Blonker – Die Zeit steht still (1978)

FrontCover1Ursprünglich war Blonker ja ne Band aus Hamburg:

Die Hamburger Formation, die ursprünglich mit Jazzrock und deutschen Texten experimentiert hatte, überraschte Ende der 70er Jahre mit dem entspannten, sanft melancholischen Instrumentalhit „Indigo“, der sich ohne große Werbe- oder PR-Kampagne schnell als Klassiker seines Genres etablierte. Vermutlich hat jeder Radiohörer diese Komposition schon einmal gehört, wenn ihm der Titel und der Name ihres Schöpfers auch unbekannt geblieben sein mögen.

Als sich BLONKER 1979 auflösten war es Dieter Geike, jener Mann, der „Indigo“ geschrieben und mit seinem makellosen Gitarrenspiel geprägt hatte, der den Gruppennamen übernahm und eine eindrucksvolle Solokarriere begründete: Dieter Geike war nun identisch mit BLONKER. Fortan entwickelte er auf einer Reihe hoch gelobter Alben sein Konzept von zeitlos schöner, melodiöser Instrumentalmusik weiter. „Indigo“ war der Ausgangspunkt, doch BLONKERS souveräne Meisterschaft als Gitarrist und Komponist ließ ihn nie stehen bleiben. Schließlich ist der Hamburger Musiker alles andere als ein Purist oder verbohrter Nostalgiker, der mit Scheuklappen durch die Welt der Klänge geht. Vielmehr erweitert er sein stilistisches Spektrum, und das der dazugehörigen Sounds und Instrumente, kontinuierlich, verfeinert und modifiziert es. „Im Grunde ist für mich kein Instrument tabu. Ein Maler würde ja auch nicht von vornherein eine bestimmte Farbe für sich ausschließen, sondern seine Farben immer so wählen, wie sie ihm ins Bild passen. Genauso verhält es sich mit meiner Musik.“ Deshalb klingt BLONKER immer heutig, spannend, nie nach dejá vu. (Selbstdarstellung)

Blonker im Stadtpark, Hamburg (1977):
Blonker01

Hier das Debütalbum von Blonker (aufgenommen 1977):

Die Hamburger Formation, die ursprünglich mit Jazzrock und deutschen Texten experimentiert hatte, überraschte Ende der 70er Jahre mit dem entspannten, sanft melancholischen Instrumentalhit „Indigo“, der sich ohne große Werbe- oder PR-Kampagne schnell als Klassiker seines Genres etablierte. Vermutlich hat jeder Radiohörer diese Komposition schon einmal gehört, wenn ihm der Titel und der Name ihres Schöpfers auch unbekannt geblieben sein mögen. (krautrock-musikzirkus.de)

Dieter Geike

Mag ja sein, dass „Indigo“ damals in aller Munde war … mich lässt das Album eher kalt … irgendwie ist es mir textlich und auch musikalisch zu „weinerlich“ … und mich lässt der Eindruck nicht los, dass hier der sog. „neue Mann“ (sensibel und einfühlsam usw.) propagiert werden sollte … aber für meinen Geschmack ging das gründlich daneben.

BackCover1

Besetzung:
Dieter Geike (guitar, percussion)
Thomas Grützmacher (bass, percussion)
Kay Jessen (vocals, percussion)
Nicolas Stallard (keyboards)
Helge Tillmann (drums)
+
Bernado Ball (percussion)
+
background vocals:
Gaby Borowski – Heiko Effertz – Rolf Köhler

Singles

Titel:
01. Mädchen (Stallard/Feuerhak) 5.01
02. Schutz vor dem Sturm (Geike/Feuerhak) 4.31
03. Indigo (Geike/Topolov) 4.24
04. Verbraten (Geike/Feuerhak) 6.25
05. Die Zeit steht still (Geike/Feuerhak) 3.49
06. Kannst mal seh’n (Geike/Feuerhak) 3.14
07. Maschine (Geike/Rebesky) 6.10
08. Breites Meer (Geike/Priester) 5.44

LabelB1

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Mehr von Blonker:
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Kölner Kammerorchester – Das Meisterwerk Live – Mozart – Haydn (1997)

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In zwei Jahren feiern sie das 100jährige Bestehen:

Das Kölner Kammerorchester ist mit seinem im Jahr 1923 gespielten Konzertdebüt das älteste Kammerorchester Deutschlands. Die Idee einer werkgerechten Interpretation führte 1923 zur Gründung des Kölner Kammerorchesters, das in seinen frühen Jahren unter Hermann Abendroth und später unter Erich Kraack spielte. Mittlerweile ist das Gründungskonzert am 30.11.1923 im Saal des damals neuen Kunstvereinsgebäudes am Friesenplatz Köln im Rahmen der Konzertreihe der Gesellschaft für Neue Musik wissenschaftlich nachgewiesen. Dieses erste Konzert leitete Gustav Classens, der seit 1914 am Kölner Konservatorium Klavier und Dirigieren bei Hermann Abendroth studiert hatte und später von 1933 bis 1949 als Bonner Musikdirektor das Kulturleben prägte. Unter der Leitung von Otto Klemperer und Hermann Abendroth spielte das neu gegründete Orchester in den 20-er Jahren auch im Rahmen der jeweils im Mai stattfindenden „Rheinischen Kammermusikfeste“ in Köln und im Musiksaal des Schloss Brühl.

Der Programmzettel des Gründungskonzerts:
Programmzettel GRündungskonzert

Als Abendroth Anfang der 1930er Jahre Köln verließ, übernahm sein Schüler Erich Kraack die Leitung des jungen Klangkörpers und verlegte seinen Standort nach Leverkusen. Dort konnte er in den Bayer-Kasinokonzerten seinen guten Ruf festigen und ihm durch die Zusammenarbeit mit bedeutenden Solisten überregionale Anerkennung verschaffen. Erich Kraack prägte das Konzert- und Kulturleben der Stadt Leverkusen 36 Jahre lang auch als künstlerischer Leiter der Bayer Philharmoniker.

1963 übergab Erich Kraack die Leitung des Kölner Kammerorchesters an Helmut Müller-Brühl. Dieser hatte durch Studien der Philosophie, katholischen Theologie, Kunst- und Musikwissenschaften umfassende theoretische Grundlagen für die Interpretation barocker und klassischer Musik erworben und durch Violinkurse bei seinem Mentor Wolfgang Schneiderhan sowie durch frühe Dirigierpraxis ergänzt. Im Herbst 1964 führte er es mit dem Pianisten Wilhelm Kempff zu einer viel beachteten Tournee in die Schweiz, die den Beginn der Zusammenarbeit mit zahlreichen renommierten Solisten markierte. Seither hat das Orchester bei Gastspielen in Europa, Asien, Nord- und Südamerika, bei Festivals im In- und Ausland viele Erfolge gefeiert.

Aufführung des sechsten „Brandenburgischen Konzerts“ beim Rheinischen Kammermusikfest
1925 im Musiksaal von Schloss Brühl:
Kölner Kammer Orchester02

Helmut Müller-Brühl eröffnete den Musikern als Festivalorchester der Brühler Schlosskonzerte eine neue Wirkungsstätte für Opernproduktionen und Konzerte, welche er mehr als 3 Jahrzehnte künstlerisch prägte.

Von 1976 bis 1986 musizierte das Kölner Kammerorchester unter dem Namen Capella Clementina ausschließlich auf historischen Instrumenten. In dieser Zeit hat Helmut Müller-Brühl für die historische Aufführungspraxis und die Wiederbelebung barocken Musiktheaters Maßstäbe gesetzt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen hat das Kölner Kammerorchester seit 1987 konsequent auf das moderne Instrumentarium übertragen. So ist das Kölner Kammerorchester heute eine Formation, die historisch informiert und inspiriert einem modernen Klangbild entspricht, welches ein Repertoire von Barock über Klassik bis hin zur Klassischen Moderne und zeitgenösssischen Werken erlaubt.

Seit 1988 veranstaltet das Kölner Kammerorchester in der ein Jahr zuvor eröffneten Kölner Philharmonie die eigene Konzertreihe „Das Meisterwerk“.

1997 bis 2007 konzertierten die Kölner regelmäßig im Théâtre des Champs-Elysées Paris und dem Prinzregententheater München. Ein wesentliches Charakteristikum der „Meisterwerk“-Konzerte war die Präsentation begabter Nachwuchsmusiker unter Helmut Müller-Brühl sowohl im Ensemble wie als Solisten.

Christoph Poppen

Das Kölner Kammerorchester hat an über 200 Tonträger-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und dabei mehr als 500 Kompositionen aufgenommen. Seit 1995 ist es dem weltweit präsenten Label Naxos verbunden. Anlässlich des Bach-Jahres 2000 hat es unter Leitung von Helmut Müller-Brühl das vollständige Orchesterwerk Johann Sebastian Bachs eingespielt und damit erstmals alle 35 Suiten und Konzerte in den überlieferten Originalfassungen, den vom Komponisten selbst vorgenommenen Transkriptionen und neueren Rekonstruktionen verlorener Originale auf CD versammelt. Inzwischen liegen auch die 16 geistlichen Solokantaten Bachs komplett auf vier CDs vor und bilden eine willkommene Ergänzung zu den Aufnahmen der Messe in h-Moll und der Matthäuspassion. 2001 wurde die Einspielung der drei „Darmstädter Ouvertüren“ Georg Philipp Telemanns in der Sparte „Orchestermusik des 18. Jahrhunderts“ mit dem Cannes Classical Award ausgezeichnet. 2003 begannen Helmut Müller-Brühl und das Kölner Kammerorchester eine Gesamtaufnahme der Sinfonien Ludwig van Beethovens, von denen heute nur die neunte fehlt.

Im Laufe des Jahres 2007 spielten sie 24 Instrumentalkonzerte Joseph Haydns ein, von denen zehn in der originalen Besetzung zuvor nicht auf CD erschienen waren. Anlässlich von Haydns 200. Todestag wurde das Kölner Kammerorchester unter der Leitung von Helmut Müller-Brühl von Papst Benedikt XVI. eingeladen, die Pfingstmesse 2009 im Petersdom in Rom musikalisch zu gestalten.

Helmut Müller-Brühl01

Mit Beginn der Spielzeit 2008/09 übergab Helmut Müller-Brühl die künstlerische Leitung des Kölner Kammerorchesters an Christian Ludwig, der dieses 3 Spielzeiten erfolgreich leitete.

Christian Ludwig wurde 1978 in Köln geboren. Gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes studierte er Violine in Köln und London sowie Kammermusik beim Alban Berg Quartett. Als Solist konzertierte er mit namhaften Orchestern wie dem Radiosinfonieorchester Saarbrücken, dem Berliner-Sinfonie-Orchester, dem Radiosymphonieorchester Peking und dem Franz Liszt Kammerorchester, Budapest. Er spielte auf zahlreichen Festivals wie dem Internationalen Musikfestival Davos, den Dresdner Musikfestspielen und dem Rheingau Musikfestival. Neben Aufnahmen für diverse Rundfunkstationen entstanden Einspielungen der Violinkonzerte von J. Haydn und F. Mendelssohn sowie eine CD mit Werken für Violine und Cello. Nach einer Handverletzung studierte Christian Ludwig Orchesterdirigieren und Chorleitung an der Musikhochschule Mannheim bei Klaus Arp sowie an der Royal Academy of Music in London bei Sir Colin Davis und Colin Metters. Weitere musikalische Anregungen erhielt er bei Meisterkursen mit Dirigenten wie Mario Venzago, Dmitri Kitajenko, Yan Pascal Tortelier und George Hurst. 2011 wurde Christian Ludwig zum Chefdirigenten des Gwangju Symphony Orchestra in Südkorea berufen.

Christian Ludwig seinerseits setzte die Zusammenarbeit mit Naxos fort und nahm mit dem Orchester alle Streicherserenaden von Robert Fuchs (1847-1927) auf. Dadurch setzte er einen entscheidenden Maßstab zur Repertoireerweiterung des Kölner Kammerorchesters in Richtung 20. Jahrhundert.

Kölner Kammer Orchester03

In den Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 arbeitete das Kölner Kammerorchester schwerpunktmäßig mit internationalen Gastdirigenten wie Nicholas McGegan und Jos van Veldhoven zusammen und schärfte sein Profil durch die Zusammenarbeit mit ausgewiesenen Experten der Barockmusik. Große Werke der Chorliteratur mit vertrauten Partnern wie dem Collegium vocale Siegen unter Ulrich Stötzel oder dem Chor der Hochschule für Musik Köln unter Reiner Schuhenn standen ebenso auf dem Programm wie Konzertprogramme mit jungen Solisten, die vom Konzertmeisterpult geleitet wurden. Helmut Müller-Brühl kehrte im Herbst 2011 noch einmal an das Dirigentenpult zurück und nahm gemeinsam mit „seinem“ Orchester die Divertimenti KV 251 und 334 von W.A. Mozart auf, welche derzeit als aktuellster Tonträger des Orchesters vorliegt.

Mit der Berufung von Christoph Poppen zum Principal Guest Conductor ab September 2013 und ab 2014 zum Principal Conductor hat das Kölner Kammerorchester eine wichtige künstlerische Weichenstellung vorgenommen. (Selbstdarstellung)

Kölner Kammer Orchester04

Und hier bringe ich mal ein Album zu Gehör, dass sich in keiner der einschlägigen Discographien des Kölner Kammerorchesters findet.

Es handelt sich um eine Art Spezialpressung und zwar vermutlich im Auftrag des Bankhauses Merck Finck & Co. München.

Der Produktsaufwand dieser CD hielt sich in Grenzen, denn es handelt sich hier um einen Live-Mitschnitt des WDR (entstanden am 17./18.Oktober 1997 in der Kölner im Rahmen der Konzertreihe „Das Meisterwerk“ (Selbstdarstellung)

Und zu Gehör gebracht werden Werke von Mozart und Haydn, mir zwar bisher nicht bekannt waren aber wirklich mehr als hörenswet sind … Stichwort: „Warmer Streicherklang, sensibles Durchleuchten musikalischer Strukturen, außergewöhnliche
Interpretationen“ (Pressetext) oder so ähnlich.

Sehr hörenswert !

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Besetzung:
Kölner Kammerorchester unter der Leitung von Helmut Müller Brühl
+
Markus Becker (piano)
Alban Gerhardt (violonello)

Booklet03A

Titel:

Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzert Es KV 271 „Jeunehomme“:
01. Allegro 10.11
02. Andantino 11.03
03. Rondo: Presto 9.54

Joseph Haydn: Violoncellokonzert C Hob.Vilb: 1:
04. Moderato 9.45
05. Adagio 8.41
06. Finale: Allegro molto 7.08

Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie A KV 201:
07. Allegro moderato 7.25
08. Andante 5.32
09. Menuetto e Trio 3.05
10. Allegro con spirito 4.18

CD1

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Wohlfeile Worte einer Privatbank:
Hüllentext1

Mehr vom Kölner Kammerorchester:
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Popol Vuh – Affenstunde (1971)

FrontCover1Popol Vuh war eine experimentelle Band um Florian Fricke, die 1969 in München gegründet wurde und bis 2001 bestand. Die deutsche Formation wird gemeinhin dem Krautrock zugeordnet. Popol Vuh lässt sich aufgrund einer stilistischen Vielfalt und unterschiedlichster Einflüsse, darunter Weltmusik, jedoch schwer auf dieses Genre reduzieren.

Die nach dem Popol Vuh, einem zentralen Schriftstück der Maya-Kultur zur Schöpfungsgeschichte der Welt, benannte Gruppe wurde 1970 nach der Idee von Florian Fricke von ihm, dem Sounddesigner und Kameramann Frank Fiedler und dem Maler, Bildhauer und Perkussionisten Holger Trülzsch gegründet, der aber 1972 wieder austrat, um sich auf seine künstlerischen Tätigkeiten, vor allem in der Zusammenarbeit mit Vera Lehndorff (Veruschka) zu konzentrieren.

Stilistisch werden Popol Vuh dem Krautrock zugerechnet. Ihr Musikstil ist jedoch sehr originär und verbindet Rock mit elektronischer New-Age-Musik und spirituellen Elementen. Auf Grund des Einsatzes von verschiedenster Percussion, exotischen Instrumenten wie der Sitar, den internationalen Sängerinnen sowie Florian Frickes Affinität zu Yoga, Spiritualität und fernöstlicher Kultur kann man Popol Vuh im weitesten Sinne auch der Worldmusic zuordnen. Die Band selbst hat sich stets bemüht, sich der Genre-Zuordnung zu entziehen, und ihre Musik ausschließlich mit Fantasiebegriffen wie Magic Music, Love Music, Cosmic Space Rock u. ä. bezeichnet.

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Gründungsmitglied Fricke zählt zu den Pionieren der damaligen Elektronikmusiker. Die Besetzung der Band wechselte im Lauf der Zeit kontinuierlich. Bereits seit Beginn dabei war Holger Trülzsch (Perkussion) und Frank Fiedler (Sound-Technik). Später stieß Daniel Fichelscher (Amon Düül II) als langjähriges Mitglied dazu. Ein bedeutendes zeitweiliges Mitglied der Band war Klaus Wiese.

Die Band wurde zunächst von Liberty Records unter Vertrag genommen, wo man sich in Gesellschaft von Amon Düül und Can befand, und wo noch im Gründungsjahr 1970 die von Gerhard Augustin produzierte Debüt-LP Affenstunde vorgelegt wurde. Die ersten beiden Alben von Popol Vuh sind geprägt durch den Klang von Perkussion und des legendären Moog III-Synthesizers, der später an Klaus Schulze abgetreten wurde. Das zweite Album In den Gärten Pharaohs erschien 1971 auf Rolf-Ulrich Kaisers Pilz-Label und ist zur Hälfte live in einer Kirche eingespielt. Beim dritten Album Hosianna Mantra (1972) stießen Conny Veit und die koreanische Sängerin Djong Yun zur Stammbesetzung. Yun war auch wieder auf dem übernächsten Album Einsjäger & Siebenjäger von 1975 zu hören.

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Die 1970er-Jahre gelten als produktivste Phase von Popol Vuh. Neben Studioalben und seltenen Live-Auftritten wurde die Band durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Werner Herzog bekannt, für dessen Filme wie Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu – Phantom der Nacht, Herz aus Glas oder Fitzcarraldo sie die Soundtracks schuf. Kennzeichnend für Aufnahmen aus dieser Zeit ist die Verwendung der Choir Organ, einer Einzelanfertigung. Dieses Mellotron-ähnliche Vorläuferinstrument späterer Sampler ermöglichte es, durch Tapetechnik Chorstimmen oder Orchesterklänge in den Klang der Band zu integrieren. Über die Herkunft und den Verbleib des Instruments gibt es seit den 1980er-Jahren keine gesicherten Erkenntnisse und auch keine fotografischen Dokumente mehr. Es wurde in den 1970ern von mehreren Personen der Münchner Musikszene verwendet und ist z. B. auf Alben von Amon Düül II (Wolf City oder Tanz der Lemminge) und Klaus Doldinger zu hören.

Der erste Auftritt im Ausland fand 1976 in Mailand statt. Ab 1978 arbeitete Popol Vuh zeitweilig wieder mit Gerhard Augustin zusammen, der weitere Alben und Soundtracks der Band produzierte. Ab 1983 trat Popol Vuh in den Schatten des auf zahlreichen Weltreisen stattfindenden Filmschaffens von Fricke und Fiedler. Alben erschienen nun weniger häufig als in den 1970er-Jahren, dennoch regelmäßig (siehe Diskografie).

Mitte der 1990er-Jahre meldeten sich Popol Vuh mit City Raga (unter Verwendung von Stimmaufnahmen der Atemtherapeutin Maya Rose) zurück. In die Arbeit der 1990er-Jahre flossen nun auch aktuelle Musikströmungen aus dem Techno-Bereich mit ein. Neben Fricke und Fiedler war zeitweise Guido Hieronymus an den Studiosession beteiligt. 1999 erschien das letzte Album Messa di Orfei und dazu auch als Filmedition.

Mit dem frühen Tod von Florian Fricke im Jahr 2001 ging auch die Geschichte von Popol Vuh zu Ende. (wikipedia)

FlorianFricke

Hier ihr Debütalbum aus dem Jahr 1970:

Ein altes Gebäude mit mit einem gewölbeartigen Raum. Im gedämpften Licht sind Gestalten zu vernehmen. Auch wenn die ganze Szenerie rein formal einen profanen Charakter besitzt, ist in zarten Tönen eine sakrale Einfärbung zu vernehmen. Ein sirrender Klang wird von einer anmutigen Perkussion eingerahmt. Nunmehr sind zwei Personen zu vernehmen, eine trommelt voller Hingabe, während sich die andere Person einer weiteren Art von Instrument widmet. Beide befinden sich offensichtlich in einer anmutigen Kontemplation. Was ist das für ein schamanenartiges Ritual in diesem alten Gemäuer? Im Vordergrund ist ein schlicht gekachelter Boden zu sehen. Vor einem Fenster an Ende des Raumes haben die beiden Protagonisten ihr Instrumentarium aufgebaut. Der Fokus richtet sich immer mehr auf dieses seltsame Treiben. Schon bald tendiert die Szenerie mit ihren seltsamen Klängen in tranceartige Gefilde.

Die rechte Gestalt hat lange dunkle Haare, die das Gesicht komplett verdecken, so dass die kleinen Trommeln blind gespielt werden. Die Person an dem anderen Instrument hat der Kamera den Rücken zugewandt. Es werden nähere Details sichtbar: In der Mitte steht eine Art von Klavier. Oder ist es eine Orgel? Aber was ist das bloß für ein mittlerweile auch irgendwie summender Ton? Kurz sieht man auch ein Teil des Gesichts. Es ist ein schlanker Mann mit schulterlangen Haaren. Er ist völlig in das zu vernehmende Klang-Geflecht versunken. Jetzt sieht man auch die Trommeln der anderen Person, die von der Statur her auch männlichen Geschlechts ist. Die Trommeln könnten wohl es dem Nahen Osten oder Fernen Osten stammen.

Bettina Fricke

Dieses Tasteninstrument hat wohl auch einige Knöpfe oder Schalter, welche der Mann im weißen Pullover bedient. Beide spielen ohne Noten, also aus dem Kopf heraus. Eine Melodie ist nicht zu vernehmen. Nur dieser gleichsam auf- und absteigende Ton und die fremdartigen Trommeln. Was macht denn der Mann an den Tasten? Er spielt scheinbar beliebige Töne und fängt dabei fast ein wenig zu tanzen an. Der senkrechte Teil über der Klaviatur ist wohl so eine Art von elektrischer Steuereinheit. Im Hintergrund ist ein dritter Mann zu sehen, der aber scheinbar nur das seltsame Tasteninstrument überwacht.

Plötzlich erfolgt ein unvermittelter Schnitt und eine in zartes Licht gehüllte Wiesenlandschaft ist zu sehen. Die Farben sind sehr blass. Die tranceartigen Klänge sind weiter zu hören. Das Bild bleibt stehen. Eine friedvolle Andacht bestimmt mehr und mehr das Geschehen. Hinten sind schemenhaft Baumreihen zu vernehmen. Ist das die musikalische Untermalung für eine Art von Prozession? Vor den Baumreihen ist ein altes Bauernhaus zu vernehmen, das vom Baustil einen alpenländischen Charakter hat. Die hohen Bäume wirken ein wenig gespenstisch, wenn nicht die friedvollen Klänge wären.

Holger Trülzsch

Plötzlich offenbart dieser sirrende Ton auch einen pfeifenden Charakter. Zum Ende sind die drei Männer wieder zu sehen. Der an der Musik nicht beteiligte Herr scheint dem Trommler ein Zeichen zu geben, in dem er ihn kurz sanft am Nacken berührt. So findet das rituelle Treiben ein plötzliches Ende. Der eine Herr ist wohl der einzige, der sich nicht in Trance befindet. Er wirkt wie ein Dirigent ohne Taktstock, zumindest wie ein Leiter oder gar Arrangeur.

Die vorangegangenen Zeilen beschreiben einen neutralen Eindruck vom 1971 gefilmten Titel „Improvisation“ von Popol Vuh. Die Aufnahmen entstanden wohl im damaligen Wohnsitz von Florian Fricke im oberbayerischen Miesbach und schlummerten in den Archiven des WDR. Zumindest wurde diese Improvisation im Rahmen der mehrstündigen Fernsehsendung „Die Deutschrock-Nacht“ im Jahre 2006 vom WDR ausgestrahlt.

PopolVuh05

Es handelt sich hier um einen Ausschnitt aus dem Debütalbum „Affenstunde“. Wie mag dieser Titel auf den Zuschauer/Zuhörer im Jahr 1971 gewirkt haben? Eine freiförmige musikalische Improvisation, die geschaffen wurde, um sowohl zu fordern, als auch zu fördern. Fordern im Sinne von bislang ungehörten arhythmischen Klängen des Moog-Synthesizers. Fördern um Sinne des visionären Ansatzes eines meditativ-spirituellen Klangkosmos. Das Erschaffen einer Musik im Sinne einer transzendentalen Selbsterfahrung war das zentrale Ansinnen von Florian Fricke. Das Verknüpfen von Tönen mit einer Bereitschaft zur innigen Selbsterfahrung und salbungsvollen Selbstreinigung zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk von Popol Vuh. In einer Klangwelt zwischen Okzident und Orient schuf Florian Fricke ein eigenständiges Konzept abseits von den späteren Kategorien „Weltmusik“ und „New Age“.

Popol Vuh kreierten bereits auf ihrem Erstling in krautig-experimenteller Manier eine musikalische Bildsprache, die prädestiniert dafür war, schon bald die Dimensionen von Filmmusik kreativ zu erweitern. (Horst Straske)

Und sie haben ja nicht nur „die Dimensionen der Filmmusik kreativ“ erweitert, sie haben unsere Hörgewohnheiten damals gewaltig, und zwar ganz gewaltig erweitert; gewöhnungsbedürftig ist die Musik freilich heute noch.

BackCover

Besetzung:
Bettina Fricke (tabla)
Florian Fricke (synthesizer)
Holger Trülzsch (percussion)

Booklet

Titel:

Ich mache einen Spiegel (
01. Dream Part 4 5.12
02. Dream Part 5 4.41
03. Dream Part 49 7.44

04. Affenstunde 18.36
+
05. Ich mache einen Spiegel 3.32

Musik:
Bettina Fricke – Florian Fricke – Holger Trülzsch

LabelB1

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PopolVuh02

Mehr von Popol Vuh:
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Konnexion Balkon – Goes Classic (2010)

FrontCover1Da kann man mal wieder hören, was sich so auf Münchens Straßen herumtreibt, die Rede ist von Konnexion Balkon:

Gegründet wurde dieses Ensemble im Jahr 1999 und zwar von einem Igor Stravansky (ob der wirklich so heißt, keine Ahnung, aber zuzutrauen wäre es ihm).

Igor Stravansky studierte erfolgeich an der Münchner Musikhochschule und auch all die anderen Mitstreiter verfügenüber eine fundierte klassische Musikausbildung.

Und so beschreiben sie sich selbst:

Klassisch ausgebildete Musiker, Jazz-Musiker und Musiker aus dem Pop Business. Absolute Liebhaber von Klassik, Jazz, Pop, Rock und Folklore. Und natürlich sind wir nach Recht und Gesetz auch „normale Selbstständige“. Und das sind wir natürlich auch – völlig normal und selbständig:-) Straßenmusiker eben.

Konnexion Balkon01

KONNEXION BALKON wie alles begann… Wenn man pleite ist und Student, hat man manchmal die besten Ideen – und die hatten wir. Ab auf die Straße! Schluss mit Warten, Agenten, Telefonieren, Warten… Wir waren jung, wir waren bescheuert und wir hatten Erfolg damit! Heute sind wir halb so jung, nur noch halb so bescheuert und haben Erfolg damit! Mal besser mal schlechter, Ihr wisst wie das so ist…. Aber wir sind die Musiker, die sich die Straße als Bühne ausgesucht haben. Weil wir es wollen, nicht weil wir es müssen!!

Wohnzimmer Konzerte machen sie auch:
Konnexion Balkon02

Und das Programm dieser Musiker darf man sich dann wie folgt vorstellen:

Das Programm von Konnexion Balkon, der »besten Straßenmusikband der Welt« um Igor Strawansky, umfasst 500 Jahre Musikgeschichte – von Beethovens 5. Sinfonie über Queens Another One Bites The Dust bis hin zu Pharrell Williams Happy und wieder zurück über eine wilde Musikmischung aus den Herkunftsländern der sechs Musiker (Georgien, Moldawien, Kroatien und Bulgarien). (literaturhaus-muenchen.de)

Auf diesem Album (es dürfte ihr zweites sein) konzentrieren sie sich aber auf ihre ganz speziellen Interpretationen der großen Klassiker wie:

BookletBackCover1

Alles bekannte Namen, aber wer ist bitteschön Makhoshvili ?. Nun denn, es entspricht dem schrägen Humor der Musiker, dass sie hier einfach mal eine Komposition des Bassisten der Gruppe Georgi Makhoshvili mit auf die CD gepackt haben (ist übrigens eine wunderbar schwülstige Instrumentalballade)

Und was sie hier zu Gehört bringen ist nun wirklich zuweilen atemberaubend … z.B. ihre famosen Geniestreiche, wenn sie all den Klassiker ein jazziges Leben einhauchen …

Konnexion Balkon03

Das muss man schon mal gehört haben …

Von daher: Ein Megtipp meinerseits ! Sollte man gehört haben !

BackCover1

Besetzung:
Konstantin Kostov (piano)
Nevyan Lenkov (percussion)
Georgi Makhoshvili (bass)
Tomas Marcinkus (cello)
Igor Stranvansky (violin)
Cojocaru Vladislav (accordeon)

Booklet1

Titel:
01. Canon (Pachelbel) 5.31
02. L’inverno I (Winter I) (Vivaldi) 4.58
03. L’inverno II (Winter II) (Vivaldi) 6.31
04. La Gazza Ladra (Rossini) 5.38
05. Ave Maria (Bach/Gounod) 6.30
06. Libertango (Piazolla) 5.35
07. Air (Bach) 5.32
08. Winter Remix (Vivaldi allein zu Haus) (Vivaldi) 4.37
09. Circus Vals (Makhoshvili) 6.43
09. Il Barbiere Di Siviglia (Rossini) 5.08
10. The End Duo (Wiegenlied Guten Abend, gute Nacht) (Brahms) 2.45

CD1

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3sat Bericht

Und natürlich haben die „wilden Burschen“ auch ne Website:
Website

Black Bottom Skiffle Group – Ein Vierteljahrhundert – Best Of (1995)

FrontCover1Die Burschen machen so richtig vergügte Musik:

1970 enstand aus einer Bierlaune heraus in einem Münchner Biergarten eine Gruppe, die sich vornahm,
Skiffle Musik „aus Spaß an der Freud“ zu machen. Die BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP (ganz original war´s die ORIGINAL BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP) ist vermutlich die einzige und letzte verbliebene Skiffle Band im Süddeutschen Raum und ist im Laufe ihres Jahrzehnte langen Bestehens ihren musikalischen Wurzeln (also Skiffle Musik) treu geblieben, hat aber ihr Repertoire um Musikrichtungen wie Bluegrass, Jazz, Country, Rockabilly aus den 6ogern, sogar um mexikanische Stücke und auch sonstige Musik erweitert. Und sie hat im Gegensatz zum mittlerweile vielseits praktizierten „Cover Band Image“ der meisten Formationen ihren eigenen, charakteristischen Musikstil kreiert und beibehalten und spielt sogar Johnny Cash Titel – I UND DER NIEDERMEIER original: RING OF FIRE – in „Black Bottom“ eigener Manier. Das heißt auch mit bayerischen Mundart Texten, ebenso wie die vielen anderen von Hansjörg Rossa geschriebenen eigenen Stücke, ohne weder Musik noch Interpreten zu imitieren.

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Anfangs klapperte man alle Münchener Kleinkunstbühnen ab und die fünf Musiker wurden Vorreiter dieser Musik in und um München. Man machte sich einen Namen, so dass Ralf Siegel nichts anderes übrig blieb, als 1972 mit der Band die erste LP zu produzieren. Die ORIGINAL BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP, etablierte sich mit ausgefallenen Instrumenten: Einsaiten Bass, Kazoo, Waschbrett usw. und unorthodoxer Musik und wurde nach dem Sprung nach Schwabing, das damalige Mekka für alle unkonventionellen Musiker und Musikrichtungen, über die Grenzen Münchens und Bayerns hinaus bekannt. Nach Tingeln durch alle namhaften Jazzkneipen wie z.B.: Allotria, Alte Burg etc. folgten nun Einladungen zu Auftritten mit den Hot Dogs, Chris Barber oder auch mit dem Pasadena Roof Orchestra ins Deutsche Museum, zu Starkbierfesten in den Löwenbräukeller und andere große Konzerthallen. Nach Tourneen durch Norddeutschland oder auch Österreich erschien 1977 die zweite LP der ORIGINAL BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP.

Das Debütalbum aus dem Jahr 1972:
Debütalbum1972

Auszug aus den Live-acts:
Auftritte in der ARD mit Alfred Biolek; im ZDF; bei RTL: KM 33o mit Jonny Hill, Hitparade der Volksmusik; im Bayerischen Rundfunk, – Fernsehen: Show Bühne, Bayern Kini, ein schönes Wochenende, die Abendschau; bei SAT1: die Heimatmelodie; eine Tournee durch die USA: unter anderem zur Eröffnung eines Bayerischen Restaurants (mit Mini Brauerei) in Oklahoma City, USA mit einem Konzert in der „Oklahoma Opry“; eine weitere Starkbiersaison im Löwenbräukeller; Konzerte mit den Zillertaler Schürzenjägern, mit den Klostertalern in Österreich; Internationale Funkausstellung mit Deutschlandradio in Berlin; Lindauer Seglertage; Truck Grand Prix auf dem Nürburgring; Medientage des Bayerischen Rundfunks; amerikanische Südstaaten Buffets/Brunches im Alpenhotel Oberjoch; Ski-Saison Openings in Obergurgl, Sportgastein; Sommerfest der SPD Bundestagsfraktion in Berlin; Soirée der Alfons Goppel-Stiftung im Bayerischen Hof (München); Grillabende bei Trainingslagern des FC Bayern; Country Music Festival Albisgüetli (Zürich);Ferrari Treffen St. Moritz sowie Auftritte beim Damenmarathon in München oder bei der Nordischen Ski WM in Oberstdorf, sind nur einige Stationen im Leben der Band, die Hansjörg Rossa gründete und über all die Jahre am Leben erhielt.

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Er, der Chef, komponiert und textet den Großteil der Titel für die Band selbst, sowohl für die beiden LP´s in englischer Sprache, als auch für die erste bayerische LP/MC MY HOAMAD IS MEI COUNTRY, wovon verschiedene Stücke auf zahlreiche Sampler übernommen wurden. 1994 erschien die erste eigene CD …AUF DEM HIGHWEH…VON BAYERN NACH AMERIKA , der ein Jahr danach zum Vierteljahrhundert Fest der Band BEST OF 25 Jahre (ORIGINAL) BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP folgte. Mit dieser Produktion ging und geht der Bandleader wie schon mit MY HOAMAD IS MEI COUNTRY heitere und ernste bayerische Texte mit Skiffle-, Country-, Bluegrass- und Jazzelementen kombinierend, neue musikalische Wege. Zwei weitere CD´s HOST DENN DU MEIN´ BRIAF NED G´RIAGT und MIA SOG´N DANK´SCHÖN erschienen 2oo2, woraus ein Jahr später der Sampler BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP entstand.
2oo6 wurde auf einem Mundartfestival in Regensburg ein Konzert mitgeschnitten, woraus die Live CD HEID HOMMA WIEDER VUI G´ARBAT entstand.
Darüber hinaus ist er, HANSJÖRG ROSSA, mit seiner Stimme die tragende Säule der Band und hat zum 4osten Band- und Bühnenjubiläum am 12.11.2o1o eine DoppelCD: BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP das Allerbeste aus 40 Jahren mit bislang unveröffentlichten, bekannten und neuen Titeln produziert.
2020 feiert die Band ihr 50stes Jubiläum. Eine neue CD wird es nicht geben, da die DoppelCD zum 40sten Jubiläum erst noch wegverkauft werden muss, ha, ha.

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Die BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP, die sich seit nunmehr 50 (Dienst)Jahren auf den berühmten Brettern, die für Musikanten die Welt bedeuten, ohne Abnutzungserscheinungen herumtreibt, hat sich ihre Frischheit und Fröhlichkeit ebenso erhalten, wie ihr unkompliziertes und professionelles Auftreten. Sie hat Beat, Pop, Techno, Rap, Rave etc., überlebt und begeistert bis heute ihr aus allen Altersstufen bestehendes Publikum bei Galas, Brunch, Jubiläen, Präsentationen, Biergarten-Frühschoppen, Firmenfesten, Eröffnungen, Promotions, Sportturnieren aller Art, Sommer-/Winterfesten, Kongressen, Events, Messen jeder Couleur, Incentives, oder auch nur bei ihren unzähligen Konzerten. (Selbstdarstellung)

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Man glaubt gar nicht, wie viele Alben die aufgenommen haben …

Hier ist so eine ihrer Jubiläumsalben, diesmal zum 25.jährigen Geburtstag und es bietet eine bunte Mischung aus tradionellen Skiffle-Klängen, Country & Western Musik, aber auch überraschendes wie z.B. den Song “ Singin´ A Lullababy“, bei dem auch dezente Allman Brothers Band Einflüsse zu hören sind (insbesondere bei dem Solo; Dickey Betts läßt grüßen).

Von daher kann es nicht schaden, mal in diesen Querschnitt reinzuhören, sofern man sich für diese Genres interessiert. Schon auch interessant, dass so einige Titel in bayerischen Mundart gesungen werden; große Ansprüche an die Texte sollte man allerdings nicht legen.

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Besetzung:
Ricky Baltes (guitar, vocals)
Udo Blaseg (bass)
Dieter Götz (banjo)
Rüdiger Helbig (banjo)
Frederico Lopez (harmonica, guitar, vocals)
Holger Mahorjan (washboard)
Lilian Maring (bass, vocals)
Erwin Niedermair (washboard)
Hansjörg Rossa (
Robert Sauter (guitar)
Miachel Siebert (bass)
Mark Stoffel (mandolin, fiddle)
Wolfgang Umkehrer (washboard)

Booklet1

Titel:
01. Rid´n´ To Louisville (Rossa) 3.10
02. Won´t You Come On Home (Rossa) 3.11
03. Let The Air Out Of My Bottle (Rossa) 2.30
04. We Had A Party (Rossa) 2.35
05. Past Times (Loockin´ Back) (Rossa) 3.45
06. Peter And Joe (Götz) 2.27
07. I und der Niedermeier (Ring Of Fire) (Carter/Kilgore) 2.55
08. Singin´ A Lullababy (Rossa) 4.03
09. Heid hod er wieder vui g´arbat (He Went To Sleep And The Hogs Eat Him (Traditional/Rossa) 2.30
10. Host du des g´seh´n (Mothr Is Only Sleeping) (Monroe) 3.55
11. Nach Amerika (Rossa) 3.00
12. Rumba Grass (Götz) 2.23
13. Nia im Leb´n werd´ i di vergess´n (Rossa) 3.12
14. Des Indianerleb´n (Götz/Rossa) 2.24

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Und ne Website haben sie auch (na ja, die könnte man schon auch besser gestalten):
Website

Gerhard Polt – Hundskrüppel – Lehrjahre eines Übertäter (2004 – 2006)

TitelDass der Gerhard Polt die bayerische wie bundesdeutche Kabarett-Szene bereichert hat, bedarf keiner weiteren Begründung. Und dass er zu meinen Lieblings-Bayuwaren gehört, versteht sich fast von selbst (wenn man meinen Hang zum schrägen Humur kennt):

Gerhard Polt (* 7. Mai 1942 in München) ist ein deutscher Kabarettist, Autor, Fernseh- und Filmschauspieler.

Schon wenige Monate nach Gerhard Polts Geburt zog seine Mutter mit ihrem Sohn während des Zweiten Weltkriegs in den katholischen Wallfahrtsort Altötting, um der zunehmenden Gefahr durch Bombenangriffe in München zu entgehen.

Sein Vater Richard, Rechtsanwalt und während des Kriegs Major, verbrachte einen Teil der Kriegsjahre in Wien. Nach der Rückkehr des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft nach München bezog die Familie 1951 wieder ein gemeinsames Zuhause in der Stadt. 1957 erfolgte erneut ein Umzug Polts mit seiner Mutter innerhalb Münchens in die Amalienstraße in der Maxvorstadt. Dieser Straße widmete er Jahre später sein erstes Hörspiel Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau..

Auf das Abitur folgten das Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München und Geschichte an der Universität München, anschließend das Studium der Skandinavistik und des Altgermanischen von 1962 bis 1968 in Göteborg. Polt spricht fließend Schwedisch und trat mit einem schwedischsprachigen Bühnenprogramm u. a. vor König Carl XVI. Gustaf auf.

Nach seiner Rückkehr nach München arbeitete Polt als Übersetzer, Lehrer und Dolmetscher. Heute lebt Polt in Neuhaus (Gemeinde Schliersee). Er ist seit 1971 verheiratet und hat einen Sohn.

Der frühe Polt

Polt begann seine Karriere mit einer Hörspielproduktion des Hessischen Rundfunks, Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau. Darin spielte er die Rollen von mehr als 30 verschiedenen Personen, die durch Maßnahmen der Stadtsanierung aus ihrer angestammten Umgebung, der Münchner Amalienstraße, vertrieben werden. Seinen ersten Bühnenauftritt hatte Polt 1975 mit dem kabarettistischen Programm der Kleinen Nachtrevue in der Münchner Kleinen Freiheit. Es folgten große Publikumserfolge an den Münchner Kammerspielen (u. a. Diridari und Tschurangrati), die er mit dem Regisseur Hanns Christian Müller realisierte und in denen u. a. auch Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl und Gisela Schneeberger mitwirkten.

Einem größeren Publikum wurde Polt durch seine zwölfteilige Sketchreihe Fast wia im richtigen Leben bekannt. Seine Partnerin in diesen vom Bayerischen Rundfunk produzierten und 1979 erstmals ausgestrahlten Sendungen war Gisela Schneeberger. Es folgten (ebenfalls in Zusammenarbeit mit Hanns-Christian Müller) Kinofilme wie Kehraus, Man spricht deutsh und Germanikus.

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1979 wurde ein Manuskript Polts für die Sendung Einwürfe aus der Kulisse von Redakteuren des ZDF um einige kritische Stellen über Friedrich Zimmermann („Old Schwurhand“) gekürzt. Polt revanchierte sich ein Jahr später bei der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises, die vom ZDF übertragen wurde. Da ihm erneut verboten worden war, Zimmermann zu erwähnen, hielt er in der ihm als Preisträger eingeräumten Zeit keine Ansprache. Stattdessen schlug er, unterbrochen von kurzen Pausen, scheinbar die Minuten tot, indem er z. B. darüber sprach, dass er nichts sagen würde („I sag ja nix, gell?“ – „also, aus mir ist nix herauszubringen… i bin ja net bled“), und deutete an, dass er sonst in einen Rechtsstreit mit einer „Rechtsabteilung“ kommen könne, den er sich finanziell nicht leisten könne; mit Hinweis auf eine auf der Bühne laufende Sanduhr wies er zudem immer wieder auf das Vergehen seiner angeblich zehnminütigen Rede- bzw. Bühnenzeit hin und empfahl u. a. dem Fernsehpublikum, auf die Zeit zu achten, falls nämlich nur ein Ausschnitt – z. B. nur acht Minuten – seiner Bühnenzeit gesendet würde und damit ja ein (herausgeschnittener) Teil fehlen würde; tatsächlich ging Polt nach etwa acht Minuten von der Bühne. Ebenfalls 1980 trat er als Gast in der ersten Folge des Scheibenwischers auf und nahm dort erneut Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem ZDF. Er sprach über Satire im Fernsehen und zitierte den Programmdirektor mit der Aussage, „die Satire soll die Wirklichkeit nicht überzogen widerspiegeln“.

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In seinen Rollen spielt Polt oft den engstirnigen und wenig reflektierenden Bürger, der mit großer Selbstverständlichkeit seine Meinung kundtut. Dabei bedient er sich auch gern bestimmter Klischees: die Intoleranz der Deutschen („Toleranz ist kein deutscher Begriff“), die deutsche Fremdenfeindlichkeit („der Asiate schmutzt nicht“). Aber auch Intellektuelle, Neureiche, Beamte oder Politiker werden von ihm pointiert dargestellt.

Viele seiner Bühnenauftritte absolvierte Polt zusammen mit der Biermösl Blosn.

1990 wirkte er zusammen mit der Biermösl Blosn an dem Toten-Hosen-Album Auf dem Kreuzzug ins Glück mit. Am Ende des Jahres 2005 tourte er mit den Toten Hosen und der Biermösl Blosn durch verschiedene Theater und Opernhäuser und spielte unter der Regie von Hanns Christian Müller das Programm Abvent. Anlässlich seines 70. Geburtstages zeigte das Literaturhaus München vom 2. März bis 15. Juli 2012 eine Ausstellung mit dem Titel Braucht’s des?! – Gerhard Polt zum 70sten (Kuratorin: Sandra Wiest).

Seit 2016 engagiert sich Polt in München für die Gründung eines „Haus des Humors“ in einem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Viehhofs. (wikipedia)

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Und hier mal eines seiner vielen Bücher … in dem es um seine Kindheitserinnerungen geht:

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„Hundskrüppel, verreckter“ ist ein Ehrentitel, den man sich in Bayern mit harter Arbeit erwerben muss. Dadurch zum Beispiel, dass man ein plärrendes Baby mit einem Regenwurm füttert. Oder dadurch dass man Hundekot in einen Schuhkarton verpackt, mit Geschenkpapier umwickelt, dieses Gebilde in Brennspiritus tränkt („es geht aber auch jede andere Art von Brandbeschleuniger“), anzündet und vor die Türe eines „Unsympathen“ legt. „Danach betätigt man die Hausglocke und geht in Deckung. Schön ist, wenn man von dort aus eine gute Sicht hat, um alles, was dann folgt, beobachten zu können“.

Von diesen und anderen Großtaten berichtet Gerhard Polt in seinem leider viel zu schmalen, dafür aber blendend komisch geschriebenen Erinnerungsbändchen Hundskrüppel, das eine wenn auch späte, so doch adäquate und zeitgemäße Antwort auf die Lausbubengeschichten eines Ludwig Thoma ist: Wie diese nämlich bestätigt es das gute alte Wort des Philosophen, dass im Zeitalter des Heranwachsens ein Tag ohne gelungenen Streich ein verlorener Tag sein muss. Und außerdem erfährt man noch, wie alles anfing mit dem Polt Gerhard aus dem Wallfahrtsort Altötting, und wie der Knabe zu einem der größten deutschen Komiker heranreifen konnte, als den man ihn ja nun einmal gar nicht genug feiern kann.

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„Dass ich heute manchmal noch optimistisch bin, verdanke ich meiner Kindheit und denen, die sie mir ermöglicht haben“, schreibt Polt in Hundskrüppel — und spannt selbst den Bogen von seinen Anfängen bis hin zu seiner kabarettistischen Tätigkeit: „sonst wäre ich zu meinem Leidwesen schon allzu früh erwachsen geworden, wie die anderen auch, und dann könnte ich mir alle meine Worte sparen.“ Diesem Dank muss man sich als Leser uneingeschränkt anschließen. Denn Hundskrüppel ist ein auf positivste Weise kindliches, ebenso „naiv“ wie witzig-unbeschwert erzähltes Buch. (Thomas Köste)

Ich kann die Lektüre (114 Seiten) natürlich nur empfehlen (mein Exemplar stmmt us dem Jahr 2006 als Taschenbuch-Ausgabe, 2004 erschien das Buch ursprünglich in der Hardcover-Ausgabe) … aber Vorsicht … hier geht es bayerisch-derb-rustikal zu und zuweilen bleibt inem das Lachen im Hals stecken, handelt es doch von jenen Kindern, die in den Nachkiegsjahren groß geworden sind.

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Auch nicht schlecht:
Beispiel25Weitere empfehlenswerte Angebote aus dem Verlagshaus Piper:
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Beispiel278

Mehr von Gerhard Polt:
Mehr

Bayrisch Jazz Group – ’s pure Lebn (2018)

FrontCover1Hier mag nur zu gerne mal wieder ein musikalisches Projekt präsentierten, das nicht so ganz alltäglich ist und das ohne den Hugo Siegmeth wohl nicht realisiert worden wäre:

Geboren 1970 im Banat in Arad/Rumänien, emigriert Hugo Siegmeths Familie 1976 nach Deutschland.

Noch während des Studiums Jazz-Saxofon am Richard-Strauß-Konservatorium München und Komposition bei Stefan Zorzor erhielt Hugo Siegmeth 1998 den Bayerischen Jazzförderpreis sowie 2001 den vom Bayerischen Rundfunk verliehenen New Generation Award.

Als Solist profiliert sich der Saxofonist aufgrund seiner persönlichen, charakteristischen Farbgebung im Spannungsfeld von Jazz, Klassischer Musik und Weltmusik zu einem der eigenständigsten Vertreter am Saxophon und wurde 2015 mit dem Förderpreis Musik der Stadt München ausgezeichnet.

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Seine Konzerttätigkeit als Solist, Komponist und künstlerischer Leiter mit verschiedenen Jazz- und Klassik-Ensembles mit zahlreichen Rundfunk- und CD-Produktionen führt auf internationale Festivals und Bühnen nach Montreux (Jazz Festival), New York (Lincoln Center), Singapur (New Arts Festival), Bremen (Phil Intensiv), auf Tourneen durch Amerika, Australien, Europa sowie im Auftrag des Goethe-Instituts durch Zentralasien und in den Sudan.

Dabei ist er mit dem Hugo Siegmeth Ensemble, dem Duo FLOW mit Axel Wolf sowie auch mit Clark Terry, Michael Wollny, dem Ensemble Sarband, den Bremer Philharmonikern und bei Produktionen der Bayerischen Staatsoper und des Staatstheater am Gärtnerplatz zu hören.

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Einladungen als Dozent bei Meisterkursen und Workshops führten nach Bayreuth, Tunis, Astana, Ulan Bator und an die Hochschulen Regensburg sowie München. Seit 2006 arbeitet Siegmeth regelmäßige als Komponist und Produzent an Filmmusiken z. B. für „Sag mir, wo die Schönen sind…“ (Berlinale 2008) oder „Geheimnisse Asiens“ (Arte 2013). Seit 2014 leitet Siegmeth die Lehrer Big Band Bayern mit reger Konzerttätigkeit an Schulen und im interkulturellen Austausch. (Selbstdarstellung)

Hier ihr Debütalbum seiner Bayrisch Jazz Group:

Musik ist Leben. Sie saugt Luft ein, bläst sie aus, sie pulsiert. Vielleicht kann Musik auch die Gefühle des Lebens am besten beschreiben. Sie kann überwältigend traurig und tiefgründig sein, oder vor Lust und Glückseligkeit fast zerspringen. Solch eine Musik spielt Hugo Siegmeth mit seiner Bayrisch Jazz Group. ’s pure Lebn heißt das Debüt dieses Quintetts, und so klingt dieses Album auch.

Musik seines bayerischen Zuhauses hat der Saxophonist aufgegriffen und mit Feingefühl, Wagemut und auch Humor bearbeitet und zu seiner eigenen gemacht.

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Frech und frei nähern sich Siegmeth und seine Band der Musik an:

Der Saxophonist hat fast vergessene Schätze aus Liedarchiven gehoben. Die Giesinger Mond-Serenade ist so ein Stück. Komponiert in den dunklen dreißiger Jahren von Otto Kuen, der es wagte, zur Nazi-Zeit swingende Volksmusik zu machen. Da Summa is umma, das Abschiedslied der Sennerin am Ende des Sommers, oder die Melodie mit dem schlichten Titel Almruf gehen unter die Haut. Auch an altbekannte Stücke wie den bayerischen Defiliermarsch und die Zwiefachen Leit, Leit und die Oide Kath wagt sich Hugo Siegmeth. Energetisch, rhythmisch knifflig und mitreißend sind diese Bearbeitungen.

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Hugo Siegmeth steht mit seinem neuen Album ganz in der Tradition des Jazz und der bayerischen Musik. Immer schon hat sich der Jazz ganz unterschiedlichen musikalischen Einflüssen geöffnet. Und die Musik Bayerns war nie eine des ewigen Mia san mir und Des war scho immer so, sondern in ihrem tiefen Grunde eine des Aufbegehrens und der Suche.

Eine Musik die atmet und pulsiert, das ist die von Hugo Siegmeths Bayrisch Jazz Group, und eine, die für ganz viele Ohren Heimat sein kann und soll. (Ulrich Habersetzer)

Mit seinem neuen Programms verwirklicht der Bayerische Jazzförderpreisträger einen lange gehegten Traum. Hugo Siegmeth steht für eine Generation von Musikern, die es mit beeindruckender Leichtigkeit schaffen, unterschiedlichste Musikstile mit den Klangwelten des Jazz zu vereinen.

In seiner ihm ganz eigenen Art und mit tatkräftiger Unterstützung seiner virtuosen Kollegen spürt Siegmeth
den Feinheiten bayerischer Lebens- und Musikkultur nach. (Joseph Liebl)

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Weitere sehr nützliche Zusatzinformationen findet man dann noch im Pressetext zum Album (liegt der Präsentation bei).

Da kann man nur hoffen, dass weite Aufnahmen das Licht der Welt erblicken werden.

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Besetzung:
Irmi Haager (vocals)
Bastian Jütte (drums)
Andreas Kurz (bass)
Josef Ressle (piano)
Hugo Siegmeth (saxophone, clarinet)

BayrischJazzGroup01Titel:
01. Isarflimmern (Michl) 5.39
02. Tropferl im Meer (Wecker) 5.59
03. Giesinger Mond-Serenade (Kuen) 3.27
04. Bayerischer Defiliermarsch (Scherzer) 3.24
05. Almruf 6.55
06. Da Summa is umma (Traditional) 5.09
07. Gstanzl Free (Traditional) 4.42
08. A Lebn lang Zeit (Haager) 4.20
09. Kaul (Siegmeth) 6.05
10. Musikanten spuits‘ auf (Traditional) 4.57
11. Wenn der Sommer nicht mehr weit ist (Wecker) 4.35
12.  Leit, Leit & oide Kath (Traditional) 5.06
13. Weils nacha Zeit is (Wallner) 4.05

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Wieder lieferbar: Udo Lindenberg

Wie gewünscht (man klicke auf das Cover):

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Die Situation in meinen Lagerhallen ist weiterhin schwierig … quasi nach einem Großbrand sind etliche Bestände in Mitleidenschaft gezogen worden, die Restaurierung gestaltet sich schwierig, zumal ich umzugsbedingt in den letzten Wochen andere Prioritäten hatte. Dennoch gilt weiterhin:

Pfeil

Wer sich über einen Beitrag, der nicht mehr lieferbar ist, dennoch gerne nochmals informieren möchte, schreibe bitte an:

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

Ich werde dann natürlich versuchen, solche Wünsche zeitnah zu erledigen, okay ? Auch weitere (Musik) Wünsche kann man mir gerne mitteilen; ich schau dann, was sich machen lässt.

Und dann noch folgende Information:

In manch früheren Beiträgen habe ich – aus gegebenem Anlass – ein Passwort verlangt; dies ist gegenwärtig nicht mehr notwendig.

Alain Boublil & Claude-Michel Schönberg – Les Misérables – Die Höhepunkte der Duisburger Aufführung (1999)

FrontCover1Nicht gerade meine Leidenschaft, aber natürlich auch Teil deutschen Musikgeschehens:

Les Misérables ist ein französisches Musical von Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto). Die Handlung basiert auf dem Roman Die Elenden von Victor Hugo.

1815, Toulon: Der Sträfling Jean Valjean, Nummer 24601, wird aus dem Zuchthaus entlassen, in dem er die letzten 19 Jahre verbracht hat, 5 Jahre wegen Diebstahls eines Brotes und den Rest wegen seiner vier Fluchtversuche. Der Polizeiinspektor Javert gibt ihm seinen gelben Pass, der ihn als Sträfling auf Bewährung verrät, und rät ihm zum Abschied, ihn niemals zu vergessen (Work Song). Jean Valjean ist voller Hoffnung, nun ein neues Leben beginnen zu können, muss jedoch feststellen, was für ein Leben ihm dieser Pass verschafft: Man zahlt ihm nur die Hälfte des üblichen Lohnes, keine Herberge nimmt ihn auf (On Parole).

Nur der Bischof von Digne hat Mitleid und beherbergt ihn. Der verbitterte Valjean jedoch stiehlt ihm einen Teil seines Silbers, wird aber sofort gefangen. Der Bischof, der Valjeans Vergangenheit kennt, gibt ihm noch zwei „vergessene“ silberne Kerzenleuchter dazu und erklärt dessen Häschern, er habe Valjean das Silber geschenkt. Er ermahnt ihn zum Abschied, sein Leben zu ändern. Valjean fühlt seine innere Verwandlung (Valjean’s Soliloquy) und beschließt zu tun, was der Bischof ihm geraten hat – er zerreißt seinen gelben Pass.

Erster Akt
1823, Montreuil. „Am Ende vom Tag“ singen die Armen ihr Lied. Die Fabrikarbeiter kommen. Unter ihnen ist ein Mädchen namens Fantine. Sie hat einen Brief erhalten, den sie lesen möchte. Doch eine andere Arbeiterin entreißt ihn ihr, und somit wird bekannt, dass sie ein uneheliches Kind hat. Es kommt zu einer Schlägerei. Der Bürgermeister, Monsieur Madeleine, trennt die Streitenden. Was zu dieser Zeit nur dem Zuschauer bekannt ist: Monsieur Madeleine ist niemand anderes als Jean Valjean. Doch die eigentliche Schlichtung überlässt er dem Vorarbeiter, dessen Avancen zuvor von Fantine zurückgewiesen wurden. Nun rächt er sich, indem er sie hochkant rauswirft. Fantine singt von ihrer Vergangenheit (Ich hab geträumt vor langer Zeit). Doch für ihr Kind, Cosette, das bei einer Wirtsfamilie namens Thénardier lebt, muss sie die Thénardiers bezahlen. Sie verkauft erst ihre Kette, dann ihr Haar. Schließlich bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich zu prostituieren (Leichte Mädels). Einer ihrer Freier, M. Bamatabois, den sie abgewiesen hat, zeigt sie an und behauptet, sie habe ihn angegriffen. Javert, nun Inspektor in Montreuil-sur-mer, wird gerufen, es kommt zu Fantines Verhaftung.

Die Erstausgabe aus dem Jahr 1862 (kann man für schlappe 3.326,14 € käuflich erwerben):
Originalausgabe

Doch Madeleine/Valjean greift ein. Er hat erkannt, dass Fantine schwer krank ist, und ordnet an, dass man sie ins Krankenhaus bringt. Kurz danach geschieht ein Unglück: Ein Mann wird unter der Achse seines Wagens eingeklemmt (The runaway cart). Valjean befreit ihn, indem er die Kutsche samt Insassen und Gepäck anhebt. Javert erinnert sich, in seinem Leben nur einen Mann gesehen zu haben, der stark genug für eine solche Tat war: Ein Sträfling, der auf Bewährung verschwand, nämlich Jean Valjean, den er allerdings verhaftet glaubt. Im Folgenden berichtet er seinem Bürgermeister vom unverwechselbaren Merkmal des ehemaligen Kettensträflings: Er hat ein Brandmal mit seiner Sträflingsnummer 24601 auf der Brust (Der Karren). Dieser Mann sei jetzt gefasst und werde demnächst abgeurteilt. Valjean ringt sich dazu durch, sich zu erkennen zu geben, um den Unschuldigen zu retten (Wer bin ich), und beweist seine Behauptung, indem er die Nummer auf seiner Brust vorzeigt.

Er flieht aus dem Gericht und kommt gerade noch rechtzeitig vor Fantines Tod ins Krankenhaus. Er verspricht ihr, sich um ihr Kind zu kümmern. Javert kommt, um ihn zu verhaften. Valjean bittet ihn um drei Tage Zeit, um Cosette zu holen, doch Javert glaubt ihm nicht, dass das sein Vorhaben sei. Er glaubt nicht an eine Besserung ehemaliger Übeltäter. Gleichzeitig schwört Valjean der toten Fantine, dass er ihr Kind holt, und Javert Valjean, dass er ihn noch kriegt (Der doppelte Schwur). In diesem Lied findet sich eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste, Schlüsselstellen im Stück: Javert offenbart im Streitgespräch mit Valjean, dass er – wenn auch als Sohn eines Wärters – im Gefängnis geboren wurde und aufwuchs.

Darstellung der „Cosette“ von Émile Bayard, aus der Originalausgabe von Les Misérables (1862)
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Hier offenbart sich nun die paradoxe Situation der gegenläufig angelegten Charaktere Valjeans und Javerts. Auf der einen Seite Valjean, auf dem Papier der Sünder, der Auflagenbrecher, der unter falschem Namen lebt, moralisch aber auf der Seite des Rechts steht und im Stück durchweg als edelmütig und geläutert dargestellt wird (was im Übrigen so nicht der literarischen Vorlage entspricht), auf der anderen Seite steht Javert, formal Vertreter von Recht und Ordnung, aufgewachsen im Gefängnis, zerfressen vom Hass auf jene, mit denen er seine Kindheit verbringen musste – verständnislos gegenüber der Not derer, die in seinen Augen vor Gott und Gesetz gesündigt haben. Er, der nur Schwarz und Weiß kennt, offenbart uns in diesem Nebensatz (I am from the gutter too / Gitter brach mein Wiegenlicht) den eigentlichen Grund für seinen fanatischen Wahn, das geschriebene Recht zu schützen und zu befolgen. Ob es das Wort des Gesetzes ist (You broke the law!) oder das der Bibel (…so it is written on the doorway to paradise…), ihm ist es egal, es ist das schützenswerteste Gut für ihn.

Da er Javert nicht von seiner Ehrlichkeit überzeugen kann, schlägt Valjean schließlich Javert nieder und flieht.

Originalabbildung2Immer noch 1823, Montfermeil. Cosette ergeht es im Hause der Thénardiers sehr schlecht, und so träumt sie während ihrer Arbeit (In meinem Schloss). Madame Thénardier schickt sie hinaus, Wasser zu holen (Wen ha’m wir hier). Die Taverne füllt sich am Abend, es wird klar, dass es ein übles Loch ist (Ich bin Herr im Haus). Valjean trifft die ängstliche Cosette im Wald und zahlt die Thénardiers aus, um Cosette mit sich nehmen zu können (Der Handel). Er verlässt mit ihr Montfermeil.

1832, Paris. Die Bettler von Paris klagen den vorbeigehenden Passanten (und so auch dem Publikum) ihr Leid (Schaut her). Revolutionäre Studenten, unter ihnen zwei namens Marius Pontmercy und Enjolras, planen den Barrikadenkampf. Auch Thénardier ist mit seiner Bande bestehend aus Brujon, Babet, Claquesous und Montparnasse in Paris. Er will, wie alle, Almosen von einem Mann und seiner Tochter erbetteln, die sehr großzügig Geld unter den Armen verteilen. Seine Tochter Éponine flirtet mit Marius, dieser rennt aus Versehen gegen die Tochter des Mannes und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Thénardier erkennt in diesem Mann Valjean, seine angebliche Tochter ist Cosette. Im folgenden Handgemenge sieht Thénardier die Nummer auf Valjeans Brust. Javert, nun Inspektor in Paris, kommt. Valjean flieht mit Cosette, doch Thénardier verrät ihn. Javert lässt ihn gehen, da er sich gewiss ist, immer dort zu sein, wo Valjean sei (Javerts Intervention) und schwört bei den Sternen, dass er nicht aufgibt, bis er Valjean verhaftet hat (Sterne). Marius bittet Éponine, die in ihn verliebt ist (was er allerdings nicht weiß), Cosette zu suchen (Éponines Botengang). Dann kommt Marius ins ABC-Café, wo sich die Studenten treffen. Dort verhöhnt man Marius wegen seiner Liebe zu einer Unbekannten. Die Studenten singen über ihre Revolution (Rot und Schwarz/Das Lied des Volks). In der Zwischenzeit sitzt Cosette allein im Garten ihres Hauses in der Rue Plumet und denkt an Marius (Schon so lang). Valjean kommt, und zum ersten Mal stellt sie ihm Fragen, die Valjean aber nicht beantwortet. Dann kommen Marius und Éponine. Marius geht zu Cosette hinein (Mein Herz ruft nach dir). Draußen kommen Thénardier und seine Bande. Sie wollen Valjean mit ihrem Wissen über seine Identität erpressen (Der Überfall). Doch Éponine, die Marius schützen will, schreit, um Aufmerksamkeit zu erregen. Marius geht, als er sieht, dass Valjean kommt. Cosette tischt Valjean ein Lügenmärchen über irgendwelche Schatten hinter der Mauer auf. Valjean befürchtet, Javert habe ihn gefunden.

Er erkennt, dass er in Frankreich nicht mehr sicher ist, und will nach England fliehen (Der Aufbruch). Nun singen alle über den nächsten Tag: Valjean über seine Hoffnung, in Sicherheit leben zu können, Cosette und Marius über ihre Trennung, Éponine über ihren Liebeskummer, die Studenten wollen nun die Barrikaden bauen, Thénardiers freuen sich über das Gemetzel, sie versprechen sich Gewinn, Javert hat beschlossen, sich zu verkleiden und die Studenten auszuspionieren (Morgen schon). Marius beschließt, sich dem Aufstand anzuschließen, da ein Leben ohne Cosette keinen Sinn mehr hat.

Zweiter Akt
Die Studenten bauen ihre Barrikade, Javert erhält den Auftrag, die Anzahl der Feinde herauszufinden (Hier auf diesem Platz/Upon Originalabbildung3These Stones). Éponine bekommt von Marius den Auftrag, einen Brief zu Cosette zu bringen, sie wird aber von Valjean abgefangen, der den Brief zuerst liest. Ihm wird klar, dass Cosette verliebt ist. Éponine singt über ihre Liebe zu Marius, erkennt, dass er sie niemals so sehr lieben wird, wie sie ihn (Nur für mich) und beschließt ebenfalls, zur Barrikade zu gehen. Diese ist nun fertig (Siegen oder untergehen). Javert kommt zurück (Javert auf der Barrikade), doch nun wird er von dem Straßenjungen Gavroche enttarnt (Wir Kleinen). Man bringt ihn weg. Dann klettert Éponine schwer verletzt über die Barrikade. Sie wurde angeschossen und stirbt in Marius’ Armen (Der Regen fällt).

Javert wird nun hinter der Barrikade an einen Stuhl gebunden, dann kommt ein Mann zu den Aufständischen. Es ist Valjean auf der Barrikade. Er will Marius beschützen, da seine Cosette ihn liebt, doch dann erkennt er Javert. Der erste Angriff folgt. Valjean erschießt einen Schützen, der beinahe Enjolras getötet hätte. Als Enjolras ihm dankt, bittet Valjean ihn, Javert erschießen zu dürfen. Enjolras willigt ein. Doch sobald er unbeobachtet ist, lässt Valjean Javert frei, nennt ihm sogar seine Adresse (Schon wieder ihr) und schießt in die Luft, um alle glauben zu lassen, er habe Javert getötet. Die Rebellen legen sich zum Schlafen (Trinkt mit mir). Valjean betet für Marius (Bring ihn heim), er ist bereit, seinen einzigen Lebensinhalt, Cosette, aufzugeben.

Am nächsten Morgen gehen den Aufständischen die Patronen aus. Beim zweiten Angriff bestiehlt Gavroche die feindlichen Leichen und wird dabei erschossen (Gavroches Tod). Schließlich folgt Der letzte Angriff, bei dem mit Ausnahme Valjeans und Marius, der jedoch schwer verletzt wird, alle den Tod finden. Valjean flieht mit Marius durch die Abwasserkanäle. Javert sucht hinter der Barrikade nach Valjean, doch er findet ihn nicht. Er begreift, wohin er geflohen ist, als er feststellt, dass er nicht die Kraft hat, den Deckel der Kanalisation anzuheben, was nur der starke Valjean schaffen kann. Er geht, um ihn an dem Ausgang an der Seine zu verhaften.

In der Kanalisation bestiehlt Thénardier die Leichen. Valjean kommt mit Marius. Thénardier stiehlt Marius’ Ring, doch Valjean erwacht, bevor er ihn bestehlen kann. Thénardier hat ihn jedoch erkannt. Valjean schleppt sich mit Marius weiter. Am Ausgang wartet Javert. Valjean kann ihn bewegen, ihm Zeit zu geben, Marius zum Arzt zu bringen. Javert lässt ihn gehen, begreift erst etwas später, was er getan hat (Der Doppelte Schwur (Reprise)). Er sieht keinen Ausweg mehr, er hat seinen Schwur und sämtliche seiner Prinzipien gebrochen, er hat feststellen müssen, dass sich ein ehemaliger Dieb sehr wohl bessern kann, schließlich stürzt er sich in die Seine (Javerts Selbstmord).

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Die Frauen von Paris beklagen die Toten (Weiter). Im ABC-Cafe singt Marius über seine Freunde (Dunkles Schweigen an den Tischen). Cosette pflegt ihn, Marius fragt sich dauernd, wer ihn gerettet hat (Jeden Tag). Valjean gesteht Marius, wer er ist und will sich aus ihrem Leben raushalten (Valjeans Geständnis). Marius verspricht ihm, dass Cosette nichts erfahren wird.

Marius und Cosette feiern ihre Hochzeit. Thénardier kommt. Er will nun Marius erpressen mit seinem angeblichen Wissen, dass Valjean ein Mörder ist. Er habe Valjean am Morgen des Aufstands in der Kanalisation gesehen – mit einer Leiche. Zum Beweis zeigt er Marius dessen eigenen Ring. Marius begreift, dass Valjean ihn gerettet hat. Er und Cosette begeben sich sofort zu Valjean. Thénardier stellt die Feier auf den Kopf (Bettler ans Buffet).

Epilog
Valjean ist nun ein alter Mann. Im Schein der Kerzenleuchter des Bischofs schreibt er sein Geständnis für Cosette. Cosette und Marius kommen, Marius dankt Valjean, Cosette ist entsetzt, als ihr klar wird, dass Valjean sterben wird. Die Geister von Fantine und Éponine führen Valjean ins Jenseits, wo die Geister aller derer, die starben – Gavroche, Enjolras und die übrigen Studenten – noch einmal Das Lied des Volkes anstimmen.

Victor Hugo

Und dann kam das Musical zu diesem Buch:

„Les Misérables“ feierte seine Uraufführung am 17. September 1980 im Palais des Sports, Paris, unter der Regie von Robert Hossein. Diese Urversion war speziell auf das französische Publikum zugeschnitten. Da die Romanvorlage in Frankreich zur Allgemeinbildung gehört, verzichteten Boublil und Schönberg auf wesentliche Teile der Handlung. Die Premiere der revidierten Fassung, so wie sie heute gespielt wird, fand am 8. Oktober 1985 im Londoner Barbican Centre statt.

MusicalLondon

„Les Misérables“ wurde 1987 von Heinz Rudolf Kunze ins Deutsche übersetzt. Die deutschsprachige Erstaufführung war dann in Österreich am 15. September 1988 im Raimund Theater in Wien zu sehen. Es wurden dort in 400 Vorstellungen bis zur letzten Vorstellung am 31. März 1990 über 420.000 Besucher gezählt. Im Sommer 2006 erfolgte auf der Felsenbühne Staatz die erste österreichische Open Air Produktion. Im Sommer 2018 wurde das Musical mit großem Erfolg erneut auf der Felsenbühne Staatz aufgeführt.

In Deutschland lief die Lizenz-Produktion in einem eigens für das Musical gebauten Gebäude (Theater am Marientor) vom 26. Januar 1996 bis 28. November 1999 in Duisburg und vom 26. September 2003 bis 31. Dezember 2004 im Theater des Westens in Berlin. Ferner gab es Neuinszenierungen an diversen Stadttheatern und Opernhäusern im deutschsprachigen Raum.

Im Sommer 2018 wurde das Stück im größten deutschen Freilichtmusiktheater auf der Freilichtbühne Tecklenburg aufgeführt.

In deutscher Sprache existieren zwei Aufnahmen: die erste aus Wien (auf 2 CDs von 1988), die zweite aus Duisburg (auf 1 CD von 1996). Keine dieser Aufnahmen enthält das vollständige Musical. Eine Soundboard-Aufnahme aus Berlin, die nie verkauft wurde, enthält nur neun Lieder. (wikipedia)

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Hier nun also die „Duisburger“ Version des Musicals.

Ursprünglich erschien dieses Album bereits 1996 und zwar mit einem oppulentem Begleitheft; mein Exemplar ist eine Nachpressung aus dem Jahr 199 (und hier war die Ausstattung des Albums mehr als bescheiden, wirkt daher ehr wie so ein Billig-Album.

Die Musik ist natürlich die gleiche … und da, nun ja, reißt es mich nicht vom Hocler … aber die Welt des Musicals ist mir eh fremd, von daher ist meine mangelnde Begeisterung nicht verwunderlich.

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Aber es lohnt sich urchaus, mit dem Anliegen des Victor Hug´s zu beschäftigen:

– Die Handlung ist weitgesponnen – im Grunde handelt es sich um einen politisch-ethischen Roman im Kleide eines Liebes- und Abenteuerromans.

Neben dem Schicksal der Einzelpersonen steht der Pariser Juniaufstand von 1832 im Zentrum des Romans. Hugo schildert ihn mit deutlicher Sympathie für die aufständischen Republikaner. An der Barrikade treffen alle positiven Haupt- und Nebenfiguren des Romans zusammen, fast so, als sei es eine Anstandspflicht, sich an den Aufständen zu beteiligen. Die Gestalt des heldenhaft geschilderten Pariser Gassenjungen Gavroche ist besonders einprägsam, ihr Gegenstück der abgrundtief schlechte Gastwirt Thénardier und seine Familie. Sowohl Gavroche als auch Thénardier tauchen im Verlauf des Romans immer wieder auf und beeinflussen den Fortgang der Handlung stark. Eine Pointe des Romans ist, dass es sich bei Gavroche um Thénardiers vernachlässigten Sohn handelt.

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Hugo, der das Dasein der Unterschicht sehr genau schildert, sieht einen wichtigen Beitrag zur Lösung der sozialen Frage in der Errichtung der Republik. Zugleich zeigt er wiederholt, wie Elend durch ethisches Handeln Einzelner behoben oder gelindert wird. Der Roman wurde von vielen Lesern sehr positiv aufgenommen. Er trug durch seine Themen- wie Sprachwahl wesentlich zur Herausbildung der realistischen Literatur im 19. Jahrhundert bei. Vermutlich aufgrund seines historischen Anspielungsreichtums und seiner häufigen Verwendung von „Argot“, der französischen Gossensprache, sind die meisten deutschen Übersetzungen des Romans gekürzt.(wikipedia)

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Besetzung:

Booklet03

Booklet04
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BookletA

Titel:

1. Akt:

01. Prolog 6.45
02. Am Ende vom Tag 4.18
03. Ich Hab Geträumt Vor Langer Zeit 4.12
04. Leichte Mädels 6.26
05. Wer Bin Ich? 2.49
06. Fantine’s Tod 6.14
07. Herr Im Haus 5.26
08. Sterne 3.11

Das ABC Café:
09. Rot und Schwarz 3.44
10. Lied Des Volkes 2.04

Rue Plumet:
11. Schon So Lang 2.10
12. Mein Herz Ruft Nach Dir 2.31

Finale 1. Akt;
13. Morgen schon 3.42

2. Akt:
14. Nur Für Mich 3.44

Die Barrikade;
15. Der Erste Angriff 1.13
16. Trinkt Mit Mir 2.45
17. Bring Ihn Heim 3.21
18. Die Letzte Schlacht 1.59

19. Javert’s Selbstmord 3.22
20. Dunkles Schweigen An Den Tischen 2.57

Finale 2. Akt:
21. Die Hochzeit 1.06
22. Epilog 4.26

Musik: Claude-Michel Schönberg
Texte: Alain Boublil, Jean-Marc Natal
Deutsche Übersetzungen: Heinz Rudolf Kunze, Herbert Kretzmer

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Die deutsche Original CD aus dem Jahr 1996:
OriginalAusgabe

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