The Freedom Singers – Oh Freedom – Gospels And Spirituals (1971)

FrontCover1.JPGGanz sicher kein Zufall, dass Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre bei uns auch die Gospel/Spiritual Musik stärker in den Fokus rückte, stand doch diese Musik auch für den Freiheitskampf jener dunkelhäutigen Menschen, die insbesondere (aber nicht nur) in den USA der Diskriminierung ausgesetzt waren. Martin Luther King war einer der ganz besonderen Persönlichkeiten jener und die Black Panther/Black Power Bewegungen entstanden damals nicht von ungefähr.

Und die Wurzeln dieser Musik (die ja stets gepaart war mit diesem Gottvertrauen, das mir bis heute nicht begreiflich ist)  wurden ja nicht nur von den Les Humphries Singers ausgeschlachtet … auch deutlich unbekanntere Musiker versuchte in diesem Genre in Glück.

So z.B. ein gewisser Jackie Sprangers, der für das Schweizer Label Elite Records, diese Aufnahmen in Szene setze.

Ich konnte leider kaum Informationen über diesen Jackie Sprangers in Erfahrung bringen. Er wohl wohl eine holländischer Komponist und Pianist, der für diverse deutschsprachige Billig-Labels diverse Aufnahmen der unterschiedlichsten musikalischen Richtungen einspielte (so z.B. auch für BASF Records die EP „Die Rheinpfalz“)

Für meinen Geschmack sind diese Aufnahmen hier ausgesprochen gut gelingen … ein versierter Chor, viel Orgel und ein zuweilen atemberaubendes Saxophon (z.B. auf „Go Tell It On The Mountains “ !).

Von daher … auch Billig-Aufnahmen dieser Zeit können durchaus ihren musikalischen Reiz haben.

Und auch heute lohnt es sich, über das Thema Rassendiskrimierung Gedanken zu machen, denn sie bleibt leider an der Tagesordnung … zumindest für Menschen, die ihr Hirn einschalten.

olympiade1968

Das legendäre Bild der Olympiade 1968 in Mesiko: Peter Norman (l.), Tommie Smith (Mitte) und John Carlos (beide US-Atlethen wurden für den Rest ihres Lebens von Sportkämpfen in den USA ausgeschlossen)

Besetzung:
The Freedom Singers unter der Leitung von Jackie Sprangers

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Titel:
01. I Hear The Voice Of Jesus 4.56
02. Read Your Bible 2.22
03. Go Tell It On The Mountains
04. It’s Me Oh Lord 1.33
05. Massa’s In The Cold Cold Ground 2.05
06. When I’m Dead And Burried 2.11
07. Oh Freedom 2.46
08. Swing Down 2.08
09. Good News 1.41
10. Steel Away 3.57
11. He’s Got The Whole World 1.30
12. Old Time 2.04
13. Down By The Riverside 3.02

Musik und Texte: Traditionals

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Verschiedene Interpreten – Die schönsten Fernseh-Melodien (1966)

FrontCover1.jpgHach … bei dieser Hör zu LP aus dem Jahr 1966 ist mir je mehr als einmal das nostalgische Herz übergelaufen.

Und dass es zu dieser LP kam hatte natürlich seinen guten und gewichtigen Grund:

Vielen Fernsehsendungen haben eine Erkennungsmelodie. Leider kennt man fast immer nur die ersten Takte daraus, weil diese Melodien zu früh ausgeblendet werden. Unzählige Musikfreunde hat das nervös gemacht, „Wie gehen diese Melodien weiter?“ haben sie HÖR ZU gefragt. . Nun darum hat HÖR ZU sich die Mühe gemacht, die beliebesten Erkennungsmelodien auf diese Platte zu bringen. Hier können Sie sie nun in aller Ruhe einmal ganz zu Ende hören. Ihre Freunde werden Sie um diese Platte beneiden. (Hüllentext)

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Collage: Johann Eibl

Die meisten „Erkennungsmelodien“ wurden eigens durch ein Studio-Orchester eingespielt, die Ralf Paulsen Lieder gab´s bereits als Singles (Ralf Paulsen war wohl so einer der Vorreiter deutschsprachiger Countrysongs) na ja und dann hören wir noch „Die Ramblers“, „Die NußkEs geht los mit den aufpeitschenm Sound des nacker und Joe Loss und sein Orchester.

Es geht los mit denaufpeitschen Klängen des damaligen Straßenfegers „Stahlnetz“ … und dann geht´s Schlag auf Schlag …

Von „Bonanza“ zu „Fury“ und der Kullemkampf Sendung „Einer wird gewinnen“.

„77 Sunset Strip“ war damals ne Kultserie aus den USA mit dem legendären Kookie (synchronisiert Hans Clarin).

Na ja, und das „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier (1643 – 24. Februar 1704) ist nun über jeden Zweifel erhaben. Viel triumphaler kann Musik nicht mehr sein. Und wir kennen es als Eurovisionsmelodie …bis zum heutigen Tage, wenngleich es natürlich weitaus bessere Einspielungen dieser Komposition gibt.

Sei´s drum … ein herrlicher Rückblick auf das westdeutsche Fernsehen der 60er Jahre ist diese LP allemal.

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Mir fehlten eigentlich nur „Lassie“ und „Das aktuelle Sportstudio“ und deshalb habe ich beide Melodien noch als bonus dazugefügt. Und „Flipper“ hab´ ich jetzt doch glatt vergessen.

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Titel:
01. Studio-Orchester: Stahlnetz: Dragnet (Schumann) 2.45
02. Studio-Orchester: Musik aus Studio B: Melody Fair (Farnon) 2.22
03. Ralf Paulsen: Bonanza (Nicolas/Livingston – Evans) 2.16
04. Studio-Orchester: Gestatten, mein Name ist Cox: Cox-Trott (Majewski) 2.50
05. Ralf Paulsen: Ivanhoe (Berenberg/Nicolas) 2.42
06. Joe Loss und sein Orchester: Komissar Maigret: Maigret-Thema (Grainger) 2.14
07. Studio-Orchester: Einer wird gewinnen: Nachtexpreß (Berking) 2.36
08. Studio-Orchester:  (Livingstone/David) 2.54
09. Ralf Paulsen: Fury (Hertha/Arland) 2.24
10. Studio-Orchester: Hätten sie’s gewußt? (Wilhelm) 2.06
11. Die Rangers: Drei gute Freunde (Relin/Luboff) 2.07
12. Die Nußknacker: Im blauen Bock (Henning/Höpfner) 1.35
13. Studio-Orchester: Unter heißer Sonne (Burke) 2.42
14. Studio-Orchester: Eurovisions-Thema (Te Deum) (Charpentier) 2.04
+
15. Max Greger: Das aktuelle Sportstudio (Up to Date) (*) (Reich) 2.20
16. Unbekanntes Orchester: Lassie Intro (unbekannt) 0.18

(*) Fassung aus dem Jahr 1987

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Der deutsche Text von „‚Bonanza“ ist ziemlich sinnfrei, aber das störte mich damals noch nicht die Bohne:

Ein sich’rer Colt ist so gut wie Gold, Bonanza.
Nächtelang die Trommel sang die Lieder der Prärie.
Unser Recht ist gutes Recht, Bonanza.
Und unser Land ist gutes Land, das verlässt man nie.

Tag für Tag, Nacht für Nacht,
kämpfend Hand in Hand,
Tag für Tag, Nacht für Nacht,
bauten sie das Land.

Als das Land ein freies Land, Bonanza,
kamen sie durch die Prärie, tausend und noch mehr.
Der Tag war lang, bis man uns bezwang, Bonanza.
Es begann mit tausend Mann, es kamen immer mehr.
Unser Recht ist gutes Recht, Bonanza,
und unser Land ist gutes Land,
wir liebten es so sehr.

Tag für Tag, Nacht für Nacht,
kämpfend Hand in Hand,
Tag für Tag, Nacht für Nacht,
bauten sie das Land.

Der Abend winkt, die Sonne sinkt, Bonanza.
Sonnenlicht, das sehn wir nicht,
das sehn wir nimmermehr.

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Bernt Engelmann – Trotz alledem – Deutsche Radikale 1777 – 1977 (1977)

Und jetzt wird es mal wieder höchste Zeit eine Lanze zu brechen, diesmal für Bernt TitelEngelmann:

Bernt Engelmann (* 20. Januar 1921 in Berlin; † 14. April 1994 in München), ein Urenkel Leopold Ullsteins, war ein deutscher Schriftsteller und Journalist.
Engelmann 1987 (rechts), zusammen mit Hermann Kant

Engelmann schloss sich gegen Ende der Diktatur des Nationalsozialismus einer Widerstandsgruppe an, wurde zweimal von der Gestapo verhaftet und 1944/45 wegen „Judenbegünstigung“ in den Konzentrationslagern Flossenbürg und Dachau inhaftiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er ein Journalismus-Studium. Während dieser Zeit schrieb er für Gewerkschaftszeitungen. Danach war er als Reporter und Redakteur zunächst beim Spiegel, später beim NDR-Magazin Panorama tätig. In der Zeit von 1966 bis 1967 publizierte er, gemeinsam mit Gert von Paczensky, die Zeitschrift Deutsches Panorama.

Ab 1962 arbeitete Engelmann als freier Schriftsteller. Er verfasste hauptsächlich Sachbücher. In seinen „Anti-Geschichtsbüchern“ verwendete er ein Geschichtsbild „von unten“; nicht die Herrschenden standen im Fokus seiner Geschichte(n), sondern die Beherrschten. Daneben schrieb Engelmann auch zwei Romane mit realem Hintergrund: In Großes Bundesverdienstkreuz beschäftigte er sich mit dem wirtschaftlichen Aufstieg des Industriellen Fritz Ries und dessen Einfluss auf ranghohe Politiker. In seinem Buch Hotel Bilderberg beschrieb er die Entstehung der westlichen Nachkriegseliten am Beispiel der Bilderberg-Konferenz, organisiert von Bernhard zur Lippe-Biesterfeld (der „Prinz der Niederlande“). Insgesamt verfasste er rund 50 Bücher mit einer Gesamtauflage von über 15 Millionen Exemplaren weltweit.

Das SPD-Mitglied Engelmann war von 1977 bis November 1983[1] Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller (VS). 50 Schriftsteller, darunter Heinrich Böll, Günter Grass, Sarah Kirsch und Siegfried Lenz unterzeichneten Ende 1983 eine Erklärung, in der sie seinen Rücktritt forderten. Anlass war ein Telegramm, das Engelmann als Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller gemeinsam mit dem westdeutschen P.E.N.-Club an den polnischen General Wojciech Jaruzelski geschickt hatte. Darin hatte er gegen die Auflösung des polnischen Schriftstellerverbandes protestiert und „die umgehende Zulassung“ eines Verbandes gefordert, „der die Interessen der Autoren“ vertritt. Diese Forderung wurde später von Günter Grass als die Aufforderung gegeißelt, „einen Verband von Quislingen“ (Kollaborateuren) „ins Leben zu rufen“. Außerdem wurde Engelmann vorgeworfen, zu nachgiebig gegenüber der polnischen Diktatur gewesen zu sein. Nach Hubertus Knabe war der Kernsatz: „Bernt Engelmann hat von uns kein Mandat, als Vorsitzender des VS Kollegen Zensuren zu erteilen und Denkverbote auszuteilen.“ Von 1972 bis 1984 gehörte Engelmann dem Präsidium des westdeutschen PEN-Zentrums an, daneben war er langjähriges Mitglied der IG Metall. Er setzte sich für die soziale Absicherung freier Journalisten und Schriftsteller ein. Mit auf seine Initiative geht die Künstlersozialversicherung zurück.

Bernt Engelmann 1987 (rechts), zusammen mit Hermann Kant:

Bert Engelmann 1987 (rechts), zusammen mit Hermann Kant

1984 wurde er mit dem Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR ausgezeichnet. Wegen seiner Kontakte als VS-Funktionär zum Schriftstellerverband der DDR war er z. T. umstritten.

Als der von Engelmann vertretene Presseausschuß Demokratische Initiative 1978 in einer Broschüre auf die Tatsache verwies, Franz Josef Strauß sei während des Dritten Reiches Nationalsozialistischer Führungsoffizier gewesen, reagierte Strauß mit der Äußerung, er führe „gegen Ratten und Schmeißfliegen“ keine Prozesse, die insbesondere vor der Bundestagswahl 1980 für politische Kontroversen sorgte. Edmund Stoiber wiederholte den Vergleich 1980 als „ausschließlich“ gegen Engelmann gerichtet und seine „seit Jahrzehnte[n] geführten ‚Verleumdungs- und Denunziationskampagnen‘ gegen die CSU und ihren Vorsitzenden“. Gert Heidenreich verfasste 1981 eine Dokumentation unter dem Titel Die ungeliebten Dichter. Die Ratten-und-Schmeißfliegen-Affäre, zu der Engelmann das Nachwort beisteuerte.

Anfang der 90 Jahre stand er in der Kritik, da er aus der DDR vom Ministerium für Staatssicherheit zugespieltes Material für seine Bücher verwendet hatte. In der Diskussion wurde die Herkunft des Materials kritisiert und teilweise seine Richtigkeit in Frage gestellt. Die Welt berichtete am 19. Juni 2004 mit Dokumentenzitaten, dass er seit 1982 beim Ministerium für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter „Albers“ auf einem Statistikbogen der Rosenholz-Dateien registriert gewesen sei, und nach Günter Bohnsack von DDR-Drehbuchautor Karl Egel angeworben sein soll.

Engelmanns Grab befindet sich auf dem Friedhof in Rottach-Egern, wo er auch zuletzt lebte. (Quelle: wikipedia)

Reisepass

Nun aber zu diesem Buch, das zwar nicht so eingeschlagen hat, wie seine beiden „Anti-Geschichtsbücher“, dennoch aber ebenfalls seinen ganz speziellen Blick auf Gesichte mehr als eindrucksvoll demonstriert:

Trotz alledem. Deutsche Radikale 1777-1977 1977 ist ein Buch über jene, die durch ihre demokratische und freiheitliche Haltung von den Herrschenden als »Staatsfeinde« geächtet und verfolgt wurden – von dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte bis zum Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky.

„Die Geschichte der deutschen „Radikalen“ ist von auffallenden Widersprüchen gekennzeichnet: Während man die einen verschwieg und vergaß, setzte man den anderen – unter Ignorierung ihrer Radikalität – später Denkmäler. Gemein ist ihnen lediglich, daß man sie zu Lebzeiten verfolgte, unterdrückte, einkerkerte oder zumindest „maßregelte“. So wurde der Dichter Christian Friedrich Daniel Schubert 1777 auf Befehl des Herzogs von Württemberg entführt und anschließend zehn Jahre auf der Festung Hohenasperg gefangen gehalten. Immanuel Kant legte die preußische Obrigkeit Zurückhaltung nahe – „widrigenfalls Ihr Euch bei fortgesetzter Renitenz unangenehmer Verfügungen zu gewärtigen habt“. Und Johann Gottlieb Fichte hatte vorsorglich auf das Titelblatt einer Veröffentlichung schreiben lassen: „Eine Schrift , die man erst zu lesen bittet, ehe man sie confiszirt“.

Im 19. Jahrhundert verfuhr man nicht zimperlicher mit denen, die demokratische Freiheiten und soziale Gerechtigkeit forderten: Georg Büchner mußte ins Ausland fliehen, Robert Blum wurde erschossen, die bevorzugte Strafe für andere Liberale und Linke war die Festungshaft . „Für einen Witz: ein Jahr Gefängnis, für ’ne Erzählung: dritthalb Jahr’ – so trüb stand niemals dein Verhängnis, so hoch flog, Deutschland, nie dein Aar“, dichtete der Dramatiker Oskar Panizza. In unserem Jahrhundert eskalierte dann vollends die Gewalt gegen den Geist: Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Gustav Landauer und Erich Mühsam wurden ermordet, Carl von Ossietzky zu Tode gequält und 1933 schließlich, was Rang und Namen in der deutschen Literatur und Kunst hatte, ins Exil getrieben. Indem Bernt Engelmann die Geschichte jener Männer und Frauen erzählt, die in den letzten 200 Jahren wegen ihrer freiheitlichen Gesinnung verfolgt wurden, zeigt er nicht nur die Geistlosigkeit, Intoleranz und Überheblichkeit der jeweiligen Obrigkeiten, er macht auch deutlich, wie vergeblich deren Anstrengungen letztlich waren. Denn – wie Goethe 1831 sagte – es geht „am Ende doch nur vorwärts“. (Quelle: Vorwort des Buches)

Es mag ja sein, dass Historiker über Engelmann´s Werke die Nase rümpften ob seiner „Partilichkeit“ … mich hat seine Sicht der Dinge „damals“ mehr als geprägt und bis heute bleibe ich dabei: Wertfreie Geschichtsdarstellung ist ein Ding der Unmöglichkeit … und von daher ist Bert Engelmann diesbezüglich einer meiner wichtigsten Prägungen diesbezüglich (ich habe allerdings keine Ahnung, ob er sich für den wilden Beat der 60er Jahre begeistern konnte *ggg). Und von daher will und werde ich seine Werke hier immer wieder mal würdigen und den Lesern dieses blogs dringend ans Herz legen. Beispiuelhaft nicht nur seine Haltung, sondern auch seine Akribie, mit der er Geschichte aufarbeitete.

Hier ein paar Illustrationen aus dem Buch:

Umschlagseite von J. G. Fichtes 1799 in der Cottaischen Buchhandlung erschienenen Schrift »Appellation gegen die Anklage des Atheismus«.

Umschlagseite von J. G. Fichtes 1799 in der Cottaischen Buchhandlung erschienen Schrift
»Appellation gegen die Anklage des Atheismus«.

»An meinen König« von Hoff mann von Fallersleben in der Handschrift des Dichters. (Umschrift im Anhang) (Kann heute auch keiner mehr lesen)

»An meinen König« von Hoff mann von Fallersleben in
der Handschrift des Dichters. (Umschrift im Anhang) (Kann heute auch keiner mehr lesen)

Heinrich Heine (Stich von E. Mandel nach einer Zeichnung)

Heinrich Heine (Stich von E. Mandel nach einer Zeichnung)

Auszug aus dem »Sozialistengesetz« vom 21. Oktober 1878

Auszug aus dem »Sozialistengesetz« vom 21. Oktober 1878

Faksimile einer Ansichtskarte von Karl Liebknecht aus der Festung Glatz

Faksimile einer Ansichtskarte von Karl Liebknecht aus der Festung Glatz

Kurt Tucholsky. (Lithographie von E. Stumpp, 1930)

Kurt Tucholsky. (Lithographie von E. Stumpp, 1930)

Karikatur von George Grosz: »Vertreter der herrschenden Klasse«

Karikatur von George Grosz: »Vertreter der herrschenden Klasse«

Interessant auch die damalige Rezeption dieses Buches:

"Spiegel - Besprechung" aus dem Jahr 1977 (Asuzug; der gesamte Artikel sowie ein Beitrag aus der "Zeit", ebenfalls 1977, liegt der Präsentation bei)

„Spiegel – Besprechung“ aus dem Jahr 1977 (Auszug; der gesamte Artikel sowie ein Beitrag aus der „Zeit“, ebenfalls 1977, liegt der Präsentation bei)

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Udo Jürgens – Seine 40 größten Erfolge (1976)

FrontCover1Über den Udo Jürgens bin ich heute eigentlich nur durch Zufall gestolpert. Ich war gerade dabei mich mit dem dem längst verstorbenen Joachim Fuchsberger zu beschäftigen, da ist mir wieder eingefallen, dass dieser Fuchsberger hat auch so einige Texte für Udo Jürgens Kompositionen verfasst hat. Und dann habe ich mich an diesen raren Sampler aus dem Jahr 1976 erinnert, der von K-Tel Records veröffentlicht wurde.

Die Udo Jürgens Fan-Seite schreibt dazu:

„Mit insgesamt drei verschiedenen Covers, wovon bei den „roten“ nur die Backcovers unterschiedlich sind, hatte K-Tel 1976 versucht, die 40 größten Erfolgen von Udo Jürgens „an den Mann zu bringen“. Eine an und für sich gute Zusammenstellung der populären Songs – es fehlt kaum ein Hit darauf und es wurden auch Lieder einbezogen, die erst wenige Monate zuvor erschienen sind (z.B. „Ein neuer Morgen“).
Das blaue Cover ist das in der Erstauflage erschienene und ist etwas rarer, da es nach kurzer Zeit durch das rote ersetzt wurde.“

Udo Jürgens + Joachim Fuchsberger (2004)

Für absolute Udo Jürgens Sammler ist vielleicht noch die Information von Interesse, dass auf diesem Album der Titel „Rot blüht der Mohn“ in der Maxi-Version vorliegt, und dass der Titel „Die Sonne und Du“ in der (längeren) CD-Fassung gepresst wurde.

Aber das nur am Rande …

In meiner letzten Präsentation von Udo Jürgens (eine seltene italienische Single: hier) schrieb ich ja:

„Ich mache gar keinen Hehl daraus, dass ich Udo Jürgens für den bedeutendsten Schlager-Sänger aus deutschen Landen halte. Nicht nur, weil er als einer der wenigen die Kunst der Komposition wie kaum ein zweiter beherrscht, nein auch hat er immer wieder mit seinen Texten mehr zu sagen gehabt, als nur die üblichen “Herz-Schmerz” Themen.“

Und auf diesem Doppel-Album kann man etliche seine Lieder finden, die mehr als bemerkenswert sind. Da sind zum einen seine „sozialkritischen“ Beitzräge zum Zeitgeschehen (ich nenne da nur „Ein ehrenwertes Haus“, „Griechischer Wein“, „Matador“ „Lieb Vaterland“, aber auch das bissige „Aber bitte mit Sahne“), dann sind dann desweiteren seine „philosophischen“ Beiträge wie „Was wirklich zählt auf dieser Welt“ oder „Ich glaube“ und „Mein Freund der Clown“.

Und ja, auch seine romantischen Schmachtfetzen haben es mir angetan („Mercie Cherie“, „Was ich dir sagen will“, „Warum nur warum“) und dann auch seine „anzüglichen“ Lieder („Es wird Nacht, Senorita“ oder auch das köstliche „Anuschka“).

Kurz und gut: Udo Jürgens ist weitaus mehr als Schlagersänger …

Davon kann man sich hier überzeugen und wer die volle Dröhnung Udo Jürgens will … ist hier mehr als gut bedient! (Wenngleich auch der Knaller „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ irgendso ein Remake und eben nicht die Originalfassung ist!)

Und irgendwie habe ich heute mit diesen Lieder Abschied von Joachim Fuchsberger genommen … und von diesem Joachim Fuchsberger wird hier demnächst noch mehr zu lesen sein.

BackCover

Titel:
01. Merci Cherie (Jürgens/Hörbiger) 3.15
02. Warum nur warum (Jürgens) 2.40
03. Mein Freund der Clown (Jürgens/Brandin) 3.03
04. Was ich dir sagen will (Jürgens/Fuchsberger) 3.31
05. Jenny (Jürgens) (Version 1973) 3.14
06. Sag ihr, ich laß sie grüßen (Jürgens/Bohlen) 3.04
07. Dein letzter Brief (Jürgens/Brandin) 2.28
08. Ich glaube (Jürgens/Brandin) 3.45
09. Sag mir wie (Jürgens/Relin) 2.52
10. Immer wieder geht die Sonne auf (Jürgens/Hörbiger) 3.06
11. Ein ehrenwertes Haus (Jürgens/Kunze) 3.30
12. Aber bitte mit Sahne (Jürgens/Hachfeld/Spahr) 3.38
13. Do Swidanja (Jürgens/Brandin) 4.03
14. Spiel Zigan, spiel (Jürgens/Brandin) 3.34
15. Anuschka (Jürgens/Brandin) 2.53
16. Der Teufel hat den Schnaps gemacht (Jürgens/Kunze) 2.45
17. Ich bin wieder da (Jürgens) 2.39
18. Mathilda (Span) 3.03
19. Cottonfields (Ledbetter) 3.05
20. Es wird Nacht, Señorita (Aufray/Brandin) 2.13
21. Wahre Liebe ist ganz leise (Jürgens/Relin) 2.53
22. Lieb Vaterland (Jürgens/Hachfeld) 4.13
23. Deine Einsamkeit (Jürgens/Brandin) 4.00
24. Matador (Jürgens/Brandin) 3.39
25. Der große Abschied (Jürgens/Fuchsberger) 3.39
26. Was wirklich zählt auf dieser Welt (Jürgens/Brandin) 2.28
27. Eine Art von Serenade (Jürgens/Mey) 2.45
28. Dann kann es sein, daß ein Mann auch einmal weint (Jürgens/Fuchsberger) 3.00
29. Ich glaube an die Liebe (Jürgens/Loose) 3.38
30. 17 Jahr, Blondes Haar (Jürgens/Hörbiger) 2.33
31. Griechischer Wein (Jürgens/Kunze) 4.06
32. Und dabei könnt‘ sie meine Tochter sein (Jürgens/Kunze) 3.50
33. Zeig mir den Platz an der Sonne (Jürgens/Hachfeld) 3.54
34. Es war einmal ein Luftballon (Jürgens/Krüss) 2.34
35. Es wär so schön, die ganze Nacht bei dir zu bleiben (Jürgens) 3.25
36. Geschieden (Hachfeld/Delpech/Vincent) 3.57
37. Ein neuer Morgen (Jürgens/Kunze) 5.18
38. Vier Stunden in der Woche (Jürgens/Kunze) 4.31
39. Illusionen (Jürgens/Alexandra) 3.29
40. Auf der Straße der Vergessenheit (Jürgens/Hachfeld) 4.50

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Booklet

Renaissance Ensemble Köln – Musik der Luther-Zeit (1983)

FrontCover1.JPGNach dem Christian Anders suchte ich Beistand in göttlicher Musik …. und da kam mir diese LP gerade recht:

Das Renaissance Ensemble Köln präsentiert „Musik der Luther-Zeit“.

Eine der Verdienste von Martin Luther war ganz sicher, dass er die Bibel ins deutsche übersetzte … damit wurde die „Emanzipation“ des „normalen Volkes“ ganz sicher entscheidend vorangetrieben, nicht nur in religiöser Hinsicht:

„Nachzuvollziehen ist diese Entwicklung auch an Luthers Musikverständnis. Die Musik ist die „vornehmste Kunst nach der Theologie“, ein donum dei, Gottesgeschenk. Im Gottesdienst daher „geschehe nichts anderes, denn daß unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort, und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang“. Die Aufgabe, die Luther der (Vokal-)Musik zuweist, ist eindeutig: durch Gesang mit Gott reden. Es ist für ihn selbstverständlich, daß eine solch aktive Mitwirkung der Gemeinde am Gottesdienst nur durch allen verständliche, also deutschsprachige Lieder erreicht werden kann (Luther: „Singende Kirche“). 23 Lieder Luthers erscheinen bereits 1524 im ersten deutschen „Geystlichen gesangk Buchleyn“ von Johann Walter.

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Auszug aus der Luther Bibel (Reprint des Taschen Verlages, Köln)

Die Sprache der Lieder ist einfach, knapp und prägnant („Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“), die musikalische Satzweise überwiegend syllabisch, jeder Textsilbe entspricht – im Gegensatz etwa zur „Melismatik“ der lateinischen gregorianischen Choräle – nur eine gesungene Note. Die dadurch erzielte Eingängigkeit der Melodien führt in kurzer Zeit zu einer weiten Verbreitung der evangelischen. Kirchenlieder. Und damit wird, modern ausgedrückt, durch das Medium der Musik die Information der Reformation transportiert – unterstützt natürlich auch durch den gerade erfundenen Noten- wie den Buchdruck.“ (Quelle: zeit.de)

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Quelle: Fono Forum, September 1983

Erfreulich dabei, dass wir nicht nur geistliche Musik hören,sondern auch weltliche Lieder zu Gehör kommen wie z.B. „Mir ist ein rot Goldfingerlein“ oder „So trinken wir alle“.

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Eine Übersicht über diverse Aufnahmen aus der „Luther“ Zeit, erschienen in Forum Forum, September 1983 (liegt dieser Präsentation bei)

Leider und eigentlich unverständlich ist, dass man über das Renaissance Ensemble Köln keine weiterführenden Informationen bekommen kann … ich jedenfalls bin da nicht fündig geworden.

Aber sie scheinen noch aktiv zu sein, denn ich fand folgende Ankündigung:

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Wie gesagt: Schade, dass man da nicht mehr erfahren kann, denn dieses Ensemble zeichnet sich schon mit ganz viele Liebe zum Detail und zu historischen Forschungen aus, denn ansonsten hätte eine solche LP gar nicht erst entstehen können.

Und die Musik aus der Zeit der Renaissance (insbesondere die rein instrumentale Musik; gar zu köstlich sind auch auf diese LP die Instrumentalpassagen ) hat durchaus mein gesteigertes Interesse geweckt … von daher: weitere Aufnahmen aus dieser Periode des musikalischen Schaffens sind quasi schon vorprogrammiert.

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Besetzung:
Isabelle Anderfuhren (soprano)
Theresa Caudle (violon)
Wolfgang Eggers (gamba)
Rudolf Ewerhart (regal, spinett)
Günter Höller (recorder, crumhorn)
Helmut Hucke (bombard, dulcian)
Konrad Junghänel (lute)
Nigel Rogers (tenor)
Karl-Heinz Weber (trombone)

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Titel:
01. Octo tonorum melodiae I (dorisch) (Stoltzer) 1.39
02. Mein himmlischer Vater / In manus tuas (Othmayr) 4.13
03. Eine feste Burg ist unser Gott (Mahu/Agricola) 3.51
04. Sanctus (Finck) 7.19
05. Octo tonorum melodiae VIII (hypomyxolydish) (Stoltzer) 2.20
06. Christ ist erstanden (Senfl/Dietrich) 3.59
07. Nu bitten wir (Walter) 3.24
08. Ich stuend an einem Morgen (Senfl/Isaac/v.Bruck) 8.04
09. Mir ist ein rot Goldfingerlein (Senfl) 2.28
10. Der hund (Reutterliedlein 1535) (Isaac) 4.42
11. Nach Willen dein (Hofhaimer) 6.57
12. Ein Bauerntanz (Othmayr) 1.36
13. So trinken wir alle (v.Bruck) 2.01

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Christian Anders – Ich kann dich nicht vergessen (1978)

frontcover1Der Christian Anders war ganz sicher eine der schrägsten und durchgeknalltesten Schlagersänger in unseren Breitengraden.

Christian Anders (* 15. Januar 1945 in Bruck an der Mur, Steiermark, als Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo) ist ein österreichischer Schlagersänger, Musiker und Komponist. Er ist auch im Filmgeschäft und als Autor esoterischer und verschwörungstheoretischer Bücher tätig.

Ende des Zweiten Weltkrieges wanderten seine Eltern mit ihm nach Italien, der Heimat seines Vaters, aus. Die ersten neun Jahre seines Lebens verbrachte er auf der Mittelmeerinsel Sardinien, wo er in Cagliari eine italienische Klosterschule besuchte. Als er zehn Jahre alt war, zog seine Familie mit ihm nach Deutschland und lebte in einem Asylheim in Offenbach am Main. Anders schloss die mittlere Reife ab und begann eine Ausbildung zum Elektroinstallateur.

ChristianAnders1965

Christian Anders als Gitarrist der Band The Tonics, ca. 1965

In seiner ersten Band Christian Anders and the Tonics spielte er Gitarre, sang in einem amerikanischen Klub und schloss sich einer Band an, mit der er umherreiste und sein erstes Geld verdiente. 1966 nahm er ein Tonband auf, schickte es an eine Plattenfirma und erhielt einen ersten Schallplattenvertrag.

Anders erlernte die asiatischen Kampfsportarten Karate, Taekwondo und Aikidō, errang den Schwarzen Gürtel in ersterem, wurde Lehrer in diesem Sport und leitete in München eine eigene Karateschule.

1968 erhielt er für den Titel Als wir uns trafen einen neuen Plattenvertrag. 1969 war Anders mit dem Schlager Geh’ nicht vorbei der erfolgreichste deutsche Nachwuchssänger. In nur fünf Monaten wurden mehr als eine Million Schallplatten verkauft. 1971 gründete er seinen ersten eigenen Musikverlag in Berlin, Chranders Records.

Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er in der ZDF-Sendung drehscheibe. Er war oft zu Gast in der ZDF-Hitparade und in den Hitlisten von Radio Luxemburg, wo er auch als Diskjockey tätig war. Es folgten rund 25 Hits; der bekannteste ist Es fährt ein Zug nach Nirgendwo aus dem Jahre 1972.

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Single, 1968

Anders spielte nicht nur Gitarre, sondern schrieb auch eine Beatgitarre-Schule; er sang nicht nur, sondern textete, komponierte und arrangierte seine Lieder selbst.

Insgesamt schrieb Anders etwa 1.100 Lieder und Gedichte. Weiterhin schrieb er Romane, vor allem Krimis, die in Zeitschriften und als Bücher veröffentlicht wurden.

Als Darsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent oder Komponist wirkte er in mehreren Filmen mit. Dabei spielte er unter anderem neben Uschi Glas, Peter Weck und Peggy March. Seine beiden Regiearbeiten – der Actionfilm Die Brut des Bösen und der Erotikfilm Die Todesgöttin des Liebescamps – wurden von der Kritik verrissen und waren auch kommerziell nur mäßig erfolgreich.

1987 verkaufte er seinen Musikverlag und siedelte in die USA über. 1991 kam seine erste amerikanische CD Lanoo – Alive in America heraus.

1993 kehrte er nach Deutschland zurück und feierte gleichzeitig sein 25-jähriges Schallplattenjubiläum. Sein Musical Der Untergang des Taro Torsay wurde in Hamburg, Köln und München aufgeführt.

Anders, der zu Zeiten seiner Erfolge einen vergoldeten Rolls-Royce fuhr, brachte ein Vermögen von 25 Millionen Euro durch und war am Tiefpunkt seiner Karriere obdachlos, mit Millionenschulden. Erst seine zweite Ehe lenkte sein Leben ab 2004 wieder in geordnete Bahnen.

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Eine Best Of aus dem Jahr 1994

Anfang 2013 gab er zahlreiche Konzerte in SB-Warenhäusern, unter anderem in Göttingen, Duisburg, Leißling, Erfurt, Schwedt und Sankt Augustin. Im Herbst 2013 tourte er durch die Berliner Vitanas-Seniorenresidenzen.

Anders spricht nach eigener Darstellung Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und etwas Japanisch.

Unter dem Pseudonym Lanoo veröffentlichte Anders mehrere Bücher zu Esoterikthemen und Verschwörungstheorien. In The Man W.H.O. Created AIDS spekulierte er darüber, dass HIV unter Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation WHO künstlich geschaffen und gezielt auf Homosexuelle und Schwarze angesetzt worden sei.

Darüber hinaus verfasst er Lieder mit politischen Bezügen, z. B. Der Hai, dessen ursprünglicher Text folgende Passage enthielt:

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Eines seiner zahlreichen Bücher

„Ich hab die Macht, ich hab das Geld, ich bin der Herrscher dieser Welt. / Ich schick euch täglich auf die Rolle, ihr kennt sie nicht, ‚die Protokolle‘. […] Auf sieben Säulen ruht die Welt, sieben Familien haben das Geld / Ob Rothschild, Cohn oder Donati, man nennt uns auch Illuminati / Mit Aids verseuchen wir die Welt, und machen mit der ‚Heilung‘ Geld.“

Da von verschiedener Seite der Liedtext als Propagierung antisemitischer Stereotype (z. B. Protokolle der Weisen von Zion oder Jüdische Weltverschwörung) betrachtet wurde und Anders zudem George W. Bush mit Adolf Hitler verglichen hatte, wurde er – nach eigener Aussage angeblich selbst „jüdischer Abstammung“ – kritisiert. In einer später verbreiteten Version enthält der Text nicht mehr die jüdischen Namen Rothschild, Cohn und Donati.

Anders ist Impfgegner und bezeichnete in einem Interview „Kinder-Impfer“ als „Kinderschänder“, da ausnahmslos alle Impfungen völlig wirkungslos seien und erst die Krankheit auslösen und verbreiten würden, die sie eigentlich verhindern sollten. Wirtschaftlich bezieht er für die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells Position.

2009 griff Anders Bundeskanzlerin Angela Merkel auf YouTube mit den Worten an: „… für mich sind Sie eine Lügnerin, Betrügerin und haben sogar hohe kriminelle Energie … Ihre Unattraktivität, Frau Merkel, wird nur noch übertroffen von Ihrer Inkompetenz.“ Die Kanzlerin könne ihn „auch gerne anzeigen deswegen“. An anderer Stelle behauptete Anders „Angelika Merkel und der Rest“ seien „Bilderbergerpuppen, die überhaupt nichts zu sagen haben“; die Welt werde „regiert von sieben Familien“, die er in seinem Buch des Lichts benenne.

Auf seinem Youtube-Kanal verbreitete Anders auch 2015 Verschwörungstheorien, so zum Beispiel, dass Michelle Obama ein Mann sei, Adolf Hitler Kommunist und Albert Einstein geistig behindert gewesen sei, oder die Behauptung, dass der ertrunkene zweijährige Alan Kurdi in Wahrheit kein Flüchtlingskind sei. Einige seiner entsprechenden Videos löschte er nach einer Medienanfrage. Ein Clip, in dem er die Behauptung aufstellte, dass die Seuche Ebola nur erfunden sei, blieb unter anderem jedoch im Netz.

Zum durch erweiterten Suizid des Piloten verursachten Absturz von Germanwings-Flug 9525 vertrat Anders die These, dass die Passagiere bereits vor Flugantritt durch Organentnahme getötet worden seien.

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Christian Anders kämpft für seinen Bruder Dieter Schinzel

Anders ist Bruder des SPD-Politikers Dieter Schinzel. Als gegen diesen 1994 ein Verfahren wegen versuchter Hehlerei anhängig war, demonstrierte Anders nackt und angekettet für seinen Bruder vor dem Aschaffenburger Gefängnis. Das Verfahren wurde eingestellt.

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Christian Anders mit Heather Thomas

Als er in Amerika lebte, war er mit der Schauspielerin Heather Thomas liiert, die durch ihre Rolle als Jody in der Serie Ein Colt für alle Fälle in den 1980er Jahren bekannt wurde. Beide kannten einander bereits von den Dreharbeiten zum Film Der Stein des Todes (Death Stone) aus dem Jahr 1986. Um 1999 war Anders mit der Schlagersängerin Jennah Karthes verlobt und trat mit ihr in diversen Boulevard-Sendungen auf. Im Jahr 2006 heiratete er Birgit Diehn. (Quelle: wikipedia)

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Hört man sich diese LP mal an, da keinem schon die Spucke wegbleiben. Er setzt einerseits geschickt seine Fähigkeit ein, im Falsett zu singen:

Im weiteren Sinne wird der Begriff als das verstanden, was landläufig Kopfstimme oder auch manchmal (fälschlich) „Fistelstimme“ genannt wird, also die um eine Oktave hochgestellte männliche Sprech- oder Gesangsstimme, bei der die Stimmbänder nicht vollständig, sondern nur an ihren Rändern schwingen, wodurch ein weicher und grundtöniger Klang zustande kommt. Im engeren (musikalischen) Sinne schließt der Begriff Falsett die Verstärkung dieser Randschwingungsstimme in der Tiefe durch die klangliche Beimischung der Brust- und Kopfstimme ein. Diese Technik ermöglicht es Countertenören, den Übergang zu tieferen Lagen dynamisch auszugleichen. Beim Jodeln ist der ständige Wechsel zwischen Normalstimme und Falsett kennzeichnend. (Quelle: wikipedia)

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Christian Anders mit Birgit Diehn

Er jodelt aber nicht, sondern singt und was er da singt, spottet eigentlich jeder Beschreibung.

Aber er hat es ja selbst auf den Punkt gebracht:

Bunte Seifenblasen voller Illusionen … eigentliche müsste man prüfen, ob für so eine Musik nicht das Strafgesetzbuch angepasst werden müsste.

Und seine vermutlich überwiegenden weiblichen Fans .. Gott bewahre, wenn sie auf diese Illusionen reingefallen sind …

Warnhinweis: Für Risiken und Nebenwirkungen gleichgültig welcher Art, übernehme ich keine Haftung.

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Besetzung:
Christian Anders (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Verliebt in den Lehrer (Anders) 2.54
02. Endstation für uns’re Liebe (Anders/Power-Team) 4.10
03. Bunte Seifenblasen voller Illusionen (Anders/Power-Team) 3.15
04. Am Strand von Las Chapas (Anders/Holm) 3.11
05. If I Could Choose Again (Anders/Power/Jonas) 3.32
06. Wir tanzten einen Sommer lang (Anders/Power-Team) 4.16
07. Die Gitarren von Bali (Anders/Power-Team) 4.20
08. Ich kann dich nicht vergessen (Anders/Power/Jonas) 3.23
09. Weisst du noch, als wir noch Kinder waren? (Anders/Power-Team) 4.07
10. Johnny Johnny (Anders/Power-Team) 3.32
11. Wie wird die nächste Liebe sein? (Anders/Power-Team) 4.05
12. Spanish Discoteque (Anders/Holm) 3.11

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Seine erste LP: eine Beat-Gitarren-Schule (1965) !

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Ladi Geisler – Günter Märtens trifft Ladi Geisler (2007)

FrontCover1Mir scheint, es werden hier noch etliche Beiträge über Ladi Geisler erscheinen, denn die Spurensuche über diesen deutschen Jazz- und Unterhaltungsmusiker ist mehr als lohnenswert. Und eine Spurensuche dieser Art entspricht mir halt sehr.

Hier nun eine Art Hörbuch, in der Ladi Geisler eben aus seinem Leben berichtet und ja, es sind halt Anekdoten.

Leider oftmals ein wenig geschwätzig, oftmals ein wenig zu sehr selbstgefällig, oftmals ein wenig zu sehr eitel und mehr als einmal wird Ladi Geisler einfach unterbrochen in seinem Redefluß und das kann ich schon mal auf den Tod nicht ausstehen.

Sein Gesprächspartner Günter Märtens spielt da eine eher unglückliche Rolle.

Erzählt der Ladi Geisler, dass er nach dem Kriegsende in der Gefangenschaft mit der Gitarre erstmals in Berührung kam … Märtens: „Kurz nach Kriegsende ? Wann war da so ?“ … aber die Antwort fällt ihm dann doch noch selber ein: 1945 ! Wer hätte das gedacht !

Erzählt der Ladi Geisler, dass er sich selbst seine Tonabnehmer gebastelt habe, aus alten Wehrmachtsbeständen … Märtens (bemüht witzig): „Das hört sich abenteuerlich an … aus alten Handgranaten hast du dir Tonabnehmer gebaut“ … ha ha ha … sehr witzig.

Günter Märtens, selbst ein Musiknarr war damals übrigens Gitarrist bei der großartigen Kapelle „Ulrich Tukur und die Rhythm Boys“ … vielleicht sollte er mehr Gitarre spielen … als Gesprächspartner für Projekte dieser scheint mir sein Talent eher limitiert zu sein.

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Ladi Geisler mit Eduardo Garcia (Studiotechnik) und dem Gesprächspartner Günter Märtens

Die von beiden Seiten ausgestrahlte bemühte Witzigkeit schmälert die Qualität dieses Hörbuches … und letztlich bleibt es eben bei mehr oder weniger launigen Anekdoten … des wirkliche Leben des Ladi Geislers, das auch ganz sicher von Höhen und Tiefen geprägt war, geprägt war … davon erfahren wir hier kaum etwas. Und gelegentlich bringt Ladi Geisler ein paar Dinge durcheinander … aber das sei einem damals 80jährigem Mann nun wirklich verziehen.

Auch wenn ich schon ein wenig enttäuscht war … es gibt natürlich schon auch immer wieder Einblicke in die Geschichte der deutschen Unterhaltungsmusik der deutschen Nachkriegszeit … von daher … gebe ich eine dezente Empfehlung.

Zumal man auch ein paar feine Gitarrenbeiträge hören kann, einschließlich einer eher widerwilligen Version von „Ännchen von Tharau“ (Geisler: „Gehört ja eigentlich nicht zu meinem Programm“)

Erwähnenswert ist dann noch das Begleitheft … Eine Kurzbiographie von Birgit Niels, und auch Günter Märtens erzählt, wie er auf Ladi Geisler gestoßen ist …

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Besetzung:
Ladi Geisler im Gespräch mit Günter Märtens

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Titel:
01. Baiao Cacula (Das Lied, das wir hören …) 9.18
02. Du hast doch mal mit Hildegard Knef zusammen gearbeitet … 3.08
03. Ladi, eines deiner großen Ideale war immer Django Reinhardt 4.09
04. Ein anderes Idol von mir war Joe Pass 7.11
05. Night And Day (Lass uns noch mal bei Les Paul ansetzen) 8.29
06. Noch jemanden hast du kennengelernt, nämlich Louis Armstrong 7.02
07. Die Amerikaner mochten den Sound von Bert Kaempfer 10.29
08. Du warst auch in Japan … 6.01
09. Bevor du bei der Gitarre gelandet bist … 9.10
10. Ladi, du bist jetzt seit über 60 Jahren Berufsmusiker 5.42

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WidmungUlrichTukur

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Miloslav Ladislav „Ladi“ Geisler (* 27. November 1927 in Prag; † 19. November 2011 in Hamburg)