Ralph Marco Orchester + Peter Kreuder – Die ganz großen Tangos (1968)

frontcover1Tango in den 60er Jahren: Eher etwas für die reifere Jugend beim Tanztee im Pfarrheim.

Tango in der heutigen Zeit: Eine anerkannte Musikform und Musiker wie Astor Piazolla oder das deutsche Quadro Nuevo Ensemble haben diese Musik auf ihre Weise populär gemacht.

Ach ja … man kann dazu auch tanzen, muss es aber nicht …

Und der Peter Kreuder, der hatte damals seine ganz große Zeit schon hinter sich, dennoch produzierte er auch noch in den 60er Jahren Platten am laufenden Band.

Nicht weniger als 1.200 Schlager, 188 Filmmusiken, vier Sinfonien und zwölf Musicals hat er geschrieben, und er hat sie alle gekannt; Josephine Baker, Marlene Dietrich, Otto Falckenberg, Willi Forst, Friedrich Hollaender, Paul Hörbiger, Curd Jürgens, Zarah Leander, Hans Moser, Pola Negri, ja sogar Evita Peron. (Quelle: peter-kreuder.de)

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Und auch bei dieser Tango-LP hat er eine Komposition beigesteuert. Das Album allerdings „Die ganz großen Tangos“ zu nennen ist allerdings Quatsch … handelt es sich doch vornehmlich um Tango-Kompositionen deutscher Komponisten.

Und auch wenn wir hier den Tango in den üblichen deutschen Weichspüler-Versionen hören, irgendwie war er mit diesem Album seiner Zeit voraus.

Hinter dem Namen Ralph Marco steckte übrigens der Werner Drexler, der dannauf dem Cover auch als musikalischer Leiter genannt wird.

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Gemeinsam mit Josephine Baker Konzerttournee im Jahr 1957 „Die Regenbogenkinder“ durch Europa, mit der gegen nationalen Wahn und Rassendiskriminierung aufgerufen wird.

Besetzung:
Peter Kreuder (piano)
+
Orchester Ralph Marco

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Titel:
01. Olé Guapa (Malando) 2.46
02. Perlenfischer-Tango (Song Of The Pearl Fisher) (Bizet) 2.30
03. Ich küsse ihre Hand, Madame (Erwin) 2.14
04. Tango Notturno (Borgmann) 2.52
05. Santa Lucia (Traditional) 2.13
06. Jalousie (Gade) 3.00
07. Blauer Himmel (Rixner) 2.28
08. Blue Tango (Anderson) 2.29
09. Tango delle Rose (Schrier/Bottero) 2.47
10. Violetta (Klose/Lubscheck) 3.04
11. Le Tango du rêve (Traumtango) (Malderen) 2.48
12. Amagura (Kreuder) 2.13

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Anke Beckert – Die Prärie – Lederstrumpf Erzählung (von James F. Cooper) (Hörspiel) (1968)

FrontCover1.JPGHach, da werden Buben-Träume wieder wach  … ein Hörspiel von James Fenimore Cooper mit dem Titel „Die Prärie“:

Die Prärie (engl.The Prairie: A Tale ) ist ein 1827 veröffentlichter Abenteuer und Gesellschaftsroman des amerikanischen Schriftstellers James Fenimore Cooper (1789–1851).

Die Prärie erschien als der dritte Band des fünfteiligen Lederstrumpf-Zyklus. Im chronologischen Handlungsablauf der Serie bildet der Roman den fünften und letzten Band und ist in seiner Handlung teilweise mit dem zweiten Band Der letzte Mohikaner verknüpft. Die deutschsprachige Übersetzung des Romans erschien 1828 zunächst unter dem Titel „Die Steppe“. Im Jahr 1845 folgte in der Übersetzung von Gottfried Friedenberg (1796–1874) erstmals eine Ausgabe mit dem heutigen Titel.

Im Jahr 1804 reist der wegen illegaler Landnahme aus Kentucky geflohene Ishmael Bush mit seiner Großfamilie in mehreren Planwagen durch die Prärie westlich des Mississippis. Zum Treck gehören Ismaels Frau Esther, ihre 14 Kinder, Ellen Wade, die Nichte von Esthers verstorbenem erstem Mann, Esthers Schwager Abiram White und der Arzt und Naturforscher Dr. Obet Bat. Die Gruppe trifft den circa 80 jährigen Trapper Natty Bumppo, der zusammen mit seinem Hund in der Prärie lebt. Dieser führt die

Buch

Uralte Buchausgabe von Cooper

Gruppe zu einem geeigneten Lagerplatz. Als die Siedler anfangen einige Bäume zu fällen, zieht es Bumppo vor, außerhalb des Lagers zu bleiben, da er den zunehmenden Siedlerstrom aufgrund des Louisiana Purchase sehr kritisch sieht. Der Trapper überrascht Ellen, die sich mit ihrem heimlichen Verlobten, dem Imker Paul Hoover, trifft. Die drei werden von einer Gruppe Sioux unter der Führung von Häuptling Mahtorees gefangen genommen. Zwar gelingt es dem Trapper, die Indianer abzulenken, so dass die Gruppe fliehen kann, er kann aber nicht verhindern, dass die Rinder und Schafe der Siedler gestohlen werden. Ihrer Zugtiere beraubt, müssen die Männer die Wagen selber ziehen. Der Trapper empfiehlt Ishmael Bush ein Felsplateau, das mehr Sicherheit bietet als die offene Prärie. Dabei bemerkt der Fallensteller, dass einer der Wagen von Abiram White besonders bewacht wird.

Nachdem die Gruppe das neue Lager errichtet hat, kommt es zu einem folgenschweren Streit zwischen Bush, der sich hier als Bauer niederlassen will, und White, der weiterziehen will. Im Verlauf des Familienzwistes entdeckt Ellen in Whites Wagen die von ihm entführte Kreolin Inez de Certavallos-Middleton. Dies facht die Auseinandersetzung so weit an, dass Asa Bush seinen Onkel angreift und auf ihn einschlägt. Um die Situation zu beruhigen und um von der Entführung abzulenken, weist Ishmael Bush seinen Sohn und seinen Schwager an, mit ihm auf die Jagd zu gehen.

Zur selben Zeit treffen Bumppo, Hoover und Dr. Bat auf den Offizier Duncan Uncas Middleton. Dieser soll im Auftrag von Präsident Thomas Jefferson und Kriegsminister Henry Dearborn das neuerworbene Land erkunden. Middleton erklärt, dass sein Freund Meriwether Lewis den nördlichen Teil des Gebietes durchqueren soll. Es stellt sich heraus, dass Middleton der Enkel von Major Duncan Heyward, einem Freund von Natty Bumppo ist, und dass er White verdächtigt, seine Frau Inez entführt zu haben. Der Trapper berichtet von seiner Beobachtung in Zusammenhang mit dem geheimnisvollen Wagen. Dr. Bat erklärt sich bereit, im Lager nach Inez zu suchen und ihr eine Nachricht zu übermitteln.

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James Fenimore Cooper

Am nächsten Tag brechen Esther Bush und die Männer der Sippe auf, um Asa zu suchen, der nicht von der Jagd zurückgekehrt ist. Seine Familie entdeckt seinen Leiche in einem Gebüsch, und sie stellen fest, dass er von hinten erschossen wurde. Bumppo, Hoover, Dr. Bat und Middleton haben den Abmarsch der Gruppe beobachtet, sie gehen ins Lager, befreien Inez und klären Ellen über den Sachverhalt auf, daraufhin erklärt sich Ellen bereit, mit ihrem Verlobten mitzugehen. Unterwegs trifft die Gruppe auf den Pawnee-Häuptling Hard Heart, dessen Stamm sich im Krieg mit den Sioux befindet und der sich daher der Gruppe nicht anschließt.

Später werden die Fliehenden von Mahtoree und seinen Leuten gefangen genommen. Auf dem Weg ins Siouxdorf gelingt ihnen aber erneut die Flucht. Dabei treffen sie wieder auf Hard Heart. Dieser berichtet, dass sich die Sioux und die Familie Bush verbündet haben und dass sie Bumppo des Mordes an ihrem Sohn und der Entführung von Ellen verdächtigen. Mit Hilfe eines von Hard Heart gebauten Bootes gelingt es der Gruppe, einen Fluss zu überqueren. Sie werden aber am anderen Ufer erneut von den Sioux gefangen genommen und in deren Dorf gebracht. Auch die Familie Bush lagert in der Nähe der Sioux-Siedlung. Dort halten alle Häuptlinge Kriegsrat über die Gefangenen ab. Mahtoree fordert den Tod von Hard Heart und die Zwangsheirat mit Ellen und Inez, um so die Ebenbürtigkeit mit den Siedlern zu zeigen. Als ein Indianer Hard Heart mit einem Tomahawk bedroht, gelingt es diesem, die Waffe zu entwenden und aus dem Dorf zu fliehen. Auf der Flucht trifft er andere Pawnee-Krieger, bei einem anschließenden Kampf tötet Hard Heart Mahtoree auf einer Sandbank im Fluss. Da die Sioux-Krieger im Gefecht verwickelt sind, dringt die Familie Bush in das Indianerdorf ein und befreit die Gefangenen.

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Am nächsten Tag hält Ishmael Bush Gericht über Bumppo. Dabei stellt sich heraus, dass Asa von Abiram White erschossen wurde. Esther und Ishmael beschließen, dass White sich selbst richten soll. Ellen erklärt, dass sie die Familie Bush verlassen und mit Paul zusammen nach Kentucky gehen will. Während die Familie Bush weiterzieht, reisen die anderen zusammen in das Dorf von Hard Heart. Dort treffen sie auf Soldaten von Middletons Einheit, mit diesen zusammen will die Gruppe den Fluss hinab fahren. Allerdings will Natty Bumppo sein Lebensende mit den Pawnee-Indianern verbringen, da er deren Lebensstil besser versteht.

Im Herbst des nächsten Jahres besuchen Paul Hoover, Duncan Uncas Middleton und einige seiner Soldaten das Pawnee Dorf. Dort treffen sie den im Sterben liegenden Trapper. Dieser bittet sie, seinen Grabstein mit seinen Lebensdaten und einem Bibelvers zu versehen. Dies versprechen sie ihm, bevor er in den Armen von Middleton stirbt. (Quelle: wikipedia)

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Man glaube jetzt allerdings nicht, dass dieses Hörspiel wirklich die ganze Geschichte erzählt. Hier hören wir eine verkürzte Fassung, die natürlich mit einem „Happy End“ endet …

Es sollte halt wohl kindgerecht sein …

Sei´s drum … hier werden Buben-Träume wieder wach  … wer mag, kann sich ja in diesen Abenteuer stürzen … es ist eines der eher unbekannten Cooper Erzählungen.

Und ich frag mich grad, ob Karl May den James Fenimore Cooper kannte …

Die Hörspielfassung wurde von Anke Beckert (manch einer nennt sie „legendär“).

Anke Beckert, geb. 1940 war eine Hörspielautorin und -regisseurin, die bis in die 80er Jahre u.a. auch für den Bayerischen Rundfunk Hörspiele und <Krimis inszenierte.

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Den kenn´ ih noch: Erik Schumann (* 15. Februar 1925 in Grechwitz; † 9. Februar 2007 in München) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher (hier in dem Karl May Film „Old Surehand“, 1965)

Besetzung:
Wolfgang Dörich (Abiram)
Herbert Fleischmann (Erzähler)
Hanns Ernst Jäger (Wildsteller)
Harry Kalenberg (Ismael)
Herbert Mensching (Hartherz)
Margot Philipp (Ellen)
Horst Sachtleben (Mahtoree)
Marlies Schoenau (Esther)
Erik Schumann (Paul Hover)

Hörspielfassung: Anke Beckert

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Titel:
01. Die Prärie (Teil 1) 17.19
02. Die Prärie (Teil 2) 16.51

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Diverse Buchausgaben der Erzählung „Die Prärie“

Onkel Kunibert – Der Struwwelpeter (Heinrich Hoffmann) (1968)

FrontCover1.jpgDieser Beitrag löste bei mir Übelkeit und heftige Widerstände aus … Und das ist kein Wunder: „Der sog. „Klassiker“ Struwwelpeter ist quasi ein Synonym für jene pädagogischen Vorstellungen, die man dann – wesentlich später – als die sog. „schwarze Pädagogik“ bezeichnete.

Und sie ist leider auch Teil der deutschen Kulturgeschichte (sollte man sie gar in den Kanon „deutscher Leitkultur“ integrieren ?)

Struwwelpeter ist der Titel eines Werkes des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1844 und zugleich die Titelfigur des Buches. Das seit 1845 gedruckte Bilderbuch enthält mehrere Geschichten, in denen oft Kinder nach unvorsichtigem Verhalten drastische Folgen erleiden, die von einem Sturz ins Wasser bis zum Tod reichen.

Der Struwwelpeter gehört zu den erfolgreichsten deutschen Kinderbüchern und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die vielen Adaptionen werden Struwwelpet(e)riaden genannt.

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Titelbild der Erstausgaben, 1948

Den Geschichten des Struwwelpeters warf man in den 1970er und 80er Jahren einen autoritären Erziehungsstil vor. Spätestens seit den Publikationen zum 200. Hoffmann-Jubiläum 2009 hat sich diese Vorstellung – auf den historischen Kontext Hoffmanns bezogen – revidiert. Der zeitbezogene warnend-pädagogische Ansatz Hoffmanns wird nun hervorgehoben.

Im Dezember 1844 suchte der Arzt Heinrich Hoffmann nach einem Bilderbuch als Weihnachtsgeschenk für seinen damals dreijährigen Sohn Carl, fand aber nichts, was ihm für ein Kind dieses Alters passend erschien. Über die Ursprünge des Struwwelpeters schrieb Hoffmann 1871 in der Zeitschrift Die Gartenlaube:

„Gegen Weihnachten des Jahres 1844, als mein ältester Sohn drei Jahre alt war, ging ich in die Stadt, um demselben zum Festgeschenke ein Bilderbuch zu kaufen, wie es der Fassungskraft des kleinen menschlichen Wesens in solchem Alter entsprechend schien. Aber was fand ich? Lange Erzählungen oder alberne Bildersammlungen, moralische Geschichten, die mit ermahnenden Vorschriften begannen und schlossen, wie: ‚Das brave Kind muss wahrhaft sein‘; oder: ‚Brave Kinder müssen sich reinlich halten‘ usw.“

Hoffmann kam schließlich mit einem leeren Schreibheft zurück und beschloss, selbst für seinen Sohn ein Bilderbuch zu schreiben bzw. zu zeichnen. Das Geschenk hatte die erhoffte Wirkung und erzielte schließlich in Hoffmanns Bekanntenkreis großes Aufsehen:

„Das Heft wurde eingebunden und auf den Weihnachtstisch gelegt. Die Wirkung auf den beschenkten Knaben war die erwartete; aber unerwartet war die auf einige erwachsene Freunde, die das Büchlein zu Gesicht bekamen. Von allen Seiten wurde ich aufgefordert, es drucken zu lassen und es zu veröffentlichen. Ich lehnte es anfangs ab; ich hatte nicht im entferntesten daran gedacht, als Kinderschriftsteller und Bilderbüchler aufzutreten.“

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So erzieht man Untertanen …

Es war schließlich der befreundete Verleger Zacharias Löwenthal (später Carl-Friedrich Loening), der Hoffmann zur Veröffentlichung bewegen konnte. 1845 erschien das Buch zum ersten Mal im Druck unter dem Titel Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3–6 Jahren, aber seit der 4. Auflage (1847) schließlich unter dem Titel Struwwelpeter. Seit 1858 erschien das Buch mit veränderten Darstellungen. Bei der Erstveröffentlichung hatte Hoffmann noch das Pseudonym Reimerich Kinderlieb benutzt. Die Titelfigur erhielt erst 1861 ihr heutiges Aussehen.

In seinen posthum im Jahr 1926 herausgegebenen Lebenserinnerungen äußerte sich Hoffmann befriedigt über den internationalen Erfolg seines Struwwelpeters:

„Ja, ich kann mit Befriedigung sagen, der Schlingel hat sich die Welt erobert, ganz friedlich, ohne Blutvergießen, und die bösen Buben sind weiter auf der Erde herumgekommen als ich; ich habe gehört, dass man ihnen in Nord- und Südamerika, ja am Kap der guten Hoffnung, in Indien und Australien begegnet ist.“

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„Die Geschichte von den schwarzen Buben“ könnte man als Plädoyer gegen Rassismus interpretieren …

In dem Buch erzählt Hoffmann Geschichten von Kindern, die nicht brav sind, nicht auf ihre Eltern hören und denen deshalb allerlei grausames Unheil widerfährt: So wird der „bitterböse Friederich“, der Tiere quält, entsprechend bestraft („Da biss der Hund ihn in das Bein, recht tief bis in das Blut hinein“); Paulinchen verbrennt, weil sie mit Streichhölzern spielt; die Kinder, die den Mohren verspotten, werden in ein riesiges Tintenfass gestopft und noch viel schwärzer eingefärbt; der Fliegende Robert wird mit seinem Regenschirm vom Wind auf Nimmerwiedersehen fortgetragen, weil er bei Sturm trotz Verbots aus dem Haus geht; dem Konrad werden vom Schneider die Daumen abgeschnitten, weil er heimlich daran nuckelt. Daneben steht aber auch die Geschichte vom Hasen, der den Jäger mit dessen eigener Flinte aufs Korn nimmt.

Namen wie Zappelphilipp, Suppenkaspar oder Hans Guck-in-die-Luft sind in die deutsche Umgangssprache aufgenommen worden. Textpassagen wie „‚Konrad‘ sprach die Frau Mama, ‚ich geh aus und du bleibst da‘“ sind heute ebenfalls Gemeingut. (Quelle: wikipedia)

Nun … dieser Trendwende, dem Buch einen „zeitbezogenen warnend-pädagogischen Ansatz“ zu attestieren, kann ich nicht recht folgen.

Mag ja sein, dass der Ansatz zeitbezogen war, aber eine Pädagogik, die auf dem Prinzip der Angst basiert … ist und bleibt eine schwarze Pädagogik (und da denke ich mit ganz viel Tiefe an all die Bücher der Alice Miller, die die Konsequenzen einer solchen Pädagogik aufzeigte).

„Sind so kleine Hände … “

In dieser Präsentation nun eine Single aus dem Jahr 1968 (ausgerechnet !), dargeboten von „Onkel Kunibert und den lustigen Buben“ sowie ein Reprint des Buches …

Der Hase, der dem Jäger das Gewehr mopst, gefällt mir da noch am besten.

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Sprecher:
Onkel Kunibert (Sprecher)
+
die lustigen Buben

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Titel:
01. Die Geschichte vom Struwwelpeter 0.19
02. Die Geschichte vom bösen Friederich 1.25
03. Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug 2.11
04. Die Geschichte von den schwarzen Buben 1.59
05. Die Geschichte vom wilden Jäger 1.47
06. Die Geschichte vom Daumenlutscher 1.07
07. Die Geschichte vom Suppen-Kaspar 1.14
08. Die Geschichte vom Zappel-Philipp 1.25
09. Die Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft 1.44
10. Die Geschichte vom fliegenden Robert 1.02

Text: Heinrich Hoffmann

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Ingo Insterburg & Jürgen Barz – Barocke Liebeslyrik (1968)

FrontCover1.jpgTja, der Ingo Insterburg:

* 6. April 1934 in Insterburg, Ostpreußen; † 27. Oktober 2018 in Berlin, war ein deutscher Musik-Kabarettist, Komiker, Sänger, Multiinstrumentalist, Schriftsteller, Schauspieler, Komponist, Maler, Zeichner und Bastler.

Insterburg wurde in Ostpreußen geboren und wuchs in Bernburg (Saale) auf, das ab 1945 zur SBZ und ab 1949 zur DDR gehörte. An der Oberschule Bernburg (heute Gymnasium Carolinum Bernburg) erwarb er das Abitur, danach zog er 1953 nach West-Berlin und studierte dort von 1954 bis 1959 Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste. 1959 begleitete er Klaus Kinski als Guitar-Ingo bei dessen Brechtballaden und spielte als Solo-Gitarrist die EP Guitar-Ingo ein. Zusammen mit Karl Dall, Jürgen Barz und Peter Ehlebracht gründete er 1967 die Komikergruppe Insterburg & Co., die in dieser Zusammensetzung bis 1979 bestand. Zu seinen bekanntesten Liedern dieser Zeit gehört Ich liebte ein Mädchen, in dem Insterburg seine meist wenig ergiebigen Liebesversuche in verschiedenen Stadtteilen Berlins, in deutschen Städten und dann in Staaten und Regionen der Erde besingt, bis diese ihn schließlich auf den IngoInsterburg1968_02.jpgMars führen. Bis 1993 tourte er mit verschiedenen Besetzungen unter dem alten Bandnamen. 1994 löste Insterburg die Gruppe auf; fortan trat er als Solist auf. Ab 2012 bildete er mit Lothar „Black“ Lechleiter das Duo „Insterburg & Black“.

Insterburg spielte in vier Kinofilmen mit und verfasste mehrere Bücher. Er baute viele seiner Instrumente selber. Dazu zählen zahlreiche eigene, oft skurrile Erfindungen, etwa Instrumente aus Küchengeräten wie ein Saxophon aus einem Abwasserschlauch.

Bis zu seinem 70. Lebensjahr war er passionierter Marathonläufer. Zudem war er Ehrenmitglied im Vegetarierbund Deutschland.

Insterburg lebte in Berlin. Er starb am 27. Oktober 2018 an den Folgen einer Krebserkrankung. Er war geschieden und hinterließ einen Sohn. (Quelle: wikipedia)

Tja … der Ingo Insterburg … ohne ihn wäre die kulturelle Vielfalt bei uns bedeutend ärmer gewesen.

Zur Erinnerung ein Album (noch bevor es Insterburg & Co.. gab), wo er auf seine unnachahmlich schräger Art, erotische Texte aus der Barockzeit neu und somit auf seine Weise interpretiert. Ihm zur Seite stand da noch der Jürgen Barz (später ebenfalls bei Insterburg & Co.). Und natürlich war dieses ‚Album „für Jugendliche ungeeignet“.

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Insterburg & Co in der Kreuzberger Kleinen Weltlaterne. Von Links: Jürgen Barz, Ingo Insterburg, Peter Ehlebracht und Karl Dall.

Besetzung:
Jürgen Barz (guitar, violin,  vocals, organ)
Ingo Insterburg (vocals, guitar, violin, organ)

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Titel:
01. Die Wollust bleibet doch 1.16
02. Es machet die Blondine 0.59
03. Unter allen Frauenzimmern 4.58
04. Hochzeitsscherz (Da ist nun, da kommt nun) 7.50
05. Mein Mädchen, laß hinfort mich nicht verschwendrisch sein 3.56
06. Als die Venus neulich saße 3.42
07. Komm meine Schöne komm 8.01
08. Schämt Euch doch Ihr alte Mutter 1.09
09. Asine lag gar krank an heißem Liebesfieber 1.36
10. Betrün dich nicht mein Kind 2.05
11. Oh Sternenäugelein 2.18

Musik: Ingo Insterburg
Texte: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (* um 1622 in Gelnhausen; † 17. August 1676 in Renchen) u.a.

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Mister Saxman und sein Orchester – Mr. Sax Man (1968)

FrontCover1Und wieder mal so einen Schallplatte aus der Kategorie „kennt keine Sau“ … aber das lässt sich jetzt ändern. Hinter dem mysteriösem „Mister Saxman“ steckt Werner Baumgart:

Werner Baumgart (* 5. Januar 1927; † 17. Juni 2009 in Kuppenheim) war ein deutscher Jazzmusiker (Altsaxophon, Tenorsaxophon, später auch Baritonsaxophon sowie Klarinette und Oboe) der auch als Arrangeur und Komponist hervorgetreten ist.

Baumgart leitete 1947 eine eigene Band in seiner Geburtsstadt. Er kam 1949 zu Kurt Henkels und seinem Tanzorchester des Senders Leipzig als Saxophonist und Arrangeur. Als solcher schrieb er u.a. ein legendäres Arrangement von Ray Nobles Cherokee im Stil des Progressive Jazz, mit Soli für sich (am Tenorsaxophon) und Horst Fischer (Trompete). Das Label Amiga nahm das Stück im Januar 1950 auf Platte auf, veröffentlichte es im Westen und machte die Henkels-Band sogar bei Jazzfreunden im westlichen Ausland bekannt. Auch in Paris erregte das Arrangement Aufmerksamkeit.

1951 verließ er Leipzig und ging zusammen mit Horst Fischer nach Stuttgart, wo Erwin Lehn gerade sein Südfunk-Tanzorchester zusammenstellte. Dort war er als Saxophonsatzführer, Solist und Arrangeur aktiv. Gemeinsam mit Gerry Weinkopf führte er neue Klangfarben ins Orchester ein, beispielsweise die durch Bud Shank und Bob Cooper populär werdende WernerBaumgartAKombination von Flöte und Oboe, wofür er im Leserpoll des „jazz-echo“ (Beilage des „Gondel“-Magazins) besonders gewürdigt wurde. Er nahm auch mit Alice Babs und mit der Mr Martin’s Band von Martin Böttcher auf.

1958 entschloss er sich zum Wechsel zum neuen Südwestfunk-Tanzorchester, das von Rolf-Hans Müller gegründet worden war; dort fand er einen neuen Wirkungskreis und auch die Möglichkeit, auf Auslands-Tournee zu gehen. Auch wurde er von Kurt Henkels an Aufnahmen für Ariola beteiligt und nahm mit Horst Jankowski auf.

Mit seiner eigenen „Big Band Baden-Baden“ produzierte er für den SWF sowie für MPS verschiedene Langspielplatten, wie Glen Miller 2000 und Jazz Rock and Sweet. 1983 wurde Baumgart Schiffsmusiker und heuerte als Chef der Tanzkapelle auf der MS Astor an. Später trat er auch mit Lionel Hampton auf; Ende der 1980er Jahre gründete er ein Jazz-Swingtett. Er komponierte Stücke wie Posaunen-Serenade, Lady Charleston, Miss Melody oder Relax.

Werner Baumgart, der auch für Willy Berking arrangierte, starb am 17. Juni 2009 in Kuppenheim-Oberndorf.

Interessant bei dieser LP ist, dass man anders als üblich bei Produktionen dieser Art gänzlich auf Interpretationen nationaler oder internationaler Hits verzichtet, sondern ausschließlich Eigenkompositionen von Werner Baumgart und Mike Laurence zum besten gibt.

Und dass das Xylophone immer wieder durchaus hörbar eingesetzt wird ist auch eher ungewöhnlich. Freilich muss man sagen, dass die Kompositionen öfters mal recht ähnlich klingen …

Am interessantesten ist aber dass das Lebel „Center“ ein Sub-Label von MPS Records war … davon wußte ich bisher noch gar nichts. So lernt man dazu !

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Besetzung:
Werner Baumgart (saxophone, trumpet)
+
Mister Saxman und sein Orchester

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Titel:
01. Monkey Party (Laurence) 2.06
02. That’s Me (Baumgart) 2.33
03. Two Bottles (Laurence) 2.12
04. Dark Lady (Baumgart) 2.32
05. Bubble Gum (Laurence) 2.21
06. Mini Sax  (Baumgart) 2.19
07. Mister Saxman (Baumgart) 2.13
08. Two Little Cats (Laurence) 2.49
09. Little Dream Story (Baumgart)    3:04
10. Sweet Cake (Laurence) 2.37
11. Dandy Man (Baumgart) 2.41
12. I Love You Forever (Laurence) 2.22
13. My Little Funny Boy (Baumgart) 2.34
14. Plum Pudding (Baumgart) 2.48

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Ambros Seelos – Fire (1968)

FrontCover1Ja, ja, der gute alte Ambros Seelos mit seinen vielen musikalischen Facetten:

Ambros Seelos (* 30. Januar 1935 in Töging am Inn) ist ein deutscher Saxophonist, Klarinettist, Bandleader und Arrangeur.

Ambros Seelos wurde in Töging im Landkreis Altötting (Oberbayern) als fünftes von sieben Kindern geboren. Er absolvierte eine Ausbildung als Installateur, lernte jedoch zusätzlich Klarinette. Nach seiner Lehre studierte er Klassische Klarinette an der Hochschule für klassische Musik in München. Seelos finanzierte sein Studium, indem er ab 1956 mit Paul Würges in einer Rock’n Roll Band im Northern Band Style zusammenspielte.

1958 gründete er zusammen mit Hansl Bauer das Septett Jokers. Daraus ging 1960, zunächst als Septett mit gemischtem Bläsersatz (Trompete, Posaune und zwei Saxophone sowie Piano, Bass und Schlagzeug), später mit 10 Musikern und Sängerin, das Ambros Seelos Orchester hervor. Das erste Konzert fand in Luxemburg statt, wo man die Band aufgrund der vielen Offerten, die Ambros Seelos selbst auf einer Reiseschreibmaschine schrieb, engagierte.

Es folgten Engagements in Tanz- und Unterhaltungslokalen in ganz Europa, dazu Tourneen mit Freddy Quinn, Chubby Checker und Lou van Burg. In Neapel gab es ein dreimonatiges Gastspiel im Offiziers-Club des NATO-Hauptquartiers sowie auf zwei US-Flugzeugträgern. Bei Tourneen in Schweden stand Seelos mit Count Basie und Louie Bellson auf der Bühne und trat dort oftmals in TV-Shows auf. Zudem nahm er mehrere Groove Jazz-Platten für das Label MPS auf, u. a. 1968 das Album ‚Fire‘ mit dem bekannten Song ‚Swingle Beat‘.

Die Ambros Seelos Show Band war im Hotel Bayerischer Hof in München das Ballorchester. Beim Madame-Ball trat er mit Ella Fitzgerald auf.

In den 1970er und 1980er Jahren tourte Seelos durch Asien. Manila, Hongkong, Bangkok, Bombay, Djakarta, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate waren Stationen während dieser Zeit. Anfang der 1980er war er an Vertonungen der Gedichte Helmut Zöpfls beteiligt. Ab dem Ende der 1980er gab es auch Engagements auf Kreuzfahrtschiffen (u. a. mit Karel Gott, Roberto Blanco, Margot Werner, Andreas Hauff und Edith Prock), im März 1996 stach man mit der Europa bereits zum siebten Mal in See. Begleitet wurden auf dieser Fahrt Kristina Bach, Billy Mo und Henry Arland.

Heute lebt Ambros Seelos mit seiner Frau Margit, mit der er zwei Söhne hat, in Mettenheim/Hart (Oberbayern). (Quelle: wikipedia)

Hier also mal zum Einstieg die oben bereits erwähnte „Groove-Jazz“ LP „Fire“, die auf dem legendären MPS Label erschien … und im Prinzip gibt es hier feinsten und schmetternden Big-Band-Sound, garniert mit musikalischen Finessen, wie z.B. die Verquickung von eigentlich völlig unterschiedlichen Musikstilen, nachzuhören bei „The Swinging Shepherd Meets Lady Madonna“ und „It’s A Pata Pata A Satisfaction“ … man lasse sich überraschen !

Hört man sich diese „high-class“ Unterhaltungsmusik an, so drängt sich geradezu das Gefühl auf, dass sich Ambors Seelos all die Jahre in seinen Kreuzfahrtschiff-Zeiten unter Wert verkauf hat … eigentlich sehr schade … denn hier auf dieser LP spielt ein Vollblut-Musiker auf !

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Ambros Seelos Orchester, 1970

Besetzung:
Huub Dackus (drums)
Georges Delagaye (trombone)
Dieter Grünewald (trumpet)
Horst Michalke (bass)
Sylvester „Lysy“ Levai (organ)
Roland Oberbacher (saxophone)
Ambros Seelos (clarinet, saxophone)

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Titel:
01. Fire (Brown/Crane) 2.45
02. Beware Of The Dog (Powell) 3.01
03. Ole, Ole, Amigo (Seelos/Lysy) 2.50
04. Hey Jude (Lennon/McCartney) 2.38
05. Midnight Dance (Michalke/Lysy) 2.31
06. The Swinging Shepherd Meets Lady Madonna (Jacobsen/Lennon/McCartney/Koffmann/Roberts) 2.19
07. Peter Gunn (Mancini) 2.10
08. It’s A Pata Pata A Satisfaction (Jagger/Richards/Ragovay/Makeba) 1.50
09. Jeden Tag, jede Nacht (Seelos/Bokler) 2.19
10. Swingle Beat (Seelos/Kokerle) 2.57
11. Du bist wie ein Märchen (Seelos/Tromm/Lysy) 2.51
12. Don’t Fight It (Cropper/Picket) 2.22

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Horst Fischer – Trompeten Serenaden mit Horst Fischer, Vol. 2 (1971)

FrontCover1.jpgUnd noch so eine Musiker-Biographie, die eine wie mich nicht kalt lässt:

Unter den Trompetern der heutigen Generation weiß leider niemand mehr,daß es in Deutschland in den 50er und 60er Jahren einen Trompeter gab,der zweifellos zur Weltspitze zählte und ohne Scheu mit Spitzen-Hochtonbläsern wie Maynard Ferguson oder Bill Chase verglichen werden konnte.

Horst Fischer war der Star der bekanntesten deutschen Unterhaltungsorchester,denen zu jener Zeit eine gänzlich andere Popularität als heute zukam – ein Kind des Wirtschaftswunders.

Geboren (8.Juni 1930) und aufgewachsen in Chemnitz,war er bereits in jungen Jahren der Solist der großen ostdeutschen Tanzorchester (Karl Walter,Kurt Henkels) und ging 1951 nach Stuttgart zu Erwin Lehns Südfunk- Tanzorchester,wo er sich als Solist wie auch als Leadtrompeter aus dem Orchester hervorhob.

Es folgten schnell erfolgreiche Soloproduktionen mit eigenen und anderen Orchestern,so z.B.der legendäre „River Song“ mit dem Orchester Willy Berking.

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Informationen über Horst Fischer aus dem Jahr 1951

Das US-Magazin Downbeat wählte ihn in den 50er Jahren unter die Weltspitze der Trompeter,er lehnte jedoch ein Angebot Stan Kentons,als Solist und Leadtrompeter in dessen weltberühmte Band einzutreten,ab und blieb den deutschen Orchestern treu.

Nach seiner erneuten Rückkehr 1958 zu Erwin Lehn folgten Engagements als Solist und Leadtrompeter beim RIAS Berlin unter Werner Müller in der Zeit von 1961 bis 1966.

Bis 1971 lebte er in Köln und war der gefragte Gastsolist sämtlicher deutscher Tanzorchester.Auf Tourneen im In-und Ausland war er noch Ende der 60er Jahre der umjubelte Startrompeter,so bei den legendären Japan-Tourneen von Werner Müller.

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Anfang der 70er Jahre zog es ihn in die Schweiz zur neuformierten DRS Big Band Zürich,welche er 1976 aufgrund eines Alkoholproblems verlassen mußte.

Obwohl noch 1973 eine viel beachtete LP mit dem Orchester Hans Bertram unter dem Titel „Horst Fischer And His Golden Trumpet“ bei Polydor erschien,wurde es zusehends stiller um Fischer,dessen Krankheit ihn immer stärker seiner Kräfte beraubte.

Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz versuchte er,in deutschen Bands wieder Fuß zu fassen, was ihm jedoch nicht mehr gelang.

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In seinen letzten Lebensjahren wohnte Horst Fischer in Bergisch-Gladbach (Refrath),wo er ohne Engagements zusehends verarmte.Der Plattenmillionär,der bereits 1959 die goldene Trompete für über eine Million verkaufte Platten verliehen bekam,hatte letztlich gerade noch zwei Menschen,die ihm in seiner unglücklichsten Zeit zur Seite standen,seine Verlobte und einen selbstlosen Freund, Stefan Will.

Horst Fischer starb am 21.März 1986, 55jährig,von der Musikszene gänzlich vergessen. (Quelle: magictrumpet.de)

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Was für ein vergeudetes Leben … angesichts dieses Talentes.

Natürlich hören wir die klassische Unterhaltungsmusik der 60er Jahre, aber immer wieder dringt diese Trompete mit all seinen klanglichen Facetten druch …  und bei dem Klassiker „A White Shade Of Pale“ wagt sich Horst Fischer an eine Interpretation, die seinesgleichen sucht … hier spielt er grandios-atemberaubend …

Das hier vorliegende Album ist übrigens so ne Art Sampler, entstanden sind die Aufnahmen im Jahr 1968 und wurden damals erstmalig für das Album „Trumpet For Lovers“ verwendet.

Interessantg dann noch. Die Vorderseite meines Exemplars ziert ein Namensaufkleber (den Namen habe ich gelöscht) … und bei dem ursprünglichen ‚Besitzer handeltes es sich um einen „Dr. jur.“ aus Hamm/Westfalen … Man sieht, auch studierte Menschen hörten sich damals eine solche Musik an ….

Übringes: Auch heute kann man sich so ein Album in bestimmten Stunden und Stmmungen durchaus gut anhören … der Klangder Trompete ist einfach nur wunderbar !

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Besetzung:
Horst Fischer (trumpet)
+
Werner Müller und sein Orchester

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Titel:
01. La La La (Arcuss/Calva) 2.54
02. Love Is Blue (Popp/Cour) 2.35
03. Delilah (Reed/Mason) 2.16
04. This Is My Song (Chaplin) 3.03
05. A Whiter Shade Of Pale (Brooker/Bach) 3.10
06. Parlez moi d’amour (Lenoir) 232
07. The Last Waltz (Reed/Mason) 2.12
08. What A Wonderful World (Weiss/Douglas) 2.19
09. Congratulations (Martin/Coulter/Fleming) 2.38
10. La vie en rose (Louiguy/Siegel) 2.39
11. La ronde (Strauss/Ducreux) 2.21
12. Day Dream Believer (Stewart)

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Horst Fischer (* 8. Juni 1930 in Oberhermersdorf; † 21. März 1986 in Köln)