Paul Alverdes – Die Hirtin auf dem Felde (1954)

titelEine ganz spezielle Weihnachtsgeschichte aus dem Jahr 1954. Auf die Besonderheit dieser Geschichte wird im Klappentext hingewiesen:

Fast zwei Jahrhundertd war die Anbetung des Kinds im Stall von Bethlehem den Hirten auf dem Felde überlassen. Alverdes ist der erste, der auch die Frau in diesen Kreis frommer Andacht hineinstellt und so eine Lücke schließt.

Ganz so emanzipatorisch, wie dieser Text vermuten lässt, ist die Geschichte allerdings nicht, Denn das Hirtenmädchen Susanna ist nicht sonderlich begeistert, als ihr heimlicher Freund (der Vater darf von nichts wissen !) ein heimliches Treffen abbricht, um dem Stern nach Bethlehelm zu folgen.

Nun gut, alles wird dann wieder gut und Mutter Maria hat für das verspätete Eintreffen von Susanna viel gütiges Verständnis …

Paul Alverdes (* 6. Mai 1897 in Straßburg; † 28. Februar 1979 in München) war ein deutscher Schriftsteller.

Alverdes stammte aus einer alten pommerschen Familie und war der Sohn des Feldwebels Hermann Alverdes und dessen Ehefrau Paula Arnols; er hatte noch eine ältere Schwester. Bedingt durch die Versetzung seines Vaters beendete Alverdes seine Schulzeit an einem Gymnasium in Düsseldorf. Bereits als Schüler hatte er sich der Jugendbewegung angeschlossen.

Mit 17 Jahren meldete er sich im August 1914 freiwillig als Soldat und wurde bereits nach kurzer Zeit an der Somme eingesetzt. Von dort kehrte er mit einer schweren Kehlkopfverletzung aus dem Krieg zurück. Die überwiegende Zeit seines Lazarettaufenthaltes verbrachte er in und bei Berlin.

Kriegsversehrt begann Alverdes an der Universität Jena Rechtswissenschaft zu studieren, brach aber bereits nach kurzer Zeit dieses Studium zu Gunsten von Germanistik und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ab. Dieses Studium konnte er am 27. Juli 1921 erfolgreich mit seiner Dissertation über den Pietismus abschließen.

Seit dieser Zeit lebte und wirkte Alverdes als freier Schriftsteller in München. 1925 heiratete er Rose geb. Weidner. Bereits während seines Studiums machte Alverdes in München die Bekanntschaft von Martin Bodmer und Herbert Steiner, die ihn ab 1930 für die Mitarbeit ihrer Zeitschrift Corona begeistern konnten.

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Paul Alverdes

Alverdes arbeitete neben anderen dort mit Hans Carossa, Hermann Hesse, Hugo von Hofmannsthal, Ricarda Huch, Max Mell und Emil Strauß zusammen. (Laut Armin Mohler zählte Alverdes zu den Autoren der sog. Konservativen Revolution). Alverdes war 1941 Teilnehmer am Weimarer Dichtertreffen, bei dem die Europäische Schriftsteller-Vereinigung gegründet wurde.

Neben seinem eigenen literarischen Schaffen machte sich Alverdes auch als Übersetzer einen Namen – unter anderem von Werken James Fenimore Coopers und Joseph Kessels. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er vorrangig für den Bayerischen Rundfunk. 1961 erhielt Alverdes den Deutschen Jugendbuchpreis und 1963 trat er der Bayerischen Akademie der Schönen Künste bei.
Rezeption

Für ihn war – wie für viele Schriftsteller, die Kriege miterlebt haben – das Frontleben in seiner Literatur bestimmend. Paul Alverdes beschönigte in seinen Romanen und Erzählungen die mit äußerster Brutalität geführten Kämpfe nicht, aber genauso wenig stellte er ihren Sinn in Frage. Er war der festen Überzeugung, dass der Krieg die positive Verwandlung eines Menschen hervorrufen könne und wollte dies auch literarisch gestalten.

Mit seiner Erzählung Die Pfeiferstube (erstmals veröffentlicht 1929 in Frankfurt am Main) erzielte er seinen nationalen Durchbruch. Darin finden vier am Kehlkopf verletzte Soldaten, drei Deutsche und ein Engländer, im Lazarett menschlich zueinander.

In der Novellensammlung Reinhold oder die Verwandelten (erschienen 1931 in München) ist der Protagonist ein junger Freiwilliger, der im Granatenhagel zum pflichtbewussten Menschen reift und die Anerkennung seiner Kameraden erlangt. Für ihn war aber nicht nur die Reifung eines Menschen von Bedeutung, sondern auch die Verantwortung für das Vaterland. So fühlte der junge Soldat „die Augen des Vaterlandes auf sich gerichtet, welches alles sah“.

In den Jahren 1934/35 folgten zwei Hörspiele: Die Freiwilligen und Das Winterlager. In beiden Hörspielen war das Leitthema die Pflicht gegenüber der Gemeinschaft über den individuellen Wünschen und Bedürfnissen.

Durch seinen erzählenden Bericht Eine Infanterie – Division bricht durch zog er harsche Kritik von Hans Grimm und Literaturfunktionär Hellmuth Langenbucher auf sich. Langenbucher zitierte Alverdes in seinem Band über Volkhafte Dichtung der Zeit von 1937 und attackierte ihn heftig. Auch mit der von ihm und Karl Benno von Mechow von 1934 bis 1944 herausgegebenen Zeitschrift „Das Innere Reich“ geriet Paul Alverdes in Gegensatz zur offiziellen Literaturpolitik der Nationalsozialisten. Ein Organ der geistigen Opposition oder gar des Widerstandes war die Monatszeitschrift jedoch nicht. (Anmerkung meinerseits: ich behaupte, das ist Geschichtsklättung: Dieses Blatt war wohl doch ein Nazi-Blatt !)

Nach 1945 veröffentlichte Paul Alverdes vor allem Kinderbücher und Hörspiele, erzählte jedoch in seinem letzten Roman Grimbarts Haus (1949) von einem Vater, der vier Söhne im Krieg verliert und deswegen den Verstand verliert. (Quelle: wikipedia)

Sein Sohn Jan produzierte übrigens die ganz frühen Pumuckl Radio-Sendungen (und verstarb leider schon mit 39 Jahren).

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Und wie so oft, sprechen bei bei diesem letztlich eher belanglosen Band die Illustrationen besonders an; sie stammen von Willi Harwerth:

Willi (eigentlich: Wilhelm) Harwerth (* 4. August 1894 in Borby (heute Eckernförde); † 4. Januar 1982 in Bensheim) war ein deutscher Grafiker und Illustrator.

Er studierte bei Walter Tiemann an der Königlichen Kunstakademie und Kunstgewerbeschule in Leipzig.

Danach arbeitete er als Zeichner bei der Schriftgießerei Gebr. Klingspor in Offenbach, wo er ab 1936 die Klasse für Heraldik, Illustration und Holzschnitt an der Kunstgewerbeschule übernahm.

Harwerth schuf Illustrationen und Buchschmuck (Vignetten) zu vielen Märchen- und Liederbüchern. Daneben entwarf er Bucheinbände. (Quelle: wikipedia)

Welches Geisteskind dieser Alverdes war, zeigt folgende Texpassagen:

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Nun gut, sowar das in der Bundesrepublik Deutschland in den 50er Jahren …

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