Peter Cornelius + Michael Cretu – Cornelius und Cretu (1992)

FrontCover1Ein ungemein intensives Album … wobei man im Traum nicht daran gedächt hätte, dass Peter Cornelius und Michael Cretu mal zu so einer Form der Zusammenarbeit finden würden.

Wer glaubt, gehaltvolle Lieder zu schreiben, sei ein Brauch aus längst vergangenen Hippiezeiten, wird jetzt eines Besseren belehrt. Peter Cornelius und Michael Cretu waren reif für die Insel und zogen sich für einige Monate in Cretus Digitolparodies auf Ibiza zurück. Dort erarbeiteten sie ein textorientiertes Musikkonzept, das so richtungsweisend ausfiel wie seinerzeit Grönemeyers legendäre BOCHUM-Idee. Cornelius und Cretu beweisen, daß feinsinnige Texte am Nerv der Zeil weder der Wanderklampfe noch der Brotgitarre bedürfen, um glaubwürdig zu sein. Großenteils om Sample-Computer eingespielte, filigrane Klangkollagen in sagenhafter Tonqualität bilden dos maßgeschneiderte Environment, wenn ganz persönliche Krisen unaufdringlich und sensibel aufgearbeitet werden, wenn Hoffnungen sich offenboren oder gar erfüllen. Und dabei weht nicht mal ein Hauch von diesem genre-typischen Selbstmitleid durch die Rillen. Cornelius als Meister der Sprache und Cretu als Guru des Klanges erzeugen eine unglaubliche Lust auf diese Reise durch Sound und Geist. (Musik-Express, November 1992)

Manch einer war verwirrt über dieses „düstermelancholische“ (copyright by Frau Knobloch) klingende Album … Und in einer Besprechung bei amazon fidet sich dann daher auch folgender Beitrag:

„Ich habe die CD gekauft, weil ich Peter Cornelius mag. In den ersten Jahren dachte ich: Mann, was für einen einschläfernd-monotonen Sprechgesang hat Cornelius diesmal dank Michael Cretus Mitwirkung abgeliefert!
Aber mit jedem Hören wächst diese eigenwillige CD. Die Texte sind poetisch bis philosophisch, und auch die von Cretu gesungenen Refrains gehen hier und da mit berührenden Harmonien unter die Haut.“ (Hugo Humpelbein)

Nun denn … es gilt auf eine Entdeckungsreise zu gehen … Mich hat dieses Album vorallem textlich überzeugt !

Michael Cretu

Besetzung:
Peter Cornelius (vocals)
Michael Cretu (all insruments)

Booklet01A

Titel:
01. Nur die Hoffnung nicht     4.10
02. Nichts ist vollkommen, nicht mal das Glück 4.05
03. Rettungsringe sterben aus 4.33
04. Alcatraz 3.25
05. Droge Liebe 4.14
06. Die Seele hat Nachtschicht 3.27
07.  Zeitmaschine 3.40
08. Jetzt oder nie 4.07
09. Schiffe versenken 4.26
10. Ins Gedächtnis tätowiert 4.06

Musik + Text: Peter Cornelius und Michael Cretu

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Rudi Kellerer – Hast scho g´hört (1982)

FrontCover1.JPGUnd jetzt ganz sicher mal wieder ein Schmankerl aus der Münchner Kleinkunst-Szene der 80er Jahre … jenem Jahrzehnt, in dem ich musikalisch eher inaktiv war … aber auch wenn man den Rudi Kellerer heute kaum noch kennt … dafür gibt´s dann ja diesen blog.

Und wer sich diese mega-rare LP anhören möchte, sollte sich auf all die Facetten dieses Musikers einlassen können.

Da ist z.B. der Musiker mit dem großen komödiantischem Talent … man höre dazu „Blah, blah, blah“ oder gar sein „Wachsfigurenkabinett“ an. Und da kann er locker mit dem Fredl Fesl mithalten … Prädikat: hinterfotzig !

Aber darauf sollte man ihn wahrlich nicht festlegen … denn da gibt es z.B. das hintergründig-tiefsinnige „Im Wald is nix los“; gleiches gilt für „Heut geht ma alles naus“, eine Ballade an den boarischen Prahlhans … man achte allerdings auf die letzten Zeilen … hintergründig-tiefsinnig eben.

Da gibt es den feinsinnigen Musiker in „Frühling“ und spätestens hier habe ich seine musikalische Partnerin Elisabeth Krojer zu erwähnen, die mit ihren fundierten, sensiblen Instrumentalbeiträgen ei ums andere mal brilliert …

Und da istdann auch noch der eher rebellische Liedermacher („Bloß daß a Ruah is“ … das Gitarren- und Flötenspiel erinnert dabei stark an Traffic in ihrer „John Barlecorn“ Phase).

Und so ist eigentlich jedes Stück ein Kleinod der Musik, der Kleinkunst-Musik … und wenn ich dann noch auf einen weiteren Höhepunkt hinweisen darf, bitteschön: „Da Saurier“ ist eine bitterböse Abrechnung mit dem modernen homo sapiens mit all seinen Attributen, die gelegentlich nur lächerlich wirken.

Später treten die beiden dann viele, viele Jahre als Musikkabarett auf … da gäbe und gibt es noch viel zu entdecken … dann aber im Jahre 2010 war Schluß:

Abschied

Heute ist der Rudi Kellerer als „One Man Band“ unterwegs … (siehe unten).

Aber da gibt es noch viel zu entdecken … und ich glaub´ich werd´mich da mal als Telefon hängen …

Und freuen darf man sich, über weitere Alben vom Rudi Kellerer …

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Elisabeth Krojer + Rudi Kellerer, 2009

Besetzung:
Rudi Kellerer (vocals, guitar, harmonica, percussion)
Elisabeth Krojer (flute, mandoline, trotophone, percussion)

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Titel:
01. Blah, blah, blah 2.23
02. Des kann se ändern 4.05
03. Hast scho g´hört ? 3.31
04. Hochzeitslied 3.09
05. Wachsfigurenkabinett 2.41
06. Im Wald is nix los 4.22
07. Da Saurier 4.17
08. I hab’s ned so g’moand 3.12
09. Frühling 3.12
10. Bloß daß a Ruah is 4.20
11. Entstehungsgeschichte des Jodlers 2.24
12. Heut geht ma alles naus 2.25

Musik + Texte: Rudi Kellerer

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Und heute tritt er als „One Man Band“ auf und zelebriert all die Hits der 60er und 70er Jahre …

Wine Street Dixie-Company – Wine Street Parade (1992)

FrontCover1Wirklich gute Dixieland-Musik aus good ol´Germany … anders kann man dieses Projekt nicht benennen.

Urspünglich (also im Jahre 1988) nannte man sich „Ringeljazz Orchester“ und schon damals wirkte Uli Stephan an der Posaune mit.

Ein Jahr später kam dann Erich Weber als Leiter der Band dazu und man nannte sich fortannWinstreet Dixie-Company“. Der Name hat wohl seinen Ursprung darin, dass diese Dixie-Company aus Rheinland-Pfalz stammte und man sich der großen Wein-Tradition dieser Region besann.

Als erstes veröffentliche man 1991 ne MC mit Liveaufnahmen vom „Landauer Sommer“. Und schon ein Jahr später kam dann diese, ihre erste CD auf den Markt.

Und seitdem machen die Jungs ihr Ding … und auch mit ensprechender Anerkennung: Die „Université Musique libre“ Brazzaville (Frz. Kongo) verleiht Erich Weber den Ehrentitel „Maître de chapelle“ . Diese Auszeichnung berechtigt zur Führung des elfenbeinernen Taktstocks.

Im Radio wie im Fernsehen sind sie in schöner Regelmässigkeit zu sehen; weitere CD-Produktionen folgen. Aber, wenn man schon etwas älter ist und dann auch noch über so viele Jahre zusammen ist, dann bleiben Todesfälle nicht aus. Schlagzeuger Rudi Schuster stirbt 2004, und im Jahr 2010 stirbt der Mitgründer und Banjo-Spieler Wolfgang Pres.

WineStreet1986

Im Jahre 1986

Und hier nun ihr 1. CD, von der stolz auf der homepage verkündet wird: „Die erste Studio CD aus dem Jahr 1992 war schneller vergriffen als produziert“. Nun, wer seine Freude an dieser Musik hat, kann sich hier nochmals bedienen … viel Vergnügen ! Und auch 2018 sind sie noch aktiv … z.B. am 23.09.2018 um 11.00 Uhr auf dem Federweißenfest in Friedelsheim.

WineStreet1992

Im Jahre 1992

Besetzung:
Reiner Achtermann (clarinet, saxophone, vocals)
Albrecht Daibel (bass)
Helmut Heidig (piano)
Wolfgang Pres (banjo, guitar)
Rudi Schuster (drums)
Wolf-Rüdiger Seelig (trumpet)
Uli Stephan (trombone)
Erich Weber (clarinet, saxophone, vocals)

Booklet1

Titel:
01. S-H-I-N-E (Dsabney) 2.51
02. Storyville Blues (Tradtional) 3.37
03. Swansee River (Traditional) 2.52
04. I Can´t Give You Anything But Love (McHugh/Fields) 4.02
05. Ory´s Creole Trombone (Ory) 3.06
06. Wild Man Blues (Morton/Armstrong) 2.47
07. Wolverine Blues (Spikes/Morton) 2.31
08. Royal Garden Blues (S.Williams/C.Williams) 2.35
09. Creole Love Call (Ellington) 4.41
10. Muskrat Ramble (Ory) 4.13
11. Barbara (Berking/Stassar) 3.13
12. Just A Little While To Stay Here (Traditional) 2.53
13. Bourbon Street Parade (Barbarin) 3.26

CD1

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Ludwig Güttler – Berühmte Trompetenkonzerte (1992)

FrontCover1Wunderbare Barockmusik . und Ludwig Güttler kann als Trompeter davon ein Lied singen:

Ludwig Güttler, OBE (* 13. Juni 1943 in Sosa im Erzgebirge) ist ein deutscher Trompeter und Dirigent. Er gilt als einer der weltweit führenden Trompeten-Virtuosen.

Nach seinem Studium bei Armin Männel an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig waren die Stationen seiner Laufbahn zwischen 1965 und 1990 das Händel-Festspiel-Orchester in Halle (Saale) (1965–1969), die Dresdner Philharmonie (1969–1980) und die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, wo er eine ordentliche Professur für Trompete innehatte. Daneben unterrichtete er beim jährlich stattfindenden Internationalen Musikseminar in Weimar.

Seit Mitte der 1970er Jahre ist Güttler überwiegend als Solist und später auch Dirigent im In- und Ausland tätig, wobei er sich hauptsächlich der Trompetenliteratur des 18. Jahrhunderts widmet: sein besonderer Arbeitsschwerpunkt ist die hochgestimmte Piccolotrompete für die Wiedergabe von Partien für die eigentliche Barocktrompete. Ferner war er an der Entwicklung eines modernen Blechblasinstrumentes beteiligt, das zur Wiedergabe von Partien für das historische Corno da caccia dienen sollte. Hergestellt wurde das Instrument durch den Blechblasinstrumentenbaumeister Friedbert Syhre in Leipzig.

Güttler spielte zusammen mit dem Neuen Bachischen Collegium Musicum unter Max Pommer zahlreiche Trompetenkonzerte ein, auch mit seinem langjährigen Orgel- und Cembalopartner Friedrich Kircheis verbindet ihn eine erfolgreiche Zusammenarbeit und Konzerttätigkeit. Eine große Zahl von Schallplatteneinspielungen Güttlers entstanden bei Eterna, viele in Koproduktion mit „Capriccio“, nach 1990 dann bei Berlin Classics und neuerdings auch bei Carus.

Güttler gründete 1976 das Leipziger Bach-Collegium, 1978 das Blechbläserensemble Ludwig Güttler und 1985 das Kammerorchester Virtuosi Saxoniae, dessen Leiter er ist. Außerdem ist er musikalischer Leiter der Festivals „Sandstein und Musik“ in der Sächsischen Schweiz und der „Musikwoche Hitzacker“.

LudwigGüttler1983 erhielt er den Schallplattenpreis der Deutschen Phonoakademie Hamburg als „Entdeckung des Jahres“, 1988 den Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg, 1989 den Frankfurter Musikpreis. Güttler erhielt 1978 und 1985 den Nationalpreis der DDR und wurde von der Staatsführung bei Festakten engagiert, das letzte Mal am 7. Oktober 1989. 1989 gab er den Nationalpreis zurück.

1992 sah sich Güttler in der Presse mit Vorwürfen konfrontiert, er sei Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen. Demnach soll er im September 1979 als IM „Friedrich“ angeworben und bis Januar 1983 für die Staatssicherheit aktiv gewesen sein. Den Inhalt der aufgefundenen Akte bezeichnete Güttler damals als gefälscht, da die dort protokollierten Treffen gemäß seinen eigenen handschriftlichen Unterlagen und auch aus dem Grund, dass er zu den in den Akten genannten Zeiten öffentlich zugängliche Konzerte gab, zeitlich und auch geographisch nicht möglich gewesen seien. Außerdem waren Personenangaben in den Akten fehlerhaft. Eine von ihm erstattete Strafanzeige stellte die Staatsanwaltschaft ein. Es wurde festgestellt, dass die Akten von der Stasi angelegt waren („Das Papier war echt.“). Zum Wahrheitsgehalt der in den Akten beschriebenen Vorgänge konnte die Staatsanwaltschaft Leipzig kein Urteil abgeben. Nach Einschätzung der BStU handelt es sich bei der insgesamt 266seitigen Akte „eindeutig um Unterlagen zu einem Inoffiziellen Mitarbeiter“. Güttler wurde seit 1969 bis 1989 dauerhaft durch Operative Vorgänge (OV) von der Staatssicherheit überwacht – inkl. Operativer Personenkontrolle (OPK). Nach Einschätzung der BStU handelt es sich bei der insgesamt 5000seitigen Akte „eindeutig um eine Opferakte“.

Ludwig Güttler ist seit 2007 in dritter Ehe mit Juliane Njankouo verheiratet. Er hat fünf Kinder, drei Söhne aus erster und zwei Töchter aus zweiter Ehe. (Quelle: wikipedia)

Wer – wie ich – einen Narren gefressen hat an barocken Klängen (speziell mit einer im Vordergrund stehenden Trompete) wird hier voll auf seine Kosten kommen: einfach nur köstlich ! Die hier präsentierte Version ist eine Wiederveröffentlichung aus dem Jahre 2009.

OriginalFrontCover1992

Original Frontcover, 1992

Besetzung:
Joachim Bischof (violoncello)
Michael Eckoldt (violin)
Ludwig Guttler (trumpet)
Friedemann Jahnig (trumpet)
Friedrich Kircheis (harpsichord, organ)
Mathias Schmutzler (trumpet)
Roland Straumer (violin)
Werner Zeibig (bass)

Booklet01A

Titel:

Richard Mudge: Konzert für Tompete und Streicher und Basso continuo D-Dur:
01. I. Vivace – II. Allegro 5.03
02. III. Larghetto andante 3.08

Fernando Antonio Lazarri: Sonata á 6 für zwei Trompeten, Streicher und Basso continuo D-Dur:
03. I. Presto e spicco 2.44
04. II. (Grave) Spicco – Cantabile – Grave 2.44
05. III. Presto  1.23

Georg Philipp Telemann: Konzert für Trompete und Streicher und Basso contino D-Dur:
06. I. Adagio  1.56
07. II. Allegro 1.47
08. III. Adagio 1.31
09. IV. Allegro 1.35

Petronio Franceschini: Sonata für zwei Trompeten, Streicher und Basso continuo D-Dur:
10. I. Grave  0.52
11. II. Allegro 1.25
12. III. Adagio 1.58
13. IV. Allegro 1.54

Leopold Mozart: Konzerte für Trompete, zwei Hörner, Streicher und Basso continuo D-Dur:
14. I. Adagio (cadenza: L. Güttler) 6.30
15. II. Allegro moderato 6.06

Antonio Vivaldi: Konzert für zwei Trompeten, Streicher und Basso continio C-Dur:
16. I. Allegro 2.38
17. II. Largo 1.03
18. III. Allegro  3.01

Joseph Haydn: Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur:
19. I. Allegro (cadenza: L. Güttler) 6.08
20. II. Andante 3,57
21. III. Allegro (cadenza: L. Güttler) 4.19

CD1

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Stephan Wald – Stephan Wald´s Hetzparade (1992)

FrontCover1Früher war er in aller Munde, das ist aber schon lange her … höchste Zeit also, sich mal wieder an den famosen Stephan Wald zu erinnern:

Stephan Wald (* 14. April 1951 in Gau-Algesheim) ist ein deutscher Kabarettist, Schauspieler und Stimmenimitator, der vor allem durch die Imitation von Helmut Kohl Bekanntheit erlangte.

Stephan Walds besuchte das Stefan-George-Gymnasium in Bingen, wo er 1970 das Abitur ablegte. Seinen Plan, ein Theologiestudium zu beginnen, um Pfarrer zu werden, gab er zugunsten einer Schauspielausbildung auf. Seinen Wehrdienst verweigerte er nachträglich. Seinen Zivildienst versah er daraufhin im Krankenhaus Bad Dürkheim, wo er 15 Monate lang in der Krankenpflege eingesetzt wurde. Der Umgang mit schwerkranken und sterbenden Menschen weckte in ihm wieder den Wunsch, Priester zu werden. Daher begann er ein Studium der Katholischen Theologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Dieses brach er nach zwei Semestern jedoch ab, um Schauspieler zu werden.

Seine Ausbildung erhielt Wald an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Hamburg, die er nach dreijährigem Schauspiel-Studium mit dem Diplom abschloss. Anschließend war er für zwei Jahre am Stadttheater Luzern und für drei Jahre am Stadttheater Koblenz engagiert. Später erhielt er das Angebot, in das Ensemble des Hamburger Kabaretts Das Schiff einzutreten, wo er bis 1983 blieb. In Hamburg hatte er zudem Gastrollen an den Kammerspielen und am Ernst Deutsch Theater.

StephanWald1Während seiner Zeit beim Schiff-Ensemble wurde er vor allem als Helmut-Kohl-Parodist bekannt. Im Jahr 1984 engagierte ihn der freie Journalist Günter Walter für das Schallplatten-Projekt Ich bin Kohl, mein Herz ist rein – Die Platte zur Wende, um die Stimme des Bundeskanzlers zu imitieren. Weitere Mitwirkende waren Thomas Freitag (als Franz-Josef Strauß und Ernst Dieter Lueg) sowie Elke Heidenreich. Auf diese erste Satire-Platte über Bundeskanzler Kohl folgten in den folgenden Jahren zahlreichen Rundfunk- und Fernsehauftritte des Kabarettisten. Wald wurde als exzellenter Parodist gefeiert.

In der Rolle Kohls hat Wald einige Male für Verwicklungen gesorgt. Nach einer satirischen Einlage mit Bezug zur so genannten Bitburg-Kontroverse in der am 1. Mai 1985 in der ARD ausgestrahlten Mai-Revue, in der Wald Bundeskanzler Helmut Kohl und Ron Williams US-Präsident Ronald Reagan parodiert hatte, verlangte die schwarz-gelbe Bundesregierung eine Entschuldigung vom WDR, der die Sendung produziert hatte. Auch viele Zuschauer protestierten. Die Satire von Wald und Williams erschien knapp zwei Wochen später auch auf einer Single, die Original-Fassung aber hält der WDR seither unter Verschluss.

Kurz darauf beklagte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Peter Kurt Würzbach, über den Auftritt Walds beim Offiziersball des Streitkräfteamts am 31. Mai 1985 beim stellvertretenden Generalinspekteur Horst Jungkurth. Der Amtschef als Leiter einer Bundeswehrdienststelle habe zugelassen, dass dieses gesellschaftliche Ereignis mit internationalen Gästen durch Walds Parodien zur Politisierung der Bundeswehr benutzt werden konnte. Würzbach sah einen Verstoß gegen die Treuepflicht gegenüber dem Dienstherrn im Frieden und im Verteidigungsfall, da er öffentliche Polemik gegen diesen geduldet habe.

Bereits Anfang Januar 1985 hatte das ZDF Stephan Wald wenige Tage vor der Show Menschen ’84 ausgeladen, weil den Verantwortlichen des Senders die darin vorgesehene Kohl-Parodie in einer Unterhaltungssendung zu „einseitig“ erschien. Ähnliches widerfuhr Wald zehn Jahre später im Jahr 1995 anlässlich der ZDF-Gala zu Inge Meysels 85. Geburtstag, als ihn ein Produktionsleiter bedrängte, auf die eingeplante Kohl-Parodie zu verzichten.

StephanWald

Zu den Persönlichkeiten, die Wald neben Kohl noch imitiert hat, gehören unter anderem Norbert Blüm, Marcel Reich-Ranicki, Alfred Biolek, Regine Hildebrandt, Karl Lagerfeld, Helmut Schmidt, Joschka Fischer, Rudolf Scharping, Johannes Rau, Antje Vollmer, Boris Becker, Inge Meysel, Heinz Rühmann, Ernst Dieter Lueg, Michael Mittermeier, Roman Herzog, Dieter Thomas Heck, Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher, Guido Westerwelle, Gerhard Schröder, Edmund Stoiber, Erich Böhme, Harald Schmidt, Verona Feldbusch, Peter Alexander und Heinz Schenk. Vor diesem Hintergrund antwortete er einmal auf die Frage „Wer ist nicht parodierbar?“ mit „Gott. Und Richard von Weizsäcker.“

Im Herbst 1986 ging er, ermuntert durch seine ersten Schallplattenerfolge – darunter Schwarzwortklinik (1985) – und nicht zuletzt durch Gert Fröbe, mit seinem ersten Soloprogramm Hungergala auf Tournee. Es folgten Öko-SAT (1989, auch als Fernseh-Show mit Wald, Ingolf Lück und Hans Werner Olm), Schizofritz (1993) und Nanga Parbat (1996) – letzterer Titel ist eine bewusste Anspielung auf den gleichnamigen „Schicksalsberg der Deutschen“. Für diese Programme, von denen zumeist auch Tonträgerveröffentlichungen entstanden, arbeitete Wald mit den Autoren Diether Dehm und Erich Virch zusammen. Daneben spielte er eine kleinere Rolle in Walter Bockmayers Heimatfilmparodie Die Geierwally (1988). In der Satire-Show Hurra Deutschland gab er von 1989 bis 1991 zusammen mit Thomas Freitag den in Form von Gummipuppen parodierten Prominenten aus Politik und Unterhaltung die Stimmen.

Mehrfach unterstützte Stephan Wald durch Auftritte mit seinen Satire-Programmen, bei denen er auf seine Gage verzichte, die Entwicklungshilfeprojekte des von Pfarrer Elmar Jung gegründeten Hilfswerks HANDinHAND e.V. in Indien. Beide kennen sich seit der gemeinsamen Studienzeit in Mainz, wo sie eine Zeitlang im dortigen Priesterseminar zusammen wohnten.

Personen

Mit dem Ende der Ära Kohl und dem Beginn der Kanzlerschaft Gerhard Schröders im Jahr 1998 ging Wald der wichtigsten Figur seiner Parodienummern verlustig. Der Kabarettist nahm eine zweijährige kreative Auszeit. Im Herbst 2000 kehrte er mit seinem neuen Soloprogramm Zombieland zurück. In diesem Rundumschlag gegen die Auswüchse der Spaßgesellschaft, mit dem er bundesweit auf Tournee ging, hatte Helmut Kohl allerdings „Auftrittsverbot“. 2003 zog sich Wald von der Bühne zurück, um nur noch als Privatier zu leben. Für die Gala der Zeit anlässlich des 90. Geburtstags von Altbundeskanzler und Herausgeber Helmut Schmidt kehrte Stephan Wald jedoch Anfang 2009 nach fünfjähriger Bühnenabstinenz eigens für diesen Abend zurück, um gemeinsam mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die im Zeit-Magazin geführten Gespräche „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ zu persiflieren.

Wald sah sich stets eher als Kabarettisten klassischer Prägung im Stile Werner Fincks und lehnte die um die Jahrtausendwende herum zunehmend aufkommende Comedy-Welle ab: „Als Kabarettist stellen Sie Ansprüche an den Intellekt – ein Comedian ist viel erfolgreicher.“

Stephan Wald hat sich mehrfach öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Andererseits gab er auch an, während seines Schauspielstudiums in Hamburg sehr unglücklich in eine Mitschülerin verliebt gewesen zu sein. (Quelle: wikipedia)

Hier also eine damals durchaus erfolgreichen Alben und er öffnet sich beim hören jenes Zeitfenster, vor dem dann viele von den Menschen erscheinen, die uns damals mehr als geläufig warenDa kommt zumindest bei mir schon ein bisschen Wehmut auf, einfach weil Wald nicht nur ein begnadeter Stimmenimitator war, sondern auch mit Texten jonglieren konnte, die fast immer Substanz hatten. Umso mehr habe ich ich gefreut, als er dann zumindest den 90. Geburtstag von Helmut Schmidt zum Anlass nahm, wieder mal ein Beispiel seines Könnens zum besten zu geben.

Stephan Wald

Besetzung:
Stephan Wald
+
Bonkie Bongaerts (piano)
Harold Nardelli (tuba)
Lupo Noltemeyer (bass)
Göran Walger (piano)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

Booklet1

Titel:
01. Das Gesäss (Dehm/Virch/Wald) 3.40
02. Der zweite Frühling (Walger/Kurbjuhn)  1.00
03. Die Stammwählerin (Kurbjuhn) 2.04
04. Rühmanns Geburtstag (Walger/Borowiak) 1.30
05. Muttermilch (Wald) 1.41
06. Klose, schlaf ein (I) (Walger/Dehm) 0.27
07. Tässchen Kaffee (Kurbjuhn) 0.44
08. Salzletten (Walger/Virch) 1.07
09. Kabarettistenrunde (Virch) 2.15
10. Menschliche Wärme (Dehm/Roos) 2.27
11. Selbstgespräch (Kurbjuhn) 1.42
12. Transfer (Walger/Kurbjuhn) 1.27
13. Abseitsfalle (Hefele) 2.01
14. Am Fenster (Walger/Roos) 0.48
15. Möbelmesse (Walger/Virch) 0.42
16. Schenk und Mercury (Walger/Dehm) 1.39
17. Abchasien ist Überfall (Roos) 0.57
18. Zensur (Walger/Dehm) 1.48
19. Bundestverdienstkreuz (Dehm) 1.16
20. Zorro (Virch) 3.36
21. Schöne Maid (Walger/Dehm) 1.20
22. Zigeunerleben (Traditional/Walger/Dehm/Wald) 2.27
23. Klose, schlaf ein (II) (Walger/Dehm/Wald) 0.57
24. Der blaue Stern (Virch) 3.04
25. Politik und Kunst (Dehm/Virch) 3.44
26. Brunsbüttel (Wald) 4.15
27. Flammende Erde (Roos) 1.02
28. Die Umwelt Umunserum (Dehm/Wald) 3.18
29. Vielsagend (Kurbjuhn/Wald) 1.15
30. Müllers Lust (Virch) 1.25
31. Der erfüllte Wunsch (Kurbjuhn) 1.23
32. Speicherplatz (Virch) 2.11
33. Entspannungsübung (Wald) 5.48

CD1

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Berliner Symphoniker – Symphonie Nr. 9 – Aus der neuen Welt (Dvořák) (1992)

FrontCover1Hier mal wieder ein Klassiker der klassischen Musik:

Die 9. Sinfonie e-Moll op. 95 (B 178) Antonín Dvořáks trägt den Namen Aus der Neuen Welt, da sie von Dvořáks dreijährigem Amerika-Aufenthalt inspiriert wurde. Sie wurde zu Lebzeiten als 5. Sinfonie des Künstlers bekannt.

Als Antonín Dvořák 1892 amerikanischen Boden betrat, um der Berufung zum Direktor des National Conservatory of Music of America Folge zu leisten, war er bereits ein weltbekannter Komponist. Seinen Ruhm begründete er mit den Kompositionen „Die Erben des Weißen Berges“ (1872), früheren Sinfonien, den „Mährischen Duetten“ und den Slawischen Tänzen. Es war daher nicht verwunderlich, dass Jeannette Thurber, die Witwe eines wohlhabenden Kaufmanns und Mitbegründerin des New Yorker Instituts, ihm diesen lukrativen und prestigeträchtigen Posten anbot.

Mit der 9. Sinfonie, die während seines dreijährigen Amerika-Aufenthaltes entstand, schuf Dvořák sein wohl populärstes sinfonisches Werk. Obwohl Dvořák als Dirigent und Lehrer die Aufgabe übernommen hatte, eine junge Musikergeneration heranzubilden, die einen national-amerikanischen Musikstil entwickeln sollte, ist seine 9. Sinfonie keinesfalls amerikanische Musik. In einem Zeitungsinterview erklärte er seine Vorgehensweise:

„Ich studierte sorgfältig eine gewisse Zahl Indianischer Melodien, die mir ein Freund gab, und wurde gänzlich durchtränkt von ihren Eigenschaften – vielmehr ihrem Geiste. Diesen Geist habe ich in meiner neuen Sinfonie zu reproduzieren versucht, ohne die Melodien tatsächlich zu verwenden. Ich habe schlichtweg originäre Themen geschrieben, welche die Eigenheiten der Indianischen Musik verkörpern, und mit den Mitteln moderner Rhythmen, Harmonie, Kontrapunkt und orchestraler Farbe entwickelt. […]
Nun, ich stellte fest, dass die Musik der Neger und die der Indianer praktisch identisch war.“

Titelblatt

Titelblatt der Partitur von Dvořáks 9. Sinfonie

Der letzte Satz illustriert, dass Dvořáks Kenntnis authentischer Musik von Indianern und Schwarzen nicht sehr tiefgehend gewesen sein kann. Die Einflüsse sind dennoch in verschiedenen harmonischen und rhythmischen Eigenheiten der Sinfonie erkennbar. So basiert die Englischhorn-Melodie des 2. Satzes auf der halbtonlosen fünftönigen Skala der Pentatonik, die in der Musik der Indianer gebräuchlich war. (Wichtiger ist aber die große Rolle, die Longfellows Dichtung über „Hiawatha“ – das ist der Häuptling, der den Irokesen-Bund der Indianer begründete – in der Sinfonie spielt, siehe unten.) Rhythmisch fallen auch die für Negro Spirituals typischen Synkopen auf (1. und 3. Hauptthema des 1. Satzes). Daneben zeigt sich unverkennbar der böhmische Musiker mit seiner in der heimatlichen Volksmusik verwurzelten Tonsprache, wie z. B. beim gemütvollen Ländler des Scherzo-Trios.

Die Themen der Ecksätze sind kurz und prägnant und der oben erwähnten Grundkonzeption zyklisch untergeordnet: das 1. Hauptthema des 1. Satzes erscheint in allen folgenden Sätzen. Im Finale sind außerdem die Hauptthemen des 2. und 3. Satzes andeutungsweise verarbeitet. (Quelle: wikipedia)

In den USA

Antonín Dvořák in den USA (ca. 1895)

Hier in einer Einspielung mit den Berliner Symphonikern unter der Leitung von Alun Francis zu hören.

Keine Referenzaufnahme, aber dennoch … in einem Klassik-Forum schreibt ein Waler Krause folgendes:

„Zwar nicht unter den Spitzenleistungen, aber auch nicht so schlecht klingt in meinen Ohren die Aufnahme mit Alun Francis und den Berliner Symphonikern. Zu Beginn klingt sie zwar nicht besonders, aber dann steigern sich Dirigent und Orchester und finden zu einer recht ansprechenden Leistung. Was der Einspielung im Vergleich schadet, ist die nicht so spitzenmäßige Tonqualität. Da das Bessere bekanntlich des Guten Feind ist, war von der Francis-Aufnahme meines Wissens nur in einem anderen Dvorak-Thread und eher abwertend die Rede.

Übrigens: Der Dirigent stammt aus Wales, wurde 1943 geboren und hat eine ziemlich bunte Karriere in Europa und Amerika gemacht. Zuletzt war er, soweit mir bekannt, wieder in Deutschland tätig.“

Übrigens: Selten habe ich eine so lieblose Präsention eines klassischen Albums gesehen …

Na ja … immerhin gibt´s dann noch als Zugabe die Konzertouvertüre Othello, ebenfalls von Dvořák komponiert.

Neue Welt

Hat Antonín Dvořák die neue Welt jemals so gesehen ?

Besetzung:
Berliner Symphoniker unter der Leitung von Alun Francis

Booklet01A

Das Begleitheft präsentiert ausschli0elich andre Aufnahmen des Labels

Titel:

Antonín Dvořák: Symphonie Nr. 9 – Aus der neuen Welt:
01. 1. Satz: Adagio – Allegro molto 11.49
02. 2. Satz: Largo 12.59
03. 3. Satz: Scherzo, Molto vivace 7.33
04. 4. Satz: Allegro con fuoco 11.08

Antonín Dvořák: Othello:
05. Konzertouvertüre fis-moll op. 93

CD1

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Alun Francis

Alun Francis

 

Verschiedene Interpreten – Songs gegen Sucht (1993)

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Tja, da gab´s mal ein engagiertes Kreisjugendamt im oberbayerischen Landkreis Starnberg … und das lobte einen Wettbewerb aus; dieser „sollte über das Medium Rockmusikeine Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen und zu einer positiven Lebenseinstellung führen“ (Hüllentext).

Und so kamen drei Amateurbands aus dediesem Landkreis dann in den Genuss, in einem Studio ihre Songs gegen Drogen usw. einzuspielen.

Aufnahmeort waren dann die „Red Rooster Studios“ in Tutzing und der Kenner der deutschen Musikszene ahnte bereits, wer da als  musikalischer Schirmherr fungiert hat: Kein anderer als Peter Maffay, dem Eigner der Red Rooster Studios …

Und mit dem großartigem Drummer Pete York (der damals ebenfalls im Landkreis Starnberg lebte) hatte man gleich ein zweites Schwergewicht der (internationalen) Musikszene im Boot.

Und so entstanden dann drei Aufnahmen, die dann als CD veröffentlicht und verkauft wurden …  Diese CD wurde dann auch noch in ein flott gestaltetes Begleitheft verpackt …  … Soweit so gut und auch wenn die Texte ein wenig bemüht klingen, musikalisch sind hier überzeugende Beispiele aus der deutschen Amateuer-Szene jener Jahre entstanden.

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Tja, da gab´s mal einen engagierte Kreisjugendpfleger im oberbayerischen Landkreis Starnberg, der dieses Projekt ausgeheckt hat und sich auch den Arsch aufgerissen hat, um die Finanzierung beim Kreiskämmmerer durchzubringen. Und er war damit erfolgreich. Und dieser Kreisjugendpfleger hieß Eduard Zenger … und ab hier wird´s nun sehr persönlich, denn ich nenn den Eduard von nun an Edi … denn ich habe ihn bereits in den 80er Jahren, als er noch in Weilheim arbeitete …

Und ich erinnere mich an so etliche durchzechte Nächte, bei denen wir aus dem Lachen nicht mehr herauskamen ,,, einfach weil der Edi ein Supertyp war und er und sein Humor sowas von ansteckend war …

Und in den 90er Jahren sind wir uns immer wieder mal um über den Weg gelaufen, haben uns angegrinst, ob unserer früheren Nächten voller Lebenslust … aber beruflich gingen wir dann halt unterschiedliche Wege … und so verlor ich ihn ein wenig aus den Augen … bis ich dann erfuhr, dass er an der Parkinsonschen Krankheit litt …  aber das hielt ihn nicht ab, seine geliebte Jugendarbeit weiter zu betreiben:

Er ist eine Institution im Landkreis Starnberg. Der Profi-Jugendliche ist seit 25 Jahren im Dienst. Kreisjugendpfleger Eduard „Edi“ Zenger will noch zwei Jahre im Amt bleiben.

Ehe der gebürtige Burgweintinger, Sohn eines Postbeamten, am 1. Januar 1988 sein Amt beim Fachbereich Jugend und Sport im Landratsamt Starnberg antrat und damit eine ganze Ära einläutete, hatte er seit 1981 bereits das Weilheimer Jugendzentrum geleitet. Für den damals selber noch jungen Mann ein ziemliches Kontrastprogramm zu den eigenen, „wilden Jahren“. Eigentlich wollte er ja Nautik studieren, erzählt Zenger und schaut wie ein Seebär, der nur kurz an Land gegangen ist: „Ich habe bei der Bundeswehr eine Marinetaucher-Ausbildung gemacht und bin dann zu einer Reederei im norwegischen Stavanger gegangen.“

Bevor Zenger sein Studium begann und nach Weilheim ging, hat er sich aber noch fremde Länder und Menschen angeschaut und seine Sinne geschärft – zum Beispiel in Indien, Indonesien und Südamerika. In Peru lernte er einen Pater kennen, der die von den Machthabern des Landes äußerst misstrauisch beäugte Befreiungstheologie lehrte. Edi, wie ihn Freunde und Mitarbeiter nennen, brachte also seinen weiten Blick auf die Welt und eine starke Verbundenheit zum Meer mit in seine Arbeit ein.

Unter der Überschrift Erlebnispädagogik wurde gleich mal Segeln ins Programm des Jugendamtes aufgenommen. „In jahrelanger Arbeit haben wir uns einen 20er Jollenkreuzer, die Shanty, selber hergerichtet“ – Jugendarbeit am Wasser sozusagen. Reisen nach Frankreich, Ungarn, Italien/Sizilien gehörten damals auch zum Angebot des Jugendamtes.

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Mittlerweile haben sowohl die institutionalisierte Jugendarbeit (Jugendamt und übergeordnete Ebenen, Jugendherbergswerk, Suchtberatung) wie auch die offene Jugendarbeit (Jugendhäuser) auf die vielschichtige Problematik in den Familien reagiert. Es gibt auf Anregung von Eduard Zenger auf Kreisebene das Internationale Jugendcamp, den Arbeitskreis Sucht, es gibt die Suchtpräventionsberatung bei Condrobs, es gibt Programmangebote für Alleinerziehende und deren Nachwuchs. Die hohe Scheidungsrate hat ihre Auswirkungen auch auf die Jugendarbeit. „Am Anfang war es relativ einfach, für diese Herausforderungen ein Konzept zu schreiben und es dem damaligen Leiter des Kreisjugendamtes, Bernhard Frühauf, vorzulegen“, erinnert sich Zenger, „heute ist der Verwaltungsaufwand mehr geworden.“
„Wichtig für Effektivität war die Vernetzung zwischen Schulen, offener und Verbandsjugendarbeit“, stellt Zenger fest. Er kann stolz sein auf das in fast drei Jahrzehnten Erreichte: Der von ihm mit konzipierte Jugendhilfe-Plan von 1990 für den Landkreis Starnberg hat als Vorbild für ganz Bayern gedient.

Anfangs gab es hauptamtlich betreute Jugendzentren nur in Starnberg und Gauting, während die Jugendhäuser in Seefeld, Inning und Wörthsee in Selbstverwaltung liefen. Erst das „zweite Standbein“, die offene Jugendarbeit, habe den Stellenwert der Jugendarbeit insgesamt gehoben, lautet die heutige Einschätzung. Inzwischen kümmert man sich in Pöcking, Seefeld, Gilching und Krailling hauptamtlich um Jugendliche, in Tutzing und Feldafing gebe es immerhin Ansätze, nur Andechs und die etwas zersiedelte Gemeinde Berg seien noch weiße Flecken auf der Karte.

„Ich selber möchte heute trotz des verbesserten Angebots kein Jugendlicher sein“, sagt Zenger. Früher habe man zum Beispiel auf dem Dorf nur die Vereine gehabt und „halt genommen, was da ist“ – heutzutage gerieten die jungen Leute dagegen eher in Freizeitstress, was wiederum mit dem Anspruchsdenken mancher Eltern in Starnberg und Umgebung zu tun habe: Das „Kind“ soll Reiten lernen, Klavier/Geige, Ballett, Taekwondo, es soll Fußball spielen und Ski fahren können, rudern und segeln – und außerdem noch gute Schulnoten haben.

Junge Leute bis 25 Jahre können sich an dem vom Landratsamt, dem Kino Breitwand und der Peter Maffay Stiftung ausgelobten Wettbewerb beteiligen. Sie sollen einen Kurzfilm drehen zum Thema "Landkreis Starnberg - Ort der Vielfalt" mit einer Länge von 90 Sekunden. (auch bei diesem Projekt hatte der Edi seine Finger im Spiel)

Junge Leute bis 25 Jahre können sich an dem vom Landratsamt, dem Kino Breitwand und der Peter Maffay Stiftung ausgelobten Wettbewerb beteiligen. Sie sollen einen Kurzfilm drehen zum Thema „Landkreis Starnberg – Ort der Vielfalt“ mit einer Länge von 90 Sekunden. (auch bei diesem Projekt hatte der Edi seine Finger im Spiel)

So oder so hat Zenger ein gewisses Statusdenken beobachtet am Starnberger See: „Die Eltern setzen sich selbst und ihre Kinder unter einen bestimmten materiellen Druck.“ In der Schule heißt derlei „Markenklamotten-Terror“. Er habe schon mit Eltern zu tun gehabt, die ihren Sprösslingen 50 Euro Taschengeld für die Jugendfreizeit in Oberammergau mitgeben und auf Einzelzimmer bestehen, berichtet Zenger.

Die Jugend von heute: Unpolitischer soll sie angeblich sein, überwiegend eine Scheu vor Gremien und dauerhaftem Engagement haben. „In bestimmten Entwicklungsphasen eines jungen Menschen ist es völlig untypisch, sich festzulegen“, weiß Zenger längst. Kurzzeitige Projekte spiegelten viel eher das wahre Leben und seinen rasanten Wandel wider. Was aber die „neuen Medien“ propagieren, habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun, wecke nur nicht erfüllbare Sehnsüchte, kritisiert der erfahrene Jugendbegleiter. „Zu unserer Aufgabe ist es auch geworden, die Medienkompetenz junger Menschen als Schlüsselqualifikation zu fördern.“ Das kann schon mit Kinderkino beginnen, wie es das Jugendamt vor einiger Zeit sogar in Dörfern wie Machtlfing ins Leben gerufen hat. „Andere Sehgewohnheiten“ lautet die Zielsetzung – man könnte auch sagen: Kritisch-selektives Fernsehen.

Bis 63 will er noch arbeiten, obwohl ihm seit 2012 eine Parkinson-Erkrankung zusetzt: „Ich werde mich auch danach noch in der Jugendarbeit engagieren, vielleicht als Coach für Mittelschüler“, sagt Zenger, „den Bezug zur Jugend möchte ich nicht verlieren.“ (Münchner Merkur, 23.02.2013)

Tja … die letzten Jahre waren dann sehr schlimm … ich konnte seinen Verfall, der wöchentlich fortschritt kaum ertragen … die letzten Wochen in der Arbeit waren für alle Beteiligten wohl eine Qual, und gut 2 Jahre nach dem oben zitierten Artikel ist der Edi dann gestorben:

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Und so widme ich diese 3Track CD dem Edi … und man glaube mir … diesen Beitrag zu schreiben, fiel mir nicht leicht …denn er war ein ganz besonderer Edi …

Und wer jetzt den Eindruck hat, ich habe dem Edi hier ein kleines Denkmal gesetzt … ja, der hat recht, denn wer ihn einmal kennengelernt hat, den Edi … der weiss, dass er genau das verdient hat !

Besetzung:

besetzung

Titel:
01. Troubadour: Der Zug (Ziegleder) 5.57
02. Klabund: In der Hand (Friedrich/Steinbrecht) 7.01
03. Celsius Allstar Project: Einmal ist keinmal (Steffes/Thalmeier) 5.31

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(diesmal ohne Passwort)

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