Tony Marshall – Schöne Maid (1972)

FrontCover1Musikalisch ganz sicher kein Höheounkt  in diesem blog, aber dennoch der Erwähnung wert:

Tony Marshall (* 3. Februar 1938 in Baden-Baden als Herbert Anton Bloeth) ist ein deutscher Schlagersänger.

Tony Marshall wurde 1938 als Herbert Anton Bloeth geboren; er änderte seinen Nachnamen vor der Geburt seines ersten Kindes in Hilger. 1965 bestand er sein Staatsexamen als Opernsänger an der Karlsruher Musikhochschule. Bekannt wurde er 1971 mit dem vom Erfolgskomponisten Jack White produzierten Lied Schöne Maid. Eigentlich wollte er das Lied nicht singen, darum hatte er sich vor der Aufnahme mit Chianti einen Schwips angetrunken. Er hoffte, Jack White würde ihn aus dem Studio werfen. Er hatte zunächst zugesagt, weil seine erste ambitionierte Platte ein Flop war, er aber für seine Familie das Geld brauchte. Die Platte, deren Melodie ursprünglich ein Traditional aus Tahiti ist (Nau Haka Taranga), wurde im selben Jahr mehr als eine Million Mal verkauft. Insgesamt verkaufte sich das Lied bis heute über drei Millionen Mal weltweit (in den USA und in Australien unter dem Titel Pretty Maid) und wurde mit sechs goldenen Schallplatten ausgezeichnet.

Tony Marshall1Fortan wurde Marshall zum „Fröhlichmacher der Nation“ und zählte zu den Top-Entertainern Deutschlands. Er ging weltweit auf Tourneen (Japan, Afrika, Kanada, USA, unter anderem). 1976 gewann er mit Der Star die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest; das Lied wurde aber kurz darauf disqualifiziert, weil die israelische Sängerin Nizza Thobi es schon vorher öffentlich gesungen hatte, was gegen die Wettbewerbsregeln verstieß.

2003 wurde der Tony-Marshall-Weg in Baden-Baden nach ihm benannt. 2004 feierte Tony Marshall sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. 2005 spielte der ausgebildete Opernsänger im Frankfurter Volkstheater die Rolle des Tevje im Musical Anatevka, 2008 die des Papageno in der Zauberflöte. Im selben Jahr wurde er wegen seines gleichnamigen Hits aus dem Jahr 1978 zum Ehrenbürger von Bora Bora ernannt,[3] nachdem er im Jahr 2007 mit dem Münchhausen-Preis der Stadt Bodenwerder ausgezeichnet worden war. Wie 2012 bekannt wurde, leidet Marshall unter einer Polyneuropathie, die zeitweise zu Lähmungserscheinungen in den Beinen führt. Im März 2012 musste er deswegen ein Konzert abbrechen. Entgegen der landläufigen Bezeichnung „Trinkerbein“ ist ein überhöhter Alkoholkonsum jedoch nur eine von zahlreichen möglichen Ursachen einer Polyneuropathie.

Anlässlich seines 80. Geburtstags ernannte ihn seine Geburts- und Heimatstadt Anfang 2018 zum Ehrenbürger.

Tony Marshall2

1962 heiratete er seine Freundin Gabi aus Kindertagen. Er ist Vater zweier Söhne, Marc Marshall (* 1963) und Pascal (* 1967), und einer Tochter, Stella (* 1979). Pascal und Marc standen schon im Kindesalter mit ihm auf der Bühne und sind heute beide erfolgreich im Musikgeschäft tätig, Marc auch als Teil des Duos Marshall & Alexander.

Mit seiner Tochter Stella, die seit ihrer Geburt an Infantiler Zerebralparese und Epilepsie leidet, gründete Tony Marshall im Dezember 1999 die „Tony-Marshall-Stiftung“, die sich neben anderen Projekten für Menschen mit Behinderung gezielt der Schaffung von behindertengerechten Wohn- und Arbeitsplätzen und dem Bau von Einrichtungen für die Behindertenhilfe annimmt. (Quelle: wikipedia)

Stella2

Tony Marshall mit Tochter Stella

Also: da haben wir einen gelernten Operbsänger, der dann später zur Rampensau mutierte und der dann später – ausgelöst durch die eigene Betroffenheit – sich den Lebensbedingungen behinderter Menschen annahm … das nenn ich ne Entwickling …

Zur Musik dieses Debütalbums äussere ich jetzt mal nicht, nicht dass ich noch die Voraussetzungen des § 185 StgB erfülle.

Stella1

Quelle: Stuttgarter Zeitung, 2012

Singles

Besetzung:
Tony Marshall (vocals)
+
unbekanntes Orchester

BackCover1

Titel:
01. Komm gib mir deine Hand (White) 4.16
02. Zwischen heute und morgen (White/Jay) 3.16
03. Ich hol‘ dir vom Himmel die Sterne (White/Hein) 2.62
04. Wir bleiben noch auf (White/Heilburg) 2.07
05. Was der Wind erzählt (White/Jay) 2.57
06. Schöne Maid (White) 3.13
07. Junge, die Welt ist schön (White) 3.05
08. Majka (White/Weigel) 3.01
09. Hans im Glück (Zill/Weigel) 2.39
10. Mein Talisman mit btaunen Augen (Austin/Sapaugh/Loose) 2.23
11. Aus lauter Liebe zu dir (White/Hein) 3.04
12. Mein Elternhaus (White/Weigel) 3.24

LabelB1.JPG

*
**

TonyMarshallStiftung

Advertisements

Sebastiano Gianni + Felix Schröder – Träumereien am Kamin (Ende der 50er Jahre)

FrontCover1Der gute alte Bertelsmann Schallplattenring möchte man nostalgisch gestimmt ausrufen.

Und ganz sicher hat diese Initiative der Bertelsmänner die musikalischen Ambitionen „der Deutschen“ in den 50er und 60er Jahren entscheidend geprägt.

Hier eine dieser kleinen Scheiben, die zwar im Single-Format daherkamen, die man aber dennoch als „Langspielplatte“ bezeichnete, die mit 45 U/min abzuspielen war.

Geboten wird durchaus anspruchsvolles, denn für die träumerein am Kamin bediente man sich Klassiker der romantischen Klassik und durch die sparsame Instrumentierung (Klavier und Violoncello) kommen diese Instrumente so richtig tragen … was insbesondere für das Violoncello gilt … so entstanden wirklich intensive Momente.

Warum allerdings auf der Rückseite die Sänger Rudolf Schock und Renate Holm abgebildet wurden, ist erstmal völlig unverständlich, denn beide haben mit dieser EP so gar nichts zu tun. Es sind schlicht und ergreifend Instrumentalaufnahmen.

Warnhinweis

Und wirklich nett und drollig lesen sich heute diese „Bedienungshinweise“ für den sachgerechten Gebrauch dieser „Langspielplatte …

Und wie so oft bei Schallplatten dieser Zeit fehlt auf dem Cover das Jahr der Veröffentlichung und auf die schnelle habe ich auch keine weiteren Informationen auftreiben können: Ich tippe also mal auf Ende der 50er Jahre …

Besetzung:
Sebastiano Gianni (violoncello)
Felix Schröder (piano)

BackCover1

Titel:
01. Träumerei (Schumann) 2.44
02. Ave Maria (Schubert) 3.02
03. Berceuse (Godard) 3.33
04. Wiegenlied (Brahms) 2.08

LabelA1

*
**

Nur mal so nebenbei: Ich bin ziemlich sprachlos …

… denn ich kann die schroffe Entscheidung der „Süddeutschen Zeitung“, die Zusammenarbeit mit dem Karikaturisten Dieter Hanitzch zu beenden nicht nachvollziehen.

Auslöser war diese Karikatur, die als „antisemitisch“ eingestuft wurde:

HaniitzchKarikatur

Diese Entscheidung wird durch den Chefredakteur Kurt Kister wie folgt begründet:

Am Dienstag erschien auf der Seite Vier eine Zeichnung unseres langjährigen Karikaturisten Dieter Hanitzsch. Man sah eine Figurine des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, der in Pose, Gewandung und Stil an die israelische Gewinnerin des Eurovision Song Contest (ESC) erinnerte. Der gezeichnete Mann hielt eine Rakete in der Hand, auf einem Spruchband war „Eurovision Song Contest“ zu lesen. Eine Sprechblase kam aus dem Mund des Karikierten, die da lautete: „Nächstes Jahr in Jerusalem“. Im Gesicht des karikaturistisch Porträtierten sah man eine sehr große Nase und eher dicke Lippen. Die Ohren waren sehr groß. Sowohl auf der Rakete als auch auf dem Spruchband war ein Davidstern zu sehen. Der Karikaturist, so sagte er später, wollte auf diese Weise „die politische Instrumentalisierung des ESC-Sieges durch Netanjahu“ kritisieren.

Diese Karikatur führte innerhalb und außerhalb der SZ zu Verwerfungen, zu denen auch gehört, dass die Chefredaktion die Entscheidung getroffen hat, dass Dieter Hanitzsch nicht mehr für uns zeichnen wird. Wie ist es zu all dem gekommen?

HaniitzchKarikatur2

Das Grundsätzliche: In der SZ erscheint jeden Tag eine meistens politische Karikatur auf der Seite Vier. Wir haben dafür einen Stamm von Karikaturisten, von denen einige schon sehr lange für die SZ arbeiten, andere nicht. Die Karikatur gehört intern zu jenen Teilen der Zeitung, über die in der Konferenz immer mal wieder gestritten wird. Viele auch jüngere Kolleginnen und Kollegen beschweren sich, dass die Zeichnungen oft altväterlich seien; andere halten dagegen, dass manche Karikaturisten und ihre Arbeiten zur guten Tradition der Zeitung zählen, wie etwa das Streiflicht oder die Seite Drei. Es ist übrigens nicht einfach, gute Karikaturisten zu finden. Manche sind Illustratoren, aber keine Kommentatoren mit dem Zeichenstift; andere zeichnen Comics, Sprechblasen-Gags, aber keine Karikaturen.

Der Ablauf für unsere Karikaturen sieht so aus: Der diensthabende Karikaturist spricht morgens mit dem diensthabenden Kollegen vom Ressort Meinungsseite. Manchmal werden Skizzen geschickt, wie eine Karikatur aussehen könnte, manchmal redet man nur über das Thema („Merkel in Washington wär‘ doch heute was“). Im Falle der ESC-Karikatur gab es einen längeren Abstimmungsprozess zwischen dem Karikaturisten und dem Redakteur. Über das Thema bestand Einigkeit (die politische Instrumentalisierung des ESC). Dann schickte der Karikaturist die erste Fassung, man debattierte wieder, es kamen noch ein, zwei Fassungen und schließlich die, die der Redakteur nach einigem Hin und Her für irgendwie o. k. hielt.

HaniitzchKarikatur3

Jetzt kommt der persönliche Teil, der der Ehrlichkeit halber sein muss: Ich hätte diese Karikatur niemals „ins Blatt gehoben“, wie man das nennt. Anders als der Zeichner und der Redakteur bin ich der Auffassung, dass sie antisemitische Stereotype oder Klischees enthält. Ich kenne Dieter Hanitzsch lange genug, um zu wissen, dass er weder Rassist ist noch Antisemit. Das aber ändert nichts daran, dass die Art der karikaturistischen Überzeichnung der Netanjahu-Figur physiognomische Merkmale hat, die auch heute noch in vielen Ländern dieser Erde benutzt werden, wenn „der“ Jude in Karikaturen oder politisch gemeinten Plakaten symbolisiert werden soll. Stereotype können, auch wenn sie nicht in jedem Fall so gemeint sind, Rassismus unterstützen oder selbst rassistisch sein.

Gerade Deutsche müssen noch sorgfältiger und vor allem geschichtsbewusster sein, wenn es um Typisierungen, zumal um typisierende Karikaturen geht. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass in Deutschland stets die antisemitische Zeitschrift Der Stürmer in jede dieser Diskussionen als Vergleichsobjekt, egal ob passend oder nicht passend, eingeführt wird. Im Stürmer waren zur Nazizeit jene typisierenden Karikaturen zu sehen: die großen Ohren, die Nasen (egal ob nur dick oder auch als Hakennase), die wulstigen Lippen etc. Und für alle, die es noch nicht verstanden hatten, sah man im Stürmer und anderswo stets den Davidstern als optischen Holzhammer. Er sollte auch den Dümmsten noch signalisieren: Es geht um Juden.

HaniitzchKarikatur5

Weil das so ist, war ich entsetzt, als ich am Dienstag die Karikatur in „meiner“ Zeitung sah. (Ich kam am Dienstagmittag nach längerer Abwesenheit zurück ins Büro). Ich habe nichts dagegen, wenn in der SZ Teile der Politik der rechtsnationalen bis reaktionären Netanjahu-Regierung auf der Meinungsseite kritisiert werden. Aber es erschreckt mich, wenn ich eine Karikatur sehe, auf der zweimal mithilfe des Davidsterns nahegelegt wird, dass der ESC irgendwie israelisch (nein: jüdisch) ist und Netanjahus Raketen oder Bomben auch. Dies sind Stereotype, egal wie sie gemeint sind. Der Davidstern muss für einen Karikaturisten in diesem Land etwas anderes sein als „nur“ ein Nationalsymbol wie der Union Jack oder die Stars and Stripes.

Das hat entscheidend mit unserer Geschichte zu tun: Wir Deutsche haben bis 1945 diesen Stern zur rassistischen Typisierung benutzt und missbraucht; die Juden mussten ihn sich von 1941 an in allen Teilen des Nazi-Imperiums an ihre Kleidung als Erkennungszeichen nähen. Der Weg führte in den Holocaust. Deswegen glaube ich, dass der Davidstern in deutschen Karikaturen nur sehr vorsichtig und stets im vollen Bewusstsein unserer Geschichte verwendet werden darf. Ob die Zeichnung nur scharf Netanjahus Politik kritisiert, ohne etwas über Israel oder „die“ Juden im Allgemeinen auszusagen, kann man sehr kontrovers debattieren. Dies geschieht innerhalb und außerhalb der SZ-Redaktion. Auch ich glaube nicht, dass „die“ Zeichnung antisemitisch ist. Aber sie enthält eindeutig Stereotype, die auch von Antisemiten benutzt wurden und werden. Das ist bedauerlich, und deswegen hat mein Kollege Wolfgang Krach vor Tagen für den Abdruck der Karikatur um Entschuldigung gebeten.

HaniitzchKarikatur6

Apropos Abdruck: An jedem Tag wird die Karikatur noch einmal vom diensthabenden Chef oder einem Vertreter „abgenommen“. Ausgerechnet an dem bewussten Montag erfolgte dies nicht, was einer Mischung aus Arbeitsbelastung, Termindruck und Abwesenheiten geschuldet war. Wir werden gerade nach dieser Erfahrung die Organisationsabläufe so verändern, dass dies nicht mehr vorkommen kann. So kann es leider gehen: ein Zeichner, der sich der Problematik dessen, was er zeichnet, nicht bewusst ist; ein Redakteur, der manches mit dem Zeichner durchsprach, anderes aber nicht sah; eine Kontrollinstanz, die nicht kontrollierte.

In den letzten Jahren übrigens gab es zweimal ähnliche Vorfälle, auch wenn jeder anders lag. Der eine war eine Karikatur über den Facebook-Chef Zuckerberg, bei der ein Karikaturist mit Physiognomie-Stereotypen arbeitete; er war selbst höchst erschreckt, als es ihm bewusst wurde. Auch hier sah ein Redakteur nicht genau hin. Das zweite Mal ging es um eine, vorsichtig gesagt, sehr unglückliche Bildunterschrift, mit der eine völlig unpolitische Illustration in missglückter Ironie mit Politik gegenüber Israel verknüpft wurde.

HaniitzchKarikatur7

Und warum haben wir uns nun von Dieter Hanitzsch getrennt? Ich will nicht aus Gesprächen zitieren, die wir mit ihm geführt haben. Dennoch ist seine Auffassung über Stereotype und Klischees so grundsätzlich anders als die von mir geschilderte, dass wir dies in der Chefredaktion für höchst problematisch halten, weil es den Kernbereich der Zusammenarbeit betrifft. Das Entscheidende aber war, dass der Gang der Gespräche zu einem Vertrauensverlust führte. Wenn sich Menschen über einen Text, eine Zeichnung oder andere Dinge zerstreiten, kann man dies oft durch Debatten, manchmal durch Kompromisse und hin und wieder nur durch eine Trennung lösen. Letzteres vor allem dann, wenn man Vertrauen verletzt oder gar zerstört sieht. Das ist so im Beruf, aber auch im Privatleben.

HaniitzchKarikatur8

Und es hagelte an aufgebrachten Leserbriefen, denen ich mich anschließe:

Nach dem Abdruck einer umstrittenen Zeichnung hat sich die SZ von ihrem Karikaturisten Dieter Hanitzsch getrennt. Leserinnen und Lesern kritisieren das – eine Auswahl der Reaktionen.

Absurder Vorwurf

Hiermit möchte ich gegen den Rauswurf von Dieter Hanitzsch protestieren. Wer ihn kennt, weiß, dass er kein Antisemit ist, und wer den Stürmer kennt, weiß, dass Hanitzschs Zeichnung zu Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nichts damit zu tun hat. Die Karikatur ist nicht sehr gut und nicht komisch, und ich bin auch nicht völlig mit ihrer Aussage einverstanden, aber sie ist eine Karikatur und nicht mehr. Dass Michael Wolffsohn ausgerechnet in der Bild-Zeitung diesen absurden Vorwurf erhebt, wird niemanden wundern, aber dass Sie ihm darin zustimmen, ist erstaunlich und erbärmlich! Die Chefredaktion sollte sich bei Herrn Hanitzsch entschuldigen. Tibor Rácskai, München

„Je suis Hanitzsch“

Was muss ich da lesen?! Ich kann es kaum glauben: Die SZ kündigt dem Karikaturisten Dieter Hanitzsch, weil er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit zu großen Ohren gezeichnet hat. Und der Chefredakteur entschuldigt sich. Hat sich jemals ein SZ-Chefredakteur bei Hans-Dietrich Genscher dafür entschuldigt, dass ihn Generationen von Karikaturisten (einschließlich E. M. Lang) mit Elefantenohren zeichneten? Ist es wirklich so schwierig, das richtige Maß zu finden? In Frankreich würde sich wahrscheinlich jetzt eine „Je suis Hanitzsch“-Bewegung bilden. Was ist aus meiner, einstmals liberalen SZ geworden? Herbert Eugen Schmid, München

Schlag nach bei Tucholsky

Mit gelindem Entsetzen habe ich die Trennung der SZ von Dieter Hanitzsch zur Kenntnis genommen. Dessen Netanjahu-Karikatur habe ich ausdrücklich nicht als antisemitisch empfunden. Hanitzsch greift einen Politiker an, aus dessen Gesichtszügen er einige charakteristische Züge herauspräpariert und überzeichnet – man denke etwa an die buschigen Augenbrauen Theo Waigels. Wenn der Davidstern emblematisch für Israel steht, dann weil das Land ihn in seine Staatsfahne aufgenommen hat; er hat dieselbe heraldische Bedeutung wie der Bundesadler. Wenn Israel damit als Staat ein Symbol für sich in Anspruch nimmt, das zugleich für das gesamte Judentum steht, ist das sicher bisweilen ein Problem, aber ganz bestimmt nicht das von Herrn Hanitzsch. Hanitzsch hat getan, was ein Satiriker tun soll und tun darf: Durch drastische Überzeichnung eine Situation, eine Handlung seiner Kritik – die ich selbst so nicht teile – unterzogen. „Satire darf alles“, sagte Kurt Tucholsky. Schon vergessen? Dr. Thomas Scheben, Frankfurt am Main

Er hat es ja bedauert

Es ist sehr enttäuschend, dass sich die SZ in solcher reflexhaften Weise der Antisemitismuskritik stellt. Dass Hanitzsch hier eine sehr unglückliche Zeichnung erstellt hat, indem er unbedacht Klischees ebensolcher antisemitischer Mentalität verwendet hat, steht außer Frage und das hat er ja wohl auch selbst bedauert. Genügt das nicht? Wir sollten jeden möglichen Respekt vor den Opfern von Antisemitismus aufbringen, aber der kann ja wohl nicht darin bestehen, auf jeglichen moralischen Einwand und jede Verletztheit mit einer Ultima Ratio – hier in Form einer Aufkündigung langjähriger Zusammenarbeit – zu antworten. Eines ist sicher, einer tatsächlichen Bewältigung von Antisemitismus ist damit nicht gedient. Henning Kaltheuner, Leverkusen

Beklemmend

Wie muss ich mir als Leserin die reale und die ideelle Verfassung der SZ-Redaktion vorstellen, wenn eine einzelne Karikatur das Ende einer langjährigen Zusammenarbeit nach sich zieht? Beklemmend, was in diesen Zeiten alles geht (Aufkündigung einer fortlaufenden professionellen Partnerschaft), und was alles nicht geht (Ausübung künstlerischer Freiheit)! Wohin führt das alles? Sigrid Droste-Sagasser, Weidach

Dauerthema Israel

Karikaturen (als Kunstform) sollten die Möglichkeit schlüssiger Interpretation(en) bieten. Darüber lässt sich vielleicht Konsens herstellen. Die Karikatur von Dieter Hanitzsch bietet mehrere Interpretationsmöglichkeiten, die für sich betrachtet, da alle in Ansatz und Ergebnis eindimensional, nicht schlüssig sein können. Die Interpretationen müssen unbefriedigend bleiben, weil sie lückenhaft sind. Deshalb, so meine ich, ist die Karikatur nicht gelungen. Es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass es inhaltlich um die Dauerthemen Politik des Staates Israel und/versus das Antisemitismusproblem geht, (das Ganze hier vor der Folie eines Gesangswettbewerbs). Themen, die sich a priori antagonistisch gegenüberstehen. Ob die inkriminierte Karikatur allerdings die Brisanz hatte, dass sich die SZ zur Trennung von ihrem langjährigen Zeichner veranlasst sehen musste, wage ich, die innerredaktionelle Diskussion nicht kennend, stark zu bezweifeln. Robert Tomaske, Bochum

Steilvorlage für die AfD

Mit Fassungslosigkeit habe ich die „Causa Hanitzsch“ in Ihrer Zeitung, die ich seit Jahren lese, verfolgt. Es kann nicht sein, dass Sie jedes noch so verrückt inszenierte Theaterstück mit der Freiheit der Kunst verteidigen und die Meinungsfreiheit angeblich hochhalten, und bei Dieter Hanitzsch das alles nicht gelten soll. Reizfiguren wie die Herren Trump, Erdoğan, Orbán müssen das unwidersprochen aushalten, bei Benjamin Netanjahu folgt sogleich der Kotau des Chefredakteurs. Das genügte aber nicht. Wer auch immer dahintersteht, es musste noch der Rauswurf erfolgen. Ob Sie darauf stolz sein wollen, dem Antisemitismus einen großen Dienst erwiesen und der AfD eine Steilvorlage für die Landtagswahl in Bayern gegeben zu haben, bleibt Ihnen überlassen. Annegret Rätsch, Icking

Weiße Fläche, ohne Kommentar

Als langjähriger begeisterter Leser der SZ möchte ich meine Verwunderung, ja mein Entsetzen darüber zum Ausdruck bringen, in welcher Art und Weise man mit der Karikatur vom 15. Mai umgeht. Ich bin weiß Gott kein Fall für den Antisemitismusbeauftragten, aber es erstaunt mich schon, dass eindeutige und jahrelange Völkerrechtsverstöße Israels offenbar auch von meiner Zeitung mit anderem Maß gemessen werden, als ebensolche der Hamas, Putins, Erdoğans oder Assads, die vollkommen zu Recht scharf und ausdauernd kommentiert und kritisiert werden.

In der Sache kann man zugegeben geteilter Meinung sein, auch Beschwerden der Kultusgemeinde oder des Beauftragten der Bundesregierung sind gewiss nicht von Pappe, aber es ist für ein kritisches Organ wie die SZ gewiss nicht neu, dass sich Interessengruppen oder die Politik einzumischen versuchen.

Was mich viel mehr irritiert, ist die Art und Weise, wie man im Nachgang mit dem Problem umgeht. Der kleine, verschämte „Widerruf“ („In eigener Sache“) und das komplette Aussparen des Themas auf sz.de (während andere Medien prominent über das Thema berichten), das nachträgliche zensurartige Entfernen der Karikatur in der SZ-plus-Ausgabe ohne Kommentar zur verbleibenden weißen Fläche, kein Forumsangebot zur Diskussion, all das ist so gar nicht typisch SZ, wie ich sie kenne. Von (m)einer unabhängigen, unparteiischen und unerschrockenen SZ erwarte ich, dass sie ihren ausgesprochen hohen Idealen auch in eigener Sache nachkommt. Konrad Obermaier, Wasserburg/Inn

Quelle: SZ

Und ja … man darf Israel (aus meiner Sicht: man muss Israel kritisieren), z. B. wegen der sog. Siedlungspolitik und wie meinte der Dieter Hanitzsch (der schon bessere Karikaturen als diese gemacht hat) in einem aktuellem Interview:

Einen Netanjahu zu karikieren heißt, ihn nicht schöner zu machen als er ist. Das ist der Sinn der Karikatur. Sie soll verzerren. Schauen Sie sich doch mal an, wie andere Kollegen auf der ganzen Welt den Herrn interpretieren. Frau Merkel wird es nebenbei bemerkt auch nicht lustig finden, wie ich sie zeichne.

HaniitzchKarikatur4

Dieter Hanitzsch

 

Friedrich Feld – Lok 1414 – Und das Wunderkind + Und das wildgewordene Nashorn (1979)

FrontCover1Auf dem ersten Blick ein simples Kinder-Hörspiel:

Lok 1414 (auch Lok Vierzehn vierzehn) ist eine ab 1948 publizierte Kinderbuchreihe des österreichischen Autors Friedrich Feld, die ab 1959 in Deutschland auch auf Hörspiel-LPs erschien.

In Deutschland erschien das Buch Vierzehn Vierzehn geht auf Urlaub; illustriert wurde es von Rolf Rettich. Eine erste Hörspielversion der Lok 1414 auf Urlaub wurde bereits 1949 im Hessischen Rundfunk im Kinderfunk gesendet. Regie führte Wilhelm Semmelroth.

Als Hörspiele ab den 1950er/1960er Jahren auf 17-cm-Schallplatten erstveröffentlicht wurden Lok 1414

… geht auf Urlaub
… hat Geburtstag
… im wilden Westen
… lernt zaubern
… tritt im Zirkus auf
… und das wildgewordene Nashorn
… und das Wunderkind
… und der fliegende Teppich
… und der grüne Autobus
… und die Geistermühle
… und die Schatzhöhle

Auch diese Reihe basierte auf kurzen Radiofassungen, nun vom Kinderfunk des Südwestfunks Baden Baden. Zum Teil waren in die Cover der Schallplatten Hefte mit dem Hörspieltext zum Mitlesen sowie großformatigen Bildern integriert. Es folgten auch Veröffentlichungen auf Kompilationen, insbesondere auch auf Märchenplatten und -kassetten mit Hörspielen anderer Autoren wie die Gebrüder Grimm.

Lok1414-50erJahreSingles

Lok 1414 Singles ais den 50er Jahren

2010 erschien zudem eine von den ursprünglichen kommerziellen Veröffentlichungen abweichende zweite Hörspielfassung des Hessischen Rundfunks von Lok 1414 geht auf Urlaub im Audioverlag auf CD. Diese stammt aus dem Jahr 1952. Parallel dazu veröffentlichte der Boje Verlag auch das lange vergriffene Buch wieder und sprach von einer Wiederentdeckung eines Kinderbuchklassikers.

Vom tatsächlichen einstmaligen Erfolg der zeitweise nahezu vergessenen Reihe zeugen die Auflagenzahlen der Hörspiele und Fankommentare im Internet; hinzu kommen Äußerungen von Prominenten, die die Lok-LPs als Lieblingshörspiele ihrer Kinderzeit erwähnen. (Quelle: wikipedia)

Und dann gab es noch etliche  Aufnahmen mit der „Lok 1414“, die Ende der 70er Jahre auf Ariola erschienen.

Miz diesen Basis Informationen könne man es eigentlich belassen, wenn, wenn da nicht der Autor Friedrich Feld wäre:

Friedrich Feld (Pseudonym für Friedrich Rosenfeld; * 5. Dezember 1902 in Wien; † 27. Dezember 1987 in Bexhill, East Sussex) war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Übersetzer.

Friedrich Feld studierte nach bestandener Reifeprüfung Kunst- und Literaturgeschichte. Daneben schrieb er Theater- und Filmkritiken für Wiener Zeitungen. Er war befreundet mit den Autoren Max Winter und Schiller Marmorek. Von 1923 bis 1934 gehörte Feld der Kulturredaktion der sozialdemokratischen Wiener „Arbeiter-Zeitung“ an. Von Januar bis zu ihrem Verbot im Februar 1934 leitete er das Feuilleton dieser Zeitung. Nach den Februarkämpfen des Jahres 1934 emigrierte er in die Tschechoslowakei.

Friedrich Rosenfeld1

In Prag war er anfangs als Lektor und Dramaturg für die Filmproduktionsgesellschaft „Paramount“ tätig, später als Theaterkritiker. 1939 emigrierte er erneut, diesmal nach Großbritannien. Im Jahre 1940 war er sechs Monate lang als „feindlicher Ausländer“ auf der Isle of Man interniert. Anschließend arbeitete er in einer Fabrik, später dann für den Abhördienst für Sendungen in tschechischer Sprache der BBC, und von 1946 bis 1962 war er als Übersetzer für die Nachrichtenagentur Reuters tätig. Seit 1948 war Feld britischer Staatsbürger. Obwohl er nach 1945 eine Rückkehr nach Österreich ablehnte, lieferte er bis 1956 Filmkritiken für die Wiener Arbeiter-Zeitung. Seinen Lebensabend verbrachte Feld in Bexhill-on-Sea.

Friedrich Feld war Verfasser von Kinder- und Jugendbüchern, Theaterstücken und Hörspielen; daneben übersetzte er aus dem Englischen und Tschechischen ins Deutsche. Besonders erfolgreich waren Felds Kinderbücher: Von dem Titel „1414 geht auf Urlaub“ wurden 200.000 Exemplare verkauft, von „Der musikalische Regenschirm“ über 250.000 Exemplare. Zahlreiche Werke Felds fanden auch Verbreitung als Hörspiel und auf Schallplatten. (Quelle: wikipedia)

Wie gesagt: Auf dem ersten Blick ein simples Kinder-Hörspiel, auf dem zweitem Blick nötigt mir die Biographie des Autors verdammt viel Respekt ab …

Lok 1414

Könnte ja auch glatt die Emma sein …

Besetzung;

Lok 1414 und das Wunderkind:
Gernot Duda (Klaus Wendel, Aufnahmeleiter)
Michael Gahr (Rufus Vosper, Schauspieler + Stationsvorsteher)
Angela Graas (Susi)
Fritz Graas (Karl, der Heizer)
Manfred Lichtenfeld (Anton, der Lokführer)
Hans-Jürgen Leuthen (Robert Möllmann, Filmregisseur)
Inga Nickolai (Karin)
August Riehl (Lok 1414)
Edith Schollwer (Frau Rebhuhn)
Ulf Söhmisch (Kurt Fiedler, Kameramann)

Lok 1414 und das wildgewordene Nashorn:
Gernot Duda (Hugo Fürst)
Michael Gahr (Stationsvorsteher)
Fritz Graas (Karl, der Heizer)
Manfred Lichtenfeld (Anton, der Lokführer)
August Riehl (Lok 1414)
Edith Schollwer (Sekretärin)
Ulf Söhmisch (Joachim Wohlauf, Bürgermeister)

Regie: Gerd von Haßler
Musik: Quirin Amper

BackCover1

Titel:
01. Lok 1414 und das Wunderkind 23.35
02. Lok 1414 und das wildgewordene Nashorn 13.13

Texte: Friedrich Feld

Label B1.JPG

*
**

Biermösl Blosn – Tschüß Bayernland (1985)

Also … die Biermösl Blosn waren einfach ne Offenbarung … für all jene Bajuwaren, die sich nicht damit abfinden wollten/konnten, dass das Land der Bajuwaren bundesweit als „pechschwarz“ erlebt wurde. Oder anders ausgedrückt: Die Biermösl Blosn waren eine der wichtigsten (musikalischen) Stimmen jenes „anderen Bayern“, das es halt auch gab … dem Kraudn Sepp und dem Wildschütz Jennerwein sei Dank !

Hier ihre Geschichte … nach dem Motto … so ging´s damals los:

Die Biermösl Blosn war eine bayerische Musik- und Kabarettgruppe, die 1976 von den Brüdern Hans (* 1953), Christoph (* 1959) und Michael Well (* 1958) gegründet wurde. Biermösl ist abgeleitet von Beerenmoos, einem Teil des Haspelmoors im Landkreis Fürstenfeldbruck. Blosn (Blase) ist ein bairischer Begriff für Clique, Gruppe.

Die Gruppe verband bayerische Volksmusik (Stubnmusi) und Mundart mit politischen und satirischen Texten und kann daher zum Bereich der sogenannten Neuen Volksmusik gerechnet werden. Am 18. Januar 2012 gab die Gruppe ihr letztes Konzert in Fürth.

Die drei Mitglieder der Biermösl Blosn entstammen der 17-köpfigen Familie des Schulmeisters Hermann Well (1913–1996) und seiner Frau Gertraud (geborene Effinger, 1919–2015) aus dem Dorf Günzlhofen bei Fürstenfeldbruck.

  • Christoph Well (genannt Stofferl, * 3. Dezember 1959 in Günzlhofen) studierte Trompete und war Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern und später Konzertharfenist.
  • Michael Well (* 10. Oktober 1958 in Günzlhofen) hat eine Ausbildung zum Solotubisten und Baritonisten, ebenfalls bei den Münchner Philharmonikern.
  • Hans Well (* 1. Mai 1953 in Willprechtszell), der Germanistik und Geschichte studierte, ist hauptsächlich für die Texte der Gruppe verantwortlich.

Großes Vorbild der drei Brüder ist der Kraudn Sepp (1896–1977) aus dem Isarwinkel. Sie begannen 1976 mit Volksmusikauftritten, wie sie sie schon zuvor unter Anleitung ihres Vaters absolviert hatten. Sie arbeiteten häufig mit Gerhard Polt zusammen und traten gelegentlich in der ARD-Sendung Scheibenwischer auf.

Auftritt der Biermösl Blosn mit Gerhard Polt beim Hörbacher Montagsbrettl 1985

Auftritt der Biermösl Blosn mit Gerhard Polt beim Hörbacher Montagsbrettl 1985

Die Musik der Biermösl Blosn zeichnet sich u. a. durch die zum Teil ironische Integration anderer Musikstile wie etwa der keltischen Folklore, ungewöhnliche Instrumentierungen wie Dudelsack, Alphorn, Harfe oder Didgeridoo, aber vor allem durch bissige satirisch-politische bzw. gesellschaftskritische Texte aus (beispielsweise bedachten sie Kardinal Josef Ratzinger mit dem Spitznamen Alpen-Ayatollah), die häufig auf traditionellen bayerischen Reim- und Gesangsstilen (Gstanzl) beruhen und im Dialekt vorgetragen werden.

Sie erlangte bundesweite Bekanntheit, als sie 1981 – „versehentlich“ zum traditionellen Maibockanstich im Münchner Hofbräuhaus eingeladen – die Regierungspartei CSU in Zusammenhang mit der Massenverhaftung von Nürnberg vor den versammelten Ministern und Landtagsabgeordneten scharf kritisierten und so einen politischen Eklat verursachten. 1981 erhielt die Gruppe in Mainz den Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis. In Bayern wurden ihr 1985 und 1996 trotz eindeutiger Nominierungen durch die jeweilige Jury entsprechende Auszeichnungen verweigert. (Quelle: wikipedia)

Und hier ihr drittes Album … veröffentlicht auf dem Label Mood Records (damals noch exklusiv auf Zweitausendeins … jenem Versand. der mit damals den Verstand geraubt hat).

Verstehen wird man vermutlich dieses Album nur dann, wenn einem Namen wie Franz-Koseph Straußt, Edmund Stoiber oder auch Boris Becker noch was sagen … wenn man sich dem Irrsinn von bestimmten Münchner Geschichten vergenwärtigt … aber anhören sollte man sich dieses Album allemal … es ist musikalisch und erst recht textlich ein Bravourstück boarischer Hinterfotzigkeit !

Mein Gott, was waren die Burschen damals noch jung ...

Besetzung:
Christoph Well (trumpet, harp, dulcimer, flute, zither, guitar, tuba, vocals)
Hans Well (guitar, harmonica, tuba, trumpet, accordion)
Michael Well (tuba, flute, hurdy-gurdy, banjo, vocals)

BackCover1

Titel:
01. Tschüß Bayernland (H.Well/Reichert/C.Well)  2.37
02. Zing Zang Zing (H.Well/C.Well/Traditional)  2.56
03. Exotenlandler (F.Stoiber/H.Stoiber) 2.23
04. Mittlerer-Ring-Jodler (H,Well/Tradional) 1.44
05. Stolz von da Au (H.Well/Ringsgwandl/Müller) 3.07
06. I woass net, wos i wern soit (H.Well/Traditional) 2.05
07. Eine grosslappener Schuttkrähe träumt von Irland (C.Well) 3.23
08. Dada Mpfda (H.Well/C.Well) 0.43
09. Da Russ (H.Well/Berlin) 1.41
10. Auswandererlied (H.Well/Pfenning/C.Well) 2.33
11. Baynerland-Lied (H.Well/Traditional) 4.11
12. Prof. Zipfl liest / Im Wald is so staad (H.Well/C.Well/Thoma/Traditional) 1.34
13. St. Öd Räbb (H.Well/C.Well) 2.47
14. In Memoriam Brachvogel (C.Well/Traditional) 3.10
15. Z´Murnau is Markt (Traditional) 1.34
16. Heldengedenktag (H.Well/C.Well) 2.52
17. Boris Bumm Bumm (H.Well/C.Well/Belafonte) 2.33
18. G´Stanzl (H.Well/Traditional) 3.27

CD1

*
**

Franziska Kleinert – Messer im Herz (1994)

FrontCover1Dass es ganz schön schwierig sein würde, für die deutsche Rocksängerin Franziska Kleinert die wichtigsten Informationen zusammen zu tragen, hätte ich ja nicht gedacht.

War sie doch eine lange Zeit mit Musikern und Gruppen Julia Neigel, Pur, Wolfgang Petry und Peter Maffay unterwegs.

Na ja , auf jeden Fall hab´ ich hier ihr Debütalbum, das bei mir durchaus gemischte Gefühle auslöst.

Zum einen kann man eigentlichen jedem Song guten Noten ausstellen, eine wunderbare Stimme, griffige Arrangements und auch für genügend musikalische Abwechslung ist gesorgt.

KleinertMaffay

Franziska Kleinert mit Peter Maffay

Aber: ich hab´s hier schon mehrfach geschrieben: Es geht mir mittlerweile tierisch auf den Senkel, dass – insbesondere Sängerinnen – textlich nur die alte, ewige Beziehungskiste drauf haben. Natürlich sind Themenkreise wie Liebe und Sexualität ein zentrales Thema, aber es gibt weiss Gott noch andere Bereiche, die man textlich bearbeiten, bzw. behandeln könnte.

Und davon ist auf diesem Album nichts, aber auch gar nichts zu finden (kleine Ausnahme: „Vater“ mit deutlichen Anleihen bei der Gruppe „Pur“).

Da hilft dann auch nichts mehr, wenn sie mit dem Song „Verführst“ ein eigentlich schönes Beispiel selbstbewußter weiblicher Sexualität zum besten gibt. Komponiert und getextet wurde dieses Lieder allerdings von einem Mann *ggg*

Nach 4 CD´s hat sich dann die Franziska Kleinert Band aufgelöst, es folgte ein kurzes Intermezzo mit der Band Green Turns Blue …

Single

Die Single zur CD: Auch dieses Cover ist ein echter Hingucker …

Und wenn ich es richtig überblicke, hat sie mittlerweile – nachdem ihr der große Durchbruch nie gelang, ihre musikalische Karriere an den Nagel gehängt und betreibt nun mit ihrem Mann Thomas Pallmann das Hotel „Hohensteiner Hof“ in Bönnigheim. Scheint ja ne feine Adresse zu sein.

Brockmann

Der Radio- und Event Moderatot Thomas Brockmann über Franziska Kleinert

Besetzung:
Michael Dorka (harmonica)
Ferdinand Förster (keyboards, guitar)
Franziska Kleinert (vocals, keyboards)
Claus Mathias (guitar, background vocals)
Boris Sander (guitar)
Willi Schneider (keyboards)
Bodo Schopf (drums, percussion)
Ken Taylor (bass)

Booklet02A

Titel:
01. Wenn Du glaubst (Siemes) 3.21
02. Vollmond (Gessle/Moray) 3.48
03. So viel zu sagen (Kleinert) 3.36
04. Schwestern (Siemes) 3.41
05. Nur mit dir (Kleinert) 3.09
06. Messer im Herz (Siemes) 3.57
07. So oder so (Siemes) 3.40
08. Wenn du gehst (Kleinert) 3.27
09. Wiedersehn (Siemes) 3.38
10. Verführst (Siemes) 3.15
11. Montag (Siemes) 3.36
12. Herzkönigin (Siemes) 3.08
13. Vater (Siemes) 4.25

CD1

*
**

Hohensteiner Hof

Der Hohensteiner Hof in Bönnigheim mit Franziska Kleinert und Thomas Pallmann

Und hier liegt Bönnigheim:

Bönnigheim

Verschiedene Interpreten – Starke Stimmen – Liebesgedichte (2005)

FrontCover1Normalerweise bin ich ja kein so großer Freund der Lyrik, erst recht nicht der Liebeslyrik. Aber hier mache ich mal neu Ausnahme.

Und das ist die kleine Geschichte dieses Hörbuches:

„Starke Stimmen“ heißt die BRIGITTE-Hörbuch-Edition, in der zwölf starke Frauen auf zwölf außergewöhnliche Bücher treffen. Und so heißt auch die CD mit Liebesgedichten, die Sie gratis mit Heft 12 bekommen. Warum? Als Dankeschön!

Starke Stimmen – unter diesem Motto geben wir seit Februar unsere Hörbuch-Edition heraus. In jeder neuen BRIGITTE haben wir Ihnen ein neues literarisches Werk vorgestellt, gelesen von erstklassigen Frauen und Schauspielerinnen. Und was für eine starke Resonanz haben wir bekommen: Briefe, Postkarten, E-Mails mit viel Lob und unzähligen Anregungen. Zum Beispiel, welche Ihrer Lieblings-Schauspielerinnen bei einer Fortsetzung unserer Hörbuch-Reihe doch unbedingt welches wichtige Werk lesen sollte… Seien Sie sicher, wir haben uns alles gut gemerkt! Ihr großes Interesse hat dazu geführt, dass unsere „Starken Stimmen“ seit Wochen die Hörbuch-Bestsellerlisten anführen. Aus diesem Grund wollen wir – BRIGITTE und Random House Audio – uns bei allen bedanken, die an das Projekt geglaubt haben.

Elke Heidenreich zum Beispiel, die unser erstes Hörbuch, die „New Yorker Geschichten“ von Dorothy Parker, gelesen hat. Gefolgt von Fritzi Haberlandt, Hannelore Hoger, Corinna Harfouch, Heike Makatsch, Iris Berben, Anna Thalbach, Monica Bleibtreu sowie Sibel Kekilli, die in Heft 12 Jane Austens Klassiker „Sinn und Sinnlichkeit“ präsentiert. Und Eva Mattes, Sophie Rois, Senta Berger, die in den folgenden Heften ihre Hörbücher vorstellen. Besonders beeindruckt waren wir von jenen Hörerinnen, die sich an etwas Neues gewagt haben. Viele haben uns geschrieben, sie hätten durch unsere Edition das Medium Hörbuch entdeckt. Danke für Ihr Vertrauen! Wir wollen unsere Begeisterung mit Ihnen teilen, indem wir Ihnen etwas weitergeben, was mitten ins Herz trifft: Liebesgedichte, die es in dieser Auswahl nur mit diesem Heft und nicht im Handel gibt. Gelesen von unseren Stimmen, zu denen sich bereits weitere hinzugesellt haben: Katharina Thalbach, Gudrun Landgrebe und Jessica Schwarz. Viel Freude bei diesem Hör-Erlebnis. (Verlagsankündigung der Zeitschrift Brigitte)

EditionStarkeStimmen

Die Brigitte Edition „Starke Stimmen“

Sehr überraschend, dass selbst einer wie ich mit diesen Aufnahmen etwas anfangen kann.

Wir hören Texte von Klassikern wie William Shakespeare und Friedrich Hebbel, aber auch Sarah Kirsch ist vertreten und dann noch mir ganz und gar unbekannte Autorinnen wie Karoline V. Günderrode oder Kathinka Zitz.

Die Stimmen, denen wir lauschen können/dürfen gehören Schauspielerinnen, die sich in den letzten Jahrzehnten beeindruckendes geleistet haben, darunter sind Namen wie
Iris Berben, Eva Mattes, Anna Thalbach, Katharina Thalbach, Monica Bleibtreu und Senta Berger (u.v.m.)

Und es sind großartige Stimmen und Interpretationen, die selbst mir Lyrikbanausen wunderbare Momente verschafft haben.

Hörempfehlung: man gönne sich dazu einen guten Rotwein oder einen nicht minder guten Whisky from good ol`Scotland …

BackCover1

Titel:
01. Iris Berben: Alles eins (Rainer Maria Rilke) 4.39
02. Eva Mattes: Ich bin sehr sanft (Sarah Kirsch) 0.40
03. Katharina und Anna Thalbach: Mit Haut und Haar (Ulla Hahn) 2.19
04. Elke Heidenreich: Bescheidene Anfrage (Mascha Kaléko) 1.27
05. Elke Heidenreich: Weil du nicht da bist (Mascha Kaléko) 1.26
06. Elke Heidenreich: Kompliziertes Innenleben (Mascha Kaléko) 1.08
07. Elke Heidenreich: Das letzte Mal (Mascha Kaléko) 1.27
08. Elke Heidenreich: Großstadtliebe (Mascha Kaléko) 1.24
09. Jessica Schwarz: Sonett CIV (William Shakespeare) 1.37
10. Anna Thalbach: Mühle (Ulrike Draesner) 0.54
11. Anna Thalbach: Willst du dein Herz mir schenken? (Anonym) 0.37
12. Anna Thalbach: Was hilft es mir? (Louize Labé) 0.45
13. Anna Thalbach: Gefrorene Tränen (Wilhelm Müller) 0.38
14. Gudrun Landgrebe: Liebeslied (Else Lasker-Schüler) 3.12
15. Senta Berger: Trunken (Enrique Cadicamo) 1,32
16. Hannelore Hoger: Abschied (Else Lasker-Schüler) 2.11
17. Monica Bleibtreu: Bei den Stiefmütterchen (Sarah Kirsch) 0.53
18. Jessica Schwarz: Sonett CXLVII (William Shakespeare) 1.00
19. Monica Bleibtreu: Die Luft riecht schon nach Schnee (Sarah Kirsch) 0.58
20. Anna Thalbach: Am Strand (Ulla Hahn) 3.31
21. Sophie Rois: Du bist mein Mond… (Friedrich Rückert) 0.50
22. Sophie Rois: Ich und du (Friedrich Hebbel) 0.46
23. Sophie Rois: Der Kuss im Traume (Karoline V. Günderrode) 1.02
24. Katharina Thalbach: Wie man sich irren kann (Kathinka Zitz) 3.08

CD1

 

*
**