Verschiedene Interpreten – Klingende Post: Herbst 1968 (1968)

FrontCover1Und jetzt ein kleiner Leckerbissen für Vinyl-Jäger: Die klingende Post !

„Die Klingende Post war eine von 1954 bis 1973 etwa zweimal jährlich erscheinende Werbeplatte im Single-Format (7“ 45 rpm) des deutschen Plattenlabels Teldec mit einer Übersicht seiner aktuellen Platten.

Ein Vorläufer der „Klingenden Post“ ist die Schallplatte Neuheiten und Bestseller (DE: Teldec T 71 262), die 1954 noch vor der Platte Klingende Post 1 (DE: Teldec T 71 330) bereits mit derselben Idee erschien. Die enthaltenen Lieder wurden jeweils kurz angespielt und zwischen 1956 und 1959 teilweise auch anmoderiert, sodass sich der Hörer einen Eindruck der kommenden Neuheiten machen konnte.

Anfänglich kosteten die Platten eine D-Mark, später wurden sie von den Geschäften kostenlos an ihre Kunden abgegeben, konnten also nicht käuflich erworben werden. Auf der Hüllevorderseite von Folge 9 (1957) stand der Vermerk „Warenprobe“, sodass vielleicht bereits diese Folge gratis verteilt wurde. Ab Folge 10 (1957) stand dann der Vermerk „Unverkäuflich“ auf der Etikette, wenn für diese Folge auch nicht auf allen Pressungen. Der beigefügte Bestellzettel enthält auch Tips für andere, auf der Platte selbst nicht zu hörende Aufnahmen.

Eine der Inschriften am Plattenrand lautete anfänglich: „Einspielungen: Telefunken-, Decca-, Capitol­-Aufnahmen“. Mit Folge 8 (1957) entfiel der Firmenname Capitol, weil dieses Plattenlabel vom Lindström-Konzern (Lindström-Electrola) übernommen worden war. Stattdessen waren neu die beiden Namen RCA und London zu lesen. Ab der Folge I/1963 kam noch der Name Warner Bros. hinzu, der allerdings schon auf Hüllen vorheriger Ausgaben vermerkt stand. Ab Mitte der 1960er Jahre standen noch weitere Firmennamen auf den Hüllen, die jedoch nicht auf den Etiketten vermerkt wurden.

SingleASeite1Ab Folge I/1962 wurde die bis zur Folge 17 übliche durchgehende Nummerierung abgelöst und neu stattdessen Jahreszahl und die Ausgabe innerhalb des Jahres angegeben.

Üblicherweise erschien eine neue Folge in einer anderen Farbe als die vorhergehende, wobei auch schon mal auf einen Farbwechsel verzichtet wurde. Daneben gab es auch für einzelne Folgen auch Pressungen in verschiedenen Farben.

Ebenso gab es Pressungen ein und derselben Folge mit voneinander abweichenden Katalognummern, wobei die Platten dann auch unterschiedliche Titelzusammenstellungen enthielten. Andererseits gab es aber auch verschiedene Titelzusammenstellungen unter gleichlautenden Katalognummern.

Ein Kennzeichen der Etiketten war das Posthorn in der oberen Hälfte. Viele Schallplattenhändler liessen sich ihre Exemplare der „Klingenden Post“ mit ihrem Namen und ihrer vollen Anschrift auf dem Etikett über das Posthorn drucken. Teilweise wurde auch zusätzlich ein kurzer Werbespot in eigener Sache in die Platte eingespielt. Ab Folge I/1963 entfiel bei manchen dieser Auftragspressungen das Posthorn, dafür standen dann Name und Anschrift des Bestellers auf der Etikette. Bei späteren Folgen ersetzte das Posthorn der Vermerk „Musterplatte für den Fachhandel unverkäuf­lich“. Daneben gab es für dieselben Nummern auch Ausgaben mit Posthorn. Vereinzelt gab es auch Etiketten mit vollkommen anderem Aussehen, also Spezialanfertigungen im Auftrag bestimmter Geschäfte.“ (Quelle: mikiwiki)

Und hier nun die 2. Ausgabe des Jahres 1968 … die politischen Umwälzungen jener Zeit sind musikalisch nicht mal zu erahnen … Aber Spaß macht es halt dennoch, in solch einen Leckerbissen der musikalisch eher bescheidenen Art hinein zu hören … viel easy listening, ein wenig Jazz und ein paar deutsche Titel … so etliche Interpreten kennt man heute gar nicht her. Aber: 22 Titel in 14 Minuten, dass nenn ich ne knackige Form der Komprimierung ! … Viel Vergnügen !

BackCover1

 

Titel:

Seite 1: (7.04)
01. Chris Bruhn mit seinem Orchester: Simon Says
02. Tom Jones: You Can´t Stop Love
03. Horst Fischer: Love Is Blue
04. Ronny: Hohe Tannen
05. Kookie Freeman: Ol´Man River
06. Engelbert: Spanish Eyes
07. The Tatoos: A Banda
08. Klaus Wunderlich: Sind Sie der Graf von Luxemburg
09. Willy Schneider: Schütt´ die Sorgen in ein Gläschen Wein
10. Egerländer Musikanten: Mein erster Ball
11. Original Oberkrainer: Regenbogen über Oberkrain

Seite 2: (7.06)
01. Emundo Ros: In A Little Spanish Town
02. Ted Heath: Two ò Clock Jump
03. Harry James: By A Sleepy Lagooon
04. Les Paul: Lover
05. Frank Chacksfield: In The Still Of The Night
06. Stanley Black: La Bamba
07. Ivor Raymonde Singers: Written On The Wind
08. Maurice Larcange: Michelle
09. Shake Keane: Chain Of Fools
10. Werner Müller: Der dritte Mann
11. Heeresmusikkorps: Auftakt der Fanfaren

LabelA1

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Freddy Quinn – Freddy Live (1968)

FrontCover1Also, ein bewegtes Leben hatte er schon, der Freddy Quinn:

Freddy Quinn (* 27. September 1931 in Niederfladnitz/Niederösterreich als Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Petz, bürgerlich Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Petz, auch Manfred Quinn) ist ein österreichischer Schlagersänger und Schauspieler, der zwischen 1956 und 1966 zehn Nummer-eins-Erfolge in der bundesdeutschen Hitliste hatte und zum damals erfolgreichsten Liedinterpreten avancierte.

Freddy Quinn wurde als Sohn des irischen Kaufmanns Johann Quinn und der österreichischen Journalistin Edith Henriette Nidl geboren. Nachdem sein Vater mit ihm in die USA gezogen war, besuchte Quinn zunächst die Grundschule in Morgantown, West Virginia. Als seine Mutter das Sorgerecht erhielt, kam er zu ihr nach Wien. Nach der Heirat seiner Mutter mit „einem verarmten Adeligen, Rudolf Anatol Freiherr von Petz“, der vornehmlich für eine der beiden Zeitschriften seiner Mutter Tiergedichte schrieb, wurde er von diesem adoptiert. Quinn „hasste“ ihn. Später musste er mit einem Anwalt „fünfzehn Jahre lang darum kämpfen, den Namen [seines] Adoptivvaters loszuwerden“ Zunächst besuchte er die Volksschule in Wien und nach Wohnsitzwechsel in Antwerpen. Seine gymnasiale Schulzeit verbrachte er wiederum in Wien, am Gymnasium in der Albertgasse im 8. Bezirk. Nachdem er in der Zeit mit seinem Vater in Amerika das „Bugle“, eine Signaltrompete, zu spielen lernte, ging er nach seiner zwangsläufigen Mitgliedschaft beim Deutschen Jungvolk dort zum Fanfarenzug.

Bereits als Minderjähriger reiste Freddy Quinn per Autostopp durch Südeuropa und FreddyLiveAutogrammkarteNordafrika und begann ein Wanderleben bei verschiedenen Zirkusunternehmen. Er schlug sich in diesem Milieu als Saxophonspieler durch, ließ sich aber auch zum Akrobaten und Seilläufer ausbilden. In Rom spielte er u. a. für amerikanische Truppen Klavier. Es gelang ihm, sich per Schiff bis nach Tunesien, Algerien, später Marseille, Paris und Rotterdam – durchzuschlagen. In den Bars der Stadt Sidi bel Abbès spielte er auf seiner Gitarre vor den dort stationierten Fremdenlegionären, von denen damals die Mehrheit aus dem deutschsprachigen Raum stammte, seine Lieder über Sehnsucht und Heimweh. Das brachte ihm viel Sympathie und Geld ein. Ein Ausbilder der Légion étrangère bot ihm an, dass er die Grundausbildung probeweise mitmachen und sich danach entscheiden könnte, ob er in der Legion bleiben wolle oder nicht. Nach drei Wochen Drill entschied sich Quinn für das Zivilleben und kehrte später nach Deutschland zurück. Als Hillbilly-Sänger trat er in Fürth vor amerikanischen Soldaten und in Nürnberg bei deren Rundfunksender AFN auf. 1954 wurde Freddy Quinn in der Washington Bar in Hamburg-St. Pauli – am Rande des Hafens und des Rotlichtviertels – von Jürgen Roland und Werner Baecker entdeckt, die dort als Talentsucher für Polydor unterwegs waren. Polydor ermöglichte ihm anschließend eine Gesangsausbildung, womit die eigentliche Karriere Quinns begann. Seine erste Schallplattenaufnahme machte er 1955 unter dem Pseudonym „Frederico Quinn“ für Telefunken.

FreddyLive1957

In der Aktuellen Schaubude, Dezmber 1957

1956 nahm er bei Polydor die Platte H 50181 mit zwei deutschsprachig interpretierten US-amerikanischen Foxtrotts auf. Auf der A-Seite war „Sie hieß Mary Anne“ (Sixteen Tons, deutscher Text von Peter Moesser) und auf der B-Seite „Heimweh“ (Memories Are Made of This), zu hören. „Heimweh“ wurde der meistverkaufte Titel des Jahres 1956 in Deutschland, obwohl sich die erste Auflage schlecht verkauft haben soll, da sie von den Rundfunkanstalten zunächst weitgehend ignoriert wurde. Im Bayerischen Rundfunk wurde die Platte sogar von Moderator Werner Götze als Schnulze des Jahres vor offenem Mikro zerbrochen, fand danach aber reißenden Absatz. Mit der im selben Jahr veröffentlichten englischsprachigen Interpretation von Dean Martin wurde das Lied an sich zum weltweiten Erfolg. Auf das Etikett der Schallplatte wurde zum ersten Mal bei einem deutschen Interpreten nur sein Vorname „Freddy“ gedruckt, da niemand im Presswerk gewusst haben soll, wie Quinn geschrieben wird. So wurde er zunächst nur als Freddy bekannt.

Ebenfalls 1956 wurde er von Polydor exklusiv verpflichtet und vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest mit dem Titel „So geht das jede Nacht“. Da in jenem Jahr nur der Siegertitel öffentlich bekanntgegeben wurde, ist über seine Platzierung nichts bekannt.

1958 holte ihn Jürgen Roland für die Krimireihe Stahlnetz in der Folge Die Tote im Hafenbecken für eine kleine Nebenrolle als Spelunken-Sänger vor die Fernsehkamera. Danach trat Freddy Quinn in einer Reihe von Musikfilmen auf, die ihm als Hauptdarsteller auf den Leib geschrieben wurden und in denen er fast immer einen Charakter mit dem Vornamen „Freddy“ spielte. An seiner Seite wirkten viele bekannte Schauspieler mit, so Walter Scherau, Gustav Knuth, Heidi Brühl, Grethe Weiser, Heinz Erhardt, Gunnar Möller, Ralf Wolter oder der Karl-May-Film-Bösewicht Rik Battaglia.

FreddyLiveBravoQuinns melancholische Lieder, die im Wesentlichen von der See und der weiten Welt handeln, von Abschied, Einsamkeit und Fernweh, fanden ein breites Publikum im Nachkriegsdeutschland. Seine u.a. von Bert Kaempfert, Lotar Olias, Ernst Bader und James Last komponierten und produzierten Seemannsballaden trug er in tiefem Bariton vor.

Mit Titeln wie Heimweh, Heimatlos, Der Legionär, Die Gitarre und das Meer, Unter fremden Sternen, La Paloma und Junge komm bald wieder hatte Quinn zwischen 1956 und 1966 zehn Nummer-1-Hits in den bundesdeutschen Charts (insgesamt hatte er 23 Platzierungen in den deutschen Top-Ten) und war in dieser Zeit der erfolgreichste Interpret in der Bundesrepublik Deutschland. Er verkaufte über 60 Millionen Tonträger und zählt bis heute neben Udo Jürgens und Peter Alexander zu den erfolgreichsten österreichischen Schlagerstars. Kein Sänger hat in der Bundesrepublik Deutschland mehr Nummer-1-Hits erzielt als Freddy Quinn. Quinn wurde zum ersten bundesdeutschen Schallplattenmillionär. 1963 hatte sich sein Vermögen bereits versechsfacht.

Für einige Jahre verlegte er seinen Hauptwohnsitz in die USA. 1966, als bereits die Rolling Stones und die Beatles den deutschen Musikmarkt beherrschten, sang Freddy den Titel Wir; ein Lied gegen die aufkommende Protestbewegung linksorientierter Studenten. Auf der A-Seite der Schallplatte behandelte er mit Eine Handvoll Reis den Vietnamkrieg. Sein letzter Nummer-1-Hit war 100 Mann und ein Befehl, eine deutsche Version des Titels The Ballad of the Green Berets von Sergeant Barry Sadler. (Quelle: wikipedia)

Und dieser Songs ist auch auf diesem Live-Album zu hören_ das Album selbst ist eine krude Mischung aus deutschen Volkslieder, internationalen Hits und Country Songs … ganz so wie es sich die von den wilden 68er geplagten Menschen der damaligen Zeit wohl gewünscht haben … Mit dabei: Das Medium Terzett und der Big Band Sound von James Last !

FreddyLiveBC

Besetzung:
Freddy Quinn (vocals)
+
Medium Terzett
+
James Last Orchester

FreddyLive

Titel:
01. Happy Luxemburg (Last) 0.52
02. Begrüßungslied (Ich hab´ Heimweh nach St. Pauli) (Olias/Rothenburg) 0.51
03. In einem kühlen Grunde (mit dem Medium Terzett) (Traditional) 2.21
04. La Guitarra brasiliana (Olias/Loose) 1.49
05. Steel Guitar Rag (Travis/Stone/McAulille) 1.34
06. Tennessee Waltz (Stewart/King) 2.29
07. She’ll Be Coming Round The Mountain (Traditional) 2.34
08. Only A Fool Like You (Morgen beginnt die Welt) (Kämpfert/Bader/Bach) 2.51
09. Amboss Polka (Traditional) 1.15
10. 100 Mann und ein Befehl (Moore/Sadler/Bader) 2.17
11. Spanish Eyes (Kämpfert/Singleton/Snyder/Blecher) 2.15
12. Games That Lovers Play (Last/Loose/Kusik/Snyder) 3.38
13. Golden Boy (Quinn/Bach) 2.58
14. Jalisco note rajes (Ersperon/Corfazzar) 2.44
15. Wolga Lied (Lehar/Jenbach/Reichert) 4.06
16. Show Me The Way To Go Home (King) 3.15

LabelB

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Verschiedene Interpreten – Schön war die Zeit – Das große Schlageralbum der Erinnerungen (1968)

FrontCover1.JPGHier eine nostaligsche Schlagerplatte, präsentiert von der Zeitschrift „Constanze“:

Constanze war eine zeitweise marktführende deutsche Frauenzeitschrift, die von 1948 bis 1969 in Hamburg erschien. Trotz hoher Auflagenzahl musste sie am Ende wegen hoher Verluste eingestellt werden.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg war für die Herausgabe von Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland die Genehmigung der Besatzungsmächte vorgeschrieben. Die seinerzeit befreundeten Verleger John Jahr senior und Axel Springer erhielten 1947 von der englischen Militärregierung die Lizenz Nummer 150 für die Herausgabe einer Frauenzeitschrift namens Constanze und gründeten den Constanze-Verlag. Im März 1947 erschien die erste Ausgabe des Blattes in einer Auflage von 60000 Exemplaren. Axel Springer schied 1960 aus dem Verlag aus. Jahr gründete mit Gerd Bucerius und Richard Gruner den Verlag Gruner + Jahr, in dem Constanze weiterhin erschien.

Das inhaltliche Konzept stammte im Wesentlichen von Chefredakteur Hans Huffzky, der von 1939 an für den Verleger John Jahr sen. die Frauenzeitschrift Die junge Dame geleitet hatte. Mit ihm kam eine Reihe von Mitarbeitern aus Redaktion und Verlag mit zur

Constanze hatte Erfolg. Während die erste Ausgabe des Blattes 24 Seiten umfasste, darunter zwei Anzeigenseiten, lag der Gesamtumfang 1949 durchschnittlich bei 36 Seiten, davon 10 Anzeigenseiten (= 27,8 Prozent). Bereits im Dezember 1948 erreichte sie eine Auflage von über 300 000 Exemplaren pro Druckausgabe. Bis in die sechziger Jahre war sie unangefochtene Marktführerin ihrer Branche.

Diverse Constanze Ausgaben

Diverse Constanze-Ausgaben

Mit wachsendem Erfolg tauchten Probleme auf: dank der zuströmenden Anzeigenflut wurden die einzelnen Hefte immer umfangreicher. 1955 machten die an sich lukrativen Anzeigen rund 45 Prozent des inzwischen 114 Seiten dicken Magazins aus. Das ergab höhere Transportkosten, nicht nur für den Verlag. Vertrieb und Lesezirkel protestierten gegen die dicken Hefte.

Um die Schwierigkeiten zu meistern, stellte Jahr die Zeitschrift auf wöchentliche Erscheinungsweise um. Das stellte sich als Fehler heraus, der nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte. Leserinnen sahen Probleme darin, jede Woche ein neues Magazin kaufen zu sollen. Zudem hatte sich der Verlag mit dem wöchentlichen Erscheinungstermin in verstärkte Konkurrenz zu den ebenfalls wöchentlich erscheinenden Magazinen Stern, Quick und Spiegel begeben. Auflage und Anzeigenaufkommen sanken.

Auf Rat von Mitgesellschafter Richard Gruner setzte der Verlag 1968 Ewald Struwe als Chefredakteur ein. Struwe, in der Branche gern Sexpapst genannt, kam von der Neuen Revue. Hohe finanzielle Investitionen und neue inhaltliche Konzepte in Richtung Boulevard brachten keinen Erfolg. Die Auflage sank weiter. Als sich für das Jahr 1970 ein Defizit von fast 17 Millionen abzeichnete, beschloss John Jahr senior, die mit ihren Leserinnen gealterte Constanze zum Ende des Jahres 1969 einzustellen. Formal wurde sie mit der im selben Verlag erscheinenden Frauenzeitschrift Brigitte zusammengelegt. Mit ihrem auf jüngere Leserinnen zugeschnittenen Konzept schien Brigitte für die Zukunft erfolgversprechender. Jahr behielt recht. Der Name Constanze wurde gestrichen, Brigitte bekam auf einen Schlag 400 000 neue Leserinnen und erscheint noch heute. Die letzte Auflage von Constanze betrug 550.000. (Quelle: wikipedia)

Hüllentext

Vermutlich war auch diese LP ein strategischer Fehler, denn schaut man sich das Modell an, das hier eine LP auflegt,kann man sch schwer vorstellen, dassjust ein solcher rauentyp, flotte Weisen aus den 30er und 40er Jahren hören möchte … wo sie doch so schön wohnt.

Alsowir hören „olle Kamellen“ im Potpourri-Stil (daher waren die einzelen Titel auch nicht zu separieren – insgesamt 28 Gassenhauer jener Jahre !

Wer einen Fauble für diese alten Gassenhauer hat, ist hier wieder mal gut bedient, und wir hören hier u.a. Musiker/innen wiePeter Kreuder, Bully Buhlan und Nana Gualdi… da kann man ein paar neue Talente entdecken.

Ob man nun wirklich behaupten kann und darf … „schön war die Zeit“ ist für mich höchst fragwürdige …erklingen hier ja Lieder für eine Generation, die als „betrogene Generation“ bezeichnen möchte.

Aber klar, selbst im Nationalsozialismus suchte und fand man seine Nischen, um ein Hauch von Glück zu verspüren. Und davon erzählen diese Lieder.

Die Interpreten

Besetzung:
Peter Kreuder – Nana Gualdi – Bully Buhlan – Willy Hagara – Nina Westen – Ralf Paulsen
+
unbekanntes Orchester

BackCover1
Titel:

01. Schön war die Zeit (Teil 1) 16,55
01.01 Wir machen Musik (Igelhoff/Steimel/Käutner/Pinelli)
01.02.  Frauen sind keine Engel (Mackeben/Beckmann)
01.03.  Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder/Schwehr)
01.04. Das Karussell (Jary/Beckmann)
01.05.  Ich tanze mit Dir in den Himmel hinein (Schröder/Beckmann)
01.06.  In einer Nacht im Mai (Kreuder/Schröder/Beckmann)
01.07. Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (Jary/Balz)
01.08. Schön war die Zeit (Kreuder)
01.09. Haben sie schon mal im Dunkeln geküßt? (Jary/Pinelli/Beckmann)
01.10. Sing, Nachtigall, sing (Jary/Balz)
01.11. Das Wunder der Liebe (Rösfeld/Golgowsjy)
01.12. Bei dir war es immer so schön (Mackeben/Beckmann)
01.13. Ob blond, ob braun (Stolz/Marischka)
01.14.  Musik – Musik (Kreuder)

02. Schön war die Zeit (Teil 2) 15.53
02.01. Mit Musik geht alles besser (Bochmann/Knauf)
02.02. Liebling, du bist so zauberhaft (Karbar/Schwenn/Schaeffers)
02.03. Wenn ein junger Mann kommt (Grothe/Dehmel)
02.04. Tatjana (Bohn/Roda)
02.05. Das Leben ist so wunderschön (Bonda/Golgowsky)
02.06. Ich werde jede Nacht von ihnen träumen (Schröder/Beckmann)
02.07. Du und ich im Mondenschein (Bochmann/Balz)
02.08. Wie ein Wunder kam die Liebe (Doele/Balz)
02.09. Yes, Sir (Benatzky)
02.10. Liebling, mein Herz läßt dich grüßen (Heymann/Gilbert)
02.11. Träumen von der Südsee (Kirchstein/Dehmel)
02.12. Kann denn Liebe Sünde sein? (Brühne/Balz)
02.13. Komm auf die Schaukel, Luise (Mackeben/Herbert)
02.14. Paris (Mackeben/Beckmann)

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Original Oberkrainer Quintet Avsenik – Gut aufgelegt in Oberkrain (1968)

FrontCover1Auch bei denen spielte da Akkordeon eine große Rolle:

Slavko Avsenik (* 26. November 1929 in Begunje, Königreich Jugoslawien; † 2. Juli 2015 ebenda, jetzt Slowenien) war ein slowenischer Komponist und Akkordeonist.

Slavko Avsenik war zunächst Skispringer und als solcher Mitglied der damaligen Nationalmannschaft Jugoslawiens. Das Spielen auf dem Pianoakkordeon und der Steirischen Harmonika brachte er sich während seiner Militärzeit selbst bei. 1953 begann er im Trio Avsenik mit einem Gitarristen (Mitja Butara) und Bassisten (Borut Finzgar).

Slavko Avsenik gründete zusammen mit seinem Bruder Vilko Ovsenik die Musikgruppe Gorenjski Kvintet, die als Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer („Original Oberkrainer Quintett“) international bekannt wurde und mehr als 36 Millionen Tonträger verkaufte. Auch sind sie die Erfinder des „Oberkrainer Sounds“, der auch heute noch von einer Vielzahl von Musikgruppen gespielt wird.

Slavko + Vilko Avsenik

Die Brüder Slavko und Vilko

In der Regel besteht eine Oberkrainer Besetzung aus Akkordeon, Baritonhorn oder Kontrabass (Bass), Gitarre (Rhythmus), Klarinette, Trompete und natürlich aus ein- oder mehrstimmigem Gesang. Für einige Aufnahmen wurden auch Mundharmonika oder eine zweite oder sogar dritte Klarinette verwendet. Zusätzlich gibt es Alben mit Streichorchester und auch Blasmusik.

Obwohl der Oberkrainerstil Ähnlichkeiten mit der Ländlermusik aufweist, wurde er anfänglich keineswegs dieser zugeordnet. Er entspricht auch nicht der slowenischen Volksmusik. Vorwiegend werden 4/8-Polkas, Walzer sowie Märsche gespielt und natürlich auch Ländler mit typischer 4-Takt-Einleitung, wie z. B. der Bauern-Ländler. Eine Neuerung brachte dieser Stil jedoch auch damit, dass die Harmonik vieler Lieder sehr modern war und in die Jazzharmonik geht.

In fast jedem der Lieder sind Jazzelemente, wie Sextakkorde oder Sekundärdominanten (zumeist von der zweiten Stufe) zu finden. Diese Neuerung, vor allem in der Begleitung, ist wohl dem Gitarristen des Ensembles Leo Ponikvar zuzuschreiben, der vor seiner Zeit bei Avsenik als Jazzmusiker aktiv war und somit über das erforderliche Wissen verfügte.

OriginalOberkrainer01

Der größte Erfolgstitel von Slavko Avsenik ist das Trompeten-Echo (1954), das in der populären Aufnahme (veröffentlicht 1955) von einem Quartett (ohne Gitarre) eingespielt wurde und das sich zum Evergreen der volkstümlichen Musik entwickelte, sowie seither in zahlreichen Versionen (Blasorchester, a cappella etc.) aufgenommen wurde. Einem breiten Publikum wurde diese Komposition erst mit Hilfe von Fred Rauch bekannt, der zufällig den Titel in Radio Klagenfurt gehört hatte. In den 1970er Jahren war es die Erkennungsmelodie der ZDF-Sendung Lustige Musikanten und der monatlichen Hörfunksendung Wettstreit nach Noten des Deutschlandfunks. Auch für die ORF-Sendung Musikantenstadl wurde das Trompetenecho das Titellied. Weitere Erfolgstitel sind Auf der Autobahn, Slowenischer Bauerntanz und Es ist so schön, ein Musikant zu sein, sowie Planica, Planica, ein Song, der jedes Jahr wieder zu den Skiflug-Wettbewerben an der Letalnica-Schanze gespielt wird.

1992 übergab Avsenik seine Lieder vor allem an das Ensemble Gašperji (im Oktober 2009 in Kranjci umbenannt), welches er unter der Bezeichnung „Die Jungen Original Oberkrainer“ offiziell zum Nachfolge-Ensemble seiner Original Oberkrainer ernannte. Die meisten der langjährigen Mitglieder sind inzwischen verstorben: Der Trompeter Franc Košir (1930–1991), der Gitarrist Leo Ponikvar (1917–1992), der Klarinettist Albin Rudan (1933–2009) und der Baritonist und Bassist Mik Soss (1929–2004) leben nicht mehr.

Avseniks Sohn Slavko Avsenik Jr. zeichnet für die Arrangements vieler Stücke der Band Laibach verantwortlich. Sein Enkel Saso Avsenik gründete 2009 in Begunje zusammen mit sechs weiteren Musikern eine eigene Gruppe im Stil der Original Oberkrainer und feiert damit ebenfalls Erfolge; unter anderem trat er auch im Musikantenstadl auf.

Am 2. Juli 2015 starb Slavko Avsenik im Alter von 85 Jahren nach einer kurzen und schweren Krankheit. (Quelle: wikipedia)

OriginalOberkrainer02

Nun, die Musik dieses Ensembles war in den 60er Jahren der Inbegriff von „veralteter“ Musik und von daher ist diese LP ein geradezu grandioses Kontrastprogramm zu meiner „Hippies, Hasch und Flower Power – 68er-Pop aus Deutschland“ Präsentation …

Völlig unbeeindruckt von den damaligen Trends und Moden zelebrierte dieser Slavko Avsenik sein „antiquiertes“ Musikverständnis … wobei in der Tat zarte Jazzklänge durchaus zu hören sind. Und das alberne Liedchen „Junggesellen-Polka“ erinnert gar an Bill Ramsey …

Und natürlich gibt es auch bei diesem Vinyl-Rip eine Geschichte … z.B., wie ich zu dieser LP kam: Nun, eine mir wirklich ans Herz gewachsene Freundin musste vor einiger Zeit den Tod ihrer Mutter verdauen … aber auch dafür sorgen, dass deren Wohnung geräumt wurde. Ich bat sie, die noch vorhandenen LP´s nicht auf der Müllkippe zu entsorgen, sondern mir zu geben … und jetzt erscheint sie hier.

Der Vater dieser Freundin hatte im II. Weltkrieg ein Bein verloren, er war stets ein braver Mann geblieben und gemeinsamen mit seiner Frau war er zeitlebens tief religiös … und ich widme diese Präsentation all jenen Menschen, die, ohne zu murren, immer das gemacht haben, was die Obrigkeit sich so wünschte … und zugleich hoffe ich einfach mal, dass es mal eine Zeit geben wird, in der es solche Menschen gar nicht mehr gibt.

OriginalOberkrainer03

Besetzung:
Slavko Avsenik (accordeon)
Franc Košir (trumpet, vocals)
Leo Ponikvar (guitar)
Vilko Ovsenik (clarinet)
Albin Rudan (clarinet)
Nikolay („Mik“) Soss (bass, bariton)
+
Monika und Ema Prodnik (vocals)

BackCover1

Titel:
01. Regenbogen über Oberkrain (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.36
02. Fest im Walde (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.06
03. Junggesellen-Polka (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.17
04. Mein schöner Trachtenhut (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.14
05. Das Echolied der Dolomiten (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.53
06. Stiefel-Polka (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.02
07. Wenn die Heide blüht (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.29
08. Sehnsucht und Liebe (V.Avsenik/S.Avsenik) 3.32
09. Flitterwochen (V.Avsenik/S.Avsenik) 3.11
10. Ein kleines Bild von mir (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.55
11. Fesche Kellnerin (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.09
12. Frühlingsträume (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.51
13, Ach Fräulein… (V.Avsenik/S.Avsenik/Rauch) 2.13
14, Trompetenecho (V.Avsenik/S.Avsenik) 2.28

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Gasthaus Pri Joževcu in Begunje.jpg

Das Gasthaus Pri Joževcu in Begunje, der Ausgangspunkt für Slavko Avsenik

Udo Jürgens – Udo (1968)

FrontCover1Endlich mal wieder ein Udo Jürgens Album …

Und es ist ein essentielles Udo Jürgens Album, denn es beinhaltet alle Kredenzien, die den Udo Jürgens ausgezeichnet und groß, ganz groß gemacht haben.

Da sind z.B. all die betörrenden Melodien, die er einfach mal so komponieren konnte.

Und mindest genauso wichtig … da sind all diese Texte, die ihn auszeichneten (auch wenn er sie nicht selber schrieb, so weiß man doch, dass er die Texte mit gr0ßer Sorgfalt ausgewählt hat) und die ihn abhoben von dem textlichen Schlagerallerlei dieser Jahre.

Das geht gleich los mit „Wahre Liebe ist ganz leise“ (ein Song um Frauen zu verzaubern).

Und dann dieser wunderbare Song „Was wirklich zählt auf dieser Welt“ (dieser Song ist Teil meiner Grundphilosophie des Lebens):

Wenn du mitunter traurig bist,
es mag sein vielleicht,
weil das Geld nie reicht,
dann sag‘ dir, daß da manches ist,
was der reichste Mann
sich nicht kaufen kann.

Es gibt: Sehnsucht! Träume!
Nachts das Rauschen der Bäume!
Es gibt: Treue! Freunde!
Jemand, der zu dir hält!
Was wirklich zählt auf dieser Welt,
bekommst du nicht für Geld!

Lächelt dir nur im Stadtgewühl
ein ganz Fremder zu,
der wohl denkt wie du…
Diese Sekunde Glücksgefühl,
kaufen kannst du sie
doch im Leben nie.

Es gibt: Jugend! Alter!
Sommerselige Falter!
Es gibt: Sonne! Sterne!
Mond am nachtblauen Zelt!
Was wirklich zählt auf dieser Welt,
bekommst du nicht für Geld!

Oft bringt schon eine Kleinigkeit
in das Alltagsgrau
etwas Himmelblau.
Rings um uns her liegt Glück bereit,
heute seh’n es doch
nur die Kinder noch.

Es gibt: Heimat! Stille!
Und das Lied einer Grille!
Es gibt: Regen! Blumen!
Mohn, der leuchtet im Feld!
Was wirklich zählt auf dieser Welt,
das bekommst du nicht für Geld!

Ein Text … der wie vieles auf dieser LP zeitlos ist …

Na ja … und dann natürlich auch noch dieses „Es wird Nacht, Senorita“ … mehr als passend für Udo Jürgens … hier zelebriert er das Schlitzohr hinsichtlich seiner Faszination für Frauen oder sagt man da eher „Lauser“ …

UdoJürgens

Udo Jürgens und seine zahlreichen Affären … er konnte wohl nicht anders … das ist die eine Seite …  die andere Seite ist die all jener verletzten Seelen … ein Thema, das auch mein Leben begleitet hat …

Das Album enthält dann auch noch Songs von Harry Belafonte („Mathilda)“ und Adamo („Der kleine Bach“) … die zeigen, dass Udo Jürgens sehr wohl auch ein Gespür für wichtige Lieder anderer Komponisen hatte.

Und dann noch am Ende der LP dieses „Ich glaube“ … eine Art Credo schlechthin … bis heute hat es an Gültigkeit nichts verloren …

BackCover1
Summa summarum: Eines der wesentlichsten Alben von Udo Jürgens, denn es enthält eigentlich all seine Facetten … die ihn als Mensch und Künstler wohl ausgemacht haben.

Alain Goraguer

Alain Goraguer

Besetzung:
Udo Jürgens (vocals, piano)
+
Orchester Alain Goraguer

Booklet1

Titel:
01. Wahre Liebe ist ganz leise (Relin/Jürgens) 2.49
02. Du lebst in dieser Stadt (Brandin/Jürgens) 2.25
03. Ich frage nicht (Relin/Jürgens) 2.31
04. Do Swidanja (Brandin/Jürgens) 4.14
05. The Shadow Of Your Smile (Mandel/Webster) 4.16
06. Matadorm (Brandin/Jürgens) 3.51
07. Mathilda (Span) 3.04
08. Was wirklich zählt auf dieser Welt (Brandin/Jürgens) 2.48
09. Es wird Nacht, Senorita (Le Rossignol Anglais) (Aufray/Delanoe/Brandin) 2.14
10. Der kleine Bach (Adamo/Brandin) 3.25
11. Regen in der Nacht (Hardt/Petersen) 3.01
12. Ich glaube (Brandin/Jürgens) 3.53

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Ich glaube – dass der Acker, den wir pflügen,
nur eine kleine Weile uns gehört.
ich glaube – nicht mehr an die alten Lügen,
er wär auch nur ein Menschenleben wert…
Ich glaube – dass den Hungernden zu Speisen,
Ihm besser dient als noch so kluger Rat…
Ich glaube – Mensch sein und es auch beweisen
das ist viel nützlicher als jede Heldentat…

Ich glaube – diese Welt müßte groß genug
weit genug, reich genug für uns alle sein
Ich glaube – dieses Leben ist schön genug,
bunt genug, Grund genug sich daran zu erfreuen…

Ich glaube – dass man die erst man fragen müßte,
mit deren Blut und Geld man Kriege führt.
Ich glaube – dass man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will auch am meisten spürt…
Ich glaube – dass die Haut und Ihre Farbe,
den Wert nicht eines Menschen je bestimmt.
Ich glaube – niemand brauchte mehr zu darben,
wenn auch der geben wird, der heut nur nimmt!

Ich glaube – diese Welt müßte groß genug
weit genug, reich genug für uns alle sein
Ich glaube – dieses Leben ist schön genug,
bunt genug, Grund genug sich daran zu erfreuen…

Karl Böhm – Nr 40 – Nr. 41 (Mozart) (1968)

FrontCover1Hier mal wieder ein meisterliches Album aus der Welt der Klassik, dargeboten von einem der großen Dirigenten des letzten Jahrhunderts:

Karl Böhm wurde am 28. August 1894 in Graz geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt und daher studiert auch der Sohn zunächst Jura (Promotion 1919), wechselte jedoch zur Musik und studierte Klavier und Musiktheorie in Graz, dann am Wiener Konservatorium bei Eusebius Mandyczewski, der zum engen Kreis um Johannes Brahms gehörte. Erste Anstellungen hatten ihn 1917 als Repetitor an der Oper in seiner Heimatstadt arbeiten lassen, 1919 wurde er dort zum 2.Kapellmeister, 1920 zum 1.Kapellmeister ernannt. Um diese Zeit begegnete er zum ersten Mal dem Dirigenten Bruno Walter, der ihn daraufhin 1921 nach München an das dortige Opernhaus holte. Böhm wurde 1927 zum Generalmusikdirektor von Darmstadt ernannt, 1931 ging er in der gleichen Funktion nach Hamburg. Als Dirigent weitgehend Autodidakt, hatte er sich bereits soweit einen Namen gemacht, dass er 1933 zum ersten Mal in Wien dirigieren durfte („Tristan und Isolde“, Wagner). Er wurde in Hamburg zum Professor ernannt und trat 1934 die Nachfolge von Fritz Busch in Dresden an, der vor den Nationalsozialisten ins Ausland geflüchtet war. Während dieser Jahre verwirklichte Böhm mehrere wichtige Uraufführungen wie etwa von Richards Strauss‘ „Die schweigsame Frau“ (1935 ) und „Daphne“ (1938).

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Der ganz junge Karl Böhm

Im Jahr 1938 wurde Böhm erstmals nach Salzburg eingeladen und dirigierte bei den Festspielen den „Don Giovanni“, 1943 übernahm er für ein Jahr die Leitung der Wiener Oper. Nach dem Krieg verstärkte er seine Aktivitäten im Ausland. Er gab 1948 sein Debüt an der Scala, dirigierte außerdem in Paris und ging 1950 für drei Jahre an das Teatro Colón in Buenos Aires. Wieder machte er sich um Erstaufführungen wie etwa die spanische Übersetzung von Alban Bergs „Wozzeck“ oder auch die Premiere von Gottfried von Einems „Der Prozess“ verdient. Böhm kehrte 1954 an die inzwischen wiederaufgebaute Wiener Staatsoper zurück und brillierte 1957 mit dem „Don Giovannni“ an der Met. Im Jahr 1962 wurde er nach Bayreuth eingeladen, stellte sich dort als Interpret von „Tristan und Isolde“ vor und blieb dem Grünen Hügel bis 1970 regelmäßig verbunden, unter anderem mit dem Dirigat von Wieland Wagners letzter Inszenierung des „Rings“ (1965-67).

Während der sechziger Jahre gehörte Böhm weltweit zu den gefragtesten Dirigenten. Er leitete den „Fidelio“ in Tokio (1965), gab Gastspiele in Moskau, war vor allem als sensibler und perfektionistischer Interpret der Werke von Mozart, Strauss und Wagner bekannt, widmete sich aber außerdem auch intensiv Beethoven und Bruckner. Er dirigierte zahlreiche renommierte Ensembles, behielt aber vor allem zu den Wiener Philharmonikern ein besonderes Verhältnis, mit denen er rund 450 Konzerte und zahlreiche Opernabende, Schallplatten- und auch Filmaufnahmen verwirklichte. 1967 wurde er zum „Ehrendirigenten“ des Orchesters ernannt.

KarlBöhm1969

Karl Böhm, 1969

Zu seinen Alterswerken zählte unter anderem eine vollständige Einspielung der Symphonien von Mozart, die er 1974 verwirklichte. Zu den zahlreichen Preisen, die Karl Böhm während seiner rund sechs Jahrzehnte währenden Laufbahn erhielt, gehörte zweimal ein Grammy Award, zunächst 1965 für die Einspielung von Alban Bergs „Wozzeck“ (Best Opera Recording) mit Dietrich Fischer-Dieskau, Evelyn Lear und Fritz Wunderlich (ein Werk, um das er sich sein Leben lang ausgiebig gekümmert hat), dann 1976 als „Best Recording for Children“ für seine Version von Prokofieffs „Peter und der Wolf“.

Karl Böhm war ein Maestro am Dirigentenpult, der mit unerbittlicher Strenge und Disziplin sich an die Erarbeitung eines Werkes machte, es aber dann mit einer Hingabe und Einfühlsamkeit dirigierte, die seine eigene Persönlichkeit hinter das Wirken der Musik zurückstellte. Er stand bis ins hohe Alter am Pult und starb am 14.August 1981 im Alter von 87 Jahren in Salzburg während der Proben zu Richard Strauss‘ „Elektra“. Sein Sohn Karl-Heinz Böhm machte in der Nachkriegszeit Karriere als Schauspieler. (Quelle: wikipedia)

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Und hier hören wir nun 2 Symphonien von Mozart:

Die Sinfonie g-Moll Köchelverzeichnis 550 komponierte Wolfgang Amadeus Mozart im Juli 1788 in Wien. Nach der Alten Mozart-Ausgabe trägt die Sinfonie, seine vorletzte, die Nummer 40.

 

Bezüglich Entstehungsgeschichte und Kompositionsanlass vgl. Einleitung bei der Sinfonie Köchelverzeichnis (KV) 543. Mozart hat die Sinfonie KV 550 vermutlich am 25. Juli 1788 fertiggestellt, da er an diesem Tag ihr Incipit in sein Werkverzeichnis einfügte. Sie wurde noch zu Mozarts Lebzeiten aufgeführt: In einem Brief vom 19. Juli 1802 an den Leipziger Verleger Ambrosius Kühnel berichtet der Prager Musiker Johann Wenzel von der Aufführung der Sinfonie im Beisein Mozarts bei Baron Gottfried van Swieten, die jedoch so schlecht ausfiel, dass der Komponist es vorzog, den Raum zu verlassen. Im nachträglichen Einfügen einer Klarinettenstimme (landläufig: „Zweite Fassung“ gegenüber der „Ersten Fassung“ ohne Klarinetten) sehen mehrere Autoren einen Hinweis auf ein Konzert, das am 16. und 17. April 1791 im Rahmen der Tonkünstler-Sozietät unter Leitung von Antonio Salieri in Wien stattfand und an dem auch die mit Mozart befreundeten Klarinettisten Johann und Anton Stadler beteiligt waren; als erstes wurde „Eine große Sinfonie von der Erfindung des Hrn. Mozart“ gespielt.

Manchmal wird KV 550 als „Große g-Moll-Sinfonie“ bezeichnet, die ebenfalls in g-Moll stehende Sinfonie KV 183 als „Kleine g-Moll-Sinfonie“. So weist Georges Beck (1952) auf mehrere Ähnlichkeiten hin (siehe bei KV 183); während Ronald Woodham (1983) resümiert: „Diese Parallelen und auch die beiden Sinfonien eigene Ausdrucksstärke sind beachtenswert, doch springen die Unterschiede weit mehr ins Auge als die Gemeinsamkeiten …“

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Mozart im Jahr 1789, Silberstiftzeichnung von Doris Stock

Die Sinfonie C-Dur Köchelverzeichnis 551 komponierte Wolfgang Amadeus Mozart im Sommer 1788 in Wien. Nach der Alten Mozart-Ausgabe trägt die Sinfonie die Nummer 41. Es ist Mozarts letzte Sinfonie. Ihr Beiname Jupiter-Sinfonie taucht erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts auf.

 

Am 10. August 1788 trug Mozart die Fertigstellung von KV 551 in sein eigenes Werkverzeichnis mit folgenden Worten ein: „Eine Sinfonie. – 2 violini, 1 flauto, 2 oboe, 2 fagotti, 2 Corni, 2 clarini, Timpany, viole e Baßi.“ Nach Mozarts Tod wurde das Werk – insbesondere das Finale – als eines der gelungensten Stücke der Sinfonik angesehen und erhielt teilweise den Titel „Sinfonie mit der Schlussfuge“. In der Allgemeinen musikalischen Zeitung von 1808 heißt es, dass das Werk in Leipzig inzwischen „ein so erklärtes Lieblingsstück der hiesigen Kunstfreunde [ist], dass wir sie ihnen kein Jahr vorenthalten.“ Insbesondere in London erfuhr das Werk besondere Wertschätzung, wurde 1810 als Partitur gedruckt und als „höchster Triumph der Instrumentalkomposition“ gefeiert.

Als letzte Sinfonie Mozarts unterlag KV 551 teilweise einer etwas romantischen Deutung in dem Sinne, dass Mozart in dem Wissen, dass es seine letzte Sinfonie sei, eine Art Zusammenfassung dessen komponiert habe, was überhaupt in der Sinfonik zu sagen möglich sei, also quasi ein „Schlusswort“. Andererseits erscheint es unwahrscheinlich, dass Mozart 1788 seinen Tod im Jahr 1791 vorausgesehen haben soll und mit KV 551 einen Schlussstrich ziehen wollte.

Neben dem Beinamen „Sinfonie mit der Schlussfuge“, der heute kaum noch gebraucht wird (in der dritten Auflage des Köchelverzeichnis von 1937 aber noch als Haupt-Untertitel), ist v. a. der Titel „Jupiter“ bzw. „Jupiter-Sinfonie“ gebräuchlich. In den Tagebüchern des englischen Verlegers Vincent Novello und seiner Frau Mary, die 1829 Constanze Mozart in Salzburg besuchten, findet sich am 7. August eine Eintragung, nach der Mozarts Sohn erwähnte, dass der Konzertveranstalter Johann Peter Salomon das Werk mit den Beinamen „Jupiter“ bezeichnet habe. Kurt Pahlen verweist zudem auf eine andere „Legende“, nach der der Beiname auf den Pianisten Johann Baptist Cramer zurückgehen soll, um ihre „göttliche Vollkommenheit“ zu bezeichnen.

Der Titel „Jupitersinfonie“ taucht erstmals im Programm vom Edinburgh Musikfestival vom 20. Oktober 1819 auf, danach im Programm der Londoner Königlichen Philharmonie vom 26. März 1821, und im Juni 1822 schreibt der Londoner Korrespondent der Allgemeinen musikalischen Zeitung: „Das dritte [Konzert] am 25sten März (…) begann mit der hier so beliebten, und unter dem Namen Jupiter bekannten Sinfonie in C dur von Mozart.“ [3] 1822 wurde eine Bearbeitung der Sinfonie von Muzio Clementi für Klavier veröffentlicht, die im Titel die Bezeichnung „Jupiter“ trägt und die den Gott Jupiter auf Wolken thronend sowie mit Blitz und Donner in den Händen darstellt. Andererseits findet sich die Jupiter-Assoziation auch in der Besprechung der Aufführung der Sinfonie KV 550 in der Allgemeinen musikalischen Zeitung vom 1. Mai 1805.

2 fulminante Meisterwerke von Mozart und Karl Böhm … und ein Vinyl-Mitschnitt in hervorragender Qualität !

BackCover1

Besetzung:
Concertgebouw Orchester Amsterdam unter der Leitung von Karl Böhm

Booklet01A

Titel:

Sinfonie Nr. 40 G-Moll:
01. Molto Allegro 7.41
02. Andante 7.45
03. Menuetto Allegretto 4.49
04. Finale: Allegro Assai 4.42

Sinfonie Nr. 41 C-Dur:
05. Allegro Vivace 7.32
06. Andante Cantabile 7.39
07. Menuetto Allegretto 5.23
08. Satzfinale 6.13

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

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Floh De Cologne & Dieter Süverkrüp – Vietnam (1968)

FrontCover1Und jetzt kommt Politrock … und zwar von einer Gruppe, die sich wohl als erste so ganz konsquent ausschließlich politischen Themen zuwandte:

Floh de Cologne war eine zwischen 1966 und 1983 aktive Kölner Politrock-Band und Kabarettgruppe der linken außerparlamentarischen Opposition und des Umfelds der Neuen sozialen Bewegungen in der westdeutschen Bundesrepublik.
Floh de Cologne wurde am 20. Januar 1966 von Kölner Studenten zunächst als Politkabarett gegründet. Die Band stammte aus der Kölner APO um den SDS, ihre politische Ausrichtung veränderte sich über die Jahre hinweg zu einer klar dialektisch-marxistischen Position; unabhängig voneinander traten die Mitglieder der Band zwischen 1970 und 1973 in die DKP ein.

Ihr legendärster Auftritt bleibt wohl der auf dem Fehmarn-Festival am 6. September 1970 nach Jimi Hendrix; dies war dessen letzter Auftritt vor seinem Tod. 1973 trat Floh de Cologne als musikalischer Teil einer westdeutschen Abordnung bei den X. Weltfestspielen der Jugend in Ost-Berlin auf. Ab 1980 waren Teile der Band (Vridolin Enxing als Vorsitzender) aktiv bei Rock gegen Rechts, im selben Jahr erhielt die Gruppe den Deutschen Kleinkunstpreis zusammen mit Gerhard Polt. 1983 löste sich Floh de Cologne auf. (Quelle: wikipedia)

Floh de Cologne im Jahr 1969: v.l. Gerd Wollschon, Hansi Frank, Markus Schmid, Dick Städtler, Dieter Klemm
Floh de Cologne im Jahr 1969: v.l. Gerd Wollschon, Hansi Frank, Markus Schmid, Dick Städtler, Dieter Klemm

Auf diesem Debütalbum war dann auch noch ein gewisser Dieter Süverkrüp , der sich schon damals einen Namen als kritischer Geist und Liedermacher gemacht hatte, während Floh de Cologne noch die klassischen Nobodies waren.
Die Musik mag ja aus heutiger Sicht ein wenig hölzern wirken … die Texte jedoch waren und sind bitter, böse und leider mehr als zutreffend.

Für mich war das damals eine einerseits schmerzliche Zeit … musste ich doch Abschied nehmen von den „großen USA“, die mir Kaugummi und Cocal Cola (und den Blues) gebracht haben …  dieser Erkenntnisprozeß war mühsam … aber notwendig und begleitete dann auch noch meine Pubertätszeit …  Die Zeit war damals reif, sichvon Illussionen zu verabschieden.

Texte wie diese haben entscheidend dazu beigetragen.
Dieter Süverkrüp

Dieter Süberkrüp, 1963

 Besetzung:
Britta Baltruschat (vocals)
Hans-Jörg Frank (drums, vocals)
Dieter Klemm (bass, Percussion, vocals)
Markus Schmidt (guitar, bass, vocals, piano)
Gerd Wollschon (vocals, bass, percussion)
+
Dieter Süverkrüp (vocals, guitar)
BackCover1

Titel:
01  Einführung (Schmidt/Baltruschat/Frank/Klemm/Wollschon) 1,34
02. Ansprache (Weiss) 1.32
03. Zuerst kommen… (Schmidt/Wollschon) 3.18
04. Tango (Hitler/Springer/Lodge/Satre/Johnson/Taylor/McNamara/Thant) 3.34
05. Western-Ballade (Süverkrüp) 1.40
06. Kinderlied I (Traditional/Schmidt) 0.13
07. McNamara 62 (Dallas Morning News/Express International/cNamara) 1.35
08. Kinderlied II (Traditional/Schmidt) 0.09
09. Partisanenbekämpfung (Süverkrüp) 1.05
10. Kinderlied III (Traditional/Schmidt) 0.09
11. Interview (McNmara/The Sun) 0.30
12. Hexenverbrennung (Süverkrüp) 1.46
13. Vater unser (Wollschon) 0.31
14. Rein technisches (Süverkrüp) 0.53
15. Zitat (The New York Times) 0.45
16. Viet-Test (Schmidt/Der Spiegel) 3.35
17. Führung (Russell) 1.16
18. Wirtschaftsbericht (Süverkrüp) 0.43
19. Kapitalismus, 1. Teil (Süverkrüp) 2.18
20. Jack Miller (Schmidt) 3.54
21. Sprüche (Goldberg/Schmidt/Baltruschat/Frank/Klemm/Wollschon/Ball/Lodge/Johnson/Thant) 1.08
22. Kapitalismus, letzter Teil (Süverkrüp) 3.25

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GerdWollschon

Gerd Wollschon (* 11. Februar 1944 in Zobten; † 9. September 2012) war ein deutscher Autor, Musiker und Kabarettist.

Wollschon war bis 1978 Texter der Rock- und Kabarettgruppe Floh de Cologne (auch Bass, Percussion, Gesang) und danach Autor seines „Solokabaretts für Staatsfeinde“ (1979). Die FAZ sah Wollschon hierin ein „vielfarbiges Bild“ entwickeln, eine „prächtige Kulisse gesellschaftlicher Zustände; seine Akteure – Polizisten, Nationalisten, Feministen und Sozialisten“ – lasse er „schonungslos nach seiner satirischen Pfeife tanzen“. Der Hessische Rundfunk hob den „formalen Einfallsreichtum“ des Programms hervor. Für Hanns Dieter Hüsch verfasste der Satiriker überdies die TV-Serie Der goldene Sonntag mit.
Mit seiner Frau Saskia war Wollschon in den 1970ern auch Herausgeber der Sudelbücher mit Texten von satirischen Liedermachern wie Franz-Josef Degenhardt, Franz Hohler, Hanns Dieter Hüsch, Diether Dehm oder Hannes Wader. Als Buchautor zeichnete er verantwortlich für die Sudel-Lexika (1977 und 1983) und für eigene Satirebände. Wollschon wanderte in die Karibik aus. Die letzten Jahre lebt er u. a. in Altea an der Costa Blanca.
Gerd Wollschon verstarb am 9. September 2012 nach längerer schwerer Krankheit.