Rhein-Neckar-Helden – Wir sind Hoffe (2009)

FrontCover1Und jetzt mal wieder so ne EP mit einer Fußball-Hymne, diesmal die des TSG 1899 Hoffenheim … und das sind wie wohl wichtigsten Stationen dieses Vereins:

1899:
Die Gründung erfolgt am 1. Juli 1899 als Turnverein mit 20 jungen Männern. Zwei Vereinslokale sind schnell gefunden: die Gasthäuser „Zum Engel“ und „Zum Rössel“ dienen abwechselnd als Veranstaltungsort für Versammlungen und Tagungen.

Aufgrund mangelnder Räumlichkeiten kommen die Turner auf einer gepachteten Wiese zusammen. Im Winter werden die Übungsstunden in einen Pferdestall verlegt.

1913
Der lang ersehnte Wunsch nach einer Vereinsfahne wird dank Sammlungen sowie einer großzügigen Spende des Vorstands des TV Sinsheim wahr.

Hoffenheim01

Die traditionsreiche Meistermannschaft der TSG Hoffenheim von 1916

1990:
Der Abstieg in die Kreisklasse A ist besiegelt. Im Relegationsspiel in Elsenz unterliegt Hoffenheim dem 1. FC Stebbach mit 2:4. Dietmar Hopp wohnt dem Spiel bei und fällt nach der Partie eine wegweisende Entscheidung. Er will seinen Heimatverein aus den Niederrungen des Fußballs führen und der TSG unter die Arme greifen

1999:

Hoffenheim02

Dietmar Hopp 1971 im Spiel gegen den Meidericher SV

Die Fußballabteilung der TSG hat doppelten Grund zur Freude: die zweite Mannschaft wird 1998 Meister der Kreisliga B, und eine neue Sportanlage mit vereinseigenem Klubhaus setzt ab 1999 Maßstäbe. Dank der Unterstützung von Dietmar Hopp, der seinem Heimatverein das Dietmar-Hopp-Stadion quasi schenkt. Zur Premiere kommt Bayern München mit allen Stars. Ein besonderer Tag.

2008:

Mit Blick auf die angestrebte Entwicklung der TSG wird besonderer Wert auf den Ausbau der Klub-Infrastruktur gelegt. Dietmar Hopp entschließt sich deshalb an der A6 ein neues Stadion für 30.000 Zuschauer zu bauen. Zudem beginnen in Zuzenhausen die Bauarbeiten für ein neues Trainings- und Geschäftsstellenzentrum. Auf knapp 7000 Quadratmetern soll bis Herbst 2009 eines der modernsten Trainingszentren in Deutschland entstehen. Auch im sportlichen Bereich tut sich etwas – mit Carlos Eduardo wird der teuerste Spieler der zweiten Bundesliga verpflichtet. Die TSG stellt nach Kaiserslautern die jüngste Mannschaft der Liga – und ist dennoch erfolgreich. Durch sieben Rückrunden-Siege nacheinander erreicht das Team erstmals einen Aufstiegsplatz. Am letzten Spieltag macht die TSG mit einem 5:0 gegen Greuther Fürth den Bundesliga-Aufstieg perfekt. 10.000 Fans kommen zur Saisonabschlussfete in die Messehalle, um ihre Helden zu feiern.

AufstiegsFeier

Hier wird der Aufstieg im Jahre gefeiert. Mitten drin: Mäzen Dietmar Hopp (Eigentümer der Firma SAP

Und seitdem sind sie ja in der 1. Liga und haben sich über all die Jahre wacker geschlagen.

Auch heuer, nach dem 9. Spieltag schaut es wieder solide aus:

Tabelle2

Das müssen sie jetzt schon ne mächtige Serie hinlegen, um sich aus dem Tabellenkeller zu befreien …

Aber natürlich haben auch die Hoffenheimer ne Hymne und hier kann man sie dann gleich in vier unterschiedlichen Versionen hören … bieselig und trunken sind sie alle … aber das haben ja alle Hymnen dieser Art so an sich.

FürFans

Besetzung:
Gesang:
Chris Hanke (Die Chefs) – Enrico Zabler – Tommy Schleh
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Wir sind Hoffe (Stadion Version) 3.24
02. Wir sind Hoffe (Fan Kurve Version) 3.24
03. Wir sind Hoffe (Lange Stadion Version) 5.24
04. Wir sind Hoffe (Instrumental Version) 3.24

Musik: T. Schleh – E.Milano – T.Weizeck
Text: T. Schleh – E.Milano

CD1

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FanshopAdresse

Nette Adresse

Weihnachten 2020 (05): Barbara Homberg (Hrsg.) – Warten auf Weihnachten (1978)

TitelEs gibt ja jede Menge solcher Advents/Weihnachtsbücher … meistens dazu gedacht, den ungeduldigen Kindern die Zeit bis zum 24.12. zu verkürzen, aber auch in die passende Weihnachtsstimmung (einschließlich der dazu gehörenden Vorfreude) zu versetzen.

Hier mag ich mal eine ganz besonders liebens- und empfehlenswerte Anthologie vorstellen.

Empfehlenswert einfach deshalb, weil wir hier die Texte von Autorinnen und Autoren lesen können, die es nun wirklich verstehen, dem Thema Weihnachten ewin paar ungewöhnliche Aspekte abzugewinnen.

Autorinnen und Autoren wie 

ERich Kästner – James Krüss – Astrid Lindgren – Christine Nöstlinger (um nur ein paar zu nennen).

Und der Janosch steuerte auch eine Geschichte bei und übernahm dann auch noch die Illustrationen zu dem Buch … natürlich auf seine ganz eigene Art.

Das sind einfach Namen, die schon für eine gewisse Qualität stehen. Gleiches gilt übrigens auch für den Oettinger Verlag, bei dem dieses Buch erschien.

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Und …

… sehr eigentümlich: während ich diesen Beitrag editierte, vernahm ich die Nachricht von dieser grausamen Amokfahrt durch Trier, bei der 5 Menschen starben und etliche noch schwerverletzt in den Krankenhäuser versorgt werden …

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… und meine Beschäftigung mit diesen Texten hatte etwas tröstliches an so einem Tag. Vielleicht liegt daran auch ein wenig die Zauberkraft von Weihnachten …

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Weihnachten 2020 (04): I Musici – Weihnachtskonzerte (1962)

FrontCover1Ein klassisches Weihnachtsalbum für den gut bürgerlichen Haushalt … einem Haushalt, in dem auch ich aufgewachsen bin.

Das italienische Ensemble „I Musici“ stand bei uns zuhause hoch im Kurs:

I Musici (älteres Italienisch für „Die Musiker“) sind ein italienisches Kammerorchester. In einigen Ländern Mitteleuropas (vor allem in Deutschland und Österreich) treten sie auch unter dem Namen I Musici di Roma auf.

Das Ensemble I Musici wurde 1951 in Rom von Studenten der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Leitung ihres Professors Remy Principe gegründet. Es besteht aus 11 Streichern (6 Violinen, 2 Violen, 2 Celli, Kontrabass) und einem Cembalisten und spielt ohne Dirigenten. Eine gewisse Leitungsfunktion hat der jeweilige erste Violinist inne (1958–67 Félix Ayo, 1967–72 Roberto Michelucci, 1972–77 Salvatore Accardo, 1977–86 Pina Carmirelli, 1986–92 Federico Agostini, 1992–2003 Mariana Sîrbu, 2003–10 Antonio Salvatore, 2010–2019 Antonio Anselmi, seit 2019 Marco Fiorini).

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Ihr Debütkonzert gaben I Musici am 30. März 1952 in Rom. Der große Erfolg – zu den Bewunderern des Ensembles gehörte u. a. Arturo Toscanini – machte sie bald allgemein bekannt, und es folgten Konzertreisen durch Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika, Südafrika, Australien und Japan. Bis 1977 blieb das Ensemble unverändert; seither wurden alle Musiker nach und nach ausgewechselt. Das am längsten aktive Gründungsmitglied war der Kontrabassist Lucio Buccarella.

I Musici trugen wesentlich zur Wiederentdeckung italienischer Barockkomponisten wie Albinoni, Bononcini, Corelli, Geminiani, Locatelli, Scarlatti, Torelli und Vivaldi bei. Besonders bekannt wurden sie durch ihre Interpretation der Vier Jahreszeiten von Vivaldi, die sie seit 1955 siebenmal auf Schallplatte bzw. CD aufnahmen. Viele ihrer Schallplattenaufnahmen wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Zum Repertoire von I Musici gehören daneben auch Werke des 20. Jahrhunderts, z. B. von Barber, Bartók, Britten, Hindemith, Martin oder Respighi.

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Der Musizierstil von I Musici ist durch Straffheit und Brillanz gekennzeichnet. Der historischen Aufführungspraxis standen sie lange Zeit skeptisch gegenüber, da sie darin die Gefahr des „akademischen Dogmatismus“ oder gar des „Fetischismus“ sahen; dies brachte ihnen seit den 1990er Jahren einen spürbaren Popularitäts- und Ansehensverlust ein (zwischen 1999 und 2006 erschienen keine neuen CDs von ihnen). Inzwischen nehmen sie verstärkt auch Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis in ihr Spiel auf. (wikipedia)

Und natürlich lies es sich dieses Ensemble auch nicht nehmen, weihnachtliche Barockmusik einzuspielen.

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Eines dieses Alben (die Aufnahmen entstanden bereits im Jahr 1958) bring ich hier nun zum Gehör.

Die Komponisten (v.l.n.r.):
Arcangelo Corelli – Francesco Manfredini – Giuseppe Torelli – Pietro Antonio Locatelli

Die Komponisten

Und wieder kann ich mich nicht satthören an diesen bezaubernden Melodien des italienischen Barocks.

Und am 24.12. wird dann ganz sicher auch dieses Album erklingen … I Musici stehen bei mir einfach hoch im Kurs … ich weiß auch nicht so recht, warum.

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Besetzung:
Enzo Altobelli (violoncello)
Felix Ayo (violin)
Mario Centurione (violoncello)
Anna Maria Cotogni (violin)
Carmen Franco (viola)
Walter Gallozzi (violin)
Maria Teresa Garatti (organ)
Cino Ghedin (viola)
Roberto Michelucci (violin)

Inlets
Titel:

01. Arcangelo Corelli: Concerto Grosso G-moll Op. 6 Nr. 8 (Fatto Per La Notte Di Natale) (16.53)
01.1. Vivace – Grave – Allegro 5.00
01.2. Adagio – Allegro – Adagio 3.58
01.3. Vivace 1.21
01.4. Allegro – Largo (Pastorale) 6.26

02. Francesco Manfredini: Concerto Grosso C-dur Op. 3 Nr. 12 (Per Il Santissimo Natale) (10.14):
02.1. Largo (Pastorale) 4.58
02.2. Largo 2.36
03.3. Allegro 2:32

03. Giuseppe Torelli: Concerto G-moll Op. 8 Nr. 6 (Concerto Á Quattro In Forma Di Pastorale Per Il Santissimo Natale) (9.00):
03.1. Grave – Vivace 4.03
03.2. Largo 3.15
03.3. Vivace 1.36

04. Pietro Antonio Locatelli; Concerto Grosso F-moll Op. 1 Nr. 8 (19.52)
04.1. Largo – Grave – Vivace 5.25
04.2. Grave 3.08
04.3. Largo Andante 3.54
04.4.Andante 2.25
04.5. Largo Andante (Pastorale) 4.45

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Gut zu wissen:
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Dieses Album stammt aus dem Fundus meiner heuer verstorbenen Tante; sie hat auf die LP eine „letzte Verfügung befestigt:

Verfügung

Ursprünglich war dieses Album für meinen Bruder bestimmt, der ist allerdings bereits 2013 verstorben und so kam ich in den Genuss die Schallplatten-Sammlung meiner Tante zu übernehmen.

Der Popolski-Show – Live in Zabrze (2008)

FrontCover1Und jetzt wenden wir uns mal wieder dem allseits beliebtem Thema der Comedy-Shows genauer gesagt, der Musik-Comedy zu … passt ja auch zur „närrischen Zeit“ … von der heuer bekennende Karneval/Faschings Muffel wie ich verschont bleiben.

Und keine Frage „Der Popolski-Show“ war lange Zeit Kult !

Der Popolski Show war eine von Achim Hagemann unter dem Pseudonym „Pavel Popolski“ gegründete parodistische Kabarettshow mit Musikeinlagen, die bis 2014 existierte. Im März 2008 startete sie im Spätabendprogramm des WDR. Bekannte Pop-Rock-Klassiker werden dabei einerseits musikalisch zum Teil erheblich verfremdet, andererseits in eine komödiantische Rahmenhandlung eingebaut.

Seit 2015 wird sie als Der Popolski Wohnzimmershow, bestehend aus Pawel und Dorota Popolski (Iva Buric Zalac), weitergeführt

Die Kabarettshow folgt einem strikten inhaltlichen Konzept, in dem die Akteure Mitglieder einer vermeintlich als typisch angenommenen und stark überzeichneten Familie polnischer Herkunft darstellen. Zum Konzept gehört die Erzählung einer konstruierten Familiengeschichte, in der vor allem der Großvater, „Pjotrek Popolski“, eine wichtige Rolle einnimmt. So soll er gemäß der „Popolski-Familien-Legende“ Anfang des 20. Jahrhunderts nicht weniger als 128.000 Popsongs komponiert haben und Urheber sämtlicher Popklassiker sein, die ihm jedoch von einem windigen polnischen Gebrauchtwagenhändler gestohlen worden seien.

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Daraufhin hätten verbrecherische Gestalten auf dem Schwarzmarkt die Kopien seiner Popkompositionen an alle möglichen Popstars der Welt verkauft, zu denen Prince, Modern Talking oder Howard Carpendale gezählt werden. Das Ansinnen der Familie Popolski sei nun, ihrem alten Großvater zu spätem Nachruhm zu verhelfen und die eigene Geldbörse wieder aufzufüllen. Da sie sich als Gralshüter dieses musikalischen Vermächtnisses sehen, hieße die Band der Familie folglich auch „The Pops“.

Die Mitglieder dieser pseudo-polnischen Musikerfamilie stellen sämtlich mehr oder weniger verkrachte Existenzen dar. Jeder dieser Charaktere bekommt in der Kabarettshow zudem seinen eigenen Auftritt. Dem Konzept nach stammt die gesamte Familie aus Zabrze, einer Stadt im Zentrum des oberschlesischen Kohlereviers.

Zu den Mitgliedern der Familie zählt zunächst „Pavel Popolski“, der älteste der Brüder Popolski, der die Kabarettshow moderiert und alle weiteren Charaktere vorstellt. Weiterhin gibt es den blinden „Danusz Popolski“, dessen Piano in der Rumpelkammer steht und den als Einzigen nicht das Chaos der Familie stört. „Mirek Popolski“ im Kunstpelz treibt jeden elektrischen Verstärker in den Kurzschluss. „Janusz Popolski“, „der jungste Bruder und der trubste Tasse von der ganze Familie“, spielt Bass, spricht nie und bricht in Tränen aus, wenn er den Mund aufmachen soll. „Dorota Popolski“, die Cousine, wird angepriesen als „der Heißeste von der Heißesten“, tritt sie doch im lasziv geschlitzten Fischhautkleid auf. Schließlich zählen zu den weiteren Charakteren unter anderem die trinkfreudigen eineiigen Zwillinge „Henjek“ und „Stenjek“, die als Bläserduo auftreten, der Baumeister „Bogdan Popolski“ im Blaumann, der Polkaakkordeonspieler und zweite Gitarrist „Marek Popolski“, der Pornodarsteller und „Botschafter der Liebe“ „Andrzej Popolski“ und der pomadige „Tomek Popolski“, der als „Tiger von Zabrze“ vorgestellt wird.

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Es singen und spielen (Pseudonym/Instrument):

Achim Hagemann (Pavel/Schlagzeug)
Mirko van Stiphaut (Mirek/Gitarre)
Daniel Basso (Danusz/Keyboard)
Martin Ziaja (Janusz/Bass)
Ludwig Götz (Henjek/Posaune)
Rüdiger Testrut (Stenjek/Trompete)
Markus Grieß (Marek/Akkordeon)
Jörg Hamers (Bogdan/Gesang)
Christoph Terbonssen (Tomek/Gesang)
Iva Buric Zalac (Dorota/Gesang)
Andreas Schleicher (Andrzej/Gesang)
Henning Schwarzhoff (Isidor/Gesang)
Oliver Steinhoff (Elvek/Gesang)

Die im WDR im Jahr 2008 ausgestrahlte Fernsehfassung spielt in einer angeblichen polnischen Plattenbausiedlung im zwölften Stockwerk, einschließlich Stromausfalls.

Im April 2014 nach der Abschlusstournee „Polka’s coming home – Der Beste von der Beste“ endete das „Der Familie Popolski“-Projekt, und die Bandmitglieder gingen getrennte Wege. Das letzte Konzert fand am 6. April 2014 in der ausverkauften Heinrich-Lades-Halle in Erlangen statt.

Im Winter 2014 veröffentlichte Achim Hagemann das Buch „Der Familie Popolski“ und ging 2015 damit auf Lese-Tour.

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Kopf des Ensembles ist der aus Recklinghausen stammende Achim Hagemann, der einer breiteren Öffentlichkeit vor allem durch seine zahlreichen Auftritte mit Hape Kerkeling bekannt wurde.

Am 10. Dezember 2009 verstarb der Sänger Henning Schwarzhoff, der in der Kabarettshow als „Isidor Popolski“ auftrat, im Alter von 39 Jahren an einem Herzinfarkt.

In den Jahren 2006, 2008 und 2009 gab es für das Ensemble unterschiedliche Nominierungen für verschiedene Musik-, Kabarett- und Fernsehpreise.

2006 Nominierung für den Prix Pantheon
2008 Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Comedy“
2008 Kritik der Süddeutschen Zeitung
2009 Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis

PopolskiShow04Im weitesten Sinne könnte diese Gruppe auch als Coverband bezeichnet werden, da sie Stücke spielt, die dem Publikum zum Beispiel durch Tom Jones (Sex Bomb), Magnus Carlsson (Crying at the Discotheque) oder Die Ärzte (Junge) bekannt gemacht wurden.

Die Verfremdung und Verfeinerung der Stücke stellt jedoch eine starke eigene Leistung dar. Durch Wechsel der Tempi, durch Einsatz des Mittels der Synkope, durch breit gefächerte Instrumentenwahl (zum Beispiel Posaune und Harfe) wird hier eine eigene Stilbildung betrieben und auch erreicht (zum Beispiel zu einem Pop-Polka-Reggae-Crossover). Die Nominierung zu den aufgeführten Kulturpreisen findet nicht zuletzt auch hierin ihren Grund. (Quelle: wikipedia)

Und natürlich gab´s dann auch CD´s: Hier ihre zweite CD, ein Livemitschnitt und auch da fand viel Zustimmung:

Irgend­wann musste der „Great Rock‚n Pop Swindle„ auch mal auf­flie­gen. Denn jah­re­lang wur­den wir popin­ter­es­sier­ten Men­schen mit ver­bre­che­ri­scher Ener­gie hin­ters Licht geführt. Bei hun­der­ten Hits wurde uns sug­ge­riert, dass diese von den Inter­pre­ten auch sel­ber geschrie­ben wur­den. Doch dem ist nicht so, denn neben Songs von Stock, Ait­ken & Water­man wur­den die meis­ten Hits von der Fami­lie Popol­ski geschrieben.

Nur lei­der haben sie sich bis dato nicht getraut, mit die­ser erschüt­tern­den Wahr­heit an die Öffent­lich­keit zu gehen. Doch jetzt ist es raus: Eine musi­ka­li­sche Groß­fa­mi­lie aus Polen hat uns jahr­zehn­te­lang mit Hits ver­sorgt. Wie damals bei Milli Vanilli muss­ten die wah­ren Gesich­ter mal gezeigt wer­den, auf­fal­lend dabei ist, dass alle uns bekann­ten Lie­der in Wirk­lich­keit echte Polka Hits sind/​waren.

PopolskiShow05Das ist auf ihrem ers­ten Live‐​Album zu bewun­dern, „Live In Zab­rze“ heißt es, und da tre­ten sie den Beweis an, dass sie das Ver­mächt­nis ihres Opas ehren­voll prä­sen­tie­ren kön­nen. Denn ihr Opa Pjot­rek Popol­ski hat am 22. März 1908 die Pop­mu­sik erfun­den. Die Melo­dien fie­len ihm quasi in den Schoß und manch­mal im ech­ten Leben.

„Insom­nia“ ist ihm in einer schlaf­lose Nacht ein­ge­fal­len, „Ganz In Weiß“ beim Joint rau­chen und die Idee zu „The Final Coun­town“ kam ihm auf dem Weg zum Mond. Dass er auf Die­ter Boh­len sauer ist, leuch­tet ein, denn er hat „Cheri, Cheri Lady“ total ver­hunzt, ist das doch eigent­lich ein hard­ro­cken­der Polka‐​Hit. Dass die Geschichte der Dis­co­mu­sik auch aus Polen kommt, ist da nur logisch.

Diese gan­zen ech­ten Ur‐​Versionen fin­det man jetzt auf die­sem Live‐​Beweismaterial, wel­ches die gan­zen Lügen der Musik­ge­schichte mit Polka auf­deckt. Meine Welt ist erschüt­tert. Oder ist das nur ein Gag?! (Hauke Heesch)

Und Hauke Heesch verband seine Worte mit einem „Kaufbefehl“ …

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Und ich kann es drehen und wenden wie ich will … ich werd´ nicht warm mit diesem Konzept und das ist ja eigentlich schade, denn die Musiker haben durchaus pfiffige Idee, verstehen ihren Handwerk … aber: ich weiss nicht welches Gen mir fehlt, um mich an diesem „polnischen“ Humor zu erfreuen.

Aber vielleicht findet ja der eine oder andere seinen Gefallen an diesem Live-Album.

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Besetzung:
Andrzej Popolski (vocals)
Bogdan Popolski (guitar, vocals)
Danusz Popolski (piano, accordion, trumpet, vocals)
Dorota Popolski (flute, vocals)
Henjek Popolski (trumpet, trombone)
Isidor Popolski (vocals)
Janusz Popolski (bass)
Mirek Popolski (guitar, saxophone)
Pawel Popolski (drums, vocals)
Stenjek Popolski (trumpet, trombone)
Tomek Popolski (accordion, bass, vocals)

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Titel:
01. Ras Popolski  2.27
02. (Moderation) Der Geschichte von „Rocka You“ 2.40
03. We Will Rock You 2.41
04. (Moderation) Frau Tripczewinski 1.06
05. Schöne Maid 3.05
06. (Moderation) The Tiger Is Back 0.46
07. Sexy Bomba 4.30
08. In The Shadows (feat. The Famous Zabrze Singers) 4.19
09. (Moderation) Weinen in der Diskotheka 1.09
10. Crying At The Discothek 3.55
11. Taniec Kaczek 3.28
12. (Moderation) Der Opa auf der Mond 0.52
13. Final Countdown 3.23
14. (Moderation) Der schone Andrzej 2.05
15. Porn To Be Alive/Je T’aime 4.44
16. (Moderation) Als der Opa nicht schlafen konnte 0.32
17. Insomnia (feat. Der Feuerwehrkapelle von Pyskowice) 4.35
18. (Moderation) Der Opa und der Joint… 0.48
19. Ganz in Weiß  3.21
20. (Moderation) Der grosste Katastrophe der Popmusik     1.38
21. Cheri Cheri Lady 5.20
+
Videoclip
Sexy Bomba – Grosser Bruder – Mondgeschichte 12.07

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Norbert Joa – Im Gespräch mit Peter Radtke (Bayerischer Rundfunk, 2013)

FrontCover1Es war die Graugans, die mich auf den Tod von Peter Radtke hingewiesen hat … meine Frau war bzw. ist ebenfalls ganz begeistert von ihm:

Peter Radtke war Mitbegründer des „Münchner Crüppel-Cabarets“, spielte in Kafka-Stücken, gab den Großinquisitor: Der Schauspieler, der unter der Glasknochenkrankheit litt, haderte nicht mit dem Leben, sondern sah sich als Brückenbauer.

Er war bereits mit drei Knochenbrüchen auf die Welt gekommen und die Ärzte gaben ihm nur wenige Monate. Peter Radtke litt unter der Erbkrankheit „Osteogenesis imperfecta“, umgangssprachlich auch als „Glasknochen-Krankheit“ bezeichnet. Ursache dafür ist eine Mutation, die das Kollagen beeinflusst, ein wichtiges Bindemittel im menschlichen Skelett. Wie Radtke dem BR einmal sagte, war sein Körper schließlich von „mehr als 100 Knochenbrüchen“ gezeichnet: „Dadurch sind mitunter auch die Gliedmaßen verkrümmt oder verkürzt.“

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Als er 1943 in Freiburg geboren wurde, war das für seine Mutter, eine Krankenschwester, eine enorme Herausforderung, galten Behinderte im Nationalsozialismus doch grundsätzlich als „lebensunwert“. Viele wurden ermordet. Um ihn möglichst geschützt aufwachsen zu lassen, zog die Mutter daher nach Regensburg um. Der Vater war nach Radtkes Ansicht ein „nicht ganz so erfolgreicher Schauspieler“, der wegen seiner Tuberkulose viel Zeit im Sanatorium verbrachte. In einem Dokumentarfilm sagte Ernst Radtke über seinen Sohn, er sei stolz darauf, was dieser „tragische Mensch“ geschafft habe – eine Aussage, die Peter Radtke nach eigenen Worten ziemlich „geplättet“ zurück ließ.

Seine schweren gesundheitlichen Einschränkungen hätten sogar einen „Vorteil“, sagte Radtke bei einem Interview zu seinem 70. Geburtstag einmal dem BR: „Ich brauche nicht zu erklären, dass ich Hilfe brauche. Wir machen oft die Erfahrung, dass Menschen, die eine leichte Behinderung haben, sich im Alltag oft schwerer tun, weil sie vorgeben wollen, dass sie alles noch selbst erledigen können, aber tatsächlich können sie es gar nicht.“

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Von 1957 bis 1961 absolvierte Peter Radtke eine Dolmetscherausbildung in Englisch, Französisch und Spanisch an einer privaten Fremdsprachen-Schule in Regensburg. Dank des außerordentlichen Engagements der Mutter konnte er 1963 an der Universität Pennsylvania das „Certificate in American Culture and Civilization“ ablegen. Von 1964 bis 1968 besuchte er das Abendgymnasium Regensburg, machte dort Abitur und studierte danach von 1968 bis 1976 Germanistik und Romanistik an den Universitäten Regensburg und Genf mit abschließendem Erstem Staatsexamen und Promotion.

Ohne die Doktorarbeit, so Radtke im BR, hätte er vermutlich nicht seine erste Anstellung bei der Münchner Volkshochschule bekommen. Dort war er von 1977 bis 1984 Fachgebietsleiter für das „Behindertenprogramm“. Seit 1984 bis 2008 war er Geschäftsführer und Leitender Redakteur der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien. Von 2003 an saß er Mitglied im Nationalen Ethikrat, seit 2008 auch in dessen Nachfolge-Institution Deutscher Ethikrat.

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In dieser Eigenschaft engagierte sich Radtke gegen die Konsequenzen der Pränatal-Diagnostik, also die Möglichkeit, Erbkrankheiten von Embryos bereits im Mutterleib festzustellen und den betroffenen Eltern dadurch die Entscheidungsfreiheit zu geben, den Fötus abzutreiben: „Wenn ich sehe, in welche Richtung unsere Gesellschaft in den letzten Jahren marschiert, gerade in medizinischer Hinsicht, also in eine Welt, in der Krankheit und Leid angeblich nicht mehr notwendig sind, weil der medizinische Fortschritt das verhindern kann, da graust es mich“, sagte Radtke dem BR.
Auftritt im Affenhaus des Berliner ZoosAuftritt im Affenhaus des Berliner Zoos.

Den Kampf gegen die Pränataldiagnostik könne er auch deshalb nicht aufgeben, so der Schauspieler, weil sehr viele Künstler aus medizinischer Sicht „behinderte Menschen“ gewesen seien und „gerade durch ihre Behinderung nach artistischen Wegen“ gesucht hätten, um sich auszudrücken. Als Beispiele nannte er Ludwig van Beethoven, Henri de Toulouse-Lautrec und Friedrich Hölderlin.


Peter Radtke in der der Kafka-Erzählung „Bericht für eine Akademie“ (Regie: George Tabori):
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„Ich habe immer versucht, eine Brücke zu bauen“, so Radtke: „Menschen mit Behinderung sind gar nicht so anders als Nichtbehinderte. Sie haben teilweise dieselben Probleme, Kommunikationsprobleme zum Beispiel.“ Als er 1982 das Münchner „Crüppel-Cabaret“ mit begründete, legte er Wert auf das „C“ im Namen, denn die „Krüppel-Bewegung“, die damals in aller Munde war und das Selbstbewusstsein von Behinderten stärken wollte, schrieb sich natürlich mit „K“. Seine Autobiografie „Ein halbes Leben aus Glas“ erschien 1985.

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Für teils bizarren Humor war Radtke immer zu haben, so übernahm er die Monolog-Rolle in Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie“, ein Stück über die Frage der Menschwerdung und des Menschseins, 1994 im Affenhaus des Berliner Zoos. Ein Kritiker jubelte: „Brillanter hätte man ihn sich nicht denken können. Peter Radtke spielt den Menschen, der ein Affe war, mit selbstvergessener Grandezza. Umgeben von Vertretern beider Gattungen, den Zoo-Affen hinter Glas im Rücken und dem mehr oder weniger menschlichen Publikum vor sich, ist er durch und durch der Grenzgänger zwischen Tier und Mensch. Was Kafka 1917 als surrealistisch-philosophische Reflexion erdachte, wird bei Radtke das pure Leben!“

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Radtke spielte Kafkas von Alpträumen gepeinigten Gregor Samsa am Wiener Burgtheater und inszenierte in Regensburg George Taboris „Goldbergvariationen“. Er war als Oskar Matzerath zu erleben, allerdings nicht in der „Blechtrommel“, sondern in der Verfilmung der „Rättin“ von Günter Grass. In Ingolstadt war er der „Großinquisitor“ in Schillers „Don Karlos“, und in einer freien Produktion in der Münchner Muffathalle der Zarathustra.

„Ich streite nicht für die Sache der Behinderten, sondern für eine hoffentlich bessere Gesellschaft, und dann profitieren hoffentlich auch Menschen mit einer Behinderung davon“, so Radtke, der mit seinem Leben jedenfalls nach außen in keiner Weise haderte: „Ich habe noch nie einen Fuß auf die Erde bekommen und bin in Afrika gewesen, in Asien und Amerika!“

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Im Alter bilanzierte er: „Ich glaube, dass ich im Leben nichts versäumt habe, was so wichtig wäre, dass es aufwiegt, was ich auf andere Weise wieder gewonnen habe.“ Und als lieb gewonnenes Motto zitierte er gern einen Ausspruch des früheren tschechischen Präsidenten Václav Havel: „Hoffnung heißt nicht, dass alles gut ausgeht, sondern das alles, was ausgeht, gut ist.“

Peter Radtke starb bereits am Samstag im Alter von 77 Jahren in München. Das teilte die vom Schauspieler selbst gegründete Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien „abm“ heute mit. (Bayerischer Rundfunk, 30.11.2020)

Als kleine Erinnerung an einen ganz besonderen Menschen gibt es nun ein Interview mit Peter Radtke (ursprünglich ausgestrahlt im Jahr 2013 in der BR Sende-Reihe „Eins zu Eins“)

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Besetzung:
Norbert Joa und Peter Radtke

EinsZuEinsTalk

Titel:
01. Norbert Joa im Gespräch mit Peter Radtke 43.18

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Peter Radtke
(* 19. März 1943 in Freiburg im Breisgau; † 28. November 2020 in München) 

Weihnachten 2020 (03): Großer Knaben-Domchor – O Tannenbaum + 3 (1960)

FrontCover1Und nun eine Weihnachts-Single aus dem Hause Starlet Schallplatten:

Starlet Schallplatten ist wohl eines jener Billig-Labels, die in den 50erJahren bei uns aktiv waren.

Vorrangig veröffentlichten sie deutschsprachig Cover-Versionen von internationalen Hits …

Hier aber deutsches Liedgut … um welchen Knaben-Domchor es sich handelt, man weiß es nicht.

Ansonsten gilt: das deutschen Gemüt jener Jahre wird ihre Freude daran gehabt haben; interessant, dass sich auf der B-Seite zwei eher unbekannte Weihnachtslieder befinden.

Und auf „Stille Nacht, heilige Nacht“ hat man doch glatt verzichtet.

Prädikat: niedlich.

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Besetzung:
Großer Knaben-Domchor
+
festliche Instrumentalgruppe, Orgel und Weihnachtsglocken

Weihnachtsglocken

Titel:
01. Oh Tannenbaum / Ihr Kinderlein kommet / Glockengeläut 2.57
02. Vom Himmel hoch ein Englein kommt 0.54
03. Schlaf wohl, du Himmelsknabe 1.52

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Udo Lindenberg – CasaNova (1988)

FrontCover1Tja, der Udo Lindenberg, von der deutschen Rockmusik nein nicht wegzudenkendes Urgestein, na ja, der kam halt auch mal in die Jahre …

Udo Lindenberg wollte ja immer als Puls der Zeit sein … und das führte bei diesem Album dazu, dass er sich etlicher damals „angesagter“ Sounds bediente, vermutlich um zu beweisen, dass er noch „in“ ist.

Für mich sind diese modischen Anbiederungen die schwächsten Momente auf diesem Album (insbesondere „Dirty Old Man“ und „Die Klavierlehrerin“; dies finde besonders schade, weil er sich hier mit dem von mir sehr geschätzen Horst Königstein als Texter zusammengetan hat).

Für den Musikexpress war es jedoch doch glatt die „Platte des Monats“:

„Altmeister Udo gab sich einen Ruck und der Konkurrenz das Nach- sehen. Mit einem uner- wartet lockeren Album steuert Lindi auf neuen Kurs In seinen bereits dritten Frühling.“

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Seine stärksten Momente hat dieses Album, wenn er leise und nachdenklich wird (wie z.B. bei „Airport (Dich wiedersehn…“ und „Wenn du mein Kind wärst“) oder aber auch, wenn sich die schrille Nina Hagen einmischt … und die bringt und singt dann so einen Knaller wie „Vopo“:

Ich wohn‘ in Berlin direkt an der Mauer
in einer grauen Mietsmansarde
ich wach‘ mittags auf und schlecke zum Frühstück
einen Eimer Brombeermarmelade
Ich klecker‘ mich voll
und leck‘ es mir ab
und spür‘ das Verlangen:
Es kommt schon wieder
Ich öffne das Fenster
und schau auf den Mann
den Mann meiner Sehnsucht nieder

Da steht er
so stolz und stramm
von Kopf bis Fuß ein ganzer Herr
Sein aufgerecktes Bajonett
ist leider nur
ein Schießgewehr

Ich stell‘ mir vor,
daß er die Knarre runterreißt
und in den Gulli schmeißt
– daß er mich nimmt
ganz liebevoll nimmt
und mir
in die Lippen beißt

Oh, du mein süßer kleiner Vopo
mit deinem süßen kleinen Popo
Ich liebe dich ja soso
Ich liebe dich so …

Und da röhrt dann genau die richtige … einfach nur genial !

Und beim letztem Song, einem Instrumental „Es war einmal eine Liebe“ wird es dann vollends rätselhaft … hier hören wir sphärische Klänge, wie wir sie wohl noch nie von Udo Lindenberg gehört haben …  weder der Komponist noch die beteiligten Musiker werden in dem Begleitheft erwähnt …

Dennoch: die Besetzungsliste ist schon imposant und ganz besonders gefreut habe ich mich, dass auch ein B.J. Cole hier zu finden ist … ein ganz wunderbarer Musiker aus good ol´ UK !

Illustration02

Besetzung:
B.J. Cole (slide-guitar bei 04.
Jim Copley (cymbals bei 04., 08. + 09.)
Tony Gad (bass bei 01.)
Mark Griffiths (guitar bei 09.)
Nina Hagen (vocals bei 02., 03., 08.)
Zeus B. Held (keyboards bei 01., 02., 07., 08.)
Chaz Jankel (keyboards bei 01.)
Louis Jardin (percussion bei 01., 05., 06., 07.)
Rainer Kipp (keyboards bei 05.)
Billy Liesegang (guitar bei 01., 02., 05., 08.)
Udo Lindenberg (vocals, keyboards bei 08.)
Roddy Lorrimer (trumpet bei 04.)
Michael Martin (keyboards bei 01.)
Mae McKenna (saxophone bei 04.)
Simon Rogers (guitar bei 07.)
Nigel Ross-Scott (bass bei 04., 07. + 09.)
Ack van Royen (fluegelhorn bei 03.)
Tim Sanders (saxophone bei 07.)
Hendrik Schaper (Keyboards bei 04., 07., 08. + 09. bass bei 07. + 09.)
Ernst Ströer (percussion bei 03.,  06.)
Hans-P. Ströer (keyboards, bass bei 03., 06, guitar bei 06.)
Mike Sturgis (drums bei 02., 08.)
Jim Williams (guitar bei 04., 07.)
Drummie Zeb (drums bei 01.)
+
The Kick Horns (bei 01. + 09.)
+
The Soultanas (background vocals bei 01., 07. + 09.)
+
The Petting Shop Girls (background vocals bei 02.)
+
The Leningrad Nautical Choir (after too many glasnosts) ((background vocals bei 09.)

BookletBackCover1

Titel:
01. Dirty Old Man (Lindenberg/Horst Königstein) 5.43
02. Die Klavierlehrerin (Lindenberg/Horst Königstein) 5.33
03. Airport (Dich wiedersehn…) (Lindenberg) 4.26
04. Eifersucht (Lindenberg) 5.50
05. Bist du vom KGB…? (Kipp/Lindenberg) 3.49
06. Wenn du mein Kind wärst (Lindenberg) 4.32
07. Frauen (Lindenberg/Schaper) 5.09
08. Vopo (Lindenberg) 3.36
09. Goodbye Sailor (Lindenberg/Schaper) 5.09
10. Es war einmal eine Liebe (Once Upon A Time There Was Love) () 3.09

CD1

 

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Wilhelm Hauff – Das Wirtshaus im Spessart (Hörspiel) (1966 / 1972)

FrontCover1Der gehört auch mal wieder hierher:

Wilhelm Hauff (* 29. November 1802 in Stuttgart, Herzogtum Württemberg; † 18. November 1827 in Stuttgart, Königreich Württemberg) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Er gehörte zum Kreise der Schwäbischen Dichterschule.

Wilhelm Hauffs Vater August Friederich Hauff war Regierungs-Sekretarius, später Kabinetts-Ministerialregistrator in Stuttgart. Wilhelm Hauff hatte einen älteren Bruder Hermann (* 1800) und die beiden jüngeren Schwestern Marie (* 1806) und Sophie (* 1807). Nach dem Tod des Vaters 1809 zog die Mutter mit den Kindern zu ihrem Vater Karl Friedrich Elsäßer nach Tübingen in die Haaggasse.

Hauff besuchte von 1809 bis 1816 die Schola Anatolica, die damalige Tübinger Lateinschule, und nach bestandenem Landexamen ab 1817 die Klosterschule in Blaubeuren. Er studierte von 1820 bis 1824 als Stipendiat des Evangelischen Stifts Tübingen an der Universität Tübingen Theologie und wurde zum Dr. phil. promoviert. Er war Mitglied der Burschenschaft Germania Tübingen.[1][2] Aus dieser Zeit stammen einige im Kommersbuch abgedruckte Texte von Studentenliedern.

Hauff arbeitete von 1824 bis 1826 in Stuttgart bei Ernst Eugen Freiherr von Hügel als Hauslehrer und reiste danach durch Frankreich und Norddeutschland. 1825 trat er mit der Satire Der Mann im Mond hervor, in der er Stil und Manier des Trivialautors Heinrich Clauren und dessen Erzählung Mimili virtuos nachahmt und der Lächerlichkeit preisgibt. Zwei Jahre später legte er mit der Controvers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond den literarischen Bluff offen.

WilhelmHauff01

Im Januar 1827 wurde er Redakteur des Cottaschen Morgenblattes für gebildete Stände. Im Februar heiratete er seine Cousine Luise Hauff (* 6. Januar 1806; † 30. Juli 1867), die er 1823 in Nördlingen kennengelernt und mit der er sich 1824 verlobt hatte. Im August unternahm er eine Studienreise durch Tirol, bei der er Material für ein geplantes Werk über Andreas Hofer sammeln wollte. Während der Reise infizierte er sich mit Typhus und kehrte krank zurück.

Am 10. November 1827 wurde die Tochter Wilhelmine geboren († 2. Januar 1845). Hauff starb acht Tage später an einer Typhuserkrankung. Das Grab der Familie befindet sich auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart.

Die Erstausgabe des Märchenalmanachs von 1828:
Erstausgabe des Märchenalmanachs von 1828

Zahlreiche Straßen sind nach Wilhelm Hauff benannt. Hauff-Denkmäler bestehen bei Schloss Lichtenstein und in Stuttgart. Das 1882 enthüllte Wilhelm-Hauff-Denkmal an der Stuttgarter Hasenbergsteige wurde vom Architekten Christian Friedrich von Leins und vom Bildhauer Wilhelm Rösch geschaffen. In Lichtenstein-Honau, unterhalb von Schloss Lichtenstein, gibt es ein Wilhelm-Hauff-Museum, in Baiersbronn widmet sich Hauffs Märchenmuseum dem Verfasser des Märchens Das kalte Herz und dem früheren Leben der Flößer, Köhler, Glasmacher und Holzhändler.

Zum 150. Todestag gab die Deutsche Bundespost 1977 eine Sonderbriefmarke heraus, gestaltet von Elisabeth von Janota-Bzowski. Zu Hauffs Gedenken wurde der Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur gestiftet.

Briefmarke

Wilhelm Hauffs kurze literarische Schaffensperiode begann 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satan, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs.

Die Germanisten Gabriele von Glasenapp und Wolf-Daniel Hartwich wiesen darauf hin, dass Hauff in einigen Werken wie Jud Süß, Mittheilungen aus den Memoiren des Satan und Abner, der Jude, der nichts gesehen hat durch Zeichnungen des Charakters wie der Physiognomie seiner Figuren auch antijüdische Stereotypen und Klischees seiner Zeit reproduziere. (wikipedia)

Und hier einer seiner bekanntesten Erzählungen:

Das Wirtshaus im Spessart ist die Rahmenerzählung des dritten Bandes von Wilhelm Hauffs Märchenalmanach, zuerst veröffentlicht als Mærchenalmanach für Söhne und Töchter gebildeter Stände auf das Jahr 1828 in Stuttgart. Die Veröffentlichung hat Hauff nicht mehr erlebt.

Die Novelle Das Wirtshaus im Spessart, die 1826 von Wilhelm Hauff verfasst wurde, behandelt die Räuberthematik und erzählt die Geschichte der Gesellenwanderung des Goldschmieds Felix.

Original-Illustration aus dem Jahr 1828:
Originalillustration

Während dieser Wanderung kehrt er eines Abends zusammen mit dem Zirkelschmied in ein Gasthaus ein, wo er auf einen Studenten und einen Fuhrmann trifft. Dieses Gasthaus befindet sich im Spessart, der berüchtigt für Raubüberfälle ist. Die vier Männer beschließen, nicht zu Bett zu gehen, um nicht ausgeraubt zu werden. Damit sie nicht vom Schlaf übermannt werden, erzählen sie sich vier Märchen. Gegen 22:00 Uhr kommt eine Gräfin gemeinsam mit ihrem Jäger und ihrer Hofdame ins Gasthaus. Die Männer unterrichten den Jäger von der drohenden Gefahr. Deswegen geht die Gräfin mit ihrer Dame auf ein Zimmer und der Jäger gesellt sich zu den Männern, um im Falle eines Angriffs bessere Verteidigungschancen zu haben.

Nach Mitternacht kommen tatsächlich die Räuber. Allerdings haben es diese nur auf die Gräfin abgesehen. Die Räuber wollen sie entführen, damit ihr Ehemann sie freikaufen muss. Der junge Goldschmied, der klein ist und keinen Bart hat, lässt sich als Gräfin verkleidet statt ihrer „entführen“. Der Jäger und der Student lassen sich mit dem Goldschmied gefangen nehmen und begleiten ihn.

Diverse Buchausgaben:
Diverse Buchausgaben

Während die Gräfin unbeschadet zurück nach Hause fährt und der Fuhrmann seinen Weg fortsetzt, werden die drei Gefangenen zum Lagerplatz der Räuberbande gebracht. Nachdem sie dort fünf Tage ausgeharrt haben, kommt der Räuberhauptmann zu ihnen und erklärt, wie ernst die Lage sei. Der Graf zahle das Lösegeld nicht, weshalb der Hauptmann gezwungen sei, der Gräfin Schmerzen zuzufügen. Es scheint dem Räuberhauptmann jedoch unmöglich, die Gräfin in Gefahr zu bringen, da er sie sehr achtet. Daher schlägt er den Gefangenen vor, zusammen mit ihnen zu fliehen, sobald es dunkel wird. So wandern der Goldschmied, der Jäger, der Student und der Hauptmann die ganze Nacht hindurch. Als es hell wird, treffen die Fliehenden auf fünf Soldaten. Unter denen ist ein Major, der den Jäger wiedererkennt. Der Major bringt den Jäger und seine Mitreisenden sicher nach Aschaffenburg, wo der Graf residiert.

Das Wirtshaus im Spessart02

Noch am selben Tag fahren Jäger, Goldschmied und Graf zu seinem Schloss, wo die Gräfin auf gute Nachrichten von ihrem Retter wartet. Dementsprechend ist die Freude groß, als sie den Goldschmied sieht. Sie bittet ihn, seine Kleidung und seinen Sack, mit dem sie sich verkleidet hatte, um nicht von den Räubern als die wahre Gräfin überführt zu werden, behalten zu dürfen. Er erlaubt ihr dies. Jedoch bittet er, den Schmuck seiner Patin, die er nie zuvor gesehen hat, behalten zu dürfen. Diesen will er ihr auf seiner Wanderung persönlich übergeben. Die Gräfin schaut sich den Schmuck an und ist sehr überrascht, als sie ihn wiedererkennt. Es sind die Edelsteine, die sie ihrem Patensohn, der Goldschmied ist und die er für sie bearbeiten sollte, selbst geschickt hat. Daher steht niemand Geringerer als ihr Patensohn vor ihr, der ihr das Leben gerettet hat. Die Gräfin nimmt ihren Patensohn zum Dank in die Familie auf. Als er von seiner Wanderung zurückkommt, richtet sie ihm ein vollständiges Haus in Nürnberg ein.

Hauff verfasste die Erzählung auf der Grundlage älterer, trivialer Räuberromane. In die Erzählung eingebettet sind die Erzählungen Die Sage vom Hirschgulden, Das kalte Herz (in zwei Abteilungen), Saids Schicksale und Die Höhle von Steenfoll.

Das Wirtshaus im Spessart03

Die Vossische Zeitung veröffentlichte am 18. November 1927 den Reisebericht Das Wirtshaus im Spessart von Kurt Tucholsky unter dessen Pseudonym Peter Panter.

Bereits 1923 verfilmte Adolf Wenter den Stoff im Film Das Wirtshaus im Spessart.

Der Regisseur Kurt Hoffmann drehte 1957 den Spielfilm Das Wirtshaus im Spessart frei nach Hauffs Erzählung, der am 15. Januar 1958 uraufgeführt und einer der erfolgreichsten deutschen Filme der 1950er Jahre wurde. Mit Liselotte Pulver in der weiblichen Hauptrolle wurde der Film ein Sensationserfolg. Diesem folgten dann noch die Filme Das Spukschloß im Spessart (1960) und Herrliche Zeiten im Spessart (1967) ebenfalls mit Liselotte Pulver. Diese Filme waren nicht mehr an Motive von Wilhelm Hauff angelehnt. Der 1981 erschienene sowjetische Märchenfilm Märchen in der Nacht erzählt kombiniert die Märchen Das kalte Herz und Das Wirtshaus im Spessart in Form von erzähltem Märchen und Rahmenhandlung.

Szene aus der Verfilmung mit Lieselotte Pulver:
Das Wirtshaus im Spessart04

Aufführungen einer Bearbeitung für das Theater finden in unregelmäßigen Abständen auf der Freilichtbühne am Wasserschloss Mespelbrunn nahe dem Originalschauplatz statt. Als Vorlage für das Wirtshaus in der Erzählung wird das Gasthaus Alte Post in Mespelbrunn-Hessenthal vermutet, in dem Wilhelm Hauff sehr wahrscheinlich auf seiner Reise von Nördlingen nach Frankfurt am Main im Jahre 1826 Station gemacht haben dürfte. Auch passt die Beschreibung als „langes, aber niedriges Haus“. Das ebenfalls als Vorbild gehandelte Wirtshaus in Rohrbrunn, welches der Autobahn 3 weichen musste, war seit 1820 keine Poststation mehr gewesen. (wikipedia)

Das Cover der Originalausgabe aus dem Jahr 1966:
OriginalCover1966

Das Hörspiel aus den Anfangsjahren des Labels EUROPA bringt eine sehr schön aufbereitet Geschichte. „Das Wirtshaus im Spessart“ ist sowas wie „Hänsel und Gretel“ für Erwachsene. Aber es ist auch eine Geschichte ohne Hexe, dafür mit Räubern. Das erinnert unweigerlich an die Geschichte „Die Räuber von Toulouse“, welches ich als kleiner Junge in den Reihen meiner Schulklasse auf der Bühne aufführen durfte. Allesamt sind diese Lieder und Geschichten für das Theater zugeschnitten und nicht selten komödiantisch umgesetzt. Man denke nur an den gleichnamigen Film zu diesem Hörspiel.

Es macht Spaß zuzuhören. In der Tat ist diese Art der Erzählung aber wirklich nur etwas für Kinder ab 6 Jahren. Aber wer Nostalgie liebt, der ist hier gut bedient. Die Erzählweise damaliger Hörspiele weckt viele Erinnerungen. Mit einfachen Mitteln wurde hier das bestmögliche fertig gebracht. (zauberspiegel-online.de)

Nun ja … ein der damaligen Zeit (ursprünglich 1966 ertschienen, meine Ausgabe stammt wohl aus dem Jahr 1972 = 2. Ausgabe der LP) entsprechend handwerklich solides Hörspiel …

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Besetzung:
Herbert A.E. Böhme (Räuberhauptmann)
Rudolf Fenner (Fuhrmann)
Susanne Hartau (Felix)
Heike Kintzel (Wirtin, Gräfin)
Sven H. Mahler (Student)
Hans Meinhardt (der herzogliche Offizier, 1. Räuber)
Rudolf Oeser (Jäger, der Offizier)
Hans Paetsch (Erzähler)
Michael Stobbe (Drechsler)

Hörspielbearbeitung / Regie: Claudius Brac

Das Wirtshaus im Spessart05
Titel:
01. Das Wirtshaus im Spessart (Teil 1) 21.57
02. Das Wirtshaus im Spessart (Teil 2) 20.07

Märchen von Wilhelm Hauff

LabelB1

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Mehr von Wilhelm Hauff:
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Horst Neumann + Wolfgang Schütze – Gegen den Strich – Karikaturen zu zehn Themen – Politik & Unterricht (2005)

TitelBei den Karikaturen ist es bei mir wie mit der Satire: Ohne könnte ich gleich gar nicht leben …

Deshalb hier mal ein unterhaltsames aber auch kenntnisreiches Buch über Karikaturen und über ihren Einsatz in Schulen … herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg:

Karikaturen geben Anstöße, die weitergedacht werden müssen, sie spitzen Sachverhalte zu und erhöhen damit das kontroverse Potenzial eines Themas. Die Verfremdung (ital. caricare = überladen) kann sogar Tabus in Frage stellen und fordert in besonderem Maße eine persönliche Stellungnahme. Karikatur will wie die Satire zunächst informieren, wenngleich der Sachverhalt immer auch»geistreich-gewaltsam«vereinfacht wird. Damit regt die Karikatur zu selbstbestimmter Meinungs- und Urteilsbildung an. Sie weitet den Freiheitsraum der Meinungsäußerung aus oder hält ihn zumindest. Karikaturen sind ein demokratisches Regulativ und damit feine Messinstrumente, an denen sich der Grad der Freiheit einer Gesellschaft ablesen lässt.»überall hat die Karikatur zwar ihren Platz in den Gazetten, aber es ist ein Unterschied, ob sie den Großmächtigen als Alibi dient, oder ob sie Hand auch an die Großmächtigen legt. Karikaturen sind untrügliche Marken auf der Wetterkarte eines Landes.«(Otto. E. Ifland, in: Manfred Oesterle: Zwischen Scherz und Schock, Hannover 1971, S. 7).

Eine Karikatur betont meist einen Aspekt eines Zusammenhangs, lässt dafür andere aus, verkürzt einseitig, ist häufig sogar»kampfmittel«im politischen Alltag.

Der Zeichner will Partei nehmen, nicht abstinenter Beobachter sein. Karikaturen können damit also bei einseitiger Betrachtung bestehende Vorurteile bestärken. Der Betrachter muss wissen, dass eine Karikatur keine umfassende Information liefert, sondern immer»nur«eine pointierte Meinung des Zeichners oder des Auftraggebers.

Bei der Analyse einzelner Karikaturen empfiehlt sich die Anwendung eines Fragenkatalogs, der entweder vorgelegt oder aber was natürlich der günstigere Fall ist gemeinsam an einem Beispiel erarbeitet Beispiel08wird. Die ersten Fragen werden immer sein: Was sehe ich? Was fällt mir an der Darstellung besonders auf? Wer oder was wird angesprochen? Wie reagiere ich spontan auf die Karikatur? Welche Absicht verfolgt wohl der Zeichner? Zur Intention dieses Heftes Für dieses Heft wurden zehn zum Teil sich wechselseitig ergänzende Themen ausgewählt, die zu wichtigen Fragestellungen schulischer und außerschulischer Bildung gehören. Entscheidend war dabei, die neuen Bildungspläne zu berücksichtigen und Bereiche anzubieten, die dort zur Behandlung empfohlen werden. Innerhalb der ausgewählten Themen mussten wiederum Schwerpunkte gesetzt werden, für die dann mosaikartig bis zu 13 Karikaturen vorgestellt werden.

Bei der Auswahl wurden folgende Kriterien berücksichtigt: über das Tagesgeschehen hinausgehend, möglichst»zeitlose«problemstellung, keine starke Bindung an bestimmte Personen oder Tagesereignisse, da sonst zu schnell veraltet, Betonung des bildnerischen, nicht des sprachlichen Moments,»Redlichkeit!«der Zeichnung, also keine Demagogie oder Agitation, Realitätsnähe und Verständlichkeit trotz reduzierter Komplexität. Jedem Themenbereich wird in einem einleitenden Teil eine kurze inhaltliche Abgrenzung vorangestellt. Diese Hinweise sind zwangsläufig nur eine erste Hinführung zum Thema und müssen intensiv ergänzt und aufgearbeitet werden.

Beispiel09

Den inhaltlichen Vorbemerkungen folgt jeweils eine kurze thematische Auflistung der ausgewählten Karikaturen mit methodischen Vorschlägen für deren Einsatz im Unterricht. Die Karikaturen können entweder einzeln zur Thematisierung einzelner Aspekte eingesetzt werden oder gleichsam als inhaltlich zusammenhängende Bildergeschichte, deren Interpretation verschiedene Facetten eines Themas ausleuchtet, wie z. B. beim Thema»Alltag in modernen Zeiten«. Nach dem bereits 1978 erschienen Heft»Karikaturen«von Politik & Unterricht wird jetzt mit»gegen den Strich«erneut ein attraktives Begleitmaterial für verschiedene Themen vorgelegt. Wenn es dabei auch gelingt, alle am Unterrichtsgeschehen Beteiligten für das Medium Karikatur und damit auch für verwandte Bereiche wie den politischen Witz, das politische Lied, das politische Kabarett, die Satire usw. zu sensibilisieren, wäre der Wunsch der Autoren erfüllt, den Lehrerinnen und Lehrern Beispiele anzubieten, um den Unterricht mit Karikaturen attraktiv gestalten zu können. Dieser Intention trägt auch die Hinzunahme einzelner ergänzender Textbeiträge (Aphorismus, Fabel, Glosse usw.) zum jeweiligen Thema Rechnung, die gleichermaßen als Anregung verstanden werden wollen. Darüber hinaus können die Schülerinnen und Schüler durch den Gebrauch dieses Heftes dazu angeregt werden, selbst Karikaturen bzw. glossierende oder satirische Texte zu sammeln und in den Unterricht einzubringen.  (aus der Einleitung zu diesem Buch)

Beispiel01

Beispiel02

Beispiel03

Aus einem Interview mit dem Karikaturisten Gerhard Mester

Beispiel04

Beispiel05

Beispiel06

Beispiel07

Beispiel11

Beispiel12

Und viel, viel mehr kleine Meisterwerke der spitzen Feder finden sich dann in der Präsentation:

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Beispiel10

Nur mal so nebenbei: Meine Weihnachtsangebote der letzten Jahre

Seit etlichen Jahren präsentiere ich jeweils im Dezember diverse weihnachtliche Tonträger, aber auch Druckerzeugnisse.

Hier eine Übersicht über die einzelnen Jahre:

Weihnachten 2016

Weihnachten 2017

Weihnachten 2018

Weihnachten 2019

Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Präsentationen z.Zt. nicht mehr lieferbar sind. Wer sich für den einen oder anderen Beitrag interessiert, lasse es mich bitte wissen. Ich werde dann mit der Vertriebsabteilung des blogs Kontakt aufnehmen, um dieses Status („z.Zt. nicht lieferbar“) zu ändern