Luise Kinseher – Glück & Co (2004)

FrontCover1Ich mag diesen bayerischen Humor einfach, kein Wunder angesichts meiner Herkunft. Und auch die Luise Kinseher ist so eine jener Kabaretistinnen, die es einfach versteht, all die Absurditäten unseres Lebens aufs Korn zu nehmen:

Luise Kinseher (* 4. Januar 1969 in Geiselhöring) ist eine deutsche Kabarettistin und Schauspielerin.

Luise Kinseher, die im niederbayerischen Geiselhöring aufwuchs, studierte in München Germanistik, Theaterwissenschaften und Geschichte. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über Sigi Zimmerschied. Erste Bühnenerfahrungen als Kabarettistin sammelte sie 1992. Von 1993 bis 1998 war sie Ensemblemitglied der Iberl-Bühne bei Georg Maier in München-Solln, wo sie in über 800 Vorstellungen auftrat.

1998 präsentierte sie ihr erstes Soloprogramm Ende der Ausbaustrecke – Silent Thrill of Kabarett.

Regisseur Franz Xaver Bogner entdeckte Kinseher als bayerische Volksschauspielerin und besetzte sie in seinen Fernsehserien in Schlüsselrollen, so als Hanna Graf in Café Meineid und als Polizeirevierleiterin Thekla Eichenseher in München 7. In Vorne ist verdammt weit weg und Marcus H. Rosenmüllers Beste Zeit war sie auch im Kino zu sehen. Als Chefsekretärin Gabi Blümel hält sie regelmäßig Rückschau in dem kabarettistischen Wochenrückblick des Bayerischen Fernsehens Nix für ungut. 2010 spielte Kinseher beim Singspiel des traditionellen Politiker-Derbleckens auf dem Nockherberg erstmals die Rolle der Bavaria; 2011 hielt sie in dieser Rolle als erste Frau überhaupt die Salvatorrede. Von 2012 bis 2015 stellte sie auf dem Nockherberg wieder die „Mama“ Bavaria dar.

Ihr Bühnenprogramm Einfach reich feierte 2010 in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft Premiere.

Luise Kinseher lebt in München. (Quelle: wikipedia)

Hier die Präsentation ihres 3. Programms „Glück & Co.“ … eine Live-Aufnahme aus der Münchner Lach & Schiess-Gesellschaft:

„Sind Sie glücklich? Nein? Dann werden Sie es an diesem Abend im PiK. Die Mitarbeiterinnen der Firma Glück & Co. machen es Ihnen vor: allesamt waren sie depressiv, hässlich und erfolglos. Doch jetzt ist alles anders: die zu wahren Glücksprofis umgeschulten Damen zeigen auch Ihnen den individuellen Weg ins Glück!
Mit „Glück & Co.“ zeigt Luise Kinseher, was sie beherrscht wie keine andere: schauspielerisches Talent, Lust an der Verwandlung und rasante Rollenwechsel. Kurzweiliges, unterhaltsames Typenkabarett!“

Und allein die Nummer „Bastelstunde mit Maria“ ist so gnadenlos gut … dass man verstehen kann, dass die Luise Kinseher diverse Preise im Bereich des Kabaretts erhalten hat …

LuiseKinseher

Besetzung:
Luise Kinseher
+
Musik: Tom Hake + Andreas Binder

Booklet02A
Titel:
01. Gitti Lachner: Lachen mit Lachner  6.02
02. Geflügelte Worte eines Geflügelzüchters  3.31
03. Sex, Ehe, Scheidung – macht alles glücklich 4.26
04. Juliane Burgmeister: Hot Shop 2.41
05. Frau Rösch: Kundenzufriedenheitsanalyse 6.36
06. Wer schön ist, schaut einfach besser aus!  4.44
07. Frau Wondra: Mehlexplosion 4.49
08. Gegrillte Inder 3.40
09. Nudeln machen glücklich 2.07
10. Helga Frese: Heinz verfettet 3.37
11. Hackordnung 1.51
12. Neuer Schnitt, neues Glück! 2.52
13. Die Katastrophe 1:21
14. Frau Rösch lässt die Sau raus 1.09
15. Bastelstunde mit Maria 6.37
16. Frau Rösch wird Zimmerbrunnen 4.28
17. Wer nicht stirbt, wird älter! 4.22

Alle Texte: Luise Kinseher

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Gabi Decker – Klassentreffen (1998)

FrontCover1Von der Gabi Decker war hier ja schon mal die Rede und zwar hier.

Hier nun das zweite Bühnenprogramm von Vollblut-Entertainerin Gabi Decker. Als komödiantisches Allroundtalent aus Berlin schlüpft sie in die Häute von sechs ehemaligen Mitschülerinnen und Lehrerinnen.

Man muss schwarzen Humor schon mögen, denn dieses Programm ist voll von z.T. bitterbösem schwarzem Humor und somit genau meine Kragenweite.

Der feinsinnge Humor ist nicht ihre Sache, aber wo steht geschrieben, dass Frauen nicht auch mal so richtig deftig sein dürfen, wollen, können … ergo: Zoten sind inbegriffen.

Die Texte stammen von Gabi Decker selbst (ergänzend unterstützte sie Clemens Füsers).

Gar nicht gut weg kam dieses Programm bei Konrad Kraaz von der „Berliner Zeitung“:

Millionen Fliegen können nicht irren. Wenn das Bedürfnis nach derber Kost ein Massenphänomen ist, dann wären die Köche schön dumm, diesen Geschmack nicht zu bedienen. Das ist im Kabarett wie überall. Ein großer Teil des Publikums lechzt nach dem Groben und bekommt es. Bei den „Wühlmäusen“ stellt Gabi Decker zur Zeit ihr neues Programm vor. „Klassentreffen“ heißt es. Eine charmante Frau hat dazu geladen. Im superkurzen Hängerkleid begrüßt sie ihre ehemaligen Kameradinnen und überlebende Lehrerinnen. Die Dame plaudert freundlich, verteilt Spitzen und wird ein bißchen frivol. Wir ahnen, Grenzüberschreitungen sind zu erwarten. Die Gürtellinie bleibt nicht das Maß des guten Geschmacks. Die Ahnung wird im Verlauf des Abends zur Gewißheit. Gabi Decker taucht tief ein in die menschlichen Niederungen, in der das Unterteil wie selbstverständlich triumphiert. Ihre Figuren scheinen einem ebenso wüsten wie infantilen Panoptikum entsprungen. Mit boshafter Lust vermittelt sie Bilder von Frauen, die der vorpubertären Phantasie des kleinen Fritzchen oder den senilen Erinnerungen Opa Friedrichs entsprechen. Männerstammtisch und Damenkränzchen haben wohl ein ähnliches Niveau. Wenn Gabi Decker spielt, spielt sie Klischees. Je gröber desto besser.

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Mit dem Wowereit

Von Zwischentönen keine Spur. Die alten Lehrerinnen scheinen allesamt der vergangenen Jahrhundertwende entsprungen zu sein. Und wenn sie heute nicht zu alt und zu krank sind, was Gabi Decker und dem Publikum für einen Witz und einen Lacher schon ausreicht, dann haben sie zumindest noch sexuelle Phantasien. Also etwa so: Ein greiser Einbeiniger bekommt eine gewaltige Erektion und kann wieder gehen. Nach einer Kaltwasserbehandlung ist der schöne Traum vorbei. Ist das nicht komisch? Als einzigen Mann in ihrem Figurenensemble führt Gabi Decker den ehemaligen Hausmeister vor. Der war natürlich ein Spanner und dealte mit Mädchenschlüpfern. Was sonst. Nicht viel differenzierter zeichnet die Kabarettistin die Porträts ehemaliger Mitschülerinnen. Eine Schauspielerin ist exaltiert, unbegabt und macht Werbefilme für Damenbinden. Die Austauschschülerin aus Asien versieht heute fröhlich kichernd ihre Liebesdienste in einem Sexlokal. Die schon immer von der Esoterik Angehauchte vermittelt Reinkarnations-, Menstruations- und Masturbationserlebnisse. Dann gibt es noch eine schrille, kiffende und saufende Rocksängerin und die Power-Geschäftsfrau mit dem großen Männerverschleiß. Das ist alles zu grob, zu banal, zu schlicht. Schweinische Witzchen werden doch nicht besser, wenn sie von einer Dame erzählt werden. (Besprechung vom 26.03.1998)

Selber hören und sich ein eigenes Urteil über dieses schrille Programm bilden … empfehle ich einfach mal so …

Aufgenommen im Theater Die Wühlmäuse, Berlin, Juni 1998

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Die Figuren des Programms

Besetzung:
Gabi Decker (Sprecherin, keyboards)

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Titel:
01. Gabi Decker – Opening (Decker/Füsers) 12.48
02. Henriette Hampel – Klassenlehrerin (Decker/Füsers) 1.59
03. Hertha Kordhase – Soprtlehrerin (Decker/Füsers/Jaty/Balz) 9.50
04. Annabell Meschugylla – Schauspielerin (Decker/Füsers) 6.14
05. Fong Lee – Austauschschülerin (Decker/Füsers) 8.25
06. Frau Krawuttke – Musiklehrerin (Decker/Füsers) 9.43
07. Usch – Alternative Schlampe (Decker/Füsers) 10.15
08. Ulrike Herrenhausen-Brackmann (Decker/Füsers) 8.32
09. Dialog alle (Decker/Füsers) 1.35
10. Gabi Decker – Zugabe (Decker/Füsers) 1.34
11. Mad About The Boy (Coward) 2.59

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Gabi Decker – Leibhaftig ! (2004)

FrontCover1Eigentlich krieg ich ja von Kabarett nie genug und deshalb legte ich mir eines Tages die Gabi Decker auf:

Gabi Decker (* 5. Juli 1956 in Ratingen, Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Kabarettistin, Moderatorin und Sängerin.

Nachdem sie in Bokensdorf in Niedersachsen aufgewachsen war, brach sie Ausbildungen zur Bauzeichnerin in Wolfsburg und zur Reisebürokauffrau in Braunschweig ab. 1981 ging Gabi Decker nach Berlin. Dort verdiente sie sich mit Jobs als Kellnerin oder Zimmermädchen ihren Lebensunterhalt und trat nachts als Jazz-Sängerin in Bars auf, wo sie auch entdeckt wurde. Ohne größeren Erfolg veröffentlichte Gabi Decker 1983 und 1984 drei von Ralph Siegels Schallplattenfirma produzierte Singles: Unter der Dusche –
Ich werd’ wahnsinnig und Allein.

Von 1985 bis 1994 arbeitete sie als Radiomoderatorin für den SFB und war im bundesweiten ARD-Nachtexpress zu hören. Seit Mai 2013 ist sie wieder im Radio auf Top20Radio zu hören.

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Als Gagschreiberin war sie nebenbei für Mike Krüger, Harald Schmidt, Gerd Dudenhöffer und Hans Werner Olm tätig, bevor sie 1994 mit Ich wär‘ so gerne Chauvinist ihr erstes Solo-Programm auf der Bühne präsentierte. 1998 war sie zusammen mit Isabel Varell in der sechsteiligen ZDF-Comedyshow Varell und Decker zu sehen. Es folgten weitere TV-Auftritte, darunter Quatsch Comedy Club, Mitternachtsspitzen und Blond am Freitag, wo sie seit 2001 als regelmäßiger Gast zu sehen war. Mit ihrem Bühnenprogramm Leibhaftig war Gabi Decker seit Juni 2004 deutschlandweit auf Tournee. Im August 2010 startete im Berliner Kabarett-Theater Die Wühlmäuse ihr aktuelles Bühnenprogramm Das Beste – Zugabi.

AutogrammkarteGabi Decker ist Schirmherrin der Berliner Schwulenberatung. (Quelle: wikipedia)

Und eigentlich krieg ich ja von Kabarett nie genug und deshalb legte ich mir eines Tages die Gabi Decker auf und war irgendwie ziemlich irrititert. Einerseits ist die Dame ja altersmäßig in meiner Preisklasse anzusiedeln (schaut allerdings im Gegensatz zu mir deutlich jünger aus !)  und andererseits kann man durchaus feststellen, dass sie jede Menge ganz pfiffiger Ideen hat. Und auch ihre stimmlichen Parodien haben ihren Reiz.

Dennoch: Irgendwie bleibt ihr Auftritt (im Theater „Die Wühlmäuse“, Berlin; 18.6.2004) schal, hohl und arg bemüht … irgendwie ein Abklatsch von dem, was gutes Kabarett ausmachen könnte.

Aber natürlich sehen das andere ganz anders:
Gabi Decker besitzt das Talent, ihr Publikum mit den direktesten, härtesten und hemmungslosesten Pointen zu verwöhnen und dabei das Objekt ihrer Begierde, sprich den jeweiligen Promi, ihr Heimatdorf oder allerlei Begebenheiten in ihrem abwechslungsreichen Leben verbal zu zerlegen! Wortwitz und kluge Spontanität erledigen den Rest und man lacht sich kaputt, sobald Frau Decker die rasierklingenscharfe Zunge erbeben lässt. Ob „Bokelsdorf“, „Promi“, „Kondome“ oder gelungene Gesangsdarbietungen zwischen den Stücken, zusammen ergeben alle Programmpunkte die stimmige Unterhaltung mit Köpfchen!

Sehr empfehlenswert! Mein Rat: Für alle die genug von schlechten, platten Schenkelklöpfern haben und endlich mal wieder aus Herzenslust lachen wollen… (Markus Mildner)

Und daher meine Empfehlung: Man bilde sich ein eigenes Urteil !

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Besetzung:
Gabi Decker (Sprecherin)

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Titel:

01. Good to Gabi 2.59
02. Eröffnung 3.18
03. Reiseleitung 7.35
04. Promis 11.33
05. Kondome 6.46
06. Bokensdorf 6.33
07. Familie 9.04
08. Freude am Alter 9.51
09. Liedergeschichte 15.32

Alle Texte: Gabi Decker

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Werner Schneyder – Ich bin konservativ (2012)

FrontCover1.jpgA bisserl länger hätte er ja schon noch bei uns bleiben können, der Werner Schneyder:

Werner Schneyder (* 25. Jänner 1937 in Graz; † 2. März 2019 in Wien) war ein österreichischer Kabarettist, Autor, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter und Sportkommentator.

Werner Schneyder wurde 1937 in Graz geboren. Sein Vater stammte aus Wien, die Mutter aus Karlsbad. Er wuchs in Klagenfurt „zwischen Fußballplatz und Stadttheater“ auf, studierte in Wien Publizistik und Kunstgeschichte. Daneben arbeitete er – wie schon zur Schulzeit – als Journalist und Barsänger. Nach der zeitungswissenschaftlichen Promotion schrieb er drei Jahre lang Werbetexte. Über die Annahme eines Theaterstücks wurde er als Dramaturg an das Landestheater Salzburg engagiert. Nach einem Jahr in Linz entschloss er sich zur Existenz als freier Autor. Er schrieb für den Hörfunk Features und Hörspiele, war auch deren Regisseur, schrieb Theaterkritiken und politische Tagesgedichte für Zeitungen.

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Werner Schneyer in der  ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“ – Februar 1975 mit  war Moderator Walter Schmiedin und  (Volker Ludwig (re). Thema der Sendung: „Scherz, Satire, Ironie“.

Werner Schneyder lebte in Wien und am Millstätter See in Kärnten. Mit seiner Frau Ilse war er mehr als 40 Jahre lang (1961–2005) verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Achim (* 1964 in Salzburg), Autor und Journalist, hervor. Im Jahre 2011, fünf Jahre nach dem Krebstod seiner ersten Frau, heiratete er in Spittal an der Drau Regine Bulling.

Schneyder starb am 2. März 2019 in seiner Wohnung in Wien. Er soll in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt werden.

1973 wurde ein Auftritt mit einer kabarettistischen Lesung in Salzburg für den befreundeten Kurt Weinzierl zum Anlass, Schneyder dem Star des im Jahr zuvor aufgelösten Ensembles der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, Dieter Hildebrandt als Partner zu empfehlen.

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Werner Schneyder mit Dieter Hildebrandt (Mitte der 70er Jahre)

Eine zunächst unverbindliche Begegnung entwickelte sich nach dem Erscheinen von Schneyders erstem Gedicht- und Aphorismenband zu dem Plan, ein Kabarett-Duo zu gründen. Dieses startete im April 1974 und zeigte fünf Programme in acht Jahren (Talk täglich, Lametta & Co., Wie abgerissen, Keine Fragen mehr, Ende der Spielzeit). 1982 trennte sich das Paar, um sich 1985 für ein kabarettgeschichtlich bedeutsames Gastspiel in der DDR (Zugabe Leipzig) noch einmal zu formieren. Schneyder war davor schon zweimal mit Solo-Gastspielen in Leipzig gewesen. Er hatte vor dem letzten Duo-Programm ein Solo mit Trio erprobt und ließ danach unter anderem Satz für Satz, Doppelt besetzt, Schon wieder nüchtern, Absage und Abschiedsabend folgen.

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Werner Schneyder live: Hier bei einem Konzert auf dem Wiener Heldenplatz (1992)

1996 trat Schneyder von der Kabarettbühne ab. Zwölf Jahre später kehrte er mit dem Programm Ich bin konservativ zurück. Dessen Kleintheaterversion folgte 2011 (Das ultimative Solo). Alle Duo- und Soloprogramme wurden nach großen Tourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz von Fernsehsendern ausgestrahlt. Daneben versuchte Schneyder auch immer wieder, literarisch-kabarettistische Elemente in neue Unterhaltungsformate (Salon, Stichwort, Meine Gäste und ich) einzubringen. Am 25. Jänner 2017, seinem 80. Geburtstag, hatte Werner Schneyder mit seinem letzten Programm Das war’s von mir Premiere im Akademietheater des Burgtheaters Wien.

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Werner Schneyder im „Aktuellen Sportstudio“ (ZDF)

Der literarische Weg begann mit drei Taschenbüchern mit Politlyrik und Aphorismen. Daneben gab es auch einen humoristischen Roman: Die Unternehmungen des Herrn Hans. Aus den drei Paperbacks entstand ein Auswahlband: Gelächter vor dem Aus. Es folgten Satiren und Erzählbände, ein literarisches Porträt Erich Kästner – ein brauchbarer Autor, zwei Auswahlbände Schreibzeit und Zeitspiel, der Bericht über eine Theaterarbeit Meiningen oder Liebe und das Theater, der Gedichtband Reimzeit, der Essayband Ansichten eines Solisten, das Selbstporträt Ich, Werner Schneyder – meine zwölf Leben, drei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau Ilse Krebs – eine Nacherzählung. Neben weiteren Erzählbänden veröffentlichte Werner Schneyder die Satire-Bücher Manchmal gehen mir meine Meinungen auf die Nerven, aber ich habe keine anderen (2011) und Von einem, der auszog, politisch zu werden. Die Geschichte eines „Meinungsträgers“ (2014). Zuletzt erschien Gespräch unter zwei Augen. Dialog eines Lebens (2016).

Werner Schneyder liest in München, 2012

Ende der 1980er Jahre wurde Werner Schneyder vom Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz seine erste Theaterregie angeboten, die Operette Im weißen Rößl. Operetteninszenierungen in München, Graz, Wien, Klagenfurt, Bremen und Erfurt folgten. Daneben wurde er immer auch Regisseur des Schauspiels. Er inszenierte zum Beispiel am Wiener Theater in der Josefstadt seine Fassung von Die letzten Tage der Menschheit von Karl Kraus, am Staatstheater Meiningen Das weite Land von Arthur Schnitzler mit Christine Zart in der weiblichen Hauptrolle, in Wien, Villach und bei den Komödienfestspielen Porcia Autoren wie Oscar Wilde, Georges Feydeau, Erich Kästner, Hugo von Hofmannsthal, Hermann Bahr, Felix Mitterer. In Bremen brachte er Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza zur Aufführung. Zuletzt inszenierte er in Wien am Stadttheater in der Walfischgasse Betrogen von Harold Pinter und am Staatstheater Meiningen Le Dindon von Georges Feydeau. Dem folgte bei den Komödienspielen Porcia Anatol von Arthur Schnitzler.

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Als Bühnenschauspieler debütierte er – wiederum in Partnerschaft mit Dieter Hildebrandt – in Neil Simons Sonny Boys (Münchner Kammerspiele, Gastspiele in Berlin und Hamburg, Tourneen und TV-Aufzeichnung). Danach schrieb er für sich die satirische Komödie Galanacht, die in zwei Inszenierungen (Berlin, Wien) 225 Mal gespielt wurde. Er dramatisierte den Roman von Erika Pluhar Verzeihen Sie, ist das hier schon die Endstation? und spielte auch deren Partner bei Gastspielen unter anderem am Akademietheater und am Volkstheater in Wien. Zuletzt spielte er bei den Kärntner Komödienspielen in Porcia abermals den Willy in Sonny Boys, diesmal unter eigener Regie.

Werner Schneyder schrieb für sich und Kollegen aus der Showbranche (etwa Marianne Mendt) zahlreiche Chansons und Übersetzungen. Er übersetzte auch die Songtexte der Musicals Funny Girl und Billy. Größte Beachtung fanden seine Jacques-Brel-Nachdichtungen, wie Amsterdam, Joe, Das allerletzte Glas, gesungen von Michael Heltau, Hildegard Knef und anderen. Die Wut ist jung, mit dem Lore Lorentz brillierte, stammte aus seiner Feder.

Schneyder betätigte sich schon in der Schulzeit als Sportjournalist. Lange danach kam über das Kabarett ein Kontakt mit dem ZDF zustande, der ab 1975 zur Präsentation des Aktuellen Sportstudios und 1978 zur kabarettistischen Jahresbilanzsendung Das ausgefallene Sport-Studio führte, die er bis 1990 sieben Mal moderierte. Ab den Olympischen Spielen in Los Angeles (1984) kommentierte er zunächst Amateur- und später Berufsboxen im Fernsehen.

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Werner Schneyder als Ringrichter: Hier überwachte er einen Kampf bei der Staatsmeisterschaft im österreichischen Köflach im Jahr 1981.

Als langjähriger Kampfrichter im Amateurboxen und als Kabarettist konnte er hier zwei seiner Kompetenzen gleichzeitig anwenden. Sein anhaltendes Interesse für Sport im Allgemeinen bewies er durch gelegentliche Kolumnen in einem Fachblatt. Während seiner Duo-Jahre mit Dieter Hildebrandt stand er im Tor des FC Schmiere, der Fußballmannschaft der Kabarett- und Kleintheaterszene jener Zeit.
Auszeichnungen und Ehrungen
Schneyder10Werner Schneyder erhielt u. a. den „Johann-Nestroy-Ring“ der Stadt Wien (1981), den „Mostdipf-Preis“ (1983), den „Deutschen Kabarettpreis“, den „Bayrischen Kabarettpreis“ (Ehrenpreis, 2008), den „Stern der Satire des deutschen Kabarettarchivs“ (2008), den „Salzburger Lebensstier“ (2010), das „Große Verdienstzeichen“, den „Goldenen Rathausmann“, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2012) und das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten (2017).

Und hier eine Doppel-CD (eine Art „Best Of“), die man getrost als sein Vermächtnis bezeichnen kann:

Im Jahre 2008 wurde der Grandseigneur des politischen Kabaretts, Werner Schneyder, von den Ruhrfestspielen in Recklinghausen eingeladen, den Eröffnungsabend mit einer satirischen Lesung zu bestreiten. Da beschloss der Autor trotz seines „unwiderruflichen“ Abtretens von der Kabarettbühne 1996, seine besten Soli, Szenen und Chansons doch wieder aufzuführen. Beim Zusammenstellen des Programms überkam ihn freilich der Ehrgeiz, hier und da zu aktualisieren, zu ergänzen, die klassischen Texte in Bezug zur Gegenwart zu setzen. Das so entstandene neue Programm „Ich bin konservativ“ wurde von Publikum und Presse gleichermaßen enthusiastisch aufgenommen. Hier in einer Aufführung 2011 aus der Leipziger Pfeffermühle auf einer Doppel-CD dokumentiert.

„Ein schneidend scharfes, mitunter bitteres Meisterwerk“ (Münchner Merkur 12.9.2012)

Hier die geballte Ladung eines Kabaretts … das nicht nur geistreich, sondern so treffend die Dinge, wie sie nun mal sind,auf den Punkt bringt … Und er zündet ein Feuerwerk von Pointen, die mehr als einmal wie bitter Medizin schmeckt …

Uns konnte nichts besseres passieren, als dass uns der Werner Schneyder uns auf seine Art und Weise, mit seinen Traktaken belästigt hat …

Ich verneige mich … Schlafen Sie gut, Herr Schneyder … Sie haben uns alle sehr reich gemacht … merci …

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Werner Schneyder und Gisela Schneeberger in dem Gerhard Polt Film „Man spricht deutsh“ (1988)

Besetzung:
Christoph Pauli (piano)
Werner Schneyder (Sprecher)

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Titel:

CD 1:
01. Zugabelied 2.09
02. Exposition 4.03
03. Bankenlied 2.35
04. Solo 1 4.24
05. Recht auf Arbeit 3.11
06. Solo 2 4.09
07. Mehr, mehr, mehr (Blue Rondo Alla Turque) 2.10
08. Solo 3 3.21
09. Der Krisenmanager 1.44
10. Lied vom Sachzwang 2.40
11. Das Wahlinterview 1.39
12. Solo 4 4.04
13. Abschied von einem Freund 3.11
14. Solo 5 1.50
15. Demokratierede 0.53
16. Solo 6 3.34
17. Lied von den Chefetagen 2.19
18. Solo 7 7.13
19. Pause machen 3.49

CD 2:
20.  Lieber Gott, mach mich bitte zum Experten 2.59
21. Faust 2.24
22. Touristenparadies 2.47
23. Solo 8 5.11
24. Der kleine Unterschied 3.41
25. Solo 9 0.55
26. Lasset uns frohlocken 2.28
27. Solo 10 6.20
28. Festspielmedley 4.45
29. Solo 11 2.36
30. Impromtu ohne Genie 2.13
31. Solo 12 2.36
32. Arztbesuch 1.58
33. Ich bin schon da, verehrter Patient 1.48
34. Solo 13 1.13
35. Ansprache an den Herrn Gott 2.30
36. Ich bin konservativ 4.05
37. Schlafen Sie gut, Herr Tucholsky 3.01
38. Merci, Jaques Tati 3.45

Texte: Werner Schneyder
Musik: Christoph Pauli

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Abgang Werner Schneyder

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Werner Schneyder (* 25. Jänner 1937 in Graz; † 2. März 2019 in Wien)

 

Helen Vita – Ursula Herking – Edith Hancke – Unartige Lieder (1966)

FrontCover1So, meine Damen und Herren, jetzt wird´s frivol und von daher ist diese LP auch ausschlieißlich „nur für Erwachsene“ !

Die Rede ist von einem Sampler, der als „Club-Auflage“ 1966 erschien. Die LP enthält Beiträge von Ursula Herking (Seite 1) und Helen Vita und Edith Hancke (Seite 2).

Helen Vita war ja in diesr Zeit als „Skandelsängerin“ verschrien. Und so liest sich das im Rückblick:

Zur Skandalfigur der Saubermann-BRD in den Prä-68ern wurde Vita vor allem als „fromme Helene“ und mit der seinerzeit Aufsehen erregenden Schallplattenserie mit den „frechen Chansons aus dem alten Frankreich“ in deutscher Übersetzung von Walter Brandin. Die aus heutiger Sicht eher harmlosen, über Jahrhunderte tradierten Volks- und Kinderlieder riefen die deutschen Staatsanwälte und Sittenwächter auf den Plan. Was darauf folgte, waren jahrelange juristische Auseinandersetzungen: Die galant-lasterhaften Lieder wurden von Staats wegen zu verbotenen Liedern erklärt, es ergingen Strafbefehle, Urteile wurden verkündet und wieder aufgehoben, Prozesse neu aufgerollt. „Unter Kunst versteht das Gericht ein Erzeugnis, das den Durchschnittsbürger über den Alltag erhebt und ihm das edelste darstellt, was er sich vorstellen kann“, so begründete der Kölner Richter Bubenberger die Beschlagnahmung der „kunstlosen Schweinerei“. Zeitweilig durften die Platten nur noch mit dem Aufdruck „Für Jugendliche verboten!“ unterm Ladentisch verkauft werden, was sie aber umso erfolgreicher machte. Diese Aufnahmen wurden somit unfreiwillig zu einem Zeitdokument für die Doppelmoral des spießigen Post-Adenauer-Deutschlands. Von der Kritik dagegen wurden sie gelobt und erhielten zweimal den Deutschen Schallplattenpreis. Zu den französischen Chansons gesellten sich nun auch die „bawdy songs“ englischsprachiger Troubadoure. Ihre folgenden Platten hießen Dolce Helen Vita Vol. I und Vol. II. Erst 1969 wurde in einem offiziellen Bescheid des Regierungspräsidiums Nordbaden in Karlsruhe festgestellt, dass Helen Vitas Lieder „künstlerisch hochstehend“ seien. (Quelle: wikipedia)

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Helen Vita

Ihre Lieder und Duette mit der Ulknudel Edith Hancke sind nicht nur drollig sondern auch pfiffig … und ich verrate keine Geheimnis, dass ca. 4 weitere Helen Vita LP´s jener Zeit auf eine Präsentation in diesem blog warten.

Von ganz besonderer Qualität sind dann aber auch die Beiträge von Ursula Herking. vielen noch bekannt als bissige Kabarettistin der Münchner Lach und Schießgesellschaft:

Ursula Herking (* 28. Januar 1912 in Dessau; † 17. November 1974 in München; eigentlich: Ursula Natalia Klein) war eine deutsche Schauspielerin und Kabarettistin.

EineFraupacktausUrsula Herking war die Tochter der Theaterschauspielerin und Sängerin Lily Herking, die beim Brand des ehem. Hoftheaters (heute: Altes Theater) in Dessau am 25./26. Januar 1922 ums Leben kam. Nach ersten Auftritten in Dessau ging sie 1928 nach Berlin, bestand aber die Aufnahmeprüfung an der Staatlichen Schauspielschule nicht. Daraufhin nahm sie bis 1930 Unterricht an der Schauspielschule von Leopold Jessner.

Sie begann anschließend ihre Karriere am Friedrich-Theater ihrer Heimatstadt Dessau, wo sie die Seeräuber-Jenny in Die Dreigroschenoper und die Großmutter in Emil und die Detektive darstellte. 1933/34 spielte sie am Staatstheater Berlin und wirkte bis zur Schließung 1935 in Werner Fincks Kabarett Die Katakombe mit.

Außer beim Boulevardtheater erhielt sie ab 1933 zahlreiche Filmrollen. In ihren oft nur kurzen, aber prägnanten Auftritten verkörperte sie kumpelhafte, schlagfertige Frauen aus dem Volk. Nach der Theaterschließung im Herbst 1944 arbeitete sie zwangsverpflichtet in einem Rüstungsbetrieb.

Nach dem Krieg ging sie nach München und war ab 1946 der Star in Rudolf Schündlers Münchner Nachkriegskabarett Die Schaubude, wo Erich Kästner, Axel von Ambesser und Herbert Witt zu den Hausautoren zählten. Berühmtheit erlangte sie unter anderem mit ihrer Interpretation von Kästners Marschlied 1945 (… |Meine Schuh‘ sind ohne Sohlen, | und mein Rucksack ist mein Schrank, | meine Möbel ham die Polen | und mein Geld die Dresdner Bank. | …)

1948 war sie Mitbegründerin des Theaters Die Kleine Freiheit, und 1956 gehörte sie zur ersten Generation der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Weitere Stationen waren u. a. das Kom(m)ödchen in Düsseldorf und die Berliner Kabarette Der Rauchfang und Die Hinterbliebenen. Nicht nur im Kabarett, sondern auch als Diseuse machte sie sich einen Namen. Unter anderem ist sie auf der Schallplatte Frivolitäten – 10 Diseusen – 10 Chansons von Polydor zu hören. Mit Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller gründete sie den Nürnberger Trichter.

Daneben ging ihre Filmarbeit mit Chargenrollen vor allem als resolute, oft etwas schrullige Dame unvermindert weiter; die einzige bedeutende Rolle erhielt sie 1955 in dem Antikriegsfilm Kinder, Mütter und ein General als beherzte Mutter, die 1945 ihren kriegsbegeisterten halbwüchsigen Sohn retten will.

Beim Theater spielte sie an der Kleinen Freiheit 1966 die Präsidentin in Jacques Devals Eine Venus für Milo und 1967 June Buckridge in Frank Markus‘ Schwester George muß sterben. Beim Westfälischen HerkingLandestheater in Castrop-Rauxel übernahm sie 1968 die Titelrolle in Die Mutter und am Jungen Theater Hamburg 1972 in Rolf Hochhuths Die Hebamme. In Bern verkörperte sie 1973/74 die Winnie in Samuel Becketts Glückliche Tage. Weitere Auftritte hatte sie an der Komödie Berlin und seit Anfang der 1970er Jahre am Landestheater Tübingen und am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. Auch in der im Fernsehen erfolgreichen Rudi Carrell Show trat sie auf.

1967 erhielt sie den Schwabinger Kunstpreis. Auch wurde ihr ein Stern im Walk of Fame des Kabaretts gewidmet.

In erster Ehe war Ursula Herking mit dem Industriemanager und späteren CSU-Mitbegründer Johannes Semler verheiratet. Dieser Ehe entstammen die beiden Kinder Susanne Hess (* 1937) und Christian Semler (1938–2013).

Die Schauspielerin wurde auf dem Münchner Westfriedhof beerdigt. 2012 wurde die Urne aus dem in München aufgelassenen Grab auf Betreiben ihres Sohnes Christian in das Grab ihrer Eltern Lily Herking und Willy Klein auf den Friedhof III in Dessau umgebettet. (Quelle: wikipedia)

Ihre Beiträge sind bis heute mehr als hörenswert, karikieren sie doch unvergängliche Themen wie den Schönheitswahn und die bürgerliche Doppelmoral … Ursprünglich erschienen sie auf ihrem Solo-Album „Eine Frau packt aus“.

Und wenn man sich die Autoren dieser Lieder ansieht, weiß man, dass sich auf dieser LP weitaus mehr als „unartige Lieder“ befinden …

 

Besetzung:
Helen Vita – Ursula Herking – Edith Hancke (vocals)
+
Orchester Bert Grund

BackCover

Titel:

Ursula Herking:
01. Es kommt immer darauf an (Mleinek/Bienert) 2.36
02. Eine Animierdame stößt Bescheid (Grund/Kästner) 2.39
03. 7 Jahre Glück (Wollenberger) 8.16
04. Die geschiedene Frau (Grund/Tucholsky) 2.16
05. Olivia Kosmetova (Grund/Wollenberger) 3.41
06. Herbstliche Erkenntnis (Grund/Hassencamp) 3.34
07. Italien-Reise (Grund/Schwenzen) 4.48

Edith Hancke & Helen Vita:   
08. Die Wahl-Küren (Neumann/Nelson) 1.46
09. Mir ist so mulmig um die Brust (Edith Hancke solo) (Grund/Tucholsky) 4.22
10. Die Kleptomanin (Helen Vita solo) (Hollaender) 2.05
11. Mainzer Spezialitäten (Hollaender) 3.13
12. Nach zehn isses Sünde (Edith Hancke solo) (Grund/Mleinek) 3.42
13. Chor der Fräuleins (Grund/Kästner) 1.48
14. Gebet keiner Jungfrau (Helen Vita solo) (Grund/Kästner) 2.36
15. Prinzeßchen (Hollaender) 3.56

LabelA1

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Gerhard Polt – Der Erwin I (1977)

FrontCover1.JPGEin für mich imment wichtige Album, denn mit „Der Erwin I“ begann die wunderbare Welt des Gerhard Polt … eine Welt, die man gut und gerne als das bayuwarische Absurdistan bezeichnen kann.

Und das waren seine ganz frühen Jahre:

Gerhard Polt (* 7. Mai 1942 in München) ist ein deutscher Kabarettist, Autor, Fernseh- und Filmschauspieler.

Schon wenige Monate nach Gerhard Polts Geburt zog seine Mutter mit ihrem Sohn während des Zweiten Weltkriegs in den katholischen Wallfahrtsort Altötting, um der zunehmenden Gefahr durch Bombenangriffe in München zu entgehen. Sein Vater Richard, Rechtsanwalt und während des Kriegs Major, verbrachte einen Teil der Kriegsjahre in Wien.Nach der Rückkehr des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft nach München bezog die Familie 1951 wieder ein gemeinsames Zuhause in der Stadt. 1957 erfolgte erneut ein Umzug Polts mit seiner Mutter innerhalb Münchens in die Maxvorstadt. Auf das Abitur folgten das Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität München und das Studium von Skandinavistik und Altgermanisch von 1962 bis 1968 in Göteborg.

Gerhard Polt01Nach seiner Rückkehr nach München arbeitete Polt als Übersetzer, Lehrer und Dolmetscher. Heute lebt Polt in Neuhaus (Gemeinde Schliersee). Er ist seit 1971 verheiratet und hat einen Sohn.

Polt begann seine Karriere mit einer Hörspielproduktion des Hessischen Rundfunks, Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau. Darin spielte er die Rollen von mehr als 30 verschiedenen Personen, die durch Maßnahmen der Stadtsanierung aus ihrer angestammten Umgebung, der Münchner Amalienstraße, vertrieben werden. Seinen ersten Bühnenauftritt hatte Polt 1975 mit dem kabarettistischen Programm der Kleinen Nachtrevue in der Münchner Kleinen Freiheit. Es folgten große Publikumserfolge an den Münchner Kammerspielen (u. a. Diridari und Tschurangrati), die er mit Co-Autor und Regisseur Hanns Christian Müller realisierte und in denen u. a. auch Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl und Gisela Schneeberger mitwirkten. (Quelle: wikipedia)

Hier sein Erstlingswerk … und es alle Ingredienzien, die Polt im Laufe seiner Jahre verfeinert hat  und die ihn letztlich auch so einmalig gemacht haben.

„Es heißt, Gerhard Polt schaue dem Volk aufs Maul. Das stimmt, und es kann nur so gut funktionieren, wenn man selbst Teil dieses Volkes ist. Das ist die Doppelrolle, die Polt spielt. Er hat genau zugehört und bastelt daraus Realsatiren.“ (Der Spiegel)

Wer sich für diese Art von ganz speziellem, zuweilen tief schwarzem Humor (siehe „Servus Oma“) erwärmen kann … dem kann ich diese LP aus dem Jahr 1977 nur ans Herz legen … denn … auch der Karl Valentin schaut grinsend um die Ecke . ..

Als Poltianer verspreche ich, dass weitere Werke aus diesem ganz speziellem Kosmos hier im Laufe der Zeit präsentiert werden.

Gerhard Polt02

Besetzung:
Gerhard Polt (Sprecher)

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Titel:
01. Der Willi 1.09
02. Das Abitur 0.32
03. Im Buchladen 3.57
04. Servus, Oma 1.45
05. Mahlzeit 1.56
06. First-Class Hotel 0.36
07. Der Kaiserschmarrn 1.03
08. Nurejew 0.32
09. Der Kinderfunk 5.17
10. Heut‘ geh‘ ich ins Büro 1.04
11. I hab‘ koa Freid 2.04
12. Bilanzen 0.58
13. Nikolausi 2.07
14. Wiedersehn 1.32
15. Der russische Witz 0.58
16. Die Melodie 2.10
17. S‘ Lawinderl 2.09
18. Die Gulaschsuppe 0.40
19. Mister Hapflinger 2.02
20. Der Ostblockplayboy 1.48
21. Wann i nimmer meng dad 3.10

Texte: Gerhard Polt und Hanns-Christian Müller
Musik: Hanns-Christian Müller

LabelA1

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Vince Ebert – Urknaller (2005)

FrontCover1Unter den Kabarettisten/Humoristen der Gegenwart ist der Vince Ebert aufgrund seines Studiums was ganz besonders: Er ist Diplom-Physiker !

Vince Ebert (* 23. Mai 1968 in Miltenberg als Holger Ebert) ist ein deutscher Diplom-Physiker, Kabarettist, Vortragsredner, Moderator und Autor.

Vince Ebert wuchs im unterfränkischen Amorbach auf. Weil er im Alter von 14 Jahren ein Fan von Vince Weber war, wurde er von seinen Klassenkameraden „Vince“ genannt. Nach seinem Wehrdienst bei der Fernmeldetruppe studierte er von 1988 bis 1994 Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einem Schwerpunkt in experimenteller Festkörperphysik und mit Astronomie als Nebenfach. 1994 schloss er das Studium als Diplom-Physiker ab.

Von 1995 bis 1997 arbeitete Vince Ebert als Consultant bei der Unternehmensberatung Ogilvy & Mather Dataconsult in Frankfurt am Main. Bei Power-Point-Präsentationen entdeckt er hier sein kabarettistisches Talent. Von 1997 bis 2001 war er als strategischer Planer bei der Werbeagentur Publicis in Frankfurt tätig.

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Vince Ebert, 2007

Er lebt in Frankfurt-Sachsenhausen und ist verheiratet mit der Schauspielerin Valerie Bolzano.

1994 wurde er Bayerischer Meister im Beachvolleyball.

1998 unternahm Vince Ebert erste kabarettistische Gehversuche auf verschiedenen Kleinkunstbühnen. Sein erstes Soloprogramm Die jetzt aber wirklich große Show feierte 2001 im Neuen Theater Höchst Premiere. Entdeckt wurde er von Susanne Herbert, der Managerin von Eckart von Hirschhausen. Unter der Regie von Eckart von Hirschhausen entstand sein erstes Wissenschaftskabarettprogramm: „Urknaller – Physik ist sexy“. Die Uraufführung fand 2004 in der Frankfurter „Käs“ statt. Obwohl er Atheist ist, trat er 2013 auf dem Evangelischen Kirchentag in Hamburg auf. Seit September 2016 tourt Vince Ebert mit seinem siebten Soloprogramm ZUKUNFT IS THE FUTURE durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

2014 startete er mit Eric Mayer das Programm Schlau hoch 2 – Vince und Eric reisen zu den Sternen, eine Wissensshow für Familien. In seinem humoristischen Werk greift er wissenschaftliche Zusammenhänge auf. (Quelle: wikipedia)

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Hier sein 2. Soloprogramm:

Vor über 100 Jahren hat Albert Einstein die spezielle Relativitätstheorie entwickelt. Ein kompliziertes Thema aber glücklicherweise haben wir in der deutschen Kabarettszene einen Mann, der uns hinter die Kulissen von Zeit und Raum führt. Der Diplom-Physiker Vince Ebert hat für uns das Labor verlassen und gibt mit Urknaller Physik ist sexy schonungslos und unerbittlich Antworten auf Fragen, die wir nie hatten. nach den großen und kleinen Zusammenhänge des Lebens. Wieso wird es nachts dunkel? Weshalb pfeift ein Wasserkessel? Warum sollte man keinen gelben Schnee essen? Und kann man rotes Licht pantomimisch darstellen?- Vince Ebert kann. Und er kann noch viel mehr! Ob Student ohne Vordiplom oder Professor für Festkörperphysik Vince Ebert verblüfft sie alle. Von ihm erfahren wir, wann genau die Andromeda-Galaxie unser Sonnensystem auslöscht, was Elekronen mit Donauwellen gemeinsam haben und warum ein Lichtjahr nicht die Stromrechnung für zwölf Monate ist. Quantengravitation, kosmische Hintergrundstrahlung oder Superstringtangas Vince macht vor keiner Theorie halt. Der Urknaller! Ist die Relativitätstheorie verantwortlich dafür, dass auf dem Land die Zeit stehen geblieben ist? Liegt es am Trägheitsmoment, weshalb Männer lustlos vor dem Fernseher herumhängen? Und gibt es ein Geräusch, wenn ein Pantomime vom Blitz getroffen wird? Er rechnet alles sauber durch und zündet ein physikalisches Feuerwerk zwischen Parakabarettismus und Humostatik. Ob Raum oder Zeit, ob Himmel oder Hölle Physik ist sexy!!! Regie: Dr. Eckart von Hirschhausen !

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„Physik ist sexy“ lautet der Untertitel der CD von Vince Ebert. Wenn ich mir den Physiklehrer aus meiner Gymnasialzeit und dessen traurige Demonstrationen meist missglückender Experimente wachrufe, fällt mir keine Behauptung ein, die absurder wäre. Lediglich bei den anschließenden theoretischen Erklärungen der Ergebnisse, die eigentlich hätten herauskommen sollen, lief der Schulmeister zu einer gewissen Form, wenn er kryptische Buchstaben, Formeln, Wurzeln und Integralen an die Tafel malte. Aber sexy? Physik und Sexappeal verhielt sich bis gestern für mich wie ein Tofu-Ökobrätling zu einem knusprigen Canard à l’Orange. Bis gestern, denn da habe ich die CD „Urknaller“ von Vince Ebert angehört. Abgesehen davon, dass der diplomierte Physiker und Kabarettist seinen Vortrag mit einer ganzen Reihe von subtilen bis deftigen Witze aus dem Bereich des zwischenmenschlichen Verkehrsaufkommens würzt, erschließt sich beim Hören tatsächlich die Faszination handfester physikalischer Gesetze und Phänomene. Hätte mein Physiklehrer bei seinem Sermon über Quanten ein Quentchen davon besessen, säße ich jetzt vielleicht an der Steuerkonsole eines Teilchenbeschleunigers im Max-Planck-Institut.

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Überraschend trotz alledem, was offenbar im Physikunterricht trotz kontraproduktiver Vermittlung doch noch hängen geblieben und durch die Show von Vince Ebert in neue Schwingungen versetzt wird: Die allgemeine und spezielle Relativitätstheorie wird dank eines guten Kalauers plötzlich zumindest ansatzweise verständlich, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und die Chaostheorie illustriert Ebert plastisch an dem Zustand der Küche seiner ehemaligen WG. Sie hören die CD, schmunzeln, lachen, und ehe Sie sich versehen, haben Sie ein physikalisches Phänomen verstanden oder Ihre verschütteten physikalischen Vorkenntnissen haben ein Update verpasst bekommen. Aus der modernen Hirnforschung wissen wir, dass ein vergnügter Kopf um Längen besser lernt, als ein angestrengtes, gelangweiltes oder gar verängstigtes Hirn („Ihr könnt jetzt in der Stunde ruhig pennen, aber beim nächsten Leitungstest kriegt Ihr die Quittung …“, pflegte unser Physiklehrer zu sagen). Vince Ebert bietet gute Unterhaltung in virtuoser Kombination mit wissenschaftlichen Fakten, die überhaupt nicht mehr langweilig sind, wenn sie mit so viel Humor und Augenzwinkern präsentiert werden. (roccapendiceam)

Oder aber auch: Humor kann auch ziemlich geistreich daher kommen !

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Besetzung:
Vince Ebert (Sprecher)

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Titel:
01. K Permutationen aus N Tupeln 5.37
02. Warum ist der Himmel blau ? 2.01
03. Faszination Wissenschaft 7.24
04. Dreikörperprobleme 4.05
05. Wer bin ich und wenn ja, wie viele ? 7.35
06. Das guckt sich weg 4.32
07. Einführung in die Optik 2.03
08. E = Mc² 8.13
09. Was ist Leben ? 2.32
10. Aufbau der Körper 7.41
11. Elektronen & Donauwellen 4.48
12. Urknall & RTL 2 2.39
13. Wenn der Schiri abpfeift 4.19
14. Physik ist sexy 8.30
15. Alles bewegt sich, aber wohin ? 2.48

Texte: Vince Ebert

CD1
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