Wunderland der schönsten Märchen – Der Rattenfänger von Hameln (1968)

Der Rattenfänger01AIn den Jahren des Wirtschaftswunder waren natürlich auch die Kleinen ein begehrtes Objekt der Unterhaltungsindustrie. Und nicht nur das Eropa-Label versuchte sich in die Herzen der Kinder und heranwachsenden Jugendlichen zu spielen.

Auch der Bastei-Lübbe Verlag versuchte mit der Serie „Wunderland der schönsten Märchen“ sich sein Scherflein zu verdienen.

Hier die Nr. 10 der Serie (die 14tägig erschien und DM 6,– kostete), die durchaus pfiffig konzipiert war: Einerseits gabs ein hochformatiges Bilderbuch mit dem Text dieses Märchen (das ich als bekannt voraussetze) und andererseits gab´s dann noch ne Single (mit 33 Umdrehungen) zum Nachhören.

Das Bilderbuch erschien ursprünglich 1966 in Italien, das Hörspiel wurde dann natürlich in Deutschland eingespielt.

Heute mag die Inszenierung natürlich ein wenig schlicht klingen, aber ich vermute mal, damals konnte sie schon etliche Kinderherzen erfreuen.

Beigefügt habe ich dieser Präsentation noch eine deutsche, illustrierte Ausgabe aus dem  Jahre 1889 … und bei wikipedia finden sich dann noch etliche weitere Hinweise für all jene, die sich vertieft mit diesem Märchen (eigentlich ja ne Sage) beschäftigen wollen. Ursprünglich ging diese Sage ja auf die Gebrüder Grimm zurück, wie es kam, dass sich auch der englischer Dramatiker und Dichter Robert Browning (* 7. Mai 1812 im Londoner Stadtteil Camberwell; † 12. Dezember 1889 in Venedig) mit dieser Materie beschäftigte, ist mir grad unbekannt. Auf jedenfall veröffentlichte er das Gedicht „The Pied Piper of Hamelin“, das sich mit dem gleichen Stoff beschäftigte).

Hier ein paar Vorschaubilder, bevor man sich dann dieses überformatige (deshalb keine scans, sondern fotografische Ablichtungen des Buches) zu Gemüte führen kann:

Der Rattenfänger05A

Der Rattenfänger07A

Der Rattenfänger13A

Besetzung:
Peter René Körner (Erzähler)
+
weitere, nicht genannte Mitwirkende

Bearbeitung: Ursula Feldhege

Vorder+RückseiteSingle.jpg

Vorder + Rückseite der Single

Titel:
01. Der Rattenfänger von Hameln (Teil 1) 8.24
02. Der Rattenfänger von Hameln (Teil 2) 7.35

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Gauki (das Maskottchen aus dem Wunderland der schönsten Märchen

Günter Norris – Was ich Dir sagen will … (Udo Jürgens for dancing) (1968)

FrontCover1.JPGTja, hätte durchaus Potential haben können, aber … ein Günter Norris hatte wohl damals noch nicht die nötige Qualität und die Reife (obwohl er schon über 30 Jahre alt war,als dieses Album erschien), um aus all den frühen Udo Jürgens Hits gepflegte Instrumentals zu machen,zu denen man dann in Herrgotts Namen auch hätte tanzen können.

Kein Wunder:  Es war halt erst sein drittes Album, aber der wirkliche Zugang zu diesen Udo Jürgens Kompositionen fehlte ihm einfach.

Bestes Beispiel: Merci, Chérie … dieses beginnt in jenem charmanten getragenem Tempo, um dann nach wenigen Takten blitzschnell in ein eifrig hopsendes Tanztempo zu wecheln. So kann man auch den Charakter eines Songs killen.

Und es wird nicht besser … Kleine Ausnahme: die Interpretation von „Sag ihr, ich laß sie grüßen“

So gesehen nur ein Album für Jürgens Freaks (wie mich),mehr aber auch nicht. Daran änert dannauch nichts, dass ausgerechnet Udo Jürgens sich dann in folgendes Lobeshymne – das sei hier nicht verschwiegen-  hineinsteigert:

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Besetzung:
Günter Norris Orchester

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Titel:
01. Merci, Chérie 2.25
02. Warum nur, warum 3.12
03. Siebzehn Jahr, blondes Haar 2.58
04. Einmal sind wir alle gleich 2.49
05. Was wirklich zählt auf dieser Welt 2.20
06. Was ich dir sagen will … 3.09
07. Anuschka 3.09
08. Wie schön ist diese Welt 2.50
09. Mein erster Weg 2.32
10. Sag ihr, ich laß sie grüßen 2.30
11. He’s Got The Whole World – Jericho 3.29
12. Matador 4.05

Musik: Udo Jürgens, außer 11. (das ist ein Traditional)

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Inlets

Die Innenhüllen der LP

Joseph Meinrad – Der Mann von La Mancha (1968)

FrontCoverA1Vermutlich war dem Joseph Meinrad die Rolle des (Don Quijote in dem Musical „Der Mann von La Mancha“ auf den Leib geschnitten.

Der Mann von La Mancha ist ein Musical von Mitch Leigh, Dale Wasserman und Joe Darion.

Auf der Grundlage des Klassikers Don Quijote von Miguel de Cervantes schrieb Wasserman 1959 das Fernsehstück I, Don Quixote. In diesem spielt der von der Spanischen Inquisition eingekerkerte Dichter den Mitgefangenen seinen Ritterroman vor und übernimmt dabei die Rolle Don Quijotes. 1965 wurde das zum Musical adaptierte Stück am 22. November am ANTA Washington Square Theater in Greenwich Village mit Richard Kiley in der Titelrolle uraufgeführt. Die Musik stammte von Mitch Leigh, die Liedtexte wurden von Joe Darion geschrieben. 1966 erhielt das Musical 5 Tony Awards, unter anderem für das Beste Musical und den Besten Schauspieler. Die Original-Produktion erreichte 2328 Aufführungen.

Die deutschsprachige Erstaufführung in der Fassung von Robert Gilbert erfolgte am 4. Januar 1968 im Theater an der Wien in Wien unter der Regie von Dietrich Haugk mit Josef Meinrad in der Titelrolle und Blanche Aubry als Aldonza sowie Fritz Muliar als Sancho Panza.

FrontCover

Alternatives Frontcover

Das Stück spielt durchgehend ohne Pause in einem Verlies der spanischen Inquisition. Cervantes und sein Diener sind der Gotteslästerung angeklagt und warten unter Räubern, Mördern und Prostituierten auf ihr Verfahren. Der Anführer der Insassen nimmt ihnen alle Habe weg, darunter ein Manuskript. Um zu beweisen, dass es sein künftiges Buch ist, verkleidet sich Cervantes als seine Figur Don Quijote und spielt mit den Mithäftlingen die Geschichte vor. So wird das Gefängnis zur Straßenspelunke. Aldonza ist ein schlampiges Serviermädchen, doch Don Quijote nennt sie Dulcinea und macht ihr den Hof. Währenddessen versuchen seine Nichte Antonia und ihr Verlobter Dr. Carrasco immer wieder, Don Quijote von seinen sinnlosen Kämpfen gegen imaginäre Feinde abzuhalten. Als Spiegelritter verkleidet zwingt ihn Carrasco, der Realität ins Auge zu sehen, zu erkennen, dass er nicht der Erretter der Menschheit ist, sondern ein ärmlicher alter Mann. Nur Aldonza, die einzig von Don Quijote als Dame behandelt wurde, fleht ihn an, den unmöglichen Traum fortzusetzen und die Rüstung wieder anzuziehen. Don Quijote stirbt in ihren Armen. Aldonza nennt sich fortan Dulcinea und träumt nun selbst den Traum ihres Helden weiter. Das Spiel ist aus. Ergriffen reicht der Anführer Cervantes sein Manuskript zurück. Von oben senkt sich eine Leiter, und Cervantes wird vor das Inquisitionstribunal gerufen. (Quelle: wikipedia)

Liest man sich all die Kritiken durch, die auf der Rückseite der Hülle zu dieser LP zu lesen sind, muss man davon ausgehen, dass diese deutsche Uraufführung damals ein Riesenerfolg war. So schreibt z.B. die Kronen-Zeitung am 5.1.1968:

Josef Meinrad als Don Quijote hat wieder eine Meisterleistung seiner liebenswerten Kunst vollbracht. Fritz Muliar mit seinem Sancho beweist den großen Bogen seiner schauspielerischen Fähigkeiten. Und doch möchte man fast  Blanche Aubry an allererster Stelle nennen – ihre Aldonza-Dulcinea ist nicht nur von der an Brecht geschulten Gesangstimme her ein Phänomen, sondern hat auch eine immense schauspielerische Strahlkraft.

Ein wirklicher Höhepunkt ist das zornige „Aldonza“ bei der man sich von der gewaltigen Stimme von Blanche Aubry überzeugen kann.

Die Ouvertür kommt klanglich ein wenig holprig daher, der Rest der LP ist aber akustisch durchaus geniessbar !

MeinradMuliar2

Fritz Muliar & Joseph Meinrad

Besetzung:
Blanche Aubry (Aldonza)
Frank Dietrich (Dr. Carasco)
Brunhilde Feuchtmeier (Antonia)
Norman Foster (Der Gastwirt)
Carlo Lando (Der Barbier)
Josef Meinrad (Don Quijote)
Fritz Muliar (Sancho – Diener)
Bianca Zambelli (Die Haushälterin)
+
Maultiertreiber:
Rudolf Katzböck – Jörg Maria Berg- Berno Cramm – Hannes Müller – Harald Sielaff – R.W. Wasserlof

Musikalische Leitung: Johannes Fehring

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Titel:
01. Ouvertüre 3.45
02. Josef Meinrad, Fritz Muliar: Ich bin ich, Don Quijote  2.23
03. Blanche Aubry, Maultiertreiber: Mir’s jeder recht 3.03
04. Josef Meinrad, Maultiertreiber: Dulcinea 1.33
05. Brunhilde Feuchtmaier, Bianca Zambelli, Egon Simonet: Ich denke nur noch an ihn 3.07
06. Fritz Muliar, Blanche Aubry: Ich mag ihn 1.58
07. Blanche Aubry: Was will er bloß von mir 2.41
08. Rudolf Katzböck, Maultiertreiber: Kleiner Fink 1.56
09. Egon Simonet: Hab‘ deine Dulcinea 1.42
10. Josef Meinrad – Der unmögliche Traum 2.08
11. Carlo Lando, Josef Meinrad, Fritz Muliar, Norman Foster, Ensemble – Der Goldhelm des Mambrino
12. Norman Foster, Blanche Aubry, Fritz Muliar, Ensemble: Der Ritterschlag (Ritter von der traurigen Gestalt)
13. Rudolf Katzböck: Die Vergewaltigung 1.33
14. Blanche Aubry, Josef Meinrad: Aldonza 3.33
15. Fritz Muliar: Ein bißchen tratschen 1.32
16. Josef Meinrad, Blanche Aubry, Fritz Muliar, Egon Simonet, Norman Foster, Ensemble: Sterbeszene und Finale 6.52

Musik: Mitch Leigh – Text: Joe Darion – Deutscher Text: Robert Gilbert

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Susanne Tremper – 5 Uhr morgens – Ein Mädchentraum (1968)

OriginalFrontCover1Jetzt mal ne Single aus dem Jahr 1968 die so ganz, ganz anders ist, und von daher was ganz besonderes ist:

Susanne Tremper (* Januar 1953 in Berlin) ist eine deutsche Synchronsprecherin, Schauspielerin und Sängerin.

Susanne Tremper kam schon früh zur Arbeit als Synchronsprecherin. So übernahm sie Ende 1966 in der zweiten Synchronisation des 1937 produzierten Films Schneewittchen und die sieben Zwerge die gesanglichen Parts des Schneewittchens. Daraufhin wurde ihre Stimme weiterhin in Disney-Filmen eingesetzt. Dazu zählen Robin Hood, Das Dschungelbuch, Cap und Capper (1981) und die 1970er-Jahre-Synchronisation von Bambi. Ansonsten sprach sie Corie Sims in Die tollkühnen Abenteuer des Marco Polo jun., Glynnis O’Connor in Jeremy und Geneviève Bujold in Königin für tausend Tage.

Tremper absolvierte eine Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in ihrer Heimatstadt und erhielt danach zahlreiche Engagements an verschiedenen Theatern. Sie stand auf den Bühnen des Theaters in Basel, des Bayerischen Staatsschauspiels München, des Wiener Burgtheaters, des Schillertheaters in Berlin, des Schauspielhauses in Frankfurt und des Theater Bonn. Von 2006 bis 2011 gehörte sie zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. 2003 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für darstellende Kunst.

Ihr Fernsehdebüt gab sie 1969 in der ZDF-Vorabendsendung Die Drehscheibe, wo sie das Lied Fünf Uhr morgens sang. Sie spielte in den Serien …und im Keller gärt es (1998) und Die Schönegrubers. In Filmen sah man sie unter anderem in Miss Sara Sampson. Ihre derzeit letzte Filmrolle hatte sie 2002 als Ute in Die Nibelungen. Allerdings waren ihre TV-Auftritte meistens nur kleine Nebenrollen.

Seit ihrer Arbeit in „Schneewittchen“ gibt sie auch Auftritte mit ihrer hohen, klaren Stimme. 1965 und 1966 trat sie auf dem Festival Chanson Folklore International auf der Burg Waldeck auf. Sie nahm 1968 den Song Fünf Uhr morgens auf Schallplatte auf, wo sie den Text jedoch nur spricht und Musik im Hintergrund spielt. 1991 war sie neben Mario Adorf und Ute Lemper auf der CD Weill: Die Dreigroschenoper zu hören.

Von 1974 bis 1980 war Susanne Tremper mit dem Musiker Hannes Wader verheiratet. (Quelle: wikipedia)

SusanneTemper2012

Susanne Tremper, 2012

Hier also diese Single mit der A-Seite „5 Uhr morgens“: Zu einer bedächtige vorgetragenen Musik taucht eben dieser Sprachgesang auf, der eindringlich die seelische Verzweiflung einer jungen Frau schildert, die aufgrund ihres Liebeskummers ernsthaft daran denkt, ihr Leben zu beenden … aber dann doch davor zurückschreckt. Und dann der aufmunternde Zuspruch der Mutter, er lässt das Leben wieder in einem anderem Licht erscheinen.

Man kann das jetzt natürlich als rührseliges Tam-Tam abtun, aber ganz so einfach ist das nicht. Ich hab mir so ein paar Kommentare auf der youtube Seite (wo man das Lied auch hören kann) durchgelesen und mir wurde dabei wieder mal klar, wie tief und wie prägend auch Lieder dieser Art sein können. Hier ein paar Zitate:

„Ich habe das Lied Jahre nach dem es erschienen ist erst gehört.ich habe von meinem Onkel ein Tonbandgerät geschenkt bekommen und da war das Lied am ende von einer Rolle drauf.Leider nicht komplett was mich sehr ärgerte.Ich will hiermit nur dem Menschen danken der dieses Lied reingesetzt hat denn dieses Lied hat mir schon sehr oft geholfen als es mir schlecht ging.Nochmals vielen Dank für dieses Wunderbare Lied. Dankeschön“

„1984 hatte ich mal an den Plattenverlag geschrieben, ob es die Platte noch gibt und bekam eine Absage. Seitdem habe ich diese Postkarte aufbewahrt als Erinnerung, um es doch immer mal wieder zu versuchen. Und jetzt habe ich das Lied wieder gefunden. Es ist verbunden mit sooooooo viel Herzschmerz und auch einer wunderschönen verliebten Zeit…… Danke fürs Einstellen!!!!“

„Es gibt echt wenige Lieder die einen so berühren.Mir kommen jedesmal die tränen die ich fast nie zurückhalten kann.ich Liebe solche Lieder die einen so nachdenken lassen.“

„Ein wirklich einmaliges Lied. Wie kommt man nur auf so einen melancholischen Text? Aber auch für mich war es ein Halt als ich meine erste Liebe verlor.“

„Ich habe dies Singleplatte jetzt heute ersteigern können.Glücklicherweise für 4,20 €. ich kann ihnen sagen, diese Platte werde ich mein ganzes Lebenlang in mein Herz einschließen.“

Diese Single war dann so erfolgreich, dass Hansa die gleich nochmals rausbrachte, mit neuem Cover und neuer Bestellnummer …

Die B-Seite „Ein Mädchentraum“ ist genau das, was der Titel verspricht, wenngleich von ein Traum der etwas naiven Art.

Diesen wirklichen Leckerbissen der deutschen Schlagergeschichte haben wir – na wem wohl ? – mal wieder dem großzügigen Mr. Jancy zu verdanken !

Vorder+Rückseite der Nachpressung

Vorder + Rückseite der Nachpressung

Besetzung:
Susanne Tremper (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

OriginalBackCover1

Titel:
01. 5 Uhr morgens (Zimmermann/Weigel) 4.29
02. Ein Mädchentraum (Zimmermann/Weigel) 1.58

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Willy Berking – Mit Willy Berking zur Meisterschaft (1968)

FrontCover1Diese Scheibe hat irgendwas rührendes … Wir schreiben das Jahr 1968 … die Jugend hat längst die progressive Rockmusik entdeckt, die Studentenunruhen eskalieren nicht nur bei uns … und ein Hans Last hat sich längst die Krone der Unterhaltungsmusik aufgesetzt und dann kommt ein Altmeister daher und veröffentlicht dieses vordergründig biedere Album „Mit Willy Berking zur Meisterschaft“.

Willy Berking (* 22. Juni 1910 in Düsseldorf; † 21. Mai 1979) war ein deutscher Orchesterleiter, Posaunist und Komponist.

Willy Berking studierte Musik (Klavier, Komposition) in Düsseldorf und anschließend in Berlin, wo er im Alter von 18 Jahren seine erste Big Band gründete. Er hatte sich dem Jazz und besonders dem Swing verschrieben, was jedoch von den Nationalsozialisten abgelehnt wurde. Als Posaunist tourte er mit verschiedenen Tanz- und Unterhaltungsorchestern dieser Zeit, unter anderem bei der „Goldenen Sieben“ und dem Telefunken-Swing-Orchester unter Heinz Wehner (mit dem er 1934 nach Berlin ging). Ab 1934 studierte er Posaune; 1938 leitete er ein Studioorchester für die Imperial-Schallplatte („Berking-Spitzenserie“). Auch nahm er mit Adalbert Lutter, Michael Jary und Hans Rehmstedt auf[2] und war in der Propaganda-Bigband „Charlie and His Orchestra“ aktiv.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er 1946 die Leitung des neugegründeten Tanzorchesters des Hessischen Rundfunks, aus der das Große Tanz- und Unterhaltungsorchester des Hessischen Rundfunks hervorging. Mit diesem Orchester feierte Willy Berking in den 1950er Jahren seine größten Erfolge. Er schrieb Schlager und Instrumental-Titel wie Mixed Pickles oder Trumpet Jump sowie die fünfteilige Suite Brasiliana. Seine Kompositionen wurden von den namhaften Interpreten dieser Zeit gesungen. Für eine Million verkaufter Platten erhielt er 1957 eine Goldene Schallplatte. Zu einer nationalen Berühmtheit wurde Willy Berking durch die Fernseh-Show „EWG“ mit Hans-Joachim Kulenkampff. (Dort wirkte er auch an der köstlichen Beatles-Parodie „She Loves You“ mit; zu sehen hier)

BerkingTanzorchester2
Nach einem Herzinfarkt musste Willy Berking die Leitung des Orchesters 1972 aufgeben, sein Nachfolger wurde aus den Reihen des Orchesters Heinz Schönberger. Berking starb 1979 an einer Krebserkrankung. (Quelle: wikipedia)

Immerhin, diese LP erschien auf den renommierten CBS Label … Und was soll ich sagen: herausgekommen ist eine blitzsaubere, durch und durch großartig altmodische Schallplatte. Nicht im modernen James Last Sound sondern eben im Sound jener Orchester der 20er und 30er Jahre, die bis heute an ihrer Magie nichts verloren haben (so geht´s jedenfalls mir), geschmeidig, schmissig, romantisch, stürmisch … und man kann diese Musik natürlich auch geniessen, wenn man das Tanzbein nicht schwingt … vorsichtshalber habe ich mir allerdings dieses Album angehört, als meine werte Frau Gemahlin aushäusig war, nicht dass sie am Ende noch auf dumme Gedanken kommt ….

BerkingTanzorchester

Willy Berking und sein Tanzorchester

Besetzung:
Willy Berking und sein Tanzorchester

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Titel:
01. Quickfox Medley (3.56):
01.1. Your Are The Cream In My Coffee (DeSylva/Brown/Henderson)
01.2. Somebody Loves Me (Gershwin)
01.3. Bye-Bye-Blues (Hamm/Bennett/Lown/Gray)
02. Slowfox Medley (4.4o):
02.1. Someone To Watch Over Me (Gershwin)
02.2. Memories Of You (Blake/Razaf)
02.3. Love Is A Many Slpendored Thing (Fain)
03. Ecstasy (Tango) (Belmonte) 2.18
04. Tango Maritima (Berking) 1.49
05. English Waltz Medley (4.29):
05.1. Let Me Beloves (Livingstone/Evans)
05.2. Too-Ra-Loo-_Ra-Loo-Ra (Shannon)
05.3. Love In My Reason (Novello)
06. Stars In Your Eyes (Rumba) (Ruiz) 3.17
07. Daniela (Rumba) (Berking) 2.22
08. Cumana (Samba) (Barcley/Allen) 2.10
09. Costa Rica (Samba) (Berking) 1.56
10. Chinchilla Cha-Cha) (Berking) 2.09
11. Fräulein Pardon (Meisel) 2.10
12. El Matador (Paso doble) (Hilger) 2.04
13. Gold und Silber (Walzer) (Léhar) 2.18

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Die German Beatles: Hans Joachim Kulenkampff (vorne) im Quartett mit seinen Kollegen Bully Buhlan (links), Gerhard Wendland und Willi Berking (rechts).

Jack Lester Special Band – Constanze präsentiert – Stereo perfekt (1968)

FrontCover1Normalerweise bin ich ja, was all die Billigproduktionen der60er Jahre anbetrifft, ein geduldiger Mensch. Okay manchmal beklage ich mich über fehlende Informationen (so ist das natürlich auch bei diesem Album).

Aber was sich die Macher diese Album hier erlaubt haben, habe ich noch so nie mitbekommen.

Ich dachte ja erst, ich hör nicht recht, als ich bei „La Cucaracha“ plätzlich „Von den blauen Bergen kommen wir“ und dachte mir noch nichts, als dann aber gleich danach bei „She´ll Be Comin´ Round The Mountain“ das rühselige „Heidschi Bumbeidschi“ entgegenschallte, wurde ich langsam ärgerlich. Und so geht´s dann auch weiter.

Zumindest die beiden letzten Titel sind dann korrekt wiedergegeben. Da wo ich die Titel kannte habe ich in Klammer die richtigen Song-Titel eingefügt … ohne Gewähr !

Man fragt sich da schon, mit welcher Sorgfalt man damals dieses Album zusammengestellt hat … aber vielleicht hatte das ja was der Frauenzeitschrift „Constanze“ zu tun … die stand nämlich Pate für diese LP.

RoteKarte

Und dafür gibt´s die rote Karte !

Und natürlich lies es sich der „Constanze Küchenchef“ nicht nehmen, dieser Platte (die als Attraktion einer Party dazu führen wird, dass sich kein „Gast vorzeitig verabschieden“ wird …) spezielle Partyrezepte wie „Marinierte Heringe“, „Gefüllte Bockwürste“ (könnt´ ich glatt mal ausprobieren), „Käsebrot“ (klingt auch nicht schlecht), „Wurstsalat“ oder „Gefüllte Brötchen“ zu verraten.

Und natürlich ist diesesAlbum auch noch aus einm weiteren Grunde was ganz besonders. Der denn der Titel „Stereo Perfect“ kommt ja nicht von ungefähr:

„Diese Langspielplatte präsentiert Tanzmusik in technischer Vollendung: 24 Musiker, 22 Mikrofone, Acht-Spur-Magnetband, sechs akustisch getrennte Aufnahmekabinen, Vier-Kanal-Stereo-Hallplatten“ … und von daher hört man immer wieder kleinere akustische Gags …

Na dann … hinein ins Vergnügen !

Ach ja, dieser Jack Lester muss ein Trompeter gewesen sein und er hat noch diverse weitere Aufnahmen für Europa Schallplatten eingespielt …

BackCover1

Besetzung:
The Jack Lester Special Band

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Titel:
01. Mexican Hat Dance 2.26
02. La Cucaracha (Von den blauen Bergen kommen wir) 2.13
03. She´ll Be Comin´ Round The Mountain (Heidschi Bumbeidschi) 2.17
04. El Rancho Grande 1.49
05. Heidschi Bumbeidschi (La Bamba) 1.57
06. Espana (Lied der Taiga) 2.23
07. La Bamba (vermutlich La Golondrina) 2.09
08. Little Brown Jug 2.38
09. John Brown´s Body (ganz sicher nicht … aber was dann ?; vielleicht Cielito Lindo ) 2.40
10. Cielito Lindo (Guantanamera) 2.17
11. Guantanamera (hatten wir ja schon eben … vielleicht La Bostella + Lily The Pink) 2.55
12. O Susanna + My Darling Clementine (Volltreffer !) 2.29
13. Bergvagabunden – Hohe Tannen (Noch ein Volltreffer) 2.50

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Verschiedene Interpreten – Gala-Show der Stars (1970)

FrontCover1.JPGUnd wieder einmal eine dieser sog. Benefiz-LP´s der 70er Jahre …

Wir schreiben das Jahr 1970 und bei dieser LP geht es darum, die „Deutsche Sporthilfe“ zu unterstützen. Klar, es ging um die Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 1972 in München … da wurde dieses Ereignis gepusht wie sonst noch was.

Und deshalb schreibt auch der schleimige und „ehrenwerte“ Herr Josef Neckermann ein paar Zeilen. Zur Erinnerung:

Am 15. September 1935 wurden die Nürnberger Rassengesetze erlassen. Jüdische Kaufleute wurden dadurch sowohl persönlich als auch unternehmerisch unter Druck gesetzt und deren Unternehmen auf legale Weise zu Spottpreisen „arisiert“. Neckermann profitierte mehrfach von diesen Zwangsverkäufen:

Josef Neckermann ließ sich von seiner Mutter seinen Erbanteil an der Kohlenhandlung in Höhe von 200.000 Reichsmark (RM) auszahlen. Am 25. Oktober 1935 übernahm er vom jüdischen Unternehmer Siegmund Ruschkewitz (1871–1940)[2] für 100.000 RM (wovon durch Neckermann nur 46.000 RM auf ein Sperrmark-Konto überwiesen wurden)[3] dessen 1898 gegründetes und wenig später in der Würzburger Schönbornstraße[4] befindliches Textilkaufhaus sowie das Niedrigpreisgeschäft Merkur mit insgesamt 130 Angestellten und 60 Außendienstmitarbeitern unter Übernahme der Schulden und Hypotheken. Die Warenhausbranche steckte in diesen Jahren in der Krise und der Kaufpreis lag deutlich unter dem Wert des Unternehmens.

Neckermann war 1933 der Reiterstaffel der SA beigetreten und wurde 1937 mit der Mitgliedsnummer 4.516.510 in die NSDAP aufgenommen. Im Jahr darauf entstand durch Arisierung des Unternehmens von Karl Amson Joel, (dem Großvater des US-amerikanischen Singer-Songwriters Billy Joel und des Dirigenten Alexander Joel) – er hatte sich in Nürnberg und in Berlin ein florierendes Textilherstellungs- und -versandunternehmen aufgebaut – die Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann.

Neckermann drückte den Kaufpreis und richtete beim Bankhaus Hardy & Co. in Berlin ein Treuhandkonto auf – wie sich im späteren Wiedergutmachungsprozess herausstellte – seinen eigenen Namen ein. Neckermann begründete dies damit, dass er das Geld vor dem Zugriff der NSDAP schützen wollte. Der mittlerweile in die Schweiz geflüchtete Joel klagte auf Auszahlung des Geldes, die Klage wurde aber mit der Begründung abgewiesen, er sei „Devisenausländer“.

Neckermann besaß damit das viertgrößte deutsche Textil-Versandhaus (nach Quelle, Witt Weiden und Schöpflin). Mit den Unternehmen Joels übernahm Neckermann auch den Mietvertrag von dessen Villa in der Tannenbergallee im Berliner Westend, die er mit seiner Frau Annemarie Neckermann bezog. (Quelle: wikipedia)

Das nur so am Rande … aber unerwähnt lassen wollte ich diese Fakten nicht.

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Nun gut … wir hören hier ausschließlich „Stars“ aus dem Hause Decca/Telefunken:

Die meisten davon kann man in die Kategorie „abgehalfterte Schlagersternchen“ einordnen … das gilt natürlich nicht für die Knef die hier gleich zweimal vertreten ist. Und auch die Valente war alles andere als ein kurzfristiger Erfolg.

Aber dann treten u.a. auf: Die Peggy March (die fand ich damals Klasse), Manuela (deren Frühwerke Mitte der 60er Jahre hatten wirklich Pfiff) und die France Gall (nun ja … die fand ich als 15jähriger auch nicht schlecht *ggg*).

Der Ronny ist auch vertreten und eine Tanja Berg zelebriert die deutsche Version des Gassenhauers „Na Na Hey Hey Goodbye“ …

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11 der 12 Songs erschienen übrigens auch als Single, nur die „Schiwago Melodie“ in der Fassung von Martin Böttcher gab´s damals nur auf einer LP (zumindest mein jetziger Kenntnisstand) … da damals lauschenden Damen war das sicherlich gleichgültig, denn zum Schmelzen brachte sie diese Melodie auch so.

Gleiches gilt wohl für den ersten Peter Maffay Hit „Du“ … der hier ja neulich schon mal sehr kritisch bewertet wurde. Nicht ganz zu Unrecht … aber ich gestehe freimütig … damals hörte ich mir den Songs heimlich, ganz heimlich an (bevor ich dann wieder „Paranoid“ von Black Sabbath auflegte …) er wecke in mir als eben 15jährigen Knaben furchtbare Sehnsüchte nach der ewigen, allumfassenden Liebe … nun ja … das Leben hat mich natürlich eines anderen gelehrt … aber ich gestehe nicht minder freimütig: selbst heute noch lösen diese Zeilen (und die entsprechende Musik) in mir … sentimental-kitschige Emotionen rühren sich und der sentimentale Hund in mir, beginnt mit dem Schwanz zu wedeln (das soll jetzt allerdings kein obszöne Metapher sein …).

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Schwamm drüber.

Solche Benefiz LP´s haben ja auch immer wieder aus heutiger Sicht ein paar Raritäten zu bieten,so auch hier:

Da ist zum einen ein „Michelangelo“: Der heißt eigentlich Rainer Limpert:

Michelangelo, bürgerlich Rainer Limpert, (* 10. Mai 1946 in Binenwalde, Gühlen-Glienicke) ist ein deutscher Schlagersänger.

Rainer Limpert besuchte das Gymnasium bis zur Obersekunda und absolvierte dann die MichelangeloAusbildung zum Buchhändler. In Frankfurt am Main nahm er Gesangsunterricht und wirkte in der Pop-Band seines Bruders mit.

1969 veröffentlichte er seine erste Single Sie trägt blau, blau, blau und trat mit seinen Begleitmusikern als Michelangelo and his Group damit am 18. Oktober 1969 in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade auf. Die Singles Sie trägt blau, blau, blau und Wie ein Feuerwerk schafften es in die „Top 20“ der Zeitschrift Musikmarkt. 1971 konnte er seinen Titel Du bist meine Liebe zwei Wochen lang in den niederländischen „Top 40“ platzieren und erreichte dort Platz 22. Am 13. September 1971 trat er im ZDF-Magazin Die Drehscheibe als Sänger auf. Außerhalb der Niederlande erzielte er keine Charterfolge. Ein Tag mit Maria wurde ebenfalls von Michael Holm 1972 veröffentlicht.

Als 1971 Gunter „Yogi“ Lauke auf Anfrage von Albert-Carl Weiland (SR) Sänger für das Gesangsensemble Family Tree suchte, holte er Limpert mit ins Boot. Limpert sang bis zur Auflösung 1975 bei der Formation. (Quelle: wikipedia).

Er bracht es wohl auf insgesamt 8 Singles und hier macht er seine Sache gar nicht mal so schlecht.

Und dann haben wir noch eine gewisse Kirsti (Sparboe) … und stammte aus Norwegen:

Kirsti Sparboe (* 7. Dezember 1946 in Tromsø) ist eine norwegische Schlagersängerin und Schauspielerin.

Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete sie als Sekretärin. Sie trat in einer Tanzkapelle auf, nahm Gesangsunterricht und erhielt mit 17 Jahren ihren ersten Schallplattenvertrag. Bereits mit ihrer ersten Single Ballerina war sie 1964 in Norwegen und Schweden erfolgreich. 1965 nahm sie mit Karusell erstmals für Norwegen am Eurovision Song Contest teil, blieb aber ohne Erfolg wie auch bei ihren Teilnahmen 1967 und 1969.

KirstiEnde der 1960er Jahre kam sie unter dem Namen „Kirsti“ mit ihren von Telefunken produzierten Schlagern auch in die deutsche Hitparade. Ihren größten Erfolg hatte sie in der Bundesrepublik mit dem Titel Ein Student aus Uppsala, womit sie 1969 14 Wochen lang in den deutschen Charts vertreten war. 1970 beteiligte sie sich mit Pierre, der Clochard an der deutschen Vorentscheidung für den Grand Prix, konnte sich jedoch nicht qualifizieren. Mit den Singles Die treuen Husaren, Herzklopfen, Ich hab’ in Essen mein Herz vergessen, Pierre, der Clochard, Mr. Christopher Brown und Napoleon und Josephine konnte sie sich noch in einigen Rundfunk-Hitparaden platzieren. Sie wirkte auch in einigen Filmproduktionen mit. (Quelle: wikipedia)

Die konnte sich übrigens wesentlich länger halten … Bis in die 80er Jahre veröffentlichte LP`s und Singles.

Aber jetzt hinein ins Vergnügen, frei nach dem Motto:

Was so alles geschieht,
in der Carnaby Street,
und ein Carnaby Boy
spielt auf seiner guitar
für die Leute ein Lied
in der Carnaby Street.

Was so alles geschieht,
ja die Girls und die Boys
kommen raus aus dem Haus,
denn sie hören den Beat
in der Carnaby Street.

Allen geht der Beat in die Beine,
und die Melodie geht ins Ohr,
ja und alle denken das eine.
Das gibt es nur in der Carnaby Street.

Was so alles geschieht
in der Carnaby Street,
ja die Girls und die Boys
pfeifen alle das Lied
auf der Carnaby Street.

Was so alles geschieht
in der Carnaby Street,
ja die Girls und die Boys
zahlen gerne den Preis
und sie kaufen den Hit
auf der Carnaby Street.

la la la la …

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Titel:
01. Peggy March: In der Carnaby Street (Mayer/Bradtke) 3.05
02. Michelangelo: Wie ein Feuerwerk (Siegel/Sondock) 2.38
03. Caterina Valente: Tausend rosarote Pfeile (Little Arrows) (Hammond/ Hazelwood/Henning) 2.45
04. Peter Maffay: Du (Orloff/Kunze) 3.28
05. Hildegard Knef: Eins und eins, das macht zwei (Niessen) 2.53
06. Tanja Berg: Na Na Hey Hey Goodbye (de Carlo/Frashmur/Leka/Holm) 3.20
07. Hildegard Knef: Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hammerschmid/Knef) 3.12
08. France Gall: A Banda (de Hollanda/Weyrich/Conta) 2.53
09. Manuela: Wenn du liebst (Heider/Relin) 3.59
10. Martin Böttcher: Schiwago-Melodie (Jarre) 2.12
11. Kirsti: Ein Student aus Uppsala (Mayer/Buschor) 2.17
12. Ronny: Nun leb wohl (Roloff/Hee) 2.55

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Die deutschen Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexico City:

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