Thomas Meinecke – Texas Bohemia (Hörbuch) (1993)

TitelDer deutsche Musiker und Autor Thomas Meinecke hat sich ganz in der Tradition der sog. „field recordings“ im Jahre 1993 auf eine Reise in die USA gemacht. Und auf dieser entstand ein faszinierendes Hörbuch, über das er folgendes schreibt:

„Ihre Städtchen und Dörfer heißen Boerne, Anhalt, Comfort oder Luckenbach. Texas Bohemia erstreckt sich, mit kleineren angloamerikanischen Unterbrechungen, zu beiden Seiten des Interstate Highway 10 zwischen Houston und San Antonio, und von dort nordwestlich, abermals in der Nähe des Interstate, bis nach Fredericksburg und Kerrville. Im Süden lassen sich böhmisch-mährische Enklaven bis nach Corpus Christi am Golf von Mexiko finden. Auf halber Strecke zwischen San Antonio und Houston liegen zahlreiche Kleinstädte, deren Bevölkerung zur einen Hälfte tschechisch und zur anderen deutsch ist. Die meisten Texas-Deutschen landeten um die Mitte des letzten Jahrhunderts in Galveston und flohen alsbald vor den krankheitsstiftenden Sümpfen des Küstenstreifens ins zentraltexanische Hügelland. Viele 1848er Idealisten waren darunter, welche utopische, nicht selten lateinisch-sprachige Kommunen in der Prärie begründeten, das Privateigentum abschafften, freies Einheiraten mit den Indianern proklamierten oder einfach nur das literarische Leben in New (Neu) Braunfels und Fredericksburg (Friedrichsburg) befruchteten. Deutsche Tageszeitungen, Theatervereine, Männerchöre, Blaskapellen, Turnvereine schossen aus der texanischen Erde. Die Böhmen und Mähren, gleichfalls nach erfolglosen Aufständen von der Obrigkeit geknutet, nicht selten auch auf der Flucht vor einer Rekrutierung in die österreichische Armee, trafen nur wenig später als ihre deutschen Nachbarn im Lone Star State ein. Schon bald teilten sich beide Sprachgruppen Kirchen, Brauereien und Friedhöfe, wobei jede Gruppierung ihre eigenen Sozialhilfe-Vereine mit jeweils eigenen Logen- und Tanzhallen etablierte.

WurstfestInTexas

Wurstfest in Texas


Dass Deutschland in Texas liegt, lässt sich mancherorts vernehmen, aber dass selbst die beiden Weltkriege die deutsche Sprache in den USA nicht haben ausmerzen können, überrascht. Wie bei den Cajuns (frankophone Bevölkerungsgruppe) in Louisiana war es auch bei den Deutschen in Texas erst die televisionelle Gleichschaltung der Jugendkultur in den sechziger Jahren, welche einen deutlichen Schlussstrich unter die allzu dezidierte Heimatpflege der einzelnen ethnischen Gruppierungen setzte – und die mitgebrachte Muttersprache binnen weniger Jahrzehnte zum Aussterben bringen wird.

Texas Bohemia ist eine dreiteilige Hörspiel-Collage aus äußerst raren sprachlichen sowie musikalischen (sehr soulvollen, zumeist texas-böhmischen) Originaltönen, welche ich im heutigen Texas (März und April 1992) aufgezeichnet habe. Die über ihre Herkunft und ihren Alltag – mal im holsteinischen, mal im pfälzischen Idiom – sprechenden Texaner heißen Harold und Meta Pahl, Marge Mueller, Joseph Emanuel Knutzen und Ronny Sachs, Harvey Meiners und Edgar Heinsohn, sind im Alter zwischen 41 und 82 Jahren und verständigen sich täglich im sogenannten Texas-Deutschen. (Quelle: Bayerischer Rundfunk)

Und hier noch ein paar Informationen über Thomas Meinecke:

Thomas Meinecke (* 25. August 1955 in Hamburg) ist ein deutscher Musiker, Autor und DJ.

Der in Hamburg aufgewachsene Meinecke begann 1977 ein Studium der Theaterwissenschaft, Neueren Deutschen Literatur und Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In seiner Magisterarbeit befasste er sich 1982 mit Karl Philipp Moritz. Schon als Gymnasiast hatte sich Meinecke für Popkultur begeistert. 1978 gründete er mit Kommilitonen die Literaturzeitschrift „Mode und Verzweiflung“. 1980 entstand daraus die Band F.S.K. (Freiwillige Selbstkontrolle), die bis heute in fast gleicher Besetzung aktiv ist.

ThomasMeineckeIn den 1980er Jahren schrieb Meinecke zeitweilig Kolumnen für „Die Zeit“ und war kurzzeitig „Popredakteur“ des Lifestylemagazins „Wiener“, das er jedoch aufgrund von Differenzen über die Auffassung von Popkultur wieder verließ.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist er mehrfach als postmoderner Literat hervorgetreten, der durch eine ungewöhnliche, den musikalischen Experimentierfeldern ähnliche Schreibtechnik des Sampling auffällt. Er setzt sich mit verschiedenen Themen aus den vergangenen hundert Jahren Kulturgeschichte auseinander, unter anderem mit Popkultur und -musik, der deutschen, jüdischen und afrikanischen Diaspora in den USA, und den Geschlechterrollen (Gender). Besonders zu letzterem Thema wird er häufig zu Podiumsdiskussionen geladen.

Seit 2008 führt Meinecke unter dem Titel „Plattenspieler“ im Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU) durch eine lose Veranstaltungsreihe, in deren Mittelpunkt eine beliebige Mischung mitgebrachter Musikaufnahmen steht. So sitzt Meinecke jeweils mit einem anderen Gast für einen Abend auf der Bühne und beide Gesprächspartner spielen sich gegenseitig und dem Publikum im Wechsel Musik aus ihren privaten Sammlungen vor.

Von April bis November 2005 war Meinecke Stipendiat des Literaturbüros Niedersachsen und verfasste dort die „Netznotizen eines Zeitgenossen“. Im Januar/Februar 2012 hielt er die Frankfurter Poetik-Vorlesungen des Jahres 2012. Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Meinecke ist mit der Musikerin und bildenden Künstlerin Michaela Melián verheiratet und hat eine Tochter mit ihr. Seit 1994 lebt er in Berg (bei Eurasburg). (Quelle: wikipedia)

Thomas Meinecke hat dann später als Herausgeber mehrere CDs (bei Trikont) veröffentlicht, die sich mit der Musik dieser Deutschen in den USA beschäftige. Der Titzel dieser CD-Reihe „Texas Bohemia Revisited“

Aber hier geht´s nun zu dem 3-teiligen Hörbuch der ganz besonderen Art:

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The Crossroad Blues Band – Smell The Tubes (1993)

FrontCover1Also … gibt man in Google „The Crossroad Blues Band – Smell The Tubes“ ein,  so findet man so gut wie nichts.

Man findest einen link zur Seite musik-sammler.de … aber da erfährt man auch nicht viel ….

Dabei gab es diese Band ja mal … Und dann wollte ich es wieder mal genauer wissen … na ja und jetzt weiss ich a bisserl mehr.

Also … Die Band stammt aus Bayern, genauer gesagt aus Palzing (Palzing wiederum ist ein Gemeindeteil von Zolling und Zolling liegt dann im Landkreis Freising, nördlich von München).

Von daher könnte man sage: ist halt ne Provinzband …

Treibende Kraft bei dieser Band war dann wohl ein  Andreas Kilger … und wenn er auch einer Band aus der Provinz vorstand … es spielten Enthusiasten. Und das hört man nicht nur der Musik an, sondern davon zeugen auch Anmerkungen zu den einzelnen Texten … da sind welche aus dem Donau-Delta ganz tief in die Geschichte und in ddie Botschaften des Blues eingestiegen und haben so auch ihre eigenen Lieder geformt und geschmiedet.

Und man gönnte sich auch den Gag zwei Songs von Peter Green einzuspielen, man verwendete dabei allerdings nur die jeweiligen Texte … die Musik stammte dann von der Band.

Und sie interpretierten ein Lied von der mir bis dato völlig unbekannten Gaye Adegbalola.

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Und so ist das Album einerseits ein wunderbar traditionelles Bluesalbum geworden, andererseits steckt es auch voller kleiner musikalischer Überraschungen …

Der Andreas Kilger war dann noch längere Zeit in der bayerischen Bluesszene aktiv, gründete auch ein eigenes Label (“

Später gab es dann eine gänzlich andere Orientierung: Zusammen mit seiner Frau Franka gründete er das  „Theater KnuTh“ („Kilgers nutzloses unsinniges Theater“) und widmete sich fortan dem Puppenspiel auf der Bühne.

Und der Elmar Mader spielt heute noch … und zwar in einer Country-Band namens „Traveling Bones“ … hm …

Zurück in das Jahr 1993 … da spielte so eine bayerische Provinzband den Blues … mit so viel Herzblut, dass ich ganz gerührt bin.

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Besetzung:
Andreas Kilger (guitar, vocals, harmonica)
Elmar Mader (guitar, slide-guitar, vocals)
Rainer Ostermeier (drums)
Sexy Sax (bass, vocals)

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Titel:
01. Watch Out (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Green) 4.25
02. Story (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 4.46
03. Talk To Your Daughter (Lenoir) 3.17
04. Breakman (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Smith) 8.03
05. Black Cat Blues (Kilger/Mader/Sax) 9.44
06. Rolling & Tumbling (Traditional) 3.44
07. Crossroad Train (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 5.46
08. Love That Burns (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Green) 7.00
09. Oneway Ticket (Kilger) 5.16
10. Captain (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier/Traditional) 5.10
11. Silent Thunder In My Heart (Adegbalola) 4.11
12. Crossroad (Johnson) 4.51
13. Drunken Blues (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 4.02
14. Going Down To Memphis (Kilger/Mader/Sax/Ostermeier) 5.27

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Na ja, und dann stecke in der Hülle zu dieser CD noch dieser Zettel:

Grüsse

Erstanden habe ich die CD ja sehr günstig auf irgendeinem Flohmarkt und so ganz verstanden habe ich es nicht, warum man dann so eine Scheibe veräußert, ohne den sehr persönlichen Gruß vorher herauszunehmen. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass es der Gabriele auf ihrem weiterem Weg gut erging.

Unbekannter Interpret – Ich fühle Ewigkeit mit Dir – Musik für besinnliche Momente (1993)

FrontCover1ja … eigentlich bin ich geneigt zu schreiben: Ein weiteres Beispiel von überflüssiger Musik. Meditative Klänge für – so meine Vermutung – eine weibliche Kundschaft produziert … um jene romantischen Sehnsüchte zu befriedigen, die Menschen halt so umtreiben, bewegen … träumen, hoffen, lieben …

Entsprechend sind dann auch die Texte, die man in dem booklet zu lesen bekommt:

„Zeit ist relativ. Wir alle wissen das. Aber wirklich tief erfahren habe ich es erst durch dich!“
„Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern.Die Unterrichtsstunden wollten nicht vorübergehen, aber die Ferien waren vorbei, kaum das sie begonnen hatten.“
„Mit dir ist es etwas ganz anderes. Die Zeit, die du mir schenkst, ist das wertvollste was du mir geben kannst!“
„Manchmal frage ich mich, wie lange wohl unser Glück dauern wird. Aber ich weiß, es
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hat keinen Sinn,in dieser Art die Zukunft vorwegzunehmen.“
„Die Ewigkeit ist hier und jetzt. Es liegt nur an uns , jeden Moment so zu gestalten, das es den Eindruck der Ewigkeit in uns hinterlässt“.
„Ich geniese die Stunden deiner Zärtlichkeit. Der süße Duft deiner Liebe umweht mich noch in der Geschäftigkeit des Alltages, und die Gedanken an dich lassen mich die Zeit vergessen.“
„Benommen wie im Rausch, fühle ich die Ewigkeit mit dir. Die Zeit scheint stillzustehen in deiner warmen Umarmung.Wie schön ist es doch, mit dir zusammenzusein.“
„Ich danke dir…!“

Nun ja … unabhängig von diesem Pathos … gelegentlich findet auch so ein Album seinen Weg in mein Schlafzimmer und in der Tat erzeugt es dann auch eine wohltuende Stimmung, die einen in den Schlaf begleitet … Ärgerlich dass sich das Booklet ausführlich zum Thema „Musik in der Medizin“ äußert, aber kein Wort über die Interpreten dieser Klänge verliert … Ich vermute mal (aufgrund der Titel), dass es sich hier um eine US-Billigproduktion für die New Age Bewegung handelt … Vermuten heisst nicht wissen ! Wie gesagt: Sehr ärgerlich !

Tja und das für dieses Produk verantwortliche Label „Meistersinger Musik“, Forchheim gibt es auch nicht mehr …

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Besetzung:
Tja … Fehlanzeige … = keine Ahnung

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Titel:
01. Sirus Incarnation – The Day Will Come – Twin Souls From Venus 13.30
02. Dreamscapes 11.19
03. Mysterious Traveller 4.48
04. Journey Home 7.13
05. Pan 5.35
06. Shakuhaji Tales 6.20
07. The Unner Temple 5.20

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Floh de Cologne – Geyer-Symphonie (1973)

FrontCover1Sie waren die Polit-Rocker der ersten Stunde:

Floh de Cologne war eine zwischen 1966 und 1983 aktive Kölner Politrock-Band und Kabarettgruppe der linken außerparlamentarischen Opposition und des Umfelds der Neuen sozialen Bewegungen in der westdeutschen Bundesrepublik.

Floh de Cologne wurde am 20. Januar 1966 von Kölner Studenten zunächst als Politkabarett gegründet. Die Band stammte aus der Kölner APO um den SDS, ihre politische Ausrichtung veränderte sich über die Jahre hinweg zu einer klar dialektisch-marxistischen Position; unabhängig voneinander traten die Mitglieder der Band zwischen 1970 und 1973 in die DKP ein. Ihr legendärster Auftritt bleibt wohl der auf dem Fehmarn-Festival am 6. September 1970 nach Jimi Hendrix; dies war dessen letzter Auftritt vor seinem Tod. 1973 trat Floh de Cologne als musikalischer Teil einer westdeutschen Abordnung bei den X. Weltfestspielen der Jugend in Ost-Berlin auf. Ab 1980 waren Teile der Band (Vridolin Enxing als Vorsitzender) aktiv bei Rock gegen Rechts, im selben Jahr erhielt die Gruppe den Deutschen Kleinkunstpreis zusammen mit Gerhard Polt. 1983 löste sich Floh de Cologne auf.

Als die ursprünglich konventionelle Kabarettgruppe bei den Essener Songtagen 1968 Undergroundbands wie die Mothers of Invention, die Fugs und die Edgar Broughton Band erlebt hatte, orientierte sie sich mit ihrem dritten Programm „SimSAlabimbambaSAladUSAladim“ stilistisch um und verband agitatorische Texte mit Beatmusik und einer Bühnenshow zu sogenannten „Agitations-Revuen“[2] und entwickelte sich zu einer der führenden Politrock-Bands. 1969 schloss Floh de Cologne einen Exklusiv-Plattenvertrag mit dem Label Ohr/Metronome für die Produktion „Fließbandbabys-Beatshow“ und weitere Produktionen ab. Der seinerzeit legendäre Metronome-Produzent Rolf-Ulrich Kaiser, Szenenname: „Kosmischer Kurier“, war maßgeblich beteiligt am Aufbau der so genannten Krautrock-Szene dieser Jahre.

1971 schuf Floh de Cologne die erste deutschsprachige Rockoper namens „Profitgeier“. In der dreisätzigen „Geyer-Symphonie“ von 1973 arbeitete die Band in ihre Musik Originalausschnitte aus Politikerreden anlässlich des Begräbnisses des deutschen Großindustriellen Friedrich Flick ein. (Quelle: wikipedia)

Geyer-Symphonie01

Nun, Friedrich Flick … er war damals eine der größen Reizfiguren der rebellischen Jugend, denn wie kaum ein anderer symbolisierte er eine Gesellschaft, in der es möglich war, als profitgieriger Nazi in der neuen Bundesreppublik Deutschland Karrier zu machen und zugleich ganz gewaltig im Hintergrund duie Strippen zu ziehen.

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Friedrich Flick als Angeklagter während der Nürnberger Prozesse (1947)

Friedrich Flick (* 10. Juli 1883 in Ernsdorf (Siegerland); † 20. Juli 1972 in Konstanz) war ein deutscher Unternehmer. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges hielt sein Flick-Konzern umfangreiche Firmenbeteiligungen, besonders im Rüstungsbereich. Im Flick-Prozess wurde er als Kriegsverbrecher zu sieben Jahren Haft verurteilt. In der Nachkriegszeit begann sein Wiederaufstieg, wobei er zu einem der reichsten Männer der Bundesrepublik Deutschland wurde.

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Und hört man sich all diese Trauerreden an … so kann´s einem schon fröteln … und fassungslos mehme ich wieder mal zur Kenntnis, dass es in unserem Land möglich war, einem skurpellosem Verbrecher derartig viel Ehre teil haben zu lassen …

Und so wichtig und notwendig ihre damaligen Kommentaren zum Zeitgeschehen auch waren, so darf/muss man auch feststellen, dass Floh de Cologne musikalisch überwiegend eher ungelenk und hölzern agierten.

FlohDeCologne

Besetzung:
Hansi Frank (drums, vocals)
Dieter Klemm (percussion, vocals)
Theo König (saxophone, clarinet, harmonica, vocals)
Markus Schmid (guitar, keyboards, bass, vocals)
Dick Städtler (guitar, bass, vocals)
Gerd Wollschon (vocals, bass, percussion)

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Titel:
01. 1. Satz: La Grande Tristesse (Requiem) 7.10
02. 2. Satz: Danse Macabre (Totentanz) 13.02
03. 3. Satz: Sérénade Des Vautours (Leichenschmaus) 23.30

Musik und Texte: Hansi Frank- Dieter Klemm – Theo König – Markus Schmid- Dick Städtler – Gerd Wollschon

Die Trauerreden stammen von:
Herman Josef Abs – Fritz Berg – Ludwig Erhard – Konrad Kaletsch – Hans-Günther Sohl

Label
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Und jetzt ist ein Mitglied von Floh de Cologne verstorben: Theo König:

Todesanzeige

Matthias Reim – Sabotage (1993)

FrontCover1Der Matthias Reim kann ja auch ein bewegtes Leben zurückblicken … und so beschreibt er es selber …

Matthias Reim (* 26. November 1957 in Korbach) ist ein deutscher Pop-, Rock- und Schlagersänger.
Seinen ersten – und mit Abstand größten – Hit landete Reim 1990 mit Verdammt, ich lieb’ Dich. Die Single wurde weltweit 2,5 Millionen Mal verkauft und stand insgesamt 16 Wochen lang – vom 18. Mai bis zum 6. September – auf Platz 1 der deutschen Musikcharts. Seit 1971 stand hier keine Single ohne Unterbrechung länger auf Platz 1. Das erste Album Reim erschien im Juni 1990. Bis 1999 wurden neun weitere Alben bei Polydor veröffentlicht. Reims Album Zauberland erschien zusätzlich als englischsprachige Version in Kanada unter dem Namen Wonderland. Im Jahre 2000 erschien mit Wolkenreiter das erste von bislang sechs Alben bei Reims neuer Plattenfirma EMI. Es folgten die Alben Morgenrot, Reim, Unverwundbar und Männer sind Krieger. Am 29. Oktober 2010 erschien Sieben Leben, sein erstes Album

Geboren wurde Matthias Reim im nordhessischen Korbach, aufgewachsen ist er in der Kreisstadt Homberg (Efze). Sein Vater war Direktor des Gymnasiums in Homberg.
Nach dem Abitur begann Reim an der Universität Göttingen ein Studium der Reim01Germanistik und Anglistik, welches er jedoch zugunsten der Musik vernachlässigte und nicht abschloss. Er spielte unter anderem in den Bands Airway aus Bad Wildungen und Aqua aus Kassel. Er komponierte für Interpreten wie Bernhard Brink, Roberto Blanco, Jürgen Drews und Tina York. Erste eigene LPs mit den Bands Fallen Dice und Fair Fax brachten keinen kommerziellen Erfolg.

Der Sänger komponiert, textet, mischt und spielt seine Lieder überwiegend selbst. Die Musik zu einigen Songs, wie zum Beispiel Wenn Du gehen willst, musst Du gehen und Tina geht tanzen stammt von dem Komponisten und Musikproduzenten Christoph Brüx[

1990 kam dann der musikalische Erfolg. Matthias Reim schickte eine Kassette mit dem Titel Verdammt, ich lieb’ Dich an den ZDF-Moderator Wim Thoelke, der Reim anschließend in seine Sendung einlud und ihm damit zum Durchbruch verhalf.
Reim konnte den Erfolg nicht wiederholen, sondern hatte nach eigenen Angaben schließlich Verbindlichkeiten in Höhe von 13 Millionen Euro.

Reim beschuldigte seinen ehemaligen Manager Alfred Reimann, ihn durch Misswirtschaft in eine finanzielle Krise getrieben zu haben.  Reimann, dem Reim 1990 eine Generalvollmacht über seine Geschäfte übertragen hatte, habe sich beim Kauf von Immobilien und Firmen verspekuliert. Im Sommer 2007 parodierte er seine Single Verdammt ich lieb’ Dich in einem Sixt-Werbespot. Darin singt er, in Anspielung auf seine Schulden, „Verdammt, ich hab nichts, ich miet bei Sixt“.

Nach einem verkürzten Insolvenzverfahren ist Reim seit April 2010 wieder schuldenfrei.

Am 25. Januar 2013 brachte Reim das Album Unendlich auf den Markt. Damit erreichte er nach seinem Debüt aus dem Jahr 1990 erstmals wieder Platz 1 der deutschen Albumcharts. Am 2. Mai 2014 veröffentlichte er das Album Die Leichtigkeit des Seins.
2015 sollte Reims Jubiläumsjahr werden – 25 Jahre nach seinem bahnbrechenden Erfolg mit Verdammt ich lieb’ Dich. Dazu wurde auch eine Sammler-Box hergestellt, die auch kontrovers diskutiert wurde und unter anderem von Jan Böhmermann satirisch behandelt wurde. Krankheitsbedingt mussten jedoch viele Konzerte sowie eine Albumveröffentlichung und DVD-Aufzeichnung abgesagt und auf das Jahr 2016 verschoben werden.

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Am 15. April 2016 veröffentlichte Reim dann das Album Phoenix.

Matthias Reim hat sechs Kinder von fünf Frauen. Er ist zum dritten Mal verheiratet. Die Schlagersängerin Michelle war bis 2001 ebenfalls Reims Lebensgefährtin. Seit April 2012 lebte er auf der Halbinsel Mettnau, die zu Radolfzell gehört. Seit Januar 2017 wohnt er in seinem Haus in Stockach, in dem er mit seinem Sohn Julian und seiner Lebensgefährtin Christin wohnt.

Im August 2013 trennten sich Reim und seine Frau Sarah nach neun Jahren Ehe.  Seit Ende 2015 ist er mit der Schlagersängerin Christin Stark liiert. (Quelle: wikipedia)

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Sein doch eher ungezügeltes Paarungsverhalten grenzt schon ein wenig an Lächerlichkeit … aber das nur nebenbei.

Hier sein drittes Album (als die Welt noch in Ordnung war.). Und auch wenn mir die Einseitigkeit der Texte (Mädchen, Mädchen, Mädchen) aus den Keks geht … sein Handwerk hat er verstanden. Nicht nur, dass er dieses Album fast im Alleingang einspielte, er komponierte auch alle Songs … und dabei hatte er ein überraschend gutes Händchen für eingängige Melodien … Gassenhauer-Qualitäten ohne Ende.

Und der Sound, ja der ist zuweilen verdammt knackig … zuweilen richtig heavy ! Von daher wird man mit der Kategorie „Schlager“ diesem Album nicht gerecht.

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Besetzung:
Matthias Reim (vocals, guitar, bass, Keyboards, programming)
+
Caren Faust (background vocals)
Claudia Kaul (background vocals)
Thomas Maser (guitar)
Frank Ryan (keyboards)

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Titel:
01. Küssen oder so  3.37
02. Indianer 4.16
03. Das kannst du doch nicht machen 4.09
04. Eis in der Luft 4.30
05. Freunde 3.14
06. Bleib da 3.47
07. So verliebt 3.41
08. Ich kann’s nicht ändern 3.07
09. Geh‘ doch zum Teufel 3.47
10. Ohne Dich 4.04
11. Küssen oder so (Unplugged Club Version) 4.26

Musik + Texte: Matthias Reim + Mago Reim

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Herbert Grönemeyer – Live (1995)

FrontCover1Jetzt ein wahrer Ruhrpott-Star und Poet, der sich natürlich deutschlandweit einen ganz besonderen Ruf erworben hat.

Dieses Herbert Groenemeyer-live-Album aus dem Jahr 1995 enthält 18 Songs, die auf der Chaos-Tour in den Jahren 93 und 94 aufgenommen wurden. Dementsprechend enthält die Scheibe viele Tracks des Chaos-Albums. Ebenfalls zahlreich vertreten sind Hits der Platten „Bochum“, „Ö“ und „Luxus“.

Die großartigen Kompositionen Groenemeyers kommen bei solchen live-Auftritten endlich in angemessener Art und Weise zur Geltung. Vor allem die älteren Stücke wie „Bochum“ oder „Männer“ klingen in ihren Studio-Versionen doch ziemlich saft- und kraftlos; diesen typischen 80er-Sound mit viel Elektronik und wenigen Gitarren kann man sich heutzutage wirklich nicht mehr anhören, und so ist man froh, dass der Deutschrock-Poet im live-Bereich ein hervorragender Showmann und Sänger ist und stets von einer großartigen Rock-Band begleitet wurde und wird.

Das begeisterte Publikum erzeugt in Kombination mit dem druckvollen Sound und der packenden, emotionalen Performance der Musiker und natürlich des Sängers eine absolute Gänsehautatmosphäre – Groenemeyer live ist eine der mitreißendsten Platten im Pop-Musik-Business überhaupt.

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Dass die Texte Groenemeyers genauso ungewöhnlich wie ausdrucksstark sind, ist unbestritten. Der Songschreiber ist zweifellos in der Lage, die ganze Palette menschlicher Empfindungen in Worten und Musik auszudrücken.
Zu den besten Stücken auf der CD zählt für mich die Piano-Ballade „Kein Verlust“ mit seinen bitteren Zeilen, die menschliche Enttäuschung ausdrücken, und zwar in typischer Groenemeyer-Manier („…hast meine Schwäche genossen…auf mein Sentiment gebaut…meine Karten verraten – am anderen Tisch…“).

Ein weiterer großartiger, zum Klavier vorgetragener Song hat hingegen eine ganz andere Charakteristik: „Halt mich“ ist mit Sicherheit eines der schönsten Liebeslieder aller Zeiten, so viel Glück und Begeisterung steckt in dieser Komposition.
Neben den mitreißenden Rock-Nummern „Bochum“ und „Vollmond“ möchte ich noch den Mid-Tempo-Song „Land unter“ hervorheben.
Dieser vom Akkordeon begleitete Song hat eine wehmütige Charakteristik; man fühlt sich in eine rauhe, aber dennoch romantische Nordsee-Szenerie versetzt – Gänsehautfeeling pur.

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Auch die bislang unerwähnten Stücke dieser live-Platte wissen zu überzeugen. Die bis zur Mitte der 90er veröffentlichten Hits Groenemeyers sind allesamt vertreten. Hätte der Meister der deutschen Pop-Musik nicht mittlerweile weiteres, großartiges Songmaterial veröffentlicht, würde ich bei „Groenemeyer live“ von der ultimativen Herbert-Platte sprechen. Sie ist eine ausführliche Best-of-Scheibe mit live-Aufnahmen, die so gut wie alle Studio-Versionen der entsprechenden Songs durch diese unheimlich packende Stadion-Atmosphäre und die intelligenten, druckvollen Arrangements um Längen übertreffen. (Michael Schäfer)

In der Tat ein begeisterndes Album … da weiß ich gar nicht, welche Songs ich da hervorheben soll …

Doch. das ist „Sie“ (eine sensible Ballade über Männergewalt) und dann noch „Vollmond“ … da steht der Hammer !

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Besetzung:
Herbert Grönemeyer (vocals, keyboards)
Norbert Hamm (bass)
Jakob Hansonis (guitar)
Frank Kirchner (saxophone)
Alfred Kritzer (keyboards, accordion, vocals)
Nippy Noya (percussion)
Armin Rühl (drums)
Stefan Zobeley (guitar)

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Titel:
01. Chaos (Grönemeyer) 5.21
02. Deine Liebe klebt (Grönemeyer) 4.05
03. Kein Verlust (Grönemeyer) 4.15
04. Männer (Grönemeyer) 2.02
05. Kinder an die Macht (Grönemeyer) 2.27
06. Alkohol (Mrotzek/Hamm) 5.14
07. Land nter (Grönemeyer) 5.03
08. Morgenrot (Grönemeyer) 4.10
09. Halt mich (Grönemeyer) 3.32
10. Bochum (Grönemeyer) 4.13
11. Die Härte (Grönemeyer) 3.2
12. Sie (Grönemeyer) 3.44
13. Was soll das (Grönemeyer) 4.49
14. Vollmond (Grönemeyer) 6.10
15. Flugzeuge im Bauch (Grönemeyer) 4.23
16. Marie (Grönemeyer) 4.35
17. Mambo (Grönemeyer) 5.11
18. Ich hab dich lieb (Grönemeyer) 4.29

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Sie sieht in ihm den Filmriß
Das Leben abrupt gestoppt
Kann mit niemandem darüber reden
Das macht sie bekloppt
Es liegt Ewigkeiten zurück
Gelähmt, panisch als passiert es ihr jetzt
Gegenwärtig sein stierer Blick, seine Fäuste
Widerwärtig sein Atem, gehetzt
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Immer auf Scherben laufen
Schweigen ein zu schweres Gewicht
Ohnmächtig gegen den Giganten

Seine Nächsten verrät man nicht

Die Nacht ist viel zu leise
Die Seele hämmert so laut
Die Vergangenheit kommt anfallartig
Gebrochen an dem ekligen Stau
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Sie hat versucht den Traum zu reparieren
Sich aus ihm zu befrei’n
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit
Sie hat lange verzweifelt gewartet
Die Jahre zeigen kein Erbarmen
Das heilt keine Zeit

Hans Zimmer – Das Geisterhaus (1993)

frontcover1Man könnte glatt sagen: Hans Zimmer … unser Mann in Hollywood:

Hans Florian Zimmer (* 12. September 1957 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Filmkomponist, Arrangeur und Musikproduzent. Der Oscarpreisträger arbeitet in Hollywood.
Er gilt als einer der einflussreichsten und bekanntesten Filmkomponisten der Gegenwart und wurde bereits zehnmal für den Oscar, zwölfmal für den Golden Globe Award und zehnmal für den Grammy Award nominiert. Seine erste Oscar-Nominierung erhielt er 1989 für den Film Rain Man. 1995 wurde er für die Filmmusik zu Der König der Löwen mit einem Oscar ausgezeichnet. 2010 bekam er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. 2011 folgte ein Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin.
Zimmer wurde in Frankfurt am Main geboren. Er erlernte als Kind das Klavierspiel im Elternhaus in Königstein-Falkenstein, wobei er nur kurze Zeit einen Klavierlehrer hatte, da er sich dessen Disziplin hinsichtlich der Grundregeln für einen Pianisten nicht unterwerfen wollte. Er machte im englischen Internat Hurtwood House[1] in Dorking, Surrey das Abitur und spielte in Gruppen wie Krisma und Helden (mit dem Schlagzeuger von Ultravox, Warren Cann) am Synthesizer. Eine akademische musikalische Ausbildung durchlief er nicht. Hans Zimmer ist verheiratet und hat vier Kinder. In einem Interview im Mai 2014 erzählte er, dass er jüdisch sei und dass seine Mutter 1939 vor den Nazis nach England floh.
Ende der 1970er Jahre war Zimmer Komponist von Werbemusik-Jingles und wirkte im Videoclip des Buggles-Hit Video Killed the Radio Star am Modular-Synthesizer mit. Im Londoner Studio Air Edel komponierte er Werbe- und Radio-Jingles. Dort lernte er den bekannten englischen Filmmusik-Komponisten Stanley Myers kennen, dessen Assistent er 1980 wurde. Von ihm lernte Zimmer viel über das Komponieren für ein Orchester. Durch diese Zusammenarbeit bekam er erste kleinere Aufträge für eigene Filmmusikkompositionen. Ende der 1980er Jahre machte er durch die Vertonung von Filmen wie Rain Man auf sich aufmerksam.
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Zimmer wurde Anfang der 1990er Jahre vor allem wegen seiner innovativen Kombination von Orchester- und Synthesizer-Klängen bekannt. Mit Ridley Scotts Black Rain und Ron Howards Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen schuf er einen neuartigen Stil, Actionfilme zu vertonen. Besonders Backdraft gilt als Meilenstein der Filmmusikgeschichte: Zimmers Entscheidung, den Film mit einem sogenannten „Wall-to-Wall Score“ zu vertonen, also den Großteil des Films mit Musik zu unterlegen, schuf den Prototyp für viele Action-Filmmusiken, die danach in Hollywood produziert wurden. Die Stilistik, die grob auf einem mächtigen Hauptthema, rhythmischen Action-Motiven und behutsameren Passagen für die beiden Hauptfiguren (dargestellt von Kurt Russell und William Baldwin) basiert, findet sich in zahlreichen späteren Filmmusiken wieder.
Gemeinsam mit seinem Partner Jay Rifkin gründete er Mitte der 1980er-Jahre das Filmmusikstudio Media Ventures. Im Jahre 2003 übernahm Zimmer nach einem Rechtsstreit mit Rifkin mit seinem Unternehmen Remote Control Productions das Geschäft. Remote Control ist eine Art Talentschmiede, in der auch einige andere Filmmusik-Komponisten, wie z. B. Steve Jablonsky, James Dooley, Heitor Pereira und Geoff Zanelli arbeiten. Zu den bekanntesten ehemaligen Remote-Control-Komponisten gehören Klaus Badelt, John Powell, Nick Glennie-Smith, Mark Mancina und Harry Gregson-Williams.
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Diverse Produktionen von Hans Zimmer

Zimmer lebt und arbeitet heute in Los Angeles und zählt zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Filmkomponisten der Hollywood-Geschichte. Nach dem Abschluss der Arbeiten an Illuminati plante Zimmer, einige Konzerte zu geben, jedoch konnte dies bislang nur eingeschränkt verwirklicht werden, da er neue Aufträge annahm. Wie er in einem Interview mit der Internetseite Amazona.de sagte, sind die meisten Regisseure, mit denen er zusammenarbeitet, seine Freunde, und daher falle es ihm schwer, einen Auftrag von ihnen abzulehnen.
Allerdings war Zimmer 2016 mit einem Orchester aus 70 Musikern auf einer großen Tournee durch Europa unterwegs. Aus der Filmmusik-Karriere Zimmers wurden verschiedene Soundtracks live vor Publikum gespielt, verbunden mit kurzen Erzählungen Zimmers, u.a. über den Tod Heath Ledgers im Jahr 2008, der kurz nach den Dreharbeiten zu The Dark Knight starb. Die Premiere der Live-Tournee fand am 6. April 2016 in der Wembley Arena in London statt. Mit einem Konzert im antiken Theater von Orange wurde die Tournee am 5. Juni 2016 beendet. Deutschsprachige Orte der Tour waren Mannheim, Hamburg, Berlin, Oberhausen, München, Köln, Zürich, Graz, Wien, Genf und Luxemburg.[6] Johnny Marr begleitete Zimmer bei wenigen ausgewählten Konzerten in London, Berlin, Manchester, Dublin und Orange an der E-Gitarre.[7] Große Beachtung erfuhr Zimmer nach seinem Konzert am 22. April 2016 in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen, als er nach dem Tod von Prince dessen Titel Purple Rain spielte.
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Hans Zimmer bei der Arbeit

Im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008 engagierte sich Hans Zimmer als Botschafter in Deutschland. Ziel der Kampagne der Europäischen Kommission war es, die Menschen in allen 27 EU-Ländern über die Vorteile von Vielfalt zu informieren und sie für einen interkulturellen Austausch zu begeistern.
Als Reaktion auf den Anschlag von Aurora im Juli 2012 veröffentlichte er die Komposition „Aurora“. Der gesamte Erlös soll den Opfern und ihren Familien gespendet werden.

Die Verwendung von ethnischen Instrumenten, wie z. B. das Duduk in Gladiator (gespielt vom armenischen Dudukspieler Djivan Gasparyan), Flöten in Rangoon – Im Herzen des Sturms oder Taikos in Last Samurai, ist eines seiner Markenzeichen. Dazu gehören auch Kompositionen mit afrikanischen Einflüssen, wie z. B. Zwei Welten, Im Glanz der Sonne, Der König der Löwen und Black Hawk Down, aber auch Musik zu Komödien wie Besser geht’s nicht oder Tricks oder auch zu dem Action-Film The Dark Knight Rises. Er arbeitet regelmäßig mit den Regisseuren Ridley Scott, James L. Brooks, Gore Verbinski, Penny Marshall und Christopher Nolan zusammen. Zimmer selbst bezeichnet Ennio Morricone als sein großes Idol.
Zimmer arbeitet häufig mit denselben Musikern zusammen. So wird in vielen Musiken eine Gitarre von Heitor Pereira oder ein Cello von Martin Tillman gespielt.
Schon lange vor dem Start der Dreharbeiten komponiert Zimmer in der Regel Suiten, die alle wesentlichen Bestandteile der späteren Filmmusik enthalten.[10] Die Suiten dienen gegen Ende der Produktion als Basis für die Musik, die direkt zum Bild geschrieben wird. Aber auch die Suiten selbst werden meistens im Film und auf dem Soundtrack verwendet – so z. B. sind die Titel 9 bis 13 aus dem Soundtrack zu The Da Vinci Code – Sakrileg die von Zimmer geschriebene Suite. Diese Arbeitsweise erklärt Zimmer in einem Interview folgendermaßen:
„Ich habe darüber nachgedacht, wie ich in letzter Zeit arbeite. Die Dinge schon vor den Dreharbeiten zu schreiben, ist der bessere Weg. Die Filmtechnologie hat sich in den letzten Jahren, insbesondere durch Computereffekte, so stark verändert, dass es nun möglich ist, auch noch etwas in letzter Minute am Film zu ändern. Ich glaube, der alte Weg zu warten, bis der Film fertig geschnitten ist, und dann die letzten sechs bis zwölf Wochen, oder wie lange auch immer, die Musik zu schreiben und aufzunehmen, funktioniert heutzutage nicht mehr. Deshalb ist es sinnvoll, einen Teil der Musik vor diesen zwölf Wochen zu schreiben. Damit hat man selbst und die Filmemacher dann etwas, mit dem man arbeiten kann, während man über die Musik zum Bild nachdenkt. So hat man möglicherweise mehr Einfluss auf den Stil des Films. Außerdem kann man so diese ärgerlichen Temp-Track-Probleme lösen.“
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Häufig helfen andere Komponisten besonders gegen Ende der Filmproduktion Zimmer bei seinen Musiken, indem sie Teile für ihn auf Basis seiner Suiten und musikalischen Ideen orchestrieren, arrangieren oder komponieren. Diese gemeinschaftliche Arbeitsweise ist bei einigen Filmmusik-Fans umstritten, jedoch in Hollywood nicht völlig unüblich. Rupert Gregson-Williams sagt dazu in einem Interview folgendes:
„Hans ist eine Ikone und – meiner Meinung nach – ist die meiste Kritik gegen Media Ventures völlig unbegründet. Das häufigste Missverständnis ist, dass jeder an den Themen arbeitet, während Hans den Ruhm dafür bekommt. Nun, ich habe drei Monate mit Hans in Los Angeles an verschiedenen Szenen für ‚Der Prinz von Ägypten‘ gearbeitet – die Sandsturm-Sequenz, in der Moses von einem Kamel geweckt wird, und die Szene mit dem Tod der Erstgeborenen – und all die Themen wurden von Hans geschrieben. Meine Aufgabe war es, den thematischen Inhalt von Hans zu nehmen und es in meine Stücke für die Szene einzuarbeiten. Es gab eine Menge Diskussionen und Gespräche über die kontextuelle Bedeutung hinter dem Film und wie die Musik sich dazu verhält, aber die treibende Kraft dahinter war Hans. Ihm nur einmal bei der Arbeit zuzusehen, kreativ zu sein und einmal in dieser Atmosphäre zu sein war wunderbar. Außerdem ist Hans ein phänomenaler Orchestrator. Das ist etwas, was die Leute nicht verstehen.“
 (Quelle: Wikipedia)
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1993 engagierte Produzent Bernd Eichinger den dänischen Regisseur Bille August, um das in Buchform vorliegende Familienepos von Isabel Allende, Nichte des früheren chilenischen Staatpräsidenten Salvador Allende, Das Geisterhaus, zu verfilmen. Diese Familiensaga lässt den Zuschauer an rund 50 Jahren chilenischer Geschichte (20er – 70er Jahre) teilhaben und wurde mit internationaler Starbesetzung verfilmt: neben Jeremy Irons und Meryl Streep geben sich auch Glenn Close, Armin Müller-Stahl, Antonio Banderas und Winona Ryder die Ehre.
Der Film ist sicher nichts für Freunde leichter Unterhaltung, er beeindruckt vielmehr durch weitläufige Landschaftsaufnahmen, durch die ansprechenden schauspielerischen Leistungen und – ein nicht unwichtiger Punkt – durch die überraschend stimmungsvolle Filmmusik von Hans Zimmer. Dieser instrumentiert das sehr düstere, schwermütige Hauptthema, welches gleich im ersten Titel „The house of spirits“ in voll auskomponierter Fassung zu hören ist, als Klarinettensolo in Begleitung eines großen Streicher-Ensembles. Die Musik wirkt melancholisch, geisterhaft – verglichen mit anderen Arbeiten von Zimmer nimmt sie ansatzweise die ruhigeren Passagen des Gladiator voraus, im klassischem Sinne orientiert sie sich an Samuel Barbers „Adagio for Strings“.
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Im weiteren Verlauf darf zwar auch das tiefe Blech nicht fehlen, doch hat es, gegenüber anderen Arbeiten Zimmers, wie z. B. dem Score zu The Rock oder auch der Musik zum genannten Ridley-Scott-Römer-Epos, eine eher untergeordnete Bedeutung. Da der Komponist weitestgehend auf seine üblichen synthetischen Action-Percussions verzichtet – an manchen Stellen tritt die große Trommel als Verstärkung hinzu –, hebt sich der Klang stark vom gewohnten synthetisch aufgepeppten Hans-Zimmer-Sound ab.
Track zwei überrascht mit einem langen Klaviersolo (gespielt von The Rock-Co-Komponist Nick Glennie-Smith); das Stück erinnert an den langsamen Satz eines frühromantischen Klavierkonzertes. In Track drei („Coup“) erklingt eine Blechbläserpassage, die eher an einen kirchlichen Choral erinnert als an jene bombastischen, schnell etwas vordergründig wirkenden Blechbläser-Einsätze in Gladiator oder Crimson Tide. Track vier („Pedro and Blanca“) ist stark durch südamerikanische Rhythmik geprägt und bildet zusammen mit dem Hauptthema die Höhepunkte der CD. Hier wechseln sich Solo-Klarinette und -Gitarre ab, unterlegt mit folkloristischem Schlagwerk. Besonders die Klarinettensoli von Jürgen Musser überzeugen: mit seinem sehr weichen und trotz des ständigen Piano-Charakters voluminös-kernigen Ton sorgt er an manchen Stellen für regelrechte Gänsehaut.
Die Musik hat etwas Sphärisch-Transzendentes (sehr hohe Lagen der Streicher), womit sie wohl die jenseitige Gedankenwelt von Clara untermalt, einer der Hauptfiguren der Handlung. Man muss hier nicht lang nach musikalischen Vorbildern suchen: diese Passagen erinnern mitunter stark an Wagner, speziell das Vorspiel zu „Lohengrin“ stand hier Pate. Später erklingt Solo-Harfe zusammen mit gezupften Streichern (Pizzicati), was die Musik regelrecht wabern und flimmern lässt.
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Natürlich ist es Geschmackssache, ob man sich mit Zimmers eher klassizistisch-orchestralem Score anfreunden kann. Manch einer hätte wahrscheinlich eher Musik mit mehr typisch chilenisch-indianischem Charakter erwartet. Die Begründung dafür, dass Zimmer einen „europäisch-konventionellen“ Stil gewählt hat, liegt vielleicht darin, dass die Allendes eine spanische Einwandererfamilie sind und somit keine chilenischen Wurzeln haben. Ein weiterer Pluspunkt dieses Albums ist das reich bebilderte Booklet, aus dessen Credits hervorgeht, dass neben Nick-Glennie Smith auch Mark Mancina kompositorisch seine Finger im Spiel hatte.
Die wohl wichtigste Erkenntnis bei der Musik zum „Geisterhaus“ ist, dass sie wohl nicht die Fan-Erwartungen an einen „typischen“ Zimmer-Score erfüllt; in meinen Ohren hingegen klingt sie sogar überzeugender. Diese Musik ist orchestraler als die meisten seiner anderen Arbeiten, kommt fast ohne synthetisch-verstärkenden Effekte aus und bezieht ihre Dynamik größtenteils aus rhythmischen Streicherbewegungen und nicht aus gewohnten eher rockigen Percussions – etwas das in diesem Film auch äußerst deplatziert gewesen wäre. (Dietrich Haas)
Ein ganz besonderer Soundtrack, der auch ganz für sich stehen kann … und es überzeugen überwiegend all die leisen Töne … kommt bei Filmmusik nicht allzu oft vor.
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Besetzung:
Nick Glennie-Smith (piano)
Jürgen Musser (clarinet)
Douglas Myers (trumpet)
Martin Spanner(oboe)
Michael Stevens (guitar)
Richard Stuart (trumpet)
+
unbekanntes Orchester

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Titel:
1  The House Of The Spirits  10:02
2  Clara  6:31
3  Coup  9:34
4  Pedro And Blanca  9:50
5  Clara’s Ghost / La Paloma / Closing Titles 7.26
Musik: Hans Zimmer
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