Vico Torriani – Wenn wir uns wiederseh´n + Eine Rose (1968)

FrontCover1Ich glaub´, dass der Vico Torriani in den Jahren 1967 – 1970 auf den Höhepunkt seiner Karriere stand. Dazu beigetragen hat natürlich ganz sicher sein Engagement bei der TV-Sendung „Der goldene Schuß“ im ZDF.

Zumindest wurde die Debüt-Sendung im Jahre 1967 mit großer Spannung erwartet und dann auch bewertet:

„Sicher werden Sie in einer Leserbriefflut ersticken, denn welche Sendung wurde schon mit so viel Spannung erwartet! Ich hatte mit Herrn Torriani Lampenfieber. Er wirkte wie ein aufgeregter Schuljunge, der sich bei einem Schulfest produzieren soll. Jedoch gerade das machte ihn und damit die ganze Sendung so sympathisch. Ein Höhepunkt war wohl unbestritten das meisterlich vorgetragene Arabella-Duett von Lisa Della Casa und George London.“ (Heide V. aus Mannheim)

oder:
„Endlich wieder ein Showmaster, der auch Musik für junge Leute in das Programm aufnimmt.“ (Günter B. aus Vilkerath)

(Diese Leserbriefe entstammen aus der TV-Zeitschrift „Hör zu“ und wurden von mir von der website „zuschauerpost.de“ gemopst.)

Ob nun auch diese Single „Musik für junge Leute“ enthält, mag jeder für sich entscheiden. Ich vermute allerdings, dass der gute alte Vico mit dieser Single eher die verträumte reifere Jugend der damaligen Zeit im Auge hatte …

Wie auch immer: diese Single ist eine kleine Reminiszenz an jene Zeit, als TV-Showmaster (si hieß das wohl damals) auch als singende Troubadoure ihre Glück versuchten.

TVAnkündigungDerGoldeneSchuß

„Hör zu“, Nr. 38/1967

Besetzung:
Vico Torrini (vocals)
+
Orchester Johannes Fehring

BackCover1
Titel:
01. Wenn wir uns wiederseh´n (Stolz/Weyrich) 2.36
02. Eine Rose (Rossi/Levant/Schröter) 2.48

LabelA1

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Kai Warner – Go In (1968)

FrontCover1.JPGBei dieser Familie lag die Musik wahrlich im Blut:

Kai Warner (* 27. Oktober 1926 in Bremen; † 9. Juli 1982 in Hamburg), bürgerlicher Name Werner Last, war ein deutscher Orchesterleiter, Produzent, Arrangeur und Komponist.

Warner nahm Klavierunterricht bei Ernst Weelen, theoretischen Unterricht erhielt er durch den Reger- und Humperdinck-Schüler Richard Bulling.

Nach Kriegsende trat Werner Last als Posaunist zusammen mit seinen Brüdern Hans Last (Bassist, später bekannt als James Last) und Robert Last (Schlagzeuger) in Bremer Varietes und amerikanischen Clubs von Bremerhaven und Umgebung auf. Ferner erhielt er Privatunterricht im Akkordeon- und Klavierspiel. Dabei wurden sie von dem Komponisten und Manager Friedrich Meyer entdeckt und für das neu zu gründende Tanzorchester des Senders Bremen engagiert. Bekannt wurden die Brüder Last auch als Mitglieder des Last-Becker Ensembles, das bis 1953 bestand. Als Arrangeur feierte Werner Last seine ersten Erfolge. Nach Auflösung des Bremer Tanzorchesters spielte er noch einige Zeit in einer 12-Mann-Band, später versuchte er sein Glück in den USA. Zuvor heiratete er die 18-jährige Hjördis Harlow, eine Amerikanerin norwegischer Herkunft. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Steven und Werner hervor. Werner Last junior arbeitet ebenfalls als Bandleader; sein „Last Ballroom Orchester“ feiert Erfolge.

Kai Warner.jpgIn den USA musste Werner Last seinen Lebensunterhalt einige Monate mit Gelegenheitsarbeiten verdienen, ehe er in eine New Yorker Musikergewerkschaft (Local 802) aufgenommen wurde. Dadurch erhielt er die Spielerlaubnis als Musiker. Als Posaunist gehörte er verschiedenen renommierten Big Bands an. Nebenbei studierte er beim Schillinger-Professor Rudolf Schramm an der City University of New York Musiktheorie.

1958 kehrte Werner Last nach Deutschland zurück und arrangierte zahlreiche Filmmusiken. 1966 erhielt er einen Polydor-Vertrag als Produzent, er entdeckte und produzierte Renate Kern (LP-Produktionen Lieber mal weinen im Glück, Meine Welt ist schön, daneben zahlreiche Single-Veröffentlichungen mit Kompositionen von Kai Warner, z. B. Freu Dich doch schon auf den nächsten Sommer, 1990, Supermann, An irgendeinem Tag, Come on Let’s Dance, Lass doch den Sonnenschein). Als Kai Warner gründete er sein eigenes Orchester, in dem viele Musiker von James Last mitspielten (u. a. Rick Kiefer, Manfred Moch, Ole Holmquist sowie Warners Bruder Robert Last, der schon bei der Erstbesetzung von James Last am Schlagzeug saß). 1975 wechselte Kai Warner von Polydor zum Philips-Label, u. a. um sich von der Konkurrenz seines Bruders, der ebenfalls bei der Polydor veröffentlichte, abzuwenden.

Kai Warner2

Bereits die erste Philips-Produktion (On the Road to Philadelphia) unter dem gemeinsamen Dach der Deutschen Grammophon Gesellschaft hob durch den dominanten amerikanisch geprägten Disco-Sound von früheren Polydor-Veröffentlichungen ab, welche eher im Schlagerstil gewesen waren.

Nach seiner ersten eigenen LP, Pops for Minis, wurde er vor allem mit der Go in-Serie, die ab 1975 bei Philips unter dem Namen Go in Party fortgesetzt wurde, verbunden. Ab Ende der 1970er Jahre bis zu seinem frühen Tod nahm Warner auch LPs mit reiner Standardtanzmusik auf (Kai Warner bittet zum Tanz). Eine seiner letzten Aufnahmen war eine Hommage an die Swing-Ära (Swingtime Forever).

Er spielte auch etliche Aufnahmen mit seinen Kai Warner Singers ein, die aus einem gemischten Chor von sechs Frauen und sechs Männern bestanden und oft nur von einer Rhythmusgruppe begleitet wurden. Ende der 1960er Jahre arbeitete Warner auch für zwei seltene LP-Produktionen mit dem Mundharmonika-Virtuosen Tommy Reilly zusammen (Melody Fair, Latin Harmonica). (Quelle: wikipedia)

Damals noch bei Polydor (fast so, als könnten sie ihren Hals mit James Last nicht voll genug kriegen) … hier sein Debüt der „Go in“ Serie …

Nun … ziemlich seichtes Zeug … und den Unterschied zu seinem „großem“ Bruder hört man schon … und was die mit dem Begriff „go in“ gemacht haben, spottet jeder Beschreibung:

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Wer auch immer diese Zeilen formuliert hat, ihm gebühren zuerst 10 Stockhiebe, dann geht´s weiter mit teeren, federnd und vierteilen  … denn viel trivialer geht´s nicht mehr …

Besetzung:
Kai Warner Orchestra & Choir

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Titel:

01. Potpourri 01 (3.43):
01.1. Harlekin (Blum) 1.23
01.2. Der Mond vom Fudschijama (Gordoni/Loose) 1.05
01.3. Mama (Bixio/Cherubini) 1:11

02. Potpourri 02 (3.10):
02.1. Flower-Power-Kleid (Bruhn/Buschor) 0.53
02.2. Arrivederci Hans (Myer/Buschor) 1.09
02.3. Lieber mal weinen im Glück (Hennning/Chrislin) 1.30

03. Potpourri 03 (3.29):
03.1. Du bist da (Arland/Lilibert/Twardy) 1.24
03.2. Bleib bei mir (Lilibert/Twardy) 0.39
03.3. La Gondrina (Traditional) 1.23

04. Potpourri 04 (3.47):
04.1. Sommernacht (W.Last/Loose) 1.00
04.2. Wenn du mal einsam bist (Reed/Mason/Lilibert) 1.25
04.3. Gold aus der Strasse (J.Last/Loose) 1.13

05. Potpourri 05 (3.07):
05.1. What A Wonderful World (Weiss/Douglas) 1.41
05.2. Traurigsein lohnt sich nicht (W.Last/Loose) 1.23

06. Potpourri 06 (3.09):
06.1. Lieber Maler, male mir (Blum/Raschek) 1.15
06.2. 99,9 Prozent (Bruhn/Loose) 1.05
06.3. Wärst du doch in Düsseldorf geblieben (Bruhn/Buschor) 0.49

07. Potpourri 07 (3.56):
07.1. Don Diri Don (Ondracek/Schneider) 0.55
07.2. La-La-La (Arcusa/Calva) 1.24
07.3. Quando M’Innamoro (Livaghi/Paca/Panzari) 1.30

08. Potpourri 08 (3.05):
08.1.. Delilah (Reed/Mason) 1.09
08.2. Congratulation (Martin/Coulter) 0.50
08.3. A Banda (de Hollanda) 1.05

09. Potpourri 09 (3.28):
09.1. If I Only Had Time (Fugain/Delanoe/Fishman) 1.20
09.2. Meine Welt ist schön (W.Last/Loose) 1.59
09.3. Cuando Sali De Cuba (Aguile) 1,31

10. Potpourri 10 (3.29):
10.1. Love Is Blue (Popp/Blackburn) 1.30
10.2. Young Girl (Fuller) 1.55

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Verschiedene Interpreten – Schwabing Affairs (2004)

FrontCover1.jpgDieser Beitrag soll und wird vermutlich auch für Heiterkeit sorgen … lenkt er doch den Blickauf das Schwabing der 60er Jahre … Schwabing war damals ein ganz schön angesagter Stadtteil von München:

Schwabing ist ein Stadtteil im Norden Münchens, der als Bohème-Viertel der Prinzregentenzeit zu literarischer Berühmtheit gelangt ist und auch heute zu den Szenevierteln der bayerischen Landeshauptstadt zählt. Seit der Neugliederung des Stadtgebiets im Jahr 1992 umfasst Schwabing den Stadtbezirk 4 (Schwabing-West) und Teile des Bezirks 12 (Schwabing-Freimann). Schwabing ist mit etwa 100.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Stadtteil Münchens.

Auch die Revolutionäre der 1919 niedergeschlagenen bayerischen Räterepublik, etwa Erich Mühsam und Edgar Jaffé sowie der später als Romanautor B. Traven in Mexiko bekannt gewordene Ret Marut wohnten in Schwabing. Traven/Marut lebte in der Clemensstraße und gab dort die anarchistische Zeitschrift Der Ziegelbrenner heraus[6]. Manche sagen, es seien all die Künstler gewesen, die die ganze Revolution im Café Stefanie ausgeheckt hätten. Wladimir Iljitsch Uljanow, der sich erstmals in Schwabing literarisch Lenin nannte, tauchte als bürgerlicher Herr Meier hier mit seiner Frau Nadeschda Krupskaja für einige Zeit unter. Mit ihr und einigen Getreuen gründete er die Zeitschrift Iskra. In Schwabing lebte auch der spätere DDR-Kulturminister Johannes R. Becher. Ebenso versuchte sich Adolf Hitler hier als Kunstmaler, allerdings erfolglos. Er nahm als Trauergast am Begräbnis des ermordeten Ministerpräsidenten Kurt Eisner teil und putschte 1923, zunächst erfolglos, als Revolutionär (Marsch auf die Feldherrnhalle). Später errichtete er unweit Schwabings in der Nähe des Königsplatzes die Parteizentrale der NSDAP, heute ein umfassendes Dokumentationszentrum.

Altes Schwabing

Die Schwabinger Bohème-Szene fand jedoch schon mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein abruptes Ende. Ein berühmter Ort blieb der Stadtteil trotzdem – mit zahlreichen Ereignissen: beispielsweise gab 1929 in der Tonhalle an der Türkenstraße der 13-jährige Yehudi Menuhin in kurzen Hosen sein allererstes Konzert und spielte die bis dahin nie gehörte C-Dur-Solosonate für Violine von Johann Sebastian Bach. In den 1920er Jahren war Schwabing Schauplatz politischer Auseinandersetzungen zwischen kommunistischen und nationalsozialistischen Gruppierungen. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden etliche Schwabinger jüdischen Glaubens oder aufgrund ihrer politischen, sexuellen oder religiösen Identitäten verfolgt, inhaftiert, enteignet, in das Exil gezwungen, deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1951, erschien der Gedichtband In der Traumstadt von Peter Paul Althaus, der München-Schwabing in einer neuen poetischen Aura sah. Der inzwischen renommierte Schwabinger Kunstpreis wurde begründet. Die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ im Herzen Altschwabings, mit ihrem bekanntesten Mitglied Dieter Hildebrandt, gehörte zu den zwei/drei berühmtesten Kabaretts der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Und das literarische Erstlingswerk des Schriftstellers und Kabarettisten Gerhard Polt, das Hörspiel Als wenn man ein Dachs wär in seinem Bau (1977), ist im Quartier Latin um die Universität entstanden.

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Die Lach- und Schieß-Gesellschaft in der Ursulastr. 9 (München/Schwabing)

Die nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende Nostalgiewelle, die das alte Schwabing zu verklären und zugleich kommerziell auszubeuten versuchte, machte Schwabing vor allem zum Mode-Viertel für die Schickeria, was die Miet- und Gastronomiepreise in horrende Höhen trieb. In den 1960er Jahren lebte und arbeitete die Münchner Künstlergruppe SPUR hier, und unter der studentischen Jugend kam es zu den so genannten „Schwabinger Krawallen“ auf der Leopoldstraße, der Hauptachse Schwabings. Sie waren ein erster Auftakt zur europaweiten Jugendrevolte der 1960er Jahre, die sich gegen die herrschenden Politstrukturen und wirtschaftswunderliches Geldgeprotze richtete: Ereignisse, die treu dem alten Geist notwendig in Schwabing stattfinden mussten. In zahlreichen Filmen wie Zur Sache, Schätzchen, Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg und Der Bettenstudent oder: Was mach’ ich mit den Mädchen? wurde in dieser Hinsicht das Schwabing-Image gepflegt.

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Fidele Parties im Blow-Up Club, 1968

Zum Schwabinger Geist passte auch die Eröffnung des ersten Frauenbuchladens Westdeutschlands, Lillemors Frauenbuchladen, im Jahr 1975 in der Arcisstraße (eigentlich Maxvorstadt), heute Barer Straße, sowie die Gründung der ersten Autorenbuchhandlung Westdeutschlands im Jahr 1973 in der Wilhelmstraße. (Quelle: wikipedia)

Schwabing war also schon lange vor den 60er Jahren so eine Art Künstler- und Intellektuellen Viertel …

Der Münchner Stadtteil Schwabing steht seit geraumer Zeit bei der gut verdienenden Schickeria der bayerischen Landeshauptstadt hoch im Kurs. Hier ist alles trendy und in oder zumindest exklusiv, was sich dann am Preis ablesen lässt. Doch der Münchner Stadtteil hat auch schon andere Tage gesehen. Damals in den 60er Jahren entwickelte sich Schwabing zu einem Biotop für Beatniks und andere Randgestalten der Gesellschaft.

Die brachten frischen Wind in die althergebrachten Vorstellungen über Sex, Drogen und Musik und provozierten die Spießbürger nach allen Regeln der Kunst. Die Schwabinger Krawalle waren 1962 ein erstes Vorspiel auf alles Kommende. 1968, Studentenrevolte, sexuelle Freizügigkeit, Vietnamkrieg. Das waren die Schlagwörter, die man mit Schwabing in Verbindung brachte. Für das aufkeimende Genre des erotischen Films wurde Schwabing eine fruchtbare Umgebung.

DavidGilmour Blow Up 1968

David Gilmour (Pink Floyd) im Blow-Up, 1968

Der neue Soundtrack aus dem Hause Diggler nimmt sich jenen filmischen „Schwabing Affairs“, die so illustre und zugleich poetische Titel wie „Bengelchen liebt kreuz und quer“ oder „Engelchen macht weiter Hoppe, Hoppe Reiter“ tragen, an. Einen Vorgeschack auf „Schwabing Affairs“ servierten die Herren von Diggler Records bereits vor drei Jahren mit den „St. Pauli Affairs“, einem musikalischen Streifzug über den Kizz.

Neben leicht groovenden Rhythmen südamerikanischer Herkunft wie „Let’s Beat It“ von Johnny Harris oder Martin Böttchers „Bengelchen Bossa Nova“ stehen Beat-Stücke ganz hoch im Kurs bei den Schwabinger Hippstern. Vor allem die Songs von Improved Sounds Ltd. und David Llywelyn verraten deutlich die anglo-amerikanischen Vorbilder. Altstar Peter Thomas entführt uns mit seinem Orchester und Titeln wie „Melodie für eine Teekanne“ in bizarre Lounge-Welten.

Abgerundet wird der schlüpfrige Ausflug unter die Bettdecken der Schwabinger Schlafzimmer durch das gewohnt laszive Artwork aus dem Hause Diggler. Die 60er und 70er Jahre der „Schwabing Affairs“ werden, passend zum musikalischen Inhalt, in stylischer Soft-Porno-Manier in Szene gesetzt.  (Daniel Straub)

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Bei diesem Album fällt natürlich auf, dass die Gruppe Improved Sound Ltd. damals ziemlich erfolgreich als Filmmusik-Künstler tätig waren. Deren Biographie ist gut dokumentiert.

Aber dann gab´s auch noch den eher unbekannten David Llywelyn:

Dafydd Llywelyn (* 10. Januar 1939 in Südwales; † 25. März 2013 in München[1]) war ein walisischer Komponist, Pianist, Dirigent und Pädagoge.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt der in Südwales geborene Musiker von seinem Vater, später in einem klösterlichen Internat in Mittelengland von Priestern. Zu seinen weiteren Lehrern zählen der britische Pianist Tom Bromley, Johann Trygvasson (Schwiegervater von Vladimir Ashkenazy) und Peter Feuchtwanger (Neffe des Schriftstellers Lion Feuchtwanger). Ein wichtiger musikalischer Einfluss ergab sich für ihn durch die Begegnung und spätere enge Freundschaft mit dem Pianisten Shura Cherkassky, der ihm die Tradition des polyphonen Klavierspiels der alten Meister näher brachte. Später erhielt er wichtige Impulse von Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Kirill Kondraschin. Er studierte in Birmingham und London Musik, Medizin, Kriminologie und Theologie, um anschließend nach Köln zu ziehen. Ab 1971 lebte er in München, ab 1984 bis zu seinem Tod mit seiner Lebensgefährtin Hedy Schmitt.

Als er drei Jahre alt war, starb seine Mutter an Leukämie, daraufhin begann er nach eigenen Aussagen das Komponieren. Die tiefe Religiosität seiner Werke, die er bereits in jüngsten Jahren meditativ beseelt verfasste, sowie die Tragik vieler Stücke fußen

The Joint

The Joint

größtenteils auf dem frühen Verlust der Mutter. Sein erstes großes Musikstück Dies Irae komponierte er im Alter von zwölf Jahren. 1966 war er an der deutschen Uraufführung von Erik Saties Vexations beteiligt. Ende der 1960er Jahre nahm er mit der Band The Lonely Ones (später The Joint) Filmmusik auf und unterrichtete deren Keyboarder Rick Davies, der kurz danach die Band Supertramp mitbegründete.

Llywelyns Werkverzeichnis umfasst sowohl Kompositionen für Soloinstrumente, als auch Filmmusik, Rock und Jazz. Als Pianist und Dirigent konzertierte er in Europa, den USA und Kanada. Als Lehrer förderte er seit seinem Umzug nach München im Jahre 1971 den musikalischen Nachwuchs als Klavierpädagoge. Die Pianistin Roberta Pili gilt als seine direkte musikalisch-pianistische Nachfolgerin, da sie die alte Tradition des polyphonen Spiels im Sinne ihres Lehrers an die junge Pianistengeneration mit Begeisterung weiter vermittelt. 1993/94 übernahm Llywelyn eine Gastprofessur für Komposition, Klavier und musikalische Analyse an der Universität Belgrad.

Dafydd-Llywelyn

Dafydd Llywelyn

Llywelyn ist bekannt für seine zeitlosen, hyperpolyphonen Piano-Kompositionen. Diese werden von führenden Pianisten, u. a. Boris Beresowski, Nathan Carterette, Biret und Severin von Eckardstein, auf der ganzen Welt gespielt. (Quelle: wikipedia)

Musikalisch hören wir eine krude Mischung aus „Popcorn-Kino-Musik“ jener Zeit … „progressiv“ angehaucht (Swinging London is calling…), ohne aber wirklich echten Tiefgang zu erreichen. Hauptsache man klang modern für die damalige Zeit … und man sieht die Beat Clubs Go-Go-Girls dazu tanzen.

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Schwabing, dem Ortsteil Münchens, der in den 60er- und 70er-Jahren aufgrund der kulturellen Vielfalt abseits des sonst eher konservativen Münchens (natürlich — man ist ja in Bayern) bei den Hipstern schwer angesagt war und noch heute vom damaligen Ruhm zehrt. Den dazu passenden Soundtrack Schwabing Affairs liefert dieses Album, welches erneut die Archive nach Soundtracks aus der Halbwelt durchwühlt hat, um den zumindest musikalischen Flair Schwabings wiederzubeleben.

Dabei herausgekommen ist ein wunderbares Zeitdokument, welches unabhängig von seiner eigentlichen Bestimmung (Untermalung für halbseidene Filmchen) funktioniert und dabei zu gefallen weiß. Die Ausfallquote ist objektiv gesehen gering, vorausgesetzt man stört sich nicht an den vielen Vokaleinlagen (die im Easy Listening eher handelsunüblich sind).

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Lediglich der Einsteiger bietet gleich zu Beginn den größten Dämpfer — das dümmliche „Hoppe Hoppe Reiter“ (bitte keine Fragen zum zugehörigen Film) gefällt zwar durch klassischen Sixties-Beat, ruiniert sich aber durch schreckliche Kinderreim-Samples von selbst, was dem postiven Gesamteindruck zum Glück wenig schadet. (Daniel Hofmann)

In den 60er Jahren war Schwabing für mich noch ein böhmisches Dorf, aber so ab 1972 zogen wir regelmässig am Freitag und Samstag zum die Häuser … und Schwabing war da unverzichtbar … hach … der PN-Club, das Haus der 111 Biere, der Atzinger …

Und weil ich immer wieder mal spendabel bin, gibt´s noch zwei weitere Songs aus dieser Epoche … und da darf dann auch mal der Ralf Zacher ran (beide Lieder stammen aus dem Film „Griller“)

Und wer weiß das schon, vielleicht taucht ja irgendwann mal der eine oder andere Film hier auf….

Booklet1+2

Titel:
01. Improved Sound Ltd.: Hoppe, Hoppe Reiter (A.Linstädt/B.Linstädt) 2.04
02. Johnny Harris: Let’s Beat It (Harris) 2.16
03. Peter Thomas Sound Orchestra: Papierblumenmörder (Thomas) 3.56
04. Improved Sound Ltd.: Sao Paolo Most Exclusive (A.Linstädt/B.Linstädt) 1.39
05. Johnny Harris: Go Go Shake (Harris) 1.28
06. David Llywelyn: Land Of 1000 Dances (Kenner/Domino) 3.10
07. Improved Sound Ltd.: Old Captain Cook (A.Linstädt/B.Linstädt) 2.17
08. Martin Böttcher: Bengelchen Bossa Nova (Böttcher) 2.46
09. Johnny Harris: Majorie (Harris) 1.35
10. Ramon Bouché: Jet Generation (Llywelyn) 1.44
11. Improved Sound Ltd.: Leave This Lesbian World (A.Linstädt/B.Linstädt) 3.02
12. The Joint: Dinosaur Dreams (Llywelyn) 3.01
13. The Joint: Rat Race (Llywelyn) 3.44
14. David Llywelyn: Mädchen, Mädchen (Llywelyn) 2.14
15. David Llywelyn: Reach Out (I’ll Be There) (Holland/Holland/Dozier) 3.20
16. Peter Thomas Sound Orchestra: Melodie für eine Teekanne (Thomas) 2.33
17. Franziska Oehme: Kuckucksjahre (Llywelyn) 3.58
+
18. Ralf Zacher – Franziska Oehme – Angelika Bender: Sonnenblume (Llywelyn) 2.07
19. Franziska Oehme: Allein (Moorse/Llewellyn) 2.07

CD1

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Singles

Udo Jürgens – Udo Jürgens (1968)

FrontCover1Ich gestehe, dass ich mich immer wieder mal ein wenig intensiver mit seiner Biographie beschäftige, denn diese ist schlicht und ergreifend atemberaubend: Welcher der bundesdeutschen Unterhaltungskünstler hatte jenen langen Atem wie Udo Jürgens: Die ersten 13 Jahre seine „Karriere“ waren eben keine Karriere, sondern eher ein kümmerliches Dasein, bevor dann 1964 mit „Warum nur warum“ und erst recht dann 2 Jahre später mit „Mercie Cherie“ der ganz ganz große Durchbruch kam. Man könnte fast meinen, der Udo Jürgens musste reifen wie ein guter schottischer Whisky.

Und so spendiere ich dieses kleines Erinnerungspäckchen in dessen Mittelpunkt diese seltene LP aus Polen steht (diese weist etliche Raritäten auf):

„Im Rahmen seiner Tournee in den 60er Jahren machte Udo Jürgens auch Halt in den osteuropäischen Ländern; was lag näher, als auch dort Tonträger zu veröffentlichen.
Diese 1968 in Polen auf den Markt gebrachte Platte ist ein interessantes Sammlerobjekt. Lieder in vier Sprachen, darunter sogar „Immer wieder geht die Sonne auf“ auf Italienisch – Herz, was willst Du mehr….

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Bravo, Februar 1968

Die absoluten Nr. 1 Hits fehlen, zumindest die in Deutsch gesungenen; nichtsdestotrotz eine LP, die man immer wieder gerne auflegt.
Um es für die Sammler etwas schwieriger zu machen, wurde diese Platte mit verschiedenen Abweichungen veröffentlicht: das Cover gibt es sowohl in einer matten Hülle als auch in einem Glanzcover und das Label ist sowohl in roter als auch in blauer Farbe erschienen.“ (Quelle: udofan)

Ich darf auch noch auf seine Interpretation von „Adagio“ (von Tomaso Albinoni !) aufmerksam machen, hört man auch nicht alle Tage … und überhaupt: auch seine Jazzwurzeln sind hier für seine Verhältnisse sehr stark vertreten.Die absoluten Nr. 1 Hits fehlen, zumindest die in Deutsch gesungenen; nichtsdestotrotz eine LP, die man immer wieder gerne auflegt.
Um es für die Sammler etwas schwieriger zu machen, wurde diese Platte mit verschiedenen Abweichungen veröffentlicht: das Cover gibt es sowohl in einer matten Hülle als auch in einem Glanzcover und das Label ist sowohl in roter als auch in blauer Farbe erschienen.“ (Quelle: udofan)

Und dann habe ich dem Päckchen noch ein ausführliches Gespräch mit ihm und  Giovanni di Lorenzo (Zeit-Magazin, 36/2014) beigelegt. Und als weitere Zugabe noch ein Songbuch aus dem Jahr 1970 mit dem Titel „8 Sehsuchstsmelodien“. Angesichts des großen Erfolges von „Udo`70“ dachte sich der Verleger Ralph Maria Siegel wohl, er könnte sehr alte und eher erfolglose Kompositionen von Jürgens nochmals auf den Markt bringen.

Und, um mal ganz ehrlich zu sein: seine Lieder aber auch seine Biographie wirken auch mich immer wie ein Spiegel: Ich erkenne mich daran immer wieder mal und zwar ziemlich heftig. Und vermutlich begründet dies wohl auch zu einem großen Teil meine Faszination für diesen „Schlagersänger“ (der natürlich weitaus mehr war, als ein x-beliebiger Schlagerfuzzi).

Und dieser Satz von Udo Jürgens hat mir besonders gut gefallen:

„Man vergisst sehr oft, dass ich in meinen Liedern, auch wenn sie vielleicht wie Schlager klingen, mich doch oft bemüht habe, Haltung zu zeigen. Ich bin Unterhaltungsmusiker. Das beinhaltet auch das Wort ‚Haltung‘.“

UdoJürgens1968

Grand Gala du Disque 1968
Aus dem RAI-Congrescentrum in Amsterdam in einer Aufzeichnung vom 07.03.1968

Besetzung:
Udo Jürgens (vocals, piano)
+
Robert Opratko Orchester)
+
Alain Goraguer Orchester (bei 04., o8. + 13.)
Boris Jojic Orchester (bei 14.) (tracks: B7)

BackCover1

Titel:
01. Yesterday (Lennon/McCartney)  3.04
02. The House Of The Rising Sun (Traditional) 3.31
03. That Lucky Old Sun (Smith/Gillespie) 2.49
04. Adagio (französisch) (Albinoni/Jürgens/Brandin/Gray) 3.58
05. Mon amour, la rose, mon amour (Jürgens/v.Pinelli) 2.50
06. Tausend Fenster (Jürgens/Brandin) 3.31
07. Chagrin d´amour (französisch:  Dein letzter Brief) (Jürgens/Brandin/Salvet) 2.35
08. Un air sur mon piano (fraqnzösisch: Was ich dir sagen will) (Jürgens/Fuchsberger/Simille/Delancray) 3.39
09. Cotton Fields (Traditional/Ledbetter) 3.06
10. Autumn Leaves (Kosma/Mercer) 2.59
11 . E´tutto qui (italienisch: Immer wieder geht die Sonne auf) (Jürgens/Hörbiger/Santjust/Gigli) 3.07
12. Ridendo vai (italienisch: Der große Abschied) (Jürgens/Fuchsberger/Mogol) 3.38
13. Pour vivre heureux (französisch: Per vivere) (Bindl/Nisa/Chaumelle) 3.04
14. On The Sunny Side Of The Street (Hugh/Fields) 2.53

LabelB1

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Im Oktober beginnt eine weitere Tournee ... die dann bis März 2015 dauert !

Verschiedene Interpreten – Grüße aus dem Wienerwald (1968)

FrontCover1Eine überraschend dezente Werbeplatte aus dem Hause Wienerwald:

Wienerwald ist eine Schnellrestaurantkette, die als Franchise- und Systemgastronomie-Unternehmen hauptsächlich Hähnchenprodukte als Schnellkost anbietet. Die Restaurants befinden sich in Deutschland, Österreich, der Türkei und Rumänien.

Gegründet wurde sie 1955 vom Gastronomen Friedrich Jahn mit der Eröffnung des ersten Restaurants in der Amalienstraße in München das anfangs noch als „Linzer Stube“ dann als „Weinstube zum Wienerwald“ firmierte, es folgten bald weitere Filialen in Süddeutschland. Berühmt wurde die Kette mit dem Werbeslogan „Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald“. Alle Filialen hatten ein rustikales gediegenes Interieur und servierten vornehmlich süddeutsche Küche.

Das Unternehmen wuchs rasch zur erfolgreichsten europäischen Restaurantkette mit rund 700 Restaurants allein in Deutschland und Österreich im Jahr 1978 und weltweit 1.600 Lokalen mit fast 30.000 Mitarbeitern. Filialen und Franchisebetriebe befanden sich schwerpunktmäßig in Europa, aber auch Übersee darunter in den USA, Japan, Südafrika. Neben den Restaurants wurden auch Hotels gebaut („Tourotels“ und „Wienerwaldhotels“), eigene Mastbetriebe eröffnet, der Gastronomiegerätehersteller WIWA und das Reiseunternehmen Jahn Reisen gegründet. 1980 erhielt das Unternehmen die österreichische Staatliche Auszeichnung und durfte damit das Bundeswappen im Geschäftsverkehr führen.

TellerDie rasche Expansion war in großen Teilen durch Kredite finanziert. 1982 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung einen Artikel in dem die Kreditwürdigkeit des Unternehmens angezweifelt wurde. Die Banken reagierten umgehend, indem sie die sofortige Rückzahlung der Kredite einforderten. Am 27. August 1982 mussten die Wienerwald-Holding AG und der Inhaber Friedrich Jahn in der Schweiz Insolvenz anmelden. Am 30. August 1982 folgten auch die Wienerwald GmbH Deutschland und weitere Beteiligungsgesellschaften und mussten verkauft werden. Auch die mittlerweile 880 Restaurants in den Vereinigten Staaten mussten verkauft werden[1]. Im September 1982 gab der im Vergleich befindliche Konzern eine Bilanzsumme von 479,6 Millionen Schweizer Franken bekannt.

Ende Juni 1986 erwarb Renate Thyssen den damals angeschlagenen Gastronomiekonzern „Wienerwald“ von der Bayerischen Landesbank, der Dresdner Bank und zwei Schweizer Banken für 12 Millionen Franken statt der ursprünglich veranschlagten 40 Millionen DM. Thyssen fungierte hierbei als Strohmann für Jahn, da eine Option die spätere Übernahme durch Jahn vorsah. Zur politischen Affäre kam es, da der Finanzberater von Thyssen, Dieter Krautzig, in der Verwertungsgesellschaft sowohl die Interessen der Bayerischen Landesbank als auch Thyssens vertrat, sowie weil der Landesbankpräsident Ludwig Huber zu dieser Zeit ein Verhältnis mit Thyssen hatte.[2] Jahn übergab ihr unentgeltlich seine Anteile und wurde dafür bei Wienerwald angestellt. Einige Wochen später kaufte Jahn die deutschen Wienerwald-Lokale für 2,5 Millionen DM. Nach dem Verkauf anderer defizitärer Tochterunternehmen in Frankreich, Schweden und Ägypten konzentrierte Thyssen sich auf das Kerngeschäft in Österreich mit den dortigen 54 Restaurants, 10 Autobahnraststätten, 5 Hotels und 1.500 Mitarbeitern. Das kollidierte mit einer Option für Jahn, nämlich bis zum 31. August 1987 die gewinnbringenden österreichischen Wienerwald-Lokale für 25 Millionen DM zuzüglich Steuern zu erwerben. Ende Januar 1987 wollte Jahn diese Option ausüben. Es begann ein juristischer Streit, der sich bis zu öffentlichen Beschimpfungen steigerte.[3] Jahn konnte schließlich das nötige Geld für die Option Ende August nicht erbringen. Öffentlich wurde die Affäre, als ruchbar wurde, dass Bankpräsident Huber im Juni für „Wienerwald Österreich“ in den Aufsichtsrat ging. Die Bayerische Landesbank war darüber nicht informiert worden, und so musste Huber als Präsident der Bayerischen Landesbank Anfang 1988 zurücktreten. Unter der Führung Thyssens stieg der „Wienerwald“ zum größten Gastronomieunternehmen in Österreich auf. 1988 kürte das österreichische Wirtschaftsmagazin „Erfolg“ sie zur Managerin des Jahres. Ende der 1980er Jahre veräußerte sie das Unternehmen an die Stadt Wien. Jahn musste 1988 die 230 Wienerwald-Gaststätten an den britischen Spirituosenhersteller Grand Met verkaufen.

In den 1990er Jahren existierte somit Wienerwald Österreich und Wienerwald Deutschland.

Postkarte

2002 befand sich Wienerwald Österreich in Insolvenz. Das Verfahren endete damals mit einem Ausgleich.

Wienerwald Österreich wurde 2003 vom Gastronomen Christian Ziegler von der Investorengruppe Altacon gekauft und erfolgreich saniert. In Österreich gab es auch Wienerwald-Hotels. Seit Januar 2006 gehörte Wienerwald dem BZÖ-Politiker Harald Fischl. Das Unternehmen sei zum Bilanzstichtag 2006 mit einer Million Euro überschuldet gewesen, bei einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro.[6] 2010 wurde Wienerwald Österreich von Peter Binder übernommen, dem Inhaber der Kette Schnitzl Land.[7] Aktuell betreibt das Unternehmen laut Unternehmenswebseite 8 Restaurants, davon fünf in Wien und drei in Oberösterreich und Kärnten.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Alfons Buhr betrieb bis zum 30. November 2007 ein Wienerwald-Restaurant in Westerland auf Sylt. Der Inhaber dieses Restaurants ist seit dem 1. Dezember 2007 die Hanseatisches Gastronomie Kontor GmbH, die auch das Jedermanns in Lübeck führt.

2003 musste die Firma mit 38 unternehmenseigenen und circa 50 Franchise-Filialen auf Grund der Hühnerpest und Konjunkturkrise zum zweiten Mal Insolvenz beantragen, auch der erste Wienerwald in der Münchener Amalienstr. 23 musste schließen. Das Verfahren konnte aber 2005 beendet werden, daraufhin verkündete Wienerwald, mit „Wienerwald Express“ erneut expandieren und bis 2009 70 weitere Filialen eröffnen zu wollen. In Anpassung an herkömmliche Schnellrestaurants sollte nicht mehr wie in der Vergangenheit auf Sitzplatz-Restaurants mit Bedienung am Platz, alpenländischen Stil und Schrammelmusik gesetzt werden, sondern eher auf Selbstbedienungsrestaurants mit Sitzecken und Expressbedienung sowie Fingerfood bzw. Fastfood anstatt bürgerlicher Küche. Der Lieferservice hendl@home lieferte Gerichte ähnlich wie beim Pizzaservice nach Hause oder an den Arbeitsplatz. 2006 waren bei der Wienerwald AG in Deutschland 105 Mitarbeiter beschäftigt, davon sieben Auszubildende. Die 65 Restaurants befanden sich schwerpunktmäßig in Süddeutschland.

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Friedrich Jahn umgab sich wohl gerne mit Blondinen dieser Art …

Nachdem der Versuch weiterer Kapitalbeschaffung durch Auflegen einer Anleihe ohne Erfolg blieb, musste die Wienerwald AG am 2. April 2007 beim Amtsgericht München erneut Insolvenzantrag stellen (Nr. 1504 IN 1140/07), was zu weiteren Filialschließungen und Entlassungen führte.

Seit dem 1. Juni 2007 befindet sich der Markenname Wienerwald im Besitz der Kinder Friedrich Jahns, Margot Steinberg und Evi Peitzner. Im Jahre 2008 wurde unter einer neuen Geschäftsführung wieder vorsichtig expandiert, so entstanden neue Restaurants in Dresden, Duisburg, Essen, Rosenheim. Das Restaurant in Dresden wurde zwischenzeitlich geschlossen.

Seit Sommer 2010 kann man in zwei Prototypen in München das neue Wienerwald-Konzept mit neuem Innenraumdesign und neuen Gerichten wie z. B. Wraps, Salaten und Chicken Burger erleben. Zudem hat Wienerwald seit Sommer 2009 mittlerweile 33 Restaurants in der Türkei eröffnet. Am 14. April 2011 wurde das erste Wienerwald-Restaurant in Rumänien eröffnet. Derzeit gibt es zwei Wienerwald-Restaurants in Rumänien, beide in Bukarest.

Am 16. Februar 2012 wurde in Berlin wieder eine Wienerwald-Filiale eröffnet, nachdem Wienerwald dort einige Jahre lang nicht vertreten war. (Quelle. wikipedia)

Und hier nun diese Schallplatte (10″) aus dem Jahr 1968. Ich bezeichnete sie vorhin als dezent und zwar weil weder das Logo noch irgendein Hähnchen zu sehen sind. Es finden sich lediglich ein paar Zeilen von Friedrich Jahn, der natürlich seine „Wienerwald-Brathendlstationen“ anpreist:

Grußwort
Musikalisch werden dann halt jene Melodien angeboten, die man wohl als typisch wienerische Melodien bezeichnen kann (also: sentimental-kitschig-wehmütig) … warum auch nicht. Das „Harry-Lime-Thema“ fehlt natürlich auch nicht und dann gibt es noch zwei Kompositionen von Friedrich Schall, die speziell für die Gastronomie-Kette Wienerwald komponiert wurden („Wienerwald Marsch“ und „Das Lied vom Wienerwald“).

Ich habe dieser Präsentation noch 2 Artikel beigelegt: Einmals aus der „Zeit“ über das Scheitern des Friedrich Jahns und dann noch die „Wienerwald-Story“ aus dem Magazin „Franchise-Erfolge“ (6/2005)

DieWienerwaldStory1A

Besetzung:
Alfons Bauer (zither)
Inge Drexel (vocals)
Erich Giuliani (vocals)
Hubert Knoflach (zither)
+
Die Wienerwald-Meisterschrammler
Blaskapelle Willy Bössl

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Titel:
01. Das silberne Kanderl (Fiebrich) 4.25
02. Wiener Fiakerlied (Pick) 4.21
03. Secht’s Leutl’n so war’s  (Domanig-Roll/Allmeder) 3.30
04. Café Mozart (Karas) 2.19
05. Wienerwald Marsch (Schall) 2.00
06. Harry-Lime-Thema (Karas) 2.24
07. Herr Doktor, Erinnern Sie Sich Noch An’s Zwölfer Jahr…  (Huebsch/Haller) 5.15
08. Mei Muatterl aar a Weanerin (Gruber) 4.13
09. Ein kleiner Lausbub  (Schima/Schneider) 4.02
10. Das Lied vom Wienerwald (Schall) 1.54

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Noch ne Postkart (wo einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen könnte)

Noch ne Werbe – Postkarte (wo einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen könnte)

Ralph Marco Orchester + Peter Kreuder – Die ganz großen Tangos (1968)

frontcover1Tango in den 60er Jahren: Eher etwas für die reifere Jugend beim Tanztee im Pfarrheim.

Tango in der heutigen Zeit: Eine anerkannte Musikform und Musiker wie Astor Piazolla oder das deutsche Quadro Nuevo Ensemble haben diese Musik auf ihre Weise populär gemacht.

Ach ja … man kann dazu auch tanzen, muss es aber nicht …

Und der Peter Kreuder, der hatte damals seine ganz große Zeit schon hinter sich, dennoch produzierte er auch noch in den 60er Jahren Platten am laufenden Band.

Nicht weniger als 1.200 Schlager, 188 Filmmusiken, vier Sinfonien und zwölf Musicals hat er geschrieben, und er hat sie alle gekannt; Josephine Baker, Marlene Dietrich, Otto Falckenberg, Willi Forst, Friedrich Hollaender, Paul Hörbiger, Curd Jürgens, Zarah Leander, Hans Moser, Pola Negri, ja sogar Evita Peron. (Quelle: peter-kreuder.de)

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Und auch bei dieser Tango-LP hat er eine Komposition beigesteuert. Das Album allerdings „Die ganz großen Tangos“ zu nennen ist allerdings Quatsch … handelt es sich doch vornehmlich um Tango-Kompositionen deutscher Komponisten.

Und auch wenn wir hier den Tango in den üblichen deutschen Weichspüler-Versionen hören, irgendwie war er mit diesem Album seiner Zeit voraus.

Hinter dem Namen Ralph Marco steckte übrigens der Werner Drexler, der dannauf dem Cover auch als musikalischer Leiter genannt wird.

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Gemeinsam mit Josephine Baker Konzerttournee im Jahr 1957 „Die Regenbogenkinder“ durch Europa, mit der gegen nationalen Wahn und Rassendiskriminierung aufgerufen wird.

Besetzung:
Peter Kreuder (piano)
+
Orchester Ralph Marco

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Titel:
01. Olé Guapa (Malando) 2.46
02. Perlenfischer-Tango (Song Of The Pearl Fisher) (Bizet) 2.30
03. Ich küsse ihre Hand, Madame (Erwin) 2.14
04. Tango Notturno (Borgmann) 2.52
05. Santa Lucia (Traditional) 2.13
06. Jalousie (Gade) 3.00
07. Blauer Himmel (Rixner) 2.28
08. Blue Tango (Anderson) 2.29
09. Tango delle Rose (Schrier/Bottero) 2.47
10. Violetta (Klose/Lubscheck) 3.04
11. Le Tango du rêve (Traumtango) (Malderen) 2.48
12. Amagura (Kreuder) 2.13

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Anke Beckert – Die Prärie – Lederstrumpf Erzählung (von James F. Cooper) (Hörspiel) (1968)

FrontCover1.JPGHach, da werden Buben-Träume wieder wach  … ein Hörspiel von James Fenimore Cooper mit dem Titel „Die Prärie“:

Die Prärie (engl.The Prairie: A Tale ) ist ein 1827 veröffentlichter Abenteuer und Gesellschaftsroman des amerikanischen Schriftstellers James Fenimore Cooper (1789–1851).

Die Prärie erschien als der dritte Band des fünfteiligen Lederstrumpf-Zyklus. Im chronologischen Handlungsablauf der Serie bildet der Roman den fünften und letzten Band und ist in seiner Handlung teilweise mit dem zweiten Band Der letzte Mohikaner verknüpft. Die deutschsprachige Übersetzung des Romans erschien 1828 zunächst unter dem Titel „Die Steppe“. Im Jahr 1845 folgte in der Übersetzung von Gottfried Friedenberg (1796–1874) erstmals eine Ausgabe mit dem heutigen Titel.

Im Jahr 1804 reist der wegen illegaler Landnahme aus Kentucky geflohene Ishmael Bush mit seiner Großfamilie in mehreren Planwagen durch die Prärie westlich des Mississippis. Zum Treck gehören Ismaels Frau Esther, ihre 14 Kinder, Ellen Wade, die Nichte von Esthers verstorbenem erstem Mann, Esthers Schwager Abiram White und der Arzt und Naturforscher Dr. Obet Bat. Die Gruppe trifft den circa 80 jährigen Trapper Natty Bumppo, der zusammen mit seinem Hund in der Prärie lebt. Dieser führt die

Buch

Uralte Buchausgabe von Cooper

Gruppe zu einem geeigneten Lagerplatz. Als die Siedler anfangen einige Bäume zu fällen, zieht es Bumppo vor, außerhalb des Lagers zu bleiben, da er den zunehmenden Siedlerstrom aufgrund des Louisiana Purchase sehr kritisch sieht. Der Trapper überrascht Ellen, die sich mit ihrem heimlichen Verlobten, dem Imker Paul Hoover, trifft. Die drei werden von einer Gruppe Sioux unter der Führung von Häuptling Mahtorees gefangen genommen. Zwar gelingt es dem Trapper, die Indianer abzulenken, so dass die Gruppe fliehen kann, er kann aber nicht verhindern, dass die Rinder und Schafe der Siedler gestohlen werden. Ihrer Zugtiere beraubt, müssen die Männer die Wagen selber ziehen. Der Trapper empfiehlt Ishmael Bush ein Felsplateau, das mehr Sicherheit bietet als die offene Prärie. Dabei bemerkt der Fallensteller, dass einer der Wagen von Abiram White besonders bewacht wird.

Nachdem die Gruppe das neue Lager errichtet hat, kommt es zu einem folgenschweren Streit zwischen Bush, der sich hier als Bauer niederlassen will, und White, der weiterziehen will. Im Verlauf des Familienzwistes entdeckt Ellen in Whites Wagen die von ihm entführte Kreolin Inez de Certavallos-Middleton. Dies facht die Auseinandersetzung so weit an, dass Asa Bush seinen Onkel angreift und auf ihn einschlägt. Um die Situation zu beruhigen und um von der Entführung abzulenken, weist Ishmael Bush seinen Sohn und seinen Schwager an, mit ihm auf die Jagd zu gehen.

Zur selben Zeit treffen Bumppo, Hoover und Dr. Bat auf den Offizier Duncan Uncas Middleton. Dieser soll im Auftrag von Präsident Thomas Jefferson und Kriegsminister Henry Dearborn das neuerworbene Land erkunden. Middleton erklärt, dass sein Freund Meriwether Lewis den nördlichen Teil des Gebietes durchqueren soll. Es stellt sich heraus, dass Middleton der Enkel von Major Duncan Heyward, einem Freund von Natty Bumppo ist, und dass er White verdächtigt, seine Frau Inez entführt zu haben. Der Trapper berichtet von seiner Beobachtung in Zusammenhang mit dem geheimnisvollen Wagen. Dr. Bat erklärt sich bereit, im Lager nach Inez zu suchen und ihr eine Nachricht zu übermitteln.

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James Fenimore Cooper

Am nächsten Tag brechen Esther Bush und die Männer der Sippe auf, um Asa zu suchen, der nicht von der Jagd zurückgekehrt ist. Seine Familie entdeckt seinen Leiche in einem Gebüsch, und sie stellen fest, dass er von hinten erschossen wurde. Bumppo, Hoover, Dr. Bat und Middleton haben den Abmarsch der Gruppe beobachtet, sie gehen ins Lager, befreien Inez und klären Ellen über den Sachverhalt auf, daraufhin erklärt sich Ellen bereit, mit ihrem Verlobten mitzugehen. Unterwegs trifft die Gruppe auf den Pawnee-Häuptling Hard Heart, dessen Stamm sich im Krieg mit den Sioux befindet und der sich daher der Gruppe nicht anschließt.

Später werden die Fliehenden von Mahtoree und seinen Leuten gefangen genommen. Auf dem Weg ins Siouxdorf gelingt ihnen aber erneut die Flucht. Dabei treffen sie wieder auf Hard Heart. Dieser berichtet, dass sich die Sioux und die Familie Bush verbündet haben und dass sie Bumppo des Mordes an ihrem Sohn und der Entführung von Ellen verdächtigen. Mit Hilfe eines von Hard Heart gebauten Bootes gelingt es der Gruppe, einen Fluss zu überqueren. Sie werden aber am anderen Ufer erneut von den Sioux gefangen genommen und in deren Dorf gebracht. Auch die Familie Bush lagert in der Nähe der Sioux-Siedlung. Dort halten alle Häuptlinge Kriegsrat über die Gefangenen ab. Mahtoree fordert den Tod von Hard Heart und die Zwangsheirat mit Ellen und Inez, um so die Ebenbürtigkeit mit den Siedlern zu zeigen. Als ein Indianer Hard Heart mit einem Tomahawk bedroht, gelingt es diesem, die Waffe zu entwenden und aus dem Dorf zu fliehen. Auf der Flucht trifft er andere Pawnee-Krieger, bei einem anschließenden Kampf tötet Hard Heart Mahtoree auf einer Sandbank im Fluss. Da die Sioux-Krieger im Gefecht verwickelt sind, dringt die Familie Bush in das Indianerdorf ein und befreit die Gefangenen.

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Am nächsten Tag hält Ishmael Bush Gericht über Bumppo. Dabei stellt sich heraus, dass Asa von Abiram White erschossen wurde. Esther und Ishmael beschließen, dass White sich selbst richten soll. Ellen erklärt, dass sie die Familie Bush verlassen und mit Paul zusammen nach Kentucky gehen will. Während die Familie Bush weiterzieht, reisen die anderen zusammen in das Dorf von Hard Heart. Dort treffen sie auf Soldaten von Middletons Einheit, mit diesen zusammen will die Gruppe den Fluss hinab fahren. Allerdings will Natty Bumppo sein Lebensende mit den Pawnee-Indianern verbringen, da er deren Lebensstil besser versteht.

Im Herbst des nächsten Jahres besuchen Paul Hoover, Duncan Uncas Middleton und einige seiner Soldaten das Pawnee Dorf. Dort treffen sie den im Sterben liegenden Trapper. Dieser bittet sie, seinen Grabstein mit seinen Lebensdaten und einem Bibelvers zu versehen. Dies versprechen sie ihm, bevor er in den Armen von Middleton stirbt. (Quelle: wikipedia)

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Man glaube jetzt allerdings nicht, dass dieses Hörspiel wirklich die ganze Geschichte erzählt. Hier hören wir eine verkürzte Fassung, die natürlich mit einem „Happy End“ endet …

Es sollte halt wohl kindgerecht sein …

Sei´s drum … hier werden Buben-Träume wieder wach  … wer mag, kann sich ja in diesen Abenteuer stürzen … es ist eines der eher unbekannten Cooper Erzählungen.

Und ich frag mich grad, ob Karl May den James Fenimore Cooper kannte …

Die Hörspielfassung wurde von Anke Beckert (manch einer nennt sie „legendär“).

Anke Beckert, geb. 1940 war eine Hörspielautorin und -regisseurin, die bis in die 80er Jahre u.a. auch für den Bayerischen Rundfunk Hörspiele und <Krimis inszenierte.

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Den kenn´ ih noch: Erik Schumann (* 15. Februar 1925 in Grechwitz; † 9. Februar 2007 in München) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher (hier in dem Karl May Film „Old Surehand“, 1965)

Besetzung:
Wolfgang Dörich (Abiram)
Herbert Fleischmann (Erzähler)
Hanns Ernst Jäger (Wildsteller)
Harry Kalenberg (Ismael)
Herbert Mensching (Hartherz)
Margot Philipp (Ellen)
Horst Sachtleben (Mahtoree)
Marlies Schoenau (Esther)
Erik Schumann (Paul Hover)

Hörspielfassung: Anke Beckert

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Titel:
01. Die Prärie (Teil 1) 17.19
02. Die Prärie (Teil 2) 16.51

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Diverse Buchausgaben der Erzählung „Die Prärie“