Andreas Bauer – Onkel Toms Hütte (Harriet Beecher-Stowe) (1978)

FrontCover1.JPGKeine Frage – „Onkel Toms Hütte“ ist ein Klassiker der Jugendliteratur …

Die Geschichte von „Onkel Toms Hütte ist mehr als hundert Jahre alt. Harriet Beecher-Stowe (1811-1896) veröffentlichte sie im Jahre 1852 zuerst als Fortsetzungsgeschichte in einer Zeitung in Washington. Als das erste Kapitel erschienen war, löste es ein außerordentlich heftiges Interesse aus. Wurde doch der amerikanischen Gesellschaft in den Südstaaten erbarmungslos ein Spiegel vorgehalten, in dem die nackte Gewalt, die Barbarei der Sklaverei zu besichtigen war. Seit dieser Zeit ist das Buch in einer kaum noch zu nennenden Zahl von Ausgaben auf der ganzen Erde erschienen. Manches kommt uns als der Vergangenheit gehörig vor – vieles aber ist uns ganz gegenwärtig. Gegenwärtig aus dem heutigen Amerika. Es gibt keine „Sklaverei“ mehr in Amerika – aber es gibt nach wie vor die gleiche Barbarei, Gewalt und Brutalität gegen die um ihre Gleichberechtigung kämpfenden Neger in den USA. Der Bericht eines Zeitgenossen von Harriet Beecher-Stowe aus dem Jahre 1853 mutet uns an wie ein Bericht einer amerikanischen Zeitung aus dem heißen Sommer des Jahres 1968. Gestern und heute. Die Bilder gleichen sich auf erschreckende Weise:

„Jeden Augenblick gab es einen öffentlichen Ausbruch. Eine Presse wurde zerstört, ein Haus demoliert, ein freier Neger gestohlen, Gericht über die Freiheit von Negern gehalten … es fand ein bewaffneter Angriff auf die Negerquartiere statt, ein Negerschulhaus wurde bis auf den Grund zerstört, ein Sklave tötete Frau und Kinder im Gefängnis, um sie vor dem Verkauf nach dem Süden zu schützen. Einmal entließ ein Bürgermeister um Mitternacht die Aufrührer, welche die Häuser einiger Farbigen demoliert hatten mit den Worten: „Jetzt, Jungens, laßt uns nach Hause gehen, wir haben heute genug getan …“ Im Jahre 1840 griffen die Sklavenfänger, unter Beihilfe der Bevölkerung und von gewissen Politikern und Kaufleuten dazu aufgestachelt, die Quartiere an, in welchen die Neger wohnten. Einige Häuser derselben wurden mit Kanonen in den Grund geschossen. Mehrere Tage hindurch war die Stadt von Gewalttaten erfüllt …“

Die Bilder gleichen sich auf erschreckende Weise – nur: die farbigen Menschen in den USA haben kämpfen gelernt. Sie kämpfen um ihre Rechte im Norden und Süden der Vereinigten Staaten. Und wenn man auch ihre mutigen Führer wie Martin Luther King ermordet, die Befreiung der Sklaven von gestern, der Unterdrückten von heute ist nicht aufzuhalten. „Sie fürchten sich nicht … und eines Tages werden sie triumphieren.“ Das ist ihre Hymne, unter deren wunderbarer Melodie sie sich vereinigen und ihren langen, langen Weg zum Sieg marschieren. Onkel Tom freilich wird diesen Sieg nicht mehr erleben – seine Enkel aber, all die zahllosen farbigen Kinder in den USA – sie werden es schaffen. (D. S., Hüllentext)

Hier nun en Hörspiel, das wohl 1968 für den Rundfunk der DDR produziert wurde, als Litera-Aufnahme erschien sie allerding erst 1978.

Auch wenn das Hörspiel ein wenig hölzern klingt, es ist immer ne gute Sache, Jugendlichen klar zu machen, welche Herrschaftsverhältnisse es früher mal in den USA gab … und wie sehr dieses Herrschaftsdeken bis heute wirken, nachwirken …

Na ja, und dann singt auf dier LP der Manfred Krug noch zwei alte Gospel-Songs… quasi als Bonus … auch keine schlechte Idee.

Diverse Buchausgaben

Diverse Buchausgaben

Besetzung:
Rita Barg (Eva – des Farmers Tochter)
Peter Bause (Adolf – Sklave)
Ralph Borgwardt (Farmer)
Ellen Damm (Rachel – Quäkerin)
Ursula Figelius ( Chloe – Toms Frau)
Ingrid Hille ( Elisa – Sklavin)
Roman Kretschmer (Mose – Toms Sohn)
Wilfried Kretschmer (Arzt)
Ruth Langer (Marie – des Farmers Frau)
Jörg  Lichtenstein (Harry – ihr Sohn)
Annelise Matschulat (Mrs. Shelby)
Eberhard Mellies (Tom)
Gerd Micheel (Haley – Sklavenhändler)
Klaus Pönitz (Sambo – Aufseher)
Hans Rohde (Simeon – ihr Mann)
Frank Schenk (Andy – Sklave)
Elsbeth Schönfeld (Frau)
Christian Stövesand (George – ihr Mann)
Dieter Unruh (Mr. Shelby – Farmer)
Kurt Wetzel (Legree – Plantagenbesitzer)
+
Manfred Krug (vocals bei 02. + 04.) + Instrumentalgruppe unter der Leitung von Hermann Anders

Regie: Christine van Santen
Regie-Assistenz: Werner Schurbaum

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Titel:
01. Onkel Toms Hütte (Teil 1) 16.03
02. Nobody Knows The Trouble I See (Traditional) 2.16
03. Onkel Toms Hütte (Teil 2) 21.23
04. Swing Low, Sweet Chariot (Traditional) 2.30

Text: Harriet Beecher-Stowe – Bearbeitung: Andreas Bauer

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Josef Meinrad – Der Mann von La Mancha (1968)

FrontCover1Vermutlich war dem Joseph Meinrad die Rolle des (Don Quijote in dem Musical „Der Mann von La Mancha“ auf den Leib geschnitten.

Der Mann von La Mancha ist ein Musical von Mitch Leigh, Dale Wasserman und Joe Darion.

Auf der Grundlage des Klassikers Don Quijote von Miguel de Cervantes schrieb Wasserman 1959 das Fernsehstück I, Don Quixote. In diesem spielt der von der Spanischen Inquisition eingekerkerte Dichter den Mitgefangenen seinen Ritterroman vor und übernimmt dabei die Rolle Don Quijotes. 1965 wurde das zum Musical adaptierte Stück am 22. November am ANTA Washington Square Theater in Greenwich Village mit Richard Kiley in der Titelrolle uraufgeführt. Die Musik stammte von Mitch Leigh, die Liedtexte wurden von Joe Darion geschrieben. 1966 erhielt das Musical 5 Tony Awards, unter anderem für das Beste Musical und den Besten Schauspieler. Die Original-Produktion erreichte 2328 Aufführungen.

Die deutschsprachige Erstaufführung in der Fassung von Robert Gilbert erfolgte am 4. Januar 1968 im Theater an der Wien in Wien unter der Regie von Dietrich Haugk mit Josef Meinrad in der Titelrolle und Blanche Aubry als Aldonza sowie Fritz Muliar als Sancho Panza.

MeinradMuliarDas Stück spielt durchgehend ohne Pause in einem Verlies der spanischen Inquisition. Cervantes und sein Diener sind der Gotteslästerung angeklagt und warten unter Räubern, Mördern und Prostituierten auf ihr Verfahren. Der Anführer der Insassen nimmt ihnen alle Habe weg, darunter ein Manuskript. Um zu beweisen, dass es sein künftiges Buch ist, verkleidet sich Cervantes als seine Figur Don Quijote und spielt mit den Mithäftlingen die Geschichte vor. So wird das Gefängnis zur Straßenspelunke. Aldonza ist ein schlampiges Serviermädchen, doch Don Quijote nennt sie Dulcinea und macht ihr den Hof. Währenddessen versuchen seine Nichte Antonia und ihr Verlobter Dr. Carrasco immer wieder, Don Quijote von seinen sinnlosen Kämpfen gegen imaginäre Feinde abzuhalten. Als Spiegelritter verkleidet zwingt ihn Carrasco, der Realität ins Auge zu sehen, zu erkennen, dass er nicht der Erretter der Menschheit ist, sondern ein ärmlicher alter Mann. Nur Aldonza, die einzig von Don Quijote als Dame behandelt wurde, fleht ihn an, den unmöglichen Traum fortzusetzen und die Rüstung wieder anzuziehen. Don Quijote stirbt in ihren Armen. Aldonza nennt sich fortan Dulcinea und träumt nun selbst den Traum ihres Helden weiter. Das Spiel ist aus. Ergriffen reicht der Anführer Cervantes sein Manuskript zurück. Von oben senkt sich eine Leiter, und Cervantes wird vor das Inquisitionstribunal gerufen. (Quelle: wikipedia)

Liest man sich all die Kritiken durch, die auf der Rückseite der Hülle zu dieser LP zu lesen sind, muss man davon ausgehen, dass diese deutsche Uraufführung damals ein Riesenerfolg war. So schreibt z.B. die Kronen-Zeitung am 5.1.1968:

Josef Meinrad als Don Quijote hat wieder eine Meisterleistung seiner liebenswerten Kunst vollbracht. Fritz Muliar mit seinem Sancho beweist den großen Bogen seiner schauspielerischen Fähigkeiten. Und doch möchte man fast  Blanche Aubry an allererster Stelle nennen – ihre Aldonza-Dulcinea ist nicht nur von der an Brecht geschulten Gesangstimme her ein Phänomen, sondern hat auch eine immense schauspielerische Strahlkraft.

Ein wirklicher Höhepunkt ist das zornige „Aldonza“ bei der man sich von der gewaltigen Stimme von Blanche Aubry überzeugen kann.

Die Ouvertür kommt klanglich ein wenig holprig daher, der Rest der LP ist aber akustisch durchaus geniessbar !

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Besetzung:
Blanche Aubry (Aldonza)
Frank Dietrich (Dr. Carasco)
Brunhilde Feuchtmeier (Antonia)
Norman Foster (Der Gastwirt)
Carlo Lando (Der Barbier)
Josef Meinrad (Don Quijote)
Fritz Muliar (Sancho – Diener)
Bianca Zambelli (Die Haushälterin)
+
Maultiertreiber:
Rudolf Katzböck – Jörg Maria Berg- Berno Cramm – Hannes Müller – Harald Sielaff – R.W. Wasserlof

Musikalische Leitung: Johannes Fehring

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Titel:
01. Ouvertüre 3.45
02. Josef Meinrad, Fritz Muliar: Ich bin ich, Don Quijote  2.23
03. Blanche Aubry, Maultiertreiber: Mir’s jeder recht 3.03
04. Josef Meinrad, Maultiertreiber: Dulcinea 1.33
05. Brunhilde Feuchtmaier, Bianca Zambelli, Egon Simonet: Ich denke nur noch an ihn 3.07
06. Fritz Muliar, Blanche Aubry: Ich mag ihn 1.58
07. Blanche Aubry: Was will er bloß von mir 2.41
08. Rudolf Katzböck, Maultiertreiber: Kleiner Fink 1.56
09. Egon Simonet: Hab‘ deine Dulcinea 1.42
10. Josef Meinrad – Der unmögliche Traum 2.08
11. Carlo Lando, Josef Meinrad, Fritz Muliar, Norman Foster, Ensemble – Der Goldhelm des Mambrino
12. Norman Foster, Blanche Aubry, Fritz Muliar, Ensemble: Der Ritterschlag (Ritter von der traurigen Gestalt)
13. Rudolf Katzböck: Die Vergewaltigung 1.33
14. Blanche Aubry, Josef Meinrad: Aldonza 3.33
15. Fritz Muliar: Ein bißchen tratschen 1.32
16. Josef Meinrad, Blanche Aubry, Fritz Muliar, Egon Simonet, Norman Foster, Ensemble: Sterbeszene und Finale 6.52

Musik: Mitch Leigh – Text: Joe Darion – Deutscher Text: Robert Gilbert

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Peter Alexander – Serviert Spezialitäten aus Böhmen, Ungarn und Österreich (1968)

FrontCover1Ja, ja der Peter Alexander, auch so ein Hans Dampf in allen Gassen … und ganz sicher sehr, sehr beliebt bei den Damen der damaligen Zeit … ein Charmeur halt.

Hier zelebriert er „musikalische „Spezialitäten aus Böhmen, Ungarn und Österreich“.

Und es geht los mit „Wie Böhmen noch bei Österreich war“ und schon bekam ich ein mulmiges Gefühl … denn bei Liedern wie diesen wird einfach die Vergangenheit unkritisch verherrlicht … das geht dann selbst mir zu weit.

Aber ganz so schlimm ist dann diese LP nun doch nicht. Peter Alexander führt launig durch das Programm und gönnt sich einfach eine kitschig-rührselig-sentimentale Sammlung von Melodien, zu denen zumindest auch eine Kreisler Komposition („Telefonbuch-Polka“) gehört.

Begleitet wurde er dabei von dem Orchester Johannes Fehring, ein langjähriger Wegbegleiter von Peter Alexander.

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Johannes Fehring und Peter Alexadner

Sein komödiantisches Talent kann er dabei natürlich mit Genuss zelebrieren.

Wer also den ganzen Wiener Schmäh nicht völlig abgeneigt ist, kann sich wie ich – allerdings mit Abstrichen (wegen der all zu sehr triefenden Heimatduselei) – durchaus eine vergnügliches Stündchen machen.

AlternativesFront+BackCover

Alternatives Front + Backcover (mit 2 abweichenden Titeln)

Besetzung:
Peter Alexander (vocals)
+
Orchester Johannes Fehring

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Titel:
01. Wie Böhmen noch bei Österreich war (Petratz/Fiedler) 2.25
02. Nimm, Zigeuner, deine Geige (Jenbach/Stein/Kálmán) 3.35
03. Am Besten hat’s ein Fixang’stellter (Heller/Herz/Leopoldi) 3.29
04. Da draußen in der Wachau (Weil/Arnold) 4.32
05. Powidltatschkerln (Skutajan/Leopoldi) 2.44
06. Das hat ka Goethe g’schrieben (Siolny) 3.14
07. Ja, so ein Mädel, ungarisches Mädel (Grünwald/Beda/Abraham) 2.33
08. Telefonbuch-Polka (Weigel/Kreisler) 3.41
09. Der Wiener braucht sein Stammcafé (Marischka/Uher) 2.56
10. Von der Pußta will ich träumen (Balz/Brüne) 3.06
11. Tief im Böhmerwald (Traditional) 2.40
12. Das hat schon der alte Novotny gesagt (Meder/Lang) + Komm, Czigany (Grünwald/Brammer/Kálmán) 8.20
13. Potpourri 2.45
13.1. Kaiserjäger-Marsch (Traditional)
13.2. O du mein Österreich (Traditional)
13.3. Wir sind vom K. und K. Infanterieregiment (Traditional)

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Powidltascherln (auch Powidltatschkerln oder Powidldatschgerl) sind in der österreichischen und böhmischen Küche mit Powidl (Pflaumenmus) gefüllte Teigtaschen. 

 

Bayerische Vereinsbank – Die drei Freier (1968)

FrontCover1Eine Werbe-Single der Bayerischen Vereinsbank, vermutlich 1968 veröffentlicht.

Die Geschichte „Die drei Freier“ basiert frei und zwar ziemlich frei auf dem gleichnamigen Märchen von Levin Schücking (1814 – 1883).

Es ist eine ärgerliche Geschichte. Zum einen wird eine heiratswillige Tochter als komplett unfähig eine Entscheidung zu treffen dargestellt und zum anderen sind dann die Aufgaben, die der Vater dieser Tochter den drei Freiern stellt, mehr als dümmlich.

Und so gesehen ist dieses Hörbuch schon ein gutes Beispiel auf welchem Niveau man damals die Menschen für blöd verkaufte.

Da fällt einem spontan das Berthold Brecht Zitat aus der Dreigroschen-Oper ein:

„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? “

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Und obwohl sich die Bayerische Vereinsbank damals nicht lumpen ließ und der Single ein ausführliches Beiheft mit dem Text des „Märchens“ belegte, war man nicht in der Lage, auch nur ein Wort über die Ausführenden des kleinen Hörbuch zu verlieren. Ein kleiner, verräterischer Hinweis, wie wichtig einer Bank die Menschen tatsächlich sind.

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Zur Geschichte der Bayerischen Vereinsbank:

Die Bayerische Vereinsbank AG war eine Großbank mit Geschäftsschwerpunkt in Bayern. 1998 fusionierte sie mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank AG zur Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG.

Initiiert von Münchner und Augsburger Hofbankiers, Angehörigen des Hofadels und bürgerlichen Geschäftsleuten, erhielt sie am 11. April 1869 die Bankkonzession und eröffnete am 1. Juli 1869 ihre Schalter. Kundenstamm wie auch Bankhaus mitsamt Personal und Anwesen in der Prannerstraße 5 in München übernahm sie vom Mitgründer Christoph Robert von Froelich.

Zwei Jahre später erhielt sie die Erlaubnis für das Bodenkreditgeschäft und wurde so zum „gemischten Institut“. Im Gegensatz zu den meisten Banken durfte die Bayerische Vereinsbank fortan außer dem Bank- auch das Hypothekenbankgeschäft betreiben. Anfang der 1950er-Jahre eröffnete die Bayerische Vereinsbank erste Geschäftsstellen im Ausland. Durch die Fusion mit der Bayerischen Staatsbank entstand schließlich eine der größten Banken Deutschlands. Zur Bayerischen Vereinsbank gehörten auch die Hypothekenbanken Bayerische Handelsbank AG, Süddeutsche Bodencreditbank AG und Nürnberger Hypothekenbank AG.

1971 übernahm die Vereinsbank vom Freistaat Bayern die Bayerische Staatsbank. Der weitere Ausbau der Bankengruppe wurde unter anderem 1978 durch die Fusion mit dem Bankhaus Röchling (Saarbrücken) und 1991 mit der Simonbank (Düsseldorf) forciert.

1998 fusionierte die Bayerische Vereinsbank mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank durch Übernahme deren Aktienmehrheit zur Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG, kurz HypoVereinsbank. In diese Fusion ist die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank mit einer schweren Hypothek gegangen, da sie erhebliche Altlasten, insbesondere aus der Vergabe von Immobiliendarlehen in den neuen Bundesländern hatte. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:
Unbekannt

LiebeKinder

Titel:
01. Die drei Freier (Teil 1) 6.38
02. Die drei Freier (Teil 2) 6.36

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Harmonika-Duo Günter Iller – Die aktuelle Harmonika-Parade (1968)

FrontCover1.jpgUnd jetzt mal wieder ein Griff in meine Single-Kiste …und was taucht auf ? Eine recht skurrile Scheibe aus dem Jahr 1968.

„Die aktuelle Harmonika-Parade“ enthält 4 Medleys (entsprechend dem jeweiligemTanz bzw. Musikstil) und bietet dabei so ein paar Hits aus diesem Jahre an.

Von „My Name Is Jack“ bis zu „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“ gibt es dann Instrumental-Versionen bei denen natürlich die Ziehharmonika das den Klang prägende Instrument ist. Kurz und bündig: nett anzuhören.

Und mir stellt sich dann aber auch die Frage, wie wohl die Zielgruppe solcher Singles damals ausgeschaut haben mag und bezüglich dieser Frage bleibe ich wenig ratlos.

Das Label „S+ R International war übrigens ein Sub-Label Ariola und Ariola war damals natürlich fest in der Hand des Bertelmann Konzerns in Gütersloh.

Das Harmonika-Duo Günter Iller hinterließ allrdings in der damaligen Musikszene so gut wie keinen Eindruck … von daher: wieder mal ein wenig skurriles aus deutschen Landen.

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Besetzung:
Das Harmonika-Duo Günter Iller

Titel:

01. Fox-Medley: 3.04
– Help Yourself (Fishman/Donida)
– Zu der Ponderosa reiten wir (Mahr(Jung/Schatz)
– Arivicerci Hans (Mayer/Buschor)

02. Beat-Medley: 2.59
– Wer das verbietet (Mayer/Buschor)
– Mathilda (Span)
– My Name Is Jack (Simon)

03. Slow-Medley: 2.29
– Du sollst nicht weinen (Hausmann/Jorge/Schwarzmann)
– Deine Welt – meine Welt (Quinn/Relin/Bach)

04. Hillbilly-Medley: 3.24
– Die Sonne von Mexiko (Hein)
– Wärst du doch in Düsseldorf geblieben (Bruhn/Buschor)
– Mississippi Shuffle Boat (Maxyer/Buschor)

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Reinhard Mey – Ich wollte wie Orpheus singen (1968)

ReinhardMeyFrontCoverEr war wohl einer der ersten deutschen Liedermacher, der es geschafft hat, bis heute erfolgreich zu bleiben.

Ich wollte wie Orpheus singen ist sein Debütalbum:

Betrachtet man das Album aus heutiger Sicht, kommt einem vieles daran etwas bieder, verklärt oder verträumt vor. Die kritischeren Lieder stammen – abgesehen vom „Abscheulichen Lied“ – ausschließlich aus der Feder von Produzent Walther Richter, Reinhard Mey selbst war eher für die Liebeslieder auf diesem Album zuständig (wie gesagt – das „Abscheuliche Lied“ bildet hier die große Ausnahme, eine kleinere gibt es noch beim Gruppenbild mit Sänger namens „Hauptbahnhof Hamm“). Die etwas kritischeren Lieder sollten also erst noch kommen.
Das, was jedoch damals bereits vorhanden war, waren Reinhard Meys Gespür für schöne, eingängige Melodien und der geschliffene Umgang mit der Sprache; hier kann Walther Richter nun wiederum nicht mithalten – im Vergleich zu Meys Texten wirken manche Reime plump und ungeschickt, vielleicht auch etwas schwieriger zu singen. Dazu kommen noch die dezenten Arrangements, die sich zwar von denen der 70er Jahre deutlich unterscheiden, aber doch bereits eine gewisse Vorliebe des Interpreten (oder vielleicht auch eher Produzenten) für klassische Begleitinstrumente zeigen.
Reinhard Mey war auf seinem Debüt definitiv noch nicht „fertig“ – er sollte sich im Laufe der nächsten Jahre noch deutlich steigern und zu einem eigenen Stil finden, aber das Album zeigt doch bereits sein Potential auf und macht somit neugierig auf zukünftige Veröffentlichungen. Ein gelungenes Debüt. (skywise)

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Nun, über Geschmack lässt sich immer trefflich streiten … Für mich ist dieses Album alles andere als antiquiert…. Nein, es ist zum einen natürlich vom damaligen Zeitgeist geprügt, aber es hat Bestand bis heute, hat soviel Substanz, dass ich es zu den zeitlosen Alben der damals gerade entstehenden Liedermacher-Szene zähle.

Der Reinhard Mey war natürlich auch ein 68er … aber von nicht von jener Sorte, die laut skandierend durch die Straßen zogen … nein, er war eher der stille Poet, der durchaus auch was zu sagen hatte zu dem Zustand der damaligen Gesellschaft, bei uns in der BRD.

Hüllentext

Hüllentext (Auszug)

Besetzung:
Reinhard Mey (guitar, vocals)
+
Igor Rosenow Ensemble

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Titel:
01. Ich wollte wie Orpheus singen (Mey) 2.19
02. Und für mein Mädchen (Mey) 3.00
03. Fast ein Liebenslied (Mey) 3.06
04. Frühling in der Großstadt  (Unger/Richter) 2.05
05. Begegnung (Wader) 3.26
06. Platz für sie (Mey) 3.24
07. Das alles war ich ohne dich (Mey) 2.37
08. Ich denk‘, es war ein gutes Jahr (Mey) 3.46
09. In meiner Stadt (Mey) 3.12
10. Großstadt 8 Uhr früh (Unger/Richter) 2.30
11. Das Lied von der Straßenbahn (Unter/Richter) 3.15
12. Hauptbahnhof Hamm (Mey) 2.10
13. Das Lied von der Zeitung (Richter) 3.47
14. Novemberlied (Richter) 2.40
15. Abscheuliches Lied für abscheuliche Leute (live) (Mey) 2.45
16. Von heiligen Kriegen (Richter) 3.05

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Reinhard Mey in den 60er Jahren

Dorthe – Wärst du doch in Düsseldorf geblieben + Ich werde 100 Jahre alt (1968)

Passend zu meinem Kurztrip nach Düsseldorf:
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Tja, einerseits einer jenen durchaus erfolgreichen Schlagerliedchen der 60er Jahre von der Dorthe:

Dorthe Kollo (geborene Larsen; * 17. Juli 1947 in Kopenhagen), Künstlername Dorthe, ist eine dänische Schlagersängerin.

Dorthe Larsen wuchs in Kopenhagen auf. Bei ihrem Vater, der Kapellmeister des Symphonischen Orchesters Aarhus war, erhielt sie ihre musikalische Ausbildung. Daneben erlernte sie Schauspiel, Tanz und Pantomime. Mit acht Jahren nahm sie in ihrer Heimat Dänemark ihre erste Schallplatte Min Piphans auf.

Anfang der 1960er Jahre kam sie nach Deutschland und bewarb sich 1963 mit dem Titel Eine Menge Verehrer bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden, erreichte jedoch nicht das Finale. Auch die B-Seite dieser Single Deiner Nase seh’ ich’s an fand große Beachtung. Im Folgejahr hatte sie jedoch ihren ersten Erfolg mit dem Titel Junger Mann mit roten Rosen, der bei den Schlager-Festspielen 1964 einen beachtlichen 5. Platz erreichte. Dadurch wurde sie im deutschsprachigen Raum bekannt. 1965 erreichte sie mit Blondes Haar am Paletot und Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer sogar den 4. Platz.

1968 hatte Kollo ihren ersten großen Hit mit Sind Sie der Graf von Luxemburg? Einen weiteren Erfolg hatte sie im selben Jahr mit Wärst du doch in Düsseldorf geblieben, mit dem sie Platz 2 des Deutschen Schlager-Wettbewerbs 1968 erreichte und eine Goldene Schallplatte gewann. Beide Titel gehören heute zu den Evergreens des deutschen Schlagers und werden, ebenso wie der Titel Jeder Schotte, der auch aus dem Jahre 1968 stammt, in Wunschkonzerten immer wieder nachgefragt.

Dorthe

 

Mit dem Schlager Seine Hoheit, der Herr Kronprinz hatte Dorthe 1969 noch einmal einen Hit. Weitere Erfolgstitel waren die Singles Ein rosaroter Apfelbaum, Ein ganz Schlauer war Herr Schopenhauer, Chilli-Pfeffer, Man muß dem Glück entgegen geh’n oder Du bringst Sonne in mein Herz. Anfang der 1970er Jahre wurde es etwas ruhiger um Dorthe Kollo, doch nahm sie auch in den Folgejahren immer wieder Titel auf Schallplatte auf. Große Beachtung fanden ihre Schlager-Singles Er war Student in Heidelberg, Wie ein Blatt im Buch der Zeit, Wenn du mich liebst, dann komm zu mir, Doch dann kamst ausgerechnet du, Cumbaya Cumbayon, Tobago Helloh oder Und dann war es Liebe. Daneben war sie auch Gast in zahlreichen Fernsehsendungen, in denen sie ihre alten Hits, aber auch neue Titel sang. Beim Kieler Hörfunksender NDR 1 Welle Nord moderierte sie sieben Jahre lang ihre eigene Rundfunksendung und bekam ihre eigene populäre TV-Sendung Bi uns to Huus, die sie vier Jahre lang einmal im Monat moderierte. 1980 nahm sie eine deutsche Version von Papa Pinguin auf, dem luxemburgischen Beitrag zum Eurovision Song Contest.

Anfang der 1990er Jahre versuchte sie sich auf dem volkstümlichen Sektor. Mit Heimat ist nicht bloß ein Wort erreichte sie beim niedersächsischen Wettbewerb Lieder so schön wie der Norden 1991 den 6. Platz. Bei Lieder so schön wie der Norden 1993 erreichte sie mit Es gibt eine nordische Sage sogar Platz 4.

Dorthe Kollo gehört zu den wenigen Schlagersängerinnen, die bis heute im Radio präsent sind, wenngleich sie seit Jahren keinen Hitparadenerfolg mehr verbuchen konnte.

Sie war von 1967 bis 1977 mit dem Opernsänger René Kollo verheiratet, mit dem sie die gemeinsame Tochter Nathalie Kollo (* 1967) hat. 1983 heiratete sie den Requisiteur Bernd Klinkert, im selben Jahr kam Tochter Jil zur Welt. Die Ehe wurde 1988 geschieden. Von 1996 bis 2000 war sie mit dem dänischen Filmproduzenten Just Betzer verheiratet. Sie lebt in Bremen, wo sie 2007 den Reeder Heiner Dettmer geheiratet hat. (Quelle: wikipedia).

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Hm, hinsichtlich ihres „Männerverschleisses“ kann die Dorthe wahrlich auf kein langweiliges Leben zurückblicken.

Also: einerseits eines jener durchaus erfolgreichen Schlagerliedchen der 60er Jahre, anderseits ein Liedchen, das mich – viel später allerdings – durch so manch trübe Stunden „gebracht hat“, denn: meine allererste „große Liebe“ stammte aus Düsseldorf, und als sie dann schnöde mit mir Schluß gemacht hat, kam mir dieses Lied, ob meines Liebesleides dann öfters durch den Sinn, wenngleich der Text dieses Schlagers eigentlich ne ganz pfiffige Variation von dem Thema „wir stoßen mal den Macho von seinem Thron“ war.

Und die B-Seite ist textlich auch nicht so ganz ohne, wenngleich ich nicht unbedingt 100 Jahre alt werden will … ich heiße ja nicht Johann Heesters

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Dorthe mit France Gall + Rex Gildo

Besetzung:
Dorthe (vocals)
+
Ein unbekanntes Studioorchester

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Dorthe, 2014

Titel:
01. Wärst du doch in Düsseldorf geblieben (Bruhn/Buschor) 2.35
02. Ich werde 100 Jahre alt (Meyer/Buschor/Weyrich) 2.37

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