Arche (1935), einer unter dem Leitsatz „Die besten Menschen auf der Erde, das sind die Hunde und die Pferde“ stehenden „Tierfibel für Jung und Alt“. Es folgte die Höchst weltliche Sündenfibel (1939), welche „moralische“ und „unmoralische“ Versdichtungen des Autors zusammenstellte. Nach Liederliches und Lyrisches (1940) mit „Versen zum vergnügten Leben“ war 1942 der seine Reihe witziger Lebensweisheiten abschließende Fröhliche Diogenes (1942) die letzte Veröffentlichung vor seinem Tod. Er widmete der Bergmannskuh ein kurzes Gedicht.

Nach Endrikats Tod wurde noch manches mehr in Auswahlen und dem Band Sündenfallobst (1953) veröffentlicht.

Zu Endrikats Lebzeiten waren seine Verse besonders beim Kleinbürgertum sehr beliebt. Später wurden einige seiner Gedichtzeilen zu geflügelten Worten: so stammt zum Beispiel der bekannte Ausspruch „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen“ ursprünglich aus einem Gedicht Endrikats. Heute ist der Kabarettist, der die Sünde einst mit rotem Mohn im Ährenfeld verglich („Man jätet ihn als Unkraut aus und windet ihn zum Blumenstrauß“) weit weniger bekannt als mancher seiner Aussprüche oder Kabarettsongs. Das Hörbuch Fred Endrikat stellte 2004 eine Auswahl seiner Gedichte als Rezitation neu vor. In Buchform war Endrikats Werk nach einer kurzen Renaissance in den 1970er Jahren lange Zeit nicht mehr erhältlich, ehe 2011 ein Lesebuch mit seinen Texten zusammengestellt wurde.

In Wanne-Eickel, seit 1975 ein Stadtteil der Stadt Herne, wurde 1964 die Fred-Endrikat-Straße nach dem Schriftsteller benannt. (Quelle: wikipedia)

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Aber auch in seiner ursprünglichen Heimat erinnert man sich an ihn, noch bis heute:

Am 7. Juni 1890 erblickte der bekannteste Cranger Junge, Fred Endrikat, das Licht der Welt. Er war der einzige Knabe unter sechs Geschwistern in einem kleinen Haus auf der Heerstraße. In der Volksschule in Crange war er dem Zeichnen und der Poesie zugetan, auch las er viel und intensiv, was in dem kleinbürgerlichen, bildungsfernen Milieu seiner Familie eigentlich nicht üblich war. Der Vater war Bergmann. Mit 14 Jahren kam Fred in die Schlosserlehre, um einen soliden Handwerksberuf zu erlernen. Jedoch eignete er sich nicht dazu und brach die Lehre bald wieder ab. Auch als Pferdejunge auf

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Karikatur aus dem Jahr 1935

der Zeche Shamrock III/IV in Wanne, der Arbeitsstätte seines Vaters, hatte er keine Ausdauer und auch als Lehrhauer fand er keinen Zugang zu der Arbeit, die ihm angeboten wurde. Stattdessen schrieb er Gedichte, lustige Texte und Sketche, welche er auf der Kleinkunstbühne der Gaststätte Nehring in Wanne-Süd abends den Gästen vortrug. Fred Endrikat war völlig aus der Art geschlagen, die Eltern waren ratlos.
Offenbar suchte der junge Mann das Abenteuer außerhalb der Heimat und ihres Milieus, auf das er allerdings immer stolz blieb. Wie er den Weg nach München gefunden hat, teilte er nie genau mit. Es dürfte ein sehr beschwerlicher und entbehrungsreicher gewesen sein, ohne Beruf und ohne Geld. Ein Antrieb war wohl der Wille, dass er seinen Eltern beweisen wollte: Auch die Kunst ernährt ihren Mann, nicht nur das Handwerk. In den Künstlerkneipen Münchens, dem heutigen Schwabing, zeigte er Parodien und Satiren des „Kleinen Mannes“, wie er es auch schon in Wanne-Süd getan hatte. Seine Vorbilder wurden Joachim Ringelnatz und Karl Valentin. Trotz allem blieb er in seinem Herzen ein Cranger Junge, den das Heimweh plagte. Ein Gedicht „Es gibt ein Stück Erde“ drückt das trefflich aus. Es ist Crange gewidmet.

„Es gibt ein Stück Erde, an dem man klebt,
und das man im Herzen stets lieb behält.
Die Scholle, auf der man die Kindheit verlebt,
vergisst man niemals im Trubel der Welt.
Man kennt jedes Steinchen und weiß jeden Laut.
Es taucht vor uns auf, so lebendig und wach,
das Haus mit dem Gärtchen, so heimisch vertraut.

Die Tauben girren noch auf dem Dach.
Die rissige Mauer mit dem wilden Wein,
berankt bis zum Giebel grün und dicht.
Die Stare nisten am Dachfensterlein.
Der Vater kommt müde heim von der Schicht…“

Der Rat der Stadt Wanne-Eickel hat nach Fred Endrikat am 16. April 1964 eine Straße benannt und damit gewürdigt, dass er sich mit seiner Heimat immer verbunden fühlte, auch wenn er in der Ferne lebte. (Gerd Kaemper in lokalkompass Herne)

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Diverse Buchausgaben

Hier eines einer wohl bekanntesten Bücher (82 Seiten, Einbandzeichnung von Lisl Stich); ursprünglich ist es bereits 1939 erschienen, meine Ausgabe wurde dann 1950 gedruckt.

Kabarettist Fred Endrikat unterhielt schon zeitig sein Publikum mit eigenen Texten. Sein Wirken steht humoristisch unter anderem in der Tradition Wilhelm Buschs. Wer kennt nicht seinen bekannten Spruch: „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.“?

Dieser Spruchfindet sich dann auch in diesem Büchlein … So ganz erschließt sich mir diese Art von Humor nicht … aber das ist wohl dem Zahn der Zeit gesschuldet.

Dennoch: eine mehr als nette ‚Erinnerungen an einen Humoristen, der früher mal ganz schön angesagt war, in diesen Kneipen in Schwabing und anderswo.

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Man beachte die Auflagenzahl !

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Eine kleine Widmung in diesem Buch

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Die Fred-Endikrat-Straße in Herne

Lutz Görner – Trunken von Gedichten (2000)

FrontCover1.jpgAlso eigentlich bin ich mit der deutschen und sonstigen Lyrik weder vertraut, noch wurde ich bisher mit ihr  besonders warm (mit wenigen Ausnahmen) … Das änderte sich ziemlich schlagartig, als ich diese Doppel-CD hörte:

Lutz Görner (* 1. Januar 1945 in Zwickau) ist ein deutscher Rezitator.

Görner wuchs im Rheinland auf und stand als Schüler in Statistenrollen und als Tänzer im Stadttheater Aachen auf der Bühne. Er wollte zunächst Theaterintendant werden, studierte in Köln Theaterwissenschaft, Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie und Soziologie und besuchte dort die Schauspielschule. Es folgten Tätigkeiten an verschiedenen deutschen Bühnen als Bühnenarbeiter, Requisiteur, Schauspieler und Regisseur. Politisch organisierte sich Görner viele Jahre in der DKP.

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Lutz Görner, ca. 1977

Mitte der 1970er Jahre war Görner zunächst in München als Rezitator der Werke Heinrich Heines tätig. 1981 unternahm er zusammen mit Tahsin İncirci eine Tournee durch Deutschland unter dem Titel Ich liebe mein Land als Rezitator der Werke Nâzım Hikmets. Bis 1988 arbeitete er eng mit Ulrich Türk zusammen, der seine Programme und LPs musikalisch ausgestaltete. Programme wie Goethe für alle öffneten ihm die Stadttheater und Spielstätten auf der ganzen Welt. Görners Interpretation von Heinrich Heines Gedicht Deutschland – Ein Wintermärchen hatte im Großen Saal der Glocke in Bremen seine 1.000 Aufführung. Görner ging mit Programmen wie Droste für alle, einem Brecht-Programm (musikalisch begleitet von Oliver Steller, Dietmar Fuhr und Bernd Winterschladen) und über Friedrich Schillers Opiumschlummer und Champagnerrausch (mit Stefan Sell) auf Tournee. Von 1992 bis 1999 leitete Görner in Köln sein eigenes „Rezitheater“.

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1994 – Lasker-Schüler: Deutsche Dichterin

Im Fernsehen war Görner von 1993 bis 2010 durch die 200-teilige Serie „Lyrik für alle“ vertreten, eine kleine gesprochene Literaturgeschichte der Lyrik vom Barock bis heute, die jeden Sonntagmorgen bei 3sat gesendet wurde.

Seit 2012 tritt Görner im Rahmen von ihm inszenierter und begleiteter Klavierabende auf. Diese Abende sind eine Mischung aus Literatur und Musik von Komponisten, meist des 19. Jahrhunderts. Bisher sind Programme über Franz Liszt, Frédéric Chopin, Richard Wagner, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert sowie italienische Musik von Rossini, Donizetti, Bellini, u. a. unter dem Titel Eine italienische Nacht entstanden.

Lutz Görner lebt im Oberbergischen bei Köln. (Quelle: wikipedia)

LutzGörner1998

1998 – Zauberlehrling & Co von li Gerd Harder, Marcel Mader, Lutz Görner, Oliver Steller.

Und hier ein Querschnitt seines Schaffens … diese Doppel-CD trägt daher auch den Untertitel „Die fünfzig schönsten Texte aus fünfundzwanzig Jahren Rezitation“. Und es entfaltet sich vor uns ein wahrlich prachtvolles Kaleidoskop überwiegend deutscher Sprachgewalt, gewaltig diese Brandbreite … veredelt durch diesen Lutz Görner … ein Meister seines Fachs, wie er all diese Sprachklänge modulieren kann … betonen und somit den Kern einer Lyrik herausarbeitet … das ist wirklich famos !

Doch damit nicht genug: Görner nutzt dieses Best Of Album auch für sehr persönliche Rückschau auf seine Karriere wirft und dabei auch die Rückschläge nicht unter den Tisch fallen lässt.

Interessant auch sein Wandel vom politischen Rezitator hin zu einem, der sich auch an die deutschen Klassiker heranwagte. Und Görner bezeichnet sich im übrigen auch weiterhin als ein „68er“. Da steht mal wieder einer zu seiner Biographie und seinen Prägungen.

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2003 – Pessefoto Brecht-Programm. (v.l. Oliver Steller, Lutz Görner, Bernd Winterschladen, Dietmar Fuhr)

Von daher ein ganz besonderes Album. Leider lag meinem Exemplar (gebraucht erworben) kein Begleitheft bei, eigentlich ganz und gar nicht vorstellbar bei dem hochwertigem Naxos Label … Sehr schade !

Na, jedenfalls wird sich hier zukünftig mehr Lyrik tummeln und der Lutz Görner ist daran schuld !

Zwei erste und zwar dringende Empfehlungen: „Die Wahlesel“ (Heinrich Heine, passend zur Landtagswahl in Bayern) und „Krieg dem Kriege“ (Kurt Tucholsky, passend zur Weltlage).

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2013: Lutz Görner im Wagner-Museum in Bayreuth

Besetzung:
Lutz Görner (Sprecher)

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Titel:

CD 1:
01. Robert Gernhardt: Seht mich an, der Fuß der Zeit… 2.21
02. Christian Hoffmann: Von Hoffmannswaldau bei Antretung des 55. Jahres 1.49
03. Heinrich Heine: Vorrede zu „Geschichte der Philosophie“ 2.23
04. Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte 1.04
05. Novalis: Wenn Nicht Mehr Zahlen Und Figuren… 0.41
06. Joseph von Eichendorff: Schläft ein Lied in allen Dingen… 0.29
07. Robert Gernhardt: Gedichte sind Beschissen… 2.57
08. Heinrich Heine: Die Wahlesel 6.08
09. Kurt Tucholsky: Krieg dem Kriege 6.03
10. Bertolt Brecht: Diese Arbeitslosigkeit 2.11
11. Theodor Storm: Der Lump 2.23
12. Nazim Hikmet: Ich liebe mein Land 1.58
13. Nazim Hikmet: Die Mehrzahl der Menschen 1.34
14. Nazim Hikmet: Das Meer muß man sein 1.35
15. Louis Fürnberg: Das Nußbaumblatt 2.25
16. Johann Wolfgang von Goethe: Monolog aus Faust II.Teil 7.12
17. Unbekannt König Salomo: Aus dem Buch Prediger: Es ist alles ganz eitel… 6.32
18. Wilhelm Busch: Vorwort aus „Maler Klecksel“ 6.36
19. Wilhelm Busch: Der alte Narr 1.35
20. Wilhelm Busch: Verlust der Ähnlichkeit 1.49
21. Heinrich Heine: Die Launen der Verliebten 3.20
22. Johann Wolfgang von Goethe: Über allen Gipfeln ist Ruh… 1.15
23. Theodor Fontane: Herr von Ribbeck auf Ribbeck… 3.07
24. Peter Maiwald: Das Meer 0.56

CD 2:
01. Robert Gernhardt: Folgen der Trunksucht 1.46
02. Berns: Lob der Schwarzen Kirschen 2.02
03. Robert Gernhardt: Ein Gleichnis 1.18
04. Robert Gernhardt: Monolog des Prinzen von Hamburg 3.14
05. F. W. Bernstein: Aus dem Schmatzkästlein… 4.32
06. Hadamar von Laber: Kometorik 1.47
07. Gotthold Ephraim Lessing: Der über uns 3.52
08. Clemens Brentano: Singet leise, leise, leise… 0.43
09. Clemens Brentano: Hörst du, wie die Brunnen rauschen… 2.18
10. Eduard Mörike: An einem Wintermorgen vor Sonnenaufgang 2.28
11. Matthias Claudius: Der Mensch 1.19
12. Matthias Claudius: Die Sternseherin Lise 2.20
13. Else Lasker-Schüler: Ein Alter Tibetteppich 1.16
14. Else Lasker-Schüler: Mein blaues Klavier 1.43
15. Annette von Droste-Hülshoff: Mondesaufgang 4.45
16. Joachim Ringelnatz: Seepferdchen 2.13
17. Joachim Ringelnatz: Überall 1.01
18. Joachim Ringelnatz: Cassel 2.33
19. Christian Morgenstern: Die Schildkröte 1.08
20. Christian Morgenstern: Der Hecht 0.43
21. Christian Morgenstern: Das Wasser 0.39
22. Christian Morgenstern: Das Butterbrotpapier 2.47
23. Christian Morgenstern: Drei Hasen 2.03
24. Johann Wolfgang von Goethe: An Den Mond 3.01
25. Joachim Ringelnatz: Zum Aufstellen der Geräte (live) 2.33
26. Kurt Tucholsky: Ein deutsches Volkslied (live) 8.57
27. Johann Wolfgang von Goethe: Umsonst (live) 2.25
28. Patrizia Fortenkopp: Ohne Titel (live) 1.36

CD2A

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Das Schönste an Lutz Görner ist, dass er unprätentiös mit ein paar gebrochenen verspielten Gesten seine gut pointierten Texte spricht und mit ironischem Spaß die Dichtung und das Leben der Dichter zu trennen und aufeinander zu beziehen weiß. (Süeddeutsche Zeitung)

 

Michael Jung – Ein letzter Gruß (1976)

FrontCover1Und jetzt ein spannendes Beispiel der Kategorie „schwarzer Humor“, denn diese LP ist untertitelt mit „Die fröhlichen Grablieder des Ritters Michael Jung von Jung, Pfarrer zu Kirchdorf an der Iller“.

Aha.

Und wer zum Teufel war Michael Jung ?

Michael von Jung (* 29. September 1781 in Saulgau; † 24. Juli 1858 in Tettnang) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Dichter von Grabliedern, die er zur Laute vortrug und später auch in Buchform veröffentlichte. Seine Lieder zeichnen sich aus durch eine unbekümmert-drastische Darstellung von Krankheiten, Unfällen und Todesarten, andererseits durch die seelsorgerliche Bemühung um das Seelenheil der Toten und der Lebenden im Geiste der Aufklärung. Dieser Kontrast ergibt eine Fallhöhe, die Jung vor allem als Meister der unfreiwilligen Komik bekannt werden ließ.

Nach dem Theologiestudium an der Universität Salzburg und dem Besuch des Priesterseminars in Meersburg erhielt Jung 1806 die Priesterweihe. Im Anschluss folgte die viereinhalbjährige Vikariatszeit in Erolzheim. Schließlich wurde er 1811 zum Pfarrer im oberschwäbischen Kirchdorf an der Iller bestimmt.

Für seine Verdienste bei der Krankenpflege während einer Typhusepidemie im Jahr 1814 wurde Jung zum Ritter des königlich württembergischen Zivilverdienst-Ordens ernannt. Der Ritter-Titel, den Jung von nun an stolz trug, war mit dem persönlichen Adel verknüpft.

MichaelVonJungSeine Lieder, die er gerne mit der Laute begleitete, brachten ihn mehrfach in Konflikt mit der kirchlichen Obrigkeit. 1820 musste er eine Geldstrafe wegen „unbefugten und unwürdigen Schriftenverfassens“ zahlen. Obwohl ihm das kirchliche Imprimatur 1837 verweigert wurde, veröffentlichte er 1839 in zwei Bänden 200 seiner Lieder im Selbstverlag. Der Titel „Melpomene oder Grablieder“ nimmt Bezug auf Melpomene, die Muse der tragischen Dichtung und des Trauergesangs.

1849 wurde er nach Tettnang strafversetzt, wo er als Kaplan tätig war und 1858 starb.

Im 20. Jahrhundert erfuhr Jung neue Aufmerksamkeit, und seine Lieder erschienen in Auswahlausgaben, die die komischen Elemente in seinem Werk betonen. Im Theaterstück Sing nicht, Vogel von Alfred Weitnauer besucht ein Domkapitular Stolzenberg den Kirchdorfer Pfarrer, um ihn – natürlich erfolglos – von seinem unwürdigen Tun abzubringen. Unter dem Titel Der Vogel läßt das Singen nicht wurde das Theaterstück 1966 vom SDR mit dem schwäbischen Volksschauspieler Willy Reichert in der Hauptrolle verfilmt, den Besucher spielte Dieter Borsche. (Quelle: wikipedia)

Und hier seine Verse, produziert vom „Südwestfunk Landesstudio Tübingen“ als Produktion des Südwestfunks, eingespielt mit einem markigem Sprecher, einem Bariton + Lauten – Duo und den Harmonium Commedists.

Die schrägen Interpretation sind einfach nur passend zu diesem schrägen Vogel namens Michael von Jung, der im 19. Jahrhundert seine makabren Texten zelebrierte …

Originalausgabe

Titelblatt von Melpomene, 1839

Besetzung:
Walter Starz (Sprecher bei 02., 04., 06., 07.,  08. + 09.)
+
Karl Griessel (bariton bei 01., 05.,08. + 11.) )
Otto Neudert (lute)
+
Die Harmonium Commedists (bei 03.):
Arnold Feil – Herrad Hornung-Whehrung – Hans Hornung – Kurt Besserer – Günther Petry

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Titel:
01. An den Tod 4.08
02. Bei dem Grabe eines Kindes, das von seinem Vater erstochen wurde 1.44
03. Bei dem Grabe eines Mannes, der mit dem Regenschirm erstochen wurde 4.44
04. Bei dem Grabe eines Mannes, der von Jägern erschossen wurde 4.21
05. Bei dem Grabe eines Jünglings, der sich zu tod tanzte 5.36
06. Bei dem Grabe eines Mannes, der bei einem Diebstahl ums Leben kam 4.16
07. Bei dem Grabe einer vortrefflichen Sängerin, die an der Cholera starb 4.30
08. Bei dem Grabe eines Kindes, das durch die Hand seiner Mutter starb 7.04
09. Bei dem Grabe eines vom Blitz erschlagenen Jünglings 3.02
10. Bei dem Grabe einer Frau, bei deren letzten Zügen der Kammerboden brach 1.32
11. Tönet traurig dumpfe Totenglocken 1.02

Texte und Musik: Michael von Jung

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Siegfried Völlger (Hrsg.) – Es fielen Töne in die Stille – Musik und Poesie (2001)

TitelVielleicht wird es solche kleinen, liebevoll zusammengestellten Büchlein bald nicht mehr geben,

Aber ein Buch mit dem Untertitel „Musik und Poesie“ musste damals im Jahr 2001 natürlich mein Interesse wecken. Die poetischen Zeilen zusammengestellt hat Siegfried Völlger (Buchhändler in Augsburg und ebenfalls im lyrischen Bereich aktiv).

Und so finden sich hier meist eher leise Gedanken von

  • Friedrich Hölderlin
  • Rainer Maria Rilke
  • Michael Hamburger
  • William Carlos Williams
  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Gotthold Ephraim Lessing
  • Theodor Storm
  • Theodor Fontane
  • Novalis
  • Heinrich Heine
  • Friedrich Nitzsche
  • Wilhelm Busch

Diese Aufzählung ist natürlich nicht abschließend … Wie gesagt: kein Bestseller, in den Spiegel-Charts war das Büchlein sicher auch nie, und dennoch: Gerade solche Kleinigkeiten erfreuen mein Herz.

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