Verschiedene Interpreten – Hits im Doppelpack (2013) (CD 1)

FrontCover1Die Grundidee dieser CD Edition ist schon amüsant:

Man nehme: Original-Schlager und Hits der 50er  vornehmlich aus den USA und stelle sie den dann später folgenden deutschen Cover-Versionen gegenüber und dann gibt es nicht nur ein buntes Stell-Dich-Ein mit Stars dieser Jahre (Willy Hagara, Bibi Johns etc.), sondern es laufen einem auch jede Menge unbekannte Musikanten über den Weg (Jörg Maria Berg, Bob & Eddy, Hula Hawaiian Quartett9

Und wenn auch die meisten Original-Versionen geschmeidiger sind, so gibt es immer wieder deutsche Interpretationen, die einen aufhorchen lassen, z.B. die von der Evelyn Künnecke und natürlich die famose Inge Brandenburg.

Und so manche Songs sind schon ein wenig keck, man ist fast geneigt zu vermerken, dass sich hier ein unsittliches Gedankengut breit gemacht hat, dass doch sehr bedenklich ist !

Und somit ist diese Präsentation durchaus vergnüglich … mehr als eine Prise Nostalgie wird frei Haus geliefert und das schönste ist, ja, dass weitere 9 Exemplare dieser Art folgen werden !

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KünneckeBoogieFC

Titel:
01 . Mcguire Sisters: Sugartime (Phillips/Echols) (1957) 2.32
02. Willy Hagara: Nur In Portofino (Phillips/Echols/?) (1957) 2.20

03. Glenn Miller: Chattanooga Choo Choo (Gordon/Warren) (1941) 3.16
04. Bully Buhlan: Kötschenbroda Express (Gordon/Warren(?) (1947) 5.14

05. Dean Martin: Bella Bimba (DeMejo) (1952) 2.47
06. Bibi Johns: Bella Bimba (DeMejo/Feltz) (1953) 3.07

07. Johnny Ray: Hernando’s Hideaway (Ross) (1954) 2.24
08. Evelyn Künneke: Hernando’s Hideaway (Ross/Adler/Neumann (1956) 3.01

09. Jimmie Rodgers: Woman From Liberia (Whiting/Rodgers) (1958) 2.07
10. Ted Herold: Isabell (Whiting/Rodgers/Bradtke) (1960) 2.01

11. Franky Lymon: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer) (1957) 2.12
12. Inge Brandenburg: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer/Holland) (1960) 2.08

13. Perez Prado: Patricia (Prado) (1958) 2.20
14. Jörg Maria Berg: Prado (Prado/Beckmann) (1958) 2.52

15. Kay Starr: Rock And Roll Waltz (Allen) (1955) 2.58
16. Evelyn Künneke: Boogie im Dreivierteltakt (Allen/Bradtke) (1956) 2.50

17. Ken Colyer´s Skiffle Group: Casey Jones (Traditional) (1954) 2.33
18. Bob & Eddy: Casey Jones (Traditional/Roda/Petersen) (1959) 2.42

19. Bing Crosby: Jim, Johnny & Jonas (Bond) (1954) 3.03
20. Hula Hawaiian Quartett: Jim, Johnny & Jonas (Bond/Heinzli) (1954) 3.09

CD1
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Thilo Koch – Wunder dauern etwas länger – Bericht von einer Hauptstadt im Exil (Hörspiel) (1956 – 2012)

FrontCover1.jpgEin Hörspiel aus dem Jahr 1956, also ein Hörspiel von Marke „Asbach uralt“, aber ein Hörspiel, das es dennoch in sich hat:

„Wunder dauern etwas länger“, so der Titel dieser NDR Produktion aus dem Jahre 1956. Die Sendung wurde von dem berühmten Fernsehjournalisten Thilo Koch erstellt und von Fritz Schröder-Jahn in bemerkenswerter Art inszeniert. Die kongeniale Musik stammt aus der Feder des bekannten Komponisten und musikalischen Leiters Peter Thomas. Als Sprecher ist die erste Schauspielergarde am Werk. (Hüllentext)

Autor Thilo Koch schaut auf das unförmige Gebilde, kriecht in die Viertel des Milieus, schlendert durch Straßen, Parks und Kneipen, bestaunt Trümmer und hochwachsende Neubauten; und er lauscht ergriffen der Berliner Schnauze, ihrem unverwechselbaren Witz, der Sentimentalität, der Ruppigkeit und dem unvermeidlichen Lokalpatriotismus. Als dieses Porträt entstand, war die Stadt zwar schon geteilt, aber noch stand keine Mauer. Heute scheint es so, als bliebe dieses Berlin tatsächlich immer Berlin – egal ob halbiert oder wieder ganz, Insel oder Hauptstadt.

Mit viel Musik und Gesang, sowie bekannten Stimmen aus Funk und Film wartet dieses für den NDR produzierte Hörspiel aus dem Jahr 1956 auf.

Zu bemängeln an diesem Hörbuch ist eigentlich, dass Spielzeit von rund 62 Minuten leider nicht aufgeteilt ist, sondern als ein Track präsentiert wird. Dies ist für den Wiedereinstieg nach einer Hörunterbrechung ungünstig, da endlos vorgespult werden muss.

Aber ansonsten gibt es wiedermal ne knackige Empfehlung meinerseits.

Berlin: schnoddrig, philosophisch, schlagfertig, historisch, sentimental, oder aber auch:

Berlin, eine ‚Hauptstadt im Exil‘, wie der Untertitel zu diesem Hörspiel es benennt, steht im Fokus dieses Hörspiels aus dem Jahr 1956. Die Stadt wird auditiv eingefangen, die Milieus beleuchtet, Kriegsschäden und vieles mehr in Form von Nachrichten beschrieben, und immer wieder zieht sich das musikalische Titelstück durch die Aufnahme.

Ein Hörspiel, das Einblicke in eine Zeit gibt, die für viele weit vor ihrer Geburt liegt. Gerade durch den wechselhaften Aufbau wird dieses zeitgeschichtliche Hörspiel zu einem überaus interessanten Werk, bei dem in jeder Minute Geschichte lebendig wird, ob Gesellschaft, Musik, Politik oder Lebensgefühl, alles wird lebendig. (Michael Brinkschulte)

Und das alles haben wir dem Thilo Koch zu verdanken:

Thilo Koch (* 20. September 1920 in Kanena, heute ein Stadtteil von Halle (Saale); † 12. September 2006 in Hausen ob Verena, Baden-Württemberg) war ein deutscher

1939 legte Thilo Koch sein Abitur als Jahrgangs-Bester an der Elsterwerdaer Oberschule ab. Er studierte anschließend Philosophie, Geschichte und Germanistik.

Vor seiner journalistischen Karriere wollte Thilo Koch Dichter und Autor werden. So veröffentlichte er 1947 den Gedichtband Stille und Klang sowie den Roman Eine Jugend war das Opfer. Schließlich bewarb er sich aber erfolgreich beim NWDR und arbeitete dann später beim NDR. Er war Mitbegründer der Sendung Weltspiegel und Anfang der 1960er Jahre Korrespondent der ARD in Washington, D. C. „Guten Abend drüben in Deutschland“ war stets die Abschiedsformel am Ende jedes seiner anderthalbminütigen Beiträge zur Tagesschau.

ThiloKochThilo Koch schrieb auch für Die Zeit, unter anderem als Berliner und später Washingtoner Korrespondent. Außerdem drehte er mehr als 150 Dokumentarfilme, so kommentierte er beispielsweise die erste Moskau-Reise von Konrad Adenauer.

Kochs Kommentar über die Beerdigung von John F. Kennedy im Jahr 1963 war die erste Live-Übertragung via Satellit im deutschen Fernsehen. Über die Ära Kennedy, die er als Journalist vollständig begleitet hatte, erschien 1964/65 sein ‚Tagebuch aus Washington‘ (Christian Wegner Verlag, Lizenzausgabe Fischer Verlag). Bekannt wurde er auch durch seine Auftritte als Lotse in der TV-Sendung Ich trage einen großen Namen sowie durch Die rote Optik, die anhand von Fernsehausschnitten die ThiloKoch2Propaganda der DDR analysierte. Thilo Koch verfasste Porträts bedeutender Persönlichkeiten wie Norman Mailer und Bertrand Russell, etwa in Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist beabsichtigt: Begegnungen.

Koch war bis 1982 für den NDR tätig. Neben seiner Tätigkeit als Journalist arbeitete er während seines gesamten Lebens auch immer wieder als Sachbuchautor und Herausgeber.

1994 fand sein Name Eingang in ein Lied von Marius Müller-Westernhagen (Quelle: wikipedia)

Unbedingt erwähnen möchte ich dann aber auch noch, dass die Inszenierung durch den Regisseur Fritz Schröder-Jahn für das Jahr 1956 mehr als beachtlich ist … und noch heute kann man an dieser collagenartigen Inszenierung seine Freude haben … da hat sich einer so richtig Gedanken gemacht. Bravo !

BookletBackCover1

Besetzung:

Sprecher:
Edith Hancke – Günter Pfitzmann – Kurt Strelow – Ralf Wolter – Wolfgang Gruner – u.v.m.

Autor: Thilo Koch
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Musik: Peter Thomas

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Titel:
01. Wunder dauern etwas länger – Bericht von einer Hauptstadt im Exil 1.02.08

CD1
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Willi Rösner – Heilige Nacht – Eine Weihnachtslegende von Ludwig Thoma (1956)

FrontCover1Ludwig Thoma – Die „Heilige Nacht“ am Tegernsee

„Jetzt, Leuteln, jetzt loost’s amal zua!
Mei Gsangl is wohl a weng alt,
Es is aba dennascht schö gnua.
I moan, daß ’s enk allesamm gfallt.“

So beginnt eine der bekanntesten bayerischen Weihnachtsgeschichten: Die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma aus dem Jahr 1917. Der Schriftsteller, der zu dieser Zeit bereits neun Jahre „Auf der Tuften“ in Tegernsee lebt, beschreibt die Geschichte von Maria und Joseph auf eine ganz eigene, eben eine bayerische Art:

„Es war selm in Nazareth hint
A Mo, der si Joseph hat gnennt;
So brav, wia ma net oft oan findt
Und wia ma’s net glei a so kennt.

[…]

Z‘ Palästina waar’s a weng hoaß.
Da kunnt oana ’s Bier net ganz g’rat’n,
So moant ma. Dös hätt no koa G’fahr,
Denn drei und vier Maß san koa Schad’n,
Weil’s selbigs Mal billiga war.“

Längst gelten die Gesänge der „Heiligen Nacht“ als Volksweisen und gehören zum weihnachtlichen Repertoire vieler Volksmusik-Ensembles:

„Im Wald is so staad,
Alle Weg san vawaht,
Alle Weg san vaschniebn,
Is koa Steigl net bliebn.“

Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ geht dabei mit der Realität großzügig um. Die Geschichte von Maria und Joseph spielt in einem verschneiten Land mit Bergen und Almhütten, welches eher den Tegernseer Bergen ähnelt, als dem „echten“ Heiligen Land:

„Beim Tagwer’n, es war no ganz fruah,
Schaugt da Joseph außi in Schnee.
»Maria, jetzt genga ma zua,
Z’erscht trink‘ ma no insern Kaffee.“

Doch genau wie in der „echten“ Weihnachtsgeschichte sind es nicht die abweisenden Bewohner Bethlehems, die den Heiland zuerst erblicken. In der bayerischen Erzählung ist es ein einfacher Hüterbub, der die Reisenden Maria und Joseph in einen Stall führt und ihnen so ein Nachtquartier bietet:

„Guat Nacht jetzt und schlaft’s ma recht guat
Und laßt’s enk nix kümmern mitnand.
I woaß an mir selba, wia’s tuat,
Und ’s Armsei‘, dös is ma bekannt.

[…]

Oes Hüata, kemmt’s allesamm her!
Es schlagt enk de heiligste Stund,
Ja, Gott in da Höh sei de Ehr!
Und Frieden den Menschen herunt!“

(Quelle: tegernsee-schliersee.de)

So ganz kann man sich das gar nicht vorstellen … da tobt der I. Weltkrieg und dann schreibt der Ludwig Thoma diese bayerische Weihnachtsgeschichte … aber es war halt so.

Hier eine Lesung mit Willi Rösner:

Willy Rösner (* 19. Mai 1893 in Rosenheim; † 2. Oktober 1966 in München) war ein deutscher Schauspieler.

WilliRösnerRösner besuchte nach der Realschule mit Abitur von 1912 bis 1914 die Münchner Schauspielschule Otto König und trat erstmals 1913 als Stauffacher in Wilhelm Tell am Münchner Volkstheater in Erscheinung. Dort erhielt er alsbald ein Engagement, doch der Einsatz im Ersten Weltkrieg unterbrach zunächst seine Theaterlaufbahn.

1919 bis 1921 spielte er in Augsburg, 1921/22 in Altona, 1922/23 in Krefeld, 1923/23 in Aussig und von 1924 bis 1933 am Deutschen Landestheater in Prag. Danach arbeitete er 1933/34 wieder am Volkstheater in München und 1941 bis 1944 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Volkstheaters in Wien unter Walter Bruno Iltz, von 1946 bis 1950 agierte er für das Bayerische Staatsschauspiel in München. Seit 1926 wirkte er auch für den Rundfunk.

Im Kino wurde Willy Rösners Domäne der in Bayern spielende Heimatfilm, wo er immer wieder kaltherzige, berechnende Landmänner verkörperte, die durch ihren Egoismus dem Glück anderer im Wege stehen. Im Historienfilm Ludwig II. – Glanz und Elend eines Königs um den von O. W. Fischer dargestellten Märchenkönig bildete er als Ministerratsvorsitzender Johann von Lutz dessen Gegenspieler. Er ist auf dem Friedhof in Rosenheim bestattet. (Quelle: wikipedia)

Der Text wird im gepeflegten boarischen Dialekt (alles andere hätte ja auch bei einer bayerischen Weihnachtsgeschichte keinen Sinn gemacht) vorgetragen … unterbrochen von Ziterh- und Hackbrettklängen sowie lieblichem Chorgesang.

Ludwig Thoma

Ludwig Thoma

Irgendwie eine ganz gemütliche LP, die – das sei verraten – aus dem Bestand meiner mittlerweile 90jährigen Tante stammt.

Front+BackCover1975

Front + ackCover einer Wiederveröffentlichung aus dem Jahre 1975

Besetzung:
Willi Rösner (Sprecher)
+
Rudi Knabl (zither)
Hans Seidl (hackbrett)
+
Gesang:
Die Waakirchner Sänger – Die Fischbachauer Dirndl

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Titel:
01. Heilige Nacht – Eine Weihnachtslegende (Teil 1) 26.12
02. Heilige Nacht – Eine Weihnachtslegende (Teil 2) 25.05

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* (demnächst)
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Und hier geht´s zur Textausgabe (click on the pic):

Originalausgabe

Verschiedene Interpreten – Appenzeller Cheerab + 3 (ca. 1956/57)

FrontCover1Also, wenn ein Label „Tell Record“ heißt, dann ahnt man gleich, dass da die Schweiz die Heimat des Labels ist.

Und – nachdem ich ein wenig Recherche betrieben habe, war ich dann doch ein wenig überrascht, wie vielfältig die Volksmusik bei den Eidgenossen verbreitet war.

Jedenfalls kann die „Kapelle Berner Mutzen“ (sie betanden aus Gottfried Stucki, Jost Ribary, Max Weilenmann) auf eine umfangreiche Diskographie zurückblicken und das „Schwyzerörgelie-Duett Heimelig“ (dieses Duo bestand aus Gottfried Stucki und Max Weilenmann).

Bei beiden Combos fällt auf (na ja, eigentlich sind es ja die gleichen Musiker …), dass sie mit einer Flut unterschiedlichster Namen ihrer Musik fabrizierten, bei entprechenden Internetseiten kann einem ganz schummrig werden, sofern man vor haben sllte, sich all die Namen zu merken.

Na ja … auf jeden Fall hören wir hier Akkordeon Musik der ganz traditonellen Art … eben aus der Schweiz … Volksmusik eben, gespielt von damals schon alten Haudegen dieser Szene in der Schweiz.

Hotel

Wie aus dem Bilderbuch …

Besetzung:

Kapelle Berner Mutzen:
Gottfried Stucki – Jost Ribary – Max Weilenmann

Schwyzerörgelie-Duett Heimelig:
Gottfried Stucki – Max Weilenmann

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Titel:

Kapelle Berner Mutzen;
01. Appenzeller Cheerab (Traditional) 2.35
02. Zwei Reihe-Polka (Traditional) 2.51

Schwyzerörgelie-Duett Heimelig:
03. Surchabis und Späck (Aeschbacher) 2.39
04. E foifer Wyße (Aeschbacher) 2.31

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Appenzeller Käse

Also, ich bevorzuge dann doch lieber den Appenzeller Käse … lecker !

Erwin Lehn – The German Jazz Hurricane (1956)

FrontCover1Ein wahres Schwergewicht der deutschen jazzorientierten Unterhaltungsmusik der Nachkriegszeit.

Erwin Lehn (* 8. Juni 1919 in Grünstadt, Pfalz; † 20. März 2010 in Stuttgart) war ein deutscher Musiker und Orchesterleiter.

Lehn besuchte die städtische Musikschule in Peine und erhielt Violin-, Klavier- und Klarinettenunterricht, absolvierte jedoch kein Musikstudium. Seine musikalische Laufbahn begann 1945 als Pianist und Arrangeur in dem von Michael Jary geleiteten Radio Berlin Tanzorchester, das er von 1947 bis 1951 zusammen mit Horst Kudritzki leitete. Hier entstanden auch erste Schallplattenaufnahmen, unter anderem mit Helmut Zacharias und Walter Dobschinski.

Am 1. April 1951 gründete er das Südfunk-Tanzorchester des Süddeutschen Rundfunks

ErwinLehn1946

Erwin Lehn, 1946

(SDR) in Stuttgart, das er bis 1992 leitete. Es entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit von einer Rundfunk-Kapelle zu einer modernen swingenden Big Band: Erwin Lehn und sein Südfunk-Tanzorchester. Neben der Band von Kurt Edelhagen beim Südwestfunk wurde das Südfunk-Tanzorchester in den folgenden Jahren zu einer der führenden Swing-Big-Bands in der Bundesrepublik Deutschland. Zahlreiche Gastauftritte bekannter Jazzmusiker der 1950er und 1960er Jahre zeugen von der Anerkennung, die der Orchesterleiter in der Fachwelt genoss.

Einige seiner Mitglieder gründeten später eigene Orchester, u. a. Horst Jankowski, Peter Herbolzheimer, Klaus Weiss und Ernst Mosch.

Mit Dieter Zimmerle und Wolfram Röhrig begründete Lehn 1955 für den SDR die Sendung Treffpunkt Jazz. Dort musizierte Lehn mit internationalen Jazz-Größen wie Miles Davis, Benny Goodman, Stan Getz, Lester Young, Chick Corea oder Chet Baker.
Lehn hatte jedoch auch keine Berührungsängste gegenüber guter Unterhaltungsmusik außerhalb des Jazz. Dies beweist die Zusammenarbeit mit vielen Größen dieses Genre wie Alice Babs, Josephine Baker, Bibi Johns, Greetje Kauffeld, Angelina Monti, Marika Rökk,Anneliese Rothenberger, Caterina Valente, Peter Alexander, Bully Buhlan, Udo Jürgens und Bill Ramsey.

Er komponierte und textete zahlreiche Schlager und schrieb die Musik zu mehr als 50 Spielfilmen. Gemeinsam mit Paul Kuhn und Max Greger bestritt er zahlreiche Konzerttourneen. Mit seinem Südfunktanzorchester war er auch für den musikalischen Rahmen in zahlreichen Unterhaltungssendungen von Hans Rosenthal (Allein gegen alle, Spaß muß sein, Frag mich was) im Sendegebiet des Süddeutschen Rundfunks verantwortlich.

1992 gab Lehn die Leitung des Orchesters ab, das seither mit wechselnden Dirigenten auftritt und 1998 im Rahmen der Fusion von SWF und SDR in SWR Big Band umbenannt wurde.

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Die Erwin Lehn Band in den 50er Jahren

1976 übernahm Lehn die Leitung der Big Band an der Stuttgarter Musikhochschule[1], an der er 1985 auch zum Honorarprofessor ernannt wurde, und erwarb sich dadurch große Verdienste in der Förderung des Musiker-Nachwuchses. Dafür wurde er am 27. April 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 1997 gab er die Leitung der Band an Bernd Konrad ab.

Erwin Lehn wurde 2001 für sein Lebenswerk mit der German Jazz Trophy geehrt. Er war bekennender Fan der Stuttgarter Kickers, für deren Vereinslied er die Musik schrieb. (Quelle: wikipedia.de)

Für aufgeweckte Geister gab es nach der Nazi-Diktatur wohl vor allem moderne Literatur, Kabarett und Jazz, um die wieder gewonnene Freiheit zu zelebrieren. Und einer, das ganz besonders famos verstand war Erwin Lehn:.

Nachzuhören auf dieser feinen LP (1p „) aus dem Jahr 1956. Und so wurde er auf der Rückseite der LP-Hülle angepriesen:

BackCoverLinerNotes
Und wir hören überschäumenden Big-Band Jazz …. dass es eine Freude ist … und warum auch immer … ich bringe diese quirlige und dynamische Musik stets in Zusammenhang mit jener Erleichterung, dass der Nazi-Terror vorbei ist … ein jubilierendes, triumphales Album … das bis heute an Glanzkraft, an Energie, an Spielfreude und an Virtuosität nichts verloren hat … Und von daher konnte der Titel dieser LP „The German Jazz Hurricane “ nicht passender sein.

Von daher: Prädikat zeitlos !
Neben Horst Fischer und Horst Jankowski hören wir übrigens auch einen Ernst Mosch … ja genau den Ernst Mosch … *seufz* ….

Werbeanzeige1955

Werbeanzeige aus dem Jahr 1955

Besetzung:
Werner Baumgart (saxophone, clarinet)
Georg Ernszt (trumpet)
Horst Fischer (trumpet)
Horst Jankowski (piano)
Erwin Lehn (vibraphone)
Ernst Mosch (trombone)
Herman Mutschler (drums)
Gerald Weinkopf (saxophone, flute)
Peter Witte (bass)

BackCover1

Titel:

01. Drummer’s Holiday (Flor) 3.24
02. Lester Leaps In (Young) 2.59
03. Blues für Tenorsaxophon (Weinkopf) 3.34
04. Stratospähre (Baumgart) 2.50
05. C-Jam Blues (Ellington) 3.34
06. South African Clipper (Gutesha) 3.10
07. The Lady Is A Tramp (Rodgers) 3.22
08. Jumping With Symphony Sid (Shearing) 2.44

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LehnDavis

Erwin Lehn mit Miles Davis

Gioacchino Rossini – Der Barbier von Sevilla (Querschnitt) (1956)

frontcover1Der bundesdeutsche Bildungsbürger hatte in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrunderts, sofern er sich für Opern- und Operettenmusik interessierte, zwei Möglichkeiten:

Da gab´s zm einen diese oppulenten LP – Boxen für die gut betuchten und dann gab´s für´s restliche Volk Schallplatten, die dann einen Querschnitt durch ein jeweiliges Werk präsentierten.

Hier nun ein Querschnitt aus der Oper „Gioacchino Rossini – Der Barbier von Sevilla“.

„Graf Almaviva verliebt sich in eine junge Dame und folgt ihr bis nach Hause. Er singt ihr Ständchen, allein mit Gitarre, und – zur Bekräftigung seiner ernsten Absichten – mit Verstärkung eines Männerchors. Seine Angebetete Rosina, eine reiche Waise, wird von ihrem Vormund Doktor Bartolo streng bewacht.

Doktor Bartolo hat viel zu tun;  waren doch schon immer  junge Mädchen schwerer zu hüten als ein Sack voller Flöhe.  Dabei liegt ihm nur bedingt an ihrem Wohlergehen – eher an seinem, denn er möchte Rosina heiraten, um an deren Mitgift zu kommen.
Graf Almaviva trifft zufällig Figaro, seinen Ex-Kammerdiener, der sich jetzt als Barbier seinen Lebensunterhalt verdient. Auch früher schafften es die Friseure nicht, mit ihrem Einkommen auszukommen. Figaro jobbt nebenbei als Intrigant und Kupplerkönig. Darauf ist er unheimlich stolz, was er in der berühmten Schnellsprech-und-Zungenverdreher-Arie zum Ausdruck bringt: „Figaro hier, Figaro da…“

Graf Almaviva möchte testen, ob Rosina ihn um seiner selbst Willen oder wegen seines Titels und Geldes liebt(!) Figaro rät ihm, sich als betrunkener Soldat bei Doktor Bartolo Einlass zu verschaffen, um mit seiner angebeteten Rosina ungezwungen zu plaudern sowie gegenseitige Gedanken auszutauschen. Das geht fast schief, denn die von Doktor Bartolo gerufenen Wachen (Männerchor) wollen ihn festnehmen. Graf Almaviva kann sich ausweisen, und die Wachen ziehen zerknittert ab. Er schafft es noch, Rosina einen Liebesbrief zuzuspielen.

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Zeitgenössische Darstellung des italienischen Komponisten Gioacchino Rossini (1792-1868)

Am anderen Tage gibt er sich als Musiklehrer aus, in Vertretung des kranken Basilio. (Wunderschönes Katerduett, in dem der Graf versucht, seine Stimme zu verstellen, und der Doktor, diese nachzuäffen (jauuul)).  Während ihrer Singstunde bewacht der misstrauische Doktor Bartolo die beiden , die aber Zeit finden, sich durch einige Arien hindurch ihre Liebe zu erklären. Sie verabreden sich um Mitternacht – Schlag zwölf soll Rosina abgeholt und entführt werden – zack!! Den Hausschlüssel bekommen sie von Figaro, der ihn wiederum Doktor Bartolo abgeluchst hat.
Doktor Bartolo wird die Sache zu brenzlig. Er bestellt den Notar, um sich schnell mit Rosina zu verheiraten, bevor es ein anderer macht. Der Notar kommt und traut statt dessen Rosina und Graf Almaviva – nach einer kleinen Nachhilfe mit Waffengewalt und Bestechungsgeld.
So kommt in der gemeinsamen Schlussarie zusammen, was zusammen gehört.“ (Quelle:

Diese Aufnahme (italienisch gesungenm der Hüllentext ist in deutsch) erschien den Brüdern bei Decca für so wertvoll, dass sie gleich in aller Herren Länder veröffentlicht wurde, so auch bei uns ..

Und natürlich wird hier geschmettert, was das Zeug hält … und nachdem ich nun wahrlich kein Freund der Oper bin, enthalte ich mich auch einer weiteren Wertung … das steht mir nun wahrlich nicht zu.

Und ja, ich liebe diese altmodische Hüllenillustrationen !

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Alternative Frontcover

Besetzung:
Ettore Bastianini (Fugaro)
Rina Cavallari (Marcellina)
Fernando Corena (Doktor Bartolo)
Alvino Misciano (Graf Almaviva)
Cesare Siepi (Basilio)
Giulietta Simionato (Rosina)
+
Chor und Orchester:
Maggio Musicale Fiorentino unter der Leitung von Alberto Erede

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Titel:

01. Teil 1: (1. Akt): (17.55)
01.01. Aus der Ouvertüre
01.02. Sieh schon die Morgenröte (Ständchen des Grafen)
01.03. Ich bin das Faktotum (Kavantine des Figaro)
01.04. Numero fünfzehn, drei blanke Becken (Figaro, aus dem Duett mit dem Grafen)
01.05. Frag‘ ich mein beklommen Herz (Arie der Rosine)

02. Teil 2 (1. + 2. Akt) (13.19)
02.01 Die Verleumdung, sie ist ein Lüftchen („Verleumdungsarie“ des Basilio)
02.02. Süß beglückt wird mein Empfinden (Rosina, aus dem Duett mit Figaro)
02.03. Einen Doktor meinesgleichen (Arie des Bartolo)
2. Akt:
02.04. Gewittermusik (Orchester)
02.05. Nur Mut und Lust und Liebe (Finale)

Musik: Gioacchino Rossini

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szenenbild

Ja, ja … und ewig lockt das Weib (Szenenbild aus dem Victrola book of the opera, 1917)