Emma (Zeitschrift) – Januar 2007

TitelGut möglich, dass dieser Beitrag auch sher kontroveers erlebt wird:

Emma ist eine deutschsprachige feministische Publikumszeitschrift. Sie wurde 1977 von der Journalistin Alice Schwarzer gegründet und erscheint zweimonatlich. Im Jahr 2019 betrug die verkaufte

Der Name „Emma“ wurde wegen seiner Griffigkeit und als Wortspiel auf „Emanzipation“ gewählt. Die Herausgeberin Alice Schwarzer sagte dazu:

„Der war irgendwann mal aufgetaucht und gefiel uns. Nicht nur wegen der Anspielung auf die Em(m)anzipation, sondern auch, weil er das selbstironische Gegenteil vom platt Erwarteten war: Wie würde sie wohl heißen, diese Zeitschrift der jetzt vollends größenwahnsinnigen Schwarzer? Nora? Die Rächerin? Die Amazone? Nein. Emma. Ganz einfach Emma.“

Die erste Ausgabe der Emma erschien am 26. Januar 1977 mit einer Auflage von rund 200.000 Exemplaren. Den Start des Magazins finanzierte Alice Schwarzer mit 250.000 Mark aus ihren Autorenhonoraren sowie mit 20.000 Mark aus Krediten von zwei Mitarbeiterinnen (die sie nach einem Jahr mit 10 Prozent Zinsen zurückzahlte).[4] Emma gilt seit der ersten Ausgabe als Leitblatt des Feminismus im deutschsprachigen Raum. In der ersten Redaktion saßen Alice Schwarzer, Fernsehredakteurin Angelika Wittlich,

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Die Erstausgabe der Emma (Januar 1977)

Lokalredakteurin Sabine Schruff und Christiane Ensslin (Schwester von Gudrun Ensslin). Die Zeitschrift hat sich ausdrücklich politisch und wirtschaftlich unabhängig positioniert; laut eigenen Aussagen kann sie sich bis heute fast alleine durch den Kioskverkauf und Abonnementsgebühren finanzieren und ist nicht auf Anzeigen angewiesen.

Anfang Dezember 2007 gab Schwarzer bekannt, die Chefredaktion von Emma spätestens im Frühjahr 2008 an die Fernsehjournalistin und Kolumnistin Lisa Ortgies zu übergeben.[6][7] Schwarzer erklärte, weiterhin als Verlegerin, Herausgeberin und Autorin mitzuwirken. Zum 31. Mai 2008, zwei Monate nach ihrem Antritt, hat Ortgies die Zeitschrift jedoch wieder verlassen. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unterstrich die Vermutung, Alice Schwarzer habe weiterhin das Tagesgeschäft dominiert und so einen Generationswechsel zum Scheitern gebracht. Bezüglich der Gründe der Trennung teilte Lisa Ortgies über eine dpa-Meldung mit: „Beobachter glauben, dass Ortgies ihre Ideen für die Zeitschrift nicht durchsetzen konnte.“ Die Emma-Redaktion erwiderte: „Zu unserem Bedauern eignet sich die Kollegin nicht für die umfassende Verantwortung einer Chefredakteurin.“ Diese Erklärung wurde in den Medien teilweise als ein Nachkarten bezeichnet, das ebenso unprofessionell wie unsolidarisch gewesen sei. Die Nichteignung zur Chefredakteurin wurde unter anderem damit begründet, dass Ortgies zu viel Zeit mit ihrer Familie verbracht habe. Dies wurde als ein Scheitern der Redaktion an der feministischen Forderung nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesehen.

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Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2010 (Ausgabe 294) erschien die Emma nur noch viermal im Jahr und nicht mehr alle zwei Monate wie in den Jahren zuvor. Gleichzeitig kündigte sie einen Relaunch und die Verstärkung des Online-Auftritts an. Seit der Ausgabe Januar/Februar 2013 erscheint die Zeitschrift aber wieder im Zwei-Monats-Rhythmus. Gründe dafür seien der vielfache Wunsch von Leserinnen und die wieder steigende Aktualität von „Frauenfragen“. Zudem wurde der Heftpreis von 9,80 Euro auf 7,50 Euro gesenkt, um jüngeren Leserinnen entgegenzukommen.

Die Emma gehört zu den deutschen Zeitschriften mit den größten Auflagenverlusten der vergangenen Jahre. Die verkaufte Auflage betrug im zweiten Quartal 2007, dem Zeitpunkt der letztmaligen Meldung an die IVW, 44.687 Exemplare. Danach stellte das Blatt die Meldung der Auflagenzahlen an die IVW ein. Laut eigenen Angaben betrug 2019 die verkaufte Auflage 25.717 Stück. Das entspricht einem Rückgang von 31.193 Exemplaren oder 55 Prozent gegenüber 1999.

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Die Emma befasst sich mit einer Reihe von Themen wie Ausbildung, Familie, Politik und Arbeitswelt sowie Kultur, Medien, Religion und Pornografie. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2005 machen Politik, private Rollenverteilung und Medien die meisten Artikel aus. Damit unterscheide sich die Emma grundlegend von konventionellen Frauenzeitschriften und nehme eine besondere Stellung in der deutschen Medienlandschaft ein.

Emma setzt sich nach eigener Aussage für Frauen und für uneingeschränkte Chancengleichheit von Frauen und Männern ein, was sich aus Sicht des Magazins in konkreten Projekten und Kampagnen ausdrückt, die von Emma unterstützt oder initiiert wurden, zum Beispiel:

  • Proteste gegen Klitorisverstümmelung (1977)
  • Thematisierung und konkrete Hilfsaktionen bei sexuellem Missbrauch (1978)
  • Aktionen gegen Pornografie (ab 1978) und PorNO-Kampagne
  • Diskussionen und Kampagnen gegen fundamentalistischen Islamismus und Kopftuch (ab 1979)
  • Forderung nach Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuung (ab den 1980ern)
  • Emma-Kampagne für Frauenfußball (1998)
  • Unterstützung des Girls’ Day (ab 1999)

Des Weiteren thematisiert die Zeitschrift immer wieder (selbst)kritisch die Kontroversen innerhalb der modernen Frauenbewegung und Themen wie „Missbrauch mit dem Missbrauch“ und Wehrpflicht für Frauen.

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Franziska Becker

Seit Gründung der Zeitschrift bis heute sind die satirischen Cartoons von Franziska Becker ein fester Bestandteil der Emma. Mit ihren Bildergeschichten kommentiert Becker in jeder Ausgabe feministische Themen und die Welt von Frauen und Männern. Für ihr Lebenswerk wurde sie als „witzigste Frauenrechtlerin Deutschlands“ mit dem Satirepreis «Göttinger Elch» 2012 ausgezeichnet.

Emma steht in Deutschland prototypisch für Formen feministischer Medienöffentlichkeit, stieß jedoch mit ihren Positionen zum Beispiel zur Pornografie oder Frauen im Islam innerhalb des feministischen Diskurses auf Widerstand. Wie andere internationale feministische Medien hat die Zeitschrift Themen in die gesellschaftliche Diskussion gebracht, die zuvor keine Öffentlichkeit fanden.

Seit 1990 wird alle zwei Jahre der von Alice Schwarzer initiierte Emma-Journalistinnen-Preis vergeben, seit 2012 unterstützt von der Bundesregierung. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sieht den Preis als Förderung des Qualitätsjournalismus. „Der Preis von EMMA soll gerade diejenigen Journalistinnen und Journalisten fördern und auszeichnen, die sich mit gesellschaftlichen Fragen kritisch auseinandersetzen – aber handwerklich professionell, d. h. informativ und kreativ bei sauberer Recherche.“ (wikipedia)

Alice Schwarzer wird 70

Alice Schwarzer

Und als die Zeitschrift ihren 30. Geburtstag feierte (allen Unkenrufen zum Trotz), ließen sich Alice Schwarzer & Kolleginnen nicht lumpen, und veröffentlichten dieses pralle Heft, das man getrost auch als „Sonderheft“ bezeichnen kann, da es sehr intensiv auch eine Rückschau auf die vergangenen 30 Jahren ist.

Nun ist es ja, dass dieser durch Alice Schwarzer bei uns los getretene Femminismus ab den 70er Jahren mein Leben schon stark geprägt hat, denn – wie´s der Teufel will – hatte ch doch viele Kontakte zu Frauen, die sich schon auch feministisch definierten. Und das führte dann schon auch zu etlichen Konflikten in meinem Leben … und ihr Buch „Der kleine Unterschied“ war für mich damals ein Ärgernis.-

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Und dennoch will ich mit diesem Beitrag der Alice Schwarzer meinen Respekt zollen (ja, ja, ich weiß, dass sie sich auch der Steuerhinterziehung schuldig gemacht hat, und ja, ich weiß dass sie durchaus auch einen Hang zur Selbstinszenierung hat).

Schaut man sich unter beispielsweise die „wichtigen Themen“ der Emma-Reaktion über all die Jahre an, dann kann mir keiner erzählen, dass hier nicht mit einer beispiellosen Konsequenz gesellschaftliche Tabuthemen angesprochen und und aus dem Schattenreich der Tabuisierung geholt wurden.

Und ja, ich halte auch die „#metoo“ Bewegung für wichtig (von der war damals noch gar nicht die Rede).

Und von daher ist dieses Jubiläumsheft zugleich auch ein ausgesprochen wertvolles zeitgeschichtliches Dokument, zeigt es doch all jene Konflikte jener Jahrzehnte, die von etlichen Männern gerne ausgeblendet werden, weile es der eigenen, patriarchalen Grundhaltung zu wider läuft. (Stichwort: It’s a Man’s Man’s Man’s World).

Und weil es eben ein ziemlich pralles Heft ist (174 Seiten) gibt´s nun auch ne pralle Vorschau.

Howgh, ich habe gesprochen !

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Da schau her: Die CDU und die Bild-Zeitung gratulieren auch (Schwarzer´s Connection zur Bild – Zeitung gehört zu ihren peinlichsten Pannen)

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Der überflüssigste Beitrag: Alice Schwarzer und ihr Friseur

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Ganz schön freizügig, wobei diese Foto allerdings nich tauft, um eine männliche Vorherrschaft im Bett zu illustrieren. Mir wurde von mehreren Frauen bestätigt, dass dieses Foto sinnlich ist und den erotischen Bedürfnissen von Frauen durchaus entspricht.

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Hier hopsen allerdings auch so etliche Scharlatane rum …

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Und zu den „grossen Themen“ zählen dann:

  • Vorbilder (Virginia Wolf, Simone de Beauvoir)
  • Sexueller Missbrauch
  • Girlsday
  • Pornografie
  • Islamismus
  • Frauen und Humor
  • Genital – Verstümmelung
  • Brustkrebs
  • Homoehe
  • Frauen & Militär
  • Kinderganztagsbetreuung
  • Ess-Störungen
  • Sexualität & Identität
  • Frauen in der (ex) DDR
  • Fussball
  • Tierrechte

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Diese Werbung zielt ja ehr auf männliche Leser …

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Die Rückseite des Heftes und natürlich wollte auch „Der Spiegel“ gratulieren

Und diesen Beitrag habe ich dem famosen Archiv der nicht minder famosen Graugans zu verdanken !!!

Wolfgang Settekorn (Hrsg.) – Fussball Medien – Medien Fussball (2007)

Titel„König Fussball“ macht sich wieder im Leben von vielen Menschen breit … Die Bundesliga nimmt an Fahrt auf … dr FC Bayern München schwächel … „meine“ Löwen des TSV 1860 München sind mittlerweile in der 4. Liga (Oh Vereinsführung … mir graut vor dir) … Von daher eine gute Gelegenheit sich dem Thema Fussball mal wieder anzunähern und das auf hohem akademischen Niveau …

Da Fußball erst durch massenmediale Vermittlung zum öffentlichen und globalen Ereignis wird, gilt das Interesse der Beiträge dieses Bandes den Perspektiven der Wahrnehmung des Fußballgeschehens sowie den Formen und Mitteln der einschlägigen Berichterstattung. Die Tatsache, dass Fußball ein Kampfsport ist, bei dem zwei Mannschaften um den Sieg „kämpfen“, bringt drei Hauptperspektiven mit sich: parteiisch für Mannschaft A oder für Mannschaft B oder neutral, und damit weder für A noch für B. Der Bezugsbereich dieser drei Perspektiven fällt unterschiedlich aus. Er reicht vom lokalen, über regionales, nationales, kontinentales bis hin zu globalem Interesse, und er ist auf jeder Ebene eigens durch entsprechende Spielklassen und institutionelle Regelungen (Vereine und Verbände) strukturiert, entlang derer es durchaus zu Wechseln von Perspektiven und Identifikationen kommen kann: Wer etwa auf nationaler Ebene gegen Bayern München eingestellt ist, kann dieser Mannschaft und dem Verein auf internationaler Ebene den Erfolg wünschen und gönnen. Die Beiträge im vorliegenden Band thematisieren jew. einzelne Aspekte der genannten Perspektivierungen:

  • Fußballkultur: kulturelle Traditionen, religiöse Praktiken, mediale Konstitution (Settekorn, W.)
  • Sport ist Wirtschaft und Wirtschaft ist Sport. (Gehört zusammen, was zusammenwächst?) Elemente der fortschreitenden Verknüpfung von Wirtschaft, Sport und Medien (Kuckuk, M.)
  • Ein Ereignis – zwei Perspektiven? Vergleichende Untersuchungen zu Live-Reportagen im deutschen und französischen Hörfunk (General, N.)
  • Ein doppelter Blick: Metaphern in der deutschen und französischen Fußballberichterstattung (Heidemann, T.)
  • Sprachliches Bewerten als journalistisches Problem in Texten der Sportberichterstattung (Kamp, H.-C.)
  • „Tor (.) Tor für Deutschland (.) und was für ein wunderschönes Tor“: Wie Fußballreportagen im Radio Wendepunkte schildern (Serbin, P.)
  • Ich sehe was, was du nicht siehst. Fußball-Live-Reportage für Blinde und Sehbehinderte: Inhalte, Funktionen und Perspektiven einer jungen journalistischen Darstellungsform (Trede, B.-J.). Schiffer (unter Verwendung wörtlicher Textpassagen und des Inhaltsverzeichnisses)

Und wenn auch viele der in diesem Buch (126 Seiten) genannten Akteure (wie Oliver Kahn oder Enzo Zidane) mittlerweile Geschichte sind … die Grundprinzipien der medial-kommerziellen Verwertung dieses Volksspotes sind die gleichen geblieben; mehr noch: sie haben sich mittlerweile schon fast auf perverse Weisung potenziert.

Das Buch ist wieder einmal eine wissenschaftliche Fleißarbeit der besonderen Sorte … absolut lesenswert für all jene, die neben ihrer Begeisterung für den Fussball auch gerne mal ein wenig tiefer reflektieren wollen …

Und: bei aller wissenschaftlichen Akribie … man spürt schon, dass hier auch Fussball-Narren am Werke waren … allen voran der Herausgeber Wolfgang Settekorn.

Wolfgang Settekorn

Dr. Wolfgang Settekorn

Leider ist er eigentlich viel zu früh verstorben (28.03.1945 – 30.10.2015) … ich habe einen entsprechenden Nachruf der Uni Hamburg dieser Präsentation beigelegt.

 

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Und hier noch ein Interview mit dem Linguistik-Professor Wolfgang Settekorn über Ursachen und Folgen der Kommerzialisierung des Sports aus dem Jahr 2000 (Quelle: Die Welt)

Wolfgang Settekorn (55), Professor für Linguistik des Französischen, widmet sich in seinen Lehrveranstaltungen der Fußballkultur und der Sportberichterstattung. Tobias Pusch sprach mit ihm über die Folgen der Kommerzialisierung des Fußballs.

DIE WELT: Die Fußball-Europameisterschaft ist im vollen Gange. Was hat sich bei der Fernsehübertragung im Vergleich zu der vergangenen EM geändert?

Wolfgang Settekorn: Einerseits hat der technische Aufwand der Sender enorm zugenommen. Zum anderen wird zwischen den Spielhälften so viel geredet wie nie zuvor.

DIE WELT: Sind denn so genannte Experten, die das Spiel in den Pausen analysieren, für die Sportberichterstattung überhaupt notwendig?

Settekorn: Die Analyse macht das Spiel nicht besser oder schlechter. In meinen Augen macht das keinen Sinn. Was da vor sich geht, ist eine alte Entwicklung, die Mitte der achtziger Jahre von Frankreich nach Deutschland kam. Durch Kommentare und Statistiken wird ein Ereignis hinter dem Ereignis geschaffen. Es werden Daten genannt, die mit dem Spiel überhaupt nichts mehr zu tun haben, die dem Zuschauer aber vorgaukeln, dass es etwas gibt, das über das, was er sieht, hinaus geht.

DIE WELT: Es wird also rund um das Spiel herum zu viel Aufwand getrieben?

Settekorn: Ja. Oft wird die Spielübertragung sogar zu einer Demonstration der technischen Möglichkeiten. Das Fernsehen feiert sich bisweilen selbst. Teilweise wird eine Situation zum x-ten Mal aus einer anderen Perspektive gezeigt, während das Spiel weiterläuft.

DIE WELT: Was ist die Ursache für diese Entwicklung?

Settekorn: Die Privatisierung der Medienlandschaft. Wenn die Rechte teuer erkauft werden, dann muss auch ein optischer Mehrwert her, um das Ereignis im wahrsten Sinne des Wortes verkaufen zu können. Die Ware muss so viel Sendezeit wie möglich füllen.

DIE WELT: Wie wirkt sich dieser Trend auf die Spieler aus?

Settekorn: Man kann in letzter Zeit gut sehen, wie Fußballspieler als Helden aufgebaut werden. André Jolles schrieb schon in den dreißiger Jahren in seinem Buch „Einfache Formen“, dass der Sportstar in der Gegenwart das ist, was der Heilige fürs Mittelalter war. Und was dem Heiligen seine Heiligenlegende, ist dem Sportstar die Reportage. Es gibt da in vielerlei Hinsicht erstaunliche Parallelen: Heilige waren Leute, die in der Regel aus einfachen Verhältnissen stammten und die mehrere Male Wundertaten vollbracht haben. Außerdem haben sie Reliquien hinterlassen, die handelbar waren. Und sie haben Pilgerströme ausgelöst. Es entstand eine eigene Kultur.

DIE WELT: Gibt es noch weitere Parallelen?

Settekorn: Ja. Auch die Fußballfans von heute und die Jakobspilger von damals ähneln sich in verblüffender Weise. Man muss sich nur die Überwürfe, die Schals und die Hüte anschauen. Die PilgerEmbleme werden heutzutage durch Markenzeichen ersetzt. Das alles ist kulturell gesehen also nichts Neues. Nur wird es jetzt nicht mehr von der Kirche, sondern von Fußballvereinen in Verbund mit den Medien ausgeschlachtet. Es entsteht ein Wechselspiel, in dem die Medien als Treibriemen eine zentrale Rolle einnehmen. Ansonsten wäre der Sport nicht kapitalisierbar.

DIE WELT: Schauen Sie sich einige EM-Spiele an? Wie lautet Ihr EM-Tipp?

Settekorn: Ja, ich verfolge die Spiele, aber ich bin gespalten: Ich habe zwar Deutschland die Daumen gedrückt. Die Franzosen spielen aber besser Fußball.

 

Eckhart Schmidt – Fernsehgeschichte(n) – Teil 1: Events der frühen Jahre (Bayerisches Fernsehen) (2007)

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Neulich habe ich mal so eine Metallkiste ausgegraben und siehe da: Darin befanden und befinden sich haufenweise alte Filme und TV-Produktionen, die ich damals dann auch gleich auf so ne DVD gebrannt habe … und darunter befinden sich so manche Perlen.

So eine Perle darf ich nun mal präsentieren:

„Events der frühen Jahre“ heißt der ersten Teil der Doku , in der beispielsweise Frank Elstner, Helmut Markwort und Mario Adorf von ihren allerersten Erfahrungen mit dem Fernsehen erzählen, Lothar Löwe über sein Erleben der Mondlandung im Studio berichtet, Ingrid Steeger von „Klimbim“ und Uschi Nerke von ihrem „Beat Club“ erzählen und Dieter Hildebrand seine „Scheibenwischer“-Sendung verteidigt.

Zu Wort kommen außerdem „Tatort“-Komponist Klaus Doldinger, Dieter Kürten, Helmut Ringelmann („Der Kommissar“, „Derrick“), Wolfgang Menge („Stahlnetz“), Helmut Dietl („Münchner Geschichten“, „Monaco Franze“), Dietmar Schönherr („Raumpatrouille Orion“), Mario Adorf (Lieblingsrolle: Heinrich Hafferloher in „Kir Royal“), Dieter Wedel („Einmal im Leben – Die Familie Semmeling“, „Der große Bellheim“) und Wolfgang Rademann („Schwarzwaldklinik“). (Jutta Zniva auf wunschliste.de)

Auch noch aus heutiger Sicht ein amüsanter, aber auch interessanter Rückblick auf jene Jahre, in denen das Fernsehen uns in Besitz nahm (Stichwort.Straßenfeger) … Und Menschen meiner Altersklasse wird vieles, so vieles noch in Erinnerung sein …

Oder anders ausgdrückt: Eine Zeitreise der besonderen Art.

Teil 2 dieser Dokumentation folgt dann demnächst …

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Dieter-Thomas Heck

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Mario Adorf

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Dietmar Schönherr

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Carl Weiss

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Helmut Markwort

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Erich Böhme

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Lothar Loewe

usw … usw. … usw. …

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Mit dem Windows Media Player funktioniert es nicht (warum auch immer …)

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