Rita Streich – Valsas e Cancoes (1956)

FrontCover1.JPGWahrlich und weiterhin nicht wirklich meine Kragenweite … aber natürlich hat auch die Rita Streich ihren Platz in diesem blog mehr als verdient:

Rita Streich (* 18. Dezember 1920 in Barnaul, Region Altai, Russland; † 20. März 1987 in Wien) war eine deutsche Opernsängerin (Koloratursopran). Sie wurde als Wiener Nachtigall bezeichnet und als Mozart- und Strauss-Interpretin gerühmt.

Rita Streichs Vater war als deutscher Kriegsgefangener in Sibirien interniert. Ihre Mutter war eine Russin. Nach der Entlassung des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft zog die Familie nach Deutschland, zuerst nach Essen, dann nach Jena. Rita wurde zweisprachig erzogen, was ihr für ihre spätere Karriere äußerst hilfreich war. Ihre Stimme ließ sie in Augsburg und Berlin ausbilden. Zu ihren Lehrern zählten Paula Klötzer, Willi Domgraf-Fassbaender, Erna Berger, die sie entdeckte und förderte, und Maria Ivogün.

Ihr Debüt als Opernsängerin gab sie 1943 am Stadttheater von Aussig in Böhmen in der Rolle der Zerbinetta in der Oper Ariadne auf Naxos von Richard Strauss. Drei Jahre später bekam sie ihr erstes festes Engagement an der Deutschen Staatsoper in Berlin. Sie debütierte als Page in Verdis Rigoletto. Der Oper in Berlin gehörte sie bis 1952 an und wechselte folgend an die Wiener Staatsoper. 1953 lieh sie für den Film Die Stärkere ihre Singstimme an Antje Weisgerber.

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Rita Streich als Olympia in der Oper Hoffmanns Erzählungen, 1946

Gastauftritte führten die Künstlerin nach Bayreuth, Salzburg, Rom, an die Mailänder Scala, nach Covent Garden, Chicago, Aix-en-Provence und Glyndebourne. 1957 unternahm sie eine ausgedehnte Tournee durch Nordamerika und gastierte dabei auf allen bedeutenden Bühnen u. a. an der San Francisco Opera.

Ab 1974 lehrte Rita Streich an der Essener Folkwang-Hochschule und an der Musikakademie in Wien, ab 1983 gab sie während der Salzburger Festspiele Meisterklassen und leitete zu dem das Centre du Perfectionnement d’art lyrique in Nizza.

Zu ihrem Repertoire gehörten u. a. Partien aus Idomeneo, Così fan tutte, Die Entführung aus dem Serail, Die Zauberflöte, Die Hochzeit des Figaro, Der Rosenkavalier, Ariadne auf Naxos, Der Freischütz und Don Giovanni. Da sie zweisprachig aufgewachsen war, konnte sie auch die Werke russischer Komponisten wie Rimski-Korsakow beinahe akzentfrei singen.

Darüber hinaus war Rita Streich eine hervorragende Interpretin der klassischen Operette. Schon am Anfang ihrer Karriere gehörten die Adele in der „Fledermaus“ oder die Fiametta in „Boccaccio“ zu ihrem Repertoire und war sie in Querschnitten der Firma Polydor unter Franz Marszalek zu hören. Später (in den sechziger Jahren) entstanden Aufnahmen, die Rita Streich mit dem Tenor Nicolai Gedda zusammenführten („Der Zigeunerbaron“, „Eine Nacht in Venedig“, „Der Zarewitsch“, „Der Bettelstudent“).

Rita Streich starb an einem Gehirntumor. Ihr Grab befindet sich auf dem Perchtoldsdorfer Friedhof bei Wien. (Quelle; wikipedia)

RitaStreich02.jpgHier eine in unseren Breitengraden eher seltene EP aus Brasilien, basierend auf der britischen Ausgabe, die sich „Rita Streich Sings Famous Waltzes And Unforgettable Melodies “ nannte.

Wir hören einen Querschnitt internationaler Operettenmelodien und ich kenn´ mch da ja gar nicht aus. Aber was „Die Zeit“ anlässlich ihres odes schrieb, beeindruckt dann doch:

Abschied von einer Stimme: von einem glockenhellen, schwerelosen Klang, der uns immer durch atemberaubende Brillanz in Staunen versetzen konnte. Abschied aber auch von einem Menschen, der diese Traumstimme niemals dazu eingesetzt hat, uns durch technische Zauberkunststückchen zu verblüffen. Wenn Rita Streich die Zerbinetta darstellte, so war da nie allein das Faszinosum gestochen scharfer Koloraturen, sondern immer in Gebärden und Tönen eine Person, die den Zuschauer ebenso um den Finger zu wickeln verstand wie den armen Komponisten auf der Szene. Wenn Rita Streich als „Königin der Nacht“ auftrat, war der Opernfreund eine sehr lange Strecke in der „Zauberflöte“ auf ihrer Seite, obwohl ihr Mozart nur sehr wenige Momente schenkt, um uns mit unfehlbar sicher servierten Tonkaskaden von der Wahrhaftigkeit ihres Strebens zu überzeugen.

Das Geheimnis der Rita Streich war, daß sie die Urbegabung, die ihr geschenkt war, ihr strahlendes Timbre, nicht zu artistischem Selbstzweck mißbrauchte, was eine höchst einfache und wirkungsvolle Möglichkeit zu einer großen Karriere gewesen wäre. Rita Streich versenkte sich so in jene Partien, die dem leichten Charakter ihrer Stimme entsprachen, daß sie dem scheinbar Gehaltlosen tatsächlich „unerhörte“ Facetten abgewann. Eine kluge Sängerin, eine hinreißende Liedinterpretin, die aber auch ungeheuer komisch und witzig zu sein verstand.

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Mit der Kammerzofe Adele in Strauß’ „Fledermaus“ lieferte sie eine köstliche Studie in wienerischem Charme, ein Idiom, das sie beherrschte, obwohl sie aus Südsibirien stammte. Als Tochter eines deutschen Kriegsgefangenen und einer Russin kam sie 1920 zur Welt. Ihre Familie übersiedelte früh schon nach Deutschland, wo sie sofort Furore machte: Die große Erna Berger nahm sich der jungen Sängerin an – keinem anderen Menschen wurde diese Ehre zuteil. Nach kleinen Anfängen engagierte man sie nach Berlin, wo sie bereits ihr Repertoire absteckte: Die Olympia in Offenbachs „Hoffmann“ sang sie, die Gilda, und vor allem Mozart. Mit der Papagena reüssierte sie an der Wiener Staatsoper, der sie als treues, viel bejubeltes Mitglied angehörte, bis sie sich Anfang der siebziger Jahre zurückzog, um ihre Erfahrungen an kommende Generationen weiterzugeben. Jetzt ist Rita Streich an den Folgen eines Gehirntumors gestorben – bleiben wird vor allem die Erinnerung, wie tiefgründig Koloraturen auch sein können. (Quelle:Wilhelm Sincovicz, Die Zeit, 27. März 1987)

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Na wenn das so ist, könnte man ja mal reinhören … gelegentliches knistern ließ sich leider nicht vermeiden … nun gut, die Platte hatte ja einen langen Weg … von Brasilien zu uns und zudem hat sich auch schon etliche Jahrzehnte aus dem Buckel.

kurt gaebel

Besetzung:
Rita Streich (Koloratursopran)
+
RIAS Symphonie Orchester unter der Leitung von Kurt Gaebel

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Titel:
01. Andorinhas da Austria, valsa (Strauss) 5.12
02. O Rouxinol, folclore russo (Alabieff) 3.54
03. Les filles da Cadix, bolero (Delibes) 4.07
04. Last Rose Of Summer (Flotow) 2.56
05. Villanelle, cancao (d.Aqua) 4.11
06. Draussen in Sievring blüht schon der Flieder (Strauss) 4.04
07. Il bacio, valsa (Arditi) 4.01

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Die britische Ausgabe der EP (selbst in Australien ist sie erschienen)

Weihnachten 2018 (27): Walter Lutze – Stille Nacht, heilige Nacht + O du fröhliche … (1956)

FrontCover1.jpgSo, bevor nun das diesjährige Advents- und Weihnachtsspektakel hier zu Ende geht … (Stichwort: Morgen Kinder, wird´s was geben …) noch schnell ein wenig Resteverwertung, denn auch diese Single soll nicht noch ein weiteres Jahr bei mir herumliegen.

Walter Lutze (* 22. August 1891 in Wittenberg; † 23. November 1980 in Berlin-Charlottenburg) war ein deutscher Dirigent und Komponist.

Walter Lutze war der Sohn eines Justizobersekretärs. Seine Ausbildung erhielt er am Konservatorium in Halle. Nachdem er von 1911 bis 1914 als Korrepetitor am Stadttheater Bremen tätig gewesen war, wurde er dort zum Zweiten Kapellmeister ernannt. Von 1916 bis 1920 war er zusätzlich Erster Kapellmeister in Bremerhaven. Von 1920 bis 1925 war er als Kapellmeister am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin engagiert.[1]

Am 1. Juni 1932 trat er sowohl in die NSDAP (Parteinummer 1.181.594) als auch in die NS-Betriebszellen-Organisation ein. Von 1934 bis 1935 war er Vertrauensmann der Reichsmusikkammer für den „Gau Mecklenburg“, anschließend bis 1937 ehrenamtlicher Landesleiter der Reichsmusikkammer des „Gaues XVI Mecklenburg“. Von 1935 bis 1944 war er als Dirigent am Deutschen Opernhaus in Berlin engagiert, nicht zuletzt, weil ihn der Intendant Wilhelm Rode für eines Verwandten des SA-Stabschefs Viktor Lutze hielt. Am 20. April 1938 wurde Lutze von Adolf Hitler zum Staatskapellmeister ernannt. Am 10. September 1943 erhielt er die Kündigung wegen mangelnder künstlerischer Leistung. Trotzdem wurde er anlässlich der Schließung der Theater 1944 als Kapellmeister eines Kammeropernensembles zur Truppenbetreuung uk. gestellt, aber nicht in die Gottbegnadeten-Listen aufgenommen.

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Dass die Nazis das Weihnachtsfest für ihre Zwecke instrumentalisieren wollten, ist nahe liegend. Es schien aber wenig aussichtsreich, dieses beliebteste aller christlich geprägten Feste in seiner bisher bestehenden Form einfach abzuschaffen, und deshalb versuchten die Nazis es schrittweise auf seinen angeblichen Ursprung zurückzuführen, zu germanisieren.
Das Ziel einer christfreien Weihnacht konnte vor allem über die Schule erfolgen, bzw. über die Gestaltung der Schülerbücher und der einzelnen Unterrichtsfächer sowie durch ein entsprechendes Angebot von Spielen usw. für die Freizeitgestaltung. (Quelle: Ernst Huber.de)

Von 1937 bis 1943 und noch einmal 1951/52 machte Lutze eine Reihe von Schallplattenaufnahmen für die Telefunkenplatte. Hier dirigierte er meist Werke der leichten Klassik oder begleitete Sänger wie Peter Anders, Anton Dermota, Tiana Lemnitz oder Karl Schmitt-Walter.

Lutze spielte am 6. April 1943 das Rondo der 1. Orchesterserenade op. 11 von Johannes Brahms mit dem großen Berliner Rundfunkorchester in Stereophonie ein. Es war die erste Stereoaufnahme der Musikgeschichte. Neben anderen Tonbändern wurde auch diese Aufnahme aus dem Berliner Rundfunkarchiv nach dem Zweiten Weltkrieg von der Roten Armee beschlagnahmt und nach Moskau mitgenommen. Im Rahmen von Gorbatschows Perestroika wurde sie ans Rundfunkarchiv des SFB zurückgegeben.

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In der Nachkriegszeit war Lutze 1948 Gastdirigent an der Berliner Staatsoper, von 1951 bis 1954 war er Generalmusikdirektor in Dessau und anschließend wieder Gastdirigent an der Staatsoper in Berlin. Nach einer kurzen Tätigkeit als Kapellmeister im Opernstudio Berlin war er seit 1957 ohne Engagement.

Neben seiner Arbeit als Kapellmeister war Lutze auch kompositorisch tätig. Zu seinen Werken gehören eine Oper Das Märchen von der Liebe (1922), eine Sinfonie in g-Moll, Kammermusik, Klavierstücke, Chöre und Lieder. (Quelle: wikipedia)

Wer bereits 1932 in die NSDAP eintrat, war ganz sicher kein Mitläufer … so gesehen wieder mal ein trauriges Kapitel deutscher Musikgeschichte.

Hier zelebriert er 2 Klassiker der Weihnachtszeit und zumindest kann man positiv erwähnen, dass beide Lieder endlich ausgespielt werden und nicht nur in Kurzfassungen erklingen. Ergänzend dann noch dieses traditionelle Glockengeläut.

Ansonsten gibt es noch zu berichten, dass sich bei diesen Aufnahmen jenes heimelige Knistern nicht vermeiden ließ … jenes Knistern, dass darauf verweist, dass ich die Original-Single aus dem Jahr 1956 (damals war ich ein Jahr alt) digitalisiert habe.

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Die Schellackversion dieser Single

Besetzung:
Gemischter Chor unter der Leitung von Walter Lutze
+
Traute Richter (organ bei 01.)
Traute Wagner (organ bei 02.)

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Die Single stammt aus dieser LP, ebenfalls aus dem Jahr 1956

Titel:
01. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber/Mohr) 4.27
02. O du fröhliche

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Franz Schubert – Fünf deutsche Tänze + Fünf Menuette (1956)

FrontCover1Hier ein weiteres Beispiel aus der 50er Jahre Edition „Berühmte Künster – Unsterbliche Musik“:

Über den österreichischen Komponisten weiss wikipedia u.a. folgendes zu berichten:
In der Literatur wird Schubert traditionell gerne als verkanntes Genie dargestellt, das seine Meisterwerke unbeachtet von der Öffentlichkeit schuf. Wahr ist daran, dass Schubert mit seinen Großwerken – etwa seinen Sinfonien – keine große Wirkung erzielte und ihm mit seinen Opern nicht der ersehnte Durchbruch gelang. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass er selbst nicht die Öffentlichkeit suchte und anders als Mozart und Beethoven erst 1827 von seinen Freunden zu einem eigenen Konzert überredet werden konnte, das dann auch ein großer Erfolg wurde.

Andererseits war Schubert durchaus überregional bekannt. Vor allem Vogl sorgte als Sänger für die Verbreitung seiner Lieder, und gegen Ende seines Lebens begannen sich auch die Verleger dafür zu interessieren. Rund 100 seiner Werke wurden zu seinen Lebzeiten im Druck veröffentlicht – gemessen an der Zahl von insgesamt etwa 600 Liedern nur ein kleiner Anteil, jedoch mehr, als viele seiner Zeitgenossen publizierten.

FranzSchubert1Nach Schuberts Tod veröffentlichte Diabelli in den folgenden Jahren noch zahlreiche Lieder und andere kleine Kompositionen. Es dauerte allerdings lange, bis auch die Sinfonien, Messen und Opern der Öffentlichkeit zugänglich wurden. Bei einem Aufenthalt in Wien besuchte Robert Schumann Ferdinand Schubert, der ihm einige Kompositionen aus dem Nachlass zeigte. Schumann begeisterte sich sofort für die Große Sinfonie in C-Dur und setzte sich für sie ein. Am 21. März 1839 fand ihre Uraufführung unter Felix Mendelssohn Bartholdy im Leipziger Gewandhaus statt. Die Unvollendete Sinfonie gelangte erst 1865 aus dem Besitz von Anselm Hüttenbrenner in die Hände des Dirigenten Johann von Herbeck, der sie am 17. Dezember in Wien uraufführte.

Schubert hat trotz seines kurzen Lebens in allen Gattungen seiner Zeit Außerordentliches geschaffen und wird in der heutigen Musikwissenschaft neben Beethoven als der Begründer der romantischen Musik im deutschsprachigen Raum angesehen. Anders als die Komponisten der Wiener Klassik, in deren Tradition er wirkte, räumte er auch den kleineren lyrischen Formen (Lieder, Klavierstücke) einen breiten Raum in seinem Schaffen ein, was sich in den Œuvres vieler romantischer Komponisten fortsetzte, angefangen bei Mendelssohn und Schumann, bis in das 20. Jahrhundert (Hugo Wolf, Skrjabin). Während das 19. Jahrhundert in ihm vor allem den eigentlichen Schöpfer des Kunstliedes bewunderte, gewann im 20. Jahrhundert auch seine Instrumentalmusik zentrale Bedeutung im Konzertrepertoire. Die Gesänge der Deutschen Messe sind im kirchlichen Alltag, insbesondere in Österreich, bis zum heutigen Tag sehr verbreitet und populär. Lediglich seine Opern fristen, hauptsächlich wohl wegen der oft wirren und theatralisch unergiebigen Textbücher, bis heute ein Schattendasein.

Auf dieser 10 inch LP finden sich zwei seiner Kompositionen:

Die „Fünf deutschen Tänzen“ sind im Zusammenhang mit der Entwicklung des Walzers zu sehen:

„Anfang des 19. Jahrhunderts ging der „Deutsche“ unter Beschleunigung des Tempos in den Walzer über. Der Ländler und nur teilweise der Deutsche Tanz überlebten weiter in der Volksmusik. Seit dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts taucht der Begriff „Ländler“ zum ersten Mal für die langsame Art des Tanzens mit Figuren auf.

Franz Schubert (1797-1828) nennt seine Walzer anfangs noch „Deutsche“. Er verwendet auch abwechselnd beide Begriffe für dasselbe Musikstück. Nach dem Wiener Kongress (1815) setzte sich der deutsche „Nationaltanz“ international durch und wurde zum führenden Gesellschaftstanz des 19. Jahrhunderts.“ (Quelle: wikipedia)

Und auch seine „Fünf Menuette“ waren letztlich Tanz- und Unterhaltungsmusik. Auf dem Cover der LP finden sich dann auch folgende Zeilen:

„Diese scharfe Trennung zwischen der sogenannten „Klassischen“ und Unterhaltungs- bzw. Tanzmusik hat es in früherer Zeit nicht gegeben … Wie Mozart. so hat auch Schubert die leichte Muse nicht verschmäht und darf als Tanzkomponist sogar als Vorläufer seines nicht weniger berühmten Landsmannes Johann Strau0 bezeichnet werden.“

Na bitte … wohlan: auf zum Tanzvergnügen, so wie man es sich damals anhörte.

Und natürlich auch noch ein paar Informationen über den Dirigenten Karl Münchinger:

Karl Münchinger studierte nach jugendlichem Violinunterricht Orchesterleitung bei Carl Leonhardt an der Musikhochschule Stuttgart und arbeitete an der Stuttgarter Marienkirche als Chorleiter und Organist. Nach anschließenden Dirigierstudien bei Hermann Abendroth am Leipziger Konservatorium und Sommerkursen bei Clemens Krauss verhalf ihm die

Karl Münchinger, 1968

Unterstützung Wilhelm Furtwänglers zur Leitung des Niedersächsischen Symphonieorchesters Hannover (1941–1943). Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft gründete er aus eigener Initiative heraus 1945 das Stuttgarter Kammerorchester, das er rasch zu internationalem Ansehen brachte und bis 1987 leitete. 1953 erhielt Karl Münchinger den Professorentitel des Landes Baden-Württemberg und das Großkreuz der Bundesrepublik Deutschland, »in Anerkennung seiner künstlerischen Verdienste«.

Auch wenn Münchinger nicht zu den Verfechtern der historischen Aufführungspraxis gehörte, vertrat er von Anbeginn an ein von romantischen Vorstellungen befreites und entschlacktes Klangbild. Geringstimmige Besetzungen, rigorose Einhaltung von Tempovorgaben sowie stilistische und interpretatorische Maßgaben der Komponisten galten ihm als Leitfäden seiner Interpretationen, die durchweg von einem transparenten und homogen schlanken Klangbild geprägt waren.

Der Name Münchinger wurde rasch zum Synonym für exemplarische (d.h. anti-romantische) Interpretationen der Orchesterwerke Johann Sebastian Bachs. Die Grundpfeiler der Arbeit mit dem Stuttgarter Kammerorchester bildeten ein weit gefächertes Repertoire frühbarocker und barocker Kompositionen, von denen zahlreiche Schallplattenaufnahmen mit nationalen wie internationalen Preisen bedacht wurden. In der unmittelbaren Nachkriegszeit standen zudem verstärkt Kompositionen zeitgenössischer Komponisten auf den Konzertprogrammen. Erst zu Beginn der 1960er Jahre wurde das Barock-Repertoire um Kompositionen der Wiener Klassik erweitert; dazu gründete Münchinger 1966 die Klassische Philharmonie Stuttgart. Seither wurde er auch verstärkt als Dirigent ins europäische Ausland und in die USA verpflichtet. (Quelle: wikipedia)

Leider sind auch bei diesem Album klangliche Störungen zu beklagen.

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Alternatives Frontcover


Besetzung:

Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Karl Münchinger

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Titel:
01. Fünf deutsche Tänze 10.40
02. Fünf Menuette 15.03

Musik: Franz Schubert

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Die sieben Raben – Smoky + Oklahoma-Tom (1956)

FrontCover1Sehr viel Informationen über „Die sieben Raben“ sind nicht aufzutreiben – irgendwie ein wenig verwunderlich, denn in den 50er Jahren waren sie mehrfach in den deutscher Schlager-Charts anzutreffen.

Der wikipedia Eintrag ist geradzu spartanisch:

Die sieben Raben sind eine Musikgruppe. Die deutsche Formation stand ab dem 24. November 1956 mit dem Titel Smoky für acht Wochen auf Platz 1 in der deutschen Hitparade.

Geschrieben wurde der Titel von Kurt Feltz. Auf der B-Seite der Polydor – Schellackplatte befand sich der Titel Oklahoma-Tom. Dieser erreichte immerhin den Platz 11. Die Sieben Raben waren vier Mitglieder des Comedian-Quartetts: Herbert Imlau, Fred Ritter, Werner Schliebietz und Karl-Heinz Nowak. Die weiblichen Stimmen stammten von den Sängerinnen des Sunshine-Quartetts oder von Ille Wappler, Mitglied der Moonlights.

Irgendwie ist die Geschichte der Sieben Raben arg verwirrend bzw. kompliziert. Sie waren auch verbandelt mit dem „Roland Trio“ und auch unter den Namen „Musikanten-Quartet mit Chorbegleitung“ lieferten sie ihre Lieder ab.

Später musizierten sie dann noch mit solchen Stars wie Margot Eskens, Peter Alexander oder Bill Ramsey … und dennoch: ihren Spuren verlieren sich im Sand … eigentlich schade …

Der Hit „Smoky“ fand übrigens auch seinen Platz in den USA. Johnny Desmond sang ihn unter dem Titel I Just Want You To Want Me (1957). Ich habe diese Version als Bonus mit in das kleine Päckchen gepackt.

An dieser Stelle mag ich mal dem Rock N Roll Schallplattenforum danken, die sich mit einer unglaubliche Akribie all jenen Helden vergangener Jahrzehnte widmen.

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Anzeige, 1956

Besetzung:
Herbert Imlau, Fred Ritter, Werner Schliebietz und Karl-Heinz Nowak
+
ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Smoky (Gietz/Feltz) 2.56
02. Oklahoma-Tom (Schauberg/Bartels) 3.15
+
03. I Just Want You To Want Me (Gietz/Feltz/Washington) 2.42

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Welterfolg

Verschiedene Interpreten – Hits im Doppelpack (2013) (CD 1)

FrontCover1Die Grundidee dieser CD Edition ist schon amüsant:

Man nehme: Original-Schlager und Hits der 50er  vornehmlich aus den USA und stelle sie den dann später folgenden deutschen Cover-Versionen gegenüber und dann gibt es nicht nur ein buntes Stell-Dich-Ein mit Stars dieser Jahre (Willy Hagara, Bibi Johns etc.), sondern es laufen einem auch jede Menge unbekannte Musikanten über den Weg (Jörg Maria Berg, Bob & Eddy, Hula Hawaiian Quartett9

Und wenn auch die meisten Original-Versionen geschmeidiger sind, so gibt es immer wieder deutsche Interpretationen, die einen aufhorchen lassen, z.B. die von der Evelyn Künnecke und natürlich die famose Inge Brandenburg.

Und so manche Songs sind schon ein wenig keck, man ist fast geneigt zu vermerken, dass sich hier ein unsittliches Gedankengut breit gemacht hat, dass doch sehr bedenklich ist !

Und somit ist diese Präsentation durchaus vergnüglich … mehr als eine Prise Nostalgie wird frei Haus geliefert und das schönste ist, ja, dass weitere 9 Exemplare dieser Art folgen werden !

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SingelHüllen02
SingelHüllen03
KünneckeBoogieFC

Titel:
01 . Mcguire Sisters: Sugartime (Phillips/Echols) (1957) 2.32
02. Willy Hagara: Nur In Portofino (Phillips/Echols/?) (1957) 2.20

03. Glenn Miller: Chattanooga Choo Choo (Gordon/Warren) (1941) 3.16
04. Bully Buhlan: Kötschenbroda Express (Gordon/Warren(?) (1947) 5.14

05. Dean Martin: Bella Bimba (DeMejo) (1952) 2.47
06. Bibi Johns: Bella Bimba (DeMejo/Feltz) (1953) 3.07

07. Johnny Ray: Hernando’s Hideaway (Ross) (1954) 2.24
08. Evelyn Künneke: Hernando’s Hideaway (Ross/Adler/Neumann (1956) 3.01

09. Jimmie Rodgers: Woman From Liberia (Whiting/Rodgers) (1958) 2.07
10. Ted Herold: Isabell (Whiting/Rodgers/Bradtke) (1960) 2.01

11. Franky Lymon: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer) (1957) 2.12
12. Inge Brandenburg: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer/Holland) (1960) 2.08

13. Perez Prado: Patricia (Prado) (1958) 2.20
14. Jörg Maria Berg: Prado (Prado/Beckmann) (1958) 2.52

15. Kay Starr: Rock And Roll Waltz (Allen) (1955) 2.58
16. Evelyn Künneke: Boogie im Dreivierteltakt (Allen/Bradtke) (1956) 2.50

17. Ken Colyer´s Skiffle Group: Casey Jones (Traditional) (1954) 2.33
18. Bob & Eddy: Casey Jones (Traditional/Roda/Petersen) (1959) 2.42

19. Bing Crosby: Jim, Johnny & Jonas (Bond) (1954) 3.03
20. Hula Hawaiian Quartett: Jim, Johnny & Jonas (Bond/Heinzli) (1954) 3.09

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Thilo Koch – Wunder dauern etwas länger – Bericht von einer Hauptstadt im Exil (Hörspiel) (1956 – 2012)

FrontCover1.jpgEin Hörspiel aus dem Jahr 1956, also ein Hörspiel von Marke „Asbach uralt“, aber ein Hörspiel, das es dennoch in sich hat:

„Wunder dauern etwas länger“, so der Titel dieser NDR Produktion aus dem Jahre 1956. Die Sendung wurde von dem berühmten Fernsehjournalisten Thilo Koch erstellt und von Fritz Schröder-Jahn in bemerkenswerter Art inszeniert. Die kongeniale Musik stammt aus der Feder des bekannten Komponisten und musikalischen Leiters Peter Thomas. Als Sprecher ist die erste Schauspielergarde am Werk. (Hüllentext)

Autor Thilo Koch schaut auf das unförmige Gebilde, kriecht in die Viertel des Milieus, schlendert durch Straßen, Parks und Kneipen, bestaunt Trümmer und hochwachsende Neubauten; und er lauscht ergriffen der Berliner Schnauze, ihrem unverwechselbaren Witz, der Sentimentalität, der Ruppigkeit und dem unvermeidlichen Lokalpatriotismus. Als dieses Porträt entstand, war die Stadt zwar schon geteilt, aber noch stand keine Mauer. Heute scheint es so, als bliebe dieses Berlin tatsächlich immer Berlin – egal ob halbiert oder wieder ganz, Insel oder Hauptstadt.

Mit viel Musik und Gesang, sowie bekannten Stimmen aus Funk und Film wartet dieses für den NDR produzierte Hörspiel aus dem Jahr 1956 auf.

Zu bemängeln an diesem Hörbuch ist eigentlich, dass Spielzeit von rund 62 Minuten leider nicht aufgeteilt ist, sondern als ein Track präsentiert wird. Dies ist für den Wiedereinstieg nach einer Hörunterbrechung ungünstig, da endlos vorgespult werden muss.

Aber ansonsten gibt es wiedermal ne knackige Empfehlung meinerseits.

Berlin: schnoddrig, philosophisch, schlagfertig, historisch, sentimental, oder aber auch:

Berlin, eine ‚Hauptstadt im Exil‘, wie der Untertitel zu diesem Hörspiel es benennt, steht im Fokus dieses Hörspiels aus dem Jahr 1956. Die Stadt wird auditiv eingefangen, die Milieus beleuchtet, Kriegsschäden und vieles mehr in Form von Nachrichten beschrieben, und immer wieder zieht sich das musikalische Titelstück durch die Aufnahme.

Ein Hörspiel, das Einblicke in eine Zeit gibt, die für viele weit vor ihrer Geburt liegt. Gerade durch den wechselhaften Aufbau wird dieses zeitgeschichtliche Hörspiel zu einem überaus interessanten Werk, bei dem in jeder Minute Geschichte lebendig wird, ob Gesellschaft, Musik, Politik oder Lebensgefühl, alles wird lebendig. (Michael Brinkschulte)

Und das alles haben wir dem Thilo Koch zu verdanken:

Thilo Koch (* 20. September 1920 in Kanena, heute ein Stadtteil von Halle (Saale); † 12. September 2006 in Hausen ob Verena, Baden-Württemberg) war ein deutscher

1939 legte Thilo Koch sein Abitur als Jahrgangs-Bester an der Elsterwerdaer Oberschule ab. Er studierte anschließend Philosophie, Geschichte und Germanistik.

Vor seiner journalistischen Karriere wollte Thilo Koch Dichter und Autor werden. So veröffentlichte er 1947 den Gedichtband Stille und Klang sowie den Roman Eine Jugend war das Opfer. Schließlich bewarb er sich aber erfolgreich beim NWDR und arbeitete dann später beim NDR. Er war Mitbegründer der Sendung Weltspiegel und Anfang der 1960er Jahre Korrespondent der ARD in Washington, D. C. „Guten Abend drüben in Deutschland“ war stets die Abschiedsformel am Ende jedes seiner anderthalbminütigen Beiträge zur Tagesschau.

ThiloKochThilo Koch schrieb auch für Die Zeit, unter anderem als Berliner und später Washingtoner Korrespondent. Außerdem drehte er mehr als 150 Dokumentarfilme, so kommentierte er beispielsweise die erste Moskau-Reise von Konrad Adenauer.

Kochs Kommentar über die Beerdigung von John F. Kennedy im Jahr 1963 war die erste Live-Übertragung via Satellit im deutschen Fernsehen. Über die Ära Kennedy, die er als Journalist vollständig begleitet hatte, erschien 1964/65 sein ‚Tagebuch aus Washington‘ (Christian Wegner Verlag, Lizenzausgabe Fischer Verlag). Bekannt wurde er auch durch seine Auftritte als Lotse in der TV-Sendung Ich trage einen großen Namen sowie durch Die rote Optik, die anhand von Fernsehausschnitten die ThiloKoch2Propaganda der DDR analysierte. Thilo Koch verfasste Porträts bedeutender Persönlichkeiten wie Norman Mailer und Bertrand Russell, etwa in Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist beabsichtigt: Begegnungen.

Koch war bis 1982 für den NDR tätig. Neben seiner Tätigkeit als Journalist arbeitete er während seines gesamten Lebens auch immer wieder als Sachbuchautor und Herausgeber.

1994 fand sein Name Eingang in ein Lied von Marius Müller-Westernhagen (Quelle: wikipedia)

Unbedingt erwähnen möchte ich dann aber auch noch, dass die Inszenierung durch den Regisseur Fritz Schröder-Jahn für das Jahr 1956 mehr als beachtlich ist … und noch heute kann man an dieser collagenartigen Inszenierung seine Freude haben … da hat sich einer so richtig Gedanken gemacht. Bravo !

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Besetzung:

Sprecher:
Edith Hancke – Günter Pfitzmann – Kurt Strelow – Ralf Wolter – Wolfgang Gruner – u.v.m.

Autor: Thilo Koch
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Musik: Peter Thomas

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Titel:
01. Wunder dauern etwas länger – Bericht von einer Hauptstadt im Exil 1.02.08

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Willi Rösner – Heilige Nacht – Eine Weihnachtslegende von Ludwig Thoma (1956)

FrontCover1Ludwig Thoma – Die „Heilige Nacht“ am Tegernsee

„Jetzt, Leuteln, jetzt loost’s amal zua!
Mei Gsangl is wohl a weng alt,
Es is aba dennascht schö gnua.
I moan, daß ’s enk allesamm gfallt.“

So beginnt eine der bekanntesten bayerischen Weihnachtsgeschichten: Die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma aus dem Jahr 1917. Der Schriftsteller, der zu dieser Zeit bereits neun Jahre „Auf der Tuften“ in Tegernsee lebt, beschreibt die Geschichte von Maria und Joseph auf eine ganz eigene, eben eine bayerische Art:

„Es war selm in Nazareth hint
A Mo, der si Joseph hat gnennt;
So brav, wia ma net oft oan findt
Und wia ma’s net glei a so kennt.

[…]

Z‘ Palästina waar’s a weng hoaß.
Da kunnt oana ’s Bier net ganz g’rat’n,
So moant ma. Dös hätt no koa G’fahr,
Denn drei und vier Maß san koa Schad’n,
Weil’s selbigs Mal billiga war.“

Längst gelten die Gesänge der „Heiligen Nacht“ als Volksweisen und gehören zum weihnachtlichen Repertoire vieler Volksmusik-Ensembles:

„Im Wald is so staad,
Alle Weg san vawaht,
Alle Weg san vaschniebn,
Is koa Steigl net bliebn.“

Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ geht dabei mit der Realität großzügig um. Die Geschichte von Maria und Joseph spielt in einem verschneiten Land mit Bergen und Almhütten, welches eher den Tegernseer Bergen ähnelt, als dem „echten“ Heiligen Land:

„Beim Tagwer’n, es war no ganz fruah,
Schaugt da Joseph außi in Schnee.
»Maria, jetzt genga ma zua,
Z’erscht trink‘ ma no insern Kaffee.“

Doch genau wie in der „echten“ Weihnachtsgeschichte sind es nicht die abweisenden Bewohner Bethlehems, die den Heiland zuerst erblicken. In der bayerischen Erzählung ist es ein einfacher Hüterbub, der die Reisenden Maria und Joseph in einen Stall führt und ihnen so ein Nachtquartier bietet:

„Guat Nacht jetzt und schlaft’s ma recht guat
Und laßt’s enk nix kümmern mitnand.
I woaß an mir selba, wia’s tuat,
Und ’s Armsei‘, dös is ma bekannt.

[…]

Oes Hüata, kemmt’s allesamm her!
Es schlagt enk de heiligste Stund,
Ja, Gott in da Höh sei de Ehr!
Und Frieden den Menschen herunt!“

(Quelle: tegernsee-schliersee.de)

So ganz kann man sich das gar nicht vorstellen … da tobt der I. Weltkrieg und dann schreibt der Ludwig Thoma diese bayerische Weihnachtsgeschichte … aber es war halt so.

Hier eine Lesung mit Willi Rösner:

Willy Rösner (* 19. Mai 1893 in Rosenheim; † 2. Oktober 1966 in München) war ein deutscher Schauspieler.

WilliRösnerRösner besuchte nach der Realschule mit Abitur von 1912 bis 1914 die Münchner Schauspielschule Otto König und trat erstmals 1913 als Stauffacher in Wilhelm Tell am Münchner Volkstheater in Erscheinung. Dort erhielt er alsbald ein Engagement, doch der Einsatz im Ersten Weltkrieg unterbrach zunächst seine Theaterlaufbahn.

1919 bis 1921 spielte er in Augsburg, 1921/22 in Altona, 1922/23 in Krefeld, 1923/23 in Aussig und von 1924 bis 1933 am Deutschen Landestheater in Prag. Danach arbeitete er 1933/34 wieder am Volkstheater in München und 1941 bis 1944 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Volkstheaters in Wien unter Walter Bruno Iltz, von 1946 bis 1950 agierte er für das Bayerische Staatsschauspiel in München. Seit 1926 wirkte er auch für den Rundfunk.

Im Kino wurde Willy Rösners Domäne der in Bayern spielende Heimatfilm, wo er immer wieder kaltherzige, berechnende Landmänner verkörperte, die durch ihren Egoismus dem Glück anderer im Wege stehen. Im Historienfilm Ludwig II. – Glanz und Elend eines Königs um den von O. W. Fischer dargestellten Märchenkönig bildete er als Ministerratsvorsitzender Johann von Lutz dessen Gegenspieler. Er ist auf dem Friedhof in Rosenheim bestattet. (Quelle: wikipedia)

Der Text wird im gepeflegten boarischen Dialekt (alles andere hätte ja auch bei einer bayerischen Weihnachtsgeschichte keinen Sinn gemacht) vorgetragen … unterbrochen von Ziterh- und Hackbrettklängen sowie lieblichem Chorgesang.

Ludwig Thoma

Ludwig Thoma

Irgendwie eine ganz gemütliche LP, die – das sei verraten – aus dem Bestand meiner mittlerweile 90jährigen Tante stammt.

Front+BackCover1975

Front + ackCover einer Wiederveröffentlichung aus dem Jahre 1975

Besetzung:
Willi Rösner (Sprecher)
+
Rudi Knabl (zither)
Hans Seidl (hackbrett)
+
Gesang:
Die Waakirchner Sänger – Die Fischbachauer Dirndl

BackCover1

Titel:
01. Heilige Nacht – Eine Weihnachtslegende (Teil 1) 26.12
02. Heilige Nacht – Eine Weihnachtslegende (Teil 2) 25.05

LabelB1

* (demnächst)
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Und hier geht´s zur Textausgabe (click on the pic):

Originalausgabe