Verschiedene Interpreten – Piano X 4 (1964)

FrontCover1Ein wirklich feines Jazzalbum aus deutschen Landen, veröffentlicht auf Saba Schallplatten, jenem Label das sich ein paar Jahrte später anschickte, mit dem Label MPS wirklich für Furore zu sorgen.

Eigentlich hatte die Firma Saba ja ganz anderes im Sinn:

Die Firma SABA (Schwarzwälder Apparate-Bau-Anstalt August Schwer Söhne GmbH) war ein deutscher Rundfunkgerätehersteller. Zuletzt Bestandteil eines chinesisch-französischen Gemeinschaftsunternehmens, befand sich am Urstandort Villingen nur noch eine Entwicklungsabteilung. SABA wurde 1986 aufgelöst; das Nachfolgeunternehmen TTE Germany ging 2007 in Insolvenz. Seit 2011 wurde wieder damit begonnen, Produkte der Marke SABA von der aus dem Thomson-Konzern herausgegangenen Technicolor zu vermarkten, unter anderem auch von Fremdherstellern. (wikipedia)

Die klassischen Saba-Produkte:
Saba-Produkte

Das Label Saba wurde dann als Teil der Firma von Hans Georg Brunner-Schwer gegründet. Im Laufe der Jahre (bis 1968) veröffentlichte man ca. 40 LP`s mit dem Schwerpunkt: Jazz.

Als die Firma in einer wechselhaften geschichte dann 1968 an die amerikanische GTE Corporation ging, hatten die an dem Label kein Interesse (die spinnen, die Amis !) und so gründete Hans Georg Brunner-Schwer das Labewl MPS (= Musik Produktion Schwarzwald) … und der Rest ist dann Geschichte.

Hans Georg Brunner-Schwer

Hier ein Sampler aus alten Saba Tagen, bei der Pianist Wolfgang Dauner natürlich bis heute einen klangvollen Namen hat.

Die anderen sind ehr in Vergessenheit geraten., wobei der Dieter Reith viele, viele Jahr später ein sehr erfolgreicher Produzent 8u.A. Pur, Pe Werner etc.) wurde. Aber damals war er halt noch ein lupenreiner Jazzer.

Dieter Reith & Bob Martin Quartett

Dieter Reith (* 25. Februar 1938 in Mainz; † 1. April 2020) war ein deutscher Jazzpianist, -organist, Arrangeur und Komponist.

Reith wurde 1972 dadurch bekannt, dass er zusammen mit Peter Herbolzheimer und Jerry van Rooyen die Olympiaeinzugsmusik für das Orchester Kurt Edelhagen komponierte und arrangierte. Dafür wurden diese drei Musiker mit einer Goldenen Schallplatte und dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Reith nahm ab 1945 Klavierunterricht, zunächst mit rein klassischer Ausrichtung. Ab 1956 spielte er Jazz im Club „Katakombe“ in Mainz. Nach dem Abitur 1958 studierte er Musikwissenschaft und experimentelle Physik. Auch absolvierte er ein Praktikum im Bereich der Tontechnik. 1961 bestand er ein Probespiel als Pianist bei der SWF-Bigband, deren Pianist er von 1962 bis 1971 war. Außerdem war er von 1970 bis 1976 Organist in Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass. Von 1971 bis 1973 spielte er Klavier im Orchester Kurt Edelhagen (WDR). Nachdem er 1973 seinen Wohnsitz nach Stuttgart verlegt hatte, leitete er für zahlreiche Produktionen die SWR Big Band und das SWR-Rundfunkorchester. Außerdem fungierte er als Arrangeur für viele TV-Projekte, Rundfunkproduktionen und Tonträger. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Arbeit für die Fernsehsendung Verstehen Sie Spaß?, wo er als Dirigent der begleitenden SWR Big Band von 1980 bis 2002 tätig war. Ab 1997 war er Mitglied im Werkausschuss der GEMA.

Reith spielte u. a. mit den folgenden Musikern zusammen: Stan Getz, Jean-Luc Ponty, Art Farmer, Frank Rosolino, Niels-Henning Ørsted Pedersen, Kenny Clarke, Philip Catherine, Benny Bailey, Slide Hampton, Maynard Ferguson, Toots Thielemans, Herb Geller

Er starb am 1. April 2020 im Alter von 82 Jahren

ReithTodesanzeige

Und dann noch die Elsie Bianchi, mit einer wahrlich bewegten Biographie:

Elsie Bianchi Brunner (* 5. November 1930 in Zürich als Elsie Brunner; † 17. Juli 2016[1][2]) war eine Schweizer Jazzmusikerin (Akkordeon, Piano, Gesang), die nach ihrer musikalischen Karriere in den USA als Sportartikel-Fabrikantin tätig war.

Bianchi Brunner spielte zuerst – zusammen mit ihren Geschwistern – Akkordeon, bevor sie mit zehn Jahren zum Klavier wechselte. Gelegentlich wirkte sie als Pianistin bei der Saxophonband von Harry Pfister mit, während sie eine Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten machte.

Elsie Bianchi02

Auf dem Jazz Festival Zürich trat sie mit grossem Erfolg von 1951 bis 1954 als Pianistin, Jazz-Akkordeonistin und Sängerin auf und erhielt mehrere Auszeichnungen. 1956 heiratete sie den Saxophonisten und Bassisten Siro Bianchi, mit dem sie als Berufsmusikerin arbeitete, wobei sie das Duo mit Schlagzeugern wie Daniel Humair, Fritz Stähli oder Kenny Schmidt zum Trio erweiterten. 1958/59 waren sie auf Gastspielreise in den Vereinigten Staaten, wo Howard Rumsey sie im Hermosa Beach Lighthouse Cafe aufnahm. 1959 kamen sie zurück in die Schweiz und spielten vor allem im Basler Atlantis (im Trio mit Alex Bally). Seit 1962 verbrachten sie als Musiker jeweils den Sommer in Nordamerika und die Wintersaison in Les Diablerets, Grindelwald oder Gstaad. 1968 übersiedelte das Paar in die Vereinigten Staaten. 1978 gab sie wie auch ihr Mann den Musikerberuf auf und übernahm von ihren Brüdern die Sportartikel-Fabrik K-Swiss. 1987 zog sie sich mit ihrem Mann auf eine Farm in Georgia zurück. Sie starb 2016 im Alter von 85 Jahren. (wikipedia)

Elsie Bianchi01

Zu guter Letzt dann noch die Modern Jazz Group Freiburg:

Gegründet wurde die Modern Jazz Group Freiburg ca. 1954 von Pianist Ewald Waldi‘ Heidepriem, einem der Wegbereiter des modernen Jazz der 50er Jahre in Deutschland.

Ewald „Waldi“ Heidepriem (* 26. Dezember 1929; † 17. Oktober 1998 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Jazzpianist und Waagenbaumeister.

Heidepriem war in den späten 1950er Jahren Gründer und Pianist der Modern Jazz Group Freiburg. Auch begleitete er mit seinem Trio Musiker wie Barney Wilen. Trotz einer schweren Verletzung der rechten Hand und einer bleibenden Behinderung eignete er sich eine beachtliche Spieltechnik an und galt als einer der führenden Pianisten des Modern Jazz in Süddeutschland. Hans Georg Brunner-Schwer stellte ihn auf seinem frühen Piano-Album Piano x 4 als einen von vier Pianisten vor. Heidepriem knüpft enge Kontakte zur Basler Jazzszene und spielte in den frühen 1960er Jahren öfter in der Schweiz.

Modern Jazz Group Freiburg01

Heidepriem, dessen Söhne Thomas und Lucas ebenfalls Jazzmusiker wurden, bildete seit Mitte der 1980er Jahre das Rückgrat des Jazzhaus Freiburg. Nach ihm ist der Freiburger Jazzpreis benannt. (wikipedia)

Die Musik der Modern Jazz Group Freiburg war herausragend. Selbst nach heutigen Maßstäben klingt die Musik unglaublich modern und vital. (bear.de)

Modern Jazz Group Freiburg02

Bei Dieter Reith, Elsie Bianchi und der Modern Jazz Group Freiburg werde ich mich nun hurtig auf weitere Spurensuche begeben, denn dies erscheint mir allemal als sehr sinnvoll und notwendig; dieser blog soll ja auch die Funktion erfüllen, vergangene Musikperioden aus deutschen Landen zu dokumentieren (mein Antrag auf staatlich anerkanntes Dokumentationszentrum wird noch bearbeitet … )

Jetzt aber genug der Jazzgeschichte.

Hier nun 9 prachtvolle Piano-Jazz Stücke, die, soweit mein jetziger Kenntnisstand, eigenes für dieses Album aufgenommen wurden.

Die auf der Hülle genannte Dave Brubeck Komposition „Waltz Limp“ mag ja vielleicht von Wolfgang Dauner mal eingespielt worden sein, zu hören ist sie hier allerdings nicht. Gleiches gilt für „Robins Nest“ von Dieter Reith.

Das ändert allerdings nichts an dem Hörvergnügen, das diese LP bereiten kann.

BackCover1

Besetzung:

Wolfgang Dauner Quartett (2. April, 1964, Saba Tonstudio, Villingen):
Charly Antolini (drums)
Wolfgang Dauner (piano)
Joki Freund (saxophone)
Eberhard Weber (bass)

Elsie Bianchi Trio (4. Dezember 1963, Saba Tonstudio, Villingen):
Elsie Bianchi (piano)
Siro Bianchi  (bass)
Hansjörg  Schmidt (drums)

Dieter Reith Quintett (23. Dezember 1963, Saba Tonstudio, Villingen):
Charly Antolini (drums)
Kurt Bong (percussion)
Hermann Mutschier (timpales)
Dieter Reith (piano)
Peter Witte (bass)

The Modern Jazz Group Freiburg (21. Oktober 1963, Saba Tonstudio, Villingen):
Peter Baumeister (drums)
Karl Theodor Geier (bass)
Ewald Heidepriem (piano)
Hans Kennel (trumpet)
Gustl Mayer (saxophone)

Wolfgang Dauner

Titel:

Wolfgang Dauner Quartett:
01. Take The A-Train (Strayhorn) 3.20
02. Waltz For A Young Girl (Dauner) 3.52
03. Take The Coltrane (Ellington) 3.28

Elsie Bianchi Trio:
04. Baron Lazar (Bianchi) 3.02
05. What Is This Thing Called Love (Porter) 3.30

Dieter Reith Quintett:
06. Willow Weep For Me (Ronell) 5.37
07. Gootin‘ Each Other (Reith) 3.07

The Modern Jazz Group Freiburg:
08. You Do Something To Me (Heath) 4.38
09. Big P (Porter) 5.05

LabelA1

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Hüllentext

Mehr von Wolfgang Dauner:
MehrDauner

Tom Bartels + Ulli Potofski – Fussball-Quiz Deutschland (2010)

FrontCover1Sachen gibt´s, die gibt´s gar nicht oder eben doch.

König Fußball regiert die Welt ist so ne klassische Redewendung und daher gibt es wohl auch Produkte rund um den Fußball wie diese.

Ein Fußball-Quiz auf CD !

Präsentiert wird dieses Quiz von Tom Bartles (Sportkommentator bei der ARD) und Ulli Potofski (Sportkommentator bei Sky und auch ansonsten höchst aktiv in Sachen Fußball).

Man darf sich mit 20 Fragen beschäftigen und mir ist so ein Lexikon nicht sonderlich wichtig, aber die Fragen erinnern einen an so etliche Höhepunkte der deutschen Fußballgeschichte, insbesondere eben jene Momente, die an Dramatik kaum mehr zu überbieten waren … Selber hören und sich davon überzeugen.

Noch amüsanter als die Fragen sind dann die sog. „Fußball-Originaltöne“ (= Radio bzw. TV Live Mitschnitte).

So hört man dann z.B. einen 18jährigen Franz Beckenbauer darüber schwadronieren, dass er nach dem Ende seiner Fußballkarriere mit Fußball nichts mehr zu tun haben will …

BackCover1

Besetzung:
Tom Bartels (Sprecher)
Ulli Potofski (Sprecher)

BookletBackCoverA

Wem diese CD noch nich reicht … es gibt dann noch weitere Rätsel-CD´s.

Titel:
01. Frage 01 / 3.10
02. Frage 02 / 4.48
03. Frage 03 / 2.08
04. Frage 04 / 2.34
05. Frage 05 / 2.12
06. Frage 06 / 3.10
07. Frage 07 / 2.54
08. Frage 08 / 1.19
09. Frage 09 / 2.08
10. Frage 10 / 1.56
11. Frage 11 / 2.53
12. Frage 12 / 1.41
13. Frage 13 / 1.32
14. Frage 14 / 2.15
15. Frage 15 / 1.28
16. Frage 16 / 1.47
17. Frage 17 / 1.50
18. Frage 18 / 2.08
19. Frage 19 / 2.49
20. Frage 20 / 1.35

CD1

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Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer als Werbemaskottchen für Knorr (1966)

Verschiedene Interpreten – Philips präsentiert – Super Stereo Demonstration (ca. 1965)

FrontCover1Und jetzt wird es wieder mal drollig … der Heiterkeitsfaktor dieser LP ist natürlich besonders groß, denn es war schon immer putzig, wenn man den Deutschen die Vorteile der Stereophonie nahe bringen wollte (zumindest für heutige Ohren).

Und so stellte sich damals die Situation der Stereophonie in Westdeutschland dar:

„Die Illusion ist nahezu perfekt: Vor Einbruch der Dunkelheit brausen Donnerhall und Sturmgeheul durchs Zimmer. In Fensternähe prasselt Regen. Entlang der Bücherwand huscht das Stakkato klappernder Pfennigabsätze. Sekunden später splittert, scheinbar in der rechten Zimmerecke, eine Fensterscheibe. Dann gellt ein Schrei aus weiblicher Kehle – diesmal von links.

Derlei raumplastische Horror-Geräusche, dazu Stimmen abwechselnd von links und rechts, sind Bestandteile einer Radio-Sendung, die am Mittwoch Letzter Woche vom Hessischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Es war die erste stereophonische Aufzeichnung eines Hörspiels in deutscher Sprache. Titel: „Gewitter über Elmwood“.

Dieses eher akustisch denn literarisch beachtenswerte Funkspiel, das vom Sender Freies Berlin (SFB) bereits Ende letzten Jahres produziert und versuchsweise ausgestrahlt wurde, markiert den Durchbruch der Stereophonie in Westdeutschlands Funkhäusern.

Noch in diesem Jahr – spätestens jedoch Anfang 1966 – wollen Radio Bremen und der Bayrische Rundfunk. erstmals stereophonische Sendungen ausstrahlen. In den letzten Wochen haben außer dem Hessischen noch der Süddeutsche Rundfunk und der Südwestfunk zum erstenmal stereophonisches Allerlei (Unterhaltung, klassische Musik, Jazz) in ihre Programme aufgenommen.

StereoMagazin1962Und der Sender Freies Berlin, der Norddeutsche, Westdeutsche und Saarländische Rundfunk, die schon seit längerer Zeit Stereo-Versuchsprogramme senden, werden in Zukunft häufiger auf Raum-ton schalten und – wie der Sender Freies Berlin und der Hessen-Funk – auch Stereo-Hörspiele inszenieren. Durch den Ausbau von sieben UKW-Stationen will allein der Westdeutsche Rundfunk bis Ende dieses Jahres die technischen Voraussetzungen schaffen, um 97 Prozent aller WDRHörer mit Stereo-Klängen versorgen zu können.

Stereophonischer Heimklang, anfangs zumindest von den Rundfunkanstalten eher als Spielerei abgetan (SDR-Intendant Dr. Hans Bausch 1963: „Ich warne vor der enthusiastischen und unüberlegten Einführung der Stereophonie“), erfüllt in zunehmendem Maße bundesdeutsche Wohnstuben:

– Jedes zweite Radio, das im letzten

Jahr in der Bundesrepublik gekauft wurde, war für Stereo-Klang ausgerüstet;

– fast alle Industrie-Schallplatten, die

von den Rundfunkanstalten erworben werden, sind Stereo-Platten;

– rund 3,2 Millionen Stereo-Schallplatten wurden allein 1964 an Phono-Fans in der Bundesrepublik verkauft.

Mehr als eine halbe Million Musikliebhaber haben während der vergangenen drei Jahre aufwendige Stereo-Kombinationen für Ihr Wohnzimmer erworben, um es „in einen kleinen Konzertsaal zu verwandeln“ (Telefunken-Werbeslogan). Preis für die billigste

dieser Anlagen: rund 800 Mark (Grundig); Preis der aufwendigsten Standard-Anlage: 5200 Mark (Braun).

Das Prinzip der stereophonischen Musikaufzeichnung und deren Wiedergabe, wofür erstmals im Jahre 1958 Platten, Plattenspieler und Verstärker auf den Markt kämen, baut auf einer simplen physikalischen Erkenntnis auf: Der Mensch hört räumlich, weil er Geräusche durch, zwei Ohren aufnimmt. Verstopft man eines seiner Ohren, kann er ebensowenig räumlich (stereophonisch) hören, wie er mit nur einem Auge, räumlich (stereoskopisch) sehen könnte.

MusiktruheAls der SFB zum zweiten Weihnachtsfeiertag 1958 stereophonische Musikdarbietungen erstmals direkt aus dem Sendesaal übertrug, arbeiteten die SFB-Ingenieure nach eben jenem Prinzip: Stellvertretend für die beiden menschlichen Ohren ließen – die Techniker zwei getrennte Mikrophone die musikalische Darbietung aufnehmen; beide Tonspuren wurden getrennt gespeichert und über getrennte Sender ausgestrahlt.

Nur mit einem kuriosen Notbehelf war es damals, als es noch keine Stereo-Sender und -Empfänger gab, den SFBHörern möglich, die stereophonische Weihnachtsmusik einzufangen. „Der zweite Weihnachtsfeiertag“, so empfahlen die Sendetechniker in der Programm-Ankündigung, „ist doch der Besuchstag, und wir stellen uns vor, daß die Leute eben ihr Radiogerät zu ihren Bekannten mitnehmen.“ Zwei Empfänger, gleichzeitig in einem Raum aufgebaut, doch auf verschiedene Sendewellen eingestellt (links: Kanal 10, rechts: Kanal 22), vermittelten den Berliner Radio-Hörern das Raumklang-Erlebnis.

Derart umständliche technische Spielereien erübrigten sich, als die Amerikaner 1961 das sogenannte Pilotton-Verfahren einführten: Der von zwei Mikrophonen aufgenommene Stereo-Ton wird gebündelt einer Sendewelle aufgepfropft und über nur noch einen Sender ausgestrahlt. Im Stereo-Rundfunk-Empfänger wird das Bündel-Signal wieder entschlüsselt und auf verschiedene Lautsprecher verteilt.

GraetzWerbungRund 500 UKW-Sender strahlen in den Vereinigten Staaten bereits Rundfunksendungen nach diesem Verfahren aus. Und auch Westdeutschlands Funkhäuser wollen mit Hilfe der Pilotton-Technik ihren Hör-Programmen – in Konkurrenz zum Fernsehen – neuen akustischen Glanz verleihen.

Galt in den Gründerjahren der Stereophonie der sogenannte Ping-Pong-Effekt – Erste Geigen von links, Kontrabässe von rechts – als die eigentliche Novität, ist es den Stereo-Besitzern mittlerweile um andere Hör-Freuden zu tun: „Man fühlt sich“, formulierte die „Zeit“, beim Anhören von Stereo-Musik „in einen großen weiten Raum versetzt… das imaginäre Orchester im Wohnzimmer hat seine ursprüngliche Breite zurückerhalten…“ Erhöhte „Plastizität“ und „Durchsichtigkeit“ des musikalischen Kunstwerkes ist nach Meinung vieler Musikkritiker der bedeutsamste Gewinn, den die Stereo-Technik bietet.

Bariton Dietrich Fischer-Dieskau versicherte in Zeitschriften-Anzeigen der Radiofirma Braun, daß „ich mir gar nicht vorstellen (kann), wie sich die Wiedergabe . . . noch weiter verbessern lassen soll“.

Auch bei Hörspiel-Aufnahmen geht es, wie der „Gewitter über Elmwood“-Regisseur Curt Goetz -Pflug betonte, nicht darum, „den Lord oder eine Lady hörbar von rechts oder links auftreten zu lassen“. Vielmehr: „Mit dem hörbaren Spielraum, mit der Atmosphäre dieses Raumes, sind wir jetzt, wie das Fernsehspiel, beim Hörer zu Hause.“

Die Produktion des ersten Stereo-Reißers stellte den Funkmann vor neue überraschende Probleme. Während bei Hörspiel-Inszenierungen Geräusche bislang durch Tricks erzeugt werden konnten – wie etwa das Stiefelknallen marschierender Kolonnen durch rhythmisches Zusammenknüllen eines Papiers -, erwies sich der Stereo-Ton als so verräterisch, daß die Funkleute mit echten Requisiten arbeiten mußten.

Und die Sprecher, die bisher vor Hörspiel-Mikrophonen nur gestanden oder gesessen hatten, agierten – der Raumillusion wegen – wie auf einer Bühne: Mit Kreidestrichen hatte Regisseur Goetz-Pflug die „Gänge“ der Hörspieler auf den Studio-Fußboden gemalt.“ (Der Spiegel 24/1965 – 09.06.1965)

QuelleWerbung1963

Aus dem „Quelle Jahrbuch 1963“ (demnächst hier in diesem Theater)

Nun Seite eins dieser LP präsentiert in launiger Manier mit diversen Beispielen wie faszinierend dieser „Raumklang“ sein kann und man überschlägt sich geradezu mit unfreiwilligem Humor. Höhepunkt ist dann am Schluß die alberne Agentenstory um „James Brown“ …

Seite zwei bietet dann diverse Musikbeispiele, die mehr oder weniger eindrucksvoll diese neue Dimension darstellen sollen … Prädikat: ganz nett !

BackCover1

Titel:

01. Eine Demonstration der Klangeffekte bei der Stereo-Wiedergabe von Geräuschen, Sprache und Musik 21.29

02. London Symphony Orchestra: Rule Britannia / Marlborough Schlacht (Allegro) (aus „Wellingtons Sieg“ Op. 91) (Beethoven) 8.06
03. Radio Symphonie Orchester Berlin: Finale aus der Wassermusik-Suite (Händel) 1.45
04. The Swingle Singers: Fuge aus der Sonate Nr. 37, KV 402 (Mozart) 2.51
05. Horst Jankowski & sein Orchester: Canadian Sunset (Heywood/Gimbel) 2.51
06. Paul Mauriat And His Orchestra: Merci, Cherie (Jürgens) 2.55
07. Dutch Swing College Band: Besame Mucho (Velaszquez) 2.37

Track 1 (gesamte Seite 1) ist eine Soundcollage mit Musikbeispielen von/aus:

Orchester Tom Dissevelt – Woomerangs (T. Dissevelt),
Freddy Balta und sein Orchester – Le gamin de Paris (A.Mares/M. Micheyl)
Banda Iberica – El Cordobes (Almagro/Villacanas)
Detroit Symphony Orchestra, Ltg. Paul Paray – Ouvertüre „Orpheus in der Unterwelt“ (J. Offenbach/H. Cremieux),
Quincy Jones und sein Orchester – Satisfaction (I Can’t Get No) (M. Jagger/K. Richard)
London Symphony Orchestra, Ltg. Igor Markevitch – Manfred op. 58 (Symphonie nach Byron) (Tschaikowsky)
Paul Mauriat und sein Orchester – A Taste Of Honey (B. Scott/R. Marlow)
Quincy Jones und sein Orchester – The „In“ Crowd (B. Page)
Quincy Jones und sein Orchester – The Gentie Rain (L Bonfa)
Quincy Jones und sein Orchester – Blues For Trumpet & Koto (M. Hamlish)
Quincy Jones und sein Orchester – Blues In The Night (Mercer/Arlen)
Quincy Jones und sein Orchester – Peter Gunn (H. Mancini)

Produktion: Eli Asser + Wolfgang R. Schmidt

LabelB1

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Hüllentext

Embryo – Rocksession (1973)

ussionLPFrontCover1Embryo ist eine deutsche Jazzrock- und Weltmusik-Band. Die Gruppe wurde 1969 von Christian Burchard gegründet. Im Lauf der Jahre haben über 400 nationale und internationale Jazz- und Rockmusiker bei der sich als Kollektiv begreifenden Gruppe mitgewirkt, darunter viele namhafte Jazz- und Krautrock-Musiker. 2016 übernahm Marja Burchard, die Tochter des Bandgründers, die Leitung des Projekts.

Christian Burchard war bereits in den 1960er Jahren als Jazzmusiker aktiv und spielte Klavier, Posaune und Vibraphon. Er tourte mit Mal Waldron und bildete mit dem Saxophonisten und Geiger Edgar Hofmann sowie dem Schlagzeuger Dieter Serfas ein Jazztrio. 1969 wechselte Burchard selbst ans Schlagzeug und formierte mit Hofmann und Lothar Meid die neue Band Embryo.

Meid verließ die Band nach kurzer Zeit, um sich Amon Düül anzuschließen. Christian Burchard sammelte unterdessen immer neue Musiker um sich. Insgesamt haben seit 1969 über 400 Musiker beim Musikkollektiv Embryo gespielt. Zu den langjährigen Mitgliedern zählen u. a. Roman Bunka (Gitarre, Oud), Uve Müllrich (Bass), Michael Wehmeyer (Keyboards), Lothar Stahl (Marimba, Schlagzeug) und Jens Pollheide (Bass, Flöte). Außerdem gab es langjährige Freundschaften zu anderen Musikern und Bands, die immer wieder als Gäste bei Embryo erschienen, darunter Charlie Mariano, Mal Waldron, Marty Cook, Chris Karrer (Amon Düül), und Roland Schaeffer (Guru Guru). Eine enge personelle Verflechtung bestand außerdem mit der Herforder Band Missus Beastly, die gemeinsam mit Embryo, Sparifankal und Ton Steine Scherben 1973 das Label April (später Schneeball) gründeten.

Embryo2

Früh, 1971, hatte Embryo einen Radiohit mit dem Titel Tausendfüßler. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Stil der Band vom jazzigen Krautrock zu Weltmusik, wobei verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint wurden. Viele Embryo-Alben entstanden auf ausgedehnten Konzertreisen in andere Kontinente. Die Band ist dabei auch mit wichtigen Musikern der von ihnen bereisten Ländern wie Shoba Gurtu, T. A. S. Mani, R. A. Ramamani, Mahmoud Gania und Okay Temiz aufgetreten. Der Film Vagabunden Karawane von Werner Penzel (1980) berichtet über eine dieser Reisen, die von Deutschland bis nach Indien führte.

Bassist Müllrich und Keyboarder Wehmeyer verließen 1980 Embryo und formierten ihre eigene, zunächst Embryo’s Dissidenten genannte Band Dissidenten.

1996[4] trat Christian Burchards Tochter Marja (* 1985) im Alter von elf Jahren erstmals bei Embryo in Erscheinung. Als Multiinstrumentalistin (Klavier, Akkordeon, Marimba, Vibrafon, Schlagzeug, Posaune, Orgel, Keyboard, Santur) hat sie sich bald einen festen Platz in der Band erspielt.

Embryo3

Im Juli 2008 erhielt Embryo beim TFF Rudolstadt den Deutschen Weltmusikpreis Ruth 2008 für das Lebenswerk verliehen.

Im Sommer 2016 erlitt Christian Burchard im Alter von 70 Jahren einen Schlaganfall und war danach nicht mehr fähig aufzutreten. Daraufhin übernahm seine Tochter Marja die Leitung der Band und führt sie auch nach dem Tod Burchards im Januar 2018 fort. Sie hat die Band durch neue Elemente wie Beatboxing und neue Musiker verjüngt, trägt aber mit der Einbindung von Musikern wie Roman Bunka und Michael Wehmeyer auch die Embryo-Tradition fort. (wikipedia)

Embryo2021

Hier ihr 3. Album:

„Rocksession“ ist die dritte Embryo-LP, die aus Material besteht, welches innerhalb eines guten halben Jahres, Ende 1971 bis Mitte 1972, eingespielt worden war. Im Dezember 1971 hatte sich die Band im Tonstudio Dierks versammelt, um zusammen mit dem amerikanischen Jazzpianisten Mal Waldron ihre dritte LP aufzunehmen. Dieses Material und das einer weiteren Sitzung vom März des darauffolgenden Jahres löste bei der Plattenfirma United Artists aber nur Missfallen aus, so dass erst im Sommer 1972, in einem erneuten Anlauf, „Father, Son & Holy Ghosts“ eingespielt wurde. Das Material der ersten beiden Aufnahmesessions wurde aber nicht eingemottet, sondern erschien ein Jahr später bei Brain/Metronome auf den LPs „Steig Aus“ und „Rocksession“. Die Besetzung auf „Rocksession“ ist fast identisch mit der von „Steig Aus“, nur dass hier Sigi Schwab Roman Bunka an der Gitarre abgelöst hat.

CDBooklet03+04

Große Unterschiede zu „Steig Aus“ sind auch in musikalischer Hinsicht nicht auszumachen. Einen sehr lockeren, krautig-schwebenden Jazzrock bieten Embryo auf „Rocksession“, dominiert von der jazzigen E-Gitarre Schwabs und dem versierten E-Pianospiel von Waldron. Dazu gibt es kürzere Soli von Hofmann an Sax und Violine, gelegentliche Ausflüge an der Orgel und eine leichtfüßig-vorantreibende Rhythmusgruppe. Im Gegensatz zu „Steig Aus“ und „Father, Son & Holy Ghosts“ setzt Burchard hier selten Vibraphon und Marimba ein. Trotzdem hat diese Musik eine sehr leichte, fast schwebende Atmosphäre und purzelt federleicht aus den Boxen. „Rocksession“ ist wohl die jazzigste der drei Session-LPs von Embryo. Waldrons Anteil ist groß, taucht er doch bei drei der vier Stücke als Komponist mit auf (zusammen mit Schwab und Burchard).

„Rocksession“ ist eine interessante, eher entspannte Jazzrockscheibe, die aber im Vergleich zu „Steig Aus“ etwas zu gleichförmig geraten ist. Sonderliche Höhepunkte gibt es nicht (Tiefpunkte allerdings auch nicht). Hervorragend musiziert wird hier trotzdem! (Achim Breiling)

Embryo6

Und: Embryo gibt es immer noch, Erst gestern, am 24.2.2021 haben sie ein wirklich beachtliches Konzert im Münchner Jazzclub Unterfahrt absolviert. Es gab´s dann im Live-Stream auf youtube. Mittlerweile ist dieser aber leider wieder gelöscht (gut, dass ich immer so fleißig speichere … )

Aber hier nun erstmal Embryo 1973 !

LPBackCover1

Besetzung:
Christian Burchard (drums, percussion)
Jörg Evers (bass)
Edgar Hofmann (saxophone, violin)
Jimmy Jackson (organ)
Dave King (bass)
Siegfried Schwab (guitar)
Mal Waldron (piano)

LPBooklet1

Titel: 
01. A Place To Go (Christian Burchard) 4.10
02. Entrances (Waldron/Burchard/Schwab/Jackson/Hofmann) 15.39
03. Warm Canto (Waldron/Burchard/Schwab/Jackson/Hofmann) 10.10
04. Dirge (Mal Waldron/Burchard/Schwab) 9.43

LabelA1
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Christian Burchard

Embryo 2020:
Embryo2020

Johanna Spyri – Heidi (Hörspiel) (1967)

FrontCover1Keine Frage: Hier reden wir von einem Klassiker der Kinderliteratur aus der Feder von Johanna Spyri:

Johanna Spyri gebürtig Johanna Louise Heusser (* 12. Juni 1827 in Hirzel, Kanton Zürich; † 7. Juli 1901 in Zürich) war eine Schweizer Kinder- und Jugendschriftstellerin. Sie ist die Schöpferin der bekannten Romanfigur Heidi.

Johanna Spyri war das vierte von sechs Kindern des Arztes Johann Jakob Heusser und der Dichterin Meta Heusser-Schweizer. Ihr älterer Bruder Jakob Christian Heusser war Geologe und Mineraloge, ihre Nichte Emilie Kempin-Spyri die erste promovierte Juristin.

Sie wuchs in Hirzel auf, einem Dorf im Kanton Zürich am Zimmerberg über dem Zürichsee. Im Alter von fünfzehn Jahren zog sie zu ihrer Tante nach Zürich, wo sie die Schule besuchte. Im Sommer 1844 ging sie für zwei Jahre in ein Pensionat in Yverdon, um Französisch zu lernen. Ein Jahr später kam sie zurück und wohnte bis zu ihrem 25. Lebensjahr in Hirzel. Sie unterrichtete ihre jüngeren Geschwister und half der Mutter im Haushalt.

1851 verlobte sie sich mit dem Zürcher Juristen und Redakteur Bernhard Spyri (1821–1884), der zum engsten Freundeskreis von Richard Wagner in Zürich gehörte. Die Hochzeit fand am 9. September 1852 in der Kirche Wollishofen statt. Die erste Wohnung des Paares lag an der Stadelhoferstrasse 22 im Kleinen Baumwollenhof.

Johanna Spyri01

1855 kam Spyris einziges Kind, ihr Sohn Bernhard Diethelm, zur Welt. Während der Schwangerschaft geriet Johanna in eine tiefe Depression, die jahrelang anhielt. Im September zog die Familie an den Hirschengraben 10 ins Haus Zum liegenden Hirschli. Drei Jahre später erwarb Bernhard Spyri am Hirschengraben 6 das Bremerhaus. Nach seiner Ernennung zum Stadtschreiber zog die Familie 1868 in das Stadthaus am Kratzplatz um.

Die Ehe der Spyris war nicht glücklich. Johanna Spyri mochte die Hausarbeit nicht, Bernhard Spyri arbeitete viel und war oft abwesend. Halt fand Johanna Spyri in ihrer tiefen Freundschaft mit Betsy Meyer, der Schwester von Conrad Ferdinand Meyer.
Bremer Zeit

Johanna Spyris Mutter war verwandt mit dem Bremer Johann Wichelhausen († 1818); ausserdem über ihren Ehemann befreundet mit dem Bremer Juristen Hans Heinrich Spöndlin (1812–1872) und dem Pastor der Liebfrauenkirche Bremen Cornelius Rudolph Vietor (1814–1897). Dieser regte Johanna Spyri als erster zum Schreiben an. Sie besuchte ihn in Bremen und Vietor hielt sich öfters in Zürich auf; und er gab seine Töchter für ein Jahr in die Familie Spyri. Pastor Vietor veranlasste sie, einige erbauliche Erzählungen in Bremen durch die Druckereien Hilgerloh und dann C.E. Müller drucken zu lassen und zu veröffentlichen. Ihre erste Erzählung «Ein Blatt auf Vrony’s Grab» erschien 1871 in Bremen und wurde ein grosser Erfolg. Es ist die Geschichte über eine Frau, die von ihrem trunksüchtigen Mann misshandelt wird und sich betend in ihr Schicksal fügt, wie der Herr Pfarrer ihr geraten hat. Es folgten in Bremen die Geschichten «Nach dem Vaterhaus», «Aus früheren Tagen», «Ihrer keins vergessen» und «Verirrt und gefunden». Die Erzählungen erschienen unter dem Pseudonym J.S. und waren nicht sonderlich erfolgreich.[2]
Frau Stadtschreiberin in Zürich

1875 wurde «Frau Stadtschreiber Spyri» in die Aufsichtskommission der Höheren Töchterschule in Zürich bestellt, wo sie bis 1892 tätig war.

Johanna Spyri03

Ihr erstes Kinderbuch «Heimathlos» enthielt die Erzählungen «Am Silser- und am Gardasee» und «Wie Wiseli’s Weg gefunden wird» und erschien 1878 bei F. A. Perthes in Gotha. Als Autorin war nicht Johanna Spyri angegeben, sondern «Von der Verfasserin von ‹Ein Blatt auf Vrony’s Grab›». Erstmals fand sich auf dem Umschlag die Anmerkung «Eine Geschichte für Kinder und auch für Solche, welche die Kinder lieb haben», welche auf fast allen Ausgaben Spyris zu finden ist.

Kurz vor Weihnachten 1879 erschien ebenfalls bei F. A. Perthes Heidis Lehr- und Wanderjahre, das sofort zu einem grossen Erfolg wurde und Johanna Spyri einen sehr komfortablen Lebensabend ermöglichte. 1881 folgte der zweite Band Heidi kann brauchen was es gelernt hat. «Heidi» wurde in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Das Buch wurde mehrfach verfilmt. Umstritten ist die Behauptung des Germanisten Peter Büttner (2010), Johanna Spyri habe die Erzählung «Adelaide, das Mädchen vom Alpengebirge» (1830) von Hermann Adam von Kamp als Vorlage ihrer «Heidi»-Bücher verwendet.

Im April 1885 zog Spyri für ein Jahr an die Bahnhofstrasse 48, Ecke Augustinergasse, anschliessend in die Escherhäuser an den Zeltweg 9, wo sie bis zu ihrem Tod wohnte. Während ihrer letzten Lebensjahre schrieb und reiste sie viel. Mit Conrad Ferdinand Meyer hatte sie regelmässig freundschaftlichen Kontakt. Als sie 1901 an Krebs erkrankte, liess sie sich von der ersten Schweizer Ärztin Marie Heim-Vögtlin behandeln. Johanna Spyri starb mit 74 Jahren und wurde auf dem Zürcher Friedhof Sihlfeld (Grab-Nr. PG 81210) beigesetzt. (wikipedia)

Johanna Spyri02

Und hier ihr „Heidi“ in einer allerdings etwas arg schlichten Hörspiel-Fassung; es fasst bei Heidi-Romane auf einer LP zusammen:

Band 1: Heidis Lehr- und Wanderjahre:

In dem im Jahre 1880 im Verlag von Friedrich Andreas Perthes, Gotha, erschienenen ersten Heidi-Roman wird erzählt, wie das Waisenmädchen Heidi zu seinem einsiedlerischen Grossvater (Alpöhi oder Almöhi, je nach Version) auf eine Alp oberhalb von Maienfeld im Kanton Graubünden gebracht wird, wo es in Zukunft leben soll. Heidis Tante Dete hatte bisher die Aufsicht, nachdem Heidis Mutter gestorben war. Dete bringt sie zum Alpöhi, bevor sie eine Stellung als Dienstmädchen in Frankfurt am Main annimmt. Der Alpöhi ist zunächst wenig begeistert, kümmert sich aber von Anfang an fürsorglich um Heidi. Er gewöhnt sich schnell an sie und merkt schnell, dass das aufgeweckte, unternehmungslustige Mädchen ihm das Leben angenehmer macht. Schon vor ihrer Ankunft auf der Alp lernt sie den Geissenpeter kennen, einen elfjährigen Ziegenhirten, mit dem sie fortan regelmässig zu den hochgelegenen Alpenweiden wandert, wo die Ziegen aus dem Dorf weiden. Eine besondere Freude bereitet ihr das Rauschen der Tannen hinter der Hütte ihres Grossvaters.

Die Originalausgabe aus dem Jahr 1880:
Originalausgabe

Heidi lernt auch Geissenpeters blinde Grossmutter kennen und bringt den Alpöhi dazu, deren baufälliges Haus zu reparieren. Dieser weigert sich jedoch trotz Zureden durch den Dorfpfarrer, Heidi in die Schule zu schicken, weil er dafür im Winterhalbjahr ins Dorf hätte ziehen müssen. Drei Jahre nach Heidis Ankunft, als sie acht Jahre alt ist, erscheint jedoch Heidis Tante Dete und nimmt das Mädchen mit nach Frankfurt am Main, wo sie die Gesellschafterin der gelähmten Klara Sesemann werden soll. Klara akzeptiert Heidi schnell als ihre neue Freundin. Nur die Hausdame, Fräulein Rottenmeier, ist nicht begeistert. Vor allem ist sie entsetzt, als sie erfährt, dass Heidi nicht lesen kann. Klaras Grossmutter schafft es, Heidi davon zu überzeugen, lesen zu lernen.

Heidi fühlt sich jedoch immer schlechter im Hause Sesemann, sie sehnt sich nach den Bergen. Klaras Großmutter lehrt Heidi, dass sie jederzeit Trost erhalten kann im Gebet zu Gott.[2] Vor Heimweh beginnt Heidi schlafzuwandeln. Herr Sesemann und sein Arzt beschliessen, Heidi zurück in die Berge zu schicken, und Heidi wird in Begleitung des Dieners Sebastian in den Zug nach Hause gesetzt. Als Heidi zum Alpöhi zurückkehrt, ist der darüber so froh, dass er nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder die Kirche im Dörfli aufsucht, worüber die Dorfbewohner erstaunt und zugleich erfreut sind. Er verspricht dem Pfarrer, den Winter fortan im Dörfli zu verbringen, damit Heidi den Winter dort verbringen und die Schule besuchen kann.

Booklet01A

Band 2:Heidi kann brauchen, was es gelernt hat:

Klara möchte Heidi noch im gleichen Herbst auf der Alp besuchen, doch rät der Doktor dringend davon ab, weil sich ihr Gesundheitszustand seit Heidis Abschied verschlechtert hat. Stattdessen reist er selbst auf die Alp, um die Lage zu klären, und wird dort von Heidi freudig empfangen. Auch mit dem Alpöhi versteht sich der Doktor bestens, muss aber wieder nach Frankfurt zurückkehren.

Den Winter verbringt der Alpöhi wie versprochen in einem zerfallenen Herrenhaus im Dörfli, das er zuvor instand gestellt hat. Heidi bringt den Geissenpeter mit sanftem Druck dazu, ebenfalls lesen zu lernen. Im darauffolgenden Sommer darf Klara nach einem Kuraufenthalt in Bad Ragaz in die Hütte des Alpöhi. Sie wird auf dem Heuboden einquartiert, auf dem Heidi so viele Jahre geschlafen hat. Wenig begeistert zeigt sich Peter, der eifersüchtig ist, weil Klara nun Heidis ganze Aufmerksamkeit beansprucht.

Alte Heidi-Kinderbücher:
AlteHeidiBücher

Eines Tages will Heidi mit Alpöhis Hilfe Klara mit auf die Alpweide nehmen. Peter, der auf Klara eifersüchtig ist, weil sie Heidis ganze Aufmerksamkeit beansprucht, ist darüber erzürnt. Er lässt daher – als es niemand sieht – den vom Alpöhi bereitgestellten Rollstuhl von Klara in die Tiefe rollen, sodass er zerschellt. Der Alpöhi lässt sich aber vom Vorhaben nicht abbringen und trägt Klara die Alpweide hinauf. Dort lernt Klara mit Unterstützung von Heidi und Peter das Gehen, nachdem sie bereits früher erste Gehübungen mit dem Alpöhi unternommen hat. Eine grosse Überraschung gibt es für Grossmutter und wenige Stunden später für Vater Sesemann, als sie zu Besuch kommen: Klara kommt ihrem Vater auf eigenen Beinen entgegen. Herr Sesemann und später auch der Doktor versprechen dem Alpöhi, für Heidi zu sorgen, wenn er dazu nicht mehr in der Lage sei. (wikipedia)

Wie gesagt: arg schlicht und naturgemäß arg verkürzend. Ich habe nun beide Bände nicht gelesen (es war halt ne reine „Mädchen“ Literatur, oder täusche ich mich da?). Aber klar ist auch: dieses Buch handelt von einem Mädchen, dass trotzt all den widrigen Umständen schon auch lernt, ihren eigenen Weg zu gehen.

„Die Geschichte rund um Heidi, ihren Grossvater und ihre Freunde Peter und Klara machten Johanna Spyri weltberühmt. Doch es blieb nicht ihr einziges Werk. Mithilfe ihrer Bücher wollte die Schriftstellerin über die Notstände auf der Welt aufklären und ihre Leserschaft erziehen. Die Lesenden wurden in eine fiktive Welt entführt, genauso wie Johanna Spyri durch das Schreiben lernte, ihre Probleme in der Realität zu bewältigen. “ (fokus.swiss)

Booklet05A

Die Dschungelbuch Fassung von Disneyland Records war allerdings deutlich inspirierter.

Nett allerdings das beigefügte „Bilderbuch; kann mir vorstellen, dass das früher aber auch heute noch Vergnügen bereitet, eine solche Beilage durchzublättern.

Achtung: Leider hört man meiner Vinylscheibe an, dass sie nicht nur so etliche Jahre auf dem Buckel hat, sondern vermutlich sehr häufig in irgendeinem Kinderzimmer aufgelegt wurde, sorry.

BackCover1

Besetzung:

Sprecherinnen und Sprecher:
Ursula Herwig – Ursula Krieg – Inge Landgut – Ina Patzlaff – Susanne Tremper – Winfried Ellerbock – Martin Hirthe

Geräusche: Karlheinz Reiber

Musik und Liedertexte: Kurth Hertha – James A. Johnson – Tutti Camarate

Gesangstrio Sorrento

Musikalische Leitung und Regie: Heinrich Riethmmüller

Booklet03A

Titel:
01. Heidi (Teil 1) 19.04
02. Heidi (Teil 2) 23.42

LabelB1

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Cinema (Zeitschrift) – Februar 1985

TitelUnd nun schlage ich ein weiteres Kapitel der allseits beliebten Tradition dieses blogs „Zeitschriften vergangener Dekaden“ auf.

Hier nun ein Magazin für Cineasten:

Cinema (in der Schreibweise des Verlags CINEMA) ist eine monatlich erscheinende deutsche Zeitschrift rund um das Thema Kino. Sie bezeichnete sich als „Europas größte Filmzeitschrift“. Später wurde das Motto aber bis heute abgewandelt in „Das Wichtigste aus der Welt des Films“. Erstmals erschien Cinema im Jahr 1975. Chefredakteur ist heute Artur Jung.

Cinema erscheint in der Verlagsgruppe Milchstrasse, die zur deutschen Hubert Burda Media gehört. Vom reinen Kinomagazin hat sich die Zeitschrift in den letzten Jahren immer weiter zu einem breit gefächerten Entertainmentmagazin entwickelt. So gibt es neben den weiterhin vorhandenen Filmkritiken und Vorberichten zu kommenden Kinofilmen auch vieles zum Thema Video und DVD-Video, Entertainment und Technik (z. B. Heimkino). Als Zeitschrift für ein breites Publikum widmet sich das Blatt vor allem dem Mainstream-Kino.

WeitereAusgaben

Weitere Ausgaben von „cinema“

Cinema verleiht seit 1979 den Publikumspreis Jupiter. Hierbei werden in jedem Jahr die Leser der Zeitschrift dazu aufgerufen, ihre Favoriten des abgelaufenen Kinojahres zu wählen. Hauptsponsor des Preises ist Sky.

Im vierten Quartal 2012 lag die durchschnittliche verbreitete Auflage nach IVW bei 78.343 Exemplaren. Das sind 7.227 Exemplare pro Ausgabe weniger (–8,45 %) als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Abonnentenzahl nahm innerhalb eines Jahres um 389 Abonnenten auf durchschnittlich 27.437 pro Ausgabe ab (–1,4 %); damit bezogen rund 35,02 % der Leser die Zeitschrift im Abo. (Quelle: wikipedia)

Auflagenentwicklung

Anzahl der durchschnittlich im Quartal verbreiteten Ausgaben … Kommentar wohl eher überflüssig …

Nun, auch damals widmete sich die Zeitschrift hauptsächlich den Blockbustern und es fält schon auf, dass die in dem Heft ausführlich besprochenen Filme dann Seiten später auch in ganzseitigen Anzeigen beworben werden … Da muss man einfach nur zwei und zwei zusammenzählen.

Dennoch sind diese alten Heften für Cineasten und Nostalgiker natürlich reizvoll oder auch amüsant …

Hier ein paar erste Eindrücke von dem Heft vom Februar 1985 (120 Seiten):

Beispiel01

Beispiel02

Beispiel03

Damals unverzichtlich: Video-Cassetten zum Aufnehmen von TV-Sendungen (wie Rockpalast & Co.)

Beispiel04

Schon damals ein Thema: Umweltschutz (damaliges Reiz- und Stichwort: Waldsterben)

Beispiel05

Ärgerlich: das erfolgreiche „deutsche“ Film wird mit viel nackter und natürlich weiblicher Haut illustriert …

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Beispiel07

Beispiel08

Beispiel09

Beispiel10

Beispiel11

Beispiel12

Beispiel13

Damals wohl ziemlich angesagt ….

Beispiel14

Immerhin: Auch der renommierte Filmkritiker Hans-Christoph Blumenberg schrieb für „cinema“

Beispiel15

Der österreichische Film „Coconut“ war ein totaler Flop, obwohl ein gewisser Rainhard Fendrich mitspielte.

Beispiel16

Beispiel17

Beispiel18

Aus den Kindertagen des PC´s …

Beispiel19

Kleinanzeigen gab´s natürlich auch …

Beispiel20

Beispiel21

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Beispiel22

Noch so eine Zeitschrift Cinema:
Titel

Kurpfälzer Jagdhornbläserkreis Heidelberg – Die Hubertusmesse (1995)

FrontCover1Nicht, dass jetzt einer meint, ich sei ein glühender Verehrer der Jagd … ganz im Gegenteil: insbesondere die dekadenten Jagdspiele der exklusiv adeligen Gesellschaft aller Dekaden empfinde ich nur als widerlich.

Aber: wenn dann so ein Jagdhorn erschallt, dann geht´s mir durch und durch.

Ob das mit kindlichen Prägungen zu tun hat, als ich rote Bäckchen bekam wenn von tapferen Jägern und schneidigen Reitern die Rede war, weiß ich nicht so genau.

Ich weiß nur, dass mich der Klang der Jagdhorns ganz besonders fasziniert. Und davon bekommt man bei diesem CD gleich  ne richtige Überdosis.

Wie gewohnt ein paar Hintergrundinformationen zu dieser doch ziemlich speziellen Aufnahme:

Die Hubertusmesse ist eine instrumental erklingende Messe. Sie wird jährlich zu Ehren Gottes und zur Erinnerung an den Heiligen Hubertus von Lüttich um den 3. November, dem Hubertustag, gehalten. Der Überlieferung nach war Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlich ausschweifender Jäger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah. Später erkannte Hubertus in allen Wesen Geschöpfe göttlichen Ursprungs und hat sich deshalb hegend und pflegend für sie verwandt. Diese Grundhaltung der „Achtung vor dem Geschöpf“ ging als Waidgerechtigkeit in die Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft ein.

Die Ursprünge der Hubertusmesse lagen in Frankreich und Belgien, wo sich im Laufe des 19. Jahrhunderts eine spezielle Liturgie entwickelt hat, bei der Parforcehörner mitwirkten. In Deutschland begann diese Tradition erst in den 1950er-Jahren, wobei die Musikstücke in der Regel auf dem Parforcehorn in Es geblasen werden. Dieses Horn war im 19. Jahrhundert vor allem in Böhmen und Österreich in Gebrauch, verlor aber mit dem Rückgang der höfischen Jagd zunehmend an Bedeutung. Es ist in Tonumfang und Bauweise der französischen Trompe sehr ähnlich, klingt aber weicher und voller im Ton. Es hat vor allem einen weiteren Windungs-Durchmesser, damit es über den Dreispitz, den Hut der Jagdreiter (Pikör), passte.

Parforcehorn

Das Parforcehorn

Die Hubertusmesse steht im engen Zusammenhang mit den sich verändernden Erscheinungen des Jahreskreises. Sie wird meist im herbstlichen Wald aufgeführt, der durch sein prächtig gefärbtes Laub, die Ernte der Früchte und die Jagd geprägt ist. Wenn die Hubertusmesse in einer Kirche stattfindet, wird diese meist mit Utensilien aus Wald und Flur geschmückt. Die Jäger bringen ihre Hörner (und manchmal ihre Hunde) mit zum Gottesdienst.

Mit dem Blasen der Hubertusmesse folgen die Hornisten einem jahrhundertealten Brauch, bei dem die blasenden Hörner im Wald die fehlende Kirchenmusik für das Abhalten der liturgischen Messe vor Beginn oder am Ende der Jagd ersetzen. Eindrucksvoll entstehen mit den so genannten Cloches et carillons glockenartige Klänge, die den großen Kirchglocken in ihrer Wirkung kaum nachstehen.

In den weitaus meisten Fällen handelt es sich heute bei einer Feier der Hubertusmesse nicht um eine Heilige Messe, sondern um ein Kirchenkonzert mit gottesdienstlichen Teilen oder um einen oft auch ökumenischen Wortgottesdienst mit der Messfeier entlehnten musikalischen Stücken.

Als Notenvorlage für eine Hubertusmesse ist in Deutschland die 1934 veröffentlichte Zusammenstellung „Grande Messe de Saint Hubert“ von Jules Cantin (1874–1956) weit verbreitet beziehungsweise am populärsten. Diese beruht ihrerseits auf Sammlungen französischer Autoren aus dem 19. Jahrhundert. Die ersten Melodien stammten laut dem Handbuch von Thiberge vermutlich von Hubert Obry (1820–1850). Andere Signal- und Fanfaren-Sammlungen aus dieser Zeit stammen von Estival 1840, Tellier 1860 und später Normand 1874, Sombrun 1880 und de la Porte 1896.

Auch das Rendez-vous de chasse von Gioacchino Rossini erklingt oft in diesem Rahmen.

Wegen ihrer Liturgienähe findet die 1987 im Mainzer Dom uraufgeführte Kurmainzer Hubertusmesse von Heinrich Hefner und Adalbert Frey eine zunehmende Verbreitung.

Während die Jagdverbände die Hubertusmesse als Erntedankfest der Jäger verstehen und propagieren, richten sich mitunter Proteste und Demonstrationen von Tierschützern gegen Kirchengemeinden, die solche Messen veranstalten.

Die Tierschutzorganisation PETA fordert ihre Abschaffung. Die deutsche Indie-/Punkrockband Muff Potter widmete dieser Thematik ein Lied: „Nach der Hubertusmesse“ kritisiert die Jagd und die christliche Legitimation derselben, welche sich auf die biblische Aussage stützt, der Mensch sei die Krone der Schöpfung (Quelle: wikipedia)

Damit nicht genug, denn mit dieser Fassung von Reinhold Stief hat es seine besondere Bewandtnis:

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Deutschland die Hetzjagd zu Pferde verboten. Mit der Parforcejagd verschwand hierzulande auch ihre Musik und der Brauch der Hubertusmesse, während diese Kultur in Frankreich weiterlebte. Dank der Arbeit des Heidelberger Musikpädagogen, Komponisten und Jagdmusikers Reinhold Stief (+1992) kam es Anfang der 1960er Jahre zu einer Wiederbelebung der deutschen Parforcemusik in Tonart “Es”. Stief bearbeitete die Hubertusmesse unter Verwendung französischer Quellen und Archivunterlagen und bereicherte sie durch neue Kompositionen. Der “Kurpfälzer Jagdhornbläserkreis Heidelberg” unter Stiefs Leitung führte die Hubertusmesse 1965 als erste deutsche Bläsergruppe auf. (Quelle: jagdmusik.net)

Und nun, dieser Reinhold Stief war anscheinend der Guru der deutschen Jagdmusik-Szene und zahlreiche Veröffentlichungen von ihm (z.B. seine Handbücher der Jagdmusik) belegen dies.

Bei Teil a der Aufnahmen handelt es sich um einen Livemitschnitt, bei dem die liturgischen Worte von Pfarrer Hermann Meyer gesprochen werden.

Dennoch ein wirklich sehr inniges Werk … wie gesagt, wen man den ganz speziellen Klang dieses Instrumentes mag.

Teil 2 der Aufnahmen ist dann fast noch interessaner, da hier der pastorale Ballast nicht mehr da, denn wir hören hier nicht nur traditionelle Jagdlieder sondern auch andere Werke (von Mozart und Beethoven über Rossini bis hin zu Carl Maria von Weber) eben „nur“ mit dem Parforcehörnern interpretiert.

KurpfälzerHalaliFront+BackCover

Ursprünglich erschienen diese Aufnahmen als LP (ich vermute mal in den 80er Jahren) unter dem Namen „Kurpfälzer Halali“.

Und der Kurpfälzer Jaghornbläserkreis Heidelberg kann mittlerweile auf eine über 50jährige Geschichte zurückblicken:

Um die Mitte der sechziger Jahre sammelte sich der „Kurpfälzer Jagdhornbläserkreis Heidelberg“ um Rheinhold Stief, den späteren Landes-Bläserobmann in Baden-Württemberg, und weckte das Parforcehorn in Es buchstäblich aus dem Dornröschenschlaf.

Mittlerweile nennt sich dieses Ensemble „Mengener Jagdhornbläser“ (warum auch immer) und ihr 50jähriges Jubiläum wurde in der Lokalpresse ausführlich gewürdigt.

Und nein, ich kann der Jagd weiterhin nichts abgewinnen … daran änder auch diese wirklich imposanten Aufnahmen nichts.

JägerAnDieLeine

Besetzung:
Kurpfälzer Jaghornbläserkreis Heidelberg

Booklet1

Titel:

Die Hubertusmesse für Parforcejagdhörner v. Reinhold Stief:
01. Begrüßung 2.04
02. Introitus 2.58
03. Kyrie 4.38
04. Gloria 5.19
05. Choral 3.38
06. Sanctus 5.01
07. Glocken 2.34
08. Agnus Dei 2.05
09. Zum Abendmahl 2.28
10. Großer Gott 2.07
11. Hubertusmarsch 1.49

Kurpfälzer Halali für Parforcejagdhörner:
12. Kurpfälzer Halali (Stief)
13. Wie lieblich schallt (Stief)
14. Jagdstück Königsfanfare (Stief)
15. Waldhornstück (Mozart)
16. Auf, auf zum fröhlichen Jagen (Traditional)
17. Jagdmenuett (Chiapparelli)
18. Rendezvous de chasse (Rossini)
19. Es blies ein Jäger (Stief)
20. Kurfürsenfanfare (Stief)
21. Menuett (Telemann)
22. Der Jäger aus Kurpfalz (Traditional)
23. Hubertusfanfare (Dampierre)
24. Im Wald (v.Weber)
25. Jägerchor (v.Weber)
26. Serenade (Stief)
27. Trara, so blasen die Jäger (Stief)
28. An die Freude (v.Beethoven) 1.07
29. Kein schöner Land (Traditional) 2.07

CD1

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Verschiedene Interpreten – Komisch Wetter (1993)

FrontCover1Einerseits: ein wahrlich ambitioniertes Projekt … andererseits: Ein Projekt wo man sich eigentlich auch ganz schön ärgern kann.

Aber wieder einmal: der Reihe nach …

Erstmal fällt einem dieses ganz und gar banale, ja billige Cover, bei dem man sich denkt „na gut, irgend so eine Benefiz-CD von all den linken Barden der damaligen Zeit mit irgendwelchen Liedern, die sie halt aus ihrem bekannten Repertoire beigesteuert haben.“

Nun gut, der Zweck heiligt halt die Mittel.

Dann die Erkenntnis: Weit gefehlt, ganz weit gefehlt !

Was wir hier hören sind Aufnahmen, die ganz speziell für diese CD eingespielt wurden und sobald man das Kleingedruckten entziffert, wird einem so allmählich klar, was die beteiligten Musiker eigentlich wollten:

AufrufTeil1

Das klingt schon mal nicht schlecht und bedenkt man, dass dieser Aufruf 1993 entstanden ist, könnte man glatt meinen, die Zeit ist stehgeblieben.

Und weiter im im Text:

AufrufTeil2

Auch gut … und dann erst die Musik ! Fast alle Kompositionen wurden von Albert Mangelsdorff komponiert ! Und die all die Texte mit Tiefgang stammen von Diether Dehm (ich ma ihn nicht sonderlich, auch wenn er ganz sicherlich eine schillernde Person in der linken Musikszene war; mittlerweile sitzte er ja für die „Linke“ im Bundestag).

Und dann: Eine großartig aufgelegte Ute Lemper interpretiert drei Dehm/Mangelsdorff Kompositionen, Konstantin Wecker zelebriert sein „Der Fachmann“ (da hat der Dauner dann musikalisch mitgemischt).

Der Klaus Lage darf ran, Stimmenimitator und Kabarettist Stephan Wald verulkt Leute wie Heinz Schenk, Peter Alexander, Rudi Carell und André Heller … und die Legende Gisela Maygibt hier ihr akustisches gesamtdeutsches Debut (wenn ich mich nicht irre … )

Damit nicht genug: Albert Mangelssdorff gibt dann zum Ende der CD sein avantgardistisches Musikverständnis zum besten (er improvisiert zum Gesang von Walen … war damals sehr modern !) und das klingt verdammt aufregend,

Veröffentlicht wurde dieses Werk dann ausgerechnet von der „Büchergilde Gutenberg“, jene gewerkschaftsnahe Buchgenossenschaft, die sich wahrlich einen hervorragenden Namen aufgrund ihrer feinen Buchausstattungen gemacht hat.

Und dann so ein musikalisch aber auch textlich großartiges Album derart billig zu präsentieren … da fällt einem gleich gar nichts mehr ein … außer sich zu ärgern.

Sowas kann man dann nur dilettantisch nennen.

Oder: Don´t judge a CD by looking at the cover !

Dringende Hörempfehlung meinerseits !

Booklet05A

Besetzung:
Wolfgang Dauner (piano)
Dieter Ilg (bass)
Wolfgang Haffner (drums)
Albert Mangelsdorff (trombone)

Booklet03A

Titel:
01. Ute Lemper: Partyphilosoph (Dehm/Kalau/Mangelsdorff) 2.24
02. Konstantin Wecker: Der Fachmann (Wecker/Dauner) 2.46
03. Ute Lemper: Warschau (Dehm/Mangelsdorff) 4.14
04. Ute Lemper: Komisch‘ Wetter (Eine Welt) (Dehm/Mangelsdorff) 6.48
05. Gisela May: Ungeschützt (Dehm/Witt/Mangelsdorff) 2.34
06. Klaus Lage: Seine Frau (Dehm/Mangelsdorff) 3.38
07. Stephan Wald: Der fette Komponist (Dehm/Mangelsdorff) 3.20
08. Diether Dehm: Lob des Rentablen (Dehm) 1.33
09. Gisela May: Hölderlin (Dehm/Groß/Mangelsdorff) 3.44
10. Albert Mangelsdorff: Schande (Mangelsdorff – mit Walgesängen) 3.55
11. Albert Mangelsdorff: Wehrlos? Also Druff (Mangelsdorff – mit Walgesängen) 16.16

CD1

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AufrufTeil3

Electra – Adaptionen (1976)

FrontCover1Electra, früher auch Electra-Combo (Eigenschreibweise: electra), war eine Rockband aus Dresden.

Sie wurde im Jahr 1969 durch Peter „Mampe“ Ludewig, Bernd Aust, Helmut Rinn, Karl-Heinz Ringel und Ekkehard Berger gegründet, die damals Studenten der Dresdner Musikhochschule Carl Maria von Weber waren.

Electra ist bekannt für elektronisch unterstützte Adaptionen klassischer Musik, aber auch für Progressive Rock mit ausdrucksstarkem Gesang und langen Instrumentalsoli. Bekannte Stücke sind Tritt ein in den Dom mit Stephan Trepte als Solosänger (1972) sowie Türkischer Marsch mit einem Flötensolo von Bernd Aust, das auf dem Album Adaptionen aus dem Jahr 1976 zu finden ist. Im Jahr 1980 erschien die Rocksuite Die Sixtinische Madonna auf dem gleichnamigen Album. Im selben Jahr gewann die Band mit dem Lied Es brennen die Berge und Wälder den Grand Prix des Internationalen Schlagerfestivals Dresden. Ab etwa 1980 tendierte die Musik von Electra zur Popmusik. Mit Vier Milliarden in einem Boot und Nie zuvor belegten sie in der DDR-Jahreshitparade 1984 Platz 5 und 9. Mit der Rückkehr der ehemaligen Solosänger Trepte (1989) und Ludewig (1996) wurde der Stil der Band wieder progressiver. In den 1990er Jahren wurde bekannt, dass Manuel von Senden seit 1984 als Inoffizieller Mitarbeiter für das Ministerium für Staatssicherheit tätig gewesen war.

Bis zuletzt schaffte es Electra, große Konzerthallen zu füllen, wie am 25. Oktober 2002 anlässlich ihres Jubiläumskonzertes 33 Jahre Electra in Dresden im Alten Schlachthof und am 23. Oktober 2004 anlässlich des 35-jährigen Bandjubiläums. Zudem gaben sie mit den artverwandten Bands Lift und Stern-Combo Meißen als Sachsendreier, ursprünglich eine bekannte Briefmarke, Konzerte.

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Im Dezember 2014 gab die Band bekannt, sich nach Beendigung einer Abschlusstournee im Jahr 2015 auflösen zu wollen.[5] Am 26. September 2015 gab electra in Obervogelgesang ihr letztes Konzert.

In der Geschichte der Band gab es zahlreiche Umbesetzungen. Zur Ursprungsbesetzung gehörten Bernd Aust (Saxophon, Querflöte, Keyboard), Helmut Rinn (Bass), Peter Ludewig (Schlagzeug, Gesang), Karl-Heinz Ringel (Keyboard) und Ekkehard Berger (Gitarre). Rinn wurde kurz darauf durch Wolfgang Riedel ersetzt. 1971 stieß Sänger Stephan Trepte zur Band.

Im Jahr 1974 kamen Michael Demnitz (Bass), Hans-Peter Dohanetz (Keyboard) und Peter Sandkaulen (Gitarre); Ringel und Berger verließen die Band. Zwei Jahre später verließen Trepte, der zu Reform ging, Demnitz, Sandkaulen und Dohanetz Electra. Dafür kamen Gisbert Koreng (Gitarre, Gesang) und Rainer Uebel (Keyboard). Im Jahr 1978 stieß Manuel von Senden als neuer Sänger zur Band. Fünf Jahre später ersetzte Dietmar Stephan Peter Ludewig als Schlagzeuger. Keyboarder Andreas Leuschner wurde 1985 Mitglied von Electra.

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Im Jahr 1989 kam Stephan Trepte erneut als Sänger in die Band und löste Manuel von Senden ab. Gleichzeitig wurde Dietmar Stephan durch Volker Fiebig ersetzt, während Ecki Lipske Gisbert Koreng als Gitarristen ablöste. Ab 1996 war Falk Möckel der Schlagzeuger von Electra. Mit Peter Ludewig kehrte zugleich ein weiteres ehemaliges Mitglied zu Electra zurück, wo er bis 2014 neben Trepte als Sänger tätig war. Bernd Aust war von der Gründung bis zur Auflösung der Band Electra-Mitglied, Wolfgang Riedel war ab 1969 dabei.

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Adaptionen ist das zweite Album von Electra. Es wurde vom DDR-Plattenlabel Amiga veröffentlicht und ist das einzige Album einer DDR-Rockband, auf dem ausschließlich klassische Musik adaptiert wird. Alle Stücke sind Instrumentaltitel.

Die Borodin-Suite entstand nach Motiven von Alexander Borodins 2. Sinfonie h-moll sowie den Polowetzer Tänzen aus der Oper Fürst Igor. Bach ’75 verwendet Themen aus dem 2. Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach.

Der Säbeltanz von Aram Chatschaturjan bildet die Grundlage des Stückes Säbeltanz, das Bernd Aust komponierte. Das Präludium cis-moll von Sergei Rachmaninow wurde von Uebel und Ludewig neu bearbeitet, ebenso wie In der Halle des Bergkönigs von Edvard Grieg. Der Türkische Marsch enthält neben dem namensgebenden Türkischen Marsch aus der Klaviersonate A-Dur KV 331 von Wolfgang Amadeus Mozart weitere Elemente der Sonate im Dreivierteltakt, die das Stück von dem ähnlichen Stück der niederländischen Band Ekseption abheben sollten.

Mitte der 1970er Jahre trat Electra mit eigenen Stücken wie Tritt ein in den Dom und Jethro-Tull-Songs auf. Besonders Ludewig interessierte sich aber für Rockkompositionen mit klassischen Motiven, ähnlich der Band Ekseption. Der Sänger Stephan Trepte hatte die Band 1975 verlassen, als einziger Sänger verblieb Ludewig.

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Ludewig und Uebel komponierten die Borodin-Suite und Bach ’75, indem sie Partiturteile der Originale auswählten, für Keyboard umschrieben, mit Schlagzeug versahen und schließlich durch Überleitungen und Improvisationen verbanden. Für die Komposition der Borodin-Suite brauchten sie ein Vierteljahr. Die beiden Stücke wurden in einer Gastwirtschaft in Freital auf Zweispur-Tonbandgerätband ohne Unterbrechung für den Rundfunk der DDR aufgenommen.

Die Plattenfirma Amiga übernahm die beiden Stücke und ließen sie durch weitere Stücke ergänzen, die in der Ost-Berliner Brunnenstraße aufgenommen wurden. Die AWA wollte anfangs keine Tantiemen bezahlen, da die die Electra-Mitglieder nicht als Komponisten zu sehen seien. Erst nach einer Intervention mit Hinweis auf das sekundäre Urheberrecht konnten sie Tantiemen erhalten.

Mit über 100.000 verkauften Exemplaren ist es das erfolgreichste Electra-Album. Auch auf Konzerten wurden die Stücke gespielt, während sie der Rundfunk der DDR wegen ihrer Länge kaum spielte. Die Band komponierte weitere Klassik-Adaptionen von Richard Wagner, Sergei Prokofjew und Max Reger, die aber mangels Interesse der Band nicht produziert wurden. 1978 kam mit Manuel von Senden ein neuer Sänger in die Band. (wikipedia)

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Rockbearbeitungen „klassischer“ Musik hatten ihre Hochphase zu Ende der 60er und in den frühen 70er Jahren. Ungeachtet des Publikumsinteresses sahen Kritiker darin zumeist nur Anbiederung an die Bildungskultur und Verrat an den Idealen des Rock. Für die Entwicklung des Progs waren die frühen Kunstmusik-„Adaptionen“ jedoch offenbar ein notwendiges Durchgangsstadium. Auch unter DDR-Bands wurde die Kunst der Adaption gepflegt, etwa bei der Stern Combo Meißen, die u.a. die „Finnlandia“ von Sibelius verrockte. Häufig erschienen Stücke aus dem Liverepertoire allerdings erst mit enormer zeitlicher Verzögerung auf Schallplatte (die Finnlandia gar erst 1996).

Electra nahmen 1975 ein komplettes Album mit „Klassikrock“ auf. Wie bei vielen westlichen Vorbildern spielte unter den adaptierten Stilen die Klassik im engeren Sinne allerdings keineswegs die dominierende Rolle. Wichtig waren auch der Barock (der mit seiner starken Motorik dem Rock entgegenkam), vor allem aber die romantischen und die „nationalen“ Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts, die das Bedürfnis nach Pathos und Bombast offenbar in besonderem Maße zu befriedigen vermochten. Bei Electra erscheint infolgedessen Mozart als einziger waschechter Klassiker. Eine weitere Vorlage wurde dem Barockmeister Bach abgelauscht, hingegen begegnen nicht weniger als vier Komponisten, die man grob der romantischen bzw. „nationalen“ Richtung zurechnen kann (Borodin, Rachmaninoff, Chatschaturjan und Grieg). Das Auftreten russischer Namen ist bei einer DDR-Produktion nicht verwunderlich. Wobei allerdings hinzuzusetzen wäre, daß ein Russe – Mussorgskij – ja auch die Vorlage zu ELPs berühmten „Pictures at an Exhibition“ lieferte. Was schließlich den in Georgien geborenen, armenischstämmigen Aram Iljitsch Chatschaturjan (1903-1978) angeht, so war der als Lenin-Preisträger in der DDR zwar sicherlich ein besonders genehmer Komponist, sein „Säbeltanz“ von 1942 (aus dem Ballett „Gayane“) ist jedoch – wie Holger zu Recht hervorhebt – gewissermaßen selbst schon Pop. Extrakte aus diesem Stück wurden daher auch im Westen sehr häufig zum Zwecke des Rock´n´Rolls verwendet. Sie fanden sich sogar im Repertoire einer so feingeistigen Gruppe wie Status Quo.

Electra müssen sich mit ihren Bearbeitungen nicht hinter westlichen Namen (schon gar nicht hinter Ekseption) verstecken. Ihr Album war ein Erfolg und die Band plante bereits einen – offenbar weit komplexer angelegten – Nachfolger. Doch setzte sich schließlich die Vorstellung durch, man arbeite dadurch gegen das Publikum, zumal die Zeit des „Klassik-Krams“ ohnehin abgelaufen sei. Zudem wünschte man sich – wie Äußerungen von Bandleader Bernd Aust zeigen – offenbar mehr Airplay. Künstlerisch war die folgende Hinwendung zu Vokalwerken jedoch vielleicht ein Fehler. (Ralf J. Günther)

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Die „Adaptionen“ waren electras 2. LP und machten die erste Schwache mit eigenen Stücken aus dem Jahr ’73 vergessen. Sie waren mit dieser Veröffentlichung der Konkurrenz von LIFT und Stern Combo Meissen um ein Jahr voraus. Da der offizielle Erstling der SCM recht lau ausfiel und LIFT sich ihren guten Ruf erst noch erkämpfen mußten, schien es so, als wäre electra das Flaggschiff des Artrocks made in GDR. Die Nachfolgealben der Band bomben diese dann aber meiner Meinung nach deutlich auf Platz 3 zurück.

Auf „Adaptionen“ jedoch erlebt man die Band in Höchstform.

Sie übertreffen Ekseption Sie übertreffen Wakemanns „Fragile“- Füllselbeitrag „Cans and Brahms“. Sie scheitern ein bisschen an Chatschaturjans Säbeltanz.

Was allerdings nicht verwundert, weil er in seiner klassischen Form schon Rock ist. Gegen eine Orchesterfassung z.B. vom Gewandhausorchester unter Leitung von Kurt Masur kann man nicht an. Wenn es aus den steifen, in Ehren ergrauten Fiedelisten herausbricht… – das kommt einem Aufstand der Toten gleich! Wer will da noch mit Rockinstrumentarium einen drauf setzen?! Love sculpture, die erste Band von Dave Edmunds, hatte mal einen mittleren Hit mit diesem Stück. Die Puhdys haben sich daran versucht…..

In diesem Dreigespann sind electra mit ihrer Fassung immer noch die besten.

Aber ihre Borodin Suite reißt alles wieder raus. Allein schon dieses Stück lohnt die Anschaffung. (Holger Grützner)

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Und auch in internationalen Foren für „Prog-Rock“ heimsten sie für dieses Album viel Beifall ein:1975 sees Electra-Combo changing their name simply to Electra, changing also their style and having some important line-up shakes.The band was heading towards an instrumental sound, so singer Stephan Trepte left to join the newly established Reform along with ex-Electra-Combo bassist Michael Demnitz.Gone were also Hans Peter Dohanetz and Peter Sandkaulen.They were replaced by new keyboardist Rainer Uebel and guitarist Gisbert Koreng.The same year the group releases their first album as Electra under the title “Adaptionen“, again on Amiga.

As the title indicates, in this album the East-Germans take six classical arrangements and transformed them into rock compositions, drawn by some of the most important Classical composers: Alexander Borodin, Johann Sebastian Bach, Aram Chatschaturjan, Sergej Rachmaninov, Edvard Grieg, Wolfgang Amadeus Mozart.Electra use their music as the basis of their compositions and add their own character through strong organ jams and hard-driving flutes, among them the listener can find tons of sudden breaks and virtuosic solos, particularly led by Aust’es flute and Uebel’s organ.The sound is very close to the likes of E.L.P., considering the heavy use of Hammond organ, although the strong and massive flute parts bring to mind bands such as OSANNA or NEW TROLLS.Today the album sounds a bit dated, the chosen style being the main reason for the fact, on the other hand the music here is tremendously consistent and solid all the way.The powerful electric guitars of Koreng add a Hard Prog flavor to the album, the Classical-inspired passages are adapted in an excellent deegree and the original touches next to them fit brilliant with the masters‘ Classical enviroment.

No real highs or lows.“Adaptionen“ should be considered a masterpiece for all those, who love Classical Rock adaptions, but I can strongly recommend the album to any Prog fan in general, as there are no weak points in here, on the contrary, this is 100% high quality Classical Rock (apps79)

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Dem schließe ich mich einfach mal an. Hatte ich schon ihr Deütalnbum ünber den grünen Klee gelobt, sie gilt das gleichmaßen für ihr „Adaptionen“ Album … da schnalzt man noch heute mit der Zunge.

Und dann als Zugabe der Titel „Das Lächeln“; dieser stammt aus dem Jhr 1972, als man sich noch Electra-Combo nannte und ursprünglich auf dem Amiga-Sampler!“ XXX erstmalig veröffentlicht wurde. Und schon damals zeigte sich die Klasse dieser Band !

BackCover1

Besetzung:
Bernd Aust (Flute, Saxophone)
Gisbert Koreng (guitar)
Peter Ludewig (drums)
Wolfgang Riedel (bass)
Rainer Uebel (organ, synthesizer)

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Titel:
01. Borodin-Suite (Sinfonie Nr. h-moll) (Borodin) 13.13
02. Bach ’75 (Brandenburgisches Konzert No. 2) (Bach) 6.29
03. Säbeltanz (Khachaturian) 6.05
04. Prélude Cis-moll Op.3 Nr. 2 (Rachmaninoff) 4.41
05. In der Halle des Bergkönigs (Grieg) 3:26
06. Türkischer Marsch (Mozart) 3.37

07. Das Lächeln (Aust(Kahlau) 9.15

LabelB1

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FrontCover1

Und dann noch als weiteres Schmankerl, eine Live-Version aus dem Jahr 2009 von „Bourree“. dem dann „Locomotive Breath“ folgt … und nun verziehe man mir meine etwas umgangssprachliche Kommentierung … echt geile Mucke: