Die 68er und die Folgen (16): Günter Grass – Zu Studentenbewegung und Prager Frühling (Süddeutscher Rundfunk 1968)

FrontCover1Natürlich habe ich dieses Thema nicht vergessen, wie könnte ich das auch. Aber nach einer gewissen Pause wird es nun höchste Zeit, dieses Thema wieder einmal aufzugreifen. Wir hören eine Sendung des Süddeutschen Rundfunks vom 9. April 1968.

Günter Grass äußert sich dabei zur Lage der Nation, genauer: zur Studentenbewegung.

Der Vortrag wurde im Süddeutschen Rundfunk zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke ausgestrahlt. Günter Grass geht dabei auch auf die Ereignisse in der Tschechoslowakei ein.

Bemerkenswert: Bevor Grass spricht, verteidigt der Intendant des Süddeutschen Rundfunks, Hans Bausch, höchstpersönlich die Sendung. Und ebenso erlaubt er sich am Ende ein kommentierendes Nachwort.

Hans Bausch

Hans Bausch

Günter Grass äußert hier sehr viel Verständnis für die 68er Bewegung, outet sich dabei aber auch als klarer Reformer und nicht als Revoluzzer.

In seiner Replik bemängelt der Intendant des des Süddeutschen Rundfunks, Hans Bausch u. a. dass Grass die Politiker Lübke wie Kissinger als Ex-Nazi bezeichnet.

Der Vortrag wurde im Süddeutschen Rundfunk zwei Tage vor dem Attentat auf Rudi Dutschke ausgestrahlt.

Prädikat: hörenswert !

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Besetzung:
Hans Bausch (Sprecher)
Günter Grass (Sprecher)

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Titel:
01. Zu Studentenbewegung und Prager Frühling 24.58

Prager Frühling

August 1968: Das Ende des Prager Frühlings

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Mehr 68er Kram:

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Udo Spitz + Klaus Herwig – Die Sonne von Mexico + Come Back Sweet September (1968)

FrontCover1Tja, diese Präsentation widme ich all jenen unbekannt gebliebenen Schlagersängern, die in den 60er Jahren ihr Glück versucht haben … und das Tempo-Label war für diese Schlagersänger ganz sicher die Startrampe für den Versuch, erfolgreich zu sein.

Wie damals üblich bei Tempo Records, waren 2 Interpreten auf dieser Single vertreten. Fangen wir mal an mit Udo Spitz:

Ein profunden Kenner der deutschen Schlagerszene namens „waelz“ schreibt auf memoryradio.de über Udo Spitz:

„Udo Spitz ist kein Pseudonym. Er war lange Zeit für Tempo tätig. Die Titel wurden teilweise -obwohl Nachzieher auf einem Billiglabel- in den Niederlanden auf anderen Labels veröffentlicht. Spitz hat später Gedichte und Geschichten geschrieben. Er arbeitete immer nebenher beim Verlag einer Zeitung.“

Udo Spitz wurde dann irgendwann (die Informationen über ihn sind eher dürftig) Verlagsleiter bei der „Allgäuer Zeitung“ und auch wenn er damit wohl seine aktive Phase als Schlagersänger beendete, blieb er dem Metier dauerhaft treu. So organisierte er ab dem Jahre 1973 den jährlich stattfindenden „Presse- und Künstlerball“ in Kempten. Und noch 2014 kam er in einem Artikel über die Geschichte dieses Presseballs zu Wort.

Auf der B-Seite ist dann ein Klaus Herwig zu hören und der ist dann doch etlichen noch gut in Erinnerung, allerdings unter einem anderen Namen:

Teddy Parker, gebürtig Claus Herwig, (* 17. April 1938 in Brünn, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Schlager- und Volksmusik-Sänger sowie Radiomoderator.

Teddy Parker (siehe auch hier) wuchs zunächst in Brünn auf, kam aber nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei mit seinen Eltern nach Bamberg. 1955 zog er nach München. Während der Schulzeit nahm er Gesangsunterricht. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften. 1957 gewann er einen Nachwuchswettbewerb und bekam einen Schallplattenvertrag bei dem Label Tempo. Er besang als Imitator von Stars wie Frank Sinatra, Peter Alexander und Peter Kraus Schallplatten, wobei er mehrere Pseudonyme (Ralph Herwig, Bernd Anderson, Bobby Stern, Jimmy Fields, Johnny) verwendete.

ClausHerwigNach dem Staatsexamen bekam er einen zweiten Schallplattenvertrag. So entstand 1960 die erste Single unter seinem bürgerlichen Namen Claus Herwig. Diese eröffnete ihm seine eigene Gesangskarriere. Im gleichen Jahr stand er erstmals vor der Filmkamera in dem Spielfilm Schlagerparade 1960. Es folgten die Filme Immer will ich dir gehören (1960) und Davon träumen alle Mädchen (1961).

1961 sang er mit Leonie Brüchner beim Deutschen Schlager-Festival in Wiesbaden die Titel Musikanten der Liebe und Abends in Madrid. Dann nahm er bei verschiedenen Plattenfirmen Titel auf, bis er schließlich unter seinem heute bekannten Namen Teddy Parker bei Telefunken 1962 seine erste Single Muli Mexicano veröffentlichte. Dann kam der erste große Erfolg. 1963 war der Titel Nachtexpress nach St. Tropez mehrere Wochen in den Charts vertreten. Es folgten weitere Titel sowie 1963 ein weiterer Filmauftritt in dem Musikfilm … denn die Musik und die Liebe in Tirol unter der Regie von Werner Jacobs.

Dann wurde es etwas ruhiger um Parker als Sänger. Anfang der 1970er Jahre wurde er Redakteur beim Bayerischen Rundfunk sowie Diskjockey in der Sendung „Club 16 um 17“. Dann gelang ihm mit dem Titel Wie eine Ladung Dynamit ein weiterer Hit, der ihm einen Auftritt in der ZDF-Hitparade brachte. Auch ihm folgten weitere Titel „Du, ich habe mein Herz verloren“ sowie 1972 die Teilnahme an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest mit Ich setze auf dich, bei der er den vorletzten Platz erreichte.

Dann begann Teddy Parker auch selbst zu komponieren. Mit Titeln wie „Wie ein Bumerang“, „Fang noch einmal an mit mir“ rief sich der Sänger für kurze Zeit wieder in Erinnerung. Parker arbeitete weiter als Redakteur und Moderator.

Mitte der 1980er Jahre begann er schließlich volkstümliche Lieder zu singen und hatte erneut Erfolge. Titel wie Jeder Tag ist ein Geschenk, Eine Tür steht immer offen oder Ein Mutterherz soll niemals weinen gehören bis heute zu den Dauerwunschliedern volkstümlicher Sendungen. Seither war er auch immer wieder Gast in verschiedenen Fernsehsendungen. (Quelle: wikipedia)

Ich hätte diese Single mit den zwei harmlosen Liedchen auf das Jahr 1961 datiert, aber in der Discographie von 45cat.com wird das Jahr 1968 angegeben (verwundert mich ein wenig, denn damals war der Klaus Herwig eigentlich schon längst als Teddy Parker bekannt).

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Besetzung:
Klaus Herwig (vocals bei o2.) + Orchester Rolf Andy
Udo Spitz (bei o1.) + Orchester Rex Farmer

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Titel:
01. Udo Spitz: Die Sonne von Mexico (Hein) 2.16
02. Klaus Herwig: Come Back Sweet September (Flohr/Falk/Reith) 3.19

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Charly Antolini – Soul Beat (1968)

FrontCover1.jpgFür mich ist er das Urgestein des Jazz-Schlagzeuges im deutschsprachigen Raums und weil das so ist, darf er sich gleich mal selber vorstellen:

Seit 59 Jahren wirbelt Charly Antolini als professioneller Schlagzeuger über die Jazz-Bühnen dieser Welt! Geboren in Zürich, erhielt er in einer der berühmten Tambourenschulen der Stadt das handwerkliche Rüstzeug, die Grundausbildung als Trommler. Bereits 1956 startete er in Paris seine Profikarriere als Schlagzeuger und spielte dort als bald mit so berühmten amerikanischen Jazz Musikern wie Sidney Bichet , Albert Nickolas , Bill Coleman und verschiedenen Musikern aus der Pariser Jazz Szene . Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Auftritte bei Festivals in Paris, Biarritz, Barcelona, Mailand, Brüssel machten in schnell bekannt, und verschiedene führende Jazz-Formationen in Europa sicherten sich die Künste des swingenden Trommel -Tausendsassas. 1962 übersiedelte er nach Stuttgart und spielte dort unter anderem 5 Jahre in der Big Band von Erwin Lehn. Weitere Engagements in den Big Bands von Peter Herbolzheimer, Kurt Edelhagen, Max Greger und in der NDR Big Band. Während dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufnahmen mit führenden Jazzmusikern aus Swing und Bebop, wie z.B. Roy Eldrige, Earl “Father “ Hines, Buddy de Franco, Jimmy Giuffre, Dusko Goykovich, Art van Damme, Art Farmer, Baden Powel, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Stuff Smith, Oliver Nelson und vielen anderen mehr.

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1976 gründete Charly Antolini seine eigene Formation – „JAZZ POWER“ und gastierte mit dieser Band auf allen bedeutenden Bühnen und in Jazz Clubs in Europa. Neben der Stamm-Besetzung Steve Hooks ( Ts) , Andrei Lobanov (Trp) , David Gazarov (Piano) und Rocky Knauer (Bass), lädt Charly immer wieder internationale Spitzenmusiker ein – die besten Jazzer aus USA und Europa sind ihm gerade gut genug. Durch die Zusammenarbeit von „JAZZ POWER“ mit Gästen wie Benny Bailey, Danny Moss, Brian Lemon Jiggs Whigham, Joe Gallardo, Aladar Pege, Len Skeat, Glenn Zottolla, Sal Nistiko, Steve Gut und Dick Morrissey – um nur einige zu nennen -, entstehen immer wieder musikalischen Highlights und mitreißende Jazz-Erlebnisse.1979 machte Charly Antolini Furore mit der Langspielplatte „Knock Out“ , die nach ihrem erscheinen innerhalb weniger Tage in den Plattenläden vergriffen war. Immer größere Erfolge und internationale Anerkennung als Schlagzeugvirtuose stellten sich ein. Der Altmeister Lionel Hampton engagierte in für Konzertauftritte in Kopenhagen und auf der Insel Sylt.

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In drei aufeinander folgenden ( 1983-85 ) wurde Charly von der Zeitschrift „Drums&Percusion“ zum „Jazz-Drummer des Jahres“ gekürt, vor so bedeutenden Musikern wie Jack DeJohnette, Billy Cobham, Elvin Jones und Buddy Rich!Ein weiterer Höhepunkt der Karriere stellte sich 1981 ein: kein geringerer als „The King Of Swing“ – Benny Goodman – holte ihn in seine Band zu einer Konzertreihe durch Deutschland und Italien – und zudem bereits legendären TV-Konzert in Koppenhagen, mit dem Benny Goodman Quintett welches als Eurovisions-Sendung am 25.Dezember 1982 europaweit ausgestrahlt wurde.Ein Vielzahl von Jazz-Sendungen im Fernsehen des In- und Auslandes, u.a. auch ein „Special TV-Feature“ über Charly im Bayerischen Rundfunk 1989, geben Zeugnis von der großen Bedeutung Charly Antolinis und seiner Musiker. Ebenso die Auftritte bei europäischen Jazz-Festivals in Berlin, Nizza, Koppenhagen, Mailand, Warschau, Rom, Moskau, Genf und in vielen anderen Städten. Seine in limitierter Auflage erschienen Direktschnitt-Platten und die LPs „Knock Out“ und „Direct to Disc“ wurden große Erfolge und machten ihn sogar weit über die Jazz Szene hinaus bekannt. Charly Antolini ist einer der großen Schlagzeugvirtuosen unserer Zeit, in der Tradition von Buddy Rich, Louie Bellson, Gene Krupa, Sam Woodjard und Jo Jonnes – ein Solist mit enormer Power und Ausdauer! Musikalische Leidenschaft und eine unglaubliche Technik sind sein Markenzeichen – eben Charly Antolini! Er ist aber auch ein einfühlsamer Begleiter seiner Musikerkollegen, um gleich darauf wieder mit ungeheurer Dynamik förmlich zu explodieren – getreu dem Leitsatz des genialen Duke Ellington:
„It don`t mean a thing if it ain´t got that swing“.

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Und hier sein zweites Album für das legendäre MPS Label … wobei der Titel „Soul Beat“ einzig und allein dem damaligem Zeitgeist geschuldet war, denn die LP hat weder mit Soul und erst recht nichts mit Beat zu tun, sondern ist lupenreiner Jazz der Extraklasse.

Und da kann ich es wieder mal drehen und wenden wie ich will … dieser Jazz ist und bleibt zeitlos  … will sagen: Auch heute noch klingen die Aufnahmen sensationell frisch, lebendig und mitreißend.

Wer´s nicht glauben soll … soll reinhören, ganz einfach.

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Besetzung:
Charly Antolini (drums)
Francis Coppieters (piano)
Werner Dies (bass)
Wilton Gaynair (saxophone, flute)
Karlheinz Kästel (guitar)
Shake Keane (trumpet, flugelhorn)
Jean Warland (bass)
Jiggs Whigham (trombone)

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Titel:
01. St. James Blues (Coppieters) 4.25
02. Locomotion (Coppieters) 3.24
03. Wiener Blues (Coppieters) 3.15
04. Things (Pronk) 3.12
05. La Belle (Coppieters) 5.29
06. Dear Charles (Pronk) 4.41
07. Woe’s All Over Me (Pronk) 5.10
08. Skin Burns (Coppieters) 3.33
09. What Cha Gonna Do Without Me (Pronk) 3.42

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Und eben lese ich gerade:

„Das Charly Antolini Groovin’ Hard Jazzquintet begeisterte bei seinem Auftritt das Publikum im Neuburger Jazzclub Birdland.“
(Augsburger Allgemeine, 22. September 2019)

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Wunderland der schönsten Märchen – Der Rattenfänger von Hameln (1968)

Der Rattenfänger01AIn den Jahren des Wirtschaftswunder waren natürlich auch die Kleinen ein begehrtes Objekt der Unterhaltungsindustrie. Und nicht nur das Eropa-Label versuchte sich in die Herzen der Kinder und heranwachsenden Jugendlichen zu spielen.

Auch der Bastei-Lübbe Verlag versuchte mit der Serie „Wunderland der schönsten Märchen“ sich sein Scherflein zu verdienen.

Hier die Nr. 10 der Serie (die 14tägig erschien und DM 6,– kostete), die durchaus pfiffig konzipiert war: Einerseits gabs ein hochformatiges Bilderbuch mit dem Text dieses Märchen (das ich als bekannt voraussetze) und andererseits gab´s dann noch ne Single (mit 33 Umdrehungen) zum Nachhören.

Das Bilderbuch erschien ursprünglich 1966 in Italien, das Hörspiel wurde dann natürlich in Deutschland eingespielt.

Heute mag die Inszenierung natürlich ein wenig schlicht klingen, aber ich vermute mal, damals konnte sie schon etliche Kinderherzen erfreuen.

Beigefügt habe ich dieser Präsentation noch eine deutsche, illustrierte Ausgabe aus dem  Jahre 1889 … und bei wikipedia finden sich dann noch etliche weitere Hinweise für all jene, die sich vertieft mit diesem Märchen (eigentlich ja ne Sage) beschäftigen wollen. Ursprünglich ging diese Sage ja auf die Gebrüder Grimm zurück, wie es kam, dass sich auch der englischer Dramatiker und Dichter Robert Browning (* 7. Mai 1812 im Londoner Stadtteil Camberwell; † 12. Dezember 1889 in Venedig) mit dieser Materie beschäftigte, ist mir grad unbekannt. Auf jedenfall veröffentlichte er das Gedicht „The Pied Piper of Hamelin“, das sich mit dem gleichen Stoff beschäftigte).

Hier ein paar Vorschaubilder, bevor man sich dann dieses überformatige (deshalb keine scans, sondern fotografische Ablichtungen des Buches) zu Gemüte führen kann:

Der Rattenfänger05A

Der Rattenfänger07A

Der Rattenfänger13A

Besetzung:
Peter René Körner (Erzähler)
+
weitere, nicht genannte Mitwirkende

Bearbeitung: Ursula Feldhege

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Vorder + Rückseite der Single

Titel:
01. Der Rattenfänger von Hameln (Teil 1) 8.24
02. Der Rattenfänger von Hameln (Teil 2) 7.35

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Gauki (das Maskottchen aus dem Wunderland der schönsten Märchen

Günter Norris – Was ich Dir sagen will … (Udo Jürgens for dancing) (1968)

FrontCover1.JPGTja, hätte durchaus Potential haben können, aber … ein Günter Norris hatte wohl damals noch nicht die nötige Qualität und die Reife (obwohl er schon über 30 Jahre alt war,als dieses Album erschien), um aus all den frühen Udo Jürgens Hits gepflegte Instrumentals zu machen,zu denen man dann in Herrgotts Namen auch hätte tanzen können.

Kein Wunder:  Es war halt erst sein drittes Album, aber der wirkliche Zugang zu diesen Udo Jürgens Kompositionen fehlte ihm einfach.

Bestes Beispiel: Merci, Chérie … dieses beginnt in jenem charmanten getragenem Tempo, um dann nach wenigen Takten blitzschnell in ein eifrig hopsendes Tanztempo zu wecheln. So kann man auch den Charakter eines Songs killen.

Und es wird nicht besser … Kleine Ausnahme: die Interpretation von „Sag ihr, ich laß sie grüßen“

So gesehen nur ein Album für Jürgens Freaks (wie mich),mehr aber auch nicht. Daran änert dannauch nichts, dass ausgerechnet Udo Jürgens sich dann in folgendes Lobeshymne – das sei hier nicht verschwiegen-  hineinsteigert:

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Besetzung:
Günter Norris Orchester

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Titel:
01. Merci, Chérie 2.25
02. Warum nur, warum 3.12
03. Siebzehn Jahr, blondes Haar 2.58
04. Einmal sind wir alle gleich 2.49
05. Was wirklich zählt auf dieser Welt 2.20
06. Was ich dir sagen will … 3.09
07. Anuschka 3.09
08. Wie schön ist diese Welt 2.50
09. Mein erster Weg 2.32
10. Sag ihr, ich laß sie grüßen 2.30
11. He’s Got The Whole World – Jericho 3.29
12. Matador 4.05

Musik: Udo Jürgens, außer 11. (das ist ein Traditional)

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Inlets

Die Innenhüllen der LP

Joseph Meinrad – Der Mann von La Mancha (1968)

FrontCoverA1Vermutlich war dem Joseph Meinrad die Rolle des (Don Quijote in dem Musical „Der Mann von La Mancha“ auf den Leib geschnitten.

Der Mann von La Mancha ist ein Musical von Mitch Leigh, Dale Wasserman und Joe Darion.

Auf der Grundlage des Klassikers Don Quijote von Miguel de Cervantes schrieb Wasserman 1959 das Fernsehstück I, Don Quixote. In diesem spielt der von der Spanischen Inquisition eingekerkerte Dichter den Mitgefangenen seinen Ritterroman vor und übernimmt dabei die Rolle Don Quijotes. 1965 wurde das zum Musical adaptierte Stück am 22. November am ANTA Washington Square Theater in Greenwich Village mit Richard Kiley in der Titelrolle uraufgeführt. Die Musik stammte von Mitch Leigh, die Liedtexte wurden von Joe Darion geschrieben. 1966 erhielt das Musical 5 Tony Awards, unter anderem für das Beste Musical und den Besten Schauspieler. Die Original-Produktion erreichte 2328 Aufführungen.

Die deutschsprachige Erstaufführung in der Fassung von Robert Gilbert erfolgte am 4. Januar 1968 im Theater an der Wien in Wien unter der Regie von Dietrich Haugk mit Josef Meinrad in der Titelrolle und Blanche Aubry als Aldonza sowie Fritz Muliar als Sancho Panza.

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Alternatives Frontcover

Das Stück spielt durchgehend ohne Pause in einem Verlies der spanischen Inquisition. Cervantes und sein Diener sind der Gotteslästerung angeklagt und warten unter Räubern, Mördern und Prostituierten auf ihr Verfahren. Der Anführer der Insassen nimmt ihnen alle Habe weg, darunter ein Manuskript. Um zu beweisen, dass es sein künftiges Buch ist, verkleidet sich Cervantes als seine Figur Don Quijote und spielt mit den Mithäftlingen die Geschichte vor. So wird das Gefängnis zur Straßenspelunke. Aldonza ist ein schlampiges Serviermädchen, doch Don Quijote nennt sie Dulcinea und macht ihr den Hof. Währenddessen versuchen seine Nichte Antonia und ihr Verlobter Dr. Carrasco immer wieder, Don Quijote von seinen sinnlosen Kämpfen gegen imaginäre Feinde abzuhalten. Als Spiegelritter verkleidet zwingt ihn Carrasco, der Realität ins Auge zu sehen, zu erkennen, dass er nicht der Erretter der Menschheit ist, sondern ein ärmlicher alter Mann. Nur Aldonza, die einzig von Don Quijote als Dame behandelt wurde, fleht ihn an, den unmöglichen Traum fortzusetzen und die Rüstung wieder anzuziehen. Don Quijote stirbt in ihren Armen. Aldonza nennt sich fortan Dulcinea und träumt nun selbst den Traum ihres Helden weiter. Das Spiel ist aus. Ergriffen reicht der Anführer Cervantes sein Manuskript zurück. Von oben senkt sich eine Leiter, und Cervantes wird vor das Inquisitionstribunal gerufen. (Quelle: wikipedia)

Liest man sich all die Kritiken durch, die auf der Rückseite der Hülle zu dieser LP zu lesen sind, muss man davon ausgehen, dass diese deutsche Uraufführung damals ein Riesenerfolg war. So schreibt z.B. die Kronen-Zeitung am 5.1.1968:

Josef Meinrad als Don Quijote hat wieder eine Meisterleistung seiner liebenswerten Kunst vollbracht. Fritz Muliar mit seinem Sancho beweist den großen Bogen seiner schauspielerischen Fähigkeiten. Und doch möchte man fast  Blanche Aubry an allererster Stelle nennen – ihre Aldonza-Dulcinea ist nicht nur von der an Brecht geschulten Gesangstimme her ein Phänomen, sondern hat auch eine immense schauspielerische Strahlkraft.

Ein wirklicher Höhepunkt ist das zornige „Aldonza“ bei der man sich von der gewaltigen Stimme von Blanche Aubry überzeugen kann.

Die Ouvertür kommt klanglich ein wenig holprig daher, der Rest der LP ist aber akustisch durchaus geniessbar !

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Fritz Muliar & Joseph Meinrad

Besetzung:
Blanche Aubry (Aldonza)
Frank Dietrich (Dr. Carasco)
Brunhilde Feuchtmeier (Antonia)
Norman Foster (Der Gastwirt)
Carlo Lando (Der Barbier)
Josef Meinrad (Don Quijote)
Fritz Muliar (Sancho – Diener)
Bianca Zambelli (Die Haushälterin)
+
Maultiertreiber:
Rudolf Katzböck – Jörg Maria Berg- Berno Cramm – Hannes Müller – Harald Sielaff – R.W. Wasserlof

Musikalische Leitung: Johannes Fehring

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Titel:
01. Ouvertüre 3.45
02. Josef Meinrad, Fritz Muliar: Ich bin ich, Don Quijote  2.23
03. Blanche Aubry, Maultiertreiber: Mir’s jeder recht 3.03
04. Josef Meinrad, Maultiertreiber: Dulcinea 1.33
05. Brunhilde Feuchtmaier, Bianca Zambelli, Egon Simonet: Ich denke nur noch an ihn 3.07
06. Fritz Muliar, Blanche Aubry: Ich mag ihn 1.58
07. Blanche Aubry: Was will er bloß von mir 2.41
08. Rudolf Katzböck, Maultiertreiber: Kleiner Fink 1.56
09. Egon Simonet: Hab‘ deine Dulcinea 1.42
10. Josef Meinrad – Der unmögliche Traum 2.08
11. Carlo Lando, Josef Meinrad, Fritz Muliar, Norman Foster, Ensemble – Der Goldhelm des Mambrino
12. Norman Foster, Blanche Aubry, Fritz Muliar, Ensemble: Der Ritterschlag (Ritter von der traurigen Gestalt)
13. Rudolf Katzböck: Die Vergewaltigung 1.33
14. Blanche Aubry, Josef Meinrad: Aldonza 3.33
15. Fritz Muliar: Ein bißchen tratschen 1.32
16. Josef Meinrad, Blanche Aubry, Fritz Muliar, Egon Simonet, Norman Foster, Ensemble: Sterbeszene und Finale 6.52

Musik: Mitch Leigh – Text: Joe Darion – Deutscher Text: Robert Gilbert

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Susanne Tremper – 5 Uhr morgens – Ein Mädchentraum (1968)

OriginalFrontCover1Jetzt mal ne Single aus dem Jahr 1968 die so ganz, ganz anders ist, und von daher was ganz besonderes ist:

Susanne Tremper (* Januar 1953 in Berlin) ist eine deutsche Synchronsprecherin, Schauspielerin und Sängerin.

Susanne Tremper kam schon früh zur Arbeit als Synchronsprecherin. So übernahm sie Ende 1966 in der zweiten Synchronisation des 1937 produzierten Films Schneewittchen und die sieben Zwerge die gesanglichen Parts des Schneewittchens. Daraufhin wurde ihre Stimme weiterhin in Disney-Filmen eingesetzt. Dazu zählen Robin Hood, Das Dschungelbuch, Cap und Capper (1981) und die 1970er-Jahre-Synchronisation von Bambi. Ansonsten sprach sie Corie Sims in Die tollkühnen Abenteuer des Marco Polo jun., Glynnis O’Connor in Jeremy und Geneviève Bujold in Königin für tausend Tage.

Tremper absolvierte eine Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in ihrer Heimatstadt und erhielt danach zahlreiche Engagements an verschiedenen Theatern. Sie stand auf den Bühnen des Theaters in Basel, des Bayerischen Staatsschauspiels München, des Wiener Burgtheaters, des Schillertheaters in Berlin, des Schauspielhauses in Frankfurt und des Theater Bonn. Von 2006 bis 2011 gehörte sie zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. 2003 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für darstellende Kunst.

Ihr Fernsehdebüt gab sie 1969 in der ZDF-Vorabendsendung Die Drehscheibe, wo sie das Lied Fünf Uhr morgens sang. Sie spielte in den Serien …und im Keller gärt es (1998) und Die Schönegrubers. In Filmen sah man sie unter anderem in Miss Sara Sampson. Ihre derzeit letzte Filmrolle hatte sie 2002 als Ute in Die Nibelungen. Allerdings waren ihre TV-Auftritte meistens nur kleine Nebenrollen.

Seit ihrer Arbeit in „Schneewittchen“ gibt sie auch Auftritte mit ihrer hohen, klaren Stimme. 1965 und 1966 trat sie auf dem Festival Chanson Folklore International auf der Burg Waldeck auf. Sie nahm 1968 den Song Fünf Uhr morgens auf Schallplatte auf, wo sie den Text jedoch nur spricht und Musik im Hintergrund spielt. 1991 war sie neben Mario Adorf und Ute Lemper auf der CD Weill: Die Dreigroschenoper zu hören.

Von 1974 bis 1980 war Susanne Tremper mit dem Musiker Hannes Wader verheiratet. (Quelle: wikipedia)

SusanneTemper2012

Susanne Tremper, 2012

Hier also diese Single mit der A-Seite „5 Uhr morgens“: Zu einer bedächtige vorgetragenen Musik taucht eben dieser Sprachgesang auf, der eindringlich die seelische Verzweiflung einer jungen Frau schildert, die aufgrund ihres Liebeskummers ernsthaft daran denkt, ihr Leben zu beenden … aber dann doch davor zurückschreckt. Und dann der aufmunternde Zuspruch der Mutter, er lässt das Leben wieder in einem anderem Licht erscheinen.

Man kann das jetzt natürlich als rührseliges Tam-Tam abtun, aber ganz so einfach ist das nicht. Ich hab mir so ein paar Kommentare auf der youtube Seite (wo man das Lied auch hören kann) durchgelesen und mir wurde dabei wieder mal klar, wie tief und wie prägend auch Lieder dieser Art sein können. Hier ein paar Zitate:

„Ich habe das Lied Jahre nach dem es erschienen ist erst gehört.ich habe von meinem Onkel ein Tonbandgerät geschenkt bekommen und da war das Lied am ende von einer Rolle drauf.Leider nicht komplett was mich sehr ärgerte.Ich will hiermit nur dem Menschen danken der dieses Lied reingesetzt hat denn dieses Lied hat mir schon sehr oft geholfen als es mir schlecht ging.Nochmals vielen Dank für dieses Wunderbare Lied. Dankeschön“

„1984 hatte ich mal an den Plattenverlag geschrieben, ob es die Platte noch gibt und bekam eine Absage. Seitdem habe ich diese Postkarte aufbewahrt als Erinnerung, um es doch immer mal wieder zu versuchen. Und jetzt habe ich das Lied wieder gefunden. Es ist verbunden mit sooooooo viel Herzschmerz und auch einer wunderschönen verliebten Zeit…… Danke fürs Einstellen!!!!“

„Es gibt echt wenige Lieder die einen so berühren.Mir kommen jedesmal die tränen die ich fast nie zurückhalten kann.ich Liebe solche Lieder die einen so nachdenken lassen.“

„Ein wirklich einmaliges Lied. Wie kommt man nur auf so einen melancholischen Text? Aber auch für mich war es ein Halt als ich meine erste Liebe verlor.“

„Ich habe dies Singleplatte jetzt heute ersteigern können.Glücklicherweise für 4,20 €. ich kann ihnen sagen, diese Platte werde ich mein ganzes Lebenlang in mein Herz einschließen.“

Diese Single war dann so erfolgreich, dass Hansa die gleich nochmals rausbrachte, mit neuem Cover und neuer Bestellnummer …

Die B-Seite „Ein Mädchentraum“ ist genau das, was der Titel verspricht, wenngleich von ein Traum der etwas naiven Art.

Diesen wirklichen Leckerbissen der deutschen Schlagergeschichte haben wir – na wem wohl ? – mal wieder dem großzügigen Mr. Jancy zu verdanken !

Vorder+Rückseite der Nachpressung

Vorder + Rückseite der Nachpressung

Besetzung:
Susanne Tremper (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. 5 Uhr morgens (Zimmermann/Weigel) 4.29
02. Ein Mädchentraum (Zimmermann/Weigel) 1.58

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