Wolf Biermann – 4 neue Lieder (1968)

FrontCover1Nun – wie angekündigt – jene Wagenbach EP die 1968 parallel zu dem Buch „Mit Marx- und Engelszungen“ erschien.

Es müssen recht abenteuerliche Wege gewesen sein, auf denen Wolf Biermann seine Kontakte in die BRD pflegte und auf denen auch diese Aufnahmen dann beim Wagenbach Verlag landete, hatte er doch seit 1965 ein Auftrittsverbot in der DDR.

Das stelle man sich mal vor:

Wolf Biermann ist der Sohn von Emma und Dagobert Biermann. Sein Vater, ein jüdischer Hamburger Werftarbeiter, der im kommunistischen Widerstand organisiert war, wurde 1943 im KZ Auschwitz ermordet. Er hatte Schiffe der Kriegsmarine sabotiert. Die Luftangriffe auf Hamburg im Sommer 1943 (Operation Gomorrha) überlebte Wolf Biermann dadurch, dass sich seine Mutter Emma mit ihm durch einen Sprung in den Nordkanal vor den Flammen des brennenden Stadtviertels Hammerbrook rettete.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Wolf Biermann den Jungen Pionieren bei und vertrat 1950 die Bundesrepublik Deutschland beim 1. Deutschlandtreffen der Jugend in der DDR. Er besuchte die Heinrich-Hertz-Schule in Hamburg-Winterhude und war dort Klassenkamerad von Klaus-Michael Kühne.

WolfBiermann1961

Wolf Biermann, Studio IV des Deutschen Fernsehfunks, Berlin-Adlershof am 04.11.1961

1960 lernte Biermann Hanns Eisler kennen, der ihn nach eigener Aussage maßgeblich prägte. Biermann begann, Gedichte und Lieder zu schreiben. 1961 gründete er in Ost-Berlin das Berliner Arbeiter-Theater (b.a.t.). Seine Inszenierung des Stückes Berliner Brautgang, das vom Mauerbau handelt, wurde verboten, und noch vor der Premiere 1963 musste das Theater geschlossen werden. Über Biermann wurde ein befristetes Auftrittsverbot verhängt, das ein halbes Jahr währte. Außerdem weigerte sich die SED 1963 ohne Angabe von Gründen, ihn nach seiner Zeit als SED-Kandidat als Mitglied aufzunehmen.[6] Aus den nach der Wende gefundenen Stasi-Akten Biermanns geht hervor, dass die in der SED Zuständigen die Vorstellung hatten, Biermann müsse regelmäßiger Konsument aufputschender Drogen gewesen sein, und vor diesem Hintergrund eine Parteiaufnahme ablehnten.1953 übersiedelte er als Sechzehnjähriger kurz vor dem 17. Juni in die DDR, lebte in einem Schulinternat in Gadebusch bei Schwerin und begann nach dem Abitur 1955 ein Studium der Politischen Ökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin, das er 1957 abbrach, um bis 1959 als Regieassistent am Berliner Ensemble tätig zu sein. Danach studierte er bis 1963 Philosophie bei Wolfgang Heise und Mathematik an der Humboldt-Universität, bekam aber trotz erfolgreich verteidigter Abschlussarbeit im Fach Philosophie kein Diplom ausgehändigt. Die Urkunde erhielt er erst nachträglich am 7. November 2008, als ihm die Humboldt-Universität Berlin die Ehrendoktorwürde verlieh.

WolfBiermann1962

Wolf Biermann trat 1962 auf dem Lyrikabend mit politischen Liedern auf. Der Gastgeber des Abends Stephan Hermlin musste danach vor der Parteiführung Stellung beziehen und verlor seinen Posten als Sekretär der Sektion Dichtkunst und Sprachpflege in der Akademie der Künste.

Seinen ersten Gastspielauftritt in der Bundesrepublik hatte Biermann 1964. Im April 1965 trat er mit seinen Liedern in einem Kabarett-Programm von Wolfgang Neuss in Frankfurt am Main auf, dessen Aufnahme als LP unter dem Titel Wolf Biermann (Ost) zu Gast bei Wolfgang Neuss (West) erschien. Im selben Jahr veröffentlichte Biermann den Lyrikband Die Drahtharfe im Westberliner Verlag Klaus Wagenbach, im Dezember verhängte das 11. Plenum des ZK der SED ein totales Auftritts- und Publikationsverbot in der DDR gegen ihn. Das Ministerium für Staatssicherheit entwickelte daraufhin einen 20-Punkte-Plan zur „Zersetzung“ seiner Person.

Nachdem Biermann in dem Bemühen, eine Veröffentlichung seiner Lieder auf den DDR-Plattenlabels Amiga nicht auf immer unmöglich zu machen, über Jahre hinweg auf Schallplatten-Veröffentlichungen in der Bundesrepublik verzichtet hatte,[9] erschien 1968 seine erste eigene Langspielplatte Chausseestraße 131. Durch die mit dem Auftritts- und Publikationsverbot einhergehende Unmöglichkeit, ein professionelles Tonstudio zu nutzen, entstanden die Aufnahmen zu Chausseestraße 131 in Biermanns Wohnung mit Hilfe eines aus dem Westen geschmuggelten Grundig-Tonbandgeräts sowie eines Sennheiser-Mikrofons, das durch seine Kugelcharakteristik auch noch die Geräusche der vorbeifahrenden Straßenbahn einfing.[10] Für dieses Album erhielt er 1969 den Fontane-Preis, einen 1948 gestifteten Kulturpreis des Landes Berlin. Bei dessen Verleihung kam es zu einem Eklat, als Biermann den Preis – ebenso wie Peter Schneider, der den Förderungspreis erhalten hatte – öffentlich an die Außerparlamentarische Opposition weitergab. Außerdem überwies er 10.000 DM des Preisgeldes an den Anwalt Horst Mahler, der Rechtsbeistand für in der BRD politisch Verfolgte leistete. (Quelle: wikipedia)

AusbürgerungMan höre Wolf Biermann mit seiner brüchigen und zugleich aufbegehrenden Stimme, man lausche seinen Texten, voller Wut, manchmal aber auch voller Verzweiflung …

WolfBiermann1965

Wolf Biermann und Eva Maria Hagen auf dem Robert-Koch-Platz, Berlin-Mitte. 1965

Besetzung:
Wolf Biermann (vocals, guitar)

BackCoverTitel:
01. Drei Kugeln auf Rudi Dutschke 3.57
02. Ermutigung 2.43
03. Es senkt das deutsche Dunkel …  2.40
04. Noch 5.00

Musik und Texte: Wolf Biermann

LabelB1

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BiermannMerkel

Ja, ja …

Du, laß dich nicht verhärten
in dieser harten Zeit.
Die allzu hart sind, brechen,
die allzu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich.

Du, laß dich nicht verbittern
in dieser bittren Zeit.
Die Herrschenden erzittern
– sitzt du erst hinter Gittern –
doch nicht vor deinem Leid.

Du, laß dich nicht erschrecken
in dieser Schreckenszeit.
Das wolln sie doch bezwecken
daß wir die Waffen strecken
schon vor dem großen Streit.

Du, laß dich nicht verbrauchen,
gebrauche deine Zeit.
Du kannst nicht untertauchen,
du brauchst uns und wir brauchen
grad deine Heiterkeit.

Wir wolln es nicht verschweigen
in dieser Schweigezeit.
Das Grün bricht aus den Zweigen,
wir wolln das allen zeigen,
dann wissen sie Bescheid

Heintje – Weihnachten mit Heintje (1968)

FrontCover1Tja, der geneigten Leserschaft bleibt wirklich auch nichts erspart.

Quasi zum Abschluß meiner weihnachtlichen Orgien in diesem Dezember präsentiere ich nun einen weiteren, kaum zu überbietenden Höhepunkt:

Heintje, der fleischgewordene Gegenentwurf zur Beatjugend der damaligen Zeit zauberte sich mal wieder in die Herzen der deutschen Mütter …

Der Roman schreibt in seinem blog „easylistening.blogspot.de“:

Oma-Weihnacht total: Heintje, alias Hein Simons aus Holland, war auch in Deutschland ein gefeierter Kinderstar, der die Herzen der Großmütter wehmütig werden ließ. Omas Weihnachtsfest wäre ohne Heintje zu der damaligen Zeit kaum denkbar gewesen. Und heute? Heute gibt es schließlich auch noch Omas. Die wird es auch in Zukunft geben. Damit ist diese Scheibe ein echter zeitloser Klassiker des deutschen Schlagers!

Ganz sicher war der Heintje und der Hype, der um ihn gemacht wurde, ein Musterbeispiel für erfolgreiche Vermarktung, an der übrigens auch der allseits beliebte Ronny als Produzent einen erheblichen Anteil hatte.

In einem Spiegel-Interview im Sommer 2015 erinnert sich Heintje Simons an diese Zeiten (liegt der Präsentation bei).

Musikalisch zelebrierte man halt die üblichen Weihnachtsklänge und war mag, kann sich an der glockenklare Stimme des Knabens erfreuen. Mein Exemplar ist übrigens eine Club-Ausgabe vom Deutschen Schallplattenclub … mit eigenem neuem Frontcover.

Heintje

Besetzung:
Heintje (vocals)
+
ein unbekanntes Studiorchester

BackCover1

Titel:
01. O du fröhliche (Falk/Sizilianische Weise) 3.04
02. Süßer die Glocken nie klingen (Kritzinger/Volksweise aus Thüringen) 3.08
03. Es ist ein‘ Ros‘ entsprungen (Praetorius) 2.49
04. Leise rieselt der Schnee (Ebel/Volksweise) 2.34
05. Kommet, ihr Hirten (Volksweise) 2.27
06. O Tannenbaum (Anschütz/Volksweise) 2.21
07. Stille Nacht (Gruber/Mohr) 3.22
08. Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen (Kletke/Volksweise) 2.30
09. Kling, Glöckchen kling (Volksweise) 2.04
10. Morgen, Kinder, wird’s was geben (Volksweise) 1.52
11. Ihr Kinderlein kommet (v. Schmid/Schulz) 2.48
12. Vom Himmel hoch (Luther) 2.59
+
13. Morgen kommt der Weihnachtsmann (v.Fallersleben/Traditional) 1.28

LabelA1

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OriginalFrontCover

Ariola Originalhülle

Uschi Glas – Covergirl + Al Capone (1968)

FrontCover1Tja, die Uschi Glas … eigentlich hat es ja wirklich gut mit ihr angefangen:

Uschi Glas (* 2. März 1944 in Landau an der Isar, eigentlich Helga Ursula Glas) ist eine deutsche Schauspielerin.

Glas wuchs in Landau an der Isar als jüngste von vier Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf. Ihr Vater Christian arbeitete bei dem Autohersteller Glas, ohne mit dem Firmeninhaber verwandt zu sein. Die Realschule in Landau beendete sie 1960 mit der mittleren Reife. Nach einer Anstellung als Buchhalterin in Dingolfing ließ sich Glas 1964 in München nieder, wo sie als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei und später in einem Fuhrunternehmen arbeitete. Zugleich suchte sie den Kontakt zur Filmszene.

Bei einem Empfang zur Premiere des Films Das Liebeskarussell machte sie gegenüber dem Produzenten Horst Wendlandt ein paar kritische Bemerkungen. Dieser zeigte Interesse an ihr und gab ihr 1965 in Der unheimliche Mönch ihre erste kleine Filmrolle. Da sie überzeugte, erhielt sie Schauspielunterricht bei Annemarie Hanschke und durfte schon bald Hauptrollen übernehmen, wie in dem Karl-May-Film Winnetou und das Halbblut Apanatschi. Hier wurde sie allerdings von Marion Hartmann synchronisiert.

UschiGlas2Allgemein bekannt wurde Glas 1968 in ihrer Rolle als Barbara im Spielfilm Zur Sache, Schätzchen, wo sie einen – unvollendeten – Striptease auf einem Polizeirevier hinlegt und in der Filmreihe Die Lümmel von der ersten Bank, die ebenfalls 1968 startete, in der sie die Schwester des Paukerschrecks Pepe Nietnagel spielte. Glas war zunächst Teil der 68er-Generation. Doch bereits Anfang der 1970er-Jahre zeigte sie einen Sinneswandel, als sie sich politisch Franz Josef Strauß und der CSU zuwandte. Noch heute macht sie aus ihrer konservativen Gesinnung kein Geheimnis. (Quelle: wikipedia)

Tja … da kann einem schon die Spucke wegbleiben: erst in einem köstlichen Anarcho-Komödie eine der Hauptrollenübernehmen um dann ein wenig später mit Franz Josef Strauß zu liebäugeln. Das konnte ja nicht gut gehen.

Diese adrette Single hat durchaus seinen Charme … einach mal reinhören … Covergirl ist eine augenzwinkender Parodie auf die damalige Modell-Szenerie und „Al Capone“ ist eine jener köstlichen „Krimi-Songs“ wie sie u.a. auch von Bll Ramsey u.a. anderenin den 60er Jahren populär gemacht wurden.

UschiGlas

Zur Sache Schätzchen: Das „Schätzchen“ Barbara (Uschi Glas) auf dem Polizeirevier

Besetzung:
Uschi Glas (vocals)
+
unbekanntes Studiorchester

BackCoverTitel:
01. Covergirl (Gietz/Relin) 2.24
02. Al Capone (Gietz/Relin) 2.57

LabelB
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Verschiedene Interpreten – Schlager – Hits mit Witz – Vol. 1 (2016)

FrontCover1Jetzt mache ich es mir mal ganz einfach … ich starte mit der Edition „Schlager – Hits mit Witz“:

Jawohl – es gab nicht nur Schlager bei den sich „Herz auf Schmerz“ und „Liebe auf Triebe“ reimte. In dieser 10 CD Box haben wir 200 der witzigsten Schlager zusammengetragen. „Mein Papagei frisst keine harten Eier“ . „Mein kleiner grüner Kaktus“ – „An der Nordseeküste“ oder auch „Polonäse Blankenese“ – alle diese Titel sind dem gewogenen Hörer deutscher Schlagermusik bestens im Ohr. Alle in dieser Box versammelten Titel sind entweder zum Mitgrölen oder mindestens zum Schmunzeln geeignet. Diese humoristische Schlagerreise führt den Hörer durch zehn Jahrzehnte musikalischer Humorhöhepunkte. 

Von den Comedian Harmonists, Max Kuttner und Willi Rose bis hin zu Klaus & Klaus, Gottlieb Wendehals oder auch Torfrock ist hier fast alles vertreten was Rang und Namen hat oder hatte. (Hüllentext)

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Was macht der Maier am Himalaja? Die humorvolle Antwort auf diese und viele andere Fragen des Lebens findet man in dieser Box mit 200 ganz speziellen Schlagern. Denn hier geht es einmal nicht um Herz und Schmerz, sondern um Lieder mit doppeldeutigen, hintergründigen und witzigen Texten vom Jahr 1920 bis heute.

Schlager waren immer ein Spiegel der jeweiligen Zeit und so spannt sich der musikalische Bogen vom kabarettistischen Trizonesien-Song von 1949 über Peter Igelhoffs Nachtgespenst bis zur unbeschwerten Polonäse Blankenese. Künstler wie Peter Alexander, Evelyn Künnecke, Bill Ramsey, Trude Herr und viele andere sorgen auf einer Reise durch die Jahrzehnte für gute Laune.

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Außerdem bieten die zehn CDs etliche Raritäten zum Schmunzeln wie Curd Jürgens Hühner-Boogie oder einen Twist, in dem Frankreichs Rockstar Johnny Hallyday in schwer verständlichem Deutsch einen Elefanten besingt. (jpc.de)

Mir gefallen natürlich insbesondere (oder fast ausschließlich) all die alten ulkigen Singles aus den 60er Jahren. Wobei die Sammlung nicht so ganz stringent ist, denn was der Dorte Hit „Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben“ in dieser Sammlung zu suchen hat, erschließt sic nicht auf den ersten Blick (außer man hält alle Schlager der 60er Jahre für unfreiwillig komisch … )

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Sei´s drum … net nette Sammlung, die nehm ich vielleicht mal zum nächsten Seniorentanz-Cafe mit … vielleicht kann ich dann mit einer rüstigen Senioren ne kesse Sohle auf dem Tanzparkett hinlegen …

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Titel:
01. Klaus & Klaus: An der Nordseeküste (1985) (deReede/Ortel/v.Hill/Büchner) 3.39
02. Bill Ramsey: Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (1962) (Gietz/Bradtke) 3.02
03. Gus Backus: Da sprach der alte Häuptling der Indianer (1960) (Scharfenberger/ Wehle) 2.50
04. Muskelkater: Mich kennt keine Sau (1990) (Bruhn) 3.20
05. Tennessee: Tote Hose im Wilden Westen (1997) (Walendowski/David-Ohlmeier/ Heinrichs/Meifert) 3.08
06. Billy Mo: Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut (1962) (Niessen/Rüger) 2.26
07. Paul Kuhn: Es gibt kein Bier auf Hawaii (1963) (Rolle/Röckelein) 2.54
08. Die Regento Stars: Leila (1959) (Dauber/v.Breda) 2.35
09. Torfrock: Volle Granate Renate (1979) (Büchner/Voß/Rieckmann) 4.02
10. Dorthe: Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben (1968) (Bruhn/Buschor/Förster) 2.39
11. Trude Herr: Ich will keine Schokolade (1960) (Morrow/Blecher) 2.26
12. Vico Torriani: Cafe Oriental (1960) (Alstone/Tabet) 2.18
13. Billy Sanders: Gartenzwerg-Marsch (1962) (Bruhn/Bradtke) 2.56
14. Die Jokies: Unser Stammlokal (1983) (Floppkopp/David-Ohlmeier/Heinrichs/ Waleridowski) 3.14
15. Ralf Bendix: Babysitter Boogie (1961) (Parker/Relin) 2.07
16. Hazy Osterwald Sextett: Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt (1966) (Feltz/Peeters) 3.30
17. Rex Gildo: Speedy Gonzales (1962) (Kaye/Hill/Lee/Charles/Gerard/Gordan) 2.37
18. Chris Howland: Die Mutter ist immer dabei (1960) (Jagert/Schwabach) 2.30
19. Bill Ramsey: Maskenball bei Scotland Yard (1962) (Gietz/Bradtke) 2.35
20. Gottlieb Wendehals: Polonäse Blankenese (Neuaufnahme) (1981) (Böhm-Thorn/Jud) 4.02

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Die Rückseite der 10 CD Box

Die 68er und die Folgen (16): Günter Grass – Zu Studentenbewegung und Prager Frühling (Süddeutscher Rundfunk 1968)

FrontCover1Natürlich habe ich dieses Thema nicht vergessen, wie könnte ich das auch. Aber nach einer gewissen Pause wird es nun höchste Zeit, dieses Thema wieder einmal aufzugreifen. Wir hören eine Sendung des Süddeutschen Rundfunks vom 9. April 1968.

Günter Grass äußert sich dabei zur Lage der Nation, genauer: zur Studentenbewegung.

Der Vortrag wurde im Süddeutschen Rundfunk zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke ausgestrahlt. Günter Grass geht dabei auch auf die Ereignisse in der Tschechoslowakei ein.

Bemerkenswert: Bevor Grass spricht, verteidigt der Intendant des Süddeutschen Rundfunks, Hans Bausch, höchstpersönlich die Sendung. Und ebenso erlaubt er sich am Ende ein kommentierendes Nachwort.

Hans Bausch

Hans Bausch

Günter Grass äußert hier sehr viel Verständnis für die 68er Bewegung, outet sich dabei aber auch als klarer Reformer und nicht als Revoluzzer.

In seiner Replik bemängelt der Intendant des des Süddeutschen Rundfunks, Hans Bausch u. a. dass Grass die Politiker Lübke wie Kissinger als Ex-Nazi bezeichnet.

Der Vortrag wurde im Süddeutschen Rundfunk zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke ausgestrahlt.

Prädikat: hörenswert !

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Besetzung:
Hans Bausch (Sprecher)
Günter Grass (Sprecher)

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Titel:
01. Zu Studentenbewegung und Prager Frühling 24.58

Prager Frühling

August 1968: Das Ende des Prager Frühlings

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Mehr 68er Kram:

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Udo Spitz + Klaus Herwig – Die Sonne von Mexico + Come Back Sweet September (1968)

FrontCover1Tja, diese Präsentation widme ich all jenen unbekannt gebliebenen Schlagersängern, die in den 60er Jahren ihr Glück versucht haben … und das Tempo-Label war für diese Schlagersänger ganz sicher die Startrampe für den Versuch, erfolgreich zu sein.

Wie damals üblich bei Tempo Records, waren 2 Interpreten auf dieser Single vertreten. Fangen wir mal an mit Udo Spitz:

Ein profunden Kenner der deutschen Schlagerszene namens „waelz“ schreibt auf memoryradio.de über Udo Spitz:

„Udo Spitz ist kein Pseudonym. Er war lange Zeit für Tempo tätig. Die Titel wurden teilweise -obwohl Nachzieher auf einem Billiglabel- in den Niederlanden auf anderen Labels veröffentlicht. Spitz hat später Gedichte und Geschichten geschrieben. Er arbeitete immer nebenher beim Verlag einer Zeitung.“

Udo Spitz wurde dann irgendwann (die Informationen über ihn sind eher dürftig) Verlagsleiter bei der „Allgäuer Zeitung“ und auch wenn er damit wohl seine aktive Phase als Schlagersänger beendete, blieb er dem Metier dauerhaft treu. So organisierte er ab dem Jahre 1973 den jährlich stattfindenden „Presse- und Künstlerball“ in Kempten. Und noch 2014 kam er in einem Artikel über die Geschichte dieses Presseballs zu Wort.

Auf der B-Seite ist dann ein Klaus Herwig zu hören und der ist dann doch etlichen noch gut in Erinnerung, allerdings unter einem anderen Namen:

Teddy Parker, gebürtig Claus Herwig, (* 17. April 1938 in Brünn, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Schlager- und Volksmusik-Sänger sowie Radiomoderator.

Teddy Parker (siehe auch hier) wuchs zunächst in Brünn auf, kam aber nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei mit seinen Eltern nach Bamberg. 1955 zog er nach München. Während der Schulzeit nahm er Gesangsunterricht. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften. 1957 gewann er einen Nachwuchswettbewerb und bekam einen Schallplattenvertrag bei dem Label Tempo. Er besang als Imitator von Stars wie Frank Sinatra, Peter Alexander und Peter Kraus Schallplatten, wobei er mehrere Pseudonyme (Ralph Herwig, Bernd Anderson, Bobby Stern, Jimmy Fields, Johnny) verwendete.

ClausHerwigNach dem Staatsexamen bekam er einen zweiten Schallplattenvertrag. So entstand 1960 die erste Single unter seinem bürgerlichen Namen Claus Herwig. Diese eröffnete ihm seine eigene Gesangskarriere. Im gleichen Jahr stand er erstmals vor der Filmkamera in dem Spielfilm Schlagerparade 1960. Es folgten die Filme Immer will ich dir gehören (1960) und Davon träumen alle Mädchen (1961).

1961 sang er mit Leonie Brüchner beim Deutschen Schlager-Festival in Wiesbaden die Titel Musikanten der Liebe und Abends in Madrid. Dann nahm er bei verschiedenen Plattenfirmen Titel auf, bis er schließlich unter seinem heute bekannten Namen Teddy Parker bei Telefunken 1962 seine erste Single Muli Mexicano veröffentlichte. Dann kam der erste große Erfolg. 1963 war der Titel Nachtexpress nach St. Tropez mehrere Wochen in den Charts vertreten. Es folgten weitere Titel sowie 1963 ein weiterer Filmauftritt in dem Musikfilm … denn die Musik und die Liebe in Tirol unter der Regie von Werner Jacobs.

Dann wurde es etwas ruhiger um Parker als Sänger. Anfang der 1970er Jahre wurde er Redakteur beim Bayerischen Rundfunk sowie Diskjockey in der Sendung „Club 16 um 17“. Dann gelang ihm mit dem Titel Wie eine Ladung Dynamit ein weiterer Hit, der ihm einen Auftritt in der ZDF-Hitparade brachte. Auch ihm folgten weitere Titel „Du, ich habe mein Herz verloren“ sowie 1972 die Teilnahme an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest mit Ich setze auf dich, bei der er den vorletzten Platz erreichte.

Dann begann Teddy Parker auch selbst zu komponieren. Mit Titeln wie „Wie ein Bumerang“, „Fang noch einmal an mit mir“ rief sich der Sänger für kurze Zeit wieder in Erinnerung. Parker arbeitete weiter als Redakteur und Moderator.

Mitte der 1980er Jahre begann er schließlich volkstümliche Lieder zu singen und hatte erneut Erfolge. Titel wie Jeder Tag ist ein Geschenk, Eine Tür steht immer offen oder Ein Mutterherz soll niemals weinen gehören bis heute zu den Dauerwunschliedern volkstümlicher Sendungen. Seither war er auch immer wieder Gast in verschiedenen Fernsehsendungen. (Quelle: wikipedia)

Ich hätte diese Single mit den zwei harmlosen Liedchen auf das Jahr 1961 datiert, aber in der Discographie von 45cat.com wird das Jahr 1968 angegeben (verwundert mich ein wenig, denn damals war der Klaus Herwig eigentlich schon längst als Teddy Parker bekannt).

45cat

Besetzung:
Klaus Herwig (vocals bei o2.) + Orchester Rolf Andy
Udo Spitz (bei o1.) + Orchester Rex Farmer

BackCover1

Titel:
01. Udo Spitz: Die Sonne von Mexico (Hein) 2.16
02. Klaus Herwig: Come Back Sweet September (Flohr/Falk/Reith) 3.19

LabelB1

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Charly Antolini – Soul Beat (1968)

FrontCover1.jpgFür mich ist er das Urgestein des Jazz-Schlagzeuges im deutschsprachigen Raums und weil das so ist, darf er sich gleich mal selber vorstellen:

Seit 59 Jahren wirbelt Charly Antolini als professioneller Schlagzeuger über die Jazz-Bühnen dieser Welt! Geboren in Zürich, erhielt er in einer der berühmten Tambourenschulen der Stadt das handwerkliche Rüstzeug, die Grundausbildung als Trommler. Bereits 1956 startete er in Paris seine Profikarriere als Schlagzeuger und spielte dort als bald mit so berühmten amerikanischen Jazz Musikern wie Sidney Bichet , Albert Nickolas , Bill Coleman und verschiedenen Musikern aus der Pariser Jazz Szene . Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Auftritte bei Festivals in Paris, Biarritz, Barcelona, Mailand, Brüssel machten in schnell bekannt, und verschiedene führende Jazz-Formationen in Europa sicherten sich die Künste des swingenden Trommel -Tausendsassas. 1962 übersiedelte er nach Stuttgart und spielte dort unter anderem 5 Jahre in der Big Band von Erwin Lehn. Weitere Engagements in den Big Bands von Peter Herbolzheimer, Kurt Edelhagen, Max Greger und in der NDR Big Band. Während dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufnahmen mit führenden Jazzmusikern aus Swing und Bebop, wie z.B. Roy Eldrige, Earl “Father “ Hines, Buddy de Franco, Jimmy Giuffre, Dusko Goykovich, Art van Damme, Art Farmer, Baden Powel, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Stuff Smith, Oliver Nelson und vielen anderen mehr.

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1976 gründete Charly Antolini seine eigene Formation – „JAZZ POWER“ und gastierte mit dieser Band auf allen bedeutenden Bühnen und in Jazz Clubs in Europa. Neben der Stamm-Besetzung Steve Hooks ( Ts) , Andrei Lobanov (Trp) , David Gazarov (Piano) und Rocky Knauer (Bass), lädt Charly immer wieder internationale Spitzenmusiker ein – die besten Jazzer aus USA und Europa sind ihm gerade gut genug. Durch die Zusammenarbeit von „JAZZ POWER“ mit Gästen wie Benny Bailey, Danny Moss, Brian Lemon Jiggs Whigham, Joe Gallardo, Aladar Pege, Len Skeat, Glenn Zottolla, Sal Nistiko, Steve Gut und Dick Morrissey – um nur einige zu nennen -, entstehen immer wieder musikalischen Highlights und mitreißende Jazz-Erlebnisse.1979 machte Charly Antolini Furore mit der Langspielplatte „Knock Out“ , die nach ihrem erscheinen innerhalb weniger Tage in den Plattenläden vergriffen war. Immer größere Erfolge und internationale Anerkennung als Schlagzeugvirtuose stellten sich ein. Der Altmeister Lionel Hampton engagierte in für Konzertauftritte in Kopenhagen und auf der Insel Sylt.

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In drei aufeinander folgenden ( 1983-85 ) wurde Charly von der Zeitschrift „Drums&Percusion“ zum „Jazz-Drummer des Jahres“ gekürt, vor so bedeutenden Musikern wie Jack DeJohnette, Billy Cobham, Elvin Jones und Buddy Rich!Ein weiterer Höhepunkt der Karriere stellte sich 1981 ein: kein geringerer als „The King Of Swing“ – Benny Goodman – holte ihn in seine Band zu einer Konzertreihe durch Deutschland und Italien – und zudem bereits legendären TV-Konzert in Koppenhagen, mit dem Benny Goodman Quintett welches als Eurovisions-Sendung am 25.Dezember 1982 europaweit ausgestrahlt wurde.Ein Vielzahl von Jazz-Sendungen im Fernsehen des In- und Auslandes, u.a. auch ein „Special TV-Feature“ über Charly im Bayerischen Rundfunk 1989, geben Zeugnis von der großen Bedeutung Charly Antolinis und seiner Musiker. Ebenso die Auftritte bei europäischen Jazz-Festivals in Berlin, Nizza, Koppenhagen, Mailand, Warschau, Rom, Moskau, Genf und in vielen anderen Städten. Seine in limitierter Auflage erschienen Direktschnitt-Platten und die LPs „Knock Out“ und „Direct to Disc“ wurden große Erfolge und machten ihn sogar weit über die Jazz Szene hinaus bekannt. Charly Antolini ist einer der großen Schlagzeugvirtuosen unserer Zeit, in der Tradition von Buddy Rich, Louie Bellson, Gene Krupa, Sam Woodjard und Jo Jonnes – ein Solist mit enormer Power und Ausdauer! Musikalische Leidenschaft und eine unglaubliche Technik sind sein Markenzeichen – eben Charly Antolini! Er ist aber auch ein einfühlsamer Begleiter seiner Musikerkollegen, um gleich darauf wieder mit ungeheurer Dynamik förmlich zu explodieren – getreu dem Leitsatz des genialen Duke Ellington:
„It don`t mean a thing if it ain´t got that swing“.

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Und hier sein zweites Album für das legendäre MPS Label … wobei der Titel „Soul Beat“ einzig und allein dem damaligem Zeitgeist geschuldet war, denn die LP hat weder mit Soul und erst recht nichts mit Beat zu tun, sondern ist lupenreiner Jazz der Extraklasse.

Und da kann ich es wieder mal drehen und wenden wie ich will … dieser Jazz ist und bleibt zeitlos  … will sagen: Auch heute noch klingen die Aufnahmen sensationell frisch, lebendig und mitreißend.

Wer´s nicht glauben soll … soll reinhören, ganz einfach.

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Besetzung:
Charly Antolini (drums)
Francis Coppieters (piano)
Werner Dies (bass)
Wilton Gaynair (saxophone, flute)
Karlheinz Kästel (guitar)
Shake Keane (trumpet, flugelhorn)
Jean Warland (bass)
Jiggs Whigham (trombone)

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Titel:
01. St. James Blues (Coppieters) 4.25
02. Locomotion (Coppieters) 3.24
03. Wiener Blues (Coppieters) 3.15
04. Things (Pronk) 3.12
05. La Belle (Coppieters) 5.29
06. Dear Charles (Pronk) 4.41
07. Woe’s All Over Me (Pronk) 5.10
08. Skin Burns (Coppieters) 3.33
09. What Cha Gonna Do Without Me (Pronk) 3.42

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Und eben lese ich gerade:

„Das Charly Antolini Groovin’ Hard Jazzquintet begeisterte bei seinem Auftritt das Publikum im Neuburger Jazzclub Birdland.“
(Augsburger Allgemeine, 22. September 2019)

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