The Crossroad Blues Band – Smell The Tubes (1993)

FrontCover1Also … gibt man in Google „The Crossroad Blues Band – Smell The Tubes“ ein,  so findet man so gut wie nichts.

Man findest einen link zur Seite musik-sammler.de … aber da erfährt man auch nicht viel ….

Dabei gab es diese Band ja mal … Und dann wollte ich es wieder mal genauer wissen … na ja und jetzt weiss ich a bisserl mehr.

Also … Die Band stammt aus Bayern, genauer gesagt aus Palzing (Palzing wiederum ist ein Gemeindeteil von Zolling und Zolling liegt dann im Landkreis Freising, nördlich von München).

Von daher könnte man sage: ist halt ne Provinzband …

Treibende Kraft bei dieser Band war dann wohl ein  Andreas Kilger … und wenn er auch einer Band aus der Provinz vorstand … es spielten Enthusiasten. Und das hört man nicht nur der Musik an, sondern davon zeugen auch Anmerkungen zu den einzelnen Texten … da sind welche aus dem Donau-Delta ganz tief in die Geschichte und in ddie Botschaften des Blues eingestiegen und haben so auch ihre eigenen Lieder geformt und geschmiedet.

Und man gönnte sich auch den Gag zwei Songs von Peter Green einzuspielen, man verwendete dabei allerdings nur die jeweiligen Texte … die Musik stammte dann von der Band.

Und sie interpretierten ein Lied von der mir bis dato völlig unbekannten Gaye Adegbalola.

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Und so ist das Album einerseits ein wunderbar traditionelles Bluesalbum geworden, andererseits steckt es auch voller kleiner musikalischer Überraschungen …

Der Andreas Kilger war dann noch längere Zeit in der bayerischen Bluesszene aktiv, gründete auch ein eigenes Label (“

Später gab es dann eine gänzlich andere Orientierung: Zusammen mit seiner Frau Franka gründete er das  „Theater KnuTh“ („Kilgers nutzloses unsinniges Theater“) und widmete sich fortan dem Puppenspiel auf der Bühne.

Und der Elmar Mader spielt heute noch … und zwar in einer Country-Band namens „Traveling Bones“ … hm …

Zurück in das Jahr 1993 … da spielte so eine bayerische Provinzband den Blues … mit so viel Herzblut, dass ich ganz gerührt bin.

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Besetzung:
Andreas Kilger (guitar, vocals, harmonica)
Elmar Mader (guitar, slide-guitar, vocals)
Rainer Ostermeier (drums)
Sexy Sax (bass, vocals)

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Titel:
01. Watch Out (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Green) 4.25
02. Story (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 4.46
03. Talk To Your Daughter (Lenoir) 3.17
04. Breakman (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Smith) 8.03
05. Black Cat Blues (Kilger/Mader/Sax) 9.44
06. Rolling & Tumbling (Traditional) 3.44
07. Crossroad Train (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 5.46
08. Love That Burns (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Green) 7.00
09. Oneway Ticket (Kilger) 5.16
10. Captain (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Traditional) 5.10
11. Silent Thunder In My Heart (Adegbalola) 4.11
12. Crossroad (Johnson) 4.51
13. Drunken Blues (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 4.02
14. Going Down To Memphis (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 5.27

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Na ja, und dann stecke in der Hülle zu dieser CD noch dieser Zettel:

Grüsse

Erstanden habe ich die CD ja sehr günstig auf irgendeinem Flohmarkt und so ganz verstanden habe ich es nicht, warum man dann so eine Scheibe veräußert, ohne den sehr persönlichen Gruß vorher herauszunehmen. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass es der Gabriele auf ihrem weiterem Weg gut erging.

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Unbekannter Interpret – Ich fühle Ewigkeit mit Dir – Musik für besinnliche Momente (1993)

FrontCover1ja … eigentlich bin ich geneigt zu schreiben: Ein weiteres Beispiel von überflüssiger Musik. Meditative Klänge für – so meine Vermutung – eine weibliche Kundschaft produziert … um jene romantischen Sehnsüchte zu befriedigen, die Menschen halt so umtreiben, bewegen … träumen, hoffen, lieben …

Entsprechend sind dann auch die Texte, die man in dem booklet zu lesen bekommt:

„Zeit ist relativ. Wir alle wissen das. Aber wirklich tief erfahren habe ich es erst durch dich!“
„Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern.Die Unterrichtsstunden wollten nicht vorübergehen, aber die Ferien waren vorbei, kaum das sie begonnen hatten.“
„Mit dir ist es etwas ganz anderes. Die Zeit, die du mir schenkst, ist das wertvollste was du mir geben kannst!“
„Manchmal frage ich mich, wie lange wohl unser Glück dauern wird. Aber ich weiß, es
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hat keinen Sinn,in dieser Art die Zukunft vorwegzunehmen.“
„Die Ewigkeit ist hier und jetzt. Es liegt nur an uns , jeden Moment so zu gestalten, das es den Eindruck der Ewigkeit in uns hinterlässt“.
„Ich geniese die Stunden deiner Zärtlichkeit. Der süße Duft deiner Liebe umweht mich noch in der Geschäftigkeit des Alltages, und die Gedanken an dich lassen mich die Zeit vergessen.“
„Benommen wie im Rausch, fühle ich die Ewigkeit mit dir. Die Zeit scheint stillzustehen in deiner warmen Umarmung.Wie schön ist es doch, mit dir zusammenzusein.“
„Ich danke dir…!“

Nun ja … unabhängig von diesem Pathos … gelegentlich findet auch so ein Album seinen Weg in mein Schlafzimmer und in der Tat erzeugt es dann auch eine wohltuende Stimmung, die einen in den Schlaf begleitet … Ärgerlich dass sich das Booklet ausführlich zum Thema „Musik in der Medizin“ äußert, aber kein Wort über die Interpreten dieser Klänge verliert … Ich vermute mal (aufgrund der Titel), dass es sich hier um eine US-Billigproduktion für die New Age Bewegung handelt … Vermuten heisst nicht wissen ! Wie gesagt: Sehr ärgerlich !

Tja und das für dieses Produk verantwortliche Label „Meistersinger Musik“, Forchheim gibt es auch nicht mehr …

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Besetzung:
Tja … Fehlanzeige … = keine Ahnung

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Titel:
01. Sirus Incarnation – The Day Will Come – Twin Souls From Venus 13.30
02. Dreamscapes 11.19
03. Mysterious Traveller 4.48
04. Journey Home 7.13
05. Pan 5.35
06. Shakuhaji Tales 6.20
07. The Unner Temple 5.20

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Floh de Cologne – Geyer-Symphonie (1973)

FrontCover1Sie waren die Polit-Rocker der ersten Stunde:

Floh de Cologne war eine zwischen 1966 und 1983 aktive Kölner Politrock-Band und Kabarettgruppe der linken außerparlamentarischen Opposition und des Umfelds der Neuen sozialen Bewegungen in der westdeutschen Bundesrepublik.

Floh de Cologne wurde am 20. Januar 1966 von Kölner Studenten zunächst als Politkabarett gegründet. Die Band stammte aus der Kölner APO um den SDS, ihre politische Ausrichtung veränderte sich über die Jahre hinweg zu einer klar dialektisch-marxistischen Position; unabhängig voneinander traten die Mitglieder der Band zwischen 1970 und 1973 in die DKP ein. Ihr legendärster Auftritt bleibt wohl der auf dem Fehmarn-Festival am 6. September 1970 nach Jimi Hendrix; dies war dessen letzter Auftritt vor seinem Tod. 1973 trat Floh de Cologne als musikalischer Teil einer westdeutschen Abordnung bei den X. Weltfestspielen der Jugend in Ost-Berlin auf. Ab 1980 waren Teile der Band (Vridolin Enxing als Vorsitzender) aktiv bei Rock gegen Rechts, im selben Jahr erhielt die Gruppe den Deutschen Kleinkunstpreis zusammen mit Gerhard Polt. 1983 löste sich Floh de Cologne auf.

Als die ursprünglich konventionelle Kabarettgruppe bei den Essener Songtagen 1968 Undergroundbands wie die Mothers of Invention, die Fugs und die Edgar Broughton Band erlebt hatte, orientierte sie sich mit ihrem dritten Programm „SimSAlabimbambaSAladUSAladim“ stilistisch um und verband agitatorische Texte mit Beatmusik und einer Bühnenshow zu sogenannten „Agitations-Revuen“[2] und entwickelte sich zu einer der führenden Politrock-Bands. 1969 schloss Floh de Cologne einen Exklusiv-Plattenvertrag mit dem Label Ohr/Metronome für die Produktion „Fließbandbabys-Beatshow“ und weitere Produktionen ab. Der seinerzeit legendäre Metronome-Produzent Rolf-Ulrich Kaiser, Szenenname: „Kosmischer Kurier“, war maßgeblich beteiligt am Aufbau der so genannten Krautrock-Szene dieser Jahre.

1971 schuf Floh de Cologne die erste deutschsprachige Rockoper namens „Profitgeier“. In der dreisätzigen „Geyer-Symphonie“ von 1973 arbeitete die Band in ihre Musik Originalausschnitte aus Politikerreden anlässlich des Begräbnisses des deutschen Großindustriellen Friedrich Flick ein. (Quelle: wikipedia)

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Nun, Friedrich Flick … er war damals eine der größen Reizfiguren der rebellischen Jugend, denn wie kaum ein anderer symbolisierte er eine Gesellschaft, in der es möglich war, als profitgieriger Nazi in der neuen Bundesreppublik Deutschland Karrier zu machen und zugleich ganz gewaltig im Hintergrund duie Strippen zu ziehen.

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Friedrich Flick als Angeklagter während der Nürnberger Prozesse (1947)

Friedrich Flick (* 10. Juli 1883 in Ernsdorf (Siegerland); † 20. Juli 1972 in Konstanz) war ein deutscher Unternehmer. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges hielt sein Flick-Konzern umfangreiche Firmenbeteiligungen, besonders im Rüstungsbereich. Im Flick-Prozess wurde er als Kriegsverbrecher zu sieben Jahren Haft verurteilt. In der Nachkriegszeit begann sein Wiederaufstieg, wobei er zu einem der reichsten Männer der Bundesrepublik Deutschland wurde.

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Und hört man sich all diese Trauerreden an … so kann´s einem schon fröteln … und fassungslos mehme ich wieder mal zur Kenntnis, dass es in unserem Land möglich war, einem skurpellosem Verbrecher derartig viel Ehre teil haben zu lassen …

Und so wichtig und notwendig ihre damaligen Kommentaren zum Zeitgeschehen auch waren, so darf/muss man auch feststellen, dass Floh de Cologne musikalisch überwiegend eher ungelenk und hölzern agierten.

FlohDeCologne

Besetzung:
Hansi Frank (drums, vocals)
Dieter Klemm (percussion, vocals)
Theo König (saxophone, clarinet, harmonica, vocals)
Markus Schmid (guitar, keyboards, bass, vocals)
Dick Städtler (guitar, bass, vocals)
Gerd Wollschon (vocals, bass, percussion)

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Titel:
01. 1. Satz: La Grande Tristesse (Requiem) 7.10
02. 2. Satz: Danse Macabre (Totentanz) 13.02
03. 3. Satz: Sérénade Des Vautours (Leichenschmaus) 23.30

Musik und Texte: Hansi Frank- Dieter Klemm – Theo König – Markus Schmid- Dick Städtler – Gerd Wollschon

Die Trauerreden stammen von:
Herman Josef Abs – Fritz Berg – Ludwig Erhard – Konrad Kaletsch – Hans-Günther Sohl

Label
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Und jetzt ist ein Mitglied von Floh de Cologne verstorben: Theo König:

Todesanzeige

Matthias Reim – Sabotage (1993)

FrontCover1Der Matthias Reim kann ja auch ein bewegtes Leben zurückblicken … und so beschreibt er es selber …

Matthias Reim (* 26. November 1957 in Korbach) ist ein deutscher Pop-, Rock- und Schlagersänger.
Seinen ersten – und mit Abstand größten – Hit landete Reim 1990 mit Verdammt, ich lieb’ Dich. Die Single wurde weltweit 2,5 Millionen Mal verkauft und stand insgesamt 16 Wochen lang – vom 18. Mai bis zum 6. September – auf Platz 1 der deutschen Musikcharts. Seit 1971 stand hier keine Single ohne Unterbrechung länger auf Platz 1. Das erste Album Reim erschien im Juni 1990. Bis 1999 wurden neun weitere Alben bei Polydor veröffentlicht. Reims Album Zauberland erschien zusätzlich als englischsprachige Version in Kanada unter dem Namen Wonderland. Im Jahre 2000 erschien mit Wolkenreiter das erste von bislang sechs Alben bei Reims neuer Plattenfirma EMI. Es folgten die Alben Morgenrot, Reim, Unverwundbar und Männer sind Krieger. Am 29. Oktober 2010 erschien Sieben Leben, sein erstes Album

Geboren wurde Matthias Reim im nordhessischen Korbach, aufgewachsen ist er in der Kreisstadt Homberg (Efze). Sein Vater war Direktor des Gymnasiums in Homberg.
Nach dem Abitur begann Reim an der Universität Göttingen ein Studium der Reim01Germanistik und Anglistik, welches er jedoch zugunsten der Musik vernachlässigte und nicht abschloss. Er spielte unter anderem in den Bands Airway aus Bad Wildungen und Aqua aus Kassel. Er komponierte für Interpreten wie Bernhard Brink, Roberto Blanco, Jürgen Drews und Tina York. Erste eigene LPs mit den Bands Fallen Dice und Fair Fax brachten keinen kommerziellen Erfolg.

Der Sänger komponiert, textet, mischt und spielt seine Lieder überwiegend selbst. Die Musik zu einigen Songs, wie zum Beispiel Wenn Du gehen willst, musst Du gehen und Tina geht tanzen stammt von dem Komponisten und Musikproduzenten Christoph Brüx[

1990 kam dann der musikalische Erfolg. Matthias Reim schickte eine Kassette mit dem Titel Verdammt, ich lieb’ Dich an den ZDF-Moderator Wim Thoelke, der Reim anschließend in seine Sendung einlud und ihm damit zum Durchbruch verhalf.
Reim konnte den Erfolg nicht wiederholen, sondern hatte nach eigenen Angaben schließlich Verbindlichkeiten in Höhe von 13 Millionen Euro.

Reim beschuldigte seinen ehemaligen Manager Alfred Reimann, ihn durch Misswirtschaft in eine finanzielle Krise getrieben zu haben.  Reimann, dem Reim 1990 eine Generalvollmacht über seine Geschäfte übertragen hatte, habe sich beim Kauf von Immobilien und Firmen verspekuliert. Im Sommer 2007 parodierte er seine Single Verdammt ich lieb’ Dich in einem Sixt-Werbespot. Darin singt er, in Anspielung auf seine Schulden, „Verdammt, ich hab nichts, ich miet bei Sixt“.

Nach einem verkürzten Insolvenzverfahren ist Reim seit April 2010 wieder schuldenfrei.

Am 25. Januar 2013 brachte Reim das Album Unendlich auf den Markt. Damit erreichte er nach seinem Debüt aus dem Jahr 1990 erstmals wieder Platz 1 der deutschen Albumcharts. Am 2. Mai 2014 veröffentlichte er das Album Die Leichtigkeit des Seins.
2015 sollte Reims Jubiläumsjahr werden – 25 Jahre nach seinem bahnbrechenden Erfolg mit Verdammt ich lieb’ Dich. Dazu wurde auch eine Sammler-Box hergestellt, die auch kontrovers diskutiert wurde und unter anderem von Jan Böhmermann satirisch behandelt wurde. Krankheitsbedingt mussten jedoch viele Konzerte sowie eine Albumveröffentlichung und DVD-Aufzeichnung abgesagt und auf das Jahr 2016 verschoben werden.

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Am 15. April 2016 veröffentlichte Reim dann das Album Phoenix.

Matthias Reim hat sechs Kinder von fünf Frauen. Er ist zum dritten Mal verheiratet. Die Schlagersängerin Michelle war bis 2001 ebenfalls Reims Lebensgefährtin. Seit April 2012 lebte er auf der Halbinsel Mettnau, die zu Radolfzell gehört. Seit Januar 2017 wohnt er in seinem Haus in Stockach, in dem er mit seinem Sohn Julian und seiner Lebensgefährtin Christin wohnt.

Im August 2013 trennten sich Reim und seine Frau Sarah nach neun Jahren Ehe.  Seit Ende 2015 ist er mit der Schlagersängerin Christin Stark liiert. (Quelle: wikipedia)

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Sein doch eher ungezügeltes Paarungsverhalten grenzt schon ein wenig an Lächerlichkeit … aber das nur nebenbei.

Hier sein drittes Album (als die Welt noch in Ordnung war.). Und auch wenn mir die Einseitigkeit der Texte (Mädchen, Mädchen, Mädchen) aus den Keks geht … sein Handwerk hat er verstanden. Nicht nur, dass er dieses Album fast im Alleingang einspielte, er komponierte auch alle Songs … und dabei hatte er ein überraschend gutes Händchen für eingängige Melodien … Gassenhauer-Qualitäten ohne Ende.

Und der Sound, ja der ist zuweilen verdammt knackig … zuweilen richtig heavy ! Von daher wird man mit der Kategorie „Schlager“ diesem Album nicht gerecht.

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Besetzung:
Matthias Reim (vocals, guitar, bass, Keyboards, programming)
+
Caren Faust (background vocals)
Claudia Kaul (background vocals)
Thomas Maser (guitar)
Frank Ryan (keyboards)

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Titel:
01. Küssen oder so  3.37
02. Indianer 4.16
03. Das kannst du doch nicht machen 4.09
04. Eis in der Luft 4.30
05. Freunde 3.14
06. Bleib da 3.47
07. So verliebt 3.41
08. Ich kann’s nicht ändern 3.07
09. Geh‘ doch zum Teufel 3.47
10. Ohne Dich 4.04
11. Küssen oder so (Unplugged Club Version) 4.26

Musik + Texte: Matthias Reim + Mago Reim

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Herbert Grönemeyer – Live (1995)

FrontCover1Jetzt ein wahrer Ruhrpott-Star und Poet, der sich natürlich deutschlandweit einen ganz besonderen Ruf erworben hat.

Dieses Herbert Groenemeyer-live-Album aus dem Jahr 1995 enthält 18 Songs, die auf der Chaos-Tour in den Jahren 93 und 94 aufgenommen wurden. Dementsprechend enthält die Scheibe viele Tracks des Chaos-Albums. Ebenfalls zahlreich vertreten sind Hits der Platten „Bochum“, „Ö“ und „Luxus“.

Die großartigen Kompositionen Groenemeyers kommen bei solchen live-Auftritten endlich in angemessener Art und Weise zur Geltung. Vor allem die älteren Stücke wie „Bochum“ oder „Männer“ klingen in ihren Studio-Versionen doch ziemlich saft- und kraftlos; diesen typischen 80er-Sound mit viel Elektronik und wenigen Gitarren kann man sich heutzutage wirklich nicht mehr anhören, und so ist man froh, dass der Deutschrock-Poet im live-Bereich ein hervorragender Showmann und Sänger ist und stets von einer großartigen Rock-Band begleitet wurde und wird.

Das begeisterte Publikum erzeugt in Kombination mit dem druckvollen Sound und der packenden, emotionalen Performance der Musiker und natürlich des Sängers eine absolute Gänsehautatmosphäre – Groenemeyer live ist eine der mitreißendsten Platten im Pop-Musik-Business überhaupt.

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Dass die Texte Groenemeyers genauso ungewöhnlich wie ausdrucksstark sind, ist unbestritten. Der Songschreiber ist zweifellos in der Lage, die ganze Palette menschlicher Empfindungen in Worten und Musik auszudrücken.
Zu den besten Stücken auf der CD zählt für mich die Piano-Ballade „Kein Verlust“ mit seinen bitteren Zeilen, die menschliche Enttäuschung ausdrücken, und zwar in typischer Groenemeyer-Manier („…hast meine Schwäche genossen…auf mein Sentiment gebaut…meine Karten verraten – am anderen Tisch…“).

Ein weiterer großartiger, zum Klavier vorgetragener Song hat hingegen eine ganz andere Charakteristik: „Halt mich“ ist mit Sicherheit eines der schönsten Liebeslieder aller Zeiten, so viel Glück und Begeisterung steckt in dieser Komposition.
Neben den mitreißenden Rock-Nummern „Bochum“ und „Vollmond“ möchte ich noch den Mid-Tempo-Song „Land unter“ hervorheben.
Dieser vom Akkordeon begleitete Song hat eine wehmütige Charakteristik; man fühlt sich in eine rauhe, aber dennoch romantische Nordsee-Szenerie versetzt – Gänsehautfeeling pur.

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Auch die bislang unerwähnten Stücke dieser live-Platte wissen zu überzeugen. Die bis zur Mitte der 90er veröffentlichten Hits Groenemeyers sind allesamt vertreten. Hätte der Meister der deutschen Pop-Musik nicht mittlerweile weiteres, großartiges Songmaterial veröffentlicht, würde ich bei „Groenemeyer live“ von der ultimativen Herbert-Platte sprechen. Sie ist eine ausführliche Best-of-Scheibe mit live-Aufnahmen, die so gut wie alle Studio-Versionen der entsprechenden Songs durch diese unheimlich packende Stadion-Atmosphäre und die intelligenten, druckvollen Arrangements um Längen übertreffen. (Michael Schäfer)

In der Tat ein begeisterndes Album … da weiß ich gar nicht, welche Songs ich da hervorheben soll …

Doch. das ist „Sie“ (eine sensible Ballade über Männergewalt) und dann noch „Vollmond“ … da steht der Hammer !

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Besetzung:
Herbert Grönemeyer (vocals, keyboards)
Norbert Hamm (bass)
Jakob Hansonis (guitar)
Frank Kirchner (saxophone)
Alfred Kritzer (keyboards, accordion, vocals)
Nippy Noya (percussion)
Armin Rühl (drums)
Stefan Zobeley (guitar)

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Titel:
01. Chaos (Grönemeyer) 5.21
02. Deine Liebe klebt (Grönemeyer) 4.05
03. Kein Verlust (Grönemeyer) 4.15
04. Männer (Grönemeyer) 2.02
05. Kinder an die Macht (Grönemeyer) 2.27
06. Alkohol (Mrotzek/Hamm) 5.14
07. Land nter (Grönemeyer) 5.03
08. Morgenrot (Grönemeyer) 4.10
09. Halt mich (Grönemeyer) 3.32
10. Bochum (Grönemeyer) 4.13
11. Die Härte (Grönemeyer) 3.2
12. Sie (Grönemeyer) 3.44
13. Was soll das (Grönemeyer) 4.49
14. Vollmond (Grönemeyer) 6.10
15. Flugzeuge im Bauch (Grönemeyer) 4.23
16. Marie (Grönemeyer) 4.35
17. Mambo (Grönemeyer) 5.11
18. Ich hab dich lieb (Grönemeyer) 4.29

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Tray1

Sie sieht in ihm den Filmriß
Das Leben abrupt gestoppt
Kann mit niemandem darüber reden
Das macht sie bekloppt
Es liegt Ewigkeiten zurück
Gelähmt, panisch als passiert es ihr jetzt
Gegenwärtig sein stierer Blick, seine Fäuste
Widerwärtig sein Atem, gehetzt
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Immer auf Scherben laufen
Schweigen ein zu schweres Gewicht
Ohnmächtig gegen den Giganten

Seine Nächsten verrät man nicht

Die Nacht ist viel zu leise
Die Seele hämmert so laut
Die Vergangenheit kommt anfallartig
Gebrochen an dem ekligen Stau
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit

Hans Zimmer – Das Geisterhaus (1993)

frontcover1Man könnte glatt sagen: Hans Zimmer … unser Mann in Hollywood:

Hans Florian Zimmer (* 12. September 1957 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Filmkomponist, Arrangeur und Musikproduzent. Der Oscarpreisträger arbeitet in Hollywood.
Er gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten Filmkomponisten der Gegenwart und wurde bereits zehnmal für den Oscar, zwölfmal für den Golden Globe Award und zehnmal für den Grammy Award nominiert. Seine erste Oscar-Nominierung erhielt er 1989 für den Film Rain Man. 1995 wurde er für die Filmmusik zu Der König der Löwen mit einem Oscar ausgezeichnet. 2010 bekam er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. 2011 folgte ein Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin.
Zimmer wurde in Frankfurt am Main geboren. Er erlernte als Kind das Klavierspiel im Elternhaus in Königstein-Falkenstein, wobei er nur kurze Zeit einen Klavierlehrer hatte, da er sich dessen Disziplin hinsichtlich der Grundregeln für einen Pianisten nicht unterwerfen wollte. Er machte im englischen Internat Hurtwood House[1] in Dorking, Surrey das Abitur und spielte in Gruppen wie Krisma und Helden (mit dem Schlagzeuger von Ultravox, Warren Cann) am Synthesizer. Eine akademische musikalische Ausbildung durchlief er nicht. Hans Zimmer ist verheiratet und hat vier Kinder. In einem Interview im Mai 2014 erzählte er, dass er jüdisch sei und dass seine Mutter 1939 vor den Nazis nach England floh.
Ende der 1970er Jahre war Zimmer Komponist von Werbemusik-Jingles und wirkte im Videoclip des Buggles-Hit Video Killed the Radio Star am Modular-Synthesizer mit. Im Londoner Studio Air Edel komponierte er Werbe- und Radio-Jingles. Dort lernte er den bekannten englischen Filmmusik-Komponisten Stanley Myers kennen, dessen Assistent er 1980 wurde. Von ihm lernte Zimmer viel über das Komponieren für ein Orchester. Durch diese Zusammenarbeit bekam er erste kleinere Aufträge für eigene Filmmusikkompositionen. Ende der 1980er Jahre machte er durch die Vertonung von Filmen wie Rain Man auf sich aufmerksam.
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Zimmer wurde Anfang der 1990er Jahre vor allem wegen seiner innovativen Kombination von Orchester- und Synthesizer-Klängen bekannt. Mit Ridley Scotts Black Rain und Ron Howards Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen schuf er einen neuartigen Stil, Actionfilme zu vertonen. Besonders Backdraft gilt als Meilenstein der Filmmusikgeschichte: Zimmers Entscheidung, den Film mit einem sogenannten „Wall-to-Wall Score“ zu vertonen, also den Großteil des Films mit Musik zu unterlegen, schuf den Prototyp für viele Action-Filmmusiken, die danach in Hollywood produziert wurden. Die Stilistik, die grob auf einem mächtigen Hauptthema, rhythmischen Action-Motiven und behutsameren Passagen für die beiden Hauptfiguren (dargestellt von Kurt Russell und William Baldwin) basiert, findet sich in zahlreichen späteren Filmmusiken wieder.
Gemeinsam mit seinem Partner Jay Rifkin gründete er Mitte der 1980er-Jahre das Filmmusikstudio Media Ventures. Im Jahre 2003 übernahm Zimmer nach einem Rechtsstreit mit Rifkin mit seinem Unternehmen Remote Control Productions das Geschäft. Remote Control ist eine Art Talentschmiede, in der auch einige andere Filmmusik-Komponisten, wie z. B. Steve Jablonsky, James Dooley, Heitor Pereira und Geoff Zanelli arbeiten. Zu den bekanntesten ehemaligen Remote-Control-Komponisten gehören Klaus Badelt, John Powell, Nick Glennie-Smith, Mark Mancina und Harry Gregson-Williams.
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Diverse Produktionen von Hans Zimmer

Zimmer lebt und arbeitet heute in Los Angeles und zählt zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Filmkomponisten der Hollywood-Geschichte. Nach dem Abschluss der Arbeiten an Illuminati plante Zimmer, einige Konzerte zu geben, jedoch konnte dies bislang nur eingeschränkt verwirklicht werden, da er neue Aufträge annahm. Wie er in einem Interview mit der Internetseite Amazona.de sagte, sind die meisten Regisseure, mit denen er zusammenarbeitet, seine Freunde, und daher falle es ihm schwer, einen Auftrag von ihnen abzulehnen.
Allerdings war Zimmer 2016 mit einem Orchester aus 70 Musikern auf einer großen Tournee durch Europa unterwegs. Aus der Filmmusik-Karriere Zimmers wurden verschiedene Soundtracks live vor Publikum gespielt, verbunden mit kurzen Erzählungen Zimmers, u.a. über den Tod Heath Ledgers im Jahr 2008, der kurz nach den Dreharbeiten zu The Dark Knight starb. Die Premiere der Live-Tournee fand am 6. April 2016 in der Wembley Arena in London statt. Mit einem Konzert im antiken Theater von Orange wurde die Tournee am 5. Juni 2016 beendet. Deutschsprachige Orte der Tour waren Mannheim, Hamburg, Berlin, Oberhausen, München, Köln, Zürich, Graz, Wien, Genf und Luxemburg.[6] Johnny Marr begleitete Zimmer bei wenigen ausgewählten Konzerten in London, Berlin, Manchester, Dublin und Orange an der E-Gitarre.[7] Große Beachtung erfuhr Zimmer nach seinem Konzert am 22. April 2016 in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen, als er nach dem Tod von Prince dessen Titel Purple Rain spielte.
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Hans Zimmer bei der Arbeit

Im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 engagierte sich Hans Zimmer als Botschafter in Deutschland. Ziel der Kampagne der Europäischen Kommission war es, die Menschen in allen 27 EU-Ländern über die Vorteile von Vielfalt zu informieren und sie für einen interkulturellen Austausch zu begeistern.
Als Reaktion auf den Anschlag von Aurora im Juli 2012 veröffentlichte er die Komposition „Aurora“. Der gesamte Erlös soll den Opfern und ihren Familien gespendet werden.

Die Verwendung von ethnischen Instrumenten, wie z. B. das Duduk in Gladiator (gespielt vom armenischen Dudukspieler Djivan Gasparyan), Flöten in Rangoon – Im Herzen des Sturms oder Taikos in Last Samurai, ist eines seiner Markenzeichen. Dazu gehören auch Kompositionen mit afrikanischen Einflüssen, wie z. B. Zwei Welten, Im Glanz der Sonne, Der König der Löwen und Black Hawk Down, aber auch Musik zu Komödien wie Besser geht’s nicht oder Tricks oder auch zu dem Action-Film The Dark Knight Rises. Er arbeitet regelmäßig mit den Regisseuren Ridley Scott, James L. Brooks, Gore Verbinski, Penny Marshall und Christopher Nolan zusammen. Zimmer selbst bezeichnet Ennio Morricone als sein großes Idol.
Zimmer arbeitet häufig mit denselben Musikern zusammen. So wird in vielen Musiken eine Gitarre von Heitor Pereira oder ein Cello von Martin Tillman gespielt.
Schon lange vor dem Start der Dreharbeiten komponiert Zimmer in der Regel Suiten, die alle wesentlichen Bestandteile der späteren Filmmusik enthalten.[10] Die Suiten dienen gegen Ende der Produktion als Basis für die Musik, die direkt zum Bild geschrieben wird. Aber auch die Suiten selbst werden meistens im Film und auf dem Soundtrack verwendet – so z. B. sind die Titel 9 bis 13 aus dem Soundtrack zu The Da Vinci Code – Sakrileg die von Zimmer geschriebene Suite. Diese Arbeitsweise erklärt Zimmer in einem Interview folgendermaßen:
„Ich habe darüber nachgedacht, wie ich in letzter Zeit arbeite. Die Dinge schon vor den Dreharbeiten zu schreiben, ist der bessere Weg. Die Filmtechnologie hat sich in den letzten Jahren, insbesondere durch Computereffekte, so stark verändert, dass es nun möglich ist, auch noch etwas in letzter Minute am Film zu ändern. Ich glaube, der alte Weg zu warten, bis der Film fertig geschnitten ist, und dann die letzten sechs bis zwölf Wochen, oder wie lange auch immer, die Musik zu schreiben und aufzunehmen, funktioniert heutzutage nicht mehr. Deshalb ist es sinnvoll, einen Teil der Musik vor diesen zwölf Wochen zu schreiben. Damit hat man selbst und die Filmemacher dann etwas, mit dem man arbeiten kann, während man über die Musik zum Bild nachdenkt. So hat man möglicherweise mehr Einfluss auf den Stil des Films. Außerdem kann man so diese ärgerlichen Temp-Track-Probleme lösen.“
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Häufig helfen andere Komponisten besonders gegen Ende der Filmproduktion Zimmer bei seinen Musiken, indem sie Teile für ihn auf Basis seiner Suiten und musikalischen Ideen orchestrieren, arrangieren oder komponieren. Diese gemeinschaftliche Arbeitsweise ist bei einigen Filmmusik-Fans umstritten, jedoch in Hollywood nicht völlig unüblich. Rupert Gregson-Williams sagt dazu in einem Interview folgendes:
„Hans ist eine Ikone und – meiner Meinung nach – ist die meiste Kritik gegen Media Ventures völlig unbegründet. Das häufigste Missverständnis ist, dass jeder an den Themen arbeitet, während Hans den Ruhm dafür bekommt. Nun, ich habe drei Monate mit Hans in Los Angeles an verschiedenen Szenen für ‚Der Prinz von Ägypten‘ gearbeitet – die Sandsturm-Sequenz, in der Moses von einem Kamel geweckt wird, und die Szene mit dem Tod der Erstgeborenen – und all die Themen wurden von Hans geschrieben. Meine Aufgabe war es, den thematischen Inhalt von Hans zu nehmen und es in meine Stücke für die Szene einzuarbeiten. Es gab eine Menge Diskussionen und Gespräche über die kontextuelle Bedeutung hinter dem Film und wie die Musik sich dazu verhält, aber die treibende Kraft dahinter war Hans. Ihm nur einmal bei der Arbeit zuzusehen, kreativ zu sein und einmal in dieser Atmosphäre zu sein war wunderbar. Außerdem ist Hans ein phänomenaler Orchestrator. Das ist etwas, was die Leute nicht verstehen.“
 (Quelle: Wikipedia)
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1993 engagierte Produzent Bernd Eichinger den dänischen Regisseur Bille August, um das in Buchform vorliegende Familienepos von Isabel Allende, Nichte des früheren chilenischen Staatpräsidenten Salvador Allende, Das Geisterhaus, zu verfilmen. Diese Familiensaga lässt den Zuschauer an rund 50 Jahren chilenischer Geschichte (20er – 70er Jahre) teilhaben und wurde mit internationaler Starbesetzung verfilmt: neben Jeremy Irons und Meryl Streep geben sich auch Glenn Close, Armin Müller-Stahl, Antonio Banderas und Winona Ryder die Ehre.
Der Film ist sicher nichts für Freunde leichter Unterhaltung, er beeindruckt vielmehr durch weitläufige Landschaftsaufnahmen, durch die ansprechenden schauspielerischen Leistungen und – ein nicht unwichtiger Punkt – durch die überraschend stimmungsvolle Filmmusik von Hans Zimmer. Dieser instrumentiert das sehr düstere, schwermütige Hauptthema, welches gleich im ersten Titel „The house of spirits“ in voll auskomponierter Fassung zu hören ist, als Klarinettensolo in Begleitung eines großen Streicher-Ensembles. Die Musik wirkt melancholisch, geisterhaft – verglichen mit anderen Arbeiten von Zimmer nimmt sie ansatzweise die ruhigeren Passagen des Gladiator voraus, im klassischem Sinne orientiert sie sich an Samuel Barbers „Adagio for Strings“.
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Im weiteren Verlauf darf zwar auch das tiefe Blech nicht fehlen, doch hat es, gegenüber anderen Arbeiten Zimmers, wie z. B. dem Score zu The Rock oder auch der Musik zum genannten Ridley-Scott-Römer-Epos, eine eher untergeordnete Bedeutung. Da der Komponist weitestgehend auf seine üblichen synthetischen Action-Percussions verzichtet – an manchen Stellen tritt die große Trommel als Verstärkung hinzu –, hebt sich der Klang stark vom gewohnten synthetisch aufgepeppten Hans-Zimmer-Sound ab.
Track zwei überrascht mit einem langen Klaviersolo (gespielt von The Rock-Co-Komponist Nick Glennie-Smith); das Stück erinnert an den langsamen Satz eines frühromantischen Klavierkonzertes. In Track drei („Coup“) erklingt eine Blechbläserpassage, die eher an einen kirchlichen Choral erinnert als an jene bombastischen, schnell etwas vordergründig wirkenden Blechbläser-Einsätze in Gladiator oder Crimson Tide. Track vier („Pedro and Blanca“) ist stark durch südamerikanische Rhythmik geprägt und bildet zusammen mit dem Hauptthema die Höhepunkte der CD. Hier wechseln sich Solo-Klarinette und -Gitarre ab, unterlegt mit folkloristischem Schlagwerk. Besonders die Klarinettensoli von Jürgen Musser überzeugen: mit seinem sehr weichen und trotz des ständigen Piano-Charakters voluminös-kernigen Ton sorgt er an manchen Stellen für regelrechte Gänsehaut.
Die Musik hat etwas Sphärisch-Transzendentes (sehr hohe Lagen der Streicher), womit sie wohl die jenseitige Gedankenwelt von Clara untermalt, einer der Hauptfiguren der Handlung. Man muss hier nicht lang nach musikalischen Vorbildern suchen: diese Passagen erinnern mitunter stark an Wagner, speziell das Vorspiel zu „Lohengrin“ stand hier Pate. Später erklingt Solo-Harfe zusammen mit gezupften Streichern (Pizzicati), was die Musik regelrecht wabern und flimmern lässt.
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Natürlich ist es Geschmackssache, ob man sich mit Zimmers eher klassizistisch-orchestralem Score anfreunden kann. Manch einer hätte wahrscheinlich eher Musik mit mehr typisch chilenisch-indianischem Charakter erwartet. Die Begründung dafür, dass Zimmer einen „europäisch-konventionellen“ Stil gewählt hat, liegt vielleicht darin, dass die Allendes eine spanische Einwandererfamilie sind und somit keine chilenischen Wurzeln haben. Ein weiterer Pluspunkt dieses Albums ist das reich bebilderte Booklet, aus dessen Credits hervorgeht, dass neben Nick-Glennie Smith auch Mark Mancina kompositorisch seine Finger im Spiel hatte.
Die wohl wichtigste Erkenntnis bei der Musik zum „Geisterhaus“ ist, dass sie wohl nicht die Fan-Erwartungen an einen „typischen“ Zimmer-Score erfüllt; in meinen Ohren hingegen klingt sie sogar überzeugender. Diese Musik ist orchestraler als die meisten seiner anderen Arbeiten, kommt fast ohne synthetisch-verstärkenden Effekte aus und bezieht ihre Dynamik größtenteils aus rhythmischen Streicherbewegungen und nicht aus gewohnten eher rockigen Percussions – etwas das in diesem Film auch äußerst deplatziert gewesen wäre. (Dietrich Haas)
Ein ganz besonderer Soundtrack, der auch ganz für sich stehen kann … und es überzeugen überwiegend all die leisen Töne … kommt bei Filmmusik nicht allzu oft vor.
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Besetzung:
Nick Glennie-Smith (piano)
Jürgen Musser (clarinet)
Douglas Myers (trumpet)
Martin Spanner(oboe)
Michael Stevens (guitar)
Richard Stuart (trumpet)
+
unbekanntes Orchester

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Titel:
1  The House Of The Spirits  10:02
2  Clara  6:31
3  Coup  9:34
4  Pedro And Blanca  9:50
5  Clara’s Ghost / La Paloma / Closing Titles 7.26
Musik: Hans Zimmer
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Verschiedene Interpreten – Songs gegen Sucht (1993)

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Tja, da gab´s mal ein engagiertes Kreisjugendamt im oberbayerischen Landkreis Starnberg … und das lobte einen Wettbewerb aus; dieser „sollte über das Medium Rockmusikeine Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen und zu einer positiven Lebenseinstellung führen“ (Hüllentext).

Und so kamen drei Amateurbands aus dediesem Landkreis dann in den Genuss, in einem Studio ihre Songs gegen Drogen usw. einzuspielen.

Aufnahmeort waren dann die „Red Rooster Studios“ in Tutzing und der Kenner der deutschen Musikszene ahnte bereits, wer da als  musikalischer Schirmherr fungiert hat: Kein anderer als Peter Maffay, dem Eigner der Red Rooster Studios …

Und mit dem großartigem Drummer Pete York (der damals ebenfalls im Landkreis Starnberg lebte) hatte man gleich ein zweites Schwergewicht der (internationalen) Musikszene im Boot.

Und so entstanden dann drei Aufnahmen, die dann als CD veröffentlicht und verkauft wurden …  Diese CD wurde dann auch noch in ein flott gestaltetes Begleitheft verpackt …  … Soweit so gut und auch wenn die Texte ein wenig bemüht klingen, musikalisch sind hier überzeugende Beispiele aus der deutschen Amateuer-Szene jener Jahre entstanden.

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Tja, da gab´s mal einen engagierte Kreisjugendpfleger im oberbayerischen Landkreis Starnberg, der dieses Projekt ausgeheckt hat und sich auch den Arsch aufgerissen hat, um die Finanzierung beim Kreiskämmmerer durchzubringen. Und er war damit erfolgreich. Und dieser Kreisjugendpfleger hieß Eduard Zenger … und ab hier wird´s nun sehr persönlich, denn ich nenn den Eduard von nun an Edi … denn ich habe ihn bereits in den 80er Jahren, als er noch in Weilheim arbeitete …

Und ich erinnere mich an so etliche durchzechte Nächte, bei denen wir aus dem Lachen nicht mehr herauskamen ,,, einfach weil der Edi ein Supertyp war und er und sein Humor sowas von ansteckend war …

Und in den 90er Jahren sind wir uns immer wieder mal um über den Weg gelaufen, haben uns angegrinst, ob unserer früheren Nächten voller Lebenslust … aber beruflich gingen wir dann halt unterschiedliche Wege … und so verlor ich ihn ein wenig aus den Augen … bis ich dann erfuhr, dass er an der Parkinsonschen Krankheit litt …  aber das hielt ihn nicht ab, seine geliebte Jugendarbeit weiter zu betreiben:

Er ist eine Institution im Landkreis Starnberg. Der Profi-Jugendliche ist seit 25 Jahren im Dienst. Kreisjugendpfleger Eduard „Edi“ Zenger will noch zwei Jahre im Amt bleiben.

Ehe der gebürtige Burgweintinger, Sohn eines Postbeamten, am 1. Januar 1988 sein Amt beim Fachbereich Jugend und Sport im Landratsamt Starnberg antrat und damit eine ganze Ära einläutete, hatte er seit 1981 bereits das Weilheimer Jugendzentrum geleitet. Für den damals selber noch jungen Mann ein ziemliches Kontrastprogramm zu den eigenen, „wilden Jahren“. Eigentlich wollte er ja Nautik studieren, erzählt Zenger und schaut wie ein Seebär, der nur kurz an Land gegangen ist: „Ich habe bei der Bundeswehr eine Marinetaucher-Ausbildung gemacht und bin dann zu einer Reederei im norwegischen Stavanger gegangen.“

Bevor Zenger sein Studium begann und nach Weilheim ging, hat er sich aber noch fremde Länder und Menschen angeschaut und seine Sinne geschärft – zum Beispiel in Indien, Indonesien und Südamerika. In Peru lernte er einen Pater kennen, der die von den Machthabern des Landes äußerst misstrauisch beäugte Befreiungstheologie lehrte. Edi, wie ihn Freunde und Mitarbeiter nennen, brachte also seinen weiten Blick auf die Welt und eine starke Verbundenheit zum Meer mit in seine Arbeit ein.

Unter der Überschrift Erlebnispädagogik wurde gleich mal Segeln ins Programm des Jugendamtes aufgenommen. „In jahrelanger Arbeit haben wir uns einen 20er Jollenkreuzer, die Shanty, selber hergerichtet“ – Jugendarbeit am Wasser sozusagen. Reisen nach Frankreich, Ungarn, Italien/Sizilien gehörten damals auch zum Angebot des Jugendamtes.

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Mittlerweile haben sowohl die institutionalisierte Jugendarbeit (Jugendamt und übergeordnete Ebenen, Jugendherbergswerk, Suchtberatung) wie auch die offene Jugendarbeit (Jugendhäuser) auf die vielschichtige Problematik in den Familien reagiert. Es gibt auf Anregung von Eduard Zenger auf Kreisebene das Internationale Jugendcamp, den Arbeitskreis Sucht, es gibt die Suchtpräventionsberatung bei Condrobs, es gibt Programmangebote für Alleinerziehende und deren Nachwuchs. Die hohe Scheidungsrate hat ihre Auswirkungen auch auf die Jugendarbeit. „Am Anfang war es relativ einfach, für diese Herausforderungen ein Konzept zu schreiben und es dem damaligen Leiter des Kreisjugendamtes, Bernhard Frühauf, vorzulegen“, erinnert sich Zenger, „heute ist der Verwaltungsaufwand mehr geworden.“
„Wichtig für Effektivität war die Vernetzung zwischen Schulen, offener und Verbandsjugendarbeit“, stellt Zenger fest. Er kann stolz sein auf das in fast drei Jahrzehnten Erreichte: Der von ihm mit konzipierte Jugendhilfe-Plan von 1990 für den Landkreis Starnberg hat als Vorbild für ganz Bayern gedient.

Anfangs gab es hauptamtlich betreute Jugendzentren nur in Starnberg und Gauting, während die Jugendhäuser in Seefeld, Inning und Wörthsee in Selbstverwaltung liefen. Erst das „zweite Standbein“, die offene Jugendarbeit, habe den Stellenwert der Jugendarbeit insgesamt gehoben, lautet die heutige Einschätzung. Inzwischen kümmert man sich in Pöcking, Seefeld, Gilching und Krailling hauptamtlich um Jugendliche, in Tutzing und Feldafing gebe es immerhin Ansätze, nur Andechs und die etwas zersiedelte Gemeinde Berg seien noch weiße Flecken auf der Karte.

„Ich selber möchte heute trotz des verbesserten Angebots kein Jugendlicher sein“, sagt Zenger. Früher habe man zum Beispiel auf dem Dorf nur die Vereine gehabt und „halt genommen, was da ist“ – heutzutage gerieten die jungen Leute dagegen eher in Freizeitstress, was wiederum mit dem Anspruchsdenken mancher Eltern in Starnberg und Umgebung zu tun habe: Das „Kind“ soll Reiten lernen, Klavier/Geige, Ballett, Taekwondo, es soll Fußball spielen und Ski fahren können, rudern und segeln – und außerdem noch gute Schulnoten haben.

Junge Leute bis 25 Jahre können sich an dem vom Landratsamt, dem Kino Breitwand und der Peter Maffay Stiftung ausgelobten Wettbewerb beteiligen. Sie sollen einen Kurzfilm drehen zum Thema "Landkreis Starnberg - Ort der Vielfalt" mit einer Länge von 90 Sekunden. (auch bei diesem Projekt hatte der Edi seine Finger im Spiel)

Junge Leute bis 25 Jahre können sich an dem vom Landratsamt, dem Kino Breitwand und der Peter Maffay Stiftung ausgelobten Wettbewerb beteiligen. Sie sollen einen Kurzfilm drehen zum Thema „Landkreis Starnberg – Ort der Vielfalt“ mit einer Länge von 90 Sekunden. (auch bei diesem Projekt hatte der Edi seine Finger im Spiel)

So oder so hat Zenger ein gewisses Statusdenken beobachtet am Starnberger See: „Die Eltern setzen sich selbst und ihre Kinder unter einen bestimmten materiellen Druck.“ In der Schule heißt derlei „Markenklamotten-Terror“. Er habe schon mit Eltern zu tun gehabt, die ihren Sprösslingen 50 Euro Taschengeld für die Jugendfreizeit in Oberammergau mitgeben und auf Einzelzimmer bestehen, berichtet Zenger.

Die Jugend von heute: Unpolitischer soll sie angeblich sein, überwiegend eine Scheu vor Gremien und dauerhaftem Engagement haben. „In bestimmten Entwicklungsphasen eines jungen Menschen ist es völlig untypisch, sich festzulegen“, weiß Zenger längst. Kurzzeitige Projekte spiegelten viel eher das wahre Leben und seinen rasanten Wandel wider. Was aber die „neuen Medien“ propagieren, habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun, wecke nur nicht erfüllbare Sehnsüchte, kritisiert der erfahrene Jugendbegleiter. „Zu unserer Aufgabe ist es auch geworden, die Medienkompetenz junger Menschen als Schlüsselqualifikation zu fördern.“ Das kann schon mit Kinderkino beginnen, wie es das Jugendamt vor einiger Zeit sogar in Dörfern wie Machtlfing ins Leben gerufen hat. „Andere Sehgewohnheiten“ lautet die Zielsetzung – man könnte auch sagen: Kritisch-selektives Fernsehen.

Bis 63 will er noch arbeiten, obwohl ihm seit 2012 eine Parkinson-Erkrankung zusetzt: „Ich werde mich auch danach noch in der Jugendarbeit engagieren, vielleicht als Coach für Mittelschüler“, sagt Zenger, „den Bezug zur Jugend möchte ich nicht verlieren.“ (Münchner Merkur, 23.02.2013)

Tja … die letzten Jahre waren dann sehr schlimm … ich konnte seinen Verfall, der wöchentlich fortschritt kaum ertragen … die letzten Wochen in der Arbeit waren für alle Beteiligten wohl eine Qual, und gut 2 Jahre nach dem oben zitierten Artikel ist der Edi dann gestorben:

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Und so widme ich diese 3Track CD dem Edi … und man glaube mir … diesen Beitrag zu schreiben, fiel mir nicht leicht …denn er war ein ganz besonderer Edi …

Und wer jetzt den Eindruck hat, ich habe dem Edi hier ein kleines Denkmal gesetzt … ja, der hat recht, denn wer ihn einmal kennengelernt hat, den Edi … der weiss, dass er genau das verdient hat !

Besetzung:

besetzung

Titel:
01. Troubadour: Der Zug (Ziegleder) 5.57
02. Klabund: In der Hand (Friedrich/Steinbrecht) 7.01
03. Celsius Allstar Project: Einmal ist keinmal (Steffes/Thalmeier) 5.31

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(diesmal ohne Passwort)

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