Holger Biege – Wenn der Abend kommt (1978)

FrontCover1Ein Liedermacher aus der DDR, der eigentlich viel bekannter sein müste:

Holger Biege (* 19. September 1952 in Greifswald) ist ein deutscher Komponist, Sänger, Pianist, Arrangeur und Texter.

Biege absolvierte eine Klavier- und Gesangsausbildung an der Musikschule Friedrichshain in Ost-Berlin und war ab 1975 Mitglied der Schubert-Band. 1976 und 1977 hatte er erste Auftritte in Polen, der ČSSR und West-Berlin. 1978 und 1979 wurde er mit eigenen LPs zum „Interpreten des Jahres“ gewählt. Daneben komponierte er auch für seinen Bruder Gerd Christian.

1980 gründete Biege eine eigene Band. Nach einem Gastspiel blieb er 1983 mit seiner Familie in West-Berlin und übersiedelte dann nach Hamburg. In den folgenden Jahren arbeitete er überwiegend als Arrangeur und Sachverständiger für Musikverlage. 1984 veröffentlichte er sein drittes Album Das eigene Gesicht, seine erste LP in der Bundesrepublik Deutschland, beim Label Polydor. Die meisten Texte HolgerBiegefür dieses Album schrieb Michael Kunze.

1990 unternahm Biege eine Solo-Konzerttournee durch die DDR. Es folgten mehrere CDs. Eine geplante Tournee anlässlich seines 60. Geburtstages musste verschoben werden, da er am 20. Juni 2012 einen Schlaganfall erlitt.

Holger Biege ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit 1998 in Göhrde bei Lüneburg. (Quelle: wikipedia)

Und da diese Bio von Holger Biege dem Künstler nicht gereht wird, habe ich eine ausführliche Biographie diesem Info-Päckchen beigelegt.

Hier nun sein Debütalbum aus dem Jahre 1978: Eine eindrucksvolle Sammlung von eindrucksvollen Lieder mit eindrucksvollen Texten.

Da gibt es so ne Zeile, die da lautet: „Sich selber kennenlernen ist ein weites Feld und wer hat sein Feld schon gut bestellt … “ (aus „Kann schon sein“) und es sind solche Zeilen, die mich hellhörig machen, die mit wenigen Worten treffsicher darauf hinweisen, auf was es ankommt … und solcher Zeilen gibt es auf diesem Album zu hauf … deshalb: es ist ein bemerkenswert reifes Album.

Und es ist ein Album, das obwohl auch schon etliche Jahre alt … zeitlos ist, denn Musik wie Texte haben irgendwie bis heute Bestand. Und das kann man wahrlich nicht von allen Alben aus dem Jahre 1978 behaupten. Und es verwundert nicht, dass so ein Freigeist  dann 1983 die DDR verlassen hat …

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Und dann gibt es noch so eine Textzeile, die mir heute einen eiskalten Schauer verursacht hat: „Jeder Tag schreibt dir und mir Geschichten ins Gesicht und wer lesen kann, übersieht sie nicht …“ (aus: „Dein Gesicht“)

Am 20. Juni 2012 veränderte sich das Leben von Holger Biege vollständig:

„Der Mann, der ein Millionenpublikum mit Liedern wie „Deine Liebe und mein Lied“ oder „Sagte mal ein Dichter“ begeisterte, erlitt 2012 einen Schlaganfall, von dem er sich bis heute nicht erholt hat. Mobilität ist nur noch mit einem Rollstuhl möglich, ernährt wird Holger künstlich und sprechen kann er seit diesem 20. Juni 2012, als das Schicksal zuschlug, auch nicht mehr.“ (Zitat: deutsche-mugge.de)

Und seine Frau veröffentlichte neulich einen verzweifelten Spendenaufruf:

Spendenaufruf
Liest man diese Zeilen, dann fragt man sich, in welchem Sozialstaat wir leben (wobei ich das dumpfe Gefühl habe, dass da eventuell noch nicht alle gesetzlichen und sonstigen Möglichkeiten ausgelotet wurden) … Und ich mag und muss der Frau Kaethe Knobloch mit ihrem blog danken, dass sie mich auf dieses Schicksal hingewiesen hat.

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Das Auto konnte erfolgreich finanziert werden …

Zu seinem 65. Geburtstag erschien 2017 das Liederbuch Deine Liebe und mein Lied mit CD. Biege verarmte zusehends, die Familie lebte von Sozialhilfe. Im April 2018 erlag er schließlich den Folgen eines angeblichen oder tatsächlichen ärztlichen Behandlungsfehlers. Im September 2018 wurde von Anhängern und Freunden der Holger Biege e.V. gegründet.

Holger Biege war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er lebte ab 1998 in Metzingen im Landkreis Lüchow-Dannenberga. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:

Holger Biege (piano, vocals)
+
Dieter Brauer (piano bei o8.)
Cantus-Chor (background vocals bei 02., 04. – 06,, 09. – 12.)
Bläsergruppe Bernd Swoboda (tracks: 04. –  06, 09. – 12.)
Orchester Reinhard Lakomy (02. + 10.)
Rundfunk-Tanzorchester Berlin (03., 07., 13. – 14.)
Streichergruppe Herbert Günzel (tracks: 04. – 06., 09. – 12.)
+
Neue Generation (bei 02, 04. 06., 09. – 12.):
Petko Datschew (saxophone, flute)
Heinz-Jürgen Gottschalk (guitar)
Wolfgang Kobischke (guitar)
Rainer Oleak (keyboards)
Hans-Joachim Schweda (bass)
Daniel Michna (drums, percussion)

BackCoverTitel:
01. Einspiel (Biege) 0.58
02. Als der Regen niederging (Biege/Gertz) 3.12
03. Bleib doch (Biege/Branoner) 2.50
04. Wo bist du, Jessy (Biege/Gertz) 1.34
05. Sagte mal ein Dichter (Biege/Gertz) 3.19
06. Kann schon sein (Biege/Branoner) 2.41
07. Deine Liebe und mein Lied (Biege) 2.49
08. Zwischenspiel (Biege/Branoner) 2.50
09. Wie Dynamit (Biege/Gertz) 3.26
10. Will alles wagen (Biege/Branoner) 3.47
11. Vater, Mutter, Kind (Biege/Gertz) 1.33
12. An jenem Morgen (Biege/Gertz) 2.15
13. Dein Gesicht (Biege/Branoner) 4.10
14. Wenn der Abend kommt (Biege/Branoner) 3.27
15. Nach(t)spiel (Biege) 1.40

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