Verschiedene Interpreten – 40 Jahre Beat Club (Radio Bremen/ARD 2005) (VHS rip)

titelHach, was wären wir „Westler“ ohne den damaligen „Beat-Club“ gewesen. Und wenn so eine Sendung derart erfolgreich, die Beatmusik und später dann die Rockmusk (mit all ihren Ablegern) bis in das Jahr 1972 präsentiert hat, dann bleibt einem eine solche Sendung im Gedächtnis zu mal der Beat-Club damals für uns jungen Leute ein Eldorado der guten Musik war …

Der Beat-Club war damals jedoch für etliche Erwachsene eine Provokation sondersgleich, wie folgende Lesezuschriften zeigen:

»Ich war erschüttert, was man sich da anhören und ansehen muß. Eine Bande
Irrinniger  und  Hysteriker  wird  da  auf  das  Publikum  losgelassen  —  mir
wurde wirklich übel von diesen Darbietungen. Und damit fristen diese üblen
Langhaarigen   und   Idioten   ihr   Leben   und   werden   dafür   noch   bezahlt«
(M. L./Stuttgart).

»Man  glaubt  sich  in  ein  Irrenhaus  des  Urwalds  versetzt.  Natürlich  wollen
diese Leute ihr Brot verdienen, sie sollen aber lieber beim U-Bahn-Bau helfen«
(W. Sch./ München).

»Nicht  mehr  zum  Ansehen,  pfui.  Nichts  für  ältere  Leute,  auch  nichts  für  die
Jugend.  Diese  Gesichter,  diese  Musik  —  nennt  man  das  schön?«  (D.  R./
Speyer).

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Ein früher Beat – Club mit dem Moderatorenteam Gerd Augustin und Uschi Nerke

»Das  schreit  zum  Himmel.  Arme,  arme  deutsche  Musikkultur.  Was  interes-
siert  uns  England  und  Amerika,  sind  wir  etwa  ein  Kolonialvolk  der  beiden
Staaten?« (G. R./Gelsenkirchen).
(Aus Briefen deutscher Fernsehzuschauer zu Beat-Sendungen in der ARD, die
der Spiegel in  der  Ausgabe  25/1970  unter  der  Überschrift  »Das  schreit  zum  Himmel« abdruckte)

Und der Beat-Club hatte seinen Kultstatus weg und dann bleibt es nicht aus, dass zu runden Gebrutstagen anständig gefeiert wird.

So auch zum 40. Geburtstag … Da gab´s dann eine über 2stündige Live-Sendung zu dem Thema, gespickt mit überwiegend deutschen Stars, die sich musikalisch vor dem Beat-Club und seinen Machern verbeugten.

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Die Moderatoren

Und so lautete dann die offizielle Ankündigung durch den Sender Radio bremen (die natürlich auch die Original Beat-Club Sendungen der damaligen Jahre produziert und ausgestrahlt haben):

„Eine der ersten Kultsendungen des Deutschen Fernsehens wird 40 Jahre alt: der Radio Bremen Beat-Club. Bremen Eins feiert diesen runden Geburtstag mit zwei großen Events im Bremer Musikclub Aladin.

Das Geburtstagsfest beginnt mit der Aufzeichnung einer Radio Bremen-TV-Show am Donnerstag, 1.9.2005. Die Show steht unter dem Motto „Stars von heute singen Beat-Songs von damals“. Moderation: Kim Fisher und Dirk Böhling. Mit dabei: Peter Maffay, Scorpions, Wolfgang Niedecken, Bell Book & Candle, Carl Carlton & The Song Dogs feat. Small Faces, Jan Fedder, Marshall und Alexander, Mushroams, Mayque, Lizz Wright, Global.Kryner, Kate Hall, The Rattles, Uschi Nerke, Thomas Weilbier, Kenny Jones (The Who), Die Beat-Club-Band u.a.“

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Uschi Nerke

Diese Geburtstagssendung kam damals nicht so gut an ….

Klar, man konnte sich fragen, ob es glücklich war, mit den beiden Moderatoren Dirk Böhling und Kim Fisher die richtige Wahl getroffen zu haben, da sie halt als Jungspunde eigentlich so gar nicht genaz wussten, von was sie sprachen. Aber singen, ja singen das konnten sie (man höre sich ihre Fassung von „Produ Mary“ an …  inkl. Uschie Nerke: backgropund vocals !).

Na ja, und jene gänzlich unbekannen Combos namens „Bell Book & Candle“, „Marshall & Alexander“, die „Mushrooms“ oder auch Mayque können in der Tat kaum überzeugen.

Aber dann gibt´s halt auch Musiker, die eine ganz andere Nähe zu dieser damaligen Musik haben …

Erster Höhepunkt der Sendung ist danndeshalb  ganz sicher und definitiv der Auftritt von Carl Carlton und seiner Band … r zwei Small Faces Songs kongenial interpretiert und mit im Gepäck: Ian McLagan, der ex-Keyboarder der Small Faces… und der macht eine wirklich famose Figur … da können einem glatt die Tränen kommen … puuuh.

Die Rattles liefern ein Hit-Medley ab … und der Wolfgang Niedecken zelebriert seine Fassung von „Like A Rolling Stone“ … wow !

Knochentrocken und geil … Fools Garden mit „All Day And All Of The Night“ von den kinks … gewöhnungsbedürftig Jan Fedder´s Version von „Walk Of The Wild Side“.

Na ja und dann Peter Maffay mit „Wild Thing“ … irgendeiner meinte wohl, das geht gar nicht … und doch, das geht (kein Wunder bei seiner Band mit Jean-Jacques Kravetz und Bertram Engel)… man höre und staune …

Und dann die Scorpions: Ihr „I Can´t Explain“ von den Who ist einfach nur der Hammer !

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Uschi Nerke + Wilhelm Wieben

Aufgelockert wurde die Show durch sog. Jahresrückblicke und da bleibt natürlich ein wissendes Schmunzeln nicht aus … garniert wurden diese Rückblicke natürlich auch mit diversen Schnipseln aus den Beat-Club Sendungen (insgesamt waren es ja 83)

Und es ist schon ein wenig bewegend, in all die „alten Gesichter“ im Publikum zu blicken, die jene Zeit so ganz aktiv erlebt haben … und da schweben meine Gedanken zu all jenen Menschen … die … angetrieben von all jenen Hoffnungen jener Jahre … mittlerweile in die Jahre gekommen sind …oder: Where have all the good times gone ?

Und deshalb wiedermal ein Beitrag aus der Rubrik „Talkin´´ bout my generation … “ … wehmütige Nostalgie inbegriffen.

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Carl Carlton

ianmclagan

Ian McLagan

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Rattles

wolfgangniedecken

Wolfgang Niedecken

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Fools Garden

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Jan Fedder

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Lizz Wright

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Peter Maffay

scorpions

Scorpions

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Die Moderatoren

Titel:
01. Einleitung
02.Bell Book & Candle: Hanky Panky (Barry Greenwich)
03. Interview Uschi Nerke + Wilhelm Wieben
03. Rückblick 1965
04. Marshall & Alexander: Ferry Cross The Mersey (Marsden)
05. Mushrooms: Halbstark (Bartelt/Adamowsky)
06. Mayque: You Keep Me Hanging On (Holland/Dozier/Holland)
07. Interview Carl Carlton
08. Carl Carlton & The Song Dogs (feat. Ian McLagan): All Or Nothing /Marriott/Lane)
09. Carl Carlton & The Song Dogs (feat. Ian McLagan): Tin Soldier (Marriott/Lane)
10. Rückblick 1966
11. Münchner Freiheit Irgendwann (Yesterday) (Lennon/McCartney)
12. Interview Michael Leckebusch
13. Rattles: Hit Medley
13.1 Mashed Potatoes
13.2. After Tea
13.3. Hot Wheels
13.4. The Witch
14. Interview Evelyn Friesinger (die Erfinderin des Mini-Rocks !!!) + Modeschau
15. Interview Wolfgang Niedecken
16. Rückblick 1967
17. Interview Wolfgang Niedecken
18. Wolfgang Niedekcne & Carl Carlton. Like A Rolling Stone (Dylan)
19. Dirk Böhling + Kim Fisher: Proud Mary (Fogerty)
20. Global Kryner: Oye Como Va (Puente)
21. Rückblick 1968
22. James Blunt: Rocky Racoon (Lennon/McCartney)
23. Rückblick 1969
24. Fools Garden: All Day And All Of The Night (Davies)
25. Rückblick: 1970
26. Jan Fedder: Schicksal (Walk On the Wild Side) (Reed/Fedder)
27. Dave Lee Travis
28. Kim Fisher: River Deep Mountain High (Spector/Barry/Greenwich)
29. Rückblick 1971
30. Lizz Wright: A Taste Of Honey (Scott)
31. Interview Peter Maffay
32. Wer damals so aufgetreten ist …
32. Peter Maffay Band: Wild Thing (Taylor)
33. Peter Maffay Band:  Halt dich an mir fest (Maffay/Hilbert)
34. Interview Scorpions + Thomas Freibier
35. Wer damals so aufgetreten ist …
36. Scorpions: I Can´t Explain (Townshend)
37. Scorpions: Rock You Like A Hurrican  (Schenke/Meine/Rarebell)
38. Beat Club Allstar Band: Instant Karma (Lennon)

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Das “Beat-Club”-Studio Mitte 1967 im Überblick.

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