Verschiedene Interpreten – Bauernmesse (frühe 60er Jahre)

FrontCover1Hier gibt´s ja immer wieder auch mal christliche Musik und das rührt vorrangig aus meiner Familiengeschichte … die sehr stark von einer extrem katholischen Erziehung geprägt war … Und die meisten dieser christlichen LP´s/Singles, die ich hier präsentieren kann, stammen aus „Familienbesitz“ (einschließlich all meiner Onkel und Tanten, von denen ich Raritäten wie diese übereignet bekommen habe).

Hier nun mal eine sog. „Bauernmesse“ … „nach Weisen aus dem bayerischen-österreichischen Alpen“ …

Und meine Gedanken gleiten bei dieser Musik an jene Zeit zurück, wo ich noch mit Hingabe Ministrant war … mit roten Backen die christliche Botschaft in mich aufgesogen habe … soweit ich sie als Kind verstehen konnte ….

Heute ist mir diese Welt mehr als fremd … aber ich habe es auch nicht mehr nötig (wie früher), mich über die Menschen, die von diesem christliche Glauben beseelt waren und sind, lustig zu machen …

Zumal die Innigkeit dieser Musik schon ergreifend sein kann … und dass mich insbesondere die instrumentalen Aufnahmen ansprechen, ist ja auch keine Neuigkeit.

Zuweilen beschleicht mich das Gefühl, dass ich jenen Christenmenschen ihr „Gottvertrauen“ neide … aber dann … nein … in diese verlogene, bigotte Welt dieser katholischen Kirche will ich nie und nimmer mehr eintauchen …

Das ändert nichts daran, dass wir hier Musik hören … die wohl zu dem kollektiven Bewusstsein zumindest der Bajuwaren gehört.

Wieskirche

Der Aufnahmeort: Die Wieskirche in Steingaden (Landkreis Weilheim-Schongau/Obb.)

Besetzung:
Das Wasterl Fanderl Quartett
Die Lohmeyer Dirndl
Die Riederinger Sänger
Eine Instrumentalgruppe
+
Lisel Fanderl (Hackbrett)
Ursula Lentrodt (harp)
Alfons Bauer (Zither)-
Arthur Piechler (organ)
+
Die Glocken der Wieskirche

Musikalische Leitung: Alfons Bauer

BackCover1

Titel:
01. Glockengeläute 0.28
02. Eingang 0.37
03. Vor dem Kyrie 1.14
04. Kyrie 1.20
05. Vor dem Gloria 1.42
06. Gloria 1.22
07. Nach dem Gloria 0.40
08. Credo 1.09
09. Offertorium 1.34
10. Vor dem Sanctus 1.08
11. Sanctus 1.43
12. Andachtsjodler 3.04
13. Benedictus 2.06
14. Nach dem Benedictus 0.32
15. Agnus Dei 1.41
16. Nach dem Agnus Dei 1.36
17. Ite missa est 1.15
18. Ausgang + Glockengeläute 1.09

LabelB1

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AlternativesFront+BackCover

Alternatives Front+Back Cover

 

 

Susanne Fröhlich + Constanze Kleis – Deutsch – Mann – Mann – Deutsch (2005)

TitelUnd es geht nun auch gleich albern weiter … vielleicht hat mir ja die sizilianische Sonne das Hirn verbrannt …:
Dieser Sprachführer „knöpft sich die Kommunikationsdefizite des starken Geschlechts vor: Die Bestseller-Autorinnen Susanne Fröhlich und Constanze Kleis lüften in Deutsch – Mann / Mann – Deutsch die Geheimnisse der Männersprache, die ihren Ursprung häufig in der Comic- und Westernwelt zu haben scheint. Eher versteht eine Frau den Gesang der Buckelwale, als dass sie die Laute des Kerls dechiffriert, mit dem  sie versucht, den Alltag zu meistern. So ist die witzige wie ironische Übersetzungshilfe denn auch Beziehungsratgeber und „Expedition ins Tierreich“ gleichermaßen.
Ob John Wayne, Sylvester Stallone oder Batman: Er identifiziert sich mit Superhelden, die kaum mehr Text haben als Buster Keaton. Fatal, denn Sprachlosigkeit steht hier zu Lande vor Alkoholismus auf der Liste der Scheidungsgründe.

Statistisch gesehen „verbraucht“ ein Mann nur halb so viele Wörter wie eine Frau – höchstens 12.000 täglich. Schießt der frisch verliebte Cowboy noch wahre Sprachfeuerwerke in den rosaroten Himmel, so ist seine Wortmunition nach dem „High Noon“ einer Beziehung rasch verpulvert. Nicht allein, dass das verbale Repertoire des geliebten Mannes übersichtlich ist – ein hoher Prozentsatz besteht aus Unartikuliertem, das das Niveau, nun ja, in Richtung Gorillakäfig senkt. Vokabeln wie Yaf, Arghhh, Frrrp, Hyaa oder Mmph stellen eine Frau nicht nur vor etymologische, sondern auch vor alltägliche Probleme. Nach der Lektüre des gelben Buchs wird sie endlich wissen, ob ihr sprachlicher Primat Zuckerbrot oder Peitsche braucht.

Dein Mann – das unbekannte Wesen. Ein Beispiel zeigt, wie dehnbar der Begriff »Zeit« für Männer sein kann. Sagt er: „Ich komme gleich!“, kann das in erotischen Situationen fünf Sekunden bedeuten oder aber fünf Stunden – sofern es sich um ein Bundesligaspiel mit anschließendem Besäufnis handelt.
Apropos Affentheater: Der Mann ahnt, dass er der Frau sprachlich unterlegen ist. Um seinen Status als Alpha-Tierchen zu behaupten, hat er eine enorme Bandbreite an nonverbalen Signalen entwickelt: Mit Spucken und Schnäuzen, dem Griff in den Schritt oder der „Lehnen-Okkupation“ sendet der Bäckerlehrling ebenso wie der Vorstandsvorsitzende subtile Botschaften aus.

Höchste Zeit, dass mal zwei „Männerversteherinnen“ mit der Machete Licht in diesen Kommunikationsdschungel bringen! In 15 Kapiteln nehmen sich Fröhlich & Kleis zwischengeschlechtlicher Dauerbrenner wie Sex, Shopping, Streiten, Kinder, Lügen, Liebesbeweise u.v.m an. Die wortgewandten Expertinnen übersetzen hier nicht nur maskulines Kauderwelsch – sie spielen auch jede Menge fröhlicher Begleitmusik zum Auf und Ab des Pärchenalltags.“ (Verlagsankündigung)

Und hier mal zum Einstieg in das Büchlein (130 Seiten) das Inhaltsverzeichnis:

Beispiel01

Man kann wahrlich gespalten sein, ob solcher „humoristischen“ Bücher … oftmals sind sie ja arg flach und auch dieses Buch zelebriert jede Menge von Klischees …

Aber … wenn ich ehrlich sein darf …musste ich doch etliche Male herzhaft schmunzeln … und zwar ob gelegentlicher Punktlandungen hinsichtlich männlicher Verhaltensweisen … und mehr als einmal habe ich mich dann im Spiegel gesehen ..

Und so enthält dieses Buch mehr als nur ein paar Binsenweisheiten …

Charmant illustriert ist es auch noch … und wer über eigenen „Schwächen“ auch mal schmunzeln mag … hier kann er es tun …

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A bisserl Merchandising darf schon sein

 

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Beispiel27

Susanne Fröhlich (* 15. November 1962 in Frankfurt am Main) ist eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin, die hauptberuflich für den Hessischen Rundfunk arbeitet.

Constanze Kleis (* 1959) ist eine deutsche Journalistin und Buchautorin.

 

 

Erste Allgemeine Verunsicherung – Geld oder Leben (1985)

FrontCover1Was a echter Schmäh is …. erklären kann man das zwar schon, aber sich an echten Schmäh anhören, macht dann doch mehr Spaß:

Die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) ist eine österreichische Pop-Rock-Band, die 1977 gegründet wurde. Texter und Komponist der Band ist Thomas Spitzer. Der Name ist eine Anlehnung an das ehemalige österreichische Versicherungsunternehmen Erste Allgemeine Versicherung.

Eik Breit war Gründer der Band Antipasta, die sich nach drei Jahren auflöste. Mit seinem Freund Thomas Spitzer, der wenige Wochen vor der Auflösung als Gitarrist zu Antipasta gestoßen war, sowie Nino Holm und Anders Stenmo gründete er wenig später eine neue Band, der zunächst aber ein passender Name fehlte. Während einer gemeinsamen Busfahrt kamen Spitzer und Holm am Hauptsitz der Ersten Allgemeinen Versicherung (kurz: EAV) vorbei, was sie auf die scherzhafte Idee brachte, den Bandnamen an das Versicherungsunternehmen anzulehnen – die Erste Allgemeine Verunsicherung war geboren. Die Versicherung zeigte sich wenig begeistert von der Abwandlung ihres Namens und leitete juristische Schritte gegen die Band ein. Die Klage wurde aber nach kurzer Zeit zurückgezogen (unterschiedliche Branchen); einige Jahre später trat die Versicherung als Sponsor der Pinguin-Tour auf.

EAV1985

Ende der 1970er-Jahre begann EAV als Rock-Comics-Band und feierte erste Erfolge in der alternativen Clubszene Deutschlands. Mit dem fünften Album Geld oder Leben! (1985) gelang schließlich durch die Veröffentlichung eines Cartoons aus der Feder der EAV-Musiker auf der Titelseite des Österreichischen Fachmonatsmagazins für Musiker und Studiotechnik Tschin-Bumm der Durchbruch im gesamten deutschsprachigen Raum.

Geld oder Leben ist das 1985 erschienene fünfte Album der österreichischen Rockband Erste Allgemeine Verunsicherung. Es ist das erfolgreichste der Band, erreichte in Österreich Platz eins und hielt sich 78 Wochen in den dortigen Charts.
Das Album erschien am 25. Juni 1985 als LP und MC. 1986 wurde es auch als CD veröffentlicht. Die Lieder Ba-Ba-Banküberfall, Märchenprinz, Heiße Nächte in Palermo und Fata Morgana wurden als Singles ausgekoppelt. Ba-Ba-Banküberfall wurde zudem ins Englische übersetzt und als Ba-Ba-Bankrobbery veröffentlicht.

Single01

Die englische Version von „Ba-Ba-Banküberfall“

Auf diesem Album traten die Interpreten unter den Pseudonymen Dreigoschenopa, Der Greifer, Kare Schwedenbitter, Der Würger von Basston, Inspektor Korrupnik und Mecky Esser auf. Mario Bottazzi ist in dieser Zeit etwas untergetaucht. (Quelle: wikipedia)

Und es war eine gute Freundin von mir, die mich auch die Idee brachte, dieses Album hier mal zu präsentieren. Denn es enthält auch den Song „Heisse Nächte in Palermo „, jener Stadt, in der ich die letzten 4 Tage verbrachte … und justament am Montag den 22. Mai 2017 gab es wieder einmal in Palermo ein Tötungsdelikt auf offener Straße … (siehe unten).

Aber mal unabhängig davon … hier ein Album voll des blühenden Blödsinns … aber das auf höchstem Niveau … mag man oder mag man nicht … ich hab´mich köstlich amüsiert …

Inlet01

Besetzung:
Mario Bottazzi (vocals, keyboards)
Eik Breit (bass, vocals)
Klaus Eberhartinger (vocals
Nino Holm (keyboards, vocals)
Günther Schönberger (vocals, saxophone)
Thomas Spitzer (guitar, vocals)
Anders Stenmo (drums, percussion)

BackCover

Titel
01. Geld oder Leben 4.48
02. Johnny 1 – Fahrscheine 0.43
03. Ba-Ba-Banküberfall 3.36
04. Johnny 2 – Zuckerwatte 0.33
05. Heisse Nächte in Palermo 3.32
06. Einsamkeit 4.20
07. Fata Morgana 4.20
08. Märchenprinz 3.32
09. Johnny 3 – Bullen 0.27
10. Echte Helden 4.12
11. Johnny 4 – Feuer 0.18
12, Küss die Hand, Herr Kerkermeister 4.51
13. Johnny 5 – WC 0.29
14, Es g’winnt a jeder 3.22
15, Morgen 3.43
+
16. Ba – Ba Bankrobbery (englische Version)

Musik: Mario Bottazzi – Eik Breit – Klaus Eberhartinger – Nino Holm – Günther Schönberger – Thomas Spitzer – Anders Stenmo

Texte: Thomas Spitzer

LabelB

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Mafia02

Aus „Der Spiegel online“ vom 22.05.2017

 

Mafia01

Da liegt er nun, der Giuseppe Dainotti

Bin mal wieder unterwegs …

… diesmal zieht es mich für 10 Tage nach Sizilien …

Sizilien02

Mal schauen … welche Eindrücke ich sammeln werde und was sich vielleicht so finden lässt … auf den Märkten der Insel.

Ich wünsche allen Lesern dieses blog eine wunderbare Zeit und dann – wenn ich wieder daheim bin – mache ich unverdrossen weiter … mit diesem Sammelsurium (man könnte es auch Ramschladen nennen).

 

Herman van Veen – Wunder was (1975)

FrontCover1Hier mal das zweite deutschsprachige Album von Herman van Veen, der Mite der 70er Jahre seinen Siegeszug in Deutschland antrat … und dabei insbesondere die Herzen der Damen erwärmte … Was mich Amals allerdings eher wurmte, denn mein damaliger musikalischer Geschmack war eher auf harten Rock geeicht … und damit konnte man sich tendenziell nicht so sonderlich beliebt machen … speziell bei den Damen, auf die ich „scharf“ war (um das mal so platt zu formulieren).

Aber mit diesem Album machte es Herman van Veen einem auch nicht so leicht:

Hier versteckt sich das Grauen unter einer Szene zum Hingucken. Was ist mit „Arme Mo“, und wie konnte es so kommen? Was versteckt der Mann mit Frack und Stock und Hut? Und warum regnet es ausgerechnet beim Umzug der „Klitschnassen Clowns“? Der holländische Sänger, Clown, Mime und Pädagoge Herman van Veen fragt mehr, als er antwortet. Und auf dieser Platte sind es – schonungsloser als oft – Fragen zur Bedauerlichkeit des menschlichen Lebens. Diese – interessante – Platte nur mit einem lieben Menschen oder anderen Trostspender hören! … (so ein Kunde bei Amazon)

Und heute … hat sich die Szenerie für mich verändert … und ich kann die Intensität der Texte und der Musik des poetischen Querdenkers genießen ohne Ende … und mit der Damenwelt hat es dann doch noch geklappt ….

Aber noch kurz ein Wort über den Übersetzung all der Texte in unsere Muttersprache:

Thomas Woitkewitsch (* 18. August 1943) ist ein deutscher Fernsehredakteur, Liedtexter und Übersetzer.

Thomas Woitkewitsch begann seine Fernsehlaufbahn beim WDR, wo er für die Shows von Rudi Carrell verantwortlich war. Mit dem Produzenten der Show Am laufenden Band, Alfred Biolek, entdeckte er in den Niederlanden den Liedermacher Herman van Veen und engagierte ihn für die Carrell-Show.

Thomas Woitkewitsch

Thomas Woitkewitsch

Woitkewitsch übertrug erste Texte für van Veen ins Deutsche; so begann seine Liedtexterkarriere. Bis heute ist er van Veens deutscher Stammtexter. Für Rudi Carrell textete er Hits wie Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?. Außerdem produzierte er gemeinsam mit Biolek für den WDR die deutschsprachigen Folgen von Monty Python’s Fliegender Zirkus. Ende der 1970er Jahre schrieb er für Milva die Texte zur Musik von Vangelis und Mikis Theodorakis.

Neben der Arbeit an Liedtexten schreibt Woitkewitsch die Drehbücher für Fernsehshows wie Plattenküche und übersetzt Musicals aus dem Englischen ins Deutsche.
Er gehört zu den Unterstützern und festen Dozenten der Celler Schule. (Quelle: wikipedia)

vanVeen

Besetzung:
Laurens Van Rooyen (piano)
Harry Sacksioni (guitar)
Herman van Veen (vocals, violin)
Erik van der Wurff (keyboards)

BackCover1

Titel:
01  Sie sagt nicht viel (Pilgram/Chrispijn) 3.32
02. Der Mann auf der Bank (v.Veen/v.d.Wurff/Sacksioni/Chrispijn) 2.34
03. Gut für eine Nacht (v.Veen/v.Rooyen) 2.46
04. Das Liebeslied (v.Veen(v.Rooyen) 2.03
05. Die Schlacht bei Darum (v.Veen/v.d.Wurff/Chrispijn) 2.42
06. Ein Wiedersehn (v.Veen/v.d.Wurff) 4.23
07. Aus dem Traum (v.Veen(v.Rooyen/Chrispijn) 3.21
08. Oma (v.Veen/v.d.Wurff) 3.12
09. Zerbrechlich (Sacksioni) / Je nachdem (v.Veen/v.d.Wurff) 5.32
10. Arme Mo (v.Veen(v.Rooyen) 2.00
11. Klitschnasse Clowns (v.Veen/v.d.Wurff/Chrispijn) 2.51

Deutsche Texte: Thomas Woitkewitsch

LabelB1
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Da marschieren klitschnasse Clowns,
doch die Leute, die den Umzug sehn, durchnässt,
tragen viel bessere Masken –
raffiniert und wetterfest.
Wie geschickt verbirgt die Frau dort,
dass ihr Mann sie grün und blau schlägt!
Und wer erkennt im Ausgehkleid
schon das Leid ringsherum!
Und währenddessen fällt der Regen,
und Kinder patschen mit Sonntagsschuhn
mitten in Pfützen hinein,
und Mütter bemühen sich verzweifelt
die Knirpse ins Trockne zu schrein.

Man sammelt Geld für die Kriegsbekämpfung
Fenster reizen zum Kauf.
Die Geldwelt reibt sich die Hände,
denn die Rechnung geht glatt auf.
Auf dem Markt steht das Denkmal
ein ehrenwertes Schlitzohr –
der Lohn für die perfekte Gaunerei.
Hagel prasselt herab. Väter fluchen.
Beim Bahnhof eine Schlägerei.
Es wird plötzlich finster.
Der Himmel hängt nun ganz tief.
Es blitzt! Da, nochmal!
Gott macht ein Foto von der Stadt fürs Archiv.

Dreißig Methoden, um Büsten festzuhalten.
Frauenfleisch auf Papier.
Mütter zerren die Söhne weiter.
Greise verspüren Gier.
An dem Stand, wo’s nach Fett stinkt,
kauft ein Fettwanst eine Bratwurst
und stopft sie hastig in sich hinein.
Spatzen kontrollieren, was er wegwirft,
daneben hebt ein Hund sein Bein.
Und überall Scherben, Betrunkene torkeln,
und einem wird schlecht.
Lautsprecher dudeln.
Menschen in Rudeln,
ein Bettler spielt Brecht.

Da marschieren klitschnasse Clowns,
doch die Leute, die den Umzug sehn, durchnässt,
tragen viel bessere Masken –
raffiniert und wetterfest.
Wie geschickt verbirgt die Frau dort,
dass ihr Mann sie grün und blau schlägt!
Und wer erkennt im Ausgehkleid
schon das Leid ringsherum!
Und währenddessen fällt der Regen,
und Kinder patschen mit Sonntagsschuhn
mitten in Pfützen hinein,
und Mütter bemühen sich verzweifelt
die Knirpse ins Trockne zu schrein

Zupfgeigenhansel – Volkslieder 2 (1977)

FrontCover1Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz waren mit Sicherheit das bekannteste Folk-Duo der siebziger und achtziger Jahre. Ihre Aufnahmen mit deutschen Volksliedern, jiddischen Liedern und Texten von Theodor Kramer finden auch heute – lange nachdem sich das Duo aufgelöst hat – noch ihr Publikum. „Die Grenzgänger“ werden öfters als ihre Nachfolger bezeichnet – Tatsache ist, daß es heute nur noch eine Handvoll Musikgruppen ihn diesem Land gibt, die traditionelle deutsche Volkslieder singen.

Zupfgeigenhansel folgte zunächst der Idee, deutsche Volkslieder mit freiheitlichem Charakter wiederzuentdecken, teilweise mit eigenen Melodien zu versehen und diese wieder populär zu machen.
In den Volksliedern ging es um das Leben der „einfachen“ Leute der vergangenen Jahrhunderte. Inhaltlich handeln sie von Liebe, Not und Wagnis, Unternehmungslust, den Stolz libertärer Geister, die Verachtung gegenüber Obrigkeit und Pfaffen sowie den Widerstand gegen Militarismus.

Booklet02AA

Zwei der Lieder haben es mir besonders angetan.
Da ist zum einen das schlesische Volkslied „Und in dem Schneegebirge“ … es war eines der Lieblingslieder meines Vaters (der aus Schlesien stammte) und – so verrückt das klingt – da kommen die Burschen von Zupfgeigenhansel daher und bringen mir dieses Lied auf ihre Weise wieder näher und ich krieg feuchte Augen …

Und dann noch das „Bürgerlied“, bei dem ich heute noch, als alter Knacker ne Gänsehaut krieg … denn es bleibt so verdammt aktuell … „Ob wir für die Welt was schaffen, oder nur die Welt begaffen – das thut was dazu.“

Und das wirklich stimmungsvolle Cover wurde von Gertrude Degenhardt gezeichnet … das müsste es als Poster geben ….

DKPKonzert

Für die DKP hätten sie allerdings nicht singen müssen …

Besetzung:
Thomas Friz (guitar, vocals)
Erich Schmeckenbecher (guitar, mandolin, vocals, flute, accordion, drums, crumhorn)
+
Jörg Ermisch (flute, vocals)
Wolfgang Frickenhaus (vocals)
Martin Jeremias (guitar, vocals)
Ulrich Maske (vocals)
Anselm Noffke (violin, vocals)
Jochen Wiegand (banjo, vocals)

AlternateCDFrontCovers

Alternative CD – FrontCovers

Titel:
01. Ich bin ein freyer Bauern-Knecht (Traditional) 2.41
02. Und in dem Schneegebirge (Traditional) 2.35
03. Papst und Sultan (Traditional/Noack) 2.20
04. Annagret (Traditional) 1.51
05. Mein Michel (Traditional/Friz/Schmeckenbecher) 2.40
06. Mein Vater wird gesucht (Drach/Kohlmey) 2.50
07. Bürgerlied (Traditional) 3.23
08. Soldatenschicksal (Traditional/Friz/Schmeckenbecher) 2.37
09. Die bange Nacht (Traditional/Lyra) 1.43
10. Bibel und Flinte (Traditional) 1.22
11. Es dunkelt schon in der Heide (Traditional) 4.23
12. Die Brombeeren (Traditional) 3.04
13. Der Karmeliter (Traditional) 2.46
14. Ehestandsfreuden (Traditional) 4.16
+
15. Der Revoluzzer (live) (Traditional/Mühsam) 2.29
16. Andre, die das Land so sehr nicht liebten (live) (Kramer/Schmeckenbecher) 3.11

LabelB1

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Der Wortlaut von dem „Bürgerlied“ in der von Adalbert Harnisch 1845 veröffentlichten Version:

Ob wir rothe, gelbe Kragen,
Hüte oder Helme tragen,
Stiefeln oder Schuh‘;
Oder, ob wir Röcke nähen,
Und zu Schuh’n die Fäden drehen –
Das thut nichts dazu.
Ob wir können decretiren,
Oder müssen Bogen schmieren
Ohne Rast und Ruh;
Ob wir just Collegia lesen,
Oder ob wir binden Besen –
Das thut nichts dazu.
Ob wir stolz zu Rosse reiten,
Ob zu Fuß wir fürbaß schreiten
Unsrem Ziele zu;
Ob uns vorne Kreuze schmücken,
Oder Kreuze hinten drücken –
Das thut nichts dazu.
Aber, ob wir Neues bauen,
Oder’s Alte nur verdauen
Wie das Gras die Kuh –
Ob wir für die Welt was schaffen,
Oder nur die Welt begaffen –
Das thut was dazu.
Ob im Kopf ist etwas Grütze
Und im Herzen Licht und Hitze,
Daß es brennt im Nu;
Oder, ob wir friedlich kauern,
Und versauern und verbauern –
Das thut was dazu.
Ob wir, wo es gilt, geschäftig
Großes, Edles wirken, kräftig
Immer greifen zu;
Oder ob wir schläfrig denken:
Gott wird’s schon im Schlafe schenken –
Das thut was dazu.
Drum ihr Bürger, drum ihr Brüder,
Alle eines Bundes Glieder,
Was auch jeder thu‘ –
Alle, die dies Lied gesungen
So die Alten wie die Jungen –
Thun wir denn dazu.

Benedict Pernsteiner – Student und studieren (1919)

TitelJa hätte ich das mal früher gewusst … wer weiß, was aus mir hätte werden können !

Aber mir war das kleine Büchlein von Pater Benedict Pernsteiner O.S.B. einfach nicht bekannt … Was für ein Jammer !

Denn in diesem Büchlein (34 Seiten) wird eindringlich erläutert, was einen richtigen Studenten ausmacht.

Und der Pater kannte wohl seine Pappenheimer, all diese Bummelstudenten, die wohl eher Wein, Weib und Gesang schätzten als ein aufrichtiges und fleißiges Studium.

Gemäß dem Grundsatz „Müßigang ist aller Laster Anfang“ führt der Pater auf den richtigen Pfad der Tugend …. und er bedient sich dabei natürlich auch mächtige Männer des GEistes wie Cicero:

Marcus Tullius Cicero (klassische Aussprache: [ˈkɪkɛroː]; * 3. Januar 106 v. Chr. in Arpinum; † 7. Dezember 43 v. Chr. bei Formiae) war ein römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph, der berühmteste Redner Roms und Konsul im Jahr 63 v. Chr. (Quelle: wikipedia)

Und schon wieder was gelernt !

Über den Autor findet man kaum etwas …

Aber ein wenig schon und zwar in einem Buch, das sich u.a. auch mit dem Kloster St. Ottilien beschäftigt:

PernsteinerOttilien

(Quelle: Katholische Missionsschulen in Deutschland 1887 – 1940
von Holger Gast,Antonia Leugers,August H. Leugers-Scherzberg,Uwe Sandfuchs)

Schau her … da haben sich wohl die hochgeistigen Pädagogen in die Haare gekriegt *gggg*

Passt dann irgendwie gar nicht zu all den wohlöfeilen Worten, mit den der Pater belehrend die wahren Tugenden eines Studenten vermitteln öchte.

Von daher ein Büchlein jener Geisteshaltung, dem die Freude am Leben und an der Lust ein Greuel ist … daraus erwachsen dann jene unmenschlichen Pädagogen, die in all den Jahrhunderten ihr Unwesen getrieben haben.

Nix für ungut: Natürlich ist seriöses Studium vonnöten … aber a Gaudi darf man halt auch a mal haben …

 

Erschienen ist das Büchlein im Missionsverlag St. Ottilien:

Seit 1885 bestand ein Druckereibetrieb der Missionsbenediktiner im oberpfälzischen Kloster Reichenbach, der 1887 mit der gesamten Klostergemeinschaft in den oberbayerischen Ort Emming-St. Ottilien umzog. Ergänzend wurde 1902 der „Missionsverlag St. Ottilien“ gegründet, der im Jahr 1949 in EOS umgetauft wurde.

Kloster Ottilien

Das Kloster St. Ottilien … was sich wohl hinter diesen Mauern alles abgespielt haben wird ? Ich glaub´ ich das manchmal gar nicht wissen.

Der Name EOS ist eine Abkürzung für „Editions of St. Ottilien“, spielt aber auch die gleichnamige griechische Göttin des Morgenlichts an. In einem weiteren Sinn wird damit auf den christlichen Auftrag des Betriebs verwiesen, da ja Licht ein Symbol für Christus ist. (Selbstdarstellung)

 

Beispiel01

Beispiel02

Beispiel03

 

Beispiel04

Vermutlich neigte ich in meinem Studium zu einer eher faltterhaften Lebensstil …

 

Beispiel05

Beispiel07

Beispiel08

Amen ! Oder: so soll´s sein !

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(Diesmal ohne Passwort)

Beispiel09