Mario Hené – Lieber allein, als gemeinsam einsam (1977)

FrontCover1Mario Hené (* 8. Februar 1954 in Berlin-Charlottenburg) ist ein deutscher Liedermacher. Hené wuchs mit seinem Bruder Piet bei seiner Mutter Hilde im Märkischen Viertel in West-Berlin auf. Sein Vater starb, als Mario drei Jahre alt war. Im Alter von zwölf Jahren fing Hené an, Gitarre zu spielen. Neben klassischen Stücken lernte er auch das Fingerpicking der Folkmusiker. Diese Stilmischung prägt die Musik von Mario Hené. 1971 begann Hené eine Lehre als Orgelbauer in Landshut, brach diese aber vorzeitig ab. Stattdessen sang er Blues- und Folksongs in Berliner Kneipen und spielte nebenbei auch in der Band Sanatorium. 1977 erscheint sein Debütalbum „Lieber allein als gemeinsam einsam“, dem bis 1990 sieben weitere Alben folgen. Von Ende der 1990er Jahre bis 2012 trat Hené zusammen mit Jürgen von der Lippe auf. Gemeinsam veröffentlichten sie verschiedene CDs. MarioHené01Seit 2006 war Hené mit dem Programm „Leise ist laut genug“ in Deutschland auf Solotour. Unter gleichem Namen erschien 2012 nach 20 Jahren Pause erstmals wieder ein neues Soloalbum. (Quelle: wikipedia) Hier nun sein Debütalbum aus jenen buten 70er Jahren, wo sich aus zunehmend Männer getrauten, ihre sensiblen Seiten zu zeigen (auch wenn das damals von der frauenbewegten Latzhosen-Fraktion sehr kritisch beäugt wurde) Allein der Blick auf die Titel seine Lieder weisen schon darauf hin: „Wie ein Baum im Herbstwind“, „Der Weg nach nirgendwo“, „Der Wind hat mir ein Märchen erzählt“ oder „Lied vom Steppenwolf“. Und schon wieder so ne LP, die ich damals – also 1977 – kaum beachtet hätte, die mich heute aber hellauf begeistert. Und so erinnert sich Mario Hené an dieses Album: „Das Debüt-Album „Lieber allein als gemeinsam einsam“ erscheint, arrangiert von John O’Brien Docker. Mit seinen poetischen Texten und der verträumt melancholischen Instrumentierung wird das Album auf Anhieb zum Erfolg. (Die Textzeilen des Titelsongs werden zum geflügelten Wort und sind auch 25 Jahre später noch häufig in Kontaktanzeigen zu lesen…)

Bevor es jedoch soweit war, musste Mario sich noch einmal live bewähren: Auf der Präsentation des Plattenlabels NATURE im Hamburger LOGO musste er „den Pausenclown machen“. Irgendwann im Laufe dieses Abends sagte man ihm schließlich, dass er jetzt einen Plattenvertrag bekomme.“ MarioHené02Später schreibt er dann noch über dieses Album, dass es wohl auch von Selbstmitleid geprägt war … aber, wenn man quasi vaterlos aufwächst, dann ist eine solche Phase durchaus notwendig. Besser eine solche Phase durchleben, als z.B. die Schmerzen der Kindheit zu verleugnen und zu verdrängen. Auf jedenfall findet man au diesem Album eine Flut von nachdenkenswerten Texten und dies gepaart mit einer Musik, die treffsicher und traumhaft schön ist (da hat wohl auch der alte Studiohase Peter Weihe einen großen Anteil daran, Bassist Dieter Horns dürfte einigen als Mitglied von „Lucifer´s Friends“ bekannt sein). Ein Namen, den man sich wirklich merken sollte, zumal dieser Mario Hené im Laufe der Jahre sehr unterschiedliche musikalische Projekte angegangen ist. Ein völlig anderer Hené zeigt sich dann, als er als musikalischer Partner von Jürgen von der Lippe unterwegs war (man glaubt es kaum). Hier empfehle ich mal dieses Video. Wie auch immer: Die Empfehlung des Monats !

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Mit Alexis Korner

Besetzung:
John O’Brien Docker (guitar)
Peter Franken (drums)
Mario Hené (vocals, guitar)
Dieter Horns (bass)
Bob Lanese (trumpet)
Manfred Sperling (percussion)
Peter Weihe (guitar)

BackCover1Titel:
01. Wie ein Baum im Herbstwind 2.34
02. Du stehst am Fenster 3.41
03. Der Weg nach nirgendwo 3.20
04. Der Wind hat mir ein Märchen erzählt 3.11
05. Gestern, heute und morgen 4.55
06. Ein Leben lang 3.07
07. Vielleicht 4.46
08. Ich brauche dich 3.47
09. Zeit(t)räume 3.50
10. Lieber allein, als gemeinsam einsam 3.10
11. Lied vom Steppenwolf 5.15

Musik und Texte: Mario HenéLabelB1

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Bis heute aktiv: Mario Hené

Michael Fitz – Hier (1999)

FrontCover1Den Michael Fitz hat man ja nochals Tatort-Schauspieler im Kopf, aber er ist ja nicht nur Schauspieler, sondern auch Musiker …  Und sostellt er sich dann selbst als Musiker vor:

Im zarten Alter von 13 Jahren habe ich damals angefangen Gitarre zu spielen, ehrlich gesagt weniger um als Interpret von Etüden und klassischen Gitarrenstücken zu glänzen, sondern eher um in der Lage zu sein, dass was unsereins damals so hörte, nachspielen zu können. Dylan, Cohen, Crosby-Stills-Nash & Young aber auch Genesis, Gentle Giant und Yes waren damals die Götter meines Olymps und natürlich wollte man die Wirkung von 4-Stimmigen, gesungen Harmonien gerne selbst ausprobieren, dazu musste zumindest Einer in der Lage sein, die Begleitung dazu auch zu spielen. Ich gab mir dabei alle Mühe, war aber – zugegeben – zunächst besser beim Satzgesang aufgehoben, als bei den Gitarrenvirtuosen, die damals schon großen Wert darauf legten das Solo von „Stairway to Heaven“ möglichst originalgetreu nachzuspielen. MichaelFitz01Das war meine Sache nicht, ich wollte mich und meine Songstimme zunächst lediglich begleiten und fing an, selbst geschriebene und auch andere Gedichte zu vertonen und zu singen. Singer/Songwriter nennt man das heute, früher hieß das Liedermacher und im italienischen Sprachraum besonders schön, „cantautori“. Zu jenen zählte ich mich von Anfang an, vor allem auch deshalb, weil mir der gelungene Umgang mit Sprache, z.B. eines Reinhard May, sehr gut gefiel und mir eine große Inspiration war.

Mit 16 hatte ich immer wieder Phasen, wo es dann schon mal bayrischer Dialekt wurde, aber grundsätzlich dachte ich, als Post-Hippi-Kind das nun in die NDW-Zeit hinein wuchs eher an Hochdeutsches, um bundesweit verstanden zu werden. Nach ersten Bühnenerfahrungen mit eigener Band und eigenem Material und viel vergeblichen Songwriting wurde daraus Ende der 80iger dann ein Major-Deal bei einer großen MichaelFitz02Plattenfirma in München. Herwig Mitteregger (ex Spliff) produzierte die erste vielversprechende Single „hörst du die Trommel nicht“. Anschließend durfte ich, unter meinem Namen zwei Alben („Fitz“ und „Gefühlsecht“) einspielen und veröffentlichen. Beim Hamburger Ableger der gleichen Firma erschien anschließend noch ein weiteres Studioalbum, mit Namen „Loopings“ . Doch schlussendlich, nach vier Jahren major deal, Musste ich mir und auch der Company eingestehen, dass mein Output nicht Massenkompatibel war und ich es wohl besser auf eigene Faust mit eigenem Label probieren sollte.

Tat ich auch und tourte in den 90igern mit meiner damaligen Unplugged-Band ausgiebig durch Deutschland und landete dann 2001 meinen ersten, eigenen großen Treffer. Das Album „Gleichgewicht“ war zwar über eine Fernsehserie, für die ich sowohl Titel als auch Score produzierte, bekannt geworden, aber die Serie floppte, während das Album gut lief MichaelFitz03und mich für Wochen in die mittleren Bereich der Album Top 100 katapultierte. Aber irgendwas stimmte nicht. Irgendwas war nicht authentisch, nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte und nach zwei Jahren faktisch Durcharbeiten mit eigenem Label und eigener Tournee-Agentur, stand ich im Herbst 2001 auf der Bühne und fand mich in dem, was da um mich herum abging und was ich angezettelt hatte, nicht mehr wieder

Also trat ich auf die Bremse beendete das Ganze, stellte die Gitarre wieder in den Schrank und verordnete mir erst mal eine kreative Auszeit.

Nach vier Jahren juckte es dann wieder in den Fingern, es wollte etwas raus, etwas wollte ans Licht und das kam auch so. Ich wollte nur noch Musik machen, die an erster Stelle mich und dann vielleicht auch die Anderen berühren konnte. Mike Scott, Damian Rice, Tom McRae waren mir da eine große Inspiration genau wie der „cantautori“ Gianmaria Testa.

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Was aus mir raus kam, war bayrisch, Mundart also, die mir erlaubte nah und authentisch zu sein und zu bleiben. Zwei Alben entstanden zu Hause indem wir das alte Bauernhaus, in dem meine Familie und ich zu dieser Zeit lebten, in ein lebendiges Aufnahmestudio verwandelten. Live präsentierte ich das ganze erst mal zusammen mit dem Perkussionisten Wolfgang Lohmeier, später dann auch mit einem ausgewachsenen Ensemble und der nächste wichtige Schritt war das Solo. Allein auf der Bühne, nur mit Gitarre und Stimme die Menschen in den Bann ziehen. Eine wichtige Erfahrung und auch die Gitarre, die ich in meinem Leben oft stiefmütterlich behandelt habe, kam nun endlich zu ihrem Recht. Über die vergangenen elf Jahre wurde tatsächlich noch ein recht brauchbarer Gitarrist aus mir und auch heute lerne ich immer noch jeden Tag dazu.

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Und wie sich der Michael Fitz als Musiker und Liedermacher anhör, kann man nun auch auf diese Scheibe hören … Sensible Poesie, gepaart mit nicht minder sensiblen musikalischen Einfällen und Ideen … bravorös ins Szene gesetzt (kein Wunder bei diesen Begleitmusikern)

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Das signierte Booklet Frontcover

Gewünscht hätte ich mir, dass er nicht nur Texte aus der Kategorie „Nabelschau“ verfasst … neben all den verdammt gut und differenziert verfassten Texten zur eigenen Befindlichkeit, gibt s ja nun auch noch genügend andere Themen …

Dennoch und trotz dieser Einschränkung  verleihe ich diesem Album das Prädikat „absolut empfehlenswert“ … das musiziert und singt einer direkt aus dem Herzen.

Und dann darf ich noch abschließend auf das vorbildliche Begleitheft (auf deutsch „Booklet“) hinweisen.

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Besetzung:
Mick Brehmen (bass)
Michael Fitz (vocals, guitar)
Ossi Schaller (guitar)
Thomas Simmerl (drums, percussion)
+
Oliver Hahn (keyboards)
Ludwig Seuss (organ, accordeon)

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Titel:
01. Soweitsogut 3.42
02. Clown 3.04
03. Weil ich nicht anders kann 3.52
04. Kein Wasser im Blut 4.45
05. Hier 4.04
06. Es tut so weh 3.09
07. Red mit mir 4.49
08. Hörner 3.25
09. Es ist schwer 3.09
10. Wozu brauchst du mich 4.45
11. Zu Fuss 5.17
12. Non C’e Acqua Nel Sangue 4.44
13. Ora E 4.02

Musik und Texte: Michael Fitz

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Mehr vom Michael Fitz:

(click on the pic)

MehrMichaelFitz

Reinhard Mey – Mein Achtel Lorbeerblatt (1972)

FrontCover1ADer Reinhard Mey war damals ein fester und unverzichtbarer Bestandtteil der deutschen Liedermacher-Szene (ich glaub´, die Bezeichnung „Liedermacher“ gab´s damals noch gar nicht). Er war freilich nie so „radikal“ wie z.B. ein Hannes Wader …. Er war eher so eine Art Chronist des Alltäglichen, Fundamentalkritik an unserer damaligen Gesellschaft war ihm eher fremd.

Mein achtel Lorbeerblatt ist das fünfte deutsche Studioalbum des deutschen Liedermachers Reinhard Mey und erschien 1972 bei Intercord.

Das Album beginnt mit dem Lied Musikanten sind in der Stadt, in dem Mey mit leicht ironischem Blick von fahrenden (und bisweilen rabiaten) Musikanten singt.

Das Lied Manchmal wünscht‘ ich ist ein Liebeslied, in dem Reinhard Mey über die gemeinsame Zeit mit einer Angebeteten nachdenkt.

Annabelle, ach Annabelle ist eines der kontroversesten Lieder Meys. Das Lied beschreibt die Sicht des Freundes auf seine studentische Freundin, die sich in der Studenten- und Emanzipationsbewegung zu Beginn der 1970er Jahre engagiert. Das Lied führte zu einem Höhepunkt der Kritik. Thomas Rothschild schrieb in dem Buch Liedermacher: „Mit dieser Karikatur einer linken Studentin […] entpuppte sich Reinhard Mey endgültig als einer, der seinen kleinbürgerlichen Zuhörern, die sich ihre heile Welt nicht rauben lassen wollen, nach dem Mund singt. […] Was offenbar sogar Moderatoren für Humor halten, ist bösartige Lächerlichmachung einer Minderheit. Von der Annabelle, die nie lacht, zum Russen mit dem Messer zwischen den ReinhardMey3Zähnen ist es nur ein Schritt. Mey betreibt mit Annabelle Hexenjagd in Chanson-Form.“ Für das Lied, das ihm nach eigenem Bekunden „jede Menge Ärger, aber auch jede Menge Spaß“ eingebracht hat, schrieb er 1998, Jahrzehnte später, mit „Der Biker“ eine Art Entschuldigungslied, in dem er seine Wertschätzung für Annabelle zum Ausdruck bringt.

Alles, was ich habe ist ein Freundschaftslied an eine Küchenschabe, die des Protagonisten einziger Freund ist, nachdem alle seine anderen Freunde „mit dem Glück“ davon sind.

Im Lied Schade, daß du gehen mußt besingt der Liedermacher einen verstorbenen Zechbruder.

Die heiße Schlacht am kalten Buffet gibt satirisch stark überzeichnet wieder, wie in einer Veranstaltungspause Menschen aus der sozialen Oberschicht ein kaltes Buffet stürmen.

Mein achtel Lorbeerblatt erzählt vom Druck und den Erwartungen, die auf den Singenden ausgeübt werden, und wie dieser damit umgeht.

Ein weiteres Liebeslied findet sich mit Herbstgewitter über Dächern.

Das Lied In Tyrannis (Von Wand zu Wand sind es vier Schritte) enthält den inneren Monolog eines unschuldig Gefangenen in Isolationshaft. Im Verlauf des Lieds beschreibt dieser, was ihm dort geschehen ist. Zum Ende hin wählt er den Weg des falschen Geständnisses, um der ansonsten aussichtslosen Situation zu entrinnen.

Bevor ich mit den Wölfen heule ist ein klares individualistisches Bekenntnis, gegen den Strom zu schwimmen.

Im Lied Ich wollte immer schon ein Mannequin sein besingt Reinhard Mey den vergeblichen Traum eines Handwerkers, endlich einmal als Mannequin über den Laufsteg zu gehen.

Für das Duo Inga und Wolf schrieb Mey unter seinem Pseudonym Alfons Yondraschek das Abschiedslied Gute Nacht, Freunde, das er hier selbst interpretiert. (Quelle: wikipedia)

Und auch wenn Fundamentalkritik z.B. am Kapitalismus nie seine Sache war, so finden sich auch auf diesem Album durchaus Texte, die alles andere als billig sind, sondern eben durch Substanz überzeugen.

Und ja, ich finde „Annabell“ noch heute witzig, denn – so ganz verkehrt war der natürlich überzogenen Text nicht  – bedenkt man den missionarischen Eifer – mit dem so manch „emanzipierte“ Dame in den Kampf zog … damals, als die Alice Schwarzer vom kleinen Unterschied zu berichten hatte.

Und „Gute Nacht Freunde“ ist heute eine warmherzige Reminiszenz an jene Tage, als man/frau noch nächtelang im Kreis von Freunden plauderte, diskutierte, flirtete und sich auch schon mal voller Inbrunst ereiferte …

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Besetzung:
Heinz Cramer (guitar)
Addi Feuerstein (flute)
Hajo Lange (bass)
Reinhard Mey (vocals, guitar)
Heinz Niemeyer (drums)
Kai Rautenberg (piano, cembalo, glockenspiel)
Hubert Schulte (flute)

ReinhardMeyTitel:
01. Musikanten sind in der Stadt 3.23
02. Manchmal wünscht‘ ich  2.57
03. Annabelle, ach Annabelle 4.02
04. Alles, was ich habe 1.57
05. Schade, daß du gehen mußt 4.21
06. Die heiße Schlacht am kalten Büffet 3.16
07. Mein achtel Lorbeerblatt 3.29
08. Herbstgewitter über Dächern 3.13
09. In Tyrannis (Von Wand zu Wand sind es vier Schritte) 5.31
10. Bevor ich mit den Wölfen heule 2.54
11. Ich wollte immer schon ein Manneqin sein 2.10
12. Gute Nacht, Freunde 2.51

Musik und Texte: Reinhard Mey

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Mehr vom Reinhard Mey:

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Holger Biege – Wenn der Abend kommt (1978)

FrontCover1Ein Liedermacher aus der DDR, der eigentlich viel bekannter sein müste:

Holger Biege (* 19. September 1952 in Greifswald) ist ein deutscher Komponist, Sänger, Pianist, Arrangeur und Texter.

Biege absolvierte eine Klavier- und Gesangsausbildung an der Musikschule Friedrichshain in Ost-Berlin und war ab 1975 Mitglied der Schubert-Band. 1976 und 1977 hatte er erste Auftritte in Polen, der ČSSR und West-Berlin. 1978 und 1979 wurde er mit eigenen LPs zum „Interpreten des Jahres“ gewählt. Daneben komponierte er auch für seinen Bruder Gerd Christian.

1980 gründete Biege eine eigene Band. Nach einem Gastspiel blieb er 1983 mit seiner Familie in West-Berlin und übersiedelte dann nach Hamburg. In den folgenden Jahren arbeitete er überwiegend als Arrangeur und Sachverständiger für Musikverlage. 1984 veröffentlichte er sein drittes Album Das eigene Gesicht, seine erste LP in der Bundesrepublik Deutschland, beim Label Polydor. Die meisten Texte HolgerBiegefür dieses Album schrieb Michael Kunze.

1990 unternahm Biege eine Solo-Konzerttournee durch die DDR. Es folgten mehrere CDs. Eine geplante Tournee anlässlich seines 60. Geburtstages musste verschoben werden, da er am 20. Juni 2012 einen Schlaganfall erlitt.

Holger Biege ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit 1998 in Göhrde bei Lüneburg. (Quelle: wikipedia)

Und da diese Bio von Holger Biege dem Künstler nicht gereht wird, habe ich eine ausführliche Biographie diesem Info-Päckchen beigelegt.

Hier nun sein Debütalbum aus dem Jahre 1978: Eine eindrucksvolle Sammlung von eindrucksvollen Lieder mit eindrucksvollen Texten.

Da gibt es so ne Zeile, die da lautet: „Sich selber kennenlernen ist ein weites Feld und wer hat sein Feld schon gut bestellt … “ (aus „Kann schon sein“) und es sind solche Zeilen, die mich hellhörig machen, die mit wenigen Worten treffsicher darauf hinweisen, auf was es ankommt … und solcher Zeilen gibt es auf diesem Album zu hauf … deshalb: es ist ein bemerkenswert reifes Album.

Und es ist ein Album, das obwohl auch schon etliche Jahre alt … zeitlos ist, denn Musik wie Texte haben irgendwie bis heute Bestand. Und das kann man wahrlich nicht von allen Alben aus dem Jahre 1978 behaupten. Und es verwundert nicht, dass so ein Freigeist  dann 1983 die DDR verlassen hat …

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Und dann gibt es noch so eine Textzeile, die mir heute einen eiskalten Schauer verursacht hat: „Jeder Tag schreibt dir und mir Geschichten ins Gesicht und wer lesen kann, übersieht sie nicht …“ (aus: „Dein Gesicht“)

Am 20. Juni 2012 veränderte sich das Leben von Holger Biege vollständig:

„Der Mann, der ein Millionenpublikum mit Liedern wie „Deine Liebe und mein Lied“ oder „Sagte mal ein Dichter“ begeisterte, erlitt 2012 einen Schlaganfall, von dem er sich bis heute nicht erholt hat. Mobilität ist nur noch mit einem Rollstuhl möglich, ernährt wird Holger künstlich und sprechen kann er seit diesem 20. Juni 2012, als das Schicksal zuschlug, auch nicht mehr.“ (Zitat: deutsche-mugge.de)

Und seine Frau veröffentlichte neulich einen verzweifelten Spendenaufruf:

Spendenaufruf
Liest man diese Zeilen, dann fragt man sich, in welchem Sozialstaat wir leben (wobei ich das dumpfe Gefühl habe, dass da eventuell noch nicht alle gesetzlichen und sonstigen Möglichkeiten ausgelotet wurden) … Und ich mag und muss der Frau Kaethe Knobloch mit ihrem blog danken, dass sie mich auf dieses Schicksal hingewiesen hat.

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Das Auto konnte erfolgreich finanziert werden …

Zu seinem 65. Geburtstag erschien 2017 das Liederbuch Deine Liebe und mein Lied mit CD. Biege verarmte zusehends, die Familie lebte von Sozialhilfe. Im April 2018 erlag er schließlich den Folgen eines angeblichen oder tatsächlichen ärztlichen Behandlungsfehlers. Im September 2018 wurde von Anhängern und Freunden der Holger Biege e.V. gegründet.

Holger Biege war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er lebte ab 1998 in Metzingen im Landkreis Lüchow-Dannenberga. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:

Holger Biege (piano, vocals)
+
Dieter Brauer (piano bei o8.)
Cantus-Chor (background vocals bei 02., 04. – 06,, 09. – 12.)
Bläsergruppe Bernd Swoboda (tracks: 04. –  06, 09. – 12.)
Orchester Reinhard Lakomy (02. + 10.)
Rundfunk-Tanzorchester Berlin (03., 07., 13. – 14.)
Streichergruppe Herbert Günzel (tracks: 04. – 06., 09. – 12.)
+
Neue Generation (bei 02, 04. 06., 09. – 12.):
Petko Datschew (saxophone, flute)
Heinz-Jürgen Gottschalk (guitar)
Wolfgang Kobischke (guitar)
Rainer Oleak (keyboards)
Hans-Joachim Schweda (bass)
Daniel Michna (drums, percussion)

BackCoverTitel:
01. Einspiel (Biege) 0.58
02. Als der Regen niederging (Biege/Gertz) 3.12
03. Bleib doch (Biege/Branoner) 2.50
04. Wo bist du, Jessy (Biege/Gertz) 1.34
05. Sagte mal ein Dichter (Biege/Gertz) 3.19
06. Kann schon sein (Biege/Branoner) 2.41
07. Deine Liebe und mein Lied (Biege) 2.49
08. Zwischenspiel (Biege/Branoner) 2.50
09. Wie Dynamit (Biege/Gertz) 3.26
10. Will alles wagen (Biege/Branoner) 3.47
11. Vater, Mutter, Kind (Biege/Gertz) 1.33
12. An jenem Morgen (Biege/Gertz) 2.15
13. Dein Gesicht (Biege/Branoner) 4.10
14. Wenn der Abend kommt (Biege/Branoner) 3.27
15. Nach(t)spiel (Biege) 1.40

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Ulrik Remy – Apfelsaftballade + Die Ballade vom Spieler (1975)

FrontCover1Und jetzt mal wieder ein Liedermacher aus den 70er Jahren, den ich erst neulich entdeckte … (es ist ja nie zu spät):

Ulrik Remy (* 24. Februar 1949 in Gelsenkirchen-Buer) ist ein deutscher Schriftsteller, Komponist und Liedermacher.

Remy wuchs die ersten Jahre in Wattenscheid auf. 1956 zog seine Familie mit ihm nach Weiden bei Köln. Ab 1960 besuchte er das Internat Landheim Schondorf. Im Nachbardorf wohnte der Komponist Carl Orff. Mit ihm und dem Dirigenten Rafael Kubelík begann seine musikalische Ausbildung. Nachdem er im Januar 1966 sein Debütkonzert dirigiert hatte, wurde er nach Köln geholt und machte dort 1969 sein Abitur. Während seines Jurastudiums in Köln erlebte er ab 1971 erste Erfolge als Liedermacher. Er wechselte dort als Künstler ins Profilager, schrieb Lieder, Gedichte, Drehbücher und Geschichten, moderierte, schauspielerte, führte Regie und trat auch als Sänger auf. 1974 erschien sein Debütalbum Jeder kommt irgendwoher, noch unter dem Namen „Ulrik“. 1978 gründete er „Remy Music“ und produzierte seine Platten selbst. 1981 zog er sich von der Bühne zurück und übersiedelte nach Italien.

1982 übernahm er eine Stelle als Radiomoderator bei einer Lokalradiostation in Portoferraio, Italien. Er erhielt einen Linguistik-Lehrauftrag an der Universität Siena, wo er 1985 ein Doktorat erreichte.

UlrikRemy11983 war er Gründer und Betreiber von RadioMar in Alicante, Spanien. 1990 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als Schriftsteller und Sprachenlehrer, bevor er 1994 in die Vereinigten Staaten auswanderte, wo er als Manager in verschiedenen Software- und Telekommunikationsunternehmen tätig war.

Nachdem die Anlage seiner Firma MacroTEL 2004 durch einen Hurrikan zerstört wurde, arbeitet er nur noch als Komponist und Schriftsteller. Im August 2015 kehrte er nach Deutschland zurück; zurzeit lebt er in Aachen. (Quelle: wikipedia)

Hier eine seiner frühen Singles … und wäre man böse, dann könnte man sagen, das ist ja ein Reinhard Mey für Arme … und in der Tat: Beide Texten sind so stark von der Diktion des Mey geprägt … und dann kamen seine Aufnahmen damals auch noch von Intercord veröffentlicht, jenem Label, bei dem damals auch der Reinhard Mey  publizierte.

Übrigens: die obige Kurzbiographie ist nun wirklich eine Kurzbiographie …bei meinen Recherchen bin ich auf einen Lebenslauf gestoßen, der es wieder mal in sich hat … Höhen und Tiefen gaben sich da regelmäßig die Hand …

Und weil mich Biographien mit Brüchen sehr interessieren … idst das nur der ersten Beitrag über einen Liedermacher namens Ulrik Remy

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Besetzung:
Ulrik Remy (vocals, guitar)

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Titel:
01. Apfelsaftballade (Remops) 3.18
02. Die Ballade vom Spieler (Remops) 3.30

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Jürgen Kerth – Komm herein (1980)

FrontCover1.jpgIch weiß nicht wie lange ich mich mmer wieder mal mit dem Jürgen Kerth beschäftigt habe. Endlich komme ich dazu, ihn auch mal zu präsentieren:

Jürgen Kerth (* 19. Juli 1948 in Erfurt) ist ein deutscher Blues-Gitarrist und -Sänger.

Jürgen Kerth absolvierte eine Ausbildung zum Feinmechaniker. Kerths Laufbahn begann 1964 mit der Schülerband Spotlights (zusammen mit Heinz-Jürgen Gottschalk), die sich auf Druck der Kulturbehörden in „Rampenlichter“ umbenennen musste und 1966 verboten wurde. Er gründete daraufhin 1967 das Rock & Blues Ensemble Kerth. Nach einer musikalischen Ausbildung in der Musikschule Erfurt gründete er 1971 das Jürgen-Kerth-Quintett bzw. die Gruppe Jürgen Kerth, aus der 1973 ein Quartett und nach dem Tod des Bassisten Roland Michi im Jahr 1979 ein Trio wurde.

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Jürgen Kerth und Roland Michi, Mitte der 70er Jahre

Virtuose Gitarren- und Gesangstechnik prägen seine bluesgefärbte Rockmusik, er spielte aber auch hervorragende jazzorientierte Instrumentals. Er spielte mehrere LPs und Singles ein, eine Auswahl ist auf dem Sampler Best of Blues enthalten. 2002 coverte Clueso sein Lied Nachts unterwegs. 2006 erschien die CD Blues-Anthologie.

Kerth engagiert sich als ehrenamtlicher Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland Nordhausen e. V. in Tambach-Dietharz und lebt in Erfurt.

1999 erhielt Kerth den Kulturpreis der Stadt Erfurt. (Quelle: wikipedia)

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Die Tür könnte einem bekannt vorkommen

Und hier sein zweites Album nd Jürgen Kerth erweist sich auf diesem Album nicht nur als versierter Bluesgitarrist, nein, auf diesem Album erweist er sich letztlich auch als ambitionierter Liedermacher und seine Texte, ja … nicht nur gut, sondern da stecken auch viele biographische Erfahrungen drin. Und den Soul hat er dann auch noch („Ich finde keine Ruhe“).

Bemerkenswert auch das Orgelspiel Lothar Wilke … eine wunderbare Ergänzung.

Und es wiede ral so ein trauriges Kapitel der DDR Musikgeschichte: Kurz nach dem Erscheinen dieses Albums erheilt er quasi ein Auftrittsverbot und auch die Zusammenarbeit mit dem Amiga Label wurde beendet … seine Texte kamen bei der DDR Obrigkeit wohl nicht so gut an …

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Aber er hat durchgehalten … bis heute ! Und so ist und bleibt er ein Urgestein der mich immer wieder faszinierenden ‚Blues-Szene der DDR.

Und als Bonus gibt´s dann noch Singel-Titel aus den Jahren 1973 bzw. 1975 … wir den ganz, ganz jungen Jürgen Kerth.

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Besetzung:
Jürgen Kerth (guitar, vocals, bass)
Eberhard Meyerdirks (drums)
Lothar Wilke (keyboards)

BackCover

Titel:
01. Komm herein (Kerth) 4.53
02. Geburtstag im Internat (Kerth) 4.32
03. Kindheit (Kerth) 5.01
04. Kerth’s Boogie (Kerth) 4.28
05. Schwarze Perle (Kerth) 4.04
06. April-Reggae (Kerth) 3.12
07. Ich liebe die eine (Kerth) 5.18
08. Amazonas / Tanz der Alligatoren (Kerth) 6.58
09. Ich finde keine Ruh‘ (Kerth/Kühne) 4.42
10. Blues für Jimi (live) (Kerth) 2:32
+
11. Sie war mein Dämon (Kerth) 2.59
12. Dein Zug fährt ab (Kerth) 4.12

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Jürgen Kerth mit B.B. King

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Die aktuelle website von Jürgen Kerth

Funny van Dannen – Groooveman (2002)

FrontCover1.jpgAlso der Funny van Dannen ist wirklich ein ganz besonderer Liedermacher … stets gegen den Srich gebürstet und seine Text sind in schöner Regelmäßigkeit ziemlich sperrig. Wer mehr über ihn wissen will, kann das z.B. hier tun.

Hier sein 6. Album:

An Funny van Dannen scheiden sich die Geister: Wenn ich zu Hause — was ab und zu vorkommt — beispielsweise sein geniales Debüt Clubsongs auflege, brauche ich nicht lange warten, bis meine Frau entsetzt das Betätigen der Stop-Taste fordert. Lustige, tiefgründige, melancholische Geschichten und Alltagsbetrachtungen zu Lo-Fi-Wandergitarre, das ist gewöhnungsbedürftig. „Instrumentalmusik ist sowieso das Beste, denn wenn der Groove stimmt, ist der ganze Rest egal“, meint Funny im Titelsong, fordert „also nennt mich einfach Groooveman!“ und führt den Uneingeweihten erst mal völlig in die Irre: Denn mit Groove im herkömmlichen Sinn hat seine Musik nicht viel zu tun, Instrumentalstücke hat er keine im Programm. Funny van Dannen ist Liedermacher — und hat mit Kollegen wie Wecker oder Mey doch nicht viel mehr als die Sprache gemein. Er dichtet nun mal Texte wie kein zweiter in deutschen Landen — das haben auch die Kollegen von den Toten Hosen erkannt, denen er „Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)“ oder „(Niemals zu) Bayern“ schrieb.

Groooveman ist eine Live-CD mit durchwegs neuen Songs geworden, aufgenommen während zweier Abende im Münchner Club 2 im Juni 2002. Funny singt darüber, dass er „schon vor dem 11. September oft ein Scheißgefühl hatte“, singt eine Hymne an die „Frauen dieser Welt“, verdammt Sex zur Konfliktlösung, denn ihm ist es zu „langweilig, immer nur rumzuficken“, er schaut lieber „Schalke gegen Dortmund kicken“. Fleischfresser, Kapitalismus, Liebe auf den ersten Blick, Weltpolitik und Lebenssinn bringt er in seine wundervollen Songs unter. Und wer 75 Minuten Funny van Dannen hinter sich gebracht hat, der hat seine ganz ureigene Form von Groove entdeckt und wird Funnys Poesie für alle Zeit verfallen sein. (Hanno Güntsch)

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„Ich wäre gern Popstar geworden / so zwischen zwanzig und dreißig / Nun ja, was soll ich sagen / Wie Popstars aussehen weiß ich.‘ So unangestrengt und lakonisch erzählt uns Funny Van Dannen in „Kunden Der Zeit‘, warum er der letzte Liedermacher Deutschlands werden musste (die irrelevanten nicht mit- und Bernd Begemann zu den Popstars gerechnet), und man kann nicht anders, als dem Schicksal zu danken, das ihn dazu zwang. Undenkbar, dass irgend etwas anderes als die reaktionär schrummelnde Wandergitarre in der Lage wäre, Van Dannens grandioses lyrisches Ich zu erwecken, das uns jetzt schon in seinem sechsten Leben so beglückend entertaint. Auch die neue Platte lässt ihren Schöpfer in allen gewohnten Disziplinen siegend strahlen, welche da wären: die epische Form, der kontrolliert alberne Reim, der irrlichternde Humor und dann wieder der gütige, goldene Ernst des Familienvaters, der so viel zu verlieren hat. Geliebt und geborgen fühlt man sich als Hörer der bunten Geschichten, die mehr als sonst über ihren Erzähler verraten. Zum Beispiel nimmt eine Stelle in dem Lied „Schilddrüsenunterfunktion‘ dem beunruhigenden Gerücht, Funny Van Dannen sei Christ, einiges an Schrecken: „Ich floh vor dem Alltag in die Welt der Religion / Ich fühlte Gott in mir, doch es war Schilddrüsenunterfunktion‘ – Ist das nicht saugut? Und solche Ideen gibt es auf „Groooveman‘ wie Heu. Eine Platte voller Anspieltipps! Erwähnt seien aber doch „Fleischfresser‘ als der beste Vegetarismus-Song seit „Meat Is Murder‘ und „Ich Sehe Wind‘ als das beste deutsche Liebeslied seit Ewigkeiten. Alles natürlich mit der original Funny-Van-Dannen-Melodie. (Jens Friebe)

Funny van Dannen: Schräg und nachdenklich („Kunden der Zeit“) …. diese Mischung muss man mögen … und ich mag sie !

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Besetzung:
Funny van Dannen (vocals, guitar, harmonica)

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Titel:
01. Groooveman 3.34
02. Bonobo 3.02
03. Schilddrüsenunterfunktion 4.49
04. Menschenverachtende Untergrundmusik 2.32
05. Fleischfresser 3.38
06. 11. September 2.50
07. Frauen dieser Welt 3.37
08. Nur du nicht 5.12
09. Ich sehe Wind 2.09
10. Alle müssen was tun 2.15
11. Emotionen Pause machen 3.02
12. Vladimir Putins Cousine 3.55
13. Tombolamusikant 5.51
14. Kunden der Zeit 4.43
15. Rod Weiler 4.33
16. Blaue Stunde 2.58
17. Enttäuscht vom Leben 6.18
18. Kapitalismus 2.49
19. Schade – Scheiße 3.56
20. Letzte Zigarette 3.29

Musik und Texte: Funny van Dannen

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