Hans-Jürgen Bäumler – Einmal gibt’s ein Wiedersehen + Morgen schon (1965)

FrontCover1Er war vermutlich einer der ersten „singenden Sportler“ bei uns:

Hans-Jürgen Bäumler (* 28. Januar 1942 in Dachau) ist ein ehemaliger deutscher Eiskunstläufer und heutiger Schauspieler. Nach seiner Karriere als Sportler war er außerdem Schlagersänger und Moderator.

Im Einzellauf schaffte es Bäumler von 1956 bis 1959 auf das Podium bei den deutschen Meisterschaften. Er war zu dieser Zeit der drittbeste deutsche Eiskunstläufer hinter Manfred Schnelldorfer und Tilo Gutzeit. Bäumler nahm von 1956 bis 1958 an Europameisterschaften teil. Sein bestes Ergebnis war der sechste Platz 1957. Außerdem bestritt er zwei Weltmeisterschaften im Einzellauf. 1956 belegte er den 12. Platz und 1958 den 14. Platz.

Zur Sportlegende wurde Hans-Jürgen Bäumler allerdings im Paarlauf an der Seite von Marika Kilius. Mit ihr wurde er in den Jahren 1958, 1959, 1963 und 1964 deutscher Meister im Paarlauf. Von 1959 bis 1964 wurden sie sechsmal in Folge Europameister. Ihre erste Weltmeisterschaftsmedaille gewannen sie 1959 in Colorado Springs mit Silber hinter den Kanadiern Barbara Wagner und Robert Paul. 1960 in Vancouver errangen sie die Bronzemedaille. 1963 in Cortina d’Ampezzo und 1964 in Dortmund wurden Kilius und Bäumler Weltmeister. Zusammen bestritten sie zwei Olympische Spiele. Sowohl 1960 in Squaw Valley, wie auch 1964 in Innsbruck gewannen sie die Silbermedaille, erst hinter Wagner und Paul, dann hinter Ljudmila Beloussowa und Oleg Protopopow aus der Sowjetunion. 1964 wurde ihnen die Medaille jedoch aberkannt, nachdem bekannt wurde, dass sie noch vor den Olympischen Spielen einen Profivertrag bei Holiday on Ice unterzeichnet hatten. Daraufhin gaben sie die 1964er Medaillen 1966 an das IOC zurück. 1987 bekamen sie jedoch die Medaillen vom Internationalen Olympischen Komitee zurück und wurden vollständig rehabilitiert. Seither werden sie von der International Skating Union (ISU) wieder offiziell als Olympiazweite 1964 geführt.

Ab 1964 traten Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler zuerst bei der Wiener Eisrevue und schließlich bei Holiday on Ice auf.

Hans-Jürgen Bäumler (1964)

Hans-Jürgen Bäumler (1964)

Nach dem Plattenerfolg von Marika Kilius mit Wenn die Cowboys träumen schloss die deutsch-amerikanische Plattenfirma CBS im Frühjahr 1964 auch einen Plattenvertrag mit Bäumler. Im April 1964 wurde die erste Single mit der A-Seite Wunderschönes fremdes Mädchen veröffentlicht. Binnen kurzer Zeit schoss der Titel in den Hitparaden nach oben und erreichte sowohl beim Deutschlandfunk, dem Bayerischen Rundfunk als auch bei Radio Luxemburg Platz eins. In der Hit-Parade der Musikfachzeitschrift Musikmarkt erreichte der Titel den dritten Rang. Zeitgleich brachte CBS eine Duettplatte mit Marika Kilius heraus, deren A-Seite Honeymoon in St. Tropez bei Musikmarkt ebenfalls auf dem zweiten Platz landete. Mit Sorry Little Baby hatte Bäumler 1965 einen weiteren Top-10-Titel (Platz 7), der ihm auch den Bronzenen Löwen von Radio Luxemburg einbrachte. Dort war er zu dieser Zeit auch als Sprecher engagiert. Bis 1966 hatte er sich mit insgesamt sechs Titeln in den Hitparaden platziert. 1968 lief sein Vertrag bei CBS aus, danach brachte Bäumler erst 1976 zwei weitere Platten bei Elite Spezial heraus. Mit dem Titel Zauberei aus dem Zylinder erreichte er in der Airplay-Hitparade Platz 21. Insgesamt wurden mit Bäumler zwischen 1964 und 1976 15 Singleplatten produziert, davon zwei zusammen mit Marika Kilius.

Ab 1964 wurde Hans Jürgen Bäumler auch als Schauspieler bekannt. Neben seinen Spielfilmen machte er die „Eis-Operette“ bekannt. Hier war er 1969 in der Operette Im weißen Rössl, 1970 in Maske in Blau und 1971 in Kauf Dir einen bunten Luftballon zu sehen. Erfolgreich war auch die Fernsehserie Salto Mortale. In 12 Spielfilmen war er Partner u.a. von Paul Hörbiger, Johanna Matz, Terence Hill, Heinz Erhardt, Uschi Glas, Theo Lingen und Gunther Philipp. Der Revuefilm Die große Kür bekam als Auszeichnung die „Goldene Leinwand“. Im September 2011 hatte er außerdem einen Auftritt in der Seifenoper Verbotene Liebe in der er einen Geschäftspartner der Rolle Ansgars von Lahnstein, welche durch Wolfram Grandezka verkörpert wird, spielt.

Bravo1965Seiner Ausbildung zum Schauspieler und der Sprechausbildung in München folgte 1968 das erste Engagement am Heidelberger Theater „Tangente“ mit Edith Hancke und Waltraut Haas. In vielen Hauptrollen stand er danach in Österreich, der Schweiz und in Deutschland auf der Bühne. Theaterstücke der letzten Zeit: Wirst du mich auch morgen früh noch lieben?, Es war nicht die Fünfte, es war die Neunte, Bleib doch zum Frühstück, Ein Seestern im Garten, Hände weg von meiner Frau und der Klassiker Kunst.

Ab Mitte der 1980er-Jahre war er Moderator von verschiedenen Quizsendungen, unter anderem Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm (1984–1987), Das waren Hits (1986–1994), und Was wäre wenn (1987–1989), im ZDF. Von 1990 bis 1993 moderierte er bei RTL plus die Quizshow Riskant!. Im Oktober 2006 gehörte er gemeinsam mit seiner ehemaligen Partnerin Marika Kilius der Jury in der RTL-Show Dancing on Ice an.

Er ist seit 1974 verheiratet mit Marina, von Beruf Lehrerin. Sie leben heute an der Côte d’Azur in Nizza. Das Paar hat zwei Söhne.

Hans-Jürgen Bäumler ist Träger des Silbernen Lorbeerblattes. Die Berliner Sportpresse verlieh ihm das „Goldene Band der Sportpresse“. 2011 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.(Quelle: wikipedia)

Hier zur Einstimmung (weitere Aufnahmen mit ihm werden nämlich folgen) seine – wenn ich es recht überblicke – fünfte Single aus dem Jahr 1985.

Nun, ähm, ein weiteres Beispiel, mit welch schlichten Titeln man bei CBS eine Single veröffentlichen konnte, vorausgesetzt, der Name stimmt.

Hans-Jürgen Bäumler als Schauspieler

Hans-Jürgen Bäumler als Schauspieler

Besetzung:
Hans-Jürgen Bäumler (vocals)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

BackCoverTitel:
01. Einmal gibt’s ein Wiedersehen (Loose/Dokin) 2.30
02. Morgen schon (Busch/Scharfenberger) 3.03

LabelB1

*
**

Ensemble für frühe Musik Augsburg – Renaissance Pop Songs (1989 – 2007)

FrontCover1Normalerweise dient dieser blog ja nicht dazu, intensiver über meine persönlichen Befindlichkeiten zu informieren (wobei das bei einem Typen, wie ich es bin, sich ja nie so ganz vermeiden lässt), aber diesmal muss ich wohl eine Ausnahme machen:

Am Mittwoch dieser Woche erhielt ich nach eine Blutabnahme die Diagnose Diabetes mellitus mit einem extrem stark erhöhtem Blutzucker-Wert. Die Folge: ich wurde auf der Stelle in ein Krankenhaus eingewiesen.

Kurz und bündig: Diese Diagnose bedeutet eine Zäsur in meinem Leben und so bin ich momentan in einer ein wenig verzagten Phase, aber dennoch guter Dinge, dass ich nun die Zeichen des Zeit verstanden habe. Mein durchaus üppiges Leben (auch im Hinblick auf kulinarische Genüsse) hat ein Ende gefunden. Letztlich aber nur ein kleiner Klacks, bedenkt man, wieviele Menschen mit ganz anderen gesundheitlichen Einschränkungen zu leben haben.

Nun gilt es wagemutig nach vorne zu schauen und auch Lebensqualität neu zu definieren.

Diabetes

Geblieben ist auf jeden Fall meine Freude an Musik, Geschichte, Kunst (im weitestem Sinne), Zeitgeschehen, Erotik, Literatur etc. und auch die Satire hat weiterhin einen festen Platz in meinem Leben.

Und so kann ich jetzt die Überleitung wagen: Und zwar zu diesem exquisitem Ensemble für frühe Musik aus Augsburg:

Das Ensemble für frühe Musik Augsburg ist ein Ensemble aus dem Bereich der Musik der Mittelalterszene, das 1977 gegründet wurde. Der Schwerpunkt der Musik liegt auf deutschsprachigen Liedern des 12.–15. Jahrhunderts.

Ensemble für frühe Musik Augsburg01

1977 gründeten Hans Ganser, Rainer Herpichböhm und Heinz Schwamm das Ensemble. 1981 stieß Sabine Lutzenberger als Sängerin hinzu. Sie stieg als festes Mitglied im Jahre 2000 aus, steht dem Ensemble aber nach wie vor zur Verfügung. Das Ensemble baut seine Instrumente selber und umfasst verschiedene Fideln, Rebab, Lauten, Chitarra saracenica, Psalterium, gotische Harfen, Drehleiern, Blockflöten, Schalmeien und Schlagwerk. (wikipedia)

Ensemble für frühe Musik Augsburg02

Hier eine der zahlreichen Alben dieses Ensembles:

Musikalische Leckerbissen aus Italien, Deutschland, Frankreich und Spanien, Unterhaltungsmusik aus der Zeit der Entdeckung Amerikas – all dies können Sie auf der vorliegenden Aufnahme des ensemble für frühe musik augsburg hören. Lieder von Liebe und Leid, von Verlangen und Sehnsucht, freche und innige; Gassenhauer, in denen von „üppigen Dingen“ erzählt wird. Aber auch Tanzmusik: feierliche Schreittänze und ausgelassene Springtänze, die immer schneller werden und immer schneller und schneller … (Pressetext)Hüllentext

Da ist nichts von musealem Staub, von wissenschaftlicher Pedanterie, dafür viel Sponteanität, muntere Fröhlichkeit, Vitalität … Die Instrumente der Renaissance werden perfekt gespielt, instrumentale Farbigkeit triumphiert. Aber auch im Vokalen haben die Augsburger einiges an Wohllaut und Wendikeit vorzuweisen. (Neue Zürcher Zeitung, Feuilleton 30.10.1989)

In der Tat eine durch und durch vergnügliches Album … und es kündete von längst vergangenen Zeiten … Zeiten die uns heute natürlich eher fremd und zuweilen auch rätselhaft sind …

Von daher: ein musikalischer Rückblick …

BackCover1

Besetzung:
Hans Ganser (vocals, crumhorn, percussion)
Rainer Herpichböhm (vocals, lute, percussion)
Sabine Lutzenberger (vocals, recorder, shawm, crumhorn, harp)
Heinz Schwamm (vocals, fiddle, shawm, crumhorn)
Wolfgang Zahn (shawm, crumhorn, dulcian, percussion)

Booklet03A

Titel:
01. Intrada (Franck) 2.35
02. Von üppiklichen Dingen (Heselloher) 6.41
03. Ballo Francese (Mainerio) 3.03
04. L’amor, Dona, Ch’io Te Porto (Fogliano) 1.56
05. Mit ganzem Willen (Anonymous) 2.16
06. Questo Mostrarsi Adirata di Fore (Isaak) 3.28
07. Passamezzo Antico „Caminata“  (Anonymous) 2.42
08. Es hett ein Schwab ein Töchterlein (Anonymous) 4.38
09. Fortuna Desperata (Isaak) 2.25
10. Il Marchese di Soluzzo (Anonymous) 2.06
11. Merce Te Chiamo (Anonymous) 4.47
12. Madonna Nui Sapimo  (da Nola) 2.14
13. Maudit Soit (Isaak) 2.04
14. Passamezzo Moderno (Anonymous) 2.55
15. Chi la Gagliarda (da Nola) 2.38
16. Der heilig Herr Sanct Matheis (Anonymous) 3.55
17. Io Vorrei Dio D’amore (Fogliano) 1.39
18. Il Estoit Une Filette (Janequin) 1.26
19. Rodrigo Martines (Anonymous) 1.22
20. Dindirindin (Anonymous) 2.18
21. Scaramella (Desprez) 1.43
22. Ti Parti Cor Mio Caro (Azzaiolo) 1.34
23. Bergerette Sans Roch (Susato) 2.26

CD1

*
**

Mehr vom Ensemble für frühe Musik Augsburg:
FrontCover1

Die aktuelle website:
website

Hans Melchior Brugk – Divertimento für eine Bank (1980)

FrontCover1Eigentlich ist ja der Hans Melchior Brugk kein unbedeutender Komponist im letzten Jahrhundert gewesen, wie dieses Kurzportrait aus dem Jahr 2009 zeigt:

Die Giganten unter den musikalischen Jubilaren des Jahres 2009 heißen Georg Friedrich Händel, Joseph Haydn und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Doch sollten wir in dieser Region uns auch auf Hans Melchior Brugk besinnen, der es als überregional bedeutender Komponist ohne Zweifel in die Liga der bayerischen Klassiker geschafft hat!

Geboren in München, aufgewachsen in Wasserburg und lange Zeit in Brannenburg am Inn lebend, hat Brugk seine letzte Ruhestätte auf dem Wasserburger Altstadtfriedhof in einem Ehrengrab gefunden. Viele Auszeichnungen wurden ihm zu Lebzeiten zuteil, das Bundesverdienstkreuz, der Kulturpreis der Stadt und des Landkreises Rosenheim, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wasserburg, der Friedlandpreis des Heimkehrerverbandes für sein aufrüttelndes „Deutsches Te Deum“. Dieses groß angelegte Bekenntniswerk hat Brugk als Votivgabe für seine glückliche Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft komponiert. Anlässlich des Eucharistischen Weltkongresses in München schrieb Brugk eine ebenso schlichte wie kunstvolle Bläsermesse. Kardinal Wendel fand seinerzeit die enthusiastischen Worte, der Komponist sei ein „zeitgenössischer Palestrina“.

HansMelchiorBrugk

* 24. November 1909 – † 14. September 1999

Hans Melchior Brugk zeigte eine glückliche Hand bei seinen melodischen Eingebungen. In Zeiten, in denen Melodie als reaktionär verpönt war, hielt er an einer von natürlichem Gesang inspirierten Melodik fest. Dass dabei keine platten Ohrwürmer zu Tage kamen, versteht sich bei dem geradezu skrupulösen Qualitätsbewußtsein Brugks von selbst. „Ich komponiere nicht viel, aber wenig!“ pflegte er scherzhaft zu bemerken. Brugk war kein Vielschreiber, auch kein Drauflos-Schreiber: Inspiration und geduldigste handwerkliche Arbeit bildeten die Säulen seines Schaffens.
Im Hans-Schneider-Verlag ist eine hervorragende, sehr lesenswerte Monographie über Hans Melchior Brugk erschienen, in der die Musikwissenschaftler Dr. Franzpeter Messmer und Prof. Günther Weiß in verständlicher Sprache Wesentliches über die Musik des bayerischen Komponisten zum Ausdruck bringen.

Die Mutter Brugks war Hutmacherin, der Vater Lokomotivführer. Auch der Sohn blieb immer dem Elementaren, Kreatürlichen verbunden; nie ist er „abgehoben“, weder als der liebenswürdige, herzlich geliebte Kunsterzieher am Rosenheimer Ignaz-Günther-Gymnasium, noch danach als Dozent am Münchener Richard-Strauß-Konservatorium und natürlich auch nicht als phantasievoller, schaffender Künstler.

Was bleibt? Eine wunderbar gesangliche, innige Chormusik, weltlich wie geistlich; rasant übermütige Bläser-Divertimenti, frische Kammermusik von großer Gefühlstiefe, Kirchenmusik voll Ernst und auch Charme, und die Krönung seines Lebenswerks, das großartige und virtuos mitreißende Klavierkonzert in Es-Dur.
Franzpeter Messmer schreibt: „Brugk komponiert eine Musik, welche spontane Direktheit mit einem kunstvollen Bau verbindet und den Hörern eine befreiende geistige Welt erfahrbar werden lässt. Dies ist das kompositorische Ethos von Hans Melchior Brugk.“ (Walther Prokop; Tonkünstlerverband Südostbayern e.V.)

Also: Eigentlich ist ja der Hans Melchior Brugk kein unbedeutender Komponist im letzten Jahrhundert gewesen … umso mehr erstaunt es, dass ein ausführliches Werk, nämlich sein „Viertimento für eine Bank“ so ganz und gar in Vergessenheit geraten ist.

Vielleicht liegt das daran, dass dieses Werk eine Auftragsarbeit war und zwar für eine Bank, genauer gesagt für das Bankhaus Schneider & Münzing, „die älteste Privatbank Münchens, wie man damals stolz verlauten ließ.

Und anlässlich des 150jährigen Bestehens dieser Band veröffentlich man dann diese LP. Und salbungsvoll, vollmundig erläuterte man dann auch, warum und wie es zu dieser Allianz zwishen Brugk und dem Bankhaus kam:

Werbetext

Nun denn, das „Divertimento für eine Bank“ kann man auf Seite 2 hören. Auf seite 1 ist das oben bereits erwähnte „Deutsche Te Deum“ zu hören, das mir ein wenig zu pathetisch geraten ist.

Das Te Deum (von lat. Te Deum laudamus, „Dich, Gott, loben wir“) ist übrigens ein feierlicher, lateinischer Lob-, Dank- und Bittgesangs der christlichen Kirche und man glaubt dass es im frühen 6. Jahrhundert entstanden ist. Die erste deutsche Übersetzung stammte dann von Martin Luther.

Eine kleine musikalische Kostbarkeiten sind dann jedoch die Fanfarenklänge.

Und das „Divertimento für eine Bank“ kann sich durchaus hören lassen.

Aber, aber, so ganz seriös wie man sich auf der Plattenhülle gab, war dieses Bankhaus dann halt doch nicht. Bereits in den 70er Jahren gab es so ein paar Finanzskandale und 1984 wurde es dann richtig heftig (siehe beiliegender Spiegel-Artikel). Und ein Jahr später war´s dann soweit. Das Bankhaus „Schneider & Münzing“ reihte sich in die lange Reihe der deutschen Bankpleiten ein und verschwand vom Markt. Fragt wich wiedermal, wer denn da eigentlich die Zeche gezahlt hat.

Nix wwar´s mehr mit einem heiterem, beschwingten Divertimento … Aber hier kann man es noch hören … viel Vergnügen mit einer weiteren Rarität aus dem Musikhaus Riffmaster & Co. KG, das heuer sein 60. Jubiläum gefeiert hat !

Torte

Besetzung:

Deutsches Te Deum:

Ludwig Bauman (Bariton)
Ruth Falcon (Sopran)
Hanna Fahlbusch-Wald (Alt)
+
Musica monacenses unter der Leitung von Heinz Schmidpeter
+
Symphonieorchester Graunke unter der Leitung von Wilfried Koch

Divertimento für eine Bank:

Münchner Nonett:
Ulrich Bode (violoncello)
Irena Grafenauer (flute)
Karsten Heymann (violine)
Kurt Kalmus (oboe)
Erich Keller (violine)
Karl Kolbinger (fagott)
Gottfried Langenstein (horn)
Walter Stangel (viola)
Gerd Starke (clarinet)

BackCover1

Titel:

Deutsche Te Deum:
01. Herr wir loben dich 3.08
02. Nacht ist um mich + Verlassen, verloren 12.20
03. Alleluja, alleluja, danket dem Herrn 5.31
04. Lobpreise meine ganze Seele 5.19

05. Fanfare und Intrade 3.30

Divertimento für eine Bank: (21.17)
06.1. Moderato
06.2. Allegro
06.3. Adagio
06.4. Allegro
06.5. Vivace

Musik: Hans Melchior Brugk
Text: Traditional/Robert Erbertseder

LabelB1

*
**

Das ehemalige Bankhaus Schneider & Münzing in München

Das ehemalige Bankhaus Schneider & Münzing in München

Hans Koller & Roland Kovac – Jazz Salon Dortmund (1957)

FrontCover1Mich mit dem frühen Jazz im Nachkriegsdeutschland zu beschäftigen, bereitet mir zunehmend Freude.

Und da darf natürlich der Hans Koller nicht fehlen:

Hans (Antonio Hans Cyrill) Koller (* 12. Februar 1921 in Wien; † 22. Dezember 2003 ebenda) war einer der bekanntesten österreichischen Jazz-Musiker sowie nebenbei Kunst-Maler in abstrakter Manier. Er spielte neben dem Tenorsaxofon auch Sopranino, Sopransaxofon und Klarinetten.

Hans Koller wurde am 12. Februar 1921 in Wien geboren. Sein Vater förderte den Wunsch seines Sohnes, Saxophon zu spielen. Sein Vorbild war damals der Sound eines Lester Young. Aufgrund seines Talents und seiner Vorkenntnisse wurde der damals 14-jährige Koller in das fünfte Semester der Wiener Musikakademie aufgenommen.

1941 wurde er mit 20 Jahren zum Wehrdienst einberufen. Er geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft, wo er eine Lagerband gründete. Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, gründete er 1946 in Wien den Hot Club Vienna.

Jazz Konzert im Hörsaal des NDR in Hamburg,
Hans Koller am Saxophon, Deutschland 1956:
Hans Koller01

Aufgrund der schlechten Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten für Jazzmusiker in Österreich ging er im Jahre 1950 nach Deutschland. Dort spielte er Tenorsaxophon in der Band des Swing-Schlagzeugers Freddie Brocksieper in München und gründete kurz darauf sein eigenes Quartett mit der Pianistin Jutta Hipp, dem Kontrabassisten Shorty Roeder und dem Schlagzeuger Karl Sanner. Diese am Cool Jazz orientierte Band, in der sich Albert Mangelsdorff frühen Ruhm erspielte, wurde schnell zu einem der bekanntesten Ensembles des modernen Jazz in Deutschland.

1953 machte er Plattenaufnahmen für das US-amerikanische Plattenlabel Discovery. Als erster europäischer Jazzmusiker erhielt er im amerikanischen Musikmagazin Down Beat fünf Sterne, die höchste Auszeichnung. Im gleichen Jahr war er mit seinen „Hans Koller New Jazz Stars“ und dem Trompeter Dizzy Gillespie auf Tournee. Auf dem Jazzfestival Frankfurt 1954 spielte er im Duo mit dem Pianisten Roland Kovac die kammermusikalische Fuguette. 1956 war Koller auf Europatournee mit dem US-amerikanischen Altsaxofonisten Lee Konitz und dem Baritonsaxofonisten Lars Gullin.

Das Modern Jazz Quartet beim Donaueschinger Musikfest
mit Hans Koller, 1957:
Hans Koller02

1957/58 war er Mitglied und Solist im Orchester von Eddie Sauter. Nach einem Engagement beim Südwestfunk-Orchester in Baden-Baden bildete er 1958 mit dem Gitarristen Attila Zoller, dem Bassisten Oscar Pettiford und dem Schlagzeuger Kenny Clarke eine neue Band. „Blues in the Closet“ hieß ihr bekanntestes Stück. Etwa 1958 spielte Koller zusammen mit Duke Ellington im Studio von Hans Georg Brunner-Schwer in Villingen-Schwenningen.

Beim ersten gesamteuropäischen Jazzfestival 1960 in Antibes wurde Hans Koller als bester Solist ausgezeichnet. Von 1958 bis 1965 übernahm er die Leitung des NDR-Jazzworkshops in Hamburg. Er war in diesen Jahren auch als Filmkomponist tätig und übernahm für die Spielzeit 1968/69 die musikalische Leitung des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. 1961 wurde Koller Mitglied der „European All Stars“ und spielte unter anderem mit Tete Montoliu, Monica Zetterlund oder Dusko Goykovich. 1965 erhielt er zum zweiten Mal die höchste Auszeichnung (fünf Sterne) im Down Beat für die Platte „ZO-KO-SO“ mit Attila Zoller und Martial Solal.

Die Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald und der Saxophonist Hans Koller zu Gast bei Fatty George im Wiener „Tabarin“, ca. 1960:

Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald und Saxophonist Hans Koller

Trotz zahlreicher Angebote aus Amerika zog er es vor, in Europa zu bleiben. Er spielte mit vielen international anerkannten Jazzmusikern, wie z. B. Benny Goodman und seinem Orchester bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel, den drei österreichischen Pianisten Joe Zawinul, Fritz Pauer und Roland Kovac, dem Trompeter Chet Baker, mit dem Tenorsaxofonisten und Big-Band-Leiter Bill Holman, mit den Tenorsaxofonisten Warne Marsh (1984) und Zoot Sims (1958), in der Big Band von Stan Kenton, Bill Russo, mit dem Baritonsaxofonisten Ronnie Ross. Aufbauend auf diesen Erfahrungen konnte er seine Musikstile ein Leben lang variieren.

Als „Lautmaler“ gelang Hans Koller ein primär „unmusikalischer“ Zugang zur Lautmalerei mit bestimmten Farbtönen und Schattierungen. Er formte später die frühe Fusion-Gruppe Free Sound (mit u. a. Zbigniew Seifert, Albert Mair, Adelhard Roidinger bzw. Jürgen Wuchner und Janusz Stefański) und kann heute einer abstrakten modernen Klassik zugeordnet werden.

Hans Koller04

1993 veranstaltete die Wiener Musik Galerie im Wiener Konzerthaus das dreitägige Festival Hans Koller – The Man who Plays Jazz, bei dem Kollers schillernde Persönlichkeit in ihren vielfältigen Facetten noch einmal zur Darstellung gelangte. So wurden etwa seine Kompositionen wie die Hommage à Jean Cocteau (1968) oder Eleven / Four (1967) von langjährigen Mitstreitern wie William Russo, Kenny Wheeler, Jimmy Raney und Koller selbst aufgeführt, außerdem fanden sich der Bandoneon-Spieler Dino Saluzzi und der Pianist Pierre-Laurent Aimard als Mitwirkende ein. Das Programmbuch zu diesem Festival beinhaltet u. a. die erste umfassende Hans-Koller-Biographie.

Zu Kollers Ehren stiftete das österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur im Jahr 1996 den Hans-Koller-Preis, die höchste Auszeichnung Österreichs für Jazzmusikerinnen und -musiker.

Koller wurde am Wiener Zentralfriedhof Gruppe 41F, Reihe 8, Nr. 1 in einem ehrenhalber gewidmeten Grab bestattet. (wikipedia)

Hans Koller05

Und auf dieser Live-EP (Aufnahmeort: Universum-Filmtheater, Dortmund, 16. März 1957)) war ein wichtiger Wegbegleiter von Koller dabei:

Roland Kovac (* 7. November 1927 in Wien; † 20. Februar 2013 in Samedan, Schweiz) war ein österreichischer Jazzmusiker (Piano, Klarinette und Saxophon, Komposition, Arrangements), Pseudonyme: Bob Elger, Luis Meguel, Pietro Leguani.

Kovac lernte ab 1933 Klavier, war von 1935 bis 1938 bei den Wiener Sängerknaben und studierte Klarinette an der Musikschule der Stadt Wien (ab 1941), anschließend dann bis zur Promotion „Über die Harmonik in der Musik des Spätbarock“ (1952) Musikwissenschaft an der Universität Wien. Insbesondere durch seine Zusammenarbeit mit Hans Koller wurde er auch international bekannt: 1954 trat er mit Koller im Duo auf dem Deutschen Jazzfestival Frankfurt auf, gehörte dann bis 1956 dessen „New Jazz Stars“ mit Albert Mangelsdorff bzw. Willi Sanner an und schrieb anspruchsvolle Kompositionen für ihn. Im Weiteren spielte der damals dem Cool Jazz verhaftete Pianist mit Lee Konitz und mit Lars Gullin zusammen. Ende der 1950er Jahre entwickelte sich zunächst pianistisch zum Hardbop hin und spielte gelegentlich mit Klaus Doldinger und mit Stu Hamer.

Roland Kovac01

Auftragskompositionen von ihm wurden auf den „Tagen der leichten Musik“ 1955 in Stuttgart und beim Weltmusikfest 1956 aufgeführt. Anschließend schrieb Kovac für die Orchester von Kurt Edelhagen und das SFB-Tanzorchester, das er von 1960 bis 1962 leitete, trat aber auch anlässlich von Südwestfunk-Jazzsessions 1958 wieder mit Koller und mit Zoot Sims und Kenny Clarke auf. Er verfasste Filmmusiken („Das Totenschiff“, 1959; „Deine Zärtlichkeiten“, 1969; „Jonathan“, 1970) sowie Fernsehmusiken und war in den 1960er Jahren als Arrangeur tätig. 1968 komponierte er eine „Motette für Big Band“. In den frühen 1970ern experimentierte er mit frühen Formen einer vom Easy Listening beeinflussten Fusions-Funktionsmusik und legte mehrere Alben mit Sigi Schwab, Peter Trunk, Charly Antolini und Brian Auger vor. 1988 nahm er Roland Kovac02sein Soloalbum „The Einstein Concerto“ auf.

Seine Musik hat nach dem Urteil von Joachim Ernst Berendt zwar nicht „geswungen“, „aber sie war ein ganz und gar eigener, autonomer Beitrag, wie er auf der europäischen – und zumal der deutschen – Szene selten war.“

Roland Kovac verstarb (laut Falter 9/15 – Seite 32) am 20. Februar 2013 nach einem Skiunfall bei St. Moritz im Spital von Samedan. (wikipedia).

Und hier ein Beispiel aus ihrer frühen Schaffensphase:

Da schnalzt der Jazzliebhaber mit der Zunge und ich fühle mich bereits nach den ersten Takten in eine kleimne Bar versetzt … Late Night Jazz nach einem anstrengenden Tag, die Finger schnipsen, die Füße klopfen leise im Takt, ein Glas Whsiky from good Ol´Scotland und gelegentlich genehmigt man sich nicht nurn einen Schluck sondern auch einen kurzen Blick in das Dekoltett … viel sinnlicher kann Jazzmusik nicht sein.

BackCover1

Besetzung:
Siegfried Koczorski (drums)
Hans Koller (saxophone)
Roland Kovac (piano)
Gary Peacock (bass)
Attila Zoller (guitar)

hÜLLENTEXT
Titel:
01. Topsy (Dorhan) 7.51
02. Jeepers Creepers (Warren)
03. There’ll Never Be Another (Warren/Gordon) 4.50

LabelB1

*
**

Verein Deutsche Limes-Straße e.V. (Hrsg.) – 25 Jahre Deutsche Limestraße (2020)

Titel1Wann auch immer mich hier mit dem Motto „Ich bin mal wieder unterwegs“ für eine Zeitlang von diesem blog verabschiede, nehme ich mir vor, nach meiner Rückkehr ein wenig von meinen Reise-Eindrücke zu berichten.

Das hat bisher noch nicht so recht geklappt, aber jetzt soll sich das mal ändern.

Das nun wirklich schöne Altmühltal ist ja auch Teil der sog. „Deutschen Limes Straße“:

Die Deutsche Limes-Straße ist eine touristische Route für Autofahrer. Sie folgt dem Verlauf des UNESCO-Welterbes Obergermanisch-Raetischer Limes von Bad Hönningen am Rhein bis Regensburg an der Donau und berührt dabei 60 bedeutende römische Denkmale sowie archäologische Lehrpfade und Wanderwege. An der Strecke finden sich viele kulturhistorisch interessante Stationen der römischen Geschichte im Rheinland, in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.

Beispiel22

Vom Rhein bei Bad Hönningen führt die 700 km lange Route zunächst durch den Westerwald, den Taunus und die Wetterau. Südlich von Hanau überquert sie den Main, dem sie mit einem Schlenker durch Aschaffenburg bis Miltenberg folgt. Im zweiten Teil werden dann der Odenwald, die Hohenloher Ebene, der Schwäbisch-Fränkische Wald, die Schwäbische Alb und das Altmühltal passiert, bis das Ziel in Regensburg an der Donau erreicht ist.

Der Deutsche Limes-Radweg ist ein beschilderter Radfernweg, der über 800 km lang dem Limes folgt. Die Route verläuft vom Beginn des Limes bei Rheinbrohl bis Regensburg an der Donau.

Der Deutsche Limes-Wanderweg folgt dem Limes auf 734,7 km.

Träger der Deutschen Limes-Straße und des Limes-Radweges ist der Verein Deutsche Limes-Straße e.V. in Aalen. Der Verein ist ein Zusammenschluss von 83 Orten, Landkreisen und Touristikgemeinschaften. Gemeinsames Ziel ist es, den Limes als bemerkenswertes und hervorragendes archäologisches Denkmal in Mitteleuropa in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. (wikipedia)

Die Angebote des Vereins auf deren website:
Beispiel24

Der Verein Deutsche Limes-Straße wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes eine Touristikroute für Autofahrer zu schaffen.

Mit inzwischen über 90 Städten, Märkten und Gemeinden sowie zahlreichen Landkreisen und Touristikgemeinschaften als Mitglieder unterhält der Verein unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters der Stadt Aalen nicht nur die Deutsche Limes-Straße, sondern auch den danach eingerichteten Deutschen Limes-Radweg.

Damit gelang es dem Verein, zwei wichtige Routen zu etablieren für die touristische Erschließung und Vermittlung des Obergermanisch-Raetischen Limes, der 2005 zum UNESCO-Welterbe erklärt worden ist. Mit Information und Marketing will der Verein für seine Routen und damit für das einzigartige archäologische Denkmal im In- und Ausland Interesse wecken.

Der Messestand Verein Deutsche Limes-Straße e.V.:
Beispiel23

Die Limes-Straße, die sich zwischenzeitlich zu einer der erfolgreichsten Ferienstraßen Deutschlands entwickelt hat, führt über rund 820 km von Bad Hönningen am Rhein durch Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern bis Passau an der Donau. Dabei kommt der Reisende wie auf dem über 800 km langen Radweg durch ganz unterschiedliche Naturlandschaften und trifft neben den römischen Denkmälern auch auf viele Sehenswürdigkeiten anderer Epochen. Dabei wird er durch spezielle Wegweiser und Hinweisschilder, die auf besondere Denkmäler und Vermittlungsorte hinweisen, geleitet.

Weitere Broschüren des Vereins:
Beispiel27

Darüber hinaus hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, Mitgliedsorte und Museen am Limes bei Veranstaltungen durch Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Inzwischen hat er sich ebenso des schon lange bestehenden und von Wandervereinen betreuten Limeswanderweges angenommen. Mittels Werbung und Hilfe beim Unterhalt des Weges fördert der Verein nun auch die Entdeckungstour am Limes per pedes. (Julia Datow-Ensling)

Und anlässlich des 25jährigen Bestehens dieses rührigen Vereins, dem es natürlich vorrangig darauf ankommt, den Tourismus anzukurbeln, erschien heuer diese prachtvoll gestaltete Broschüre (72 Seiten)

Kann man sich hier einfach mal ansehen … bei mir löst die Broschüre einen gewalötigen Appetit aus, weitere Etappen dieser Deutschen Limesstraße zu besuchen.

Beispiel01

Beispiel02

Beispiel04

Beispiel06

Beispiel07

Beispiel08

Beispiel09

Beispiel10

Beispiel11

Beispiel12

Beispiel13

Beispiel15

Beispiel16

Beispiel17

Beispiel18

Beispiel19

Beispiel20

Beispiel05

*
**

Die Rückseite des Heftes:
Beispiel21

Jule Neigel Band – Nur nach vorn (1992)

FrontCover1

Sie war damals, Anfang der 90er eine der ganz großen Hoffnungen für die deutsche Rockmusik:

Julia „Jule“ Neigel, (* 19. April 1966 in Barnaul, Russische SFSR, Sowjetunion) ist eine deutsche Musikerin, Sängerin und Songwriterin.

Julia Neigel ist das jüngste von fünf Kindern einer russlanddeutschen Familie und hat einen Bruder und drei Schwestern. Sie wurde im sibirischen Barnaul geboren und verbrachte ab 1969 zwei Jahre in Tiraspol. Ihre Familie litt unter der Behandlung als Deutschstämmige, ein Großvater kam im Gulag ums Leben. Die dreizehn Jahre lang immer wieder beantragte Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland erfolgte schließlich im Jahr 1971. Die Familie zog nach Ludwigshafen am Rhein. Neigel selbst beschreibt, dort einen schweren Start in der Grundschule gehabt zu haben, und berichtet von Hänseleien und Demütigungen aufgrund ihrer Herkunft.

Mit der Blockflöte gewann sie einige Jugend-musiziert-Wettbewerbe, bis sie beschloss, die klassische Musik aufzugeben. Mit zwölf Jahren entdeckte sie für sich die Pop- und Rockmusik. Nach einem missglückten Versuch in einer Punkband sang sie mit 16 Jahren zum ersten Mal in einer regional bekannten Bluesband. Zu ihrer bevorzugten Musikrichtung entwickelte sich zu dieser Zeit die Soulmusik. Sie spielte in den Teenagerjahren als Frühaktivierte in der Handball-Bundesliga – und bekam auf Grund ihrer herausragenden sportlichen Leistungen im Jahre 1984 die Alfred-Maul-Gedächtnismedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen. Außerdem moderierte sie in Radiosendern.

JuleNeigel011988 gelang ihr mit einem Plattenvertrag und dem ersten Album „Schatten an der Wand“ der nationale Durchbruch. Das erfolgreichste Album ihrer früheren Veröffentlichungen war das 1994 veröffentlichte Werk „Herzlich Willkommen“, das sich wochenlang in den Top 10 hielt. Im Laufe ihrer Karriere absolvierte sie mehr als 1000 Konzerte.

Sie verkaufte bisher über 2 Millionen Alben. Ihr musikalisches Wirken erstreckt sich über viele Genres der Pop- und Rockmusik ebenso wie Funk, Jazz, R ’n’ B und auch Klassik. Sie wird seitens der Presse auch als „The Voice“ oder als die „Königin unter den deutschen Sängerinnen“ bezeichnet und als „schönste Stimme Deutschlands, die oft kopiert und nie erreicht“ wurde. Peter Maffay betitelte in BILD Julia Neigel im Jahre 2008 als nach „wie vor die beste deutsche Sängerin“. Udo Lindenberg bezeichnet sie im Vorwort ihrer Biografie als „außerirdische Erscheinung“, die über eine „Performance“ verfügt, „die einen umhaut. Ihre Stimme, ihr Verstand, ihre Fitness, das alles zusammen macht das Gesamtkunstwerk Julia Neigel aus“. Die Sängerin hat einen Stimmumfang über mehr als 3 Oktaven.

1982 hatte sie ihren ersten Auftritt mit der Band „Hopp’n Ex Group“, die sie 1986 wieder verließ, um Sängerin bei The Stealers zu werden, aus denen sich später Jule Neigel & Band formierte. 1987 sang sie das Lied Schatten an der Wand, das im Frühsommer 1988 zu einem Hit wurde (#30 in Deutschland). Im Herbst 1988 erschien ihr gleichnamiges Album dazu, produziert von Ralf Zang, mit selbstgeschriebenen Songs. Weitere Singles, die in die deutschen Charts kamen, waren Heut’ Nacht (# 56 im September 1991) und Sehnsucht (# 78 im Mai 1994).

Im August 1989 absolvierte sie als eine der wenigen westdeutschen Künstlerinnen eine Tournee durch die DDR. Die in Kooperation mit westdeutschen Kultusministerien und der DDR organisierte Rockpoeten-Tour wurde mit Purple Schulz, Ulla Meinecke, Heinz-Rudolf Kunze und Jule Neigel durchgeführt. Neigel tourte dabei durch Karl-Marx-Stadt, Suhl und Weimar. Die Tournee mündete am 22. August 1989 in Ost-Berlin Weißensee in einem Konzert vor 120.000 Menschen und einer Live-Übertragung in der ARD. 1990 wirkte sie in der Sketchreihe Och Joh von Badesalz mit, 1992 hatte sie einen Gastauftritt in der Folge Der neue Anzug der Fernsehserie Familie Heinz Becker. Am 25. April 1991 trat die Künstlerin bei einem Jimi-Hendrix-Tribute-Konzert mit Simon Phillips und Jack Bruce für den Rockpalast im WDR auf. Im Sommer 1995 tourte sie bei der durch Fritz Rau initiierten ausverkauften Festivalreihe Rock over Germany.

Jule Neigel, 2009:
JuleNeigel2009

Seit 1987 arbeitet Neigel auf eigenen Alben als Produzentin, Sängerin und Autorin. 1988 erhielt sie als erste Preisträgerin den GEMA-Textpreis, den Fred-Jay-Preis für herausragende Leistungen in der Textdichtkunst. Sie schrieb unter anderem die Texte Freiheit, die ich meine, Siehst Du die Sonne und Gib die Liebe nicht auf für Peter Maffay und trat auch mit ihm gemeinsam auf. Sie arbeitete bei ihren Alben mit Musikern wie Simon Phillips, Paco de Lucía und Helmut Zerlett zusammen. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit Ehrungen als beste Sängerin national von der Zeitschrift Rolling Stone und dem Fachblatt Musikmagazin in den Jahren 1989 bis 1998.

2003 war sie Jury-Mitglied in der ZDF-Castingshow Die deutsche Stimme 2003. Am 10. Oktober 2005 veröffentlichte der britische Künstler David Knopfler auf seinem Album Ship of Dreams“ ein Duett mit Julia Neigel namens Tears Fall.

2006 veröffentlichte sie das Livealbum Stimme mit Flügeln.

Von Januar bis Mai 2010 trat sie mit Edo Zanki mit dem Projekt Rock’n Soul Tour in Doppelkonzerten live auf. Zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit (3. Oktober 2010) trat Julia Neigel gemeinsam mit Edo Zanki und Ulla Meinecke vor über 100.000 Zuschauern vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf. Im April 2011 veröffentlichte Zanki auf seinem Album Zu viele Engel das Lied Lass uns ein Wunder sein von Rio Reiser als Duett mit Neigel.

JuleNeigel02

Am 15. April 2011 erschien Neigels Album Neigelneu. Im selben Jahr trat sie mit dem Entertainer Ron Williams mit einem Big-Band-Projekt auf. Am 29. März 2011 wurde in der Talk-Show Kölner Treff mit Bettina Böttinger der Grund für ihre langjährige Schaffenspause und ihr damaliger Rückzug aus der Öffentlichkeit neben den juristischen Streitigkeiten mit ihrer früheren Band mit einem Gewaltvorfall erklärt, den Neigel 1995 erlebte. Sie erklärte, dass sie mittlerweile aber geheilt sei, sich von ihrer früheren Band befreit habe und jetzt ihren Beruf wieder voll ausübe. Seither ist sie wieder mit Unplugged- und Rockprogramm und neuer Band auf deutschen Bühnen regelmäßig unterwegs. Am 2. Dezember 2011 trat Julia Neigel zusammen mit Peter Maffay, Udo Lindenberg, Silly und Clueso in Jena beim Festival „Rock ’n’ Roll in Jena – für eine bunte Republik Deutschland“ vor 60.000 Menschen auf.

2012 sang Neigel mit Heinz Rudolf Kunze auf dessen Album Ich bin im Duett den Titel Mit Leib und Seele. Im August 2012 war die Künstlerin als Jurorin der Talentshow „Einfach die Besten“ beim SWR tätig. Im Oktober 2012 erschien in Zusammenarbeit mit Arno Köster ihre Biografie unter dem Namen „Neigelnah – Freiheit, die ich meine“, eine Lesereise begleitete die Buchveröffentlichung. Von Oktober bis Dezember 2012 tourte die Sängerin mit Peter Maffays Musical Tabaluga und die Zeichen der Zeit in der Rolle der „Kameliendame“ durch Deutschland.

Julia Neigel sang, neben Wolfgang Niedecken und Toni Krahl, ein Duett mit Dieter Birr, auch Maschine genannt, auf seinem 2014 erschienenen zweiten Soloalbum. Birr ist der Sänger der Puhdys. Das Lied „Regen“ wurde mit einem Musikvideo veröffentlicht und war die erste Single des Albums.

JuleNeigel03Julia Neigel engagiert sich seit Beginn ihrer Karriere für soziale und karitative Zwecke, wie Toleranz, Humanität, für Kinder und für Opferschutz, Zivilcourage, Ärzte ohne Grenzen und gegen Rassismus. Am 23. Dezember 1992 trat sie zusammen mit Peter Maffay beim durch die Musikbranche organisierten Festival Heute die! Morgen Du! vor der Festhalle in Frankfurt vor 75.000 Menschen auf.

Am 3. September 2001 beteiligte sie sich am Benefizkonzert Menschen am Fluss für die finanzielle Rettung der Elbeflutopfer. Im Juni 2007 trat sie beim Protest gegen den G8-Gipfel in Rostock auf dem Marktplatz vor 25.000 Menschen auf. 2011 war in der SWR-Jury für die Aktion Ehrensache tätig, die ehrenamtliche Sozialdienste auszeichnet.

Sie ist im Stiftungskuratorium des Vereins Deutscher Rock & Pop Musikerverband, der den Deutschen Rock & Pop Preis vergibt, tätig und sitzt außerdem in der Jury für den Panikpreis, der durch die Udo-Lindenberg-Stiftung an junge Talente verliehen wird. Neigel ist außerdem Teil der Jury des Weihnachtssong Contest beim SWR Rheinland Pfalz. Im Jahr 2010 war die Sängerin zudem für die Kinderhilfsaktion Herzenssache aktiv.

Sie unterstützt seit Jahren die Peter-Maffay-Stiftung für traumatisierte Kinder bei verschiedenen Events. Des Weiteren trifft sie sich mit israelischen, palästinensischen und deutschen Kindern zu einem internationalen Austausch des Verständnisses verschiedener Kulturen. Dabei geht es um Konfliktüberwindung durch Kreativität.

Für das Mannheimer Jobcenter nahm Neigel im Rahmen der Initiative Starke50, ein Teil des Bundesprogramms Perspektive 50plus, den selbstgeschriebenen Song Älter macht besser auf CD auf. Diesen Song stellte sie am 20. Dezember 2012 auf einem Konzert für Langzeitarbeitslose im Mannheimer Capitol vor. Ziel der Initiative ist es, Menschen über 50 Mut zu machen, aus der Langzeitarbeitslosigkeit herauszufinden.

Für ihr soziales Engagement im Kampf gegen Rassismus erhielt sie den Charlie Award des Campus Symposium.

Um die Urheberrechte zahlreicher Lieder gibt es einen jahrelangen Rechtsstreit zwischen Neigel und früheren Bandmitgliedern. Während sie in einem früheren Prozess im Jahr 2006 per Vergleich die Anerkennung einer 75-prozentigen Miturheberschaft an den Kompositionsrechten ihres ersten Hits ‚Schatten an der Wand‘ erzielte, scheiterte sie 2012 vor dem Landgericht Mannheim zunächst mit der Klage auf Umregistrierung 66 weiterer Songs bei der GEMA und auf Schadensersatz. Sie legte dagegen Berufung ein. Neigel berichtete, im Zusammenhang mit diesen Prozessen Morddrohungen erhalten zu haben.

JuleNeigel04

Julia Neigel engagiert sich für die Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen, vor allem auch im Internet. Von Juni 2012 bis Juli 2013 war sie ehrenamtliches stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der GEMA. In einem Interview des Online-Magazins Giga.de nahm sie Stellung zum Urheberrecht sowie zur GEMA und kritisierte Internetunternehmen wie YouTube sowie die Piratenpartei. (Quelle: wikipedia)

Hier nun ihr 3. Album …

Jule Neigel hatte das Pech, gleich zu Beginn ihrer Karriere mit „Schatten an der Wand“ einen großen Hit zu landen. Seither verwenden sie und ihre Mitstreiter sehr viel Energie darauf, das Image von der Schlagermaus mit russischem Blut und kraftvoller Stimme abzustreifen. Auf „Nur nach vorn“ ergibt das eine merkwürdige Mischung: Ein erdiges Rhythm’n’Blues- Fundament, oft kreischende Gitarrensoli, dazu Jule Neigels nur wenig einschmeichelnde Stimme stehen in krassem Mißverhältnis zu den Texten, die man eher im Poesiealbum einer 14jährigen erwarten würde. (Stereoplay)

Singles:
Singles

Rockiger ist sie geworden – und poppiger, fast schlagerhaft zugleich. Rockiger: Vor allem im schweißtreibenden Titelstück prügeln sich die drei Musiker und ihre stimmgewaltige Sängerin durch boogiegetränkten Gi- tarrenrock, setzen ansonsten auf gut gesetzte Rhythmen – das hat Klasse. Poppiger: Durch Jule Neigels Texte huschen aufgekratzte Großstadt-Roman- tiker, die gelegentlich etwas hölzern in großen Gefühlen stochern. Das schadet manchem Song- und zeigt, daß auch erfahrene Texter ihre liebe Not mit deutschen Reimen haben können. (Audio)

Und ich bleibe dabei: ich würde sie mal fast in der Liga einer Inga Rumpf ansiedeln wollen.

LPBackCover

Besetzung:
Thomas Ludwig (drums)
Jule Neigel (vocals)
Andreas Schmid-Martelle (guitar, bass)
Axel Schwarz (keyboards)
+
Dorian String Quartet:
Janet Dixon (violin)
John Dixon (violincello)
George Lang (violin)
Richard Rhorn (viola)
+
Dave Bishop (saxophone)
Dave Plews (trumpet)
Vince Sullivan (trombone)
TourPoster

Titel:
01. Nur nach vorn (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 3.51
02. Deine Träume (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 4.37
03. Heut‘ Nacht (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 4.01
04. Kleines Mädchen (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 3.48
05. Sonnenschein (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 3.48
06. Weil ich dich liebe (Cello-Version) (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 4.20
07. Wenn Engel reisen (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 4.23
08. Sprich mit mir (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 4.14
09. Sie will mehr (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 5.17
10. Baby (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 3.47
11. Verzeih‘  (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 5.44
12. Weil ich dich liebe (Streichquartett-Version) (Neigel/Schmid-Martelle/Schwarz) 4.22    #

LabelA1
*
**
Ihre aktuelle website:
website

Gisela Marell – Limon Limonada + Torero d’Amor (1969)

LimonadaSingleFC1Allzuviel gibt es über dieses Schlagersternchen der 60er Jahre nicht zu berichten.

Hier ein paar Informationen über Gisela Marell (* 1938) von ihrer damaligen der Plattenfirma (Mondial Schallplatten) aus dem Jahr 1968:

Vor knapp 25 Jahren (Anmerkung: von der Plattenfirma verjüngt) als Tochter eine Rundfunk- und Fernseh-Großhändlers in Mannheim geboren,
hätte sie eigentlich von vornherein Beziehungen zur Musik haben müssen, aber ihr erster Berufsweg folgte nicht ihrer Berufung, sondern praktischen Erwägungen.
In London und Paris erhielt sie umfassende Sprachenausbildung, besuchte dann die Hotelfachschule und absolvierte ihr Praktikum auf Westerland.
Eigentlich mehr aus Jux beteiligte sie sich an einer Schönheits-Konkurrenz únd wurde „Miss Westerland“.
Jetzt erst wurden die Weichen für die Musik gestellt: denn als man entdeckte, dass „Miss Westerland“ auch singen kann, erhielt sie anschließend eine Gesangsausbildung.
GiselaMarell01Erster Schritt auf dem neuen Wege: Band-Sängerin bei Freddie Brocksieper.
Dort von Horst Jankowski entdeckt, machte sie ihre ersten Plattenaufnahmen und sang zwischenzeitlich bei Hazy Osterwald.
Als Show-Girl schnell Karriere machend, häuften sich die internationalen Fernsehangebote in Ost und West, und sie vernachlässigte durch ständige Auslandsreisen ihre deutsche Schallplatten-Karriere, eine Tatsache, die sie heute sehr bedauert, und die sie bei ihrer neuen Schallplatten-Karriere nicht übersehen will, weil sie eingesehen hat, dass vor dem französischen Chanson und dem englischen Jazz-Gesang der deutsche Erfolg auf Schallplatte stehen muss.

PS: Gisela Marells Hobbies (falls ihr die Arbeit dazu Zeit lässt) sind: Autofahren, Kochen, ganz besonders Jazz singen und über alles ihre geliebten bayerischen Berge.
Sie lebt in München und in Unken in Österreich im Salzburger Land.

Dann gibt s noch zu berichten, dass sie im September 1965 im Steintor-Varieté in Halle (Saale) ein mehrwöchiges Gastspiel gab, bei dem sie von dem Franke Echo Quintett begleitet wurde.

GiselaMarell02Auch wenn sie nie so einen rechten Erfolg hatte, veröffentlichte sie über viele, viele Jahre weitere Singles und zumindest eine LP (bei BASF, wo sonst *ggg*). Nach meinen Recherchen war sie noch in den 80er Jahren aktiv, hieß damals dann allerdings unter dem Namen Gisela Rockola.

Tja, und was dann folgte, wünscht maneigentlich keinem … hier ein Auszug aus einem Artikel der Zeitung „Die Welt“ vom 15.08.2004:

„Seit fünf Jahren gibt es das Benefiz-Golfturnier für die „Justin-Rockola-Soforthilfe“, einen gemeinnützigen Verein, mit einer nicht alltäglichen Gründungsgeschichte. Gisela Rockola lebte mit ihrem Mann, dem US-Millionär David Rockola, in den USA. Nach dem Umzug nach München geriet ihr Sohn Justin auf die schiefe Bahn, starb, kurz bevor er einen Therapieplatz bekommen sollte, an Drogenmissbrauch.“

GiselaMarell03

Und bis heute ist Gisela Rockola mit ihrer Stiftung aktiv … so gab es z.B. am am 19. Februar 2020 eine Benefiz Konzert mit der Neuen Philharmonie München im Hubertus-Saal im Schloß Nymphenburg/München.

RockolaStiftungDoch zurück in das Jahr 1969 …

Irgendwie hat man das Gefühl, diese Single ist aus der Zeit gefallen … im Jahre 1965 wäre sie sicherlich erfolgreicher gewesen, denn die Italien-Schwärmereien bei „Limon Limonada“ waren längst passé und auch die Hymne auf den „Torero d’Amor“ klingt eher altbacken.

Und dennoch, irgendwie habe ich an der Sängerin meinen Narren gefressen …

LimonadaSingleBC

Besetzung:
Gisela Marell (vocals)
+
unbekanntes Orchester

Gisela Marell, 1971

Gisela Marell, 1971

Titel:
01. Limon Limonada (Imperial/Weyrich) 2.356
02, Torero d’Amor (Hertha/Bauer) 2.206

LimonadaSingleLabelB1

*
**

Gisela Rockola, 2011

Gisela Rockola, 2011

Benefizkonzert2020

Mehr von Gisela Marell:
FrontCover1

Wieder lieferbar: Capella Antiqua – Des Geyers Schwarzer Haufen – Claude Akiré

Wie gewünscht:

Capella Antiqua – Musik zur Zeit der frühen Wittelsbacher (1980)

Des Geyers Schwarzer Haufen – Die erste (1986)

Claude Akiré- Alleweil ein wenig lustig (1977)

Wer sich über einen Beitrag, der nicht mehr lieferbar ist, dennoch gerne nochmals informieren möchte, schreibe bitte an:

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

Ich werde dann natürlich versuchen, solche Wünsche zeitnah zu erledigen, okay ? Auch weitere (Musik) Wünsche kann man mir gerne mitteilen; ich schau dann, was sich machen lässt.