Karl Münchinger + Stuttgarter Kammerorchester – Brandenburgische Konzerte Nr. 3 und 5 (Bach) (1961)

FrontCover1Ich kann mir einfach nicht helfen … von den „Brandenburgischen Konzerten“ krieg ich einfach nicht genug:

Die Brandenburgischen Konzerte sind eine Gruppe von sechs Instrumentalkonzerten von Johann Sebastian Bach (BWV 1046–1051). Die erhaltene Partitur von 1721 ist dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt (1677–1734) gewidmet, den Bach im Winter 1718/1719 in Berlin kennengelernt hatte.

Der Titel Brandenburgische Konzerte wurde von Philipp Spitta in seiner 1873–1879 verfassten Bach-Biografie geprägt und hat sich heute allgemein durchgesetzt. Bachs Originaltitel lautet „Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten“, auf französisch:

Six Concerts Avec plusieurs Instruments.
Dediées A Son Altesse Royalle Monsigneur
CRETIEN LOUIS. Marggraf de Brandenbourg &c:&c:&c:
par Son tres-humble & tres obeissant Serviteur
Jean Sebastien Bach, Maitre de Chapelle de S. A. S.
Prince regnant d’Anhalt-Coethen.

Auf der Rückseite des Titelblatts folgt eine Widmung an den Markgrafen, ebenfalls in französischer Sprache.

Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt

Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt

Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt

Die sechs Konzerte weisen eine hohe stilistische und strukturelle Vielfalt auf. In ihrer Mischung der verschiedenen historischen und zukunftsweisenden Elemente bilden sie eine persönliche und trotzdem allgemeingültige Ausdrucksform.

Als Bach 1721 die Partitur der sechs Konzerte an den Markgrafen von Brandenburg-Schwedt schickte, hatte er die Werke zu diesem Anlass nicht eigens komponiert. Vielmehr hatte Bach die Sammlung aus Kompositionen zusammengestellt, die nicht alle erst in Köthen, sondern zum Teil wohl bereits in seiner Weimarer Amtszeit (1708–1717) entstanden waren.

Es ist davon auszugehen, dass Bach die am Köthener Hof entstandenen Werke nur mit Erlaubnis seines Arbeitgebers Fürst Leopold einem anderen Fürsten widmen durfte. Doch besteht kein Grund, an dessen Einverständnis zu zweifeln – von ihm kann sogar die Initiative ausgegangen sein, da er nur ein halbes Jahr zuvor dem Fürsten schon einen kristallenen Kronleuchter hatte überreichen lassen.

In Köthen begann Bach, seine Kompositionen zu umfangreichen Zyklen zusammenzustellen, die Ordnungsprinzipien folgten, wie etwa planvolle Abfolgen von Tonarten oder Einzelsätzen – Beispiele sind das Wohltemperierte Clavier oder die Englischen und Französischen Suiten. Von einer derartigen durchgehenden Gestaltung eines Zyklus ist bei den Brandenburgischen Konzerten aber noch nichts zu bemerken – außer in dem Bestreben, jedes damals gängige Instrument mit einer – in vielen Fällen auch solistischen – Partie zu bedenken.

Von fünf der Konzerte sind Abschriften unabhängig von der Widmungspartitur erhalten; keine davon enthält aber mehrere Werke. Man darf davon ausgehen, dass Bach die Sammlung nur für die Widmungspartitur zusammenstellte und die Einzelkonzerte weder davor noch danach als zusammengehörig betrachtete. Die Konzerte bilden also nur eine lose Sammlung ohne jeden Versuch einer weiteren Gestaltung als eine Gesamtheit – Bach wäre es wohl nicht in den Sinn gekommen, die Konzerte zusammen aufzuführen.

Umgekehrt zeigt sich Bachs sorgfältige Arbeit und damit die Wertschätzung, die er den Konzerten entgegenbrachte, in der Überarbeitung vieler Details der zugrundeliegenden Partituren – etwa die feine Differenzierung der Partien von Violoncello, Violone und Continuo, die er oft mit getrennten Stimmen bedenkt. Auch die gründliche Schreibweise der Partitur lässt sein Engagement für das Werk deutlich erkennen: Die Taktstriche sind fast ausnahmslos mit dem Lineal gezogen. Bach mag sich von der Widmung den Titel eines Hofkapellmeisters und die damit verbundenen lukrativen Kompositionsaufträge versprochen haben.

Neben dem Widmungsexemplar besaß Bach von den einzelnen Konzerten auch Kompositionspartituren, die er in einigen Fällen für spätere Fassungen, etwa als Einleitungssinfonien in Kantaten, nutzte. Keine dieser Kompositionspartituren ist erhalten. Indizien sprechen dafür, dass sein Sohn Carl Philipp Emanuel von einigen Konzerten Abschriften besaß und diese Musik in Berlin bekannt machte. Die Widmungspartitur lag zunächst bis 1850 unentdeckt in der Bibliothek des Markgrafen von Brandenburg-Schwedt und dann in der Königlichen Bibliothek in Berlin (heute Staatsbibliothek zu Berlin). Sie wurde erst bei Erscheinen der Bach-Gesamtausgabe allgemein bekannt. (Quelle: wikipedia)

Briefmarke

Hier eine Einspielung von Karl Münchinger:

Karl Münchinger (* 29. Mai 1915 in Stuttgart; † 13. März 1990 ebenda) war ein deutscher Dirigent.

Karl Münchinger studierte nach jugendlichem Violinunterricht Orchesterleitung bei Carl Leonhardt an der Musikhochschule Stuttgart und arbeitete an der Stuttgarter Marienkirche als Chorleiter und Organist. Nach anschließenden Dirigierstudien bei Hermann Abendroth am Leipziger Konservatorium und Sommerkursen bei Clemens Krauss verhalf ihm die Unterstützung Wilhelm Furtwänglers zur Leitung des Niedersächsischen Symphonieorchesters Hannover (1941–1943). Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft gründete er aus eigener Initiative heraus 1945 das Stuttgarter Kammerorchester, das er rasch zu internationalem Ansehen brachte und bis 1987 leitete. 1953 erhielt Karl Münchinger den Professorentitel des Landes Baden-Württemberg und das Großkreuz der Bundesrepublik Deutschland, »in Anerkennung seiner künstlerischen Verdienste«.

Karl Münchinger

Auch wenn Münchinger nicht zu den Verfechtern der historischen Aufführungspraxis gehörte, vertrat er von Anbeginn an ein von romantischen Vorstellungen befreites und entschlacktes Klangbild. Geringstimmige Besetzungen, rigorose Einhaltung von Tempovorgaben sowie stilistische und interpretatorische Maßgaben der Komponisten galten ihm als Leitfäden seiner Interpretationen, die durchweg von einem transparenten und homogen schlanken Klangbild geprägt waren.

Der Name Münchinger wurde rasch zum Synonym für exemplarische (d. h. anti-romantische) Interpretationen der Orchesterwerke Johann Sebastian Bachs. Die Grundpfeiler der Arbeit mit dem Stuttgarter Kammerorchester bildeten ein weit gefächertes Repertoire frühbarocker und barocker Kompositionen, von denen zahlreiche Schallplattenaufnahmen mit nationalen wie internationalen Preisen bedacht wurden.

Inlets

Die Innenhüllen dieser 10″ LP

In der unmittelbaren Nachkriegszeit standen zudem verstärkt Kompositionen zeitgenössischer Komponisten auf den Konzertprogrammen. Erst zu Beginn der 1960er Jahre wurde das Barock-Repertoire um Kompositionen der Wiener Klassik erweitert; dazu gründete Münchinger 1966 die Klassische Philharmonie Stuttgart. Seither wurde er auch verstärkt als Dirigent ins europäische Ausland und in die USA verpflichtet. (Quelle: wikipedia)

Bonn, Konzert Landesvertretung Baden-Württemberg

Das Stuttgarter Kammerorchester mit Karl Münchinger

Und, schon irgendwie witzig … es war nicht mein bildungsbürgerliches Elternhaus, das mir diese Konzertreihe nahegebracht hat, nein es war ein gewisser Mr. Keith Emerson mit der Gruppe „The Nice“ der mich mit seiner Version des Allegros (3. Konzert) angefixt hat … und seitdem krieg ich eben nicht genug davon.

Keith Emerson

Keith Emerson (einfach weil er für mich stilprägend war)

Besetzung:
Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Karl Münchinger

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Titel:

Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur:
01. Allegro 10.43
02. Affetuoso 5.37
03. Allegro  5.49

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-dur:
04. Allegro 6.33
05. Adagio – Allegro 3.58

Kompositionen: Johann Sebastian Bach

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AlternativesFrontCover

Vermutlich das Cover der Originalausgabe (irgendwann in den 50er Jahren)

Verschiedene Interpreten – Auslese `84 – Bach aus Leipzig (1985)

FrontCover1Auf der Hülle kann man lesen:

„Johann Sebastian Bach: 1685 – 1985“:

Johann Sebastian Bach (* 21. Märzjul./ 31. März 1685greg. in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Kantor sowie Orgel- und Cembalovirtuose des Barocks. In seiner Hauptschaffensperiode war er Thomaskantor zu Leipzig. Er ist der prominenteste Vertreter der Musikerfamilie Bach und gilt heute als einer der bekanntesten und bedeutendsten Musiker überhaupt. Insbesondere von Berufsmusikern wird er oft als der größte Komponist der Musikgeschichte angesehen. Seine Werke beeinflussten nachfolgende Komponistengenerationen und inspirierten Musikschaffende zu zahllosen Bearbeitungen.

Zu Lebzeiten wurde Bach als Virtuose, Organist und Orgelinspektor hoch geschätzt, allerdings waren seine Kompositionen nur einem relativ kleinen Kreis von Musikkennern bekannt. Nach Bachs Tod gerieten seine Werke jahrzehntelang in Vergessenheit und wurden kaum noch öffentlich aufgeführt. Nachdem die Komponisten der Wiener Klassik sich mit Teilen von Bachs Werk auseinandergesetzt hatten, begann mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1829 die Bach-Renaissance in der breiten Öffentlichkeit. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehören seine Werke weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik. (Quelle: wikipedia)

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Bach Statue in Leipzig

Zum 300. Geburtstag des großen Meisters veröffentlichte man auf einem Sub-Label von Ariola („Auslese“) diese prachtvolle Hommage an Bach.

Geboten wird dabei fast die gesamte Bandbreit des Bach´schen Musiktreibens .. .wobei mir – wie immer bei Musik dieser Art – seine (Instrumentalwerke deutlich mehr zusagen.

Seine religiösen Werke stoßen bei mir quasi eher auf taube Ohren *ggg*.

Die ausführenden Künstler stammten samt und sonders aus der DDR; es ist also zu vermuten, dass man sich hier aus diversen Eterna Alben bediente. Leider fehlen entsprechende discographische Angaben.

Dafür gibts aber auf einem Beiblatt den Stammbaum der Familie Bach … und da staunt man nicht schlecht …

Hören und geniessen ist hier die Devise !

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Besetzung:
Walter Heinz Bernstein (cembalo)
Gisela Burkhardt (sopran)
Ludwig Güttler (trumpet)
Hannes Kästner (organ)
Christoph Kircheis (organ)
Karl-Heinz Passin (flute)
Konrad Ragossnig (lute)
Peter Schreier (tenor)
+
Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer + Hans-Joachim Rotzsch)
Rostocker Madrigalchor

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Titel:

Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer)
01. Overtüre aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1068 / 10.23
02 Air aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1068 / 4.05

Ludwig Güttler + Christoph Kircheis:
03. Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645 / 3.51

Ludwig Güttler, Thomanerchor Leipzig + Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Hans-Joachim Rotzsch)
04. Was Gott tut, das ist wohlgetan BWV 12 / 0.58

Walter Heinz Bernstein + Karl-Heinz Passin:
05. Menuett BWV-Anhang 132 / 1.14

Peter Schreier + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
06. Bist du bei mir BWV 508 / 2.35

Gisela Burkhardt + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
07. Dir, dir Jehova will ich singen BWV 299 / 3.31

Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer)
08. Rejouissance aus der Orchestersuite D-Dur BWV 1069 / 2.20
09. Andante aus dem 2. Brandenburgischen Konzert F-Dur BWV 1047 / 4.32

Ludwig Güttler + Christoph Kircheis:
10. Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter BWV 650 / 3.50

Karl-Heinz Passin + Neues Bachisches Collegium Musicum, Leipzig (Leitung: Max Pommer)
11. Badinerie aus der Orchestersuite H-Moll BWV 1067 B / 1.25

Hannes Kästner:
12. Toccata D-Moll BWV 565 / 2.44

Rostocker Madrigalchor + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss):
13. Choral: Jesu meine Freude BWV 227 / 1.07

Peter Schreier + Konrad Ragossnig:
14. Willst du dein Herz mir dchenken BWV 518 / 2.59

Walter Heinz Bernstein:
15. Menuett BWV-Anhang 114 / 3.47

Peter Schreier + Capella Fidicinia (Leitung: Hans Grüss)
16. Wer nur den lieben Gott lässt walten BWV 691 / 5.08

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Gewandhaus Orchester Leipzig u.a. – Weihnachtsoratorium (Johann Sebastian Bach) (1959/

FrontCover1Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist ohne jeden Zweifel eines der bedeutendsten klassischen Werke zur Weihnachtszeit.

Ein paar einführende Worte zu diesem Werk sollen an dieser Stelle nun wirklich genügen:

Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt.

Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium.

Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Von der musikalischen Gattung steht das Weihnachts-Oratorium Bachs oratorischen Passionen nahe. Es ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und zählt zu seinen berühmtesten geistlichen Kompositionen. Das Oratorium wird heute häufig in der Advents- und Weihnachtszeit ganz oder in Teilen aufgeführt. (Quelle: wikipedia)

Und die Aufnahme mit dem Gewandhaus Orchester Leipzig  aus dem Jahr 1959 kann man durchaus als Referenz-Album bezeichnen.

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Als diese Aufnahme von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium 1959 von der Kölner Electrola auf den Markt gebracht wurde, war das eine kleine Sensation und ein höchst willkommenes Weihnachtsgeschenk für alle Klassik-Freunde. Meines Wissens war es die erste ungekürzte Gesamteinspielung. Allerdings konnte sich noch längst nicht jeder Musikliebhaber die Aufnahme leisten: Die Erstausgabe in Stereo erschien auf 3 1/2 LPs und kostete stolze 73,50 DM. Das war für viele damals noch unerschwinglich. Doch schon bald gab es auch Auszüge, so daß sich die weniger Begüterten wenigstens ein paar Ausschnitte anschaffen konnten.

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Das Original Cover aus dem Jahr 1959

Es war eine der wenigen gesamtdeutschen Produktionen, die zu dieser Zeit, im Dezember 1958, noch möglich waren. Aus dem Westen waren die Solisten angereist: Agnes Giebel (Sopran), Marga Höffgen (Alt), Josef Traxel (Tenor) und Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton), während die ostdeutsche Seite den berühmten Thomanerchor und das nicht weniger berühmte Gewandhausorchester Leipzig zur Verfügung stellten.
So ist die alte Aufnahme nicht nur von künstlerischer, sondern auch von zeitgeschichtlicher Bedeutung.

Das Ergebnis kann sich jedenfalls noch heute hören lassen. Sowohl das Solo-Quartett als auch der weltberühmte Chor und das nicht weniger renommierte Orchester sind in bester Verfassung, und die Stereotechnik, die damals noch in den Kinderschuhen steckte (das technische Equipment mußte aus dem Westen nach Leipzig gebracht werden, weil die DDR-Plattenindustrie noch nicht für Stereo ausgerüstet war), ist von erstaunlicher Transparenz und Klarheit.

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Es ist nicht zu leugnen, daß man nicht erst seit heute tempomäßig andere Maßstäbe setzt, und so mag manchem jüngeren Hörer die Aufnahme bei ersten Abspielen ein wenig gewöhnungsbedürftig sein. Das wird aber alles wettgemacht durch die herausragende künstlerische Qualität. Sowohl Agnes Giebel als auch Marga Höffgen zeigen großartige Leistungen, Josef Traxel ist ein idealer Evangelist, ganz in der Tradition eines Karl Erb, und zeigt auch in seinen Arien großes Einfühlungsvermögen. Schließlich der damals noch junge Dietrich Fischer-Dieskau: Er singt mit solcher Begeisterung und mit einem jugendlichen Elan, wie es in späteren Produktion bei ihm nicht immer selbstverständlich war. Hier ist nichts von Überpointierung oder Manierismen zu verspüren, die man ihm vor allem seitens der Kritik oft vorgeworfen hat. Hier ist er voll und ganz bei der Sache und singt seine Partie mit unübertrefflicher Schönheit.

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Der ehrwürdige Thomanerchor ist in allen Lagen spitzenmäßig besetzt, und über das altehrwürdige Gewandhausorchester ist kein Wort des Lobes zu viel gesagt. Es wird vom damaligen Thomaskantor Kurt Thomas mit viel Feingefühl dirigiert.
Alles in allem eine wunderbare Produktion, die ihren Wert über die Zeiten behalten wird und für viele Hörer noch heute eine Bereicherung der Weihnachtszeit darstellt. (K.H. Friedgen)

Meine 3 LP Box war eine der vielen Wiederveröffentlichungen … hier aus dem Jahr 1985.

 

Wohlan lasset den Worten Taten folgen: anhören und schwelgen !

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Besetzung:
Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton)
Agnes Giebel (Sopran)
Marga Höffgen (Alt)
Josef Traxel (Tenor)
+
Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Kurt Thomas
+
Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Kurt Thomas

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Titel:

Kantate I: Am ersten Weihnachtstage:
01. Chor: Jauchzet, frohlocket! 8.42
02. Rezitativ: Es begab sich aber zu der Zeit 1.32
03. Arioso (Alt): Nun wird mein liebster Bräutigam 1.13
04. Arie (Alt): Bereite dich Zion 6.11
05. Choral: Wie soll ich dich empfangen 1.23
06. Rezitativ: Und sie gebar ihren ersten Sohn 0.27
07. Choral: Er ist auf Erden kommen arm / Rezitativ: Wer kann die Liebe recht erhöhn
08.  Arie (Baß): Großer Herr und starker König 5.06
09. Choral: Ach, mein herzliebes Jesulein 1.19

Kantate II: Am zweiten Weihnachtstage:
10. Rezitativ: Und es waren Hirten in der selbigen Gegend 0.52
11. Choral: Brich an, o schönes Morgenlicht 1.10
12. Rezitativ: Und der Engel sprach zu ihnen 0.59
13. Rezitativ (Baß): Was Gott dem Abraham verheißen 0.47
14. Arie (Tenor): Frohe Hirten 3.52
15. Rezitativ: Und das habt zum Zeichen 0.26
16. Choral: Schaut hin! 0.41
17. Arioso (Baß): So geht denn hin! 1.04
18. Arie (Alt): Schlafe, mein Liebster 5.41
19. Rezitativ: Und deshalb war da bei dem Engel 4.12
20. Chor: Ehre sei Gott in der Höhe 3.28
21. Rezitativ (Baß): So recht ihr Engel 0.29
22. Choral: Wir singen dir in deinem Heer 1.52

Kantate III: Am dritten Weihnachtstage:
23. Chor: Herscher des Himmels, erhöre das lallen 2.07
24. Rezitativ: Und da die Engel von ihnen gen Himmel 0.10
25. Chor: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem 0.56
26. Rezitativ (Baß): Er hat sein Volk getrößt´t 0.49
27. Choral: Dies hat er alles uns getan 0.48
28. Duett (Sopran Und Baß): Herr, Dein Mitleid, dein Erbarmen 8.42
29. Rezitativ: Und sie kamen eilend und fanden beide 1.27
30. Arie (Alt): Schliesse, Mein Herze 5.25
31. Rezitativ (Alt): Ja, ja, mein Herz soll es bewahren 0.33
32. Choral: Ich will dich mit Fleiss bewahren 0.58
33. Rezitativ: Und die Hirten kehrten wieder um 0.25
34. Choral: Seid froh dieweil, daß euer Heil 0.48
35. Chor: Herrscher des Himmels 2.09

Kantate IV: Am Neujahrstage:
36. Chor: Fallt mit danken, fallt mit loben 6.24
37. Rezitativ: Und da acht Tage um waren 0.40
38. Rezitativ Und Arioso Mit Choral (Solo-Baß Und Solo-Sopran): Immanuel, O süßes Wort 2.53
39. Arie (Sopran): Flößt mein Heiland, flößt dein Namen 5.47
40. Rezitativ (Baß): Wohlan! Dein Name soll allein in meinem Herzen sein! 2.04
41. Arioso (Sopran): Jesu, meine Freud´ und Wonne 2.34
42. Arie (Tenor): Ich will nur dir zu Ehren leben 6.18
43. Choral: Jesus richte mein beginnen2.34

Kantate V: Am Sonntage Nach Neujahr:
44. Chor: Ehre sei dir, Gott, gesungen
45. Rezitativ: Da Jesus geboren war zu Bethlehem
46. Chor: Wo ist der neugebohrene König der Juden!
47. Rezitativ (Alt): Sucht ihn in meiner Brust
48. Chor: Wir haben seinen Stern gesehen
49. Rezitativ (Alt): Wohl euch, die ihr dies Licht gesehen 2.09
50. Choral: Dein Glanz all´Finsternis verzehrt 0.48
51. Arie (Baß): Erleucht´auch meine finstre Sinnen 4.12
52. Rezitativ: Da das der König Herodes hörte 0.17
53. Rezitativ (Alt): Warum wollt ihr erschrecken? 0.46
54. Rezitativ: Und lies versammeln alle Hohepriester 1.47
55. Terzett (Sopran, Alt und Tenor): Ach! Wann wird die Zeit erscheinen! 5.55
56. Rezitativ (Alt): Mein liebster herrschet schon 0.38
57. Choral: Zwar ist solche Herzensftube 0.52

Kantate VI; Am Feste der Erscheinung Christi:
58. Chor: Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben 6.09
59. Rezitativ: Da berief Herodes die Weisen 0.48
60. Rezitativ (Sopran): Du Falscher, suche nun den Herrn zu fällen 0.55
61. Arie (Sopran): Nur ein Wink von seinen Händen 3.49
62. Rezitativ: Als sie nun den König gehöret hatten 1.19
63. Choral: Ach steh an deiner Krippen hier 1.08
64. Rezitativ: Und Gott befahl ihnen im Traum 0.25
65. Rezitativ (Tenor): So geht! Genug mein Schatz 2.03
66. Arie (Tenor): Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken 5.16
67. Rezitativ (Sopran, Alt, Tenor und Baß): Was will der Hölle Schrecken nun 0.38
68. Choral: Nun seid ihr wohl gerochen 3.52

Musik: Johann Sebastian Bach

 

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Ricardo Havenstein – Johann Sebastian Bach – Hofkapellmeister zu Köthen (1995)

FrontCover1Einfach nur klassisch gut:

Ricardo Havenstein wurde 1964 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Mit 12 Jahren erhielt er seinen ersten Gitarrenunterricht. Bereits mit 15 Jahren debütierte er als Solist am Teatro des Libertador in Córdoba.
1982 zog Ricardo Havenstein nach Deutschland um in der Meisterklasse von Eliot Fisk an der Hochschule für Musik in Köln sein Können zu vervollkommnen. 1988 absolvierte er dort sein Studium mit der höchsten Bewertung.

Er startete eine intensive Konzerttätigkeit in ganz Europa und trat in den renommiertesten Konzertsälen, wie der Beethovenhalle Bonn, der Hochschule der Künste Berlin und im Gasteig in München auf. Konzertreisen führten ihn nach Österreich, Italien, Spanien, Dänemark, Ungarn und USA.
Zahlreiche Aufnahmen für Rundfunk und Fernsehen dokumentieren sein hohes künstlerisches Niveau. (Selbstdarstellung)

Ergänzende biographische Notiz:

In dem Begleitheft dieser CD findet sich dann noch folgender Satz:

„Seit Ende 1995 lebt er mit seiner Familie wieder in Argentinien.“

Mittlerweile scheint er wieder nach Deutschland zurückgekehrt zu sein .. .ein Wanderer zwischen den Kontinenten …

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Ich vermute mal, dies ist sein Debütalbum (es wird nicht mal auf seiner eigenen Website erwähnt). Vermutlich liegt der Grund in der Tatsache begündet, dass diese CD als ne Art „Sonderauflage“ von dem Magazin „Gitarre & Laute“ veröffentlicht wurde, und vermutlich in keiner allzugroßen Stückzahl.

BookletBackCover1

Die Musik von Johann Sebastian Bach, die hier wiedergegeben wird, bezieht sich ausschließlich auf seine sog. „Köthener Zeit“ … und bevor er dort seine Zelte aufchlagen konnte, musste er erstmal in den Arrest:

Hüllentext

Weitere Informationen dann im Begleitheft.

Es geht wirklich auf keine Kuhhaut, was der Bach alles so komponiert hat … diese CD ist sovoll von innig-intensiven Melodien … und die Transkription von Klaviermusik auf Gitarre ist auch kein Zuckerschlecken.

Aber der Ricardo Havenstein meistert das mühelos undm so hören wir eine zauberhafte Musik, die ob ihrer Nachdenklichkeit auch gut in diese Jahreszeit passt.

Wer in der Adventszeit besinnliche Muik hören will, ohne das entsprechende Weihnachtsgedöns … hier habe ich eine Alternative ! Und was für eine !

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Oder aber auch:

„… ein junger Musiker und eine ausgereifte Meisterschaft rufen bei Ricardo Havenstein einen Virtuosen der Gitarre hervor, mit feiner Sensibilität und aussergewöhnilichem Talent. Er besitzt eine der vollendesten Techniken seiner Generation, mit einem prächtigen und ungewöhnlichen Klang. Er verfügt über Intensität in der Interpretation jedes Werkes, estaunliche Sicherheit und eine besondere Erhabenheit, jene Erhabenheit von der die Gitarre so viel benötigt. Die Musik Argentiniens hat in diesem Interpreten, ehrwürdiger Bewunderer der Kunst Bachs, einen Botschafter unbezweifelten Ranges.“ (Revista Clásica).

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Personnel:
Ricardo Havenstein (guitar)

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Titel:

Französische Suite BWV 813 in e-Moll
01. Alemande 3.55
02. Courante 1.43
03. Sarabande 4.16
04. Air 1.39
05. Menuet 1.27
06. Gigue 2.48

Aus dem Wohltemerierten Klavier:
07. Präludium Nr. 9 BWV 854 / 1.40
08. Präludium Nr. 4 BWV 849 / 3.01
09. Präludium Nr. 12 II BWV 881 / 2.25
10. Präludium Nr 1. BWV 846 / 1.61
11. Präludium Nr. 13 BWV 858 / 2.19
12. Präludium Nr. 8 BWV 853 / 4.11
13. Prälidium Nr. 6 BWV 851 / 1.44
14. Präludium Nr. 12 BWV 857 / 4.06
15. Präludium Nr. 5 BWV 850 / 1.25

Suite BWV 818 in a-Moll:
16. Alemande 3.55
17. Courante 1.37
18. Sarabande simple 4.05
19. Sarabande double 2.20
20. Gigue 3.27

21. Präludium BWV 934 / 3.33
22. Präludium BWV 935 / 1.42
23. Invention Nr. 6 BWV 777 / 4.01
24. Fughetta BWV 961 / 2.37
25. Präludium BWV 926 / 1.04
26. Arie aus den Goldberg Variationen BWV 988 / 3.01

Musik: Johann Sebastian Bach

CD1

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Ricardo Havenstein, 1994

Ach ja … Ricardo Havenstein betreibt mit seiner Frau Brigitte auch ein ganz spezielles argetinisches Reisebüro („Finest Argentinia“): Und sie leben wieder in Argentinien:

FinestArgentinia

Martin Stadtfeld – Piano Concertos (Johann Sebastian Bach) (2006)

FrontCover1.jpgAuch die Klassik kann sich über reichlich, mehr als talentierten Nachwuchs nicht beklagen. Ein Beispiel ist der Pianist Martin Stadtfeld:

Der Pianist Martin Stadtfeld gab mit 9 Jahren sein Konzertdebüt und studierte ab seinem 14. Lebensjahr an der Musikhochschule Frankfurt bei Lev Natochenny, seinerseits Schüler des legendären Lev Oborin.
Die Reihe seiner Wettbewerbserfolge hatte ihren Höhepunkt im Jahr 2002, als er als erster bundesdeutscher Pianist den Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig gewann. Der erste Preis dieses traditionsreichen Wettbewerbs, der 14 Jahre zuvor nicht vergeben worden war, öffnete dem Künstler endgültig die Türen zu den wichtigsten Konzertpodien Europas.
„Bach ist zwar das Alpha und Omega seines Denkens, doch mitnichten das ganze Alphabet. Der junge Deutsche kann noch viel mehr“ (Die Zeit). So reicht die Bandbreite der von Martin Stadtfeld interpretierten Werke von Bach über die Wiener Klassik hin zu den Werken der Romantik (Schumann, Liszt, Wagner, Brahms) und den großen romantisch-expressiven Klavierkonzerten wie Tschaikowsky und Rachmaninoff.
Konzertauftritte führen ihn in die wichtigsten Musikzentren und zu den großen Orchestern Europas, der USA und Japans. Er konzertiert mit Orchestern wie den Münchner Philharmonikern, der Academy of St Martin in the Fields, dem Leipziger Gewandhausorchester, der Staatskapelle Dresden, den Wiener Symphonikern, der Tschechischen Philharmonie Prag und dem Mozarteum Orchester Salzburg. Neben regelmäßigen Auftritten auf den großen deutschen Konzertpodien gastiert er zudem in der Sumida Triphony Hall in Tokio, dem Seoul Arts Center, dem National Center of Performing Arts in Peking, im Wiener Konzerthaus und Musikverein, der Tonhalle Zürich, dem Concertgebouw Amsterdam und vielen weiteren international renommierten Konzerthäusern. Bei den großen Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Rheingau Musik Festival, dem Schleswig Holstein Musik Festival, Lockenhaus Festival, der Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems und dem Menuhin Festival Gstaad ist er regelmäßig zu Gast.

MartinStadtfeld

Den furiosen Auftakt zu seinen zahlreichen Einspielungen machte 2003 seine CD mit J.S. Bachs „Goldberg-Variationen“, die in der Presse höchste Beachtung fand und zu seinem ersten ECHO-Klassik-Preis als „Nachwuchskünstler des Jahres“ führte. Auch für seine zweite CD „Bach Pur“ erhielt er ein Jahr später den ECHO für die „Solistische Einspielung des Jahres“. Martin Stadtfelds Einspielung von Bachs Klavierkonzerten wurde 2007 mit seinem dritten ECHO-Klassik-Preis in der Kategorie „Die Konzerteinspielung des Jahres“ ausgezeichnet. Seine CD mit zwei der großen Sonaten des Spätwerks von Franz Schubert bekam den ECHO Klassik 2008 als „Beste Soloeinspielung (19. Jahrhundert)“ verliehen. Es folgte Buch I des „Wohltemperierten Klaviers“ von Bach, das Album „Der junge Beethoven“ sowie die CD „Deutsche Romantik“. Auf seiner aktuellen CD hat er drei Klavierkonzerte mit dem Philharmonischen Kammerorchester München eingespielt.
Ein großes Anliegen des Künstlers ist es darüber hinaus, Kindern und Jugendlichen in Schulen den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen. So spricht Martin Stadtfeld bei regelmäßigen Schulbesuchen mit Schülern über seine Arbeit als Pianist, stellt ihnen die Musik vor und vermittelt so außerhalb des Konzertlebens auf eine unmittelbare persönliche Art die Begeisterung für klassische Musik. (Promotext)

MartinStadtfeld2

Hier nun sein Album mit Klavierkonzerten von Johann Sebastian Bach. Für diese CD wurde – wie bereits erwähnt – Martin Stadtfeld mit dem ECHO Klassik 2007 (Kategorie: Konzerteinspielung des Jahres) ausgezeichnet.

„Martin Stadtfeld sollte einmal als zweiter Glenn Gould Furore machen. Vier Alben später nun hat er ein eigenes Profil. Sein neuer Bach-Sampler swingt – einen derart quirlig perlenden, absolut transparenten Bach wie im Allegro des Konzerts d-Moll BWV 1052 hat man selten gehört. Auch in den langsamen Sätzen überzeugt der 26-Jährige.“
Musik: 5 Punkte, Klang: 4 Punkte (Audio, 11/2006)

„Sein Credo „Wenn man Spaß daran hat, das zu spielen, dann sprudelt die Fantasie“ hat Stadtfeld in dieser Aufnahme insgesamt überzeugend umgesetzt Er beherrscht eine glasklare Artikulation und hält mit kleinen dynamischen Rückungen die Spannung aufrecht. Die Basstöne kullern deutlich hörbar, nie derb oder bedrohlich, nie zu nett… Die Festival Strings Lucerne klingen etwas stählern, aber sehr homogen und wunderbar aufeinander abgestimmt. Die Präludien und Fugen wirken wie Kontrapunkte: innig, pianolastig und geheimnisschwanger. Es ist ein subtil verwobenes, verträumtes, bisweilen romantisch angehauchtes Bach-Spiel… Das klingt nie zu analytisch, sondern immer auch poetisch.“Musik & Klang: 4 Punkte (Fono Forum, 11/2006)

„Noch immer ist es Stadtfelds Anschlag, der mächtig beeindruckt: Ohne dass es manisch wirkte oder die Brillanz beeinträchtigte, scheint die Kontrolle hundertprozentig zu sein. So entsteht eine gleichzeitig hyperwache wie auch fast traumwandlerisch anmutende Interpretation. Und wo fast nur noch ein Hauch von Orchester herüberweht, also im Largo des f-Moll-Konzerts, wirkt Stadtfeld, als kapsele er sich ein in einen Kokon, einsam von absoluter Schönheit träumend.“ (Die Zeit, 28.9.2006 )

Inlay1

Besetzung:
Martin Stadtfeld (piano)
+
Festival Strings Lucerne unter der Leitung von Achim Fiedler:

Daniel Dodds (violin)
Gianluca Febo (violin)
Jonas Iten (violincello)
Zuzana Kulanova (violin)
Alexander Kionke (violincello)
Mia Lindblom (violin)
Anita Mazzantini (bass)
Piotr Nikiforoff (violin)
Michal Ondruj (viola)
Thomas Schrott (violin)
Yvo Wettstein (violin)
Markus Wieser (viola)
Susanne Wolf (viola)
Droujelub Yanakiew (violin)

Fiedler

Achim Fiedler

Titel:

CD 1:

Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052:
01. Allegro 6.49
02. Adagio 6.38
03. Allegro 6.50

Präludium und Fuge es-Moll BMV 853:
04. Präludium und Fuge es-Moll 8.26

Klavierkonzert Nr. 2 E-Dur BMV 1053:
05. [ ] 7.07
06. Siciliano 3.46
07. Allegro 5.49

Präludium und Fuge b-Moll BMV 867:
08. Präludium und Fuge b-Moll 4.46

Klavierkonzert Nr. 5 f-Moll BMV 1056:
09. Allegro 3.13
10. Largo 2.19
11. Presto 3.09

Adagio aus dem Konzert für Oboe und Streichorchester op. 1 d-Moll von Alessandro Marcedllo (arrangiert von J.S.Bach für Cembalo Solo) BMV 974:
12. Adagio aus dem Konzert für Oboe und Streichorchester op. 1 d-Moll von Alessandro Marcedllo (arrangiert von J.S.Bach für Cembalo Solo) 2.49

Musik: Johann Sebastian Bach

CD 2 (bonus disc):

Alban Berg:
01. Sonate für Klavier op. 1 12.12

Arnold Schönberg – Sechs kleine Klavierstücke op. 19:
02. Leicht, zart 1.11
03. Langsam 0.43
04. Sehr langsame Viertel 1.00
05. Rasch, aber leicht 0.22
06. Etwas rasch 0.34
07. Sehr langsam 1.01

CD1A

 

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Nachbemerkung zu CD 2:

Man lasse sich nicht durch kryptische Zeichen wie:

Kryptisch

irritieren – CD 2 ist CD 2 … ganz einfach … was auch immer der Media Player von Microsoft sich da zusammenspinnt !

Johann Mattheson – Gedanken zur Musik und Heilkunst (1985)

FrontCover1Also mir war er bis dato nicht bekannt:

Johann Mattheson gilt als bedeutendster Musiktheoretiker der frühen deutschen Aufklärung. Vor 250 Jahren starb der Komponist und Herausgeber der ersten deutschen Musikzeitschrift. Mit seinen Schriften löste er eine kontroverse Debatte über die gesellschaftliche Bedeutung der Musik aus.

Johann Mattheson gehört zu den Begründern der modernen Musikwissenschaft.

Johann Mattheson, 1681 in Hamburg geboren, lässt als erster Kantor am Dom seiner Heimatstadt ab 1715 – gegen das paulinische Schweigegebot – Frauenstimmen in der Kirchenmusik zu. Später kommentiert er dies ironisch:

„Ich weiß, was mir’s für Mühe und Verdruss gekostet hat, die Sängerinnen in der hiesigen Dom-Kirche einzuführen. Anfangs wurde verlangt, ich sollte sie bei Leibe so stellen, dass sie kein Mensch zu sehen kriegte; zuletzt aber konnte man sie nie genug hören und sehen.“

BuchDie Hamburger Musikwissenschaftlerin Birgit Kiupel würdigt die liberale Haltung Matthesons, die ihn in die Konfrontation mit der orthodoxen Geistlichkeit führte: „Wenn es um die Schönheit der Musik ging und um musikalisches Gotteslob, dann kannte Johann Mattheson keine Vorurteile. Sein wichtigstes Anliegen war es, in der Kirchenmusik alle Mittel einzusetzen, welche die Musik bot.“

Entscheidend für Matthesons musikalische Laufbahn wird, dass der Direktor der Hamburger Oper den Neunjährigen als Sänger entdeckt. Die folgenden fünfzehn Jahre steht er 2.000 Mal auf der Bühne. Das Singen gilt ihm als Grundlage der Musik, die menschliche Stimme als das „allerschönste und richtigste Instrument, das Muster aller klingenden Werkzeuge“.

Nach einem – unblutig endenden – Duell mit seinem Freund Georg Friedrich Händel Ende 1704 beendet Mattheson seine Opernkarriere und wird Sekretär beim englischen Gesandten. Der neue Beruf lässt ihm hinreichend Zeit zum Komponieren und Publizieren.

Ab 1713 entstehen musiktheoretische Werke und praktische Anleitungen zur Musik. Seine Generalbassschulen und der „Vollkommene Capellmeister“ sind bis heute Referenzwerke für junge Musiker. Aus seinen Erfahrungen als Opernsänger entwickelt er eine Affekten- und Melodienlehre. Mattheson erklärt „die Melodie zum Grunde der ganzen Setz-Kunst“ und verfasst die erste ausführliche Fugenlehre in deutscher Sprache. Dabei schwört er allen dogmatischen Regeln ab und vertraut der Urteilskraft der Sinne:

„So lange nur ein musikalisches Gehör nicht verletzet, so lange ist nichts zu tadeln noch zu verwerfen. […] Was dem Gehör gefällt, ist gut; so lange der Verstand nicht widerspricht. Was dem Gehör aber nicht ansteht, ist ausdrücklich und ohne Einwendung böse […]. Ohne Vernunft kann in der Musik wenig gutes sein; aber ohne den Beifall der Ohren noch weniger.“

Johann Mattheson

Johann Mattheson

Ab 1715 kämpft Mattheson als Kantor darum, die Schönheiten der Oper auch für die Kirchenmusik zu nutzen, als Publizist wendet er sich gegen Johann Christoph Gottsched, der dem Musiktheater das Existenzrecht anspricht. Als Kritiker liebt er die Polemik. Mit seinen Zeitschriften stößt er eine kontroverse öffentliche Debatte über die gesellschaftliche Bedeutung der Musik an. Den wissenschaftlichen Autoritäten schreibt er ins Stammbuch:

„In Wissenschaften gilt die autorité einer Meinung von tausend Leuten nicht so viel / als ein Fünklein Vernunft eines einzigen. […] Öffentlichen Lehrern darf man ihre Irrtümer […] gar wohl öffentlich zu erkennen geben […]. Es gehöret zu den öffentlichen Wohltaten.“

Selbst zu schauen, selbst zu erfahren und selbst zu urteilen, lautet Matthesons Credo. Er gilt als bedeutendster Musiktheoretiker der frühen deutschen Aufklärung. Als Sammler von Musikerbiographien wird er Mitbegründer der Musikgeschichte. Seit den 1950er-Jahren ist er zum Kronzeugen der Alte-Musik-Bewegung geworden. Sein kompositorisches Werk, darunter zahlreiche Opern und Oratorien, wird seit einigen Jahren neu entdeckt.

In seinen letzten Lebensjahrzehnten bleibt Mattheson als Schriftsteller produktiv, doch seine zunehmende Schwerhörigkeit bis zur völligen Taubheit führt zur sozialen Isolierung. Sein Nachlass – die ungeheure Summe von 44.000 Mark – wird schon zu Lebzeiten für eine neue Orgel der abgebrannten Michaeliskirche verwandt. Am 17. April 1764 stirbt Johann Mattheson in dem festen Glauben, dass es auch im Himmel Musik geben werde. Für seine Trauerfeier hat er sich ein Oratorium komponiert, das „Fröhliche Sterbelied“; es wird so machtvoll geklungen haben wie das Gotteslob in seinem fast fünfzig Jahre älteren „Magnificat a due cori“. (Holger Böning)

Und er hat sich auch zur heilenden Wirkung von Musik geäussert …

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Na ja … und dann gab es noch die Firma „ICI Pharma“ und die waren sehr rührig in Sachen pharmazeutischer Produkte:

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Deutsches Ärzteblatt, 1983

Aber wie es halt so ist … ging dann IVI Pharma dann in dem Konzern Zeneca auf:

 

Zeneca

Und mittlerweile gibt es dann einen Konzern, der nennt sich „AstraZeneca“:

AstraZeneca ist ein internationaler Pharmakonzern, der 1999 aus der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca PLC entstand. Zeneca war 1993 aus der Pharmasparte des britischen Chemieunternehmens Imperial Chemical Industries entstanden. Der Hauptsitz ist in London, die Entwicklungs- und Forschungsabteilung sitzt im schwedischen Södertälje südlich von Stockholm. AstraZeneca ist 2015 mit 24,7 Milliarden US-Dollar Umsatz und 57.500 Mitarbeitern einer der größten Arzneimittelhersteller weltweit. (Quelle: wikipedia)

Aber genug der Firmengeschichten, hier soll es ja vorrangig um diese LP gehen. Und damals hatte ICI Pharma eine Serie konzipiert, die eigentlich ganz spannend klingt:

ICI Phama

Und ihm Rahmen dieser Reihe erschien aben auch diese LP, die im Begleitheft sehr ausführlich eben o.g. Johann Mattheson würdigt (einschließlich Faksimilie-Abbildungen)

Und bei mir rennt man natürlich offene Türen ein, wenn es um die Aussage geht, dass Musik heilende Wirkung entfalten kann … in meinen früheren Jahren habe ich mich aus beruflichen Gründen u.a. auch mit Musiktherapie beschäftigt … heute allerdings beschäftige ich mich eher mit §§§§§ und nochmals §§§§§ …

Leider hören wir hier keine Komposition von Johann Mattheson … Dafür aber ganz und gar großartige Werke von Johann Sebastian Bach (erneut stellt er hier seine Meisterschaft unter Beweis) und dann noch von einem zumindest damals sehr bekannten französischem Barockkomponisten namens  Jean-Philippe Rameau … Und dieser zelebriert in kleinen musikalischen Miniaturen die Quintessenz der Barockmusik … ein Genuss der ganz besonderen Sorte.

Ach ja, geworden wurde mit diesem Album natürlich auch und zwar für das Medikament „Tenormin“ . Verwendet wird dieses Medikament u.a. bei „Herz-Kreislauf-Beschwerden, die sich z. B. in einer Neigung zu dauerhaft erhöhter Herzfrequenz und zeitweise erhöhtem Blutdruck äußern können.“

Nun ist es aber genug mit Informationen der unterschiedlichsten Art …

Man lausche und genieße !!! Denn hier handelt es sich um hochwertige Aufnahmen das Labels „Harmoni Mundi“, Freiburg … ein Garant für perfekte Aufnahmequalität.

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Besetzung:
Le Petite Bande unter der Leitung von Sigiswald Kuijken

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Titel:

Johann Sebastian Bach: Aus vier Ouvertüren (Orchestersuiten) Ouvertüre Nr.1 C-Dur BWV 1066:
01. Ouverture 5.46
02. Courante 2.35
03. Gavotte I und II 3.53
04. Forlane 1.16
05. Menuett I und II 3.38
06. Bourrée I und II 2.23
07. Passepied I und II 3.00

Jean-Philippe Rameau: Orchestersuite Aus „Hippolyte Et Aricie“B1 Prologue Ouverture.

Prologue – Ouvertüre:
08. Entrée des habitants de la forêt 3.03
09. Air en rondeau pour les amours 1.46
10. Gavottes 1 et 2 4.14
11. Menuets 1 et 2 1.58
12. Gavottes vives 1 et 2 1.58
13. Matches 0.59

1. Acte:
14. 14 – Marche des prêtresses de Diane 2.01
15. Premier air (gracieusement et doux) 2.98
16. Second air (un peu gai) 1,43
17. Tonnette

2. Acte:
18. Premier air des furies (gravement) 1.40
19. Deuxième air des furies (vite) 1.44
20. Troisième air des furies 2.02

LabelB1
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Nikolaus Harnecourt – Bauern-Kantate + Kaffee-Kantate (Bach) (1968)

FrontCover1Gevatter Bach war ja ein musikalischer Tausendsassa. Neben all seinen Suiten und kirchlichen Werken schuf er auch noch die sog. „weltlichen Kantaten“. Hier haben wir zwei seiner wohl bekanntesten:

Bauernkantate:
Mer hahn en neue Oberkeet (BWV 212) ist eine der bekanntesten weltlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs. Bekannt ist sie unter der Bezeichnung „Bauern-Kantate“; Bachs originale Bezeichnung war „Cantate burlesque“. Hochdeutsch lautet ihr Titel „Wir haben eine neue Obrigkeit“.

 

Der Text der Kantate stammt von Christian Friedrich Henrici (genannt Picander) und entstand für den 30. August 1742. An diesem Tag feierte der Erb-, Lehn- und Gerichtsherr Carl Heinrich von Dieskau, kurfürstlich-sächsischer Kammerherr, auf dem Rittergut Kleinzschocher bei Leipzig mit einem großen Feuerwerk seinen 36. Geburtstag und nahm gleichzeitig, wie damals üblich, die Huldigung der ihm untergebenen Bauern entgegen.

Picander hatte in seiner Eigenschaft als Vorsteher der Stadt-Trank-Steuereinnahme, Weininspektor und Visir im Kreis Leipzig den Kreissteuerinspektor Dieskau zum Vorgesetzten. Sein Text trägt volkstümlich-derbe und manchmal ironische Züge und spielt auf eine Reihe lokaler Personen und Ereignisse der damaligen Zeit (z. B. Verletzung von Fischerei-Recht) an, wobei auch die Nachbarorte Knauthain und Cospuden genannt werden.

Es gilt als möglich, dass Picander Bach bat, seine Dichtung in Musik umzusetzen. Bei der Bauernkantate handelt sich um die Bach-Kantate mit dem spätesten feststellbaren Entstehungsdatum.

ErinnerungstafelBauernkantate

Erinnerungstafel am Ort der Uraufführung (auf dem Rittergut Kleinzschocher bei Leipzig

Es finden Feierlichkeiten statt, zu denen der Kammerherr Bier ausschenken lässt. Dies ist der Anlass für ein Gespräch zwischen einem namentlich nicht genannten Bauern (Bass) und der Bäuerin Mieke (Sopran), deren Dialog nach dem rein instrumentalen Eingangsstück die ganze Kantate prägt. Sie freuen sich über das Fest, tauschen teils zweideutige, teils eindeutige erotische Angebote aus und sprechen auch über die Machenschaften des Steuereinnehmers (Schösser); das Hauptthema ist jedoch das Lob des Gutsherrn Dieskau; auch dessen Frau und ihre Sparsamkeit werden erwähnt. Stellenweise wird dabei obersächsische Mundart verwendet („Guschel“ = Mund, „Dahlen“ = Liebesspiel, „Ranzen“ = Bauch, „prinkel“ = bisschen, „Neu-Schock“ = 60 Groschen).

Entsprechend dem Charakter des Textes schuf Bach eine relativ schlicht gehaltene Komposition mit kurzen Sätzen und meist einfacher Begleitung. Mehrfach griff er auf populäre Tanzformen und volkstümliche Melodien zurück (zum Beispiel das Volkslied „Mit dir und mir ins Federbett, mit dir und mir aufs Stroh“) sowie Teile aus früheren eigenen Stücken (Satz 14 aus BWV Anhang 11 und Satz 20 aus BWV 201/7).

Die Ouvertüre besteht aus einer groben Aneinanderreihung verschiedener höfischer Tänze ohne Übergänge, ohne Rücksicht auf Takt- und Tonartenwechsel (von A-Dur nach a-Moll und wieder zurück). Diese gewissermaßen bäuerliche Kompositionsart wird gelegentlich als ironische Anspielung auf die Thematik seitens Bachs interpretiert.

Die Arie Dein Wachstum sei feste und lache vor Lust! stammt ursprünglich aus der Kantate Der Streit zwischen Phoebus und Pan, wo Pan sie mit den Worten Zu Tanze, zu Sprunge, so wackelt das Herz vorträgt.

Concentus musicus Wien

Concentus musicus Wien

Kaffeekantate:
Schweigt stille, plaudert nicht (BWV 211), auch bekannt als Kaffeekantate, ist eine weltliche Kantate von Johann Sebastian Bach.

 

Dem Werk liegt eine Dichtung von Picander zugrunde, die dieser 1732 veröffentlichte. Vermutlich entstand die Kantate 1734, um im Zimmermannschen Kaffeehaus in Leipzig aufgeführt zu werden. Der Text muss zur damaligen Zeit populär gewesen sein, da er neben Bach von mindestens zwei weiteren Komponisten aufgegriffen wurde, wobei nur Bachs Interpretation einen zusätzlichen Schlussteil aufweist, dessen Urheberschaft durch Picander oder Bach selbst nicht gesichert ist. Es wird davon ausgegangen, dass Bach die Uraufführung der Kantate im Leipziger Café Zimmermann geleitet hat.

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Zimmermannisches Caffee-Hauß (rechts) in Leipzig

Im Gegensatz zu den meisten anderen weltlichen Kantaten Bachs ist dieses Werk keine Huldigung an die Obrigkeit, sondern skizziert humorvoll-ironisch eine Szene aus dem bürgerlichen Leben der Leipziger: Herr Schlendrian (Bass) versucht mit wütenden Drohungen seiner Tochter Liesgen (Sopran) die Unsitte des täglichen Kaffeetrinkens abzugewöhnen. Erst als er ihr die Erlaubnis zur Heirat in Aussicht stellt, lenkt die eigenwillige Tochter zunächst in der Arie „Heute noch, lieber Vater tut es doch“ ein, lässt aber im anschließenden Rezitativ des Erzählers heimlich verbreiten, dass sie nur einen Mann akzeptiert, der ihr auch in der Ehe jederzeit das Kaffeetrinken gestattet. Mit einem ironisch-versöhnlichen Trio der drei Gesangssolisten „Die Katze lässt das Mausen nicht“ endet die Kantate. (Quelle: wikipedia)

Dargeboten werden diese beiden Werke von dem Concentus musicus Wien unter der Leitung vom großen Nikolaus Harnoncourt:

Nikolaus Harnoncourt (* 6. Dezember 1929 in Berlin als Johann Nicolaus Graf de la Fontaine und d’Harnoncourt-Unverzagt;  † 5. März 2016 in St. Georgen im Attergau) war ein österreichischer Dirigent, Cellist, Musikschriftsteller und einer der Pioniere der historischen Aufführungspraxis.(Quelle: wikipedia)

„Historische Aufführungspraxis“ hieß dann bei Harnoncourt dass er sein Ensemble mit historischen Instrumenten spielen ließ … finde ich total faszinierend, denn diese Instrumente hatten ja ein paar Jahrhunderte auf dem Buckel.

Ursprünglich erschienen diese Aufnahmen im Jahr 1968 (eingespielt bereits 1967) … Diese Ausgabe war kostengünstig („Sonder-Ausgabe 10,– DM“)  und diente wohl auch Werbezwecken. In dem aufwendig gestaltetem Begleitheft gab es es ausführliche Übersicht über das Kantatenwerk von Bach … natürlich mit entsprechenden Kaufhinweisen.

Sei´s drum … eine nette Ergänzung zum Gesamtwerk von Bach (das ja kaum zu überblicken ist) sind diese Aufnahmen allemal.

NikolausHarnoncourt

Nikolaus Harnoncourt

Besetzung:
Concentus musicus Wien unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt
+
Max Van Egmond (Bass)
Kurt Equiluz (Tenor bei 02.)
Rotraud Hansmann (Sopran)

Booklet03A

Titel:
01. Mer hahn en neue Oberkeet (BWV 212) („Bauernkantate“) BWV 212 / 29.33
02. Schweigt stille, plaudert nicht („Kaffeekantate“ ) BWV 211 /  27.00

LabelB1

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OriginalLPFront+BackCover

Front + Back Cover der Erstausgabe aus dem Jahr 1968