Verschiedene Interpreten – Café Intermezzo (2005)

FrontCover1Jetzt wird´s plauschig und gemütlich … Ein Hoch der Caféhaus-Musik, die man aber auch als Salonmusik bezeichnen darf !

Salonmusik ist eine merkwürdige Gattung: Weder so recht der „E“- noch der „U“-Musik zuzuordnen, weil sie als „Gebrauchsmusik“ – welch schreckliches Wort – ungern zu Brahms oder Beethoven in den Konzertsaal gestellt wird, andererseits aber ein paar Streich- und Blasinstrumente im Walzertakt von der Unterhaltungsindustrie eben auch nicht besonders gefragt sind. Bestenfalls im Dauergedudel melodienseliger Radiosender für das der Pubertät entwachsene Publikum fristet die Salonmusik ein trauriges Schattendasein. Paul Lincke und Robert Stolz trifft man gelegentlich noch in Wunschkonzerten an, Isaac Albeniz und Ruggero Leoncavallo haben mit dem Concerto de Aranjuez bzw. dem Bajazzo immerhin mit einem einzigen Werk ein wenig Nachruhm gesichert. Aber Fibich, Drdla, Braga oder Winkler?

Nun gehört es zu der Gattung, dass man – zumindest bei den besseren Kompositionen – eher die Melodie als den Namen ihres Verfassers im Ohr hat. Anders als die Eroica lässt sich Heinzelmännchens Wachparade wohl auch vom bildungsbeflissenen Bürgertum ohne detaillierte Kenntnisse der Komponistenbiographie guten Gewissens genießen. Vorausgesetzt, es wird ordentlich musiziert.

Man mag bedauern, dass die Literaten von heute nicht mehr in den Salons oder Kaffeehäusern altmodisch ihre Zeitungen durchblättern, sondern schnellebig in Online-Magazinen surfen (wir bedauern’s eigentlich nicht) – mit den vorliegenden Aufnahmen im High-End-Verstärker und einem guten Cognac im Glas kann man sich ein wenig in vergangene Zeiten zurückversetzen. Aber auch ohne nostalgische Anwandlungen wird man mit dieser Musik viel Freude haben. (Stefan Schmöe)

Hier ein bunter Reigen von Melodien die man dieser Gattung zuordnen kann. Und auch wenn ich Sampler eigentlich nicht sonderlich mag; hier lässt sich so einiges zu entdecken, z.B. dass Werner Brock und das Cöllner Cafehaus-Ensemble eine wirkliche Entdeckung sind.

Oder aber auch, dass man sich an die Vorstellung Herman Prey musiziert mit Paul Kuhn (die haben gemeinsam auf dem Doppel-Album „The Golden 20´s zusammen mit Werner Brock und dem Cöllner Cafehaus-Ensemble musiziert)

Booklet1

Überhaupt sind die meisten Titel von der eben erwähnten Doppel-CD übernommen worden; macht auch nichts … ein Tipp mehr für mich.

Auf jeden Fall gilt: wer sich für sentimentale Schmachfetzen begeistern kann (so wie ich  !) wird hier bestens bedient !

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Titel:
01. Werner  Brock und das Cöllner Caféhaus-Ensemble:  Veronika, der Lenz ist da (Jumann/Kretschmar/Rotter) 2.17
02. Max Raabe und das Palast Orchester: Junger Mann im Frühling (Meisel/Balz) 3.08
03. André Rieu und sein Johann Strauß Orchester:  Auf der Jagd Op. 373 (Strauß jun.) 2.09
04. Marina Edelhagen + Werner Brock und das Cölnner Caféhaus Ensemble: Adieu, Mein kleiner Gardeoffizier (Stolz/Schmidt-Binge/Reisch) 2.50
05. Belá Bánfalvi + Budapest Strings: Liebesleid (Kreissler) 3,42
06. Hermann Prey & Paul Kuhn: Einmal wirst du wieder bei mir sein (Kollo) 4.00
07. Werner  Brock und das Cöllner Caféhaus-Ensemble: Ein Freund, ein guter Freund (Heymann/Gilbert)
08. Jochen Kowalski & Salonorchester Cölln: Sing, Nachtigall, sing (Jay/Balz) 2.57
09. André Rieu und sein Johann Strauß Orchester: Kaiserwalzer Op. 437 (Strauß jun.) 8.49
10. Marina Edelhagen + Werner Brock und das Cölnner Caféhaus Ensemble: Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist (Gilbert/Ralph) 2.26
11. Sandor Lakatos und sein Ensemble: Nr. 5: Ungarischer Tanz (Brahms) 2.15
12. Max Raabe und das Palast Orchester: Weine nicht, Mütterlein (Meisel/Schwabach) 3.47
13. Werner  Brock und das Cöllner Caféhaus-Ensemble:  Heiteres Intermezzo (Jussenhoven) 2.01
14. Hermann Prey & Paul Kuhn: Sag‘ beim Abschied leise servus (Kreuder/Hilm/Lengsfelder) 3.47
15. André Rieu und sein Johann Strauß Orchester: An der schönen blauen Donau Op. 314 (Strauß jun.) 7.40

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Palast Orchester mit Max Raabe – Die Männer sind schon die Liebe wert (1988)

FrontCover1Dass es für seine Musik tatsächlich nochmal einen Markt geben würde, hätte ich damals, also 1988 nie gedacht. Die Rede ist von dem Palast Orchester und natürlich auch von seinem Sänger Max Raabe:

Das Berliner Palast Orchester wurde 1986 gegründet. Es spielt vorwiegend Schlager-, Tanz- und Unterhaltungsmusik der 1920er und 1930er-Jahre.

Das Orchester wurde 1986 von zwölf Musikstudenten gegründet und stand zunächst unter der musikalischen Leitung von Michaela Hüttich. Man nahm sich dabei die Tanzorchester der zwanziger und frühen dreißiger Jahre zum Vorbild. Sänger Max Raabe wurde später auch der Leiter des Orchesters.

Den Durchbruch schaffte das Orchester 1994 durch die Mitwirkung im Film Der bewegte Mann. Seither folgten zahlreiche Tourneen durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, den Niederlanden sowie 2004 nach Italien und in die USA und 2007 nach Japan.

Dazu kamen Auftritte bei großen Bällen wie dem deutschen Bundespresseball, dem Wiener Opernball 2000 und eine eigene Palast-Revue, die im Berliner MaxRaabeWintergarten, in der Alten Oper Frankfurt, im Deutschen Theater München und im Wiener Ronacher gezeigt wurde. In Summe kommt das Orchester auf über 200 Aufführungen im Jahr. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche CD-Aufnahmen.

Das Repertoire des Orchesters umfasst Schlagerkompositionen der 1920er- und 1930-Jahre, die weitgehend in Originalbesetzung gespielt werden. Darunter Veronika, der Lenz ist da von Walter Jurmann und Fritz Rotter, Ein Kuß nach Ladenschluß (Will Meisel, Charles Amberg, Günter Schwenn) oder Die Männer sind schon die Liebe wert (von Adolf Steimel und Ralph Maria Siegel). Das Orchester spielt auch Neukompositionen (z. B. Kein Schwein ruft mich an, Klonen kann sich lohnen) und Coverversionen aktueller Titel (z. B. von Britney Spears oder Shaggy) im 1920er-Jahre-Stil.

Außerdem war das Orchester in dem Film Nacht über Berlin zu sehen, der am 20. Februar 2013 im Ersten ausgestrahlt wurde. (Quelle: wikipedia)

Und hier das fulminante Debüt-Album und ich liebe es … wohl auch, weil das Palastorchester damals total gegen den Strich … ihr Ding durchziehen wollte …

Und: Bis heute sind einige Lieder davon fester Bestandteil des Live-Programms, so unter anderem „Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche“.

Na ja … und dem Titel dieser LP schließich mich ohne wenn und aber an …. *ggg*

BackCover

Besetzung:
Thomas Altherr (drums)
Harald Bendzko (clarinet, saxophone)
Stefan Franz (bass)
Thomas Huder (trumpet)
Michaela Hüttich (violin)
Werner Leonhard (clarinet, saxophone)
Alexander Linkenbach (trumpet)
Max Raabe (vocals)
Jörn Ranke (trombone)
Martin Schedler (clarinet, saxophone)
Ian Wekwerth (piano)

Palastorchester

Titel:
01. Abends, wenn die Lichter glühen (Raymond/Schwenn) 3.12
02. Die Männer sind schon die Liebe wert (Steimel/Siegel) 2.55
03. Schöner Gigolo (Casucci/Brammer) 3.15
04. Musik, Musik, Musik (Kreuder/Beckmann) 2.44
05 . Weißt Du…? (Grothe/Beckmann) 4.01
06. Dinah (Akst) 2.17
07. Ein Kuß nach Ladenschluß (Meisel/Amberg/Schwenn) 2.52
08. My Blue Heaven (Donaldson) 3.32
09. Bei dir war es immer so schön (Mackeben/Beckmann) 3.50
10. Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche (Amberg/Raymond/Bernauer) 2.59
11. Liebling, mein Herz läßt dich grüßen (Heymann/Gilbert) 2.27
12. Marie Luise (Meisel) 2.31
13. Veronika, der Lenz ist da (Jurmann) 3.08

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