Onkel Kunibert – Der Struwwelpeter (Heinrich Hoffmann) (1968)

FrontCover1.jpgDieser Beitrag löste bei mir Übelkeit und heftige Widerstände aus … Und das ist kein Wunder: „Der sog. „Klassiker“ Struwwelpeter ist quasi ein Synonym für jene pädagogischen Vorstellungen, die man dann – wesentlich später – als die sog. „schwarze Pädagogik“ bezeichnete.

Und sie ist leider auch Teil der deutschen Kulturgeschichte (sollte man sie gar in den Kanon „deutscher Leitkultur“ integrieren ?)

Struwwelpeter ist der Titel eines Werkes des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1844 und zugleich die Titelfigur des Buches. Das seit 1845 gedruckte Bilderbuch enthält mehrere Geschichten, in denen oft Kinder nach unvorsichtigem Verhalten drastische Folgen erleiden, die von einem Sturz ins Wasser bis zum Tod reichen.

Der Struwwelpeter gehört zu den erfolgreichsten deutschen Kinderbüchern und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die vielen Adaptionen werden Struwwelpet(e)riaden genannt.

BuchdeckelErstausgabe.jpg

Titelbild der Erstausgaben, 1948

Den Geschichten des Struwwelpeters warf man in den 1970er und 80er Jahren einen autoritären Erziehungsstil vor. Spätestens seit den Publikationen zum 200. Hoffmann-Jubiläum 2009 hat sich diese Vorstellung – auf den historischen Kontext Hoffmanns bezogen – revidiert. Der zeitbezogene warnend-pädagogische Ansatz Hoffmanns wird nun hervorgehoben.

Im Dezember 1844 suchte der Arzt Heinrich Hoffmann nach einem Bilderbuch als Weihnachtsgeschenk für seinen damals dreijährigen Sohn Carl, fand aber nichts, was ihm für ein Kind dieses Alters passend erschien. Über die Ursprünge des Struwwelpeters schrieb Hoffmann 1871 in der Zeitschrift Die Gartenlaube:

„Gegen Weihnachten des Jahres 1844, als mein ältester Sohn drei Jahre alt war, ging ich in die Stadt, um demselben zum Festgeschenke ein Bilderbuch zu kaufen, wie es der Fassungskraft des kleinen menschlichen Wesens in solchem Alter entsprechend schien. Aber was fand ich? Lange Erzählungen oder alberne Bildersammlungen, moralische Geschichten, die mit ermahnenden Vorschriften begannen und schlossen, wie: ‚Das brave Kind muss wahrhaft sein‘; oder: ‚Brave Kinder müssen sich reinlich halten‘ usw.“

Hoffmann kam schließlich mit einem leeren Schreibheft zurück und beschloss, selbst für seinen Sohn ein Bilderbuch zu schreiben bzw. zu zeichnen. Das Geschenk hatte die erhoffte Wirkung und erzielte schließlich in Hoffmanns Bekanntenkreis großes Aufsehen:

„Das Heft wurde eingebunden und auf den Weihnachtstisch gelegt. Die Wirkung auf den beschenkten Knaben war die erwartete; aber unerwartet war die auf einige erwachsene Freunde, die das Büchlein zu Gesicht bekamen. Von allen Seiten wurde ich aufgefordert, es drucken zu lassen und es zu veröffentlichen. Ich lehnte es anfangs ab; ich hatte nicht im entferntesten daran gedacht, als Kinderschriftsteller und Bilderbüchler aufzutreten.“

Vorspruch.jpg

So erzieht man Untertanen …

Es war schließlich der befreundete Verleger Zacharias Löwenthal (später Carl-Friedrich Loening), der Hoffmann zur Veröffentlichung bewegen konnte. 1845 erschien das Buch zum ersten Mal im Druck unter dem Titel Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3–6 Jahren, aber seit der 4. Auflage (1847) schließlich unter dem Titel Struwwelpeter. Seit 1858 erschien das Buch mit veränderten Darstellungen. Bei der Erstveröffentlichung hatte Hoffmann noch das Pseudonym Reimerich Kinderlieb benutzt. Die Titelfigur erhielt erst 1861 ihr heutiges Aussehen.

In seinen posthum im Jahr 1926 herausgegebenen Lebenserinnerungen äußerte sich Hoffmann befriedigt über den internationalen Erfolg seines Struwwelpeters:

„Ja, ich kann mit Befriedigung sagen, der Schlingel hat sich die Welt erobert, ganz friedlich, ohne Blutvergießen, und die bösen Buben sind weiter auf der Erde herumgekommen als ich; ich habe gehört, dass man ihnen in Nord- und Südamerika, ja am Kap der guten Hoffnung, in Indien und Australien begegnet ist.“

Illustration2.jpg

„Die Geschichte von den schwarzen Buben“ könnte man als Plädoyer gegen Rassismus interpretieren …

In dem Buch erzählt Hoffmann Geschichten von Kindern, die nicht brav sind, nicht auf ihre Eltern hören und denen deshalb allerlei grausames Unheil widerfährt: So wird der „bitterböse Friederich“, der Tiere quält, entsprechend bestraft („Da biss der Hund ihn in das Bein, recht tief bis in das Blut hinein“); Paulinchen verbrennt, weil sie mit Streichhölzern spielt; die Kinder, die den Mohren verspotten, werden in ein riesiges Tintenfass gestopft und noch viel schwärzer eingefärbt; der Fliegende Robert wird mit seinem Regenschirm vom Wind auf Nimmerwiedersehen fortgetragen, weil er bei Sturm trotz Verbots aus dem Haus geht; dem Konrad werden vom Schneider die Daumen abgeschnitten, weil er heimlich daran nuckelt. Daneben steht aber auch die Geschichte vom Hasen, der den Jäger mit dessen eigener Flinte aufs Korn nimmt.

Namen wie Zappelphilipp, Suppenkaspar oder Hans Guck-in-die-Luft sind in die deutsche Umgangssprache aufgenommen worden. Textpassagen wie „‚Konrad‘ sprach die Frau Mama, ‚ich geh aus und du bleibst da‘“ sind heute ebenfalls Gemeingut. (Quelle: wikipedia)

Nun … dieser Trendwende, dem Buch einen „zeitbezogenen warnend-pädagogischen Ansatz“ zu attestieren, kann ich nicht recht folgen.

Mag ja sein, dass der Ansatz zeitbezogen war, aber eine Pädagogik, die auf dem Prinzip der Angst basiert … ist und bleibt eine schwarze Pädagogik (und da denke ich mit ganz viel Tiefe an all die Bücher der Alice Miller, die die Konsequenzen einer solchen Pädagogik aufzeigte).

„Sind so kleine Hände … “

In dieser Präsentation nun eine Single aus dem Jahr 1968 (ausgerechnet !), dargeboten von „Onkel Kunibert und den lustigen Buben“ sowie ein Reprint des Buches …

Der Hase, der dem Jäger das Gewehr mopst, gefällt mir da noch am besten.

Illustration1.jpg

Sprecher:
Onkel Kunibert (Sprecher)
+
die lustigen Buben

BackCover1.jpg

Titel:
01. Die Geschichte vom Struwwelpeter 0.19
02. Die Geschichte vom bösen Friederich 1.25
03. Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug 2.11
04. Die Geschichte von den schwarzen Buben 1.59
05. Die Geschichte vom wilden Jäger 1.47
06. Die Geschichte vom Daumenlutscher 1.07
07. Die Geschichte vom Suppen-Kaspar 1.14
08. Die Geschichte vom Zappel-Philipp 1.25
09. Die Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft 1.44
10. Die Geschichte vom fliegenden Robert 1.02

Text: Heinrich Hoffmann

LabelB1.jpg

*
**

AntiStruwelpeter.jpg

 

 

 

Ingo Insterburg & Jürgen Barz – Barocke Liebeslyrik (1968)

FrontCover1.jpgTja, der Ingo Insterburg:

* 6. April 1934 in Insterburg, Ostpreußen; † 27. Oktober 2018 in Berlin, war ein deutscher Musik-Kabarettist, Komiker, Sänger, Multiinstrumentalist, Schriftsteller, Schauspieler, Komponist, Maler, Zeichner und Bastler.

Insterburg wurde in Ostpreußen geboren und wuchs in Bernburg (Saale) auf, das ab 1945 zur SBZ und ab 1949 zur DDR gehörte. An der Oberschule Bernburg (heute Gymnasium Carolinum Bernburg) erwarb er das Abitur, danach zog er 1953 nach West-Berlin und studierte dort von 1954 bis 1959 Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste. 1959 begleitete er Klaus Kinski als Guitar-Ingo bei dessen Brechtballaden und spielte als Solo-Gitarrist die EP Guitar-Ingo ein. Zusammen mit Karl Dall, Jürgen Barz und Peter Ehlebracht gründete er 1967 die Komikergruppe Insterburg & Co., die in dieser Zusammensetzung bis 1979 bestand. Zu seinen bekanntesten Liedern dieser Zeit gehört Ich liebte ein Mädchen, in dem Insterburg seine meist wenig ergiebigen Liebesversuche in verschiedenen Stadtteilen Berlins, in deutschen Städten und dann in Staaten und Regionen der Erde besingt, bis diese ihn schließlich auf den IngoInsterburg1968_02.jpgMars führen. Bis 1993 tourte er mit verschiedenen Besetzungen unter dem alten Bandnamen. 1994 löste Insterburg die Gruppe auf; fortan trat er als Solist auf. Ab 2012 bildete er mit Lothar „Black“ Lechleiter das Duo „Insterburg & Black“.

Insterburg spielte in vier Kinofilmen mit und verfasste mehrere Bücher. Er baute viele seiner Instrumente selber. Dazu zählen zahlreiche eigene, oft skurrile Erfindungen, etwa Instrumente aus Küchengeräten wie ein Saxophon aus einem Abwasserschlauch.

Bis zu seinem 70. Lebensjahr war er passionierter Marathonläufer. Zudem war er Ehrenmitglied im Vegetarierbund Deutschland.

Insterburg lebte in Berlin. Er starb am 27. Oktober 2018 an den Folgen einer Krebserkrankung. Er war geschieden und hinterließ einen Sohn. (Quelle: wikipedia)

Tja … der Ingo Insterburg … ohne ihn wäre die kulturelle Vielfalt bei uns bedeutend ärmer gewesen.

Zur Erinnerung ein Album (noch bevor es Insterburg & Co.. gab), wo er auf seine unnachahmlich schräger Art, erotische Texte aus der Barockzeit neu und somit auf seine Weise interpretiert. Ihm zur Seite stand da noch der Jürgen Barz (später ebenfalls bei Insterburg & Co.). Und natürlich war dieses ‚Album „für Jugendliche ungeeignet“.

Insterburg&Co1968.jpg

Insterburg & Co in der Kreuzberger Kleinen Weltlaterne. Von Links: Jürgen Barz, Ingo Insterburg, Peter Ehlebracht und Karl Dall.

Besetzung:
Jürgen Barz (guitar, violin,  vocals, organ)
Ingo Insterburg (vocals, guitar, violin, organ)

BackCover.jpg

Titel:
01. Die Wollust bleibet doch 1.16
02. Es machet die Blondine 0.59
03. Unter allen Frauenzimmern 4.58
04. Hochzeitsscherz (Da ist nun, da kommt nun) 7.50
05. Mein Mädchen, laß hinfort mich nicht verschwendrisch sein 3.56
06. Als die Venus neulich saße 3.42
07. Komm meine Schöne komm 8.01
08. Schämt Euch doch Ihr alte Mutter 1.09
09. Asine lag gar krank an heißem Liebesfieber 1.36
10. Betrün dich nicht mein Kind 2.05
11. Oh Sternenäugelein 2.18

Musik: Ingo Insterburg
Texte: Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (* um 1622 in Gelnhausen; † 17. August 1676 in Renchen) u.a.

IngoInsterburg01.jpg

*
**

Mister Saxman und sein Orchester – Mr. Sax Man (1968)

FrontCover1Und wieder mal so einen Schallplatte aus der Kategorie „kennt keine Sau“ … aber das lässt sich jetzt ändern. Hinter dem mysteriösem „Mister Saxman“ steckt Werner Baumgart:

Werner Baumgart (* 5. Januar 1927; † 17. Juni 2009 in Kuppenheim) war ein deutscher Jazzmusiker (Altsaxophon, Tenorsaxophon, später auch Baritonsaxophon sowie Klarinette und Oboe) der auch als Arrangeur und Komponist hervorgetreten ist.

Baumgart leitete 1947 eine eigene Band in seiner Geburtsstadt. Er kam 1949 zu Kurt Henkels und seinem Tanzorchester des Senders Leipzig als Saxophonist und Arrangeur. Als solcher schrieb er u.a. ein legendäres Arrangement von Ray Nobles Cherokee im Stil des Progressive Jazz, mit Soli für sich (am Tenorsaxophon) und Horst Fischer (Trompete). Das Label Amiga nahm das Stück im Januar 1950 auf Platte auf, veröffentlichte es im Westen und machte die Henkels-Band sogar bei Jazzfreunden im westlichen Ausland bekannt. Auch in Paris erregte das Arrangement Aufmerksamkeit.

1951 verließ er Leipzig und ging zusammen mit Horst Fischer nach Stuttgart, wo Erwin Lehn gerade sein Südfunk-Tanzorchester zusammenstellte. Dort war er als Saxophonsatzführer, Solist und Arrangeur aktiv. Gemeinsam mit Gerry Weinkopf führte er neue Klangfarben ins Orchester ein, beispielsweise die durch Bud Shank und Bob Cooper populär werdende WernerBaumgartAKombination von Flöte und Oboe, wofür er im Leserpoll des „jazz-echo“ (Beilage des „Gondel“-Magazins) besonders gewürdigt wurde. Er nahm auch mit Alice Babs und mit der Mr Martin’s Band von Martin Böttcher auf.

1958 entschloss er sich zum Wechsel zum neuen Südwestfunk-Tanzorchester, das von Rolf-Hans Müller gegründet worden war; dort fand er einen neuen Wirkungskreis und auch die Möglichkeit, auf Auslands-Tournee zu gehen. Auch wurde er von Kurt Henkels an Aufnahmen für Ariola beteiligt und nahm mit Horst Jankowski auf.

Mit seiner eigenen „Big Band Baden-Baden“ produzierte er für den SWF sowie für MPS verschiedene Langspielplatten, wie Glen Miller 2000 und Jazz Rock and Sweet. 1983 wurde Baumgart Schiffsmusiker und heuerte als Chef der Tanzkapelle auf der MS Astor an. Später trat er auch mit Lionel Hampton auf; Ende der 1980er Jahre gründete er ein Jazz-Swingtett. Er komponierte Stücke wie Posaunen-Serenade, Lady Charleston, Miss Melody oder Relax.

Werner Baumgart, der auch für Willy Berking arrangierte, starb am 17. Juni 2009 in Kuppenheim-Oberndorf.

Interessant bei dieser LP ist, dass man anders als üblich bei Produktionen dieser Art gänzlich auf Interpretationen nationaler oder internationaler Hits verzichtet, sondern ausschließlich Eigenkompositionen von Werner Baumgart und Mike Laurence zum besten gibt.

Und dass das Xylophone immer wieder durchaus hörbar eingesetzt wird ist auch eher ungewöhnlich. Freilich muss man sagen, dass die Kompositionen öfters mal recht ähnlich klingen …

Am interessantesten ist aber dass das Lebel „Center“ ein Sub-Label von MPS Records war … davon wußte ich bisher noch gar nichts. So lernt man dazu !

WernerBaumgart2

Besetzung:
Werner Baumgart (saxophone, trumpet)
+
Mister Saxman und sein Orchester

BackCover1

Titel:
01. Monkey Party (Laurence) 2.06
02. That’s Me (Baumgart) 2.33
03. Two Bottles (Laurence) 2.12
04. Dark Lady (Baumgart) 2.32
05. Bubble Gum (Laurence) 2.21
06. Mini Sax  (Baumgart) 2.19
07. Mister Saxman (Baumgart) 2.13
08. Two Little Cats (Laurence) 2.49
09. Little Dream Story (Baumgart)    3:04
10. Sweet Cake (Laurence) 2.37
11. Dandy Man (Baumgart) 2.41
12. I Love You Forever (Laurence) 2.22
13. My Little Funny Boy (Baumgart) 2.34
14. Plum Pudding (Baumgart) 2.48

LabelB1

*
**

Ambros Seelos – Fire (1968)

FrontCover1Ja, ja, der gute alte Ambros Seelos mit seinen vielen musikalischen Facetten:

Ambros Seelos (* 30. Januar 1935 in Töging am Inn) ist ein deutscher Saxophonist, Klarinettist, Bandleader und Arrangeur.

Ambros Seelos wurde in Töging im Landkreis Altötting (Oberbayern) als fünftes von sieben Kindern geboren. Er absolvierte eine Ausbildung als Installateur, lernte jedoch zusätzlich Klarinette. Nach seiner Lehre studierte er Klassische Klarinette an der Hochschule für klassische Musik in München. Seelos finanzierte sein Studium, indem er ab 1956 mit Paul Würges in einer Rock’n Roll Band im Northern Band Style zusammenspielte.

1958 gründete er zusammen mit Hansl Bauer das Septett Jokers. Daraus ging 1960, zunächst als Septett mit gemischtem Bläsersatz (Trompete, Posaune und zwei Saxophone sowie Piano, Bass und Schlagzeug), später mit 10 Musikern und Sängerin, das Ambros Seelos Orchester hervor. Das erste Konzert fand in Luxemburg statt, wo man die Band aufgrund der vielen Offerten, die Ambros Seelos selbst auf einer Reiseschreibmaschine schrieb, engagierte.

Es folgten Engagements in Tanz- und Unterhaltungslokalen in ganz Europa, dazu Tourneen mit Freddy Quinn, Chubby Checker und Lou van Burg. In Neapel gab es ein dreimonatiges Gastspiel im Offiziers-Club des NATO-Hauptquartiers sowie auf zwei US-Flugzeugträgern. Bei Tourneen in Schweden stand Seelos mit Count Basie und Louie Bellson auf der Bühne und trat dort oftmals in TV-Shows auf. Zudem nahm er mehrere Groove Jazz-Platten für das Label MPS auf, u. a. 1968 das Album ‚Fire‘ mit dem bekannten Song ‚Swingle Beat‘.

Die Ambros Seelos Show Band war im Hotel Bayerischer Hof in München das Ballorchester. Beim Madame-Ball trat er mit Ella Fitzgerald auf.

In den 1970er und 1980er Jahren tourte Seelos durch Asien. Manila, Hongkong, Bangkok, Bombay, Djakarta, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate waren Stationen während dieser Zeit. Anfang der 1980er war er an Vertonungen der Gedichte Helmut Zöpfls beteiligt. Ab dem Ende der 1980er gab es auch Engagements auf Kreuzfahrtschiffen (u. a. mit Karel Gott, Roberto Blanco, Margot Werner, Andreas Hauff und Edith Prock), im März 1996 stach man mit der Europa bereits zum siebten Mal in See. Begleitet wurden auf dieser Fahrt Kristina Bach, Billy Mo und Henry Arland.

Heute lebt Ambros Seelos mit seiner Frau Margit, mit der er zwei Söhne hat, in Mettenheim/Hart (Oberbayern). (Quelle: wikipedia)

Hier also mal zum Einstieg die oben bereits erwähnte „Groove-Jazz“ LP „Fire“, die auf dem legendären MPS Label erschien … und im Prinzip gibt es hier feinsten und schmetternden Big-Band-Sound, garniert mit musikalischen Finessen, wie z.B. die Verquickung von eigentlich völlig unterschiedlichen Musikstilen, nachzuhören bei „The Swinging Shepherd Meets Lady Madonna“ und „It’s A Pata Pata A Satisfaction“ … man lasse sich überraschen !

Hört man sich diese „high-class“ Unterhaltungsmusik an, so drängt sich geradezu das Gefühl auf, dass sich Ambors Seelos all die Jahre in seinen Kreuzfahrtschiff-Zeiten unter Wert verkauf hat … eigentlich sehr schade … denn hier auf dieser LP spielt ein Vollblut-Musiker auf !

AmbrosSeelosBand

Ambros Seelos Orchester, 1970

Besetzung:
Huub Dackus (drums)
Georges Delagaye (trombone)
Dieter Grünewald (trumpet)
Horst Michalke (bass)
Sylvester „Lysy“ Levai (organ)
Roland Oberbacher (saxophone)
Ambros Seelos (clarinet, saxophone)

BackCover1

Titel:
01. Fire (Brown/Crane) 2.45
02. Beware Of The Dog (Powell) 3.01
03. Ole, Ole, Amigo (Seelos/Lysy) 2.50
04. Hey Jude (Lennon/McCartney) 2.38
05. Midnight Dance (Michalke/Lysy) 2.31
06. The Swinging Shepherd Meets Lady Madonna (Jacobsen/Lennon/McCartney/Koffmann/Roberts) 2.19
07. Peter Gunn (Mancini) 2.10
08. It’s A Pata Pata A Satisfaction (Jagger/Richards/Ragovay/Makeba) 1.50
09. Jeden Tag, jede Nacht (Seelos/Bokler) 2.19
10. Swingle Beat (Seelos/Kokerle) 2.57
11. Du bist wie ein Märchen (Seelos/Tromm/Lysy) 2.51
12. Don’t Fight It (Cropper/Picket) 2.22

LabelB1

*
**

Horst Fischer – Trompeten Serenaden mit Horst Fischer, Vol. 2 (1971)

FrontCover1.jpgUnd noch so eine Musiker-Biographie, die eine wie mich nicht kalt lässt:

Unter den Trompetern der heutigen Generation weiß leider niemand mehr,daß es in Deutschland in den 50er und 60er Jahren einen Trompeter gab,der zweifellos zur Weltspitze zählte und ohne Scheu mit Spitzen-Hochtonbläsern wie Maynard Ferguson oder Bill Chase verglichen werden konnte.

Horst Fischer war der Star der bekanntesten deutschen Unterhaltungsorchester,denen zu jener Zeit eine gänzlich andere Popularität als heute zukam – ein Kind des Wirtschaftswunders.

Geboren (8.Juni 1930) und aufgewachsen in Chemnitz,war er bereits in jungen Jahren der Solist der großen ostdeutschen Tanzorchester (Karl Walter,Kurt Henkels) und ging 1951 nach Stuttgart zu Erwin Lehns Südfunk- Tanzorchester,wo er sich als Solist wie auch als Leadtrompeter aus dem Orchester hervorhob.

Es folgten schnell erfolgreiche Soloproduktionen mit eigenen und anderen Orchestern,so z.B.der legendäre „River Song“ mit dem Orchester Willy Berking.

HorstFischer02

Informationen über Horst Fischer aus dem Jahr 1951

Das US-Magazin Downbeat wählte ihn in den 50er Jahren unter die Weltspitze der Trompeter,er lehnte jedoch ein Angebot Stan Kentons,als Solist und Leadtrompeter in dessen weltberühmte Band einzutreten,ab und blieb den deutschen Orchestern treu.

Nach seiner erneuten Rückkehr 1958 zu Erwin Lehn folgten Engagements als Solist und Leadtrompeter beim RIAS Berlin unter Werner Müller in der Zeit von 1961 bis 1966.

Bis 1971 lebte er in Köln und war der gefragte Gastsolist sämtlicher deutscher Tanzorchester.Auf Tourneen im In-und Ausland war er noch Ende der 60er Jahre der umjubelte Startrompeter,so bei den legendären Japan-Tourneen von Werner Müller.

HorstFischer01

Anfang der 70er Jahre zog es ihn in die Schweiz zur neuformierten DRS Big Band Zürich,welche er 1976 aufgrund eines Alkoholproblems verlassen mußte.

Obwohl noch 1973 eine viel beachtete LP mit dem Orchester Hans Bertram unter dem Titel „Horst Fischer And His Golden Trumpet“ bei Polydor erschien,wurde es zusehends stiller um Fischer,dessen Krankheit ihn immer stärker seiner Kräfte beraubte.

Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz versuchte er,in deutschen Bands wieder Fuß zu fassen, was ihm jedoch nicht mehr gelang.

HorstFischer03

In seinen letzten Lebensjahren wohnte Horst Fischer in Bergisch-Gladbach (Refrath),wo er ohne Engagements zusehends verarmte.Der Plattenmillionär,der bereits 1959 die goldene Trompete für über eine Million verkaufte Platten verliehen bekam,hatte letztlich gerade noch zwei Menschen,die ihm in seiner unglücklichsten Zeit zur Seite standen,seine Verlobte und einen selbstlosen Freund, Stefan Will.

Horst Fischer starb am 21.März 1986, 55jährig,von der Musikszene gänzlich vergessen. (Quelle: magictrumpet.de)

HorstFischer04

Was für ein vergeudetes Leben … angesichts dieses Talentes.

Natürlich hören wir die klassische Unterhaltungsmusik der 60er Jahre, aber immer wieder dringt diese Trompete mit all seinen klanglichen Facetten druch …  und bei dem Klassiker „A White Shade Of Pale“ wagt sich Horst Fischer an eine Interpretation, die seinesgleichen sucht … hier spielt er grandios-atemberaubend …

Das hier vorliegende Album ist übrigens so ne Art Sampler, entstanden sind die Aufnahmen im Jahr 1968 und wurden damals erstmalig für das Album „Trumpet For Lovers“ verwendet.

Interessantg dann noch. Die Vorderseite meines Exemplars ziert ein Namensaufkleber (den Namen habe ich gelöscht) … und bei dem ursprünglichen ‚Besitzer handeltes es sich um einen „Dr. jur.“ aus Hamm/Westfalen … Man sieht, auch studierte Menschen hörten sich damals eine solche Musik an ….

Übringes: Auch heute kann man sich so ein Album in bestimmten Stunden und Stmmungen durchaus gut anhören … der Klangder Trompete ist einfach nur wunderbar !

HorstFischer05.jpg

Besetzung:
Horst Fischer (trumpet)
+
Werner Müller und sein Orchester

BackCover1.JPG

Titel:
01. La La La (Arcuss/Calva) 2.54
02. Love Is Blue (Popp/Cour) 2.35
03. Delilah (Reed/Mason) 2.16
04. This Is My Song (Chaplin) 3.03
05. A Whiter Shade Of Pale (Brooker/Bach) 3.10
06. Parlez moi d’amour (Lenoir) 232
07. The Last Waltz (Reed/Mason) 2.12
08. What A Wonderful World (Weiss/Douglas) 2.19
09. Congratulations (Martin/Coulter/Fleming) 2.38
10. La vie en rose (Louiguy/Siegel) 2.39
11. La ronde (Strauss/Ducreux) 2.21
12. Day Dream Believer (Stewart)

LabelB1.JPG

*
**

HorstFischer06

Horst Fischer (* 8. Juni 1930 in Oberhermersdorf; † 21. März 1986 in Köln)

Die Original Hoch- und Deutschmeister – Spielen ein Ständchen für den Kanzler (1968)

FrontCover1Ein wenig rätselhaft ist die Langspielplatte schon.

Das Veröffentlichungsdatum ist definitiv das Jahr 1968 und der Titel ist – wie unschwer erkennbar „“Ein Ständchen für den Kanzler“ und natürlich ist es Konrad Adenauer, der da auf auf der Vorderseite der Hülle zu sehen ist.

Nur: Konrad Adenauer ist bereits 1967 verstorben und als Kanzler ist er bereits im Jahre 1963 verabschiedet worden.

So gesehen, macht der LP-Titel arg wenig Sinn … außer man hatte sich bei Metronome entschloßen anläßlich des einjährigen Todestages von Adenauer so ne Gedächtnis-LP zu veröffentlichen … vermutlich haben die „Original Hoch- und Deutschmeister“ irgendwann mal dem Kanzler ein Ständchen aufgespielt …

Dabei sie „Die Original Hoch- und Deutschmeister“, obwohl ihr Name etwas anders vermuten läßt, österreichischen Ursprungs.

Und jetzt folgt ein Stück geballte Militärgeschichte, weniger Militärgeschichte wäre mir allerdings weitaus lieber:

1695 forderte Kaiser Leopold I. angesichts der anhaltenden Bedrohung durch die türkischen Heerscharen alle deutschen Fürsten auf, neue Regimenter für ihre Kämpfe zu rekrutieren und ihm zur Verfügung zu stellen. Einer dieser Fürsten war Franz Ludwig, Pfalzgraf zu Neuburg und bei der Rhein. Er hatte seinen Besitz dem Deutschen Ritterorden überschrieben; daraufhin musste auch der Orden ein Regiment aufstellen.

1695 wurde mit der Anwerbung begonnen. In Donauwörth konnte 1696 das Regiment vereidigt werden. Ein Jahr später erhielten sie unter dem Oberkommando des Prinzen von Eugen bei Zenta ihre siegreiche Feuertaufe. Im Jahre 1741 ordnete Kaiserin Maria Theresia an, dass jedes Regiment seine eigene Kapelle haben sollte, um die Truppen zur Parade zu führen und sie im Kampf anzuspornen. Anlässlich der Geburt Josephs II. hatte die Deutschmeister-Kapelle ihre erste Parade in Mailand im Jahre 1741.

Aus Sparsamkeitsgründen ordnete das Österreichische Hofkonzilium an, dass jeder kommandierende Oberst seine Regimentskapelle selber erhalten müsse. Viele Kapellen gingen dadurch zu Grunde. Graf Anton Colloredo, Kommandeur des Deutschmeister-Regiments, war jedoch darauf bedacht, daß die Kapelle erhalten blieb. Die Offiziere des Regiments unterstützten ihre Kapelle auch weiterhin, bis im Jahre 1918 die kaiserliche Armee aufgelöst wurde.

1781 stationierte Kaiser Joseph II. die Deutschmeister in Wien. Seit damals hat die Kapelle den unvergleichlichen Wiener Klang. Sie galt als die Lieblingskapelle des Kaisers und des Volkes. So wurde sie nicht nur für offizielle Anlässe, zum Beispiel bei der Wachablöse, eingesetzt, sondern gab auch öffentliche Konzerte vor dem Belvedere und in Schönbrunn. Damals schon war sie mehr als eine Militärkapelle, sie wurde zur Interpretin des österreichischen musikalischen Prunkes in Friedenszeiten.

Bezeichnend für die musikalische Qualität der Hoch- und Deutschmeister war die Vielzahl der begnadeten Musiker in ihren Reihen. Viele wurden auch als Komponisten berühmt: Joseph Helmesberger, Joseph Bayer, Robert Stolz, Eddmund Eysler und Carl Michael Ziehrer. Im Jahre 1893 feierte die Kapelle unter Ziehrer als eine der populärsten Attraktionen der Weltausstellung in Chicago wahre Triumphe. 1910 entsandte sie Kaiser Franz Joseph höchstpersönlich auf eine Konzertreise nach Südamerika. Dort durfte Kapellmeister Wilhelm Wacek wahre Begeisterungsstürme verzeichnen.

JuliusHermann

Nein, keine Parodie: so präsentierte sich Prof. Julius Hermann in seiner aktiven Zeit !

Nach der Abrüstung 1918 blieb die Hoch- und Deutschmeister-Kapelle durch die Initiative des Kapellmeisters Julius Herrmann als private Organisation bestehen, da – wie Julius Herrmann damals sagte – Wien seine Musik behalten müsse. Dieser Gedanke wurde auch nach dem Ende des 2. Weltkrieges weitergelebt. In zahlreichen, äußerst erfolgreichen Tourneen in Europa und Nordamerika waren und sind die Hoch- und Deutschmeister ein lebendiges Symbol für Österreich und seine Jahrhunderte alte musikalische Tradition.

Nach dem Tode von Julius Herrmann 1977 übernahm Wilhelm Breitenfeld die organisatorische Leitung des Orchesters. Als musikalische Leiter konnten Prof. Horst Winter und später Prof. Ottokar Drapal gewonnen werden. Gemeinsam konnten große musikalische Erfolge in Österreich, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz errungen werden. Während dieser Zeit wurde das 250-jährige Jubiläum der Kapelle und das 300-jährige Bestehen der Hoch- und Deutschmeister gefeiert. Die Verknüpfung der Jahrhunderte alten, österreichischen Tradition mit der temperamentvollen, ewig jungen Musik wird auch in Zukunft das bestimmende Merkmal der Hoch- und Deutschmeister sein. (Quelle: wikipedfia)

Und nein: ich kann mich weiterhin nicht für diese Musik erwärmen und ja, der „Love March“ von Paul Butterfield gefällt mir da schon weitaus besser ….

BackCover1

Besetzung:
Die Original Hoch- und Deutschmeister unter der Leitung von Prof. Julius Herrmann

HochDeutschmeister

Die Original Hoch- und Deutschmeister unter neuer Leitung (ja, es gibt sie immer noch !)

Titel:
01. Fliegermarsch (Dostal) 2.25
02. Kadettenmarsch (Hermann) 2.23
03. Kaiserjägermarsch (Mühlberger) 2.19
04. Andreas-Hofer-Marsch (Komzak) 2.13
05. Radetzky-Marsch (Strauß) 2.20
06. Castaldo-Marsch (Novacek) 2.07
07. Nussdorfer-Marsch (Traditional) 1.28
08. Unter Donner und Blitz (Strauß) 3.12
09. Der alte Trommler (Hermann) 3.31
10. Tiroler Holzhackerbuam (Traqditional) 2.50
11. Gruezi, gruezi, Schwytzerland (Hermann) 2.26
12. Erzherzog-Friedrich-Marsch (Czibulka) 2.09
13. Frauenherz-Polka (Strauss) 2.25
14. Fehrbelliner Reitermarsch (Henrion) 3.01
15. Grenadier Marsch (Wiedemann) 1.48
16. Adieu, kleiner Gardeoffizier (Stolz) 1.50

LabelB1

*
**

 

Verschiedene Interpreten – Das neue Lied – Auswahl I (1968)

FrontCover1Wenn ich mal viel Zeit, könnte ich ja mal so ne Art Seminararbeit schreiben mit dem Thema „Das christliche Lied im Laufge der Zeit“ (unter besonderer Berücksichtigung der 60er Jahre *ggg*)

Hier hätten wir ein ganz besonders feines Beispiel:

Da haben wir massenhaft religiöse Texte (unter Einbeziehung der Schuld, die dann von Gott vergeben wird) … und dieses für mich naive Gottesvertrauen bleibt mir weiterhin fremd. Aber anhand dieser Texte lässt sich sehr gut, die christliche Philosophie bzw. Ideologie studieren.

Dann haben wir aber zum anderen die Musik … und die kann sich z.T. zumindest hören lassen.

Dies gilt insbesondere für die Aufnahmen des Wolfgang Lauth Sextett:

Wolfgang Lauth (* 15. Mai 1931 in Ludwigshafen; † 30. August 2011 in Mannheim) war ein deutscher Jazzmusiker (Pianist, Bandleader, Komponist).
Inhaltsverzeichnis

Nach dem Studium an der Musikhochschule in Mannheim gründete er ein Quartett, dem zunächst Werner Pöhlert (Gitarre), Wolfgang Wagner (Bass) und Joe Hackbarth (Schlagzeug) angehörten, und das sich dem Cool Jazz widmete. Für den Hauspianisten des Heidelberger Cave 54 wurden die Jazzfestivals in Frankfurt am Main zum Sprungbrett in die nationale Szene: 1955 und 1956 wurde er zum Jazzmusiker des Jahres gewählt. Das Wolfgang-Lauth-Quartett erinnerte nun nicht nur von der Besetzung her an das Modern Jazz Quartet, da Lauth auch eine Vorliebe für Barockmusik pflegte. 1956/57 ging Lauth mit Joachim-Ernst Berendt auf eine Tournee unter dem Motto „Jazz und Alte Musik“, die mit 150 Vorstellungen zum erfolgreichsten Projekt der deutschen

Wolfgang Lauth

Wolfgang Lauth

Jazzföderation wurde und für den LP-Mitschnitt 1958 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt. 1957 veränderte sich der Sound der Band: Anstelle der Gitarre ertönte nun das Vibraphon von Fritz Hartschuh; als Bassist war nun Wolfgang Wagner tätig. Für eine Erweiterung der Gruppe zum Septett wurden Albert Mangelsdorff, Joki Freund und Gerald Weinkopf verpflichtet.

Statt amerikanische Standards zu spielen, spezialisierte sich Lauth auf Originalkompositionen, verjazzte aber auch deutsche Operetten- und Schlagermelodien wie „Kauf Dir einen bunten Luftballon“. Durch seine Verbindung von Jazz und Barockmusik sowie Musical- und Schlagermelodien erlangte Lauth große Popularität. Zwischen 1965 und 1967 schuf Lauth drei viel beachtete Ballett-Kompositionen für das Nationaltheater Mannheim, die er mit seinem Jazz-Ensemble, dem neben Hartschuh auch Emil Mangelsdorff und Sigi Schwab angehörten, mehr als 130 Mal aufführte. Bei den Donaueschinger Musiktagen 1967 wurde seine Kantate „Denn Liebe ist stark wie der Tod“ für Chor und Jazz-Ensemble uraufgeführt (Schallplatte 1968). Daneben nahm er auch mit dem Organisten Klaus Wunderlich auf. Ende der 1960er Jahre zog er sich zunächst aus dem aktiven Jazz-Geschehen zurück. In den letzten Jahren ist Lauth wieder mit den Jazz Seniors von Fritz Münzer aufgetreten.

Wolfgang Lauth2.jpgWolfgang Lauth war für die Musik von Manfred Baiers für die BASF produzierten Dokumentarfilm „Um Jahrmillionen voraus“ („Millions of Years Ahead of Man“) über die südamerikanische Blattschneiderameise verantwortlich, der 1976 für den Oscar für den besten Dokumentar-Kurzfilm nominiert war.

Etwa 30 Jahre arbeitete Lauth unter der Leitung des Redakteurs Sigurd König für den damaligen SDR, Sendestelle Heidelberg, als musikalischer Leiter und Hauskomponist. Er schrieb in dieser Zeit unzählige Chansons für Interpreten wie Karin Eickelbaum, Doris Gallart, Iska Geri, Edith Hancke, Hanns Dieter Hüsch, Hans Korte, Otto Stern, Gerd Vespermann u. v. a.

1999 veröffentlichte Lauth seine Erinnerungen mit dem Titel These Foolish Things. (Quelle: wikipedia)

Und so hören wir gekonnt in Szene gesetzte Jazzmusik mit eltoichen solisitschen Ausflügen, da kann man doch glatt über den Text hinweghören.

Und dann ist noch die Eva Vargas:

Eva Vargas (* 20. September 1930 in Freiburg im Breisgau; † 28. Juni 2010 in Heidelberg) war eine deutsche Sängerin, Komponistin, Journalistin und bildende Künstlerin.

Eva Vargas lebte seit 1965 in Heidelberg, seit 1984 im Trafohaus des Heidelberger Stauwehrs bei Wieblingen. Sie nannte ihre selbst kreierte Kunst „Rest-Art“ und führte damit verbundene Ausstellungen und Aktionen mit ökologischen, humanitären und politischen Zielsetzungen durch. Ihre Tätigkeiten umfassten die Bereiche Literatur, Musik, Malerei, Gestaltung und Aktion. Sie war Inhaberin und Leiterin des Kleinsttheaters auf Rädern „Heidelberger Lumpen-Paradies“. Sie initiierte wiederholt Förderprogramme in Schulen, Jugend- und Strafanstalten.

Am 28. Juni 2010 starb sie an den Folgen einer Krebserkrankung. (Quelle: wikipedia)

Eva VargaS hat eine wirklich beeindruckende Entwicklung hingelegt … da gibt es z.B. ihr Bild „Orgasmus in grün“ …. ein weiter Weg  von christlichen Texten bis hin zu einer freien künstlerischen Entfaltung.

EvaVargas

Na ja, und dann noch „The Believers“, die gewannen beim 4. Preisausschreiben der Evangelischen Akademie Tutzing/Obb. den Förderpreis für christliche Beatmusik …

BelieversSingleFC+BC

Vermutlich aufgrund dieses Erfolges spendierte man ihnen diese Single, die auch auf diesem Sampler zu hören ist.

Musikalische Archäologen der 60er Jahren können hier also jede Menge rares Zeug entdecken … wenngleich man da dann doch textliche Banalitäten billgend in Kauf zu nehmen hat.

BackCover1.JPG

Titel:
01. Wolfgang Lauth Sextett (*): Das Alte ist vergangen (Lauth/Lehmann/Jourdan) 3.27
02. Eva Vargas: Von Zeit zu Zeit (Vargas) 2.09
03. Wolfgang Lauth Sextett (*): Draußen vor der Kirchentür (Lauth/Lehmann/Jourdan) 3.26
04. The Believers: Er offenbart sich überall (Hein/Bader) 2.04
05. Eva Vargas: Wenn Gott es will (Vargas) 2.05
06. The Believers: Einst war sie Welt (Stremmel) 2.17
07. Uwe-Borns-Chor: Diesen Tag, Herr (Schneider) 3.00
08. Musica Nova Chor Regensburg: Gott meint es gut mit dir (Schneider) 1.40
09. Wolfgang Lauth Sextett (*): Beth-Lehem (Lauth/Lehmann/Juhre) 3.33
10. Uwe-Borns-Chor: Bleibe bei uns, Herr (Schneider) 3.34
11. Wolfgang Lauth Sextett (*): Keiner kann von Worten leben (Lauth/Lehmann/Jourdan) 3.30
12. Motettenchor Pforzheim: Herr, wohin sollen wir gehen (Schweizer/Valentin) 2.37
13. Musica Nova Chor Regensburg: Laß uns spüren, daß du da bist (Zoller) 2.17
14. Musica Nova Chor Regensburg: Weil du „Ja“ zu mir sagst (Blarr/Heuser) 1.34
15. Motettenchor St. Matthäus München: Danke (Schneider) 1.47

(*) Das Wolfgang Lauth Sextet wird gesanglich unterstützt von der „Hann. Mündener Kantorei“.

LabelB1

*
**

Hüllentext.jpg

Unfreiwillig komisch … dieser Text zur Existenzbererechtigung der „Beat Musik“