Orchester + Chor Kay Webb – Die Stimmungsbombe (1974)

FrontCover1Natürlich ist diese Scheibe besonders für die närrischen Zeit geeigmet.

Und natürlich wird hier wieder mal der allseits beliebten Tanz und Schunkelmusik gehuldigt, so dass es quasi die reinste Freude ist.

Vielleicht sogar spannender als das Album ist dieser Frage, wer verdammt nochmal dieser Kay Webb war … Nun diese Antwort lässt sich relativ leicht geben: Hinter diesem Pseudonym steckt anscheinend ein weiterer Tausendsassa der deutschen Unterhaltungsmusik, Frank Valdor.

Für das Maritim Label (ein Sub-Label von Ariola, natürlich als Billig-Label konzipiert) nahm er unter diesem Namen dutzende von Alben auf … schier unglaublich !

Vielleicht sollte ich nicht jeden Abend auf irgendwelche Karnevals-Sitzungen herumtollen … auf jeden Fall fühle ich mich heute weitere discographische angaben (wie Komponisten etc.) hinzuzufügen (zumal ich den Eindruck habe, dass bei der Nennung der Titel etc. wieder mal so einiges durcheinander geraten ist).

Sei´s drum: Narrenkappe aufsetzen und ein beschwingtes Vergnügen ist garantiert !

Hier tobt der Bär

Hier tobt der Bär

Besetzung:
Orchester + Chor Kay Webb unter der Leitung von Frank Valdor

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Titel:
01.  Humba tatara + Einmal am Rhein + Kornblumenblau
02. In München steht ein Hofbrauhaus + Der schönste Platz ist immer an der Theke + Es gibt kein Bier auf Hawaii
03. Geben Sie dem Mann am Klavier + Heute blau und morgen blau
04. Jetzt trink’n ma noch a Flascherl Wein + Nach Hause geh’n wir nicht + Du kannst nicht treu sein
05. Schnaps, das war sein letztes Wort
06. Wir kommen alle in den Himmel + Wir machen durch bis morgen fruh
07. Oh, du lieber Augustin + Lustig ist das Zigeunerleben + Wir sind die Sanger von Finsterwalde
08. Ein Prosit der Gemutlichkeit + Mein Hut der hat drei Ecken + Freut euch des Lebens
09. Das Lieben bringt gross‘ Freud‘ +  Es geht ein Rundgesang + Lang, lang ist’s her
10. Es war einmal ein treuer Husar + Bier her, Bier her + Eine Seefahrt, die ist lustig
11. Schon wieder eine Seele vom Alkohol gerettet + Denn wir haben den Kanal noch lange nicht voll

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Die Nussknacker – Des kleinen Mannes Sonnenschein + Das Leben ist am schwersten (1966)

FrontCover1Also die Geschichte der „Nussknacker“ ist mehr als wirr und verwirrend.

Und wenn ich nicht diese famose Seite memoryradio.de gäbe, würde ich bezüglich der Nussknacker dumm sterben.

Also, ich versuche mal die wirren Informationen ein wenig zu bündeln.

Es gab in den 60er Jahren einen Carl Gross aus Frankfurt, der war nicht nur so eine Lokalmatador, sondern auch ein musikalischer Hans-Dampf-in-allen-Gassen … denn er veröffentlichte unter diverse Namen wie Freudenspender, Flaschenkinder, Die Schnapsdrosseln und und und … diverse Singles und das bei allen nur denkbaren Labels.

„Niemand im deutschen Schaugeschäft hat mit dem gleichen Namen in einem Jahr soviele SIngles auf sovielen verschiedenen Labels herausgebracht. Carl Gross hat dies 1964 geschafft. Damals hat er vier Singles auf vier verschiedenen Labels veröffentlicht! Dies dürfte möglicherweise nicht nur deutscher Rekord, sondern auch Weltrekord sein.
Insgesamt hat Carl Gross 1964 sieben Singles veröffentlicht: veri als Carl Gross. Hinzukommen eine als Karl Gross, eine als Charly Gross bzw. Käpt’n Bill eine und eine als Charly Valentino.“ (Quelle:waelz in memoryradio.de)

Und noch ein paar Schnipsel zu Carl Gross:

GROSS, CARL, Sänger, u.a. Abonnent auf die Spitzenplätze in den Faschings-Hitparaden, 1960 Neckermann, 1964 Bella Musica, 1965 Populaer, 1966-68 Polydor (52748 „Tschindera“/“Wenn Du Nur Kein Weh-weh-chen Hast“ & HUGO WOLF-Sextett, 53046 „Hochzeit Ist Die Schönste Zeit“/“Schön Ist So Ein Kinderwagen“ HUBERT WOLF und seine Original Böhmerländer, CARL GROSS & HEDI WOLF), 1971 Metronome M 25359 („Wir Sind Die Flaschenkinder“/“Wum Wum Wum“ & Die FLASCHENKINDER), 1973/78 CBS (1889 „Ja Nach Dem Zehnten Bierchen“/“Ich Hab’ Durst“, 6928 „Die Odenwälder Uhr“/“Der Odenwaldtrompeter“), Victoria, 1965 auf Bellaphon als LARRY (nicht zu verwechseln mit dem LARRY auf Ariola!), Weltmelodie, Record Ton

Seine Spezialität waren wohl Stimmungs- und Sauflieder, wie sie auch auf dieser Singel geboten werden.

Eigentlich komisch, dass sich dann die Spuren dieses Tausendsassas irgenwann im Sand verlaufen haben … Aber hier kann man ihn zumindest nochmals hören.

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Die gleiche Single in der Metronome Firmenhülle

Besetzung:
Die Nussknacker

Titel:
01. Des kleinen Mannes Sonnenschein (Lambacher/Scheffel) 2.29
02. Das Leben ist am schwersten (Obermair/Welker) 2.16

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Verschiedene Interpreten – Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (1965)

FrontCover1Wenn das Plattenlabel „Fass“ heißt, dann kann man sich natürlich mit dem Titel „Das grosse Stimmungsfass“ ein nettes Wortspiel leisten. Und ich gestehe: Fast hätte ich es vergessen, was der 11.11. für viele Menschen in unserer Republik bedeutet. Wäre da nicht so eine Kollegin, die ich sehr schätze, die mich vor ein paar Jahren mal als rheinische Frohnatur keck-jeck anblinzelte und mich augenzwinkernd daran erinnerte … dass am 11.11. ja die Karnevals-Saison eingeläutet wird.

Nun denn, dann will ich mal nicht so sein, und natürlich auch dieses Großereignis hier entsprechend würdigen, denn der nächste 11.11. kommt bestimmt ….

Dieser „Riesenspass“ („Ein großes Potpourri voller Stimmung, Schwung und guter Laune“) besteht aus insgesamt 46 Gassenhauern, die im damaligen Medley-Stil wie Perlen auf einer Kette aufgereiht ohne Pause oder sonstwas durch die Boxen knallen, auf das ja keine Verschnaufpause eintreten könnte.

Wem das dann noch nicht reicht, kann sich auf der Rückseite über allseits beliebte Partyspiele informieren, die dann z.B. „Das musikalische Wanderspiel“, „Der Huttanz“ oder auch Das Frage- und Antwort-Spiel“ heißen. Da kommt dann bei mir als bekennenden Party- und Faschingsmuffel besonders gut an. Und Titel wie „O alte Burschenherrlichkeit“ lösen bei mir geradezu größte Heiterkeit aus …

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So lustig kann der Karneval sein …

Sie´s drum: ‚Allen Jecken und Narren und die, die es noch werden wollen, wünsche ich mit dieser Stimmungsplatte viel Vergnügen und natürlich wird dies nicht die einzige bleiben, die das närrische Treiben 2014/15 hier begleiten wird.

Aber noch ein Wort zu diesem für mich eher rätselhaftem Label.

Ein gewisser „sif“ gestaltete auf der informativen Seite „rateyourmusic.com“ die Fass-Label-Discographie“ Seite. Und dort steht dann zu dieser LP „Das ist meines Wissens nach die erste FASS LP. Und wegen der Pedanterie: auf dem Cover ist als Best.Nr. „stereo 1431 FASS“ angegeben, auf dem Label steht „1431 FASS“.

Die zweite bekannte FASS LP ist dann nach Weihnachts-LP, die dritte (und hier wird das Jahr 1966) angegeben wiederum eine Stimmungsplatte. Ich vermute daher, dass diese LP so ca. im November 1965 (also passend zum Auftakt der närrischen Zeit) erschienen ist. Aber genaueres weiss man ja bei diesen Billig-Labels eh nie so genau.

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Karnevals-Veranstaltung (1965) mit Jupp Schmitz

Und über einen der Mitwirkenden, Erwin Hartung habe ich auch noch ein paar biographische Informationen gefunden:

Erwin Hartung (* 4. März 1901 in Bromberg (damals: Provinz Posen); † 25. Januar 1986 in Düsseldorf) war ein deutscher Sänger. In den 1930er Jahren war er einer der meistbeschäftigten Refrainsänger auf deutschen Schallplatten.

ErwinHartungVon Hause aus war er Schauspieler und Operettenbuffo, sein Rollenfach war der »singende Bonvivant«. Er begann seine Laufbahn 1920 an den Städtischen Schauspielen in Bayreuth, bevor er nach weiteren Engagements in Konstanz und Breslau 1925 nach Berlin kam. Hier gehörte er (nach verschiedenen kleineren Engagements) seit 1926/27 dem Ensemble des Theaters im Admiralspalast an und wirkte dort in den Haller-Revuen mit. 1929 wurde er von dem Orchesterleiter Paul Godwin für die Schallplatte entdeckt. Seitdem riss die Serie der Schallplatten-Aufnahmen mit ihm als Refrainsänger nicht ab, zum Teil unter Pseudonym (oft als Ernst Harten oder Hans Horsten). Es gibt mindestens 3000 Aufnahmen mit ihm, wahrscheinlich über 5000. Von 1939 bis 1946 war er mit der erfolgreichen Operettensängerin Mara Jakisch verheiratet. Aus dieser Ehe ging ein Sohn, Götz Hartung, hervor.

Neben seiner Schallplatten-Tätigkeit wirkte er auch weiter als Schauspieler auf der Bühne und in Filmen mit. In dem Film »Husarenliebe«, einem Militärschwank von 1932, spielte er eine Hauptrolle.

Weitere Filme: Kind, ich freu mich auf dein Kommen (1933, Regie: Kurt Gerron) + Heiratsinstitut Ida & Co. (1937) und andere.

Schon 1936 trat er (mit Emanuel Rambour und seinem Orchester) auch im Fernsehen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Hartung als Interpret von Stimmungsliedern hervor und spielte bis in die 1970er Jahre vereinzelt kleine Rollen am Theater und im Fernsehen. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:
Erwin Hartung, dem „Trio Sorrento“, den „Ping-Pongs“, vielen anderen und einem Stimmungs-Orchester.

(Eine Zuordnung der Interpreten ist nicht möglich)

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Titel:

Seite 1:  Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (Teil 1) (18.15):
01. Ein Prosit der Gemütlichkeit
02. Schon wieder eine Seele vom Alkohol gerettet!
03. O, du lieber Augustin
04. Die Vogelhochzeit
05. Aus der Jugendzeit
06. Alle Vögel sind schon da
07. Ein Jäger aus Kurpfalz
08. Waldeslust
09. Wir sind die Sänger von Finsterwalde
10. Warum weinst du, holde Gärtnersfrau
11. Lang, lang ist’s her
12. Drunten im Unterland
13. Es geht ein Rundgesang
14. Das Lieben bringt groß‘ Freud‘
15. Mein Herz, das ist ein Bienenhaus
16. Schön ist die Jugend
17. Ach, wie ist’s möglich dann
18. Im Wald, im grünen Walde
19. Mädle, ruck, ruck, ruck
20. Auf de schwäbsche Eisebahne
21. Mein Hut, der hat drei Ecken
22. Muß ich denn zum Städtele hinaus
23. Es war einmal ein treuer Husar

Seite 2:  Das grosse Stimmungsfass – Ein Riesenspass (Teil 2) (18.28):
24. Horch, was kommt von draußen rein
25. Du, du liegst mir im Herzen
26. Schwarzbraun ist die Haselnuß
27. Ein Heller und ein Batzen
28. Lustig ist das Zigeunerleben
29. O alte Burschenherrlichkeit
30. Guter Mond, du gehst so stille
31. Ich bin ein Musikante
32. Eine Seefahrt, die ist lustig
33. Hamburg ist ein schönes Städtchen
34. Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein
35. Im tiefen Keller sitz ich hier
36. Drum, Brüder, wir trinken noch eins
37. Denn wir hab’n den Kanal noch lange micht voll
38. Bier her, Bier her
39. Keinen Tropfen im Becher mehr
40. Alt-Heidelberg, du feine
41. O wie wohl ist mir am Abend
42. Freut euch des Lebens
43. Das Wandern ist des Müllers Lust
44. Du bist verrückt, mein Kind
45. Daß du mich liebst, das weiß ich
46. O du wunderschöner deutscher Rhein

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Heinz Winkel + Großes Blasorchester – Unsterblicher Karneval (1954)

FrontCover1Na denn, dann spendier´ ich noch ne Runde Karneval und pack  mal die Single „Unsterblicher Karneval“ aus. Gespielt von einem großem Blasorchester unter der Leitung von Heinz Winkel:

Heinz Winkel (* 19. April 1914 in Schönwalde; † 5. Februar 1962) war ein deutscher Orchesterleiter des Musikkorps der Schutzpolizei Berlin und Obermusikmeister.

Heinz Winkel studierte von 1940 bis 1943 am Konservatorium Berlin Musik mit der Abschlussprüfung zum Musikmeister. Von 1943 bis Kriegsende leitete er das Polizei-Einsatzmusikkorps 1 in Breslau.

Winkel trat im November 1945 in den Berliner Polizeidienst als Hauptwachtmeister im Straßenaufsichtsdienst des Polizeireviers 31/ Polizeiinspektion Tiergarten. Auf seine Intervention beim Polizeipräsidenten von Berlin gelang ihm die Bildung eines Polizeiorchesters.

Bei den Pfingstkonzerten im Berliner Zoo und den großen Polizeischauen im Berliner Olympiastadion erspielte sich das Musikkorps der Schutzpolizei Berlin einen hohen Rang. (Quelle: wikipedia)

Ursprünglich erschien dieses Potpourri auf einer Schellackplatte mit noch 78 Umdrehungen pro Minute. Mein Exemplar ist da schon moderner, keine Ahnung, wann die veröffentlicht wurde.

Hinweis

Besetzung
Großes Blasorchester unter der Leitung von Heinz Winkel

SchellackLabel

Die Schellack Version (78 Umdrehungen pro Minute)

Titel:
01. Unsterblicher Karneval (Medley, Teil 1):
Es war einmal ein treuer Husar – Kornblumenblau – Kleine Winzerin vom Rhein – Heidewitzka, Herr Kapitän!
Wir kommen alle in den Himmel – Wer soll das bezahlen? 3.24

02. Unsterblicher Karneval (Medley, Teil 2):
Einmal am Rhein – Der schönste Platz ist immer an der Theke – Trizonesien-Song
Hätten wir lieber das Geld vergraben – Rheinlandmädel 3.19

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Die Kölner Ratsbläser – Karnevals – Märsche (1971)

FrontCover1Ok, so ganz will ich nun den Karneval nicht auslassen, wenngleich mir heuer der Sinn dafür ja überhaupt nicht steht.

Hinsichtlich der rheinischen Karnevalsmusik wird es jetzt richtig klassisch.

Als diese LP so gegen 1971 erschien hatten die „Kölner Ratsbläser“ schon etliche Jahre auf dem Buckel.

Seit Ihrer Gründung im Jahr 1954 durch den  ersten Kommandanten Hans Oepen steht der  Name ‚Kölner Ratsbläser‘ für schmissige Blasmusik von hoher Qualität im Kölner Karneval.
Ihr unverwechselbarer Musikstil vereint die bekannten Elemente der Blasmusik mit denen der Unterhaltungsmusik.

Klassische Karnevalsschlager wechseln sich in den Potpourris mit aktuellen Hits der Charts und Titeln populärer Kölner Gesangsgruppen ab. (Vogel Entertainment)

Und die Kölner Ratsbläser gibt es heute noch und sie sehen sich ganz in der Tradition vergangener Jahrhunderte:

„Schon 1374 werden „…Gelder für 2 Trompeten“ ausgezahlt, man schafft wieder „eine solche für einen Wachtturm an und bezahlt „pro cornibus trompettis 8 Mark“.

Die Ratsmusiker hatten außerdem die Militärmusik zu bestreiten. Darüber hinaus wurde vor jeder Ratssitzung in der Ratskapelle eine Messe gelesen, die sehr häufig auch von den Ratsmusikern gehalten wurde.

1576 wurde König Heinrich von Liegnitz empfangen. „Wann der Rath den Wein schicket, so schicket he auch dabei die schönste Musik“.

Somit besteht zwischen dem Rat der Stadt „Coeln“ und Ihren Musikern eine lange Tradition. Diese Tradition führen die Kölner Ratsbläser fort.

Auch heute noch sind Hinweise auf die historischen Wurzeln der Kölner Ratsbläser sichtbar. Der Ratsturm zu Köln, im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde von 1950 – 70 bis auf die ursprüngliche Höhe des Turms wieder aufgebaut. Die Turmspitze wurde sogar mit einer neuen Helmspitze nachhistorischem Vorbild bekrönt. Der Bildhauer Elmar Hillebrand schuf die Wetterfahne, die einen Ratsbläser darstellt.“ (Selbstdarstellung)

Nun aber zur Musik dieser Schallplatte: Es geht los mit einer Instrumentalfassung des alten Gus Backus Schlagers „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ und dann folgt einer „Knaller“ dem anderen. Den klassischen Karnevalskomponisten Willy Ostermann und Jupp Schlösser widmen sie entsprechen Potpourris und auch Hans Rudolf Knipp („Der wohl erfolgreichste Textautor und Komponist Kölscher Lieder …“ ) kommt mit drei Kompositionen musikalisch zu Wort.

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Die aktuelle website

Und diese Musik errinert mich schon fast zwangsläufig an das Jahr 1972. Damals veranstaltete unsere Schule eine große Faschingsparty und einer der Höhepunkte war wohl der Einmarsch einer karnevalistischen Marschkapelle (einschließlich einem hopsenden Funkenmarichen). Und unsere Clique beschloss, ein Zeichen gegen die „Militarisierung des Faschings“ zu setzen und so setzen wir uns einfach auf jene Fläche, die für die Musikanten vorgesehen war. D.h. die Kapelle trat auf der Stelle und der empörte und perplexe Lehrkörper fuchtelte wild mit den Händen und Armen … Na ja, irgendwann – wir wollten es ja nicht übertreiben – räumten wir den Platz, verzogen uns in den hintersten Winkel des Saales und zischten uns feixend – ob unserer Heldentat – ein kühles Bier rein … those where the days, my friend.

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Die Kölner Ratsbläser (2011)

Besetzung:
Die Kölner Ratsbläser unter der Leitung von Hans Oepen

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Titel:
01. Da sprach der alte Häuptling (Einzugsmarsch Kölner Ratsbläser) (Scharfenberger) 1.19
02. Altstädter Mariechentanz (Die Hüs’cher Bunt Om Aldermaat) (Jussenhoven/Schlösser) 2.27
03. Mit Ostermann Am Rhein (Potpourri) (6.37)
03.1. Rheinische Lieder
03.2.Da, wo die sieben Berge
03.3. Und sollt‘ ich im Leben
03.4. Wenn du eine Schwiegermutter hast
03.5. Wenn du wüßtest, mein Kind
03.6. Denn was du heute kannst besorgen
03.7. Einmal am Rhein (Ostermann)
04. Prinzengarde-Marsch (Mania) 2.12
05. Mit Jupp Schlösser am Rhein (Walzer-Potpourri) (3.42)
05.1. Gib acht auf den Jahrgang
05.2. Schau nicht auf die Uhr
05.3. Das sind die gefährlichen Jahre
05.4. Immer wieder neue Lieder
05.5. Kornblumenblau (Jussenhoven/Schlösser)
06. Jan Van Werth-Marsch (Frantzen) 2.14
07. Reitermarsch Kölner Ratsbläser (Jussenhoven/Stein) 3.05
08. Der treue Husar (Traditional) 4.16
09. Roter-Funken-Marsch (Kipper/Fleutebein/Fellenberg) 2.48
10. Karnevals-Schlager Heute (Potpourri) (2.55)
10.1.  Mir schenke der Ahl e paar Blömcher (Knipp)
10.2. Freu‘ dich, wenn du noch jet laache kannst (Knipp)
10.3. Ne Besuch em Zoo (Knipp)
11. Amboss-Polka (Parlow/Bähr) 3.56
12. Ehrengarde-Marsch (Reuter) 2.09

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Willy Millowitsch – Die Liebe ist vergänglich, der Durst bleibt lebenslänglich + Das sollte man als Huhn doch überhaupt nicht tun (1961)

FrontCover1.jpgNoch tobt ja die närrische Zeit weitere 4 Wochen und so habe ich noch ein wenig die Gelegenheit, weitere „lustige Karneval-Schlager“ zum Besten zu geben.

Und da kommt mir der Willy Millowitsch gerade recht.

Er ist wohl das Sinnbild rheinischer Fröhlichkeit und so kam es auch zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln:

Am 17. März 1989 bekam der Volksschauspieler Willy Millowitsch (8. Januar 1909 bis 20. September 1999) die Kölner Ehrenbürgerwürde verliehen.

In seiner Ansprache zur Verleihung der Urkunde hob Oberbürgermeister Norbert Burger insbesondere hervor, dass der Volksschauspieler in Deutschland und über Deutschland hinaus wohl der bekannteste Kölner überhaupt sei. Die Popularität Millowitschs als „wandelndes Wahrzeichen Kölns“ und als dessen Botschafter außerhalb des Rheinlands ist vor allem auf hunderte Fernsehproduktionen, zahllose Filme, mehrere Dutzend

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Juli 1960

Langspielplatten und mehrere Bücher zurück zu führen.

Die Grundlage für seinen Ruhm legte Willy Millowitsch durch das Volkstheater Millowitsch, welches mit Charme, Witz und bodenständigen Stücken die Entwicklung der kölschen Volkskultur repräsentiert. (Quelle: stadt-koeln.de)

Weitere Informationen über seinen Werdegang findet man dann hier.

Hier eine kleine Kostprobe seines Könnens:

Tja … ich bin halt kein Rheinländer und so fehlt mir vermutlich das entscheidende Gen … diese beiden Lieder sind sehr schlicht und die Texte passen in die Kategorie albern … und ja, sie sind auch tendenziell frauenfeindlich.

Aber gut … meine Single-Sammlung ist wieder um ein Exemplar ärmer … und diese närrische Jahreszeit kommt hier auch nicht zu kurz.

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In dem Film „Der Zigeunerbaron“ (1962)

Besetzung:
Willy Millowitsch (vocals)
+
Willy Hoffmann Orchester
+
Background vocals:
Die Sunnies & das Cornel-Trio

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Titel:
01. Die Liebe ist vergänglich, der Durst bleibt lebenslänglich (Hoffmann/Schwabach) 2.37
02. Das sollte man als Huhn doch überhaupt nicht tun (Korn) 2.44

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Das Willy Millowitsch Denkmal in Köln

Die Mainzer Hofsänger vom M.C.V. – Die beste Medizin ist doch das Lachen – Auf wiedersehen

FrontCover1.jpgNicht, dass mir die närrische Zeit gänzlich durch die Lappen geht. Hier eine fidele Karneval-Single  der Mainzer Hofsänger:

Die Mainzer Hofsänger sind ein semiprofessioneller Laienchor aus Mainz am Rhein. Der Chor gründete sich 1926 unter dem Namen Musik-Hochschul-Sänger als Fastnachtschor, der sich aus Mitgliedern des Extra-Chors des Mainzer Konservatoriums zusammensetzte. Das seriöse Institut für klassische Musik wollte aber nicht mit Fastnacht und Persiflage in Verbindung gebracht werden, so entschied man sich – unter Beibehaltung der Initialen „MHS“ – für den bis heute bekannten Namen.

Es folgten erste Auftritte bei kleineren Fastnachtsvereinen in und um Mainz; den ersten Auftritt beim Mainzer Carneval-Verein hatte der Chor 1934.

Nach dem Zweiten Weltkrieg interpretierte der Chor 1947 den Titel Sassa aus der Fred-Raymond-Operette Maske in Blau. Es folgte 1955 die Interpretation des Schlagers So ein Tag, so wunderschön wie heute … von Walter Rothenburg (Text) und Lotar Olias (Musik). Im gleichen Jahr erfolgte der erste Fernsehauftritt bei einer Kölner (sic!) Karnevalsveranstaltung im Williamsbau, im Jahr darauf bei der Fernsehsitzung „Mainz, wie es singt und lacht“. Das als Karnevalslied interpretierte Stück verkaufte mehr als 300.000 Exemplare.

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Die Mainzer Hofsänger im Jahr 1959

Ab den 1960er Jahren fanden Konzertreisen nach Amerika und in nahezu alle Nachbarländer der Bundesrepublik Deutschland statt. Da der Chor mittlerweile vorwiegend auf Kreuzfahrtschiffen auftritt, wird gerne mit der Aussage, der Chor habe bereits auf allen Kontinenten gesungen, geworben.

Gehörten früher hauptsächlich Titel aus den Bereichen Oper und Operette zum Repertoire des Chores, versucht man seit einigen Jahren sich auch die Marktsegmente „kirchliche Musik“ und „Schlager“ zu erschließen. Für jede Fastnachtskampagne wird ein musikalisch-politisches Potpourri einstudiert, in welchem die Titel, die während des Jahres gesungen werden, mit neuen persiflierten Texten versehen werden. Hatte man über Jahrzehnte hinweg hierbei ausschließlich auf Opern- und Operettentitel zurückgegriffen, werden in letzter Zeit immer häufiger auch Titel aus den Genres Pop und Schlager verwendet.

Seit 1956 gehörte der Chor zum festen Bestandteil der Sendungen „Mainz, wie es singt und lacht“ und der Nachfolgesendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“. In den Jahren 1981 und 2008 wurden die politischen Einlagen seitens des produzierenden Senders und der Verantwortlichen der beteiligten Fastnachtsvereine gestrichen und dem Chor ausschließlich Sendezeit für Stimmungslieder zur Verfügung gestellt. Beide Male wurden die Auftritte seitens der Mainzer Hofsänger komplett abgesagt.

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Die Mainzer Hofsänger im Jahr 1981

Neben der Berichterstattung der örtlichen Presse, in welcher die Nichtteilnahme des Chores an der Fernsehsitzung bedauert wurde, wurden auch wiederholt kritische Stimmen laut, in welchen sich vor allem Zeitungsleser zu dem „Vorfall“ äußerten. Hierin spiegelt sich auch die auf der Homepage des Chores getroffene Aussage wider, dass der Chor in Mainz nicht unumstritten ist.

Im Zusammenhang mit dem Verzicht auf den Auftritt bei Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht ist darauf hinzuweisen, dass es in der Zusammenarbeit zwischen den ausführenden Vereinen und den Fernsehsendern ein „ungeschriebenes Gesetz“ gibt, nach dem Redner oder Sänger bei einer unbefriedigenden Leistung im Vorfeld der Sendung niemals seitens der Sender ausgeladen werden, sondern man den betroffenen Aktiven nahelegt, selbst auf ihre Auftritte zu verzichten, damit niemand das Gesicht verliert.

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Die Mainzer Hofsänger im Jahr 2016

Bei der Fernsehsendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vom 8. Februar 2013 präsentierte der Chor allerdings, entgegen der bisherigen Aussage, für ein reines Stimmungsprogramm nicht zur Verfügung zu stehen, nur ein kurzes Potpourri von Stimmungsliedern. Diese Verkürzung des Auftrittes der Hofsänger wurde von der Presse als „der Sendung gut tuend“ kommentiert.

Der Chor, welcher als GbR geschäftlich tätig ist, ist mit diversen Programmen ganzjährig tätig und als mittelständisches Wirtschaftsunternehmen anzusehen.

Dies führte dazu, dass es wiederholt zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen kam zwischen Sängern, die den Chor verließen bzw. ausgeschlossen wurden, und dem Restchor. Diese wurden gerne durch die Boulevardpresse aufgegriffen. So war der Chor im Jahre 1998 über Wochen hinweg in den Schlagzeilen, als man den Vorsitzenden Hans-Albert Dehmer ausschloss, und dieser sich per einstweiliger Verfügung das Recht sicherte, weiter an Proben und Konzerten teilnehmen zu können und Verdienstausfall geltend machte. Der Rechtsstreit wurde durch Zahlung einer nicht näher bezifferten Ausgleichssumme im „oberen fünfstelligen Bereich“ beigelegt. Im Laufe der Streitigkeiten kamen immer merkwürdigere Ausschlußpraktiken zu Tage. So wurde zum Beispiel ein Sänger wegen seiner Homosexualität aus dem Chor ausgeschlossen, ein anderer, weil er an Hyperhidrosis pedis (= übermäßige Schweißabsonderung im Bereich der Füße) litt. Ähnliche Aufmerksamkeit in der Boulevardpresse fand der Wechsel an der Spitze des Chores im Jahr 2001. (Quelle: wikipedia)

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Und die gibt´s heute noch

Ergänzt sei, dass dieses Ensemble nicht nur die närrischen Lieder rauf und runter singen können; nen sie haben in ihrem Programm auch geistliche Lieder, Weihnachtslieder und klassische Chorgesänge …

Zurück zu dieser Single: Ich geh´ nun wirklich nicht zum Lachen in den Keller, aber was man hier zu hören bekommt, kann einen schon sprachlos machen.

Ich weiß nicht, welche Art von Humor man braucht, um z.B. die A-Seite auch nur ansatzweise witzig zu finden … und die B-Seite – da bleibt einem die Spuke weg –  ist ein sentimentaler Heuler, der seinesgleichen sucht. Der perfekte Rausschmeißer für jede Party … da gehen die Gäste dann gern. Karneval ist schon ne sehr ernste Angelegenheit !

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Besetzung:
Die Mainzer Hofsänger

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Titel:
01. Die beste Medizin ist doch das Lachen (Lachpolka) (Henning) 2.37
02. Auf wiedersehen (Storch) 2.31

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