Eugen M. Dombois – Die Barocklaute II (1971)

FrontCover1.JPGNeben all den barocken Trompetenklängen weiss ich auch die Lautenmusik dieser Dekade sehr zu schätzen.

Hier dargeboten von dem großem Eugen M. Dombois:

Eugen M. Dombois (eigentlich Eugen Müller, * 15. November 1931 in Gadderbaum-Bethel, heute Bielefeld; † 9. Mai 2014 in der Nähe von Basel) war ein deutsch-schweizerischer Lautenist.

Eugen Dombois wurde als Sohn des Pädagogen Georg Müller geboren. Er studierte zunächst Lehramt Deutsch und Musik, anschließend von 1955 bis 1958 Laute und Gitarre bei Walter Gerwig in Köln. Anschließend wurde er Dozent an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold und gleichzeitig erfolgreich als konzertierender Künstler.[1] Nach Beendigung seiner aktiven Musikerlaufbahn ging er auf Vorschlag von Paul Sacher 1962 an die Schola Cantorum Basiliensis. Dort gehörten unter anderem Jürgen Hübscher, Paul O’Dette, Rolf Lislevand, Hopkinson Smith, Christina Pluhar und der deutsche Lautenist und Pädagoge Stefan Lundgren zu seinen Studenten. (Quelle: wikipedia)

Und anlässlich seines Todes veröffentlichte dann die schweizerische Zeitung „Tageswoche“ (Basel) folgenden Nachruf:

Eugen M. Dombois01Die Musik-Akademie Basel und die Schola Cantorum Basiliensis trauern um Eugen M. Dombois. Der Musiker und Lehrer verstarb am 9. Mai im Alter von 83. Jahren.

Die Musik-Akademie Basel und die Schola Cantorum Basiliensis trauern um Eugen M. Dombois. Der Musiker und Lehrer verstarb am 9. Mai im Alter von 83. Jahren.

Am 9. Mai 2014 ist der Lautenist Eugen M. Dombois im 83. Altersjahr in der Nähe von Basel verstorben. Mit ihm verliert die Alte Musik einen feinsinnigen Musiker sowie einen höchst erfolgreichen Dozenten an der Schola Cantorum Basiliensis, wie an der illustren Reihe seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler abzulesen ist. Dazu gehören Toyohiko Satoh, Hopkinson Smith, Jürgen Hübscher, Paul O’Dette, Rolf Lislevand, Karl-Ernst Schröder (+), Robert Barto, Joachim Held, Peter Croton, Christina Pluhar und viele andere.

Eugen M. Dombois wurde am 15. November 1931 in Bethel bei Bielefeld geboren. Sein Vater, Georg Müller, war ein bekannter Pädagoge. Nach einer Ausbildung zum Realschullehrer (Deutsch, Musik), studierte Dombois 1955-1958 Laute und Gitarre bei Walter Gerwig in Köln, einem Lautenisten der ersten Stunde in der Historischen Musikpraxis. Anschliessend war er Dozent an der Nordwestdeutschen Musik-Akademie Detmold und begann zu gleicher Zeit eine erfolgreiche internationale Karriere als konzertierender Künstler.

Eine Beeinträchtigung der Hand zwang ihn leider vorzeitig zum Verzicht auf das öffentliche Konzertieren. Bereits 1962 wurde er von Paul Sacher an die Schola Cantorum Basiliensis berufen und entfaltete dort seine äusserst fruchtbare Lehrtätigkeit bis zur Pensionierung 1996. In Basel fand er auch eine familiäre Heimat und lebte bis zuletzt im Einzugsbereich der Stadt.

Eugen M. Dombois hatte hohe Ansprüche an seine Kunst, die er den Studierenden eindringlich vermittelte. Vor allem lag ihm daran, das Lautenspiel vom Erbe der Gitarre zu befreien und in seiner spezifischen historischen Qualität wieder zu gewinnen. Es gelang ihm auf diese Weise, seine Klasse an der Schola Cantorum Basiliensis als internationales Zentrum des Lautenspiels zu etablieren.

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Sein kritischer Geist und sein geschliffener Umgang mit dem Wort machten ihn zu einem stets ebenso anregenden wie anspruchsvollen Gesprächspartner. Ein spekulativer Aufsatz (zusammen mit Véronique Daniels) über ein enigmatisches italienisches Tanztraktat des 15. Jahrhunderts erschien im Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis 1990 und zeigt diese Seite seiner Persönlichkeit auf eindrucksvolle Weise.

Eugen M. Dombois wird einen Ehrenplatz in der Ahnengalerie der Alten Musik behalten und untrennbar mit der Wiederbelebung des historisch orientierten Lautenspiels verbunden bleiben. Die Musik-Akademie Basel und die Schola Cantorum Basiliensis nehmen mit Trauer und in Dankbarkeit Abschied von diesem bedeutenden Musiker und Lehrer, Kollegen und Freund. (Thomas Drescher)

Und wir hören eine sehr stille, sehr leise, sehr intime Musik (komponiert von Bach und dann tauchen auch noch so rätselhafte Namen wie Johann Gottfried Conradi und Sylvius Leopold Weiss auf)  … und dann kann sich dann schon sowas wie eine sehr ruhige und friedfertige Stimmung einstellen … oftmals gerade richig in dieer hektischen und unruhigen Zeit.

Ich würde diese LP z.B. der Andrea Nahles empfehlen … denn muss sich jetzt völlig neu sortieren …

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Besetzung:
Eugen M. Dombois (lute)

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Titel:

Johann Sebastian Bach: Suite G-Moll für Laute BWV 995:
01. Präludium 6.36
02. Allemande 5.18
03. Courante 2.24
04. Sarabande 2.47
05. Gavotte I 2.34
06. Gavotte II (Gavotte en Rondeau) 3.00
07. Gigue 2.40

Johann Gottfried Conradi: Suite In C Major:
08. Prélude 2.32
09. Allemande 3.56
10. Courante 2.21
11. Menuet 1.28
12. Gigue 2.20

Sylvius Leopold Weiss:
13. Tombeau Sur La Morte De Mr. Comte De Logy 8.52

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Die inlets der LP

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Eugen M. Dombois * 15. November 1931 – † 9. Mai 2014)

Rebekka Hartmann – Bach – Hindemith – Zimmermann (2006)

FrontCover1Nachdem ich sie vor ein paar Jahren mal in einem kurzem Solo-Konzert gesehen habe, bin ich hellauf begeistert für diese junge Dame:
Die 1981 in München geborene Rebekka Hartmann begann im Alter von fünf Jahren mit dem Violinspiel bei dem Suzuki-Pädagogen Helge Thelen. Sie studierte in München bei Prof. Andreas Reiner sowie in Los Angeles bei Prof. Alice Schoenfeld. Weitere wichtige Impulse erhielt sie durch internationale Meisterkurse, u. a. mit Rainer Kussmaul sowie in der Zusammenarbeit mit Josef Kröner, Christoph Schlüren und Rony Rogoff.

Rebekka Hartmann ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe, darunter der Internationale Henri Marteau Violin Wettbewerb 2005, „Pacem in Terris“, Bayreuth, 2004 und der „Jascha Heifetz Scholarship“, USA, 2002.

Auftritte als Solistin führten Rebekka Hartmann nach China, USA, Großbritannien, Österreich und in die Schweiz sowie zu bedeutenden Festivals, wo sie sowohl mit renommierten Orchestern, wie z. B. dem Peking Sinfonieorchester, den Bamberger Symphonikern, Aachener Symphonikern, das Württembergische Kammerorchester und das Deutsche Kammerorchester Berlin, als auch in Recitals Publikum und Fachpresse gleichermaßen begeistert.

Wichtige Erfahrungen sammelte sie mit Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Miguel Gómez Martínez, Esa-Pekka Salonen und Jukka-Pekka Saraste, und über viele Jahre hinweg mit Enoch zu Guttenberg.
Ihr Repertoire umfasst das gesamte Spektrum der Violinliteratur vom Frühbarock bis zur neuesten Musik, wo sie u.a. Uraufführungen und Ersteinspielungen von Werken von Hâkan Larsson und Anders Eliasson gab.

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2006 erschien ihre Debüt-CD mit Solowerken von J. S. Bach, Paul Hindemith und Bernd Alois Zimmermann beim Label Farao Classics.

Für ihre CD „The Birth of The Violine“ (2011, Solo Musica) erhielt Rebekka Hartmann den ECHO KLASSIK 2012 in der Kategorie „Solistische Einspielung des Jahres“. Die barocken Werke deutscher, italienischer und französischer Komponisten sind bis auf wenige Ausnahmen Weltersteinspielungen.

Rebekka Hartmann spielt auf einer Violine von Antonio Stradivari aus dem Jahre 1675.

Und das oben erwähnte Debütwerk erhielt starke Reaktionen, wie diese:

Eine ungeheure Virtuosität und ein sicheres Stilempfinden zeichnen die junge Geigerin aus.

‘Rebekka Hartmann ist eine der begabtesten jungen Geigerinnen, die mir in letzter Zeit begegnet sind. Sie hat alle Voraussetzungen für eine vielversprechende Solistenkarriere: ausgezeichnete Virtuosität, tiefe Musikalität, Persönlichkeit und starke Ausstrahlungskraft.’ Soweit das Empfehlungsschreiben von niemand geringerem als Christoph Eschenbach für die junge Geigerin aus München, die jetzt bei dem Label Farao Classics ihr Debüt mit Werken von Bach, Hindemith und B.A. Zimmermann – allesamt für Solo Violine – vorgelegt hat.

RebekkaHartmann02Unter dem Titel ‘Begegnungen mit Bach’ steht die CD der jungen Violinistin. Und wirklich könnte man die Hindemith Sonate, die unmittelbar auf Bachs d-Moll Partita folgt, fast für eine Fortsetzung der Bachschen Sonate halten. Und auch Bernd Alois Zimmermanns zwölftönige Komposition für Violine Solo bezieht sich deutlich auf den Leipziger Thomaskantor, indem sie im Schlußsatz, der Toccata das B-a-c-h –Thema verarbeitet.

Eine ungeheure Virtuosität und ein sicheres Stilempfinden zeichnen die junge Geigerin aus. Dennoch hätte man sich für ihre Stradivari, eine weniger hallige Akustik gewünscht, die bei solch intimen Kompositionen für Solovioline, eine Distanz, eine anonyme Studioatmosphäre leider begünstigt und wenig Raum lässt für Intimität und Privatssphäre, wie sie eine Komposition wie Bachs d-Moll Partita eigentlich fordert. Dennoch strahlt Hartmanns Bach Partita eine tiefe Ruhe aus und entbehrt der Hektik die man von Geigern wie Christian Tetzlaff gewohnt ist. Sie beweist Mut, den Tönen Raum zum Entfalten zu lassen, wobei ihr natürlich die Akustik als helfende Hand zur Seite steht. Gehaltvoll, voll emotionaler Tiefe beginnt sie die Ciaccona, deren vollgriffige Akkorde zu Anfang von eher unvorteilhaften Atemgeräuschen begleitet werden.
In der lange Zeit nur als Fragment bekannten Sonate für Solovioline von Paul Hindemith, kann Hartmann abermals zu Beginn ihre Sensibilität für barocke Tonsprache, wie auch ihr technisches Geschick in Doppelgriffpassagen unter Beweis stellen. Doch auch das Vordringen in atonale, ja zwölftönige Sphären lässt nichts von der vorhergehenden technischen und musikalischen Professionalität vermissen. Insgesamt wirkt diese Aufnahme – besonders jedoch die Bach Partita – zu wenig persönlich, zu wenig intim, zu steril. Dies ist einerseits wohl einer unglücklichen Aufnahmedisposition, vielleicht jedoch auch einem noch verherrschenden Mangel an Eigensinn, einem Zuwenig an musikalischem Mut und Wagnis einer 25-jährigen und noch nicht ganz ausgereiften Künstlerin zuzuschreiben. Dennoch, wie Eschenbach sagte: sie hat alle Voraussetzungen! (klassik.com, 2006.)

Allein schon beeindruckend, dass die junge Frau den musikalischen Bogen bis zur zeitgenössischen Klassik schläft (schafft) … Respekt

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Besetzung:
Rebekka Hartmann (violin)

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Titel:

Johann Sebastian Bach – Partita II in d-moll, BWV 1004:
01. 1. Allemanda 4.06
02. 2. Corrente 2.28
03. 3. Sarabanda 3.37
04. 4. Giga 4.12
05. 5. Ciaccona 14.24

Paul Hindemith – Sonate für Violine solo, op. 11 Nr.  6::
06. 1. Mäßig schnell 3.18
07. 2. Siziliano: Mäßig bewegt 5.21
08. 3. Finale: Lebhaft 5.01

Bernd Alois Zimmermann – Sonete für Violine solo:
09. 1. Präludium 3.12
10. 2. Rhapsodie 2.20
11. 3. Toccata 4.27

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Dresdner Philharmonie & Dresdner Kreuzchor – Messe g moll – Messe G Dur (1973)

FrontCover1.JPGDer Gevatter Bach hat ja komponiert, was das Zeug hält. Und natürlich – wie es damals so üblich war – neben all seinen großartigen Konzerten – auch jede Menge liturgische Musik.

Und hier hören wir mal ein entsprechendes Beispiel:

Als Johann Sebastian Bachs Lutherische Messen oder Kleine Messen bezeichnet man seine vier Kyrie-Gloria-Messen in F-Dur, A-Dur, g-Moll und G-Dur, BWV 233 bis 236. Sie vertonen das Kyrie und Gloria der Lateinischen Messe und werden daher auch Missa brevis genannt. Zur selben Gattung zählt auch die Missa aus Kyrie und Gloria, die Bach 1733 komponierte und die er später zur h-Moll-Messe erweiterte.

Die vollständige Vertonung aller Teile der Messe („Missa tota“) besteht aus dem fünfteiligen Ordinarium: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus mit Hosanna und Benedictus sowie Agnus Dei. Demgegenüber wird die Komposition von Kyrie und Gloria als „Missa brevis“ (Plural: Missae breves) und in der protestantischen Kirchenmusik auch als „lutherische Messe“ bezeichnet. Eine einheitliche Deutsche Messe konnte sich im Protestantismus nicht durchsetzen; weder war die Sprache noch der genaue Umfang festgelegt.

Der Name „Lutherische Messen“ knüpft zum einen an diese protestantische Tradition an, vorzugsweise Kyrie und Gloria zu vertonen. Kyrie-Gloria-Messen waren im 18. Jahrhundert „in Italien wie auch in Deutschland durchaus gebräuchlich“ und wurden „choraliter oder still zu Ende geführt“. In der protestantischen Kirchenmusik ist bereits früh eine Beschränkung auf die Vertonung von Kyrie und Gloria zu verzeichnen.[2] Zum anderen bringt der Name zum Ausdruck, dass Bachs lateinische Messkompositionen für den lutherischen Gottesdienst konzipiert worden sind. Dem Bachforscher Christoph Wolff zufolge hat Bach die Figuralmessen für hohe kirchliche Feiertage in den Leipziger Gottesdiensten komponiert, möglicherweise auch für den protestantischen Hofgottesdienst in Dresden.

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Johann Sebastian Bach hatte ja 20 Kinder, fleißig, fleißig … 

Insbesondere seit der Urtextausgabe der Neuen Bach-Ausgabe, der wissenschaftlichen Standardedition des Johann-Sebastian-Bach-Instituts Göttingen und des Bach-Archivs Leipzig, ist der Name „Lutherische Messen“ in der Musikwissenschaft und bei CD-Einspielungen nahezu zu einem Synonym für Bachs lateinische Messen BWV 233–236 geworden: „Da für die protestantische Messe, die lediglich aus den beiden Teilen Kyrie und Gloria besteht, ein verbindlicher Begriff fehlt, hat sich – sowohl im deutschen als auch im englischen Sprachgebrauch – der Begriff ‚lutherisch‘ eingebürgert.“

Der Begriff „Lutherische Messen“ kann missverständlich sein, da es sich bei Bachs Werken um Kompositionen in lateinischer Sprache handelt. Zum anderen wurden während Bachs Kantorat in Leipzig auch andere Teile des Ordinariums wie das Credo gesungen. Als Alternative wurde deshalb von Konrad Küster die Bezeichnung „Kyrie-Gloria-Messen“ vorgeschlagen, die deskriptiv den Umfang der Messen angibt. „Missa brevis“ erscheint für Bachs Kompositionen weniger passend, weil hiermit in katholischer Tradition in der Regel kurze Vertonungen des vollständigen Ordinariums verstanden werden, „anstatt der, wie hier, sehr ausführlichen Vertonung nur des Kyrie und des Gloria, die man im lutherischen Bereich ebenfalls als „Missae“ bezeichnet (deshalb auch so die Titel der 4 Messen)“.

Notenblatt

Ein Originalnotenblat von Johann Sebastian Bach

Die Lutherischen Messen sind wahrscheinlich einige Jahre nach der Missa für den Hof zu Dresden (1733), später Kyrie und Gloria der h-Moll-Messe, entstanden und werden heute spätestens um 1738/39 datiert.[10] Arnold Schering vertrat die heute als überholt geltende These, dass Graf Franz Anton von Sporck der Auftraggeber von Bachs lateinischen Messen war und sie von diesem in Böhmen aufgeführt wurden.

Das Kyrie ist in diesen Kurzmessen jeweils ein einsätziger, dreiteiliger Chorsatz, der Gloria-Text ist jedoch in fünf Sätze aufgeteilt, mit Chorsätzen zu Beginn und Schluss und dazwischen eingeschobenen Soloarien. Die Gesamtdauer entspricht etwa der einer durchschnittlichen Kantate, – das lässt auf den praktischen Gebrauch im Gottesdienst schließen.

Ähnlich wie die h-Moll-Messe bestehen die Kleinen Messen fast ausschließlich aus Parodien, also Überarbeitungen von bereits vorhandenen Chören und Arien. Die herangezogenen Kantaten stammen überwiegend aus Bachs Zeit in Leipzig. Dazu waren

Martin Flämig

Martin Flämig

Neufassungen der Singstimmenpartien notwendig, um den ursprünglichen deutschen Kantatentext durch lateinische Prosa zu ersetzen.

Diese Arbeiten lassen sich als Beleg für Bachs Bestreben in seinen späteren Jahren deuten, Werke, die ihm besonders wertvoll erschienen, in einen zeitenthobenen Zusammenhang zu stellen. (Quelle: wikipedia)

Und hier hören wir 2 dieser Messen aus jenem Zyklus der „Lutherischen Messen“, eingespielt von der bedeutendem Dresdner Philharmonie und dem Dresdner Kreuzchor (Leitung: Martin Flämig) begleitet von namhaften Solisten, von denen natürlich der Peter Schreier sich über all die Jahre einen ganz besonderen Namen gemacht hat.

Und auch wenn mir der christliche Kontext dieser Kompisitionen mittlerweile auf den Senkel geht, so komme ich nicht daran vorbei, dass diese Aufnahmen schon beeindruckende sind … erhaben und majestätisch … das gilt insbesondere für die Instrumentalpassagen, aber auch für diese Chorgesänge …

Und es bestätigt sich mal wieder, dass all die Etern Aufnahmen jener Jahre v on besonderer Güte waren.

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Eterna Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1977

Besetzung:
Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Martin Flämig
Dresdner Kreuzchor unter der Leitung von Martin Flämig
+
Herbert Collum (organ)
Gerhard Hauptmann (oboe)
Helmut Radatz (bassoon)
Manfred Reichelt (cello)
Heinz Schmidt (bass)
+
Theo Adam (Bass)
Annelies Burmeister (Alto)
Renate Krahmer (Sopran)
Peter Schreier (Tenor)

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Titel:

Messe G-moll BWV 235:
01. Kyrie (Chor) 7.17
02. Gloria (Chor) 4.06
03. Gratias agimus tibi (Baß) 3.34
04. Domine fili (Alt) 5.44
05. Qui tollis (Tenor) 4.08
06. Cum sancto spiritu (Chor) 5.41

Messe G-dur BWV 236:
07. Kyrie (Chor) 4.11
08. Gloria (Chor) 5.00
09. Gratias agimus tibi (Baß) 5.14
10. Domine Deus (Sopran, Alt) 4.17
11. Quoniam (Tenor) 4.54
12. Cum sancto spiritu (Chor) 4.32

Musik: Johann Sebastian Bach

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Darf ja auch mal sein … 

Johann Sebastian Bach – Oster-Oratorium (Philippe Herreweghe) (1994)

FrontCover1Das Oster Oratorium von Johann Sebastian Bach zählt zu seiner eher selten aufgeührten Werken. Ein Grund mehr, es justament heute zu prüsentieren, denn es ist ein kleines Juwel dieses Meisters:

Das Oster-Oratorium (BWV 249, D-Dur) ist ein Oratorium von Johann Sebastian Bach, das er zum ersten Mal am 1. Ostertag 1725 (1. April) aufführte. Es existieren drei verschiedene spätere Fassungen mit auffallenden Abweichungen in Besetzung und Text. Das Werk wird als Oratorium eingeordnet, weil ihm ein erzählender Bibeltext zu Grunde liegt; dieser wird aber abweichend von der üblichen Oratorienform nicht von einem Evangelisten vorgetragen, sondern in frei nachgedichteter Form wiedergegeben.

Das Oster-Oratorium greift zurück auf die liturgische Darstellung des Osterlaufes und des Osterlachens, so wie es seit dem Mittelalter in den Gottesdiensten üblich war, um das Ostergeschehen darzustellen (ähnlich wie das Kindelwiegen in den Weihnachtsgottesdiensten).

Textdichter des Oster-Oratoriums war vermutlich Picander. Bach griff im Parodieverfahren auf eine für den Weißenfelser Hof (Geburtstag des Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels) geschriebene Schäferkantate „Entfliehet, verschwindet, entweichet, ihr Sorgen“ (BWV 249a) zurück, von der wiederum mindestens zwei verschiedene Fassungen existieren; lediglich die Rezitative der weltlichen Fassungen wurden nicht in das Osteroratorium übernommen und durch neu komponierte Rezitative ersetzt. Die ersten drei Sätze des Oster-Oratoriums bzw. der Schäferkantate sind wohl Umarbeitungen eines verschollenen Instrumentalkonzertes. (Quelle: wikipedia)

Mir dünkt, diese Aufnahmen können durchaus als eine Referenzaufnahme durchgehen … ich sag einfach mal: mustergültig !

Als Draufgabe gibt es dann noch das Kantatenwerk „Erfreut Euch, Ihr Herzen“ (BWV 66), das sich ebenfalls mit der Osterliturgie beschäftigt.

Unglaublich, was dieser Bach im Laufe seines Lebens alles geschaffen hat !

BackCover

Besetzung:

Peter Kooy (Bass)
Barbara Schlick (Sopran)
James Taylor (Tenor)
Kai Wessel (Alt)

Collegium Vocale:
Betty van den Berghe
Paul van den Berghe (Bass)
Hedwige Cardoen (Sopran)
André Cats (Tenor)
Annelies Coene (Sopran)
Pieter Coene (Bass)
Jan Depuydt (Bass)
Beat Duddeck (Alt)
Steve Dugardin (Alt)
Koen Laukens (Tenor)
Joost van der Linden (Tenor)
Joël Suhubiette (Tenor)
Frits Vanhulle (Bass)
Lut van de Velde (Sopran)
Dominique Verkinderen (Sopran)
Robert van der Vinne (Bass)
Martin van der Zeijst (Alt)

Orchester:
Leif Bengtsson (trumpet)
Patrick Beuckels (flute)
Jonathan Cable (bass)
Adrian Chamorro (violin)
Bart Coen (recorder)
Daniel Deuter (violin)
Florian Deuter (violin)
Koen Dieltiens (recorder)
Robert Diggens (violin)
Andreas Gerhardus (viola)
Benedict Hoffnung (timbales)
Martin Kelly (viola)
Taka Kitazato (oboe)
Per Olof Lindeke (trumpet)
Paul Lindenauer (violin)
Philippe Miqueu (bassoon)
Marcel Ponseele (oboe)
Andreas Preuss (violin)
Veronica Schepping (violin)
Harm-Jan Schwitters (cello)
Herman Stinders (organ)
Susan Williams (trumpet)
Ageet Zweistra (cello)

Gesamtleitung: Philippe Herreweghe

Philippe Herreweghe

Philippe Herreweghe

Titel:

Oster-Oratorium BWV 249:
01. Sinfonia 4.07
02. Adagio 3.27
03. Chorus: Kommt, eilet und laufet 5.10
04. Recitativo: O kalter Männer Sinn 1.04
05. Aria: Seele, deine Spezereien 9.29
06. Recitativo: Hier ist die Gruft 0.49
07. Aria: Sanfte soll mein Todeskummer 7.41
08. Recitativo: Indessen seufzen wir 1.00
09. Aria: Saget, saget mir heschwinde 6.11
10. Recitativo: Wir sind erfreut 0.38
11. Chorus: Preis und Dank 2.23

Kantate „Erfreut Euch, Ihr Herzen“ BWV 66:
12. Chorus: Erfreut euch, ihr Herzen 9.41
13. Recitativo: Es bricht das Grab 0.35
14. Aria: Lassen dem Höchsten ein Danklied erschallen 5.58
15. Recitativo: Bei Jesu Leben freudig sein 4.25
16. Aria: Ich fürchte zwar / Ich fürchte nicht 8.49
17. Choral: Alleluja! Des solln wir alle froh sein 0.51

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Verschiedene Interpreten – Erlesene Musik in ihrer gesellschaftlich, geistigen und geschichtlichen Entwicklung (1965)

FrontCover1Auch die Produzenten klassischer Musik bedienten sich natürlich dem Medium „Werbeplatte“ (unverkäuflich), um auf ihre Musikproduktionen aufmerksam zu machen.

Ein ganz besonders feines Exemplar kann ich hier nun mal vorstellen.

Die Telefunken GmbH offierte seit 1958 ihr Klassi-Serie „Das Alte Werk“ und so ab ca. 1964 kam dann eine Unterserie auf den Markt, die sich dann „Musik und ihre Zeit“ nannte – vermutlich sehr aufwendige Produktionen.

Und diese Werbe-Single mit dem anspruchsvollen und zugleich arg sperrigen Titel wurde nicht minder aufwendig gestaltet. Der Single hat man ein 16-seitiges Beiheft (booklet) spendiert.

Darin finden sich dann weitere und ausführliche Informationen zu den auf der Single enthaltenen Hörproben (manchmal wurde diese sehr abrupt beendet).

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Da strahlt der Bildungsbürger (in mir)

Von daher kann man sich hier einen ersten Eindruck verschaffen (so war´s ja auch geplant), ob all dieser schillernden Klängen von längst vergangenen Epochen.

Soviel Aufwand für eine kleine Single verdient Anerkennung: Den Leuten von Telefunken ist damit wirklich eine beeindruckende Präsentation ihrer Musikproduktionen gelungen und insbesondere Seite 2, die sich ausschließlich mit Auszügen aus Telemanns „Tafelmusik“ widmet (die damalige Edition umfaßte insgesamt 6 LP´s !) ist ein gelungener Appetitt-Anreger …Da habe ich ja noch was vor mir !

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Titel:
01. Fas Et Nefas – Veris Dulcis – Procurans (Carmina Burana) (Orff) 0.21
02. Galliard: Can She Excuse (Dowland)  0.28
03. Questi Vaghi Concenti (Monteverdi)  0.31
04. Distrait Aus Quartett Nr. 6 E-Moll (Telemann) 1.07
05. Quodlibet Für 4 Singstimmen Mit Generalbaß, BWV 524 (Bach) 1.12
06. Allegro Assai Aus Brandenburgisches Konzert Nr. 2 (Bach) 1.25
07. Tafelmusik I. Teil – Ouvertüre E-Moll (Telemann) 1.34
08. Tafelmusik I. Teil – Konzert A-Dur [Letzter Satz] (Telemann) 1.31
09. Tafelmusik II. Teil – Ouvertüre D-Dur (Telemann) 1.48
10. Tafelmusik II. Teil – Vivace Aus Quartett D-Moll (Telemann) 1.33

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Herbert von Karajan – Meditation – Musik zum Träumen (Siemens Aktiengesellschaft) (1984)

FrontCover1Schallplatten als Werbepräsente waren ja immer wieder mal sehr beliebt.

Hier ein Beispiel aus dem Jahr 1984. Gestiftet wurde die LP von der „Siemens Aktiengesellschaft (Zweigniederlassung Stuttgart)“.

Und wenn man dann Herbert von Karajan präsentiert, kann man nicht viel falsch machen.

Man bediente sich dabei aus dem Katalog der „Deutschen Grammophon“ und diese wiederum zauberten aus ihrem Archiv Aufnahmen von Karajan aus den Jahren 1961 – 1968; man könnte meinen „olle Kamellen“, aber das ist natürlich bei klassischen Aufnahmen Quatsch. Denn die Werke von Bach, Mozart & Co. sind einfach zeitlos. Und die Komponisten Léo Delibes und Jules Massenet waren mir bis dato noch gar nicht bekannt.

Mit diesem „musikalischem Gruß“ bedankte man sich „für die gute Zusammenarbeit“ … aber irgendwie scheint mir das alles mit einer arg heißen Nadel gestrickt, denn auf der Rückseite hätte man ohne weiteres noch ein wenig Platz gehabt, für ein paar persönliche Worte …

Nun denn: hier klassische Aufnahmen von Karajan und auch ich bedanke mich artig bei der treuen Leserschaft !

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Promo – Foto aus den 60er Jahren

Besetzung:
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan
+
Michel Schwalbé (violin bei 04.)
Gerhard Stempnik english horn bei 07.)
Karlheinz Zöller (flute bei 08.)

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Titel:

Johann Sebastian Bach:
01. Suite Nr. 3 D-dur BMV 1068 – Air 6.34
02. Suite Nr. 2 h-moll BWV 1967 – Rondeau 1.44

Wolfgang Amadeus Mozart:
03. Eine kleine Nachtmusik G-dur KV 525 / 5.29

Léo Delibes:
04. Coppélia-Ballettsuite – Ballade 2.52

Jules Massenet:
05. Thais – Meditationen 6.06

Fréderic Chopin – Roy Douglas:
06. Les Sylphides – Prelude – Noctune 7.21

Jean Sibelius:
07. Der Schwan von Tuonela op 22 Nr 3 / 7.41

Claude Debussy:
08. Prélude à L´aprèsmidi d´un faune 9.55

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Verschiedene Interpreten – Erkennen Sie die Melodie (60 Minuten Car-Sette) (1984)

FrontCover1.jpgJetzt wird es ein wenig arg profan:

Hier ne sog. Kauf-MC aus den 80er Jahren, deren Titel schon ein wenig dümmlich ist … „Erkennen Sie die Melodie“ …

Kann man vermutlich nur verstehen, wenn man weiß, dass es damals eine gleichnamige TV-Show im ZDF mit dem Moderator Günther Schramm gab.

Diese MC hat mit dieser Show allerdings überhaupt nichts zutun.

Vielmehr hören wir hier „Hits“ der klassischen Musik im Weichspüler-Sound „moderner“ Interpreten wie Franz Lambert, Klaus Wunderlich, Günter Noris oder Richard Clayderman.

Für die eher seichten Interpretationen können übrigens die Komponisten nix dafür.

Und man ließ sich dieses „Werk“ dann auch noch sponsern, denn auf der Hülle ist zu lesen:

„Von Autoradioherstellern empfohlen: Panasonic, Fisher, Gelhard“.

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Und damit ist auch der Zweck dieser MC hinreichend geklärt. Die Musik sollte dem Autofahrer die Fahrzeit versüßen …

Nun gut, damals habe ich mir für diesen Zweck dann doch lieber selber eigene MC´s produziert, mit denen der gleiche Zweck weitaus besser erfüllt wurde, frei nach dem Motto „Take The Highway“ …

Und der MC-Player im Auto ist ja mittlerweile gänzlich verschwunden …

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Titel:
01. Richard Clayderman: Liebestraum (Liszt) 3.08
02. Georges Schmitt-Randall: Humoreske (Dvorak) 3.22
03. Franz Lambert: Solvejgs Lied (Peer Gynt Suite II) (Grieg) 3.45
04. Nicolas de Angelis: Prälidium in d-moll (Bach) 2.02
05. Günter Noris: Träumerei (Schuhmann) 4.08
06. Jean-Michel de France: Nocturne (op. 55 No. 2) (Chopin) 3.13
07. Georges Schmitt-Randall: Badinerie (Bach) 2.10
08. Richard Clayderman: Ode To Joy (Beethoven) 3.10
09. Franz Lambert: Andante Klavierkonzert Nr. 21 (Mozart) 3.22
10. Nicolas de Angelis: Etüde (Sor) 2.53
11. Franz Lambert: Thema aus Die Moldau (Smetana) 3.13
12. Richard Clayderman: Mondscheinsonate (Beethoven) 3.13
13. Georges Schmitt-Randall: Menuett (Boccherini) 2.36
14. Nicolas de Angelis: Concerto d´Aranjuez (Rodrigo) 5.54
15. Günter Noris: Etüde in E-Dur (In mir erklingt ein Lied) (Chopin) 2.56
16. Jean-Michel de France: Romanze (Beethoven) 3.00
17. Franz Lambert: Air (Suite Nr. 3 D-dur) (Bach) 3.01
18. Günter Noris: Ungarischer Tanz Nr. 5 (Brahms) 3.30
19. Klaus Wunderlich: Leise flehen meine Lieder (Schubert) 3.12

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