Verschiedene Autoren – Wir gratulieren – Gedichte für festliche Tage (1965)

TitelUnd jetzt mal ein ganz kleines Büchlein aus dem Franz Schneider Verlag:

Der Franz Schneider Verlag war ein deutscher Verlag mit einem Schwerpunkt im Druck und Vertrieb von Kinderbüchern. Im Jahr 2003 wurde der Verlag in die Egmont Verlagsgesellschaften gegliedert und damit aufgelöst. Dabei blieb bis heute der Markenname Schneiderbuch erhalten.

Am 1. April 1913 wurde der Verlag von Franz Schneider (1875–1946) in Berlin gegründet. Nach dem Tod des Gründers 1946 führte seine Frau Luise Schneider den Familienbetrieb gemeinsam mit dem Sohn Franz-Joachim Schneider, der das Unternehmen dann von 1964 bis 1985 als Alleininhaber leitete.[1] 1953 wurde der Unternehmenssitz nach München verlegt. 1985 verkaufte Schneider Verlag und Marke an die dänische Unternehmensgruppe Egmont. 2003 übernahm die Egmont Verlagsgesellschaft Köln den Vertrieb und Verkauf und benannte die Marke in Schneiderbuch. Hauptstandorte der Geschäftstätigkeit sind seitdem neben Berlin auch Köln und München.

Bekannte Buchreihen sind unter anderem die Hanni-und-Nanni-Serie für Mädchen und die Burg-Schreckenstein-Serie für Jungen. Auflagen von über 100.000 erhielten die Auszeichnung Goldenes Schneider-Buch.

Der Slogan Kinder lieben Schneider-Bücher war unten auf der Buchrückseite aufgedruckt. Zudem war oft eine Altersempfehlung (von-bis) angegeben.

Auf dem Buchrücken war unten nur das „S“-Logo vorhanden. Bücher für Jungen hatten dort ganz oben oft die Kennzeichnung „J“; außerdem war der Name des Autors in hellblauer Schrift geschrieben. Bei Büchern für Mädchen war der Autorenname in roter/violetter Schrift, und mit der Kennzeichnung „M“ am oberen Buchrücken. Bücher für Jungen und Mädchen waren zunächst ebenfalls rot, später gelb gekennzeichnet.

Seit dem Jahr 2003 wird die Zielgruppe schwerpunktmäßig auf Kinder und Jugendliche bis zwölf Jahre gelegt. Dabei werden Comics, Märchen- und Abenteuerromane als Schwerpunkt veröffentlicht, wobei auch Filmbegleitbücher, Storybooks oder Themenwelten eine wichtige Rolle spielen.

Allerdings werden auch klassische Schneiderbuchrreihen wie die Burg Schreckenstein immer wieder neu aufgelegt.

Weitere Buchreihen sind dabei Bibi Blocksberg, Kommissar Kugelblitz und Ein Fall für dich und das Tiger-Team. Zu einigen Kinderbücher entstanden auch Kinofilme, zu denen Schneiderbuch dementsprechende Filmbegleitbücher herausbrachte.

Comic-Romane bei Schneiderbuch sind unter anderem Dork Diaries, Olivia Viewegs Bin ich blöd, oder was?! sowie Bücher der Reihen Tom Gates, Oscar, Luisa und Ein Fall für Kitti Krimi.
Autoren
Zu den veröffentlichten Romanen gehören unter anderem Werke von Enid Blyton, Tina Caspari, Alfred Bekker, Sabine Bohlmann, Thomas C. Brezina, Erhard Dietl, Klaus Jamin, Tommy Krappweis, Dagmar H. Mueller, Rachel Renee Russell, Ursel Scheffler, Jens Schumacher, Vincent Andreas, Betina Gotzen-Beek, Gerhard Hahn, Ute Krause sowie Bernd Perplies. (Quelle: wikipedia)

Stutzig macht mich bei diesem wikipedia Entrag, dass die Jahren 1914 – 1945 völlig ausgeblendet werden … hm.

Und hier geht´s nun um „Gedichte für festliche Tage“, auf dass die Kleinen bei Familien- und sonstigen Festen auch artig ihre Rolle als wohlerzogene Knaben und Mädchen spielen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich den Drill der Eltern, dass ihre Sprößling die jeweiligen Gedichte (darunter sind auch Autoren wie Goethe und Fontane) möglichst gu auswendig lernten und dann auch fehlerfrei aufsagen konnten.

Und natürlich gibt s in den Gedichten dann auch diese Botschaften:

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Meine Töchter waren von solchen Verpflichtungen gänzlich befreit, aber vor einiger Zeit gestanden sie mir, dass die Vorbereitungen für das weihnachtliche Blockflötenspiel ziemlich ätzend waren … ähm … grübel …

Die drolligen Illustrationen aus dem Büchlein (36 Seiten) stammen von Ulrike Zehe-Weinberg, der damaligen Haus – Illustratorin des Franz Schneider Verlages und waren typisch für die Ästhetik der 50er und 60er Jahre.

Aus dem Inhalt:

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Hermann Hesse – Vom Baum des Lebens (1952)

TitelIch vermute mal, ich muss hier den Hermann Hesse nicht ausführliche vorstellen, er war wohl einer jener Dichter, der insbesondere meine Generation prägte und uns wichtige Impulse mit auf dn Weg hinein ins pralle Leben gab. Dennoch ein paar Informationen über ihn:

Hermann Karl Hesse, Pseudonym: Emil Sinclair (* 2. Juli 1877 in Calw, Königreich Württemberg, Deutsches Kaiserreich; † 9. August 1962 in Montagnola, Kanton Tessin, Schweiz; heimatberechtigt in Basel und Bern), war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler. Bekanntheit erlangte er mit Prosawerken wie Siddhartha oder Der Steppenwolf und mit seinen Gedichten (z. B. Stufen). 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur und 1954 der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste verliehen.

Als Sohn einer württembergischen Missionarstochter und eines deutsch-baltischen Missionars war Hesse durch Geburt Staatsbürger des Russischen Kaiserreichs. Von 1883 bis 1890 und erneut ab 1924 erhielt er das Bürgerrecht der Schweiz, dazwischen besaß er die Staatsbürgerschaft des Königreiches Württemberg.

Der Schriftsteller Ken Kesey hatte Hesses mystische Erzählung Die Morgenlandfahrt, in der ein Geheimbund von Träumern, Dichtern und Fantasten nicht der Vernunft, sondern dem Herzen folgt, mit Begeisterung gelesen. In Anlehnung an die Erzählung betrachtete er sich und die Merry Pranksters als dem Geheimbund Zugehörige und den großen Bustrip von 1964 quer durch die USA als seine Variante der „Morgenlandfahrt“.

Der deutschstämmige Musiker Joachim Fritz Krauledat alias John Kay hatte 1968, nach der Lektüre eines Hesse-Romans, seine damalige Bluesband Sparrow neu formiert und in Kalifornien in Steppenwolf umbenannt.

Hermann Hesse 1927

Hermann Hesse, 1927

Santana, eine andere Rockband aus San Francisco, benannte ihr zweites und höchst erfolgreiches Album von 1970 nach einem Begriff aus dem Hesse-Roman Demian, der damals in der Band zirkulierte. Carlos Santana: „Der Titel Abraxas stammt aus einem Buch von Hermann Hesse, das Gregg, Stan und Carabello lasen.“ Die betreffende Stelle aus dem Buch ist auch auf dem Plattencover wiedergegeben, allerdings in der englischen Übersetzung.

In Kathmandu, einer Stadt am Hippie trail, hat sich eine Hermann Hesse Gesellschaft gegründet.

Calw, Hesses Geburtsstadt im Schwarzwald, bezeichnet sich selbst als die Hermann-Hesse-Stadt und nutzt dieses Attribut zugleich als Claim zur Eigenwerbung.[50] In Calw informiert das Hermann-Hesse-Museum über Leben und Werk des berühmtesten Sohnes der Stadt.

Seit 1977 findet in unregelmäßigen, mehrjährigen Abständen jeweils unter wechselndem Hauptthema das Internationale Hermann-Hesse-Kolloquium in Calw statt. Hierzu referieren renommierte Hesse-Fachleute aus dem In- und Ausland aus ihrem Fachgebiet über zwei bis drei Tage. Die Tagungsteilnahme steht jedem Bürger nach Anmeldung offen. Das Programm wird meist wechselnd durch Vertonungen von Gedichten[52] Hesses, weitere musikalische Darbietungen, Tanz und Schauspiel mit Themen zu oder aus Hesses Literatur und/oder durch eine Dokumentar- oder Literaturverfilmung begleitet.

SignaturHermannHesse

Vergleichbar den Calwer Kolloquien finden seit 2000 in Sils-Maria im Schweizer Engadin in jährlichem Rhythmus die Silser Hesse-Tage statt, drei bis vier Tage im Sommerhalbjahr. Die Vorträge und Diskussionen stehen jeweils unter einem Schwerpunktthema.

Im Gedenken an Hesse wurden drei Literaturpreise nach ihm benannt: der seit 1957 verliehene Karlsruher Hermann-Hesse-Literaturpreis, der von der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung seit 1990 verliehene Calwer Hermann-Hesse-Preis, und der seit 2017 von der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft in Calw verliehene Preis der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft.

Mit Hermann Hesse fühlt sich auch der Rockmusiker Udo Lindenberg verbunden.[54] 2008 veröffentlichte er bei Suhrkamp eine Auswahl von Hesse-Texten unter dem Titel Mein Hermann Hesse: Ein Lesebuch.[55] Seine 2006 in Calw gegründete Udo-Lindenberg-Stiftung will junge Texter und Musiker mit Wettbewerben fördern und „Hermann Hesses Dichtung mit Musik verbinden“. Alle zwei Jahre werden Preise verliehen, darunter ein Sonderpreis für die beste Hermann-Hesse-Vertonung. Alljährlich findet das Hermann-Hesse-Festival in Calw statt, bei dem die Gewinner und Udo Lindenberg auftreten. (Quelle: wikipedia)

Und hier nun jener Hesse, der mir dato eher fremd geblieben ist … Hesse der Lyriker … hat aber hauptsächlich damit zu tun, dass ich mir mit der Lyrik generell eher schwer tue.

Erschienen ist das Büchlein im renommierten Insel Verlag. Dieser hatte nach dem II. Weltkrieg zwei Verlagssitze. In Westdeutschland war dies Wiesbaden, in der DDR Leipzig. Dieses Büchlein (82 Seiten) kam aus Leipzig.

In den hier veröffentlichten Gedichten beschäftigt sich Hesse mit Leben im allgemeinen und besonderen … er schlägt dabei einen großen Bogen von Kindheit über Jugend bis hin zum Alter … dabei bedient er sich überwiegend einer eher pessimistischen Sichtweise.

Hesse hin, Hesse her: es bleibt wohl dabei … Lyrik ist weiterhin nicht mein Metier. Aber dennoch kann man durchaus mal in so einem Büchlein blättern …

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Diese Zeilen sind schon arg pessimistich

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„Der Knulp“ zählt zu meinen Lieblingswerken von Hesse

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Handschriftliche Widmung in dem Buch – was auch immer das heißen mag …

Claudia Peters (Hrsg.) – Jedem Alter wohnt ein Zauber inne (2012)

TitelFür gewöhnlich präsentiere ich hier ja sehr gerne Druckerzeugnisse, die Auskunft geben, über den jeweiligen Zeitgeist meist vergangener Jahrzehnte und Zeiten, die auch z.T. Auskunft geben über meine persönliche biographischen Prägungen ,,,

Bei diesem Büchlein verhält es sich nun ganz anders:

Aus der Verlagsankündigung:

Rainer Maria Rilke schrieb einmal: »Arbeiten und alt werden, das ist es, was das Leben von uns erwartet. Und dann eines Tages alt sein. Aber noch lange nicht alles verstehen, nein. Aber anfangen, aber lieben, aber ahnen, aber zusammenhängen mit Fernem und Unsagbarem, bis in die Sterne hinein.« Folgen Sie den Gedanken dieses Buches und entdecken sie zahlreiche weitere kleine Wahrheiten, überraschende Lebensweisheiten und andere glückliche Wege zu den Sternen.

Dieser ext ist so ziemlicher Quatsch, denn in diesem Büchlein (42 Seiten) geht es eigentlich weniger um den Griff nach den Sternen, sondern schlicht und ergreifend um die Auseinandersetzung mit dem Alter … bzw.mit all den Empfindungen, die sich bei einem einstellen können und auch werden … wenn man z.B. „When I´m 64“ trällern kann.

Oder wie die Herausgeberin, Claudia Peters in ihrem Vorwort schreibt:

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Und:

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Und wir finden in diesem Buch mehr als eine handvoll whrlich bemerkenswerter Texe, die sich eben mit all den Schattierungen des Älterswerdens beschäftigen und was für ein Glück, dass dabei christliches oder salbungsvolles Gesabbere unterbleibt.

Claudia Peters.jpgVielleicht hat das auch was mit der Herausgeberin, die in Freiburg wohnt,  zu tun:

Claudia Peters * 1968
verheiratet, 2 Söhne
über 30jährige eigene Yoga-Praxis
Lehrerin, Lektorin und Autorin
Hatha-Yogalehrerin seit mehr als 20 Jahren
zertifizierte Iyengar-Yogalehrerin seit 2016

Keine Frage, dieses Buch ist als gelungener Mutmacher zu verstehen … und viele meiner Präsentationen hier werden anschließend sinnvoll wieder in irgendeinen Waren-Kreislauf gebracht; dieses Büchlein bleibt hier … denn ich habe den dringenden Verdacht, dass es mir als Mutmacher noch das eine oder andere mal dienen kann und wird.

Von daher mein Kompliment an die Herausgeberin für die so ansprechende und treffende Auswahl der Texte !

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So ein Text entspricht mir natürlich aus dem Herzen

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Also, da vergleich ich mich doch lieber mit einem Whisky .. aber nur „from good ol´  Scotland“

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Tja … ne feine Metapher … die Scherben des Lebens …

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Gregor Bloeb – Heinrich Heine in Paris (Hörbuch) (2006)

FrontCover1Der Heinrich Heine hat ja auch heute noch einen klangvollen Namen:

Heinrich Heine (eigentlich: Harry Heine) wurde wahrscheinlich am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren. (Das Datum ist nicht ganz sicher, weil die entsprechenden Dokumente, die darüber Auskunft geben könnten, verschollen sind.) Sein Vater war der jüdische Textilhändler Samson Heine. Seine Mutter, die mit ihrem Mädchennamen Elisabeth („Betty“) van Geldern hieß, brachte nach ihm noch seine Geschwister Charlotte (1800), Gustav (1805) und Maximilian (1807) zur Welt.

Von 1807 bis 1814 besuchte Heinrich Heine ein katholisches Lyzeum und eine Handelsschule in Düsseldorf. Dann fing er in Frankfurt am Main eine Banklehre an, die er 1816 bei seinem Onkel Salomon Heine, einem erfolgreichen Bankier in Hamburg, fortsetzte, obwohl er lieber Gedichte schrieb. Er verliebte sich in seine Cousine Amalie Heine, die seine Gefühle jedoch nicht erwiderte.

HeinrichHeine01Mit dem Kommissionsgeschäft für englische Tuche, das ihm der reiche Onkel 1818 einrichtete, machte Heinreich Heine innerhalb eines Jahres Bankrott, aber Salomon Heine finanzierte ihm auch noch ein Jurastudium in Bonn (1819/20), wo August Wilhelm Schlegel zu Heinrich Heines Dozenten gehörte. Bücher von Dieter Wunderlich Im Wintersemester 1820/21 wechselte der Student an die Universität Göttingen, wurde jedoch am 23. Januar 1821 wegen eines Duells relegiert. Daraufhin immatrikulierte Heinrich Heine sich in Berlin, wo er Vorlesungen von Georg Wilhelm Friedrich Hegel hörte und zu den Besuchern des Salons von Rahel Varnhagen gehörte, die er als „geistreichste Frau des Universums“ verehrte. Im Oktober 1824 besuchte er Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. Obwohl Heine religiös indifferent war, konvertierte er am 28. Juni 1825 vom Judentum zum Protestantismus und ließ sich in Heiligenstadt auf den Namen Christian Johann Heinrich taufen. Sarkastisch bezeichnet er den Taufschein als „Entreebillet zur europäischen Kultur“. Im Juli 1825 schloss er sein Jura-Studium in Göttingen mit der Promotion ab.

Nach Aufenthalten u. a. auf Norderney, in Lüneburg, Hamburg und München sowie Reisen nach England (1827) und Italien (1828) kehrte Heinrich Heine wegen des Todes seines Vaters am 2. Dezember 1828 vorübergehend nach Hamburg zurück.

Weil er wegen seiner politischen Ansichten immer wieder angefeindet wurde, übersiedelte Heinrich Heine am 1. Mai 1831 nach Paris, wo er seinen Lebensunterhalt als Korrespondent der Augsburger „Allgemeinen Zeitung“ von Johann Friedrich Cotta verdiente und Honoré de Balzac, Alexandre Dumas d. Ä., Victor Hugo und George Sand, Hector Berlioz, Frédéric Chopin und Franz Liszt kennen lernte. 1834 begegnete er Créscence Eugénie („Mathilde“) Mirat (1815 – 1883), die am 31. August 1841 seine Frau wurde. 1841 duellierte Heinrich Heine sich aufgrund eines Streits mit dem Frankfurter Kaufmann Salomon Strauß und wurde an der Hüfte verletzt. Ende 1843 lernte er Karl Marx kennen, mit dessen Ansichten er sympathisierte.

Im Februar 1848 brach Heinrich Heine zusammen. Er litt vermutlich an myatropischer Lateralsklerose. Zunehmend gelähmt, konnte er seine „Matratzengruft“ schließlich nicht mehr verlassen. Nur mit Morphium konnte er seine Schmerzen ertragen. 1855 besuchten ihn seine Freundin Elise („Mouche“) Krinitz sowie seine Geschwister Charlotte und Gustav. Am 17. Februar 1856 starb Heinrich Heine. Drei Tage später wurde er auf dem Montmartre-Friedhof beerdigt.

Heinrich Heine gilt als romantischer Dichter und zugleich als Überwinder der Romantik. Der politisch engagierte Journalist und Schriftsteller, der eine elegante deutsche Sprache pflegte, versuchte, Kunst und Realität zur Deckung zu bringen.(Dieter Wunderlich)

HeinrichHeine03Und dieses Hörbuch bietet einerseits eine große Auswahl seiner Gedichte (78 an der Zahl !) und dann aber – fast noch spannender – eine ausführliche Darstellung seiner Pariser Zeit und damit seines letzten Lebensabschnitts. Ungemein spannend, all diese Facetten des Heinrich Heines zu lauschen (allein seine Beziehungen zu Frauen – innerhalb und außerhalb von Bordellen – wäre ein mehr als ausführliches Thema; bereits seine Gedichte zeigten ja, dass er wahrlich kein Kostverächter war). Und wie es sich für eine gute Biographie gehört, werden die politischen Wirrnisse jener Jahre deutlich und konkret im Zusammenhang mit Heines Entwicklungen gestellt.

Vorlage für diesen 2. Teil des Hörbuches ist das Buch „Heinrich Heine in Paris“ von Jörg Aufenanger, das allerdings nicht ganz unumstritten war:

„Heinrich Heine hat selbst in seinem Brief an Ferdinand Hiller das Bonmot geprägt:
„Fragt Sie jemand wie ich mich hier befinde, so sagen Sie: wie ein Fisch im Wasser. Oder vielmehr, sagen Sie den Leuten; daß, wenn im Meere ein Fisch den anderen nach seinem Befinden fragt, so antworte dieser: ich befinde mich wie Heine in Paris.“
Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass er sich in Paris zunächst am Ziel seiner Wünsche angekommen glaubte. Hier konnte er Flaneur und Genießer, Liebhaber und Korrespondent sein und ein Leben führen, wie es ihm in den beengten und rückständigen deutschen Verhältnissen nicht möglich schien.

AufenangerHeineInParis

Die Buchvorlage für den biographischen Teil des Hörbuches

Dennoch ist es ein empfehlenswertes Hörbuch geworden und verantwortlich für dieses Projekt ist wohl federführend der Sprecher, Gregor Bloeb: Im Laufe der Zeit verflog die Euphorie und die „Hauptstadt der Welt“ zeigte auch ihre Schattenseiten, die Fassade des Juste-Milieu wurde rissig und ließ neue soziale Spannungen hervortreten. Verbote und Haftbefehle in Preußen und anderen deutschen Staaten machten eine Rückkehr in die Heimat unmöglich und aus seinem Auslandsaufenthalt ein dauerhaftes Exil. Am Ende wurde für ihn auch Paris im wahrsten Sinne des Wortes unzugänglich, weil eine tückische Krankheit ihn die letzten acht Lebensjahre an sein Lager fesselte.
Aufenanger schildert Heines Pariser 25 Jahre mit ihren Höhen und Tiefen und verbindet damit auch einige Informationen über die Stadt, ihre Bewohner, politische Verhältnisse und historische Veränderungen während der Julimonarchie.
Beim Vergleich mit einigen jüngeren Gesamtdarstellungen Heines habe ich allerdings den Eindruck, dass Aufenanger deren Ergebnisse weitgehend ignoriert und eher ein Heine-Bild vermittelt, wie es vor Jahrzehnten vorherrschte. Er zieht den Dichter Heine dem Journalisten, Essayisten und Prosaschriftsteller vor, die in den Text eingestreuten Zitate stammen überwiegend aus den Gedichten. Er kritisiert eine ganze Reihe von Schwächen und Inkonsequenzen Heines, was mich an die alte These: „Ein Talent – doch kein Charakter“ erinnert. Politisch ortet Aufenanger Heine als Anhänger der konstitutionellen Monarchie, dem weiter reichende revolutionäre Bestrebungen nicht geheuer waren. Dementsprechend wird auch Heines Kontakt mit Karl Marx nur sehr flüchtig behandelt und in Zusammenhang mit Ferdinand Lassalle scheinen die gemeinsamen Bordellbesuche das erwähnenswerteste zu sein… (B. Gutleben)

Gregor Bloéb (* 3. Jänner 1968 in Innsbruck, Österreich) ist ein österreichischer Theater-, Film- und Fernsehschauspieler.

Bekanntheit erlangte Bloéb erstmals durch die Verkörperung des Bürgermeister- und Hoteliersohns „Stefan Wechselberger“ in Felix Mitterers Piefke-Saga, in der auch sein Bruder Tobias Moretti mitwirkte.

Nach sechs Jahren Intendanz beim Theatersommer Haag übergab Adi Hirschal Ende 2008 diese Funktion an Gregor Bloéb, der 2008 den „Phileas Fogg“ in In 80 Tagen um die Welt gab. Bloéb spielte im ersten Jahr der Intendanz die Hauptrolle in dem Stück Cyrano de Bergerac.

Abseits der Schauspielerei widmet sich Bloéb auch der Musik. Seine Band Gregor Bloéb und seine Tantiemen ist mit ihrem aus Musik und Comedy bestehenden Programm mittlerweile weit über die Landesgrenzen Tirols hinaus bekannt.

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Gregor Bloeb

Ab März 2006 wirkte Gregor Bloéb an der Seite seiner Tanzpartnerin Michaela Heintzinger als Promitänzer in der 2. Staffel der ORF-Show Dancing Stars mit, die er nach der 5. Runde, am 7. April, verlassen musste.

Im Film Keinohrhasen (2007) spielt er mit seiner Frau Nina Proll, in einer Gastrolle, ein Paar.

2010 spielte er in der Bushido-Biographie Zeiten ändern dich dessen Tourmanager Marek Lieberberg.

2013 ahmte er in dem gleichnamigen Drama „Jägerstätter“ von Felix Mitterer Franz Jägerstätter nach, die Uraufführung war am 20. Juni 2013 im Theater in der Josefstadt. Im gleichen Jahr gab er den Sigismund in der Neuverfilmung des Singspiels von Ralph Benatzky Im weißen Rössl – Wehe Du singst!. Als Vorlage diente das gleichnamige Alt-Berliner Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Bloéb steht somit in den Fußstapfen der Verfilmungen von 1952 eines Ulrich Beiger und von Gunther Philipp, der noch mit dem legendären Hugo Lindinger – er gab den Bürgermeister – über die Leinwand flimmerte. Beim Bockbierfest von Stiegl in der Stadt Salzburg waren die ersten Ausschnitte der Neubebilderung mit Bloéb zu sehen.

Bloéb hat zwei Kinder mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin Ute. Er lebt in Berlin und Pfaffenhofen. 2008 wurde der gemeinsame Sohn von Bloéb und Nina Proll geboren, kurz davor haben die beiden geheiratet, 2010 kam der zweite Sohn zur Welt. Bloéb ist ein Bruder des Schauspielers Tobias Moretti und Christoph Bloeb.

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Der kranke Heinrich Heine (Bleistiftzeichnung von Gleyre um 1851)

Sprecher:
Gregor Bloeb

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Titel:

CD 1 (Gedichte):
01. Ich halt ihr die Augen zu 0.41
02. Den Tag, den hab ich so himmlisch verbracht 0.38
03. Diese schönen Gliedmaßen 0.32
04. Das Hohelied 1.59
05. Nimmer glaub ich, junge Schöne 0.25
06. In welche soll ich mich verlieben 0.34
07. Und bist du erst mein eh’lich Weib 0.25
08. Meinen schönsten Liebesantrag 0.23
09. Die Launen der Verliebten 3.10
10. Die Flaschen sind leer 0.42
11. Ich liebe solche weiße Glieder 0.43
12. Schöne, wirtschaftliche Dame 0.31
13. Welch ein zierlich Ebenmaß 0.49
14. Es kommt der Lenz 0.24
15. Der Kampf 3.18
16. Welcher Frevel 0.33
17. Liebste, sollst mir heute sagen 0.47
18. Donna Clara 3.44
19. Du liebst mich nicht 0.22
20. Ein Weib 0.54
21. Auf meiner Herzliebsten Äugelein 0.47
22. O schwöre nicht und küsse nur 0.32
23. Die Welt ist dumm 0.25
24. Saphire sind die Augen dein 0.43
25. Sie saßen und tranken am Teetisch 0.56
26. Der Schmetterling 0.39
27. Wie entwicklen sich doch schnelle 0.40
28. Gellert hab ich nach Herzenswunsch 0.26
29. Mir redet ein die Eitelkeit 0.42
30. Das Glück ist eine leichte Dirne 0.27
31. Ich hab‘ dich geliebet 0.15
32. Sag mir, wer einst die Uhren erfund 0.35
33. Der Brief 0.24
34. Kind! Es wöre dein Verderben 0.21
35. Habe mich mit Liebesreden 0,25
36. Wir fuhren allein im Dunkeln 0.23
37. Auf deinen schneeweißen Busen 0.32
38. Über die Berge o.32
39. Sie tanzt 0.51
40. Mädchen 0.30
41. Glaube nicht, dass ich aus Dummheit 0.39
42. Laß mich mit glüjmden Zangen 0.49
43. Citronia 3.26
44. Emma 0.25
45. Hast du die Lippen mir wundgeküßt 0.20
46. Der Ungläubige 0.51
47. Andre beten zur Madonne 0.20
48. Zum Hausfrieden 0.25
49. Heut Nacht, im Traum 0.17
50. Das Fräulien stand am Meere 0.17
51. Ich wandle unter Blumen 0.22
52.  In meiner Erinnrung 0.33
53. Wenn junge Herzen brechen 0.32
54. Die Liebe begann 0.53
55. Du hast Diamanten und Perlen 0.30
56. Sie haben heut abend Gesellschaft 0.34
57. Theurer Freund ! 0.24
58. Einst sah ich 0.54
59. Ich wollte bei dir weilen 0.36
60. Dass du mich liebst 0.29
61. Zu der Lauheit und der Flauheit 0.21
62. Küsse, die man stiehlt im Dunkeln 0.31
63. Wechsel 0.41
64. Sie liebten sich beide 0.22
65. Die Welt war mir 0.55
66. Ein Jüngling liebt ein Mädchen 0.29
67. Wenn ich in deine Augen seh 0.21
68. Es geht am End 0.28
69.  Ich kann es nicht vergessen 0.27
70. Es war ein alter König 0.32
71. Erfahrung 0.35
72. Wer zum erstenmal liebt 0.22
73. In den Küssen welche Lüge 0.20
74. Der Abgekühlte 1.02
75. Alte Rose 0.56
76. Nun ist es Zeit 0.55
77. Die Liebesgluten o.18
78. Narretei 0.27

Texte: Heinrich Heine

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Alternatives Front Cover

CD 2 (Biographie Heinrich Heine in Paris):
01. Kapitel 01 / 6.01
02. Kapitel 02 / 8.57
03. Kapitel 03 / 4.21
04. Kapitel 04 / 10.11
05. Kapitel 05 / 4.42
06. Kapitel 06 / 8.28
07. Kapitel 07 / 6.15
08. Kapitel 08 / 2.00
09. Kapitel 09 / 3.01
10. Kapitel 10 / 2.43
11. Kapitel 11 / 2.49
12. Kapitel 12 / 2.43
13. Kapitel 13 / 8.03

Text: Jörg Aufenanger

CD1A

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Heinrich Heine Collage (Klaus Oppermann)

 

Alois Dreyer – Kindergärtlein – Dichtungen für die kleine Welt (1903)

TitelJetzt ein Büchlein, das wahrlich schon mehr als ein Jahrhundert auf dem Buckel hat. Verfasst wurde es von einem Alois Dreyer:

Aloys Dreyer (* 3. September 1861 in Landshut; † 17. September 1938 in München; auch Alois Dreyer) war ein bayerischer Lehrer, Schriftsteller und Bibliothekar.

Aloys Dreyer wird in Straubing geboren. Wenig später zieht seine Mutter, Thekla Biebl, mit ihm nach Landshut. Als uneheliches Kind trägt er zunächst ihren Namen. Er erfährt davon aber erst 1916, im Alter von 55 Jahren, als er anlässlich seiner Heirat mit der Münchnerin Pauline Köhler eine Taufurkunde benötigt. Ein eigener königlicher Erlass gestattet ihm, den Namen Dreyer zu behalten.

Der frühe Tod seines Stiefvaters Simon Dreyer, des leiblichen Vaters seiner Schwester, zwingt ihn dazu, den ursprünglichen Plan zu studieren aufzugeben und unmittelbar den Lehrberuf anzustreben. Er besucht das Lehrerseminar in Straubing und erhält anfänglich eine Stelle in dem kleinen Ort Vilsheim bei Landshut. Nach vier Jahren wird er nach Passau versetzt, wo er seine ersten literarischen Werke verfasst, als Theaterreferent für die Passauer Zeitung tätig ist und mit zwei Gebirgspossen zu seiner ersten Veröffentlichung (bei Reclam) kommt. Bald folgt ein Band mit mundartlichen Gedichten, über die sich Maximilian Schmidt lobend ausspricht.

Dreyer gibt den Lehrberuf auf und holt in fortgeschrittenem Alter das Abitur am Ludwigsgymnasium in München nach. Mit fast vierzig Jahren beginnt er ein Studium der

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Alois Dreyer

Germanistik, Philosophie, Geschichte, Kunstgeschichte und Geographie in München, das er 1903 mit einer Dissertation über Franz von Kobell abschließt. Von 1904 bis zu seiner Pensionierung 1930 leitet er die Zentralbibliothek des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, die er zu einer der größten alpinen Fachbibliotheken ausbaut.

Dreyer wird auch Vorstand einer Vereinigung Münchner Mundartdichter, der u.a. Wilhelm Dusch, Fritz Druckseis, Max Hofmann, Josef (Sepp) Mitterer, Elise Beck und Anny Schaefer angehören. Er ist in regem Kontakt mit den literarischen Größen in Bayern wie Paul Heyse, Ludwig Ganghofer oder Michael Georg Conrad.

Dreyer ist ein äußerst vielseitiger und produktiver Autor, der über dreißig Theaterstücke, Mundartlyrik (Bergmoas’n und Spötterln), Romane (Der Schuhknecht), Erzählungen, Biographien zu Karl Stieler, Franz Graf von Pocci und Maximilian Schmidt sowie kulturhistorische Schriften wie Die Sendlinger Mordweihnacht in Geschichte, Sage und Dichtung oder Altmünchen im Spiegel des Humors verfasst.

Seit seiner Hochzeit 1916 lebt Dreyer in der Ainmillerstraße 13 in Schwabing, unterbrochen nur von regelmäßigen Aufenthalten in seinem Sommerhaus in Oberammergau.

Seine Autobiographie aus dem Jahr 1934, 70 Jahre im Rucksack, lässt im Vorwort erkennen, dass er zu Beginn des Nationalsozialismus, verblendet wie viele seiner nationalgesinnten Zeitgenossen, die „Wiedergeburt“ Deutschlands erhofft. Das Erscheinen seiner letzten Publikation, der Geschichte der Alpinen Literatur von 1938, hat er nicht mehr erlebt. (Quelle: literaturportal-bayern.de)

Oder aber auch:

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Diese Analyse findet sich übrigens in dem eigentlich unglaublichem Buch von  Gerhard J. Bellinger und Brigitte Regler-Bellinger: Schwabings Ainmillerstrasse und ihre bedeutendsten Anwohner. Ein repräsentatives Beispiel der Münchner Stadtgeschichte von 1888 bis heute. Norderstedt 2003. Dieser Schmöker hat doch glatt 536 Seiten … und dort wird eben auch der Alois Dreyer und sein Lebensweg geschildert. Eine immense Fleißaufgabe ! Und lesenwert ist es auch noch.

Aber zurück zu diesem Büchlein eines eben unbedarften Heimatschriftstellers … Dass ich es überhaupt habe, hat seinen speziellen Grund. Meine 1. Ehefrau wird nun bald in den wohlverdienten Ruhestand treten und nachdem sie seit bald 2 Jahrzehnten  Leiterin eines Kindergartens ist … werde ich ihr das wohl als kleine Erinnerung an ihr Kindergärtlein schenken …

Aber pssst: nicht weitersagen !

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Hannelore Elsner – Ein Sommernachtstraum – Sommer in Musik und Poesie (2006)

FrontCover1Ich hätte ihr noch gerne ein paar Jahre vergönnt …

Hannelore Elsner (* 26. Juli 1942 als Hannelore Elstner in Burghausen; † 21. April 2019 in München) war eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Autorin. Sie war unter anderem unter der Regie von Edgar Reitz und István Szabó über Jahrzehnte eine der bekanntesten Charakterdarstellerinen Deutschlands. Sie spielte in ihrer 60-jährigen Karriere in über 220 Film- und Fernsehproduktionen mit und war auch eine profilierte Theaterschauspielerin.

Hannelore Elsner wurde 1942 in Burghausen geboren und wuchs im nahen Altötting auf. Ihr zwei Jahre älterer Bruder starb gegen Kriegsende während eines Tieffliegerangriffs, als sie noch keine drei Jahre alt war. Ihr Vater, Ingenieur von Beruf, starb an Tuberkulose, als sie acht Jahre alt war.

Ihre Mutter ging mit ihr nach München; sie starb 1973. Als Elsner 16 Jahre alt war, lernte sie den türkischen Regisseur Halit Refig kennen, der ihr eine Schauspielausbildung ermöglichte.

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1959

Nach Abschluss ihrer in München absolvierten Schauspielausbildung begann sie ihre Karriere an Theatern in München und Berlin. Erste Theaterengagements hatte sie ab 1964 an der Kleinen Komödie München, wo sie 1964 in dem Lustspiel Schöne Geschichten mit Papa und Mama von Alfonso Paso und 1966 in Vater einer Tochter von Curth Flatow an der Seite von Georg Thomalla spielte. An den Münchner Kammerspielen war sie als Ala in Dieter Giesings Inszenierung von Sławomir Mrożeks Tango (1966, mit Maria Nicklisch und Helmut Griem als Partnern) als erste Nackte an den Kammerspielen zu sehen.[7] Elsner gastierte auch an der Komödie Berlin in dem Stück Eine Hand voll Brennesseln von Marc-Gilbert Sauvajon.

Bereits mit 17 Jahren gab Hannelore Elsner ihr Filmdebüt als Partnerin an der Seite von Freddy Quinn in Freddy unter fremden Sternen (1959). Im Filmdrama Die endlose Nacht (1963) spielte sie die Rolle eines attraktiven, mittellosen Starlets. In den 1960er- und 70er-Jahren trat sie vermehrt in Unterhaltungsfilmen auf, beispielsweise an der Seite von Peter Alexander in Zum Teufel mit der Penne, mit Beppo Brem in Allotria in Zell am See, neben Hansi Kraus in Die Lümmel von der ersten Bank und in Pepe, der Paukerschreck sowie mit Georg Thomalla in Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen!. 1962 sah man sie auch in einem der beliebtesten Volksstücke aus dem Kölner Millowitsch-Theater. Hier spielte sie neben Peter René Körner, Willy Millowitsch und Elsa Scholten in Tante Jutta aus Kalkutta.

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1968

Ab den 1960er Jahren spielte sie in zahlreichen Fernsehserien, unter anderem in einigen Folgen der Krimiserie Das Kriminalmuseum. 1973 war sie in dem DEFA-Film Aus dem Leben eines Taugenichts in der Rolle einer Gräfin zu sehen, wobei sie die erste bundesdeutsche Darstellerin nach dem Mauerbau in einem Film der ostdeutschen DEFA war. Von 1983 bis 1997 wirkte sie in mehreren Filmen der Fernsehreihe Tatort mit. Im Tatort: Peggy hat Angst (1983) spielte sie die titelgebende Peggy Karoly.

Von 1994 bis 2006 verkörperte sie in der ARD-Fernsehkrimiserie Die Kommissarin die Kriminalhauptkommissarin Lea Sommer, die in insgesamt 66 Folgen in Frankfurt am Main bzw. Hamburg ermittelte. Für ihre dortige Darstellung wurde sie 1995 als „Beste Darstellerin in einer Serie“ mit dem „Telestar“ ausgezeichnet.

Ihre größten Erfolge feierte Elsner nach einer fünfzehnjährigen Pause mit der Rückkehr auf die Kinoleinwand. Die Rolle der suizidgefährdeten Schriftstellerin Hanna Flanders in Oskar Roehlers Spielfilm Die Unberührbare brachte ihr im Jahr 2000 den Deutschen Filmpreis, den Deutschen Kritikerpreis und den Bayerischen Filmpreis ein. Eine weitere Rolle unter Roehlers Regie hatte sie in dem 2001 gedrehten und 2002 erschienenen Fernsehfilm Fahr zur Hölle, Schwester!, in dem sie die Rolle der Rita spielte, die für den Unfall ihrer von Iris Berben dargestellten Schwester verantwortlich gemacht wird.

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1971

2003 gewann sie erneut den Deutschen Filmpreis für ihre Rolle in Oliver Hirschbiegels Mein letzter Film, wo sie eine alternde Schauspielerin verkörperte. Der Berliner Filmemacher Rudolf Thome besetzte sie in seiner Trilogie Zeitreisen in der Hauptrolle. In Rot und Blau (2003) spielte sie die Architektin Barbara Bärenklau, in Frau fährt, Mann schläft (2004) war sie die Zahnärztin Dr. Sue Süssmilch und in Rauchzeichen (2006) spielte sie an der Seite von Adriana Altaras die Wirtin Annabella Silberstein.

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Mit Mario Adorf, 1977

In der Filmkomödie Alles auf Zucker! (2004) spielte sie Marlene, die Frau des ehemaligen DDR-Sportreporters Jaeckie Zucker (Henry Hübchen). In der Dostojewski-Romanverfilmung Die Spielerin (2005) verkörperte sie die Rolle der attraktiven, wohlhabenden Polina Sieveking. In dem Filmdrama Kirschblüten – Hanami (2008) war sie in der Rolle der Trudi Angermeier zu sehen, die nach einer ärztlichen Untersuchung erfährt, dass ihr Ehemann schwer krank ist und schließlich bei einem gemeinsamen Ostseeurlaub stirbt. In dem Märchenfilm Dornröschen (2009) spielte sie die Fee Maruna, in Die Bremer Stadtmusikanten (2009) lieh sie der Katze ihre Stimme. In der Filmbiographie Zeiten ändern dich des Musikers Bushido übernahm sie die Rolle seiner Mutter. Von 2010 bis 2013 verkörperte sie die Direktorin Theobald in den Filmen um Hanni & Nanni. In dem ZDF-Fernsehkrimi Kommissarin Lucas – Am Ende muss Glück sein war sie 2011 in der Rolle der Kneipenwirtin Nadja Schumann, die sich nebenbei prostituiert zu sehen. In Marcus H. Rosenmüllers Spielfilm Wer’s glaubt, wird selig (2012) spielte sie eine herrische Schwiegermutter, die nach ihrem plötzlichen Tod heiliggesprochen werden soll.

In dem ARD-Fernsehfilm Besondere Schwere der Schuld (2014) war sie in der Rolle der Agnes Barner zu sehen, die ihrem Sohn verschweigt, dass er nicht ihr leibliches Kind ist. In der Tragikomödie Auf das Leben!, die im November 2014 in die deutschen Kinos kam, war sie unter der Regie von Uwe Janson in der Rolle einer einsamen, ehemaligen Revue-Sängerin zu sehen, die durch die Freundschaft zu einem jungen, schwerkranken Mann neuen Lebensmut fasst. In der ZDF-Produktion Ein Sommer im Burgenland spielte sie 2015 eine aus einer Roma-Familie stammende Ungarin, für die ihre Reise ins Burgenland zu einer Reise in die eigene Vergangenheit wird. In Lars Kraumes Fernsehfilm Familienfest (2015) spielte sie die erste Ehefrau des berühmten Pianisten Hannes Westhoff (Günther Maria Halmer), eine „trinksüchtige Grande Dame“.[8] In Hannas schlafende Hunde (2016) spielte sie die Rolle der Ruth Eberth, deren junge Enkelin ihre Identität nicht verleugnen will. Im Januar 2017 war Elsner in der Fernsehtragikomödie Die Diva, Thailand und wir! in der Hauptrolle zu sehen; sie spielte die 72-jährige Anneliese Behrens, die nach einer Krebsdiagnose von ihrer Familie betreut werden muss.

Daneben arbeitete sie auch als Synchronsprecherin und lieh z. B. Liza Minnelli (u. a. in Cabaret und Pookie) und Fanny Ardant (8 Frauen) ihre Stimme. 1997 wurde Elsner der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen; 2006 erhielt sie den Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk. Schon schwer erkrankt, stand sie zuletzt für den ARD-Spielfilm Lang lebe die Königin als Moderatorin, die auf eine Spenderniere wartet, vor der Kamera. Sie starb vor Ende der Dreharbeiten.

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Mit Dieter Wedel … Georg Kreisler … Johannes Mario Simmel !!!

Elsner war von 1964 bis 1966 mit dem Schauspieler Gerd Vespermann verheiratet und von 1973 bis zu dessen Unfalltod im Jahr 1981 mit dem Regisseur Alf Brustellin liiert. Aus einer Beziehung mit dem Regisseur Dieter Wedel stammt ihr 1981 geborener Sohn, der als Fotograf arbeitet.[9] 1993 heiratete sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe B. Carstensen. Diese Ehe wurde im Jahr 2000 geschieden. Einige Jahre lebte sie mit dem Germanistikprofessor Günter Blamberger zusammen.

Hannelore Elsner starb am 21. April 2019 im Alter von 76 Jahren in einem Münchner Krankenhaus an den Folgen einer Krebserkrankung. (Quelle: wikipedia)

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Hannelore Elsner als Covergirl

Und als kleine Verneigung meinerseits diese eher unekannt gebliebene CD mit einer ganz und gar wunderbaren, exquisiten Mischung aus „sommerlicher“ Lyrik und passende, klassischer Musik. Leider kann sie nun diesen Sommer nicht mehr erleben.

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Und erneut weiß die Hannelore Elsner eben wieder zu verzaubern … wer´s nicht glaubt, kann ja mal reinhören …

Und ja … die Hannelore Elsner war auch eine hochgradig erotische Frau … sie hatte im kleinen Finger mehr Erotik als z.B. eine Pamela Anderson in ihrem ganzem Körpr … das darf ja auch mal gesagt werden … zum Abschied von Hannelore Elsner.

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Besetzung:
Hannelore Elsen (Sprecherin)
+
Patrick Demenga (cello bei 19.)
English Chamber Orchestra unter der Leitung von Leopold Hager (bei 01. + 29.)
Europe Festival Orchestra unter der Leitung von Walter Hilgers (bei 09.)
Thomas Füri (violin bei 12.)
Gael Gandino (harp bei 13., 26.)
Thomas Müller-Pering (guitar bei 09.)
Balázs Szokolay (piano bei 04., 08., 15.)
Staatliche Philarmonie Kosice unter der Leitung von Urs Schneider (bei 02.
Wiener Akademie unter der Leitung von Martin Haselböck (bei 06.)
Gérard Wyss (piano bei 12., 19)

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Titel:

Helle Nächte:
01. Leuchtkäfer ziehen durch die Juninacht (Max Dauthendey) 0.58
02. Elfentanz (Elfenscherzo aus: Ein Sommernachtstraum) (Mendelssohn-Batholdy) 4.19
03. Johannisfeuer (Max Dauthendey) + In der Walpurgisnacht (Raff) 1.33

Leichtigkeit des Seins:
04. Junger Tag (Conrad Ferdinand Meyer) + Du mußt das Leben nicht verstehen (Rainer Maria Rilke)+ Folg-Song (Grieg) 1.36
05. Sommerfrische (Joachim Ringelnatz) 0.46
06. Der über uns (Gotthold Eühraim Lessing) + Il trionfo delle donne (Mozart) 3.38

Liebe und Liebelei:
07. Sie zu ihm (Kurt Tucholsky) 1.31
08. Übung am Klavier (Rainer Maria Rilke) + Einen Sommer lang (Datlev von Liliendron) + Sommerabend (Grieg)
09. Hingebung (Volker Braun) + Andaluza aus: Danza española Nr. 5

Erklär mir die Liebe:
10. Was ist Liebe im Sommer? (Jörg Zink) 2.01
11. Du bist mein, ich bin dein (unbekannt) 0.30
12. Wie soll ich meine Seele halten + Zum Einschlafen zu sagen (Rainer Maria Rilke) + Salut d’amour (Elgar) 2.47
13. Erklär mit, Liebe (Ingeborg Bachmnn) + Jeux interdits (Traditional) 2.28
14. Was es ist (Erich Fried) 0.37

Glut und Verglühen:
15. Elfentanz (Grieg) 0.45
16. Ode an den Landregen (Hugo Dittberner) 1.46
17. D-Zug (Gottfried Benn) 1.41
18. Sachliche Romanze (Erich Kästner) + Nachklang (Grieg) 1.46
19. Hälfte des Lebens (Friedrich Hölderlin) + Aprés un reve (Fauré) 3.16
20. Sommerbild (Friedrich Hebbel) 0.36

Die Sprache der Rosen:
21. Von den heimlichen Rosen (Christian Morgenstern) +  Letzte Rose (Traditional) 1.47
22. An die Rose (Fridrich Hölderlin) 0.27
23. Rosen (Wolfgang von Goethe) 0.19
24. Heidenröslein (Wolfgang von Goethe) 1.10
25. Wilde Rosen (Hermann Claudius) +  To A Wild Rose (MacDowel) 1.28

Träume:
26. Mondnacht (Joseph von Eichendroff) + Du bist mein Mond (Friedrich Rückert) + Mondscheinsonate (Beethoven) 3.05
27. Ich sage: Mal mir ein Herz (Wolf Wondratscheck) 0.17
28. Liebeszauber (Hildegunde Wöller) 0.52
29. Zettels Traum (William Shakespear) + Notturno (Mendelssohn-Batholdy) 3.27

CD1

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Hannelore Elsner (* 26. Juli 1942; † 21. April 2019 in München)

Gert Westphal – Gedichte als Wegweiser (Herausgegeben von Karl Carstens) (1985)

FrontCover1.JPGAu weia …. hab´ ich mir gedacht, als ich mich dieser doch sehr seltenen LP zugewandt habe

Zum einen Lyrik (nicht mein Steckenpferd) und dann auch noch herausgegeben von Karl Carstens:

Karl Walter Claus Carstens (* 14. Dezember 1914 in Bremen; † 30. Mai 1992 in Meckenheim) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1976 bis 1979 Präsident des Deutschen Bundestages und von 1979 bis 1984 der fünfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Carstens wurde in der Fitgerstraße 36 des Bremer Stadtteils Schwachhausen geboren, kurz nachdem sein Vater Carl Emil Carstens (1877–1914), Oberlehrer und Studienrat an der Handelsschule in Bremen (Oberrealschule), in Frankreich gefallen war. Er wohnte einige Jahre mit seiner Mutter Gertrud Carstens, geb. Clausen (1880–1963) im Reihenhaus Busestr. Nr. 67. Seine Patentante war die Bremer Kindermalerin Agnes Sander-Plump.

Nachdem er 1933 das Abitur am Alten Gymnasium in Bremen erlangt hatte, absolvierte Carstens ein Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main, Greifswald, Dijon, München, Königsberg und Hamburg, das er 1936 mit dem ersten und 1939 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1938 schloss er seine Promotion zum Dr. jur. ab. Er wurde Referendar am Landgericht Bremen. Nach der studienbedingten Rückstellung vom Wehrdienst leistete er 1938 eine Wehrübung beim Flak-Regiment 26. Von 1939 bis 1945 nahm er als Soldat bei der Flakartillerie am Zweiten Weltkrieg teil. Er wurde in der Flak-Abteilung 407 zum Flugmelder ausgebildet. Nach dem zweiten Staatsexamen lehnte er eine Richterstelle ab. 1940 wurde er Unteroffizier, 1941 Wachtmeister der Reserve und 1942 Leutnant und Ordonnanzoffizier im Stab der Flak-Abteilung 262 der Luftwaffe. Er war an der Flak-Artillerieschule III in Berlin-Heiligensee tätig.

Karl Carstens, Veronica Carstens

Karl  und Veronica Carstens, 1949

Nach Kriegsende wurde er in Bremen als Rechtsanwalt zugelassen und begann seine Tätigkeit in der Kanzlei Ahlers & Vogel. Er war zudem vom Juni 1945 bis 1947 ganz oder zeitweise für Bürgermeister und Justizsenator Theodor Spitta tätig und wirkte auch an der Erstellung der Bremer Verfassung mit. 1948 begann Carstens ein Studium an der Yale-Universität in New Haven (Connecticut), das er 1949 mit dem Grad eines Masters of Laws (LL.M.) beendete.

Von 1949 bis 1954 war er Rechtsberater des Bremer Senats und Bevollmächtigter Bremens beim Bund. Ab 1950 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln, wo er sich 1952 habilitierte. 1954 trat er in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein. Bis 1955 war er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat in Straßburg und danach im Auswärtigen Amt in Bonn tätig, wo er als Experte für Europafragen zum Stellvertreter des Bundesaußenministers aufstieg und 1958 die Leitung der Abteilung „West I Europa“ übernahm. 1960 erfolgte seine Berufung zum Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Köln. Von 1970 bis 1972 leitete er das Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn.

Carstens heiratete 1944 Veronica Prior in der Flak-Kaserne in Berlin-Schulzendorf. Veronica Carstens wurde später Fachärztin für Innere Medizin. Die Ehe blieb kinderlos. Das Ehepaar gründete 1982 die Karl und Veronica Carstens-Stiftung mit dem Ziel der Förderung von Naturheilkunde und Homöopathie.

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Als Staatssekretär 1963 im Gespräch mit US-Präsident Kennedy

Im Sommersemester 1933 begann Carstens sein Jura-Studium an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Die NS-Machthaber hatten die Absicht, diese Universität in eine nationalsozialistische „Musteruniversität“ umzuwandeln. Am 1. Mai 1933 übernahm der Nationalsozialist Ernst Krieck als „Führer“ ihre Leitung. Die NS-Studentenorganisationen forderten, dass die Studenten der ersten Semester in „Kameradschaftshäusern“ oder in vom NS-Standpunkt aus einwandfreien Korporationsheimen wohnten. Carstens entschied sich für ein „Kameradschaftshaus“ und musste von nun an am SA-Dienst teilnehmen. 1936 war Carstens nach Denunziation eine Studienbeihilfe der Landesschulbehörde Bremen entzogen worden. Nach Aufforderung durch den Präsidenten des Bremer Landgerichts unter Androhung der Nichtzulassung zum Assessorexamen im Jahre 1937 beantragte Carstens die Mitgliedschaft in der NSDAP. Er verschleppte die Einreichung notwendiger Unterlagen, so dass der Antrag erst nach Kriegsausbruch positiv beschieden wurde; zu einem Zeitpunkt also, an dem Carstens bereits Soldat war und somit nach dem Wehrgesetz nicht aktives Parteimitglied sein konnte. Entsprechend entschied die I. Spruchkammer Bremen im Rahmen von Carstens’ Entnazifizierungsverfahren am 3. Juni 1948, dass eine „praktische Mitgliedschaft in der NSDAP nie bestand“ und er „nach dem Maß seiner Kräfte aktiv Widerstand gegen die Nazi-Gewaltherrschaft“ leistete.

Pullach, Besuch Carstens beim BND

Carstens spricht als Bundespräsident am 28. Juni 1982 beim Bundesnachrichtendienst

Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von Mai 1973 bis Oktober 1976 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer. Nach der Bundestagswahl 1976 wurde Carstens am 14. Dezember 1976 zum Präsidenten des Deutschen Bundestages gewählt.

Carstens ist 1972 über die Landesliste Schleswig-Holstein und 1976 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Ostholstein in den Bundestag eingezogen.

Von Juli 1960 bis Dezember 1966 war er Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in der Zeit der Großen Koalition von Dezember 1966 bis 1968 Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung. Von 1968 bis 1969 war er als Staatssekretär Chef des Bundeskanzleramtes bei Bundeskanzler Kiesinger. Von Dezember 1976 bis Mai 1979 war er Bundestagspräsident.

Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 1979 wählte ihn die Bundesversammlung am 23. Mai 1979 zum 5. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Carstens’ Kandidatur war zuvor wegen seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft kritisiert worden.

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Karl Carstens als Wandervogel

Er löste Walter Scheel als Bundespräsidenten ab. Während seiner Amtszeit positionierte sich Carstens gegen Forderungen der Friedensbewegung nach einseitiger Abrüstung und lehnte insbesondere deren Bezugnahme auf die Bergpredigt ab.

1983 gab er die Gedicht-Anthologie Deutsche Gedichte heraus. Eine erste Druckauflage wurde wegen vieler editorischer Fehler eingestampft.

Wegen seiner Vorliebe für das Wandern war Carstens während seiner Amtszeit bekannt als „Wanderpräsident“. Er nutzte diese Wanderungen zur Begegnung mit vielen Menschen, von denen er sich streckenweise begleiten ließ und mit denen er unterwegs einkehrte. Aus Altersgründen verzichtete er auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit und schied damit am 30. Juni 1984 aus dem Amt. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, für mich war in all den Jahren eine der Reizfiguren der besonderen Art …

Aber dafür kann natürlich der ehrenwerte Gert Westphal nichts:

Gert Curt Gerhard Westphal (* 5. Oktober 1920 in Dresden; † 10. November 2002 in Zürich) war ein deutsch-schweizerischer Regisseur, Schauspieler und Rezitator.

1920 in Dresden als Sohn eines kulturell interessierten Fabrikdirektors geboren, absolvierte Gert Westphal nach dem Abitur am Realgymnasium Blasewitz seine Schauspielausbildung bei Paul Hoffmann am Dresdner Staatsschauspielhaus. 1940 debütierte er in der Rolle des zweiten Reiters in Goethes Götz von Berlichingen, bevor er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach Kriegsgefangenschaft und einigen Umwegen kam er 1946 nach Bremen. Hier begann er neben einem Engagement an den Bremer Kammerspielen zur gleichen Zeit als Sprecher und Redakteur bei Radio Bremen. 1948 wurde er Hörspielleiter des noch immer von den Alliierten kontrollierten Senders und GertWestphal02.jpgübte diese Position bis zu seinem Wechsel zum Südwestfunk Baden-Baden 1953 aus. Dort war er bis 1959 in gleicher Position beschäftigt und damit für sämtliche in dieser Zeit produzierten Aufnahmen verantwortlich. In regelmäßigem Kontakt stand er mit zahlreichen Autoren dieser Zeit wie etwa Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Gottfried Benn, Max Frisch oder auch Carl Zuckmayer und gab auch Arbeiten für Hörspiele in Auftrag. Er arbeitete mit Max Ophüls, Will Quadflieg, Hans Paetsch, Oskar Werner, Walter Jens, Joachim Fest u. v. a. zusammen, produzierte oder bearbeitete selbst regelmäßig Hörspiele und Radiofeatures und wirkte selbst als Sprecher mit. U. a. führte er die Regie in dem fünfteiligen Hörspiel Am grünen Strand der Spree, in dem der Autor Hans Scholz auch eine der Hauptrollen sprach.

Daneben war Westphal seit Beginn seiner Arbeit beim Rundfunk immer auch mit Lesungen zu hören, deren Texte er selbst aussuchte und bearbeitete, und unterstützte neue oder nur schwer realisierbare Formate und Projekte. Für den damaligen Chefredakteur der Jazz-Redaktion des Südwestfunk, Joachim-Ernst Berendt, etwa war Westphal wegen seines Textverständnisses und seiner Musikalität die Idealbesetzung für die von ihm kreierten Lyrik und Jazz-Programme (etwa mit dem Metronome Quintett), die bis heute stilbildend wirken. Der musikalischen Form des Melodrams fühlte er sich trotz wiederkehrender Bedenken zahlreicher Veranstalter besonders verbunden. So brachte er u. a. das Melodram Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke von Rainer Maria Rilke in der Version für Sprecher und Klavier von Viktor Ullmann zusammen mit dem Pianisten Michael Allan am 15. Juni 1994 bei den Sommerlichen Musiktagen Soest zur Uraufführung. Auch bei Ullmanns orchestrierter Fassung (Ghetto Theresienstadt 1944) übernahm Westphal, etwa in der Berliner Philharmonie mit der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie unter der Leitung von Andreas Peer Kähler, den Part des Sprechers.

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Am Theater der Nationen in Paris gastierte Westphal im Mai 1963 mit dem Theater Ensemble Oskar Werner mit einer Aufführung des Torquato Tasso. Zusammen mit Käthe Gold und Walter Richter trat er Anfang 1965 in Israel auf, wo zum ersten Mal überhaupt mit dem Totentanz von August Strindberg ein Theaterstück in deutscher Sprache aufgeführt wurde. Von 1959 bis 1980 gehörte er dem Ensemble am Zürcher Schauspielhaus an und wirkte in zahlreichen Uraufführungen mit, bevor er sich selbständig machte und sich auf das Vorlesen auf der Bühne und im Studio konzentrierte. Nebenbei war er auch als Regisseur an zahlreichen Theatern und Opernbühnen Deutschlands engagiert. 1960 erwarb Westphal neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch das Schweizer Bürgerrecht und konnte somit auch in der damaligen DDR[2] Aufnahmen realisieren. Bis zum September 2002 trat er öffentlich auf und nahm weitere Lesungen auf Tonträger auf.

Die besondere Liebe des Königs der Vorleser, wie ihn Petra Kipphoff von der Zeit einmal nannte, galt der Rezitation und der literarischen Lesung vor Publikum, im Radio, für Sprechplatte oder Hörbuch. Johann Wolfgang Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann galten ihm als „Säulenheilige“. Von ihnen nahm er – bis auf wenige Ausnahmen – sämtliche Romane und Erzählungen – teilweise sogar mehrfach – auf oder nutzte diese Werke als Vorlagen der von ihm produzierten Hörspiele.

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In der Kombination Lesung/Hörspiel nahm Westphal wiederholt mehrere Funktionen gleichzeitig wahr, die das jeweilige Werk aus zwei Perspektiven erleben lässt: Neben den eigentlichen Lesungen mit nur einem Vorleser wirkte er in zahlreichen Hörspielen als Erzähler mit und/oder führte hier auch Regie. In diesem Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass er mit großem Erfolg auch an Produktionen sogenannter Trivialliteratur beteiligt war. So wirkte er z. B. in der Langzeitreihe Der Frauenarzt von Bischofsbrück des SDR von Alfred Marquart und Herbert Borlinghaus sowie bei den vom SDR verwirklichten Verfilmungen der von Hedwig Courths-Mahlers verfassten Romane (Die Bettelprinzeß, Griseldis, Die Kriegsbraut, Der Scheingemahl und Eine ungeliebte Frau) als Erzähler mit. Dass dies sowohl Kritik als auch Publikum positiv aufnahmen, wurde immer wieder mit der Ernsthaftigkeit begründet, mit der Westphal seine Rollen ausfüllte. Auch sind die Protagonisten in ihrer Herkunft, Bildung und ihren Eigenschaften mit denen der „klassischen“ Literatur vergleichbar, da es sich hier weitestgehend ebenfalls um Ärzte, Rechtsanwälte, Militärangehörige, Lehrer oder um (verarmte) Adelige und ihre Bediensteten handelt. Die Stimme Westphals traf offenbar sehr genau den hier angebrachten Tonfall. Auffällig ist dabei auch der Umstand, dass seine Stimme ab etwa Anfang der 1970er Jahre zunehmend dunkler wurde. Besonders auffällig wird dies etwa bei den Josephromanen Thomas Manns, bei denen das Vorspiel Höllenfahrt ca. 30 Jahre nach den Teilen I–IV aufgenommen wurde.

Neben den Hauptwerken deutschsprachiger Autoren nahm Westphal auch zahlreiche Werke europäischer Autoren wie z. B. Gustave Flaubert, Victor Hugo, Henry James oder auch Thornton Wilder auf Tonträgern auf. Ferner bildete die russische Literatur mit Autoren wie Tschingis Aitmatow, Fjodor Dostojewski, Nikolai Gogol, Iwan Gontscharow, Maxim Gorki, Nikolai Semjonowitsch Leskow, Vladimir Nabokov, Leo Tolstoi oder auch Anton Tschechow einen regelmäßigen Schwerpunkt bei seinen Lesungen und Inszenierungen.

Darüber hinaus schrieb er unter dem Pseudonym Gerhard Wehner einige Hörspiele. Bei Radio Bremen wurden seine Hörspiele Offene Rechnung und Gestern ist lange her aufgenommen. Sein Hörspiel Große Konjunktion im Zeichen der Fische wurde 1971 beim DRS und 1973 beim ORF (Radio Salzburg) aufgenommen.

1954 hatte er die Schauspielerin und Rezitatorin Gisela Zoch beim Norddeutschen Rundfunk kennengelernt, mit der er im Dezember 1957 die Ehe schloss, aus der zwei Töchter (Jg. 1963 und 1966) hervorgingen. 2002 erlag Westphal einem Krebsleiden. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof von Kilchberg am Zürichsee, nahe am Grab von Thomas Mann. (Quelle: wikipedia)

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Das Grab Gert Westphals in Kilchberg, Züricher See/Schweiz

Und vermutlich ist es ihm zu verdanken, dass ich dann doch in wenig Zugang zu diesem Album bekommen habe … er war einfach ein großartiger Rezitator.

Überrascht hat mich aber auch die Auswahl, die Karl Carstens getroffen hat … (die jeweiligen Einführungen zu den unterschiedlichen Themenkreisen sind sehr persönlich gehlaten) – insbesondere die von ihm gewählten Themenkreise „Krieg und Frieden“ und „In der Fremde“ hätte ich ihm nicht zugetraut.

Auch lässt er – zumindest mir – unbekannte Dichter zu Wort kommen (Rudolf Hagelstange, Wilhelm Lehmann, Karl Krolow oder Albrecht Goes).

Und wer sich für Lyrik begeistern kann, wird hier sicher fündig.

Dennoch: er war als Politiker ganz sicher kein Gewinn für unser Land … als Schöngeist überzeugte er mich nun mehr.

Deutsche Gediche

Dieses Buch war die Basis für diese LP

Besetzung:
Karl Carstens (Sprecher)
Gert Westphal (Sprecher)

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Titel:
01. Ein Gedicht… (Rudolf Hagelstange) 1.16

Karl Carstens: Zur Gedichtauswahl und zum Themenkreis Jahreszeiten: 2.51
02. Vorfrühling (Hugo von Hofmannsthal) 1.26
03. Tag, der den Sommer endet (Gottfried Benn) 1.04
04. Hälfte des Lebens (Friedrich Hölderlin) 0.55
05. Herbsttag (Rainer Maria Rilke) 1.07
06. Wir nennen es Winter (Rudolf Hagelstange) 1.04
07. Von guten Mächten (Dietrich Bonhoeffer) 2.41

Karl Carstens: Zum Themenkreis Krieg und Frieden: 0.48
08. Tränen des Vaterlandes (Andreas Gryphius) 1.51
09. Grodek (Georg Trakl) 1.51
10. Heimkehr (Peter Huchel) 2.27
11. Frühling 1946 (Elisabeth Langgässer) 1.41
12. Dankeslied für die Verkündigung des Friedens (Paul Gerhardt) 3.55

Karl Carstens: Zum Themenkreis in der Fremde: 0.56
13. Nachtgedanken (Heinrich Heine) 2.17
14. Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen (Max Herrmann-Neisse) 1.32
15. Abschied und Wiederkehr (Carl Zuckmayer) 2.12
16. In der Fremde III (Heinrich Heine) 0.41
17. An die Nachgeborenen (Bertholt Brecht) 4.35

Karl Carstens: Zum Themenkreis Dichter: 1.08:
18. Auf sommerlichem Friedhof (Wilhelm Lehmann) 1.15
19. Wiepersdorf, die arnimschen Gräber (Günter Eich) 2.03
20. Epilog zu Schillers „Glocke“ (Auszug) (Johann Wolfgang von Goethe) 4.37
21. Nicht Geist, nicht Inbrunst wollen wir entbehren“ (für Karl Graf Lanckroński) (Rainer Maria Rilke) 2.52

Karl Carstens: Zum Themenkreis Liebe: 1.22
22. Es ist einfach (Karl Krolow) 1.31
23. Wie er wolle geküsset sein (Paul Fleming) 1.09
24. Vorm Abschied (Ulla Hahn) 0.48
25. An Charlotte von Stein (Johann Wolfgang von Goethe) 3.33
26. Die Schritte (Albrecht Goes) 0.55
27. 1. Korintherbrief, 13. Kapitel – Preis Der Liebe (Altes Testament) 2.25

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Man klicke auf den Staeckbrief, dann kann man ihn auch lesen …