Curt Goetz & Valerie von Martens – Heiter und besinnlich – Aus der Literatur (1958)

FrontCover1Auch einer der ganz Großen aus der alten Garde deutscher Schauspieler:

Vom Schurken zum Satiriker – Eine Kurzbiografie von Jan-Eric Loebe:

Seine satirischen Stücke sind auch heute noch von keiner Boelevardbühne wegzudenken. Dabei wird er auch von der seriösen Kritik in Ehren gehalten und sein Name fällt in einem Zug mit George Bernhard Shaw und Oscar Wilde: Curt Goetz. Seine bekanntesten Bühnenstücke HOKUSPOKUS, DR. MED. HIOB PRÄTORIUS und DAS HAUS IN MONTEVIDEO wurden mehrmals verfilmt, wobei es keiner besser beherrschte als er selbst. Curt Goetz, der es wie kein anderer Verstand, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, hatte ausgerechnet im Nazideutschland von 1938 erstmals Gelegenheit Filmregie zu führen. Doch schon in der Stummfilmzeit stand er vor der Kamera – lange bevor er mit seiner Frau Valerie von Martens zu internationaler Anerkennung kam…

Kurt Walter Götz wird am 17. November 1888 als Sohn des schweizer Kaufmanns Bernhard Götz und seiner Frau Selma, geb. Rocco, in Mainz geboren. Schon 1890 stirbt der Vater, worauf Selma Götz mit dem gerade zweijährigen Sohn nach Halle an der Saale zieht. Die Mutter leitet dort eine Privatklinik.

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Curt Goetz

Im Alter von 18 Jahren besteht der junge Kurt dort das Einjährigen-Examen am Städtischen Gymnasium. Sein Stiefvater vermittelt ihm noch im gleichen Jahr Schauspielunterricht bei dem Berliner Schauspieler Emanuel Reicher. Sein erstes Engagement hat Götz bereits im Jahr darauf, 1907, am Stadttheater in Rostock. Hier schreibt er auch schon erste Sketche für die Bühne.

Es folgen Engagements am Intimen Theater Nürnberg (1909 bis 1911), an den Barnowsky-Bühnen (ab 1911), am Kleinen Theater, am Lessingtheater sowie im Deutschen Künstlertheater in Berlin. Nebenbei hat er Auftritte am Deutschen Theater und am Staatlichen Schauspielhaus. Dort spielt er Stücke unterschiedlichster Genres. In modernen Stücken von Oscar Wilde oder Georg Kaiser sieht man ihn ebenso wie in Hauptmanns DER ROTE HAHN oder Ibsens DIE WILDENTE.

In Berlin verfasst Götz 1911, der sich als Autor fortan Curt Goetz nennt, seine erste Komödie DER LAMPENSCHIRM. Es folgen zahlreiche Komödien und Grotesken aus mehreren Einaktern. Durch seinen hervorragenden satirischen Sprachwitz avanciert er mit Stücken wie NACHTBELEUCHTUNG (1918), MENAGERIE (1919) oder INGEBORG (1921) bald zu einem etablierten Bühnenautor des gehobenen Boulevardtheaters.

1912 heiratet Goetz die Schauspielerin Erna Nitter. Im gleichen Jahr tritt er zudem in zahlreichen Stummfilmen auf. In seinem Filmdebut SCHWARZES BLUT spielt er an der Seite und unter der Regie von Harry Piel einen indischen Mörder. Es folgen auch Komödien, in erster Linie aber weiterhin Krimis, in denen er meist den Gegenspieler von Leinwandhelden wie Max Landa mimt. Für die erfolgreichen Krimiserien des Leinwandhelden verfasst er auch zahlreiche Drehbücher.

Autogrammkarte
1917 wird die Ehe mit Erna Nitter wieder geschieden. Ab 1920 sieht man Goetz in einigen Filmen als Detektiv Joe Deebs. Zwei Jahre später gründet er die Kurt Götz-Film-Compagnie GmbH, bei der er als einzigste Produktion den Film FRIEDRICH SCHILLER – EINE DICHTERJUGEND inszeniert. Nach zwei weiteren Filmrollen unter der Regie von Joe May und Reinhold Schünzel konzentriert sich Goetz wieder ausschließlich auf das Theater.

923 heiratet er die Schauspielerin Valerie von Martens, die fortan zu seinem festen Ensemble auf zahlreichen Gastspielreisen gehört. 1927 feiert er mit der in Stettin uraufgeführten Kriminalkomödie HOKUSPOKUS seinen bis dahin größten Erfolg. Das Ehepaar Goetz und von Martens leistet sich von den Einkünften eine Villa in Merlingen am Thuner See in der Schweiz. Das Musical ZIRKUS AIMÉE (1928) wird zwar ein Misserfolg, die folgenden Stücke DER LÜGNER UND DIE NONNE (1929) und DR. MED. HIOB PRÄTORIUS (1932), allesamt erstklassige Satiriken, schließen aber wieder an den gewohnten Erfolg an.

Buchtitel

Buchausgabe

1930 wird mit HOKUSPUKUS sein erstes eigenes Stück mit den damaligen Publikumslieblingen Lilian Harvey und Willy Fritsch verfilmt. Beide sind auch die Stars der Filmerfolge GLÜCKSKINDER (1936) und SIEBEN OHRFEIGEN (1937), bei denen Goetz Dialoge beisteuert. 1937 erhält er das Angebot, in dem Reinhold Schünzel-Film LAND DER LIEBE neben seiner Frau Valerie von Martens die männliche Hauptrolle zu spielen. Er lehnt ab, während Valerie von Martens darin neben Albert Matterstock ihr Filmdebut gibt. Goetz steuert bei diesem Projekt wiederum zahlreiche Dialoge bei.

Der Film gerät, durch deutliche satirische Anspielungen auf die nationalsozialistischen Machthaber, in die Räder der Filmzensur. Während der Film stark gekürzt wird, entgeht der als Halbjude eingestufte Regisseur Schünzel seiner Verhaftung durch Emigration ins Ausland. Curt Goetz und Valerie von Martens werden bei der Reichsfilmkammer verhört. Stark gekürzt und mit nachgedrehten Szenen versehen, landet der aufwendige Film schließlich doch noch im Kino und kann trotz zahlreicher „Entschärfungen“ seine Tendenz nicht verbergen.

Durch die Emigration zahlreicher namhafter Regisseure ist der deutsche Film in dieser Zeit auf fähigen Nachwuchs angewiesen, so dass Goetz trotz der Vorfälle 1938 sein Drehbuch NAPOLEON IST AN ALLEM SCHULD inszenieren kann. Diesmal steht er selbst in der Hauptrolle neben Gattin Valerie von Martens vor der Kamera. Der Film, einer der aufwendigsten des Jahres, ist abermals von unzähligen unterschwelligen Witzen gegen die damaligen Machthaber durchzogen, entwickelt sich aber gerade deshalb zu einem großen Publikumserfolg.

1939 emigrieren Curt Goetz und Valerie von Martens zunächst nach New York, wo Goetz bei der MGM unter Vertrag genommen wird und mit Joseph L. Mankiewicz das Drehbuch zu dem unrealisierten Projekt THE ROAD TO ROME erarbeitet. Nach der Mitarbeit an dem Drehbuch zu dem Greta Garbo-Film TWO-FACED WOMAN lehnt er einen 5-Jahres-Vertrag der MGM ab und zieht sich stattdessen mit seiner Frau auf eine Hühnerfarm in Van Nuys zurück.

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Curt Goetz & Valerie von Martens

Dort verfasst er die Erzählung TATJANA und den Roman DIE TOTE VON BEVERLY HILLS sowie eine Neufassung des Stücks HOKUSPOKUS. Er arbeitet seinen Einakter DIE TOTE TANTE in das Stück DAS HAUS IN MONTEVIDEO um, in dem er mit Valerie von Martens 1945 am Playhouse-Theatre am Broadway auftritt.

1946 kehren beide in die Schweiz zurück, wo sie DAS HAUS IN MONTEVIDEO aufführen. Der Erfolg ist abermals enorm, so dass sie das Stück auch auf deutschen Bühnen einem begeisterten Publikum präsentieren.

1949 verfilmt Goetz – abermals als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller zugleich – sein Stück DR. MED. HIOB PRÄTORIUS für die Hans Domnick-Filmproduktion und landet damit einen der größten Filmerfolge der jungen Bundesrepublik.

1950 wirkt er in den USA am Drehbuch zu dem Films CHEAPER BY THE DOZEN (Im Dutzend billiger) mit. Im folgenden Jahr entsteht mit PEOPLE WILL TALK in Hollywood unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz die Verfilumg des PRÄTORIUS-Stoffs.

1951 inszeniert er den Film DAS HAUS IN MONTEVIDEO, abermals mit Produzent Hans Domnick und abermals mit Valerie von Martens und ihm selbst als Hauptdarsteller. Wieder landet er einen großen Erfolg bei Puplikum und Presse.

1952 steht er mit seiner Frau in der Neubearbeitung des Stücks HOKUSPOKUS auf deutschen Bühnen und ein Jahr später unter der Regie von Kurt Hoffmann in der erfolgreichen Filmversion.

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Valerie von Martens

1955 folgt die Tournee mit seiner Bearbeitung der Komödie DER RAUB DER SABINERINNEN, 1956 kommt er mit seinem Stück NICHTS NEUES IN HOLLYWOOD, in dem er seine Erfahrungen mit der amerikanischen Filmindustrie thematisiert, groß heraus. Mit DER AUSBRUCH DES WELTFRIEDENS hat 1958 abermals eine erfolgreiche Goetz-Satire ihre Premiere. Noch im gleichen Jahr wird Goetz Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Im Renaissance-Theater findet ihm zu Ehren eine Gala-Vorstellung seiner letzten Einakter MINIATUREN statt.

Aus Altersgründen zieht sich Curt Goetz wenig später zusammen mit Valerie von Martens in sein Haus in Schaan in Liechtenstein zurück. Am 12. September 1960 stirbt Curt Goetz in Grabs im Schweizer Kanton St. Gallen.

„Miniaturen“ ist eigentlich der Titel einer Sammlung von drei Einaktern (Die Rache, Herbst und Die Kommode) aus der Endphase des Schaffens von Curt Goetz, die er unter dem Eindruck einer schweren Krankheit verfasste. Ihre Uraufführung fand am 12. Mai 1958 im Akademietheater, Wien, unter dem Titel Alte Möbel statt, die deutsche Erstaufführung bereits unter dem Namen Miniaturen am 17. November desselben Jahres im Rahmen einer Gala-Vorstellung zum 70. Geburtstag von Curt Goetz im Renaissance-Theater, Berlin.

Zwei der drei Einakter sind Originalstoffe von Curt Goetz, nämlich Die Rache und Herbst, der dritte Die Kommode ist eine freie Bearbeitung einer Vorlage von Guy de Maupassant.

Ebenfalls unter dem Namen Miniaturen erscheinen die drei kurzen Theaterstücke 1958 auch als Buchausgabe bei Herbig. Sie sind – so ist dort zu lesen – Dr. Herman Werder gewidmet, ohne dessen „chirurgische Kunst“ sie laut Autor „nicht mehr entstanden wären“. „Möge die Literatur ihm verzeihen“, setzt Goetz der Widmung mit dem ihm eigenen Understatement hinzu.

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Aus dem Inhalt:
Die Rache:
Ein Mann sucht den Staatsanwalt auf, der ihn ins Gefängnis brachte, der aber auch der Ehemann seiner Geliebten, die sich nach der Entdeckung des Verhältnisses selbst getötet hat, war, um den Selbstmord zu rächen, an dem er dem Ehemann die Schuld gibt. Nach einem Wortgefecht, an dessen Ende eigentlich die Tötung seines Gegenüber stehen soll, muss der Mann erkennen, dass der Ehemann, der seine Frau über alles liebte, an dem Selbstmord ganz und gar unschuldig und seine verstorbene Geliebte Nymphomanin war.

Herbst:
Cyprienne und ihre Tochter Florence befinden sich auf einem Kuraufenthalt. Auf einer Waldhöhe des Kurortes trifft Cyprienne Graf Dingelstädt, der sich zu ihr setzt und mit ihr über seine einzige wahre Liebe spricht, die er vor vielen Jahren verlor. Dingelstädts Gesprächspartnerin erkennt nach und nach, dass von ihr selbst die Rede ist, gibt sich allerdings – alt und blind geworden – nicht zu erkennen.

Die Biographie der Figur Graf Dingelstädts trägt offensichtliche Parallelen der Lebensgeschichte des Theatermannes Freiherr Franz von Dingelstedt.

In der Sprechplattenreihe Heiter & besinnlich. Aus der Literatur der Plattenfirma Electrola erscheint als neunte Folge 1959 das Album Curt Goetz und Valerie von Martens in „Miniaturen“, welches Schallplattenfassungen der beiden Goetz’schen Originalstücke aus Miniaturen in sich vereint. Curt Goetz selbst wirkte an diesen Produktionen als Sprecher der Rollen Dr. von Alten und Graf Dingelstädt, die er auch auf dem Theater verkörperte, mit. Den Cover-Text für das Album verfasste der Theaterkritiker Friedrich Luft. „Eine kleine Hohe Schule der Komödiendialektik“ nennt er darin das erste Stück, das zweite charakterisiert er als einfallsreiche Kurzkomödie „unversehens mit etwas Tragik garniert“.

Sein letztes Werk also … und trotz aller humoresker Aspekte von einer z.T. bemerkenswerten Tiefe !

Hinweis: angesichts des Alters dieser Schallplatten ist von einem gewissem Knister-Faktor auszugehen !

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Besetzung:

Seite 1:
Dr. von Alten – Curt Goetz
Frau Krause – Valerie von Martens
Der Besucher – Klaus Kammer

Seite 2:
Cyprienne – Valerie von Martens
Florence, ihre Tochter – Herta Staal
Graf Dingelstädt – Curt Goetz
Sprecher – Klaus Miedel

Gedenktafel
Titel:
01. Die Rache  (Ort der Handlung: Das Anwaltsbüro des Herrn Dr. von Alten) 22.03
01. Herbst  (Ort der Handlung: Eine Bank auf der Waldhöhe eines Kurortes) 24.28

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Axel Springer – Kein Aufschrei geht durch unserer Vaterland (1976)

FrontCover1Es gab wohl keine größere Reizfigur für die damalige Studentenbewegung (ja, ja, die 68er  …) als den Verleger Axel Springer:

Der Vater Axel Springers war der Verleger Hinrich Springer aus Altona, Inhaber des Verlages Hammerich & Lesser, Verleger der Altonaer Nachrichten und Schatzmeister der Deutschen Demokratischen Partei (DDP).[2] Seine Mutter war Ottilie Springer, geb. Müller.[3] Axel Springer machte nach dem Besuch eines Realgymnasiums in den Jahren 1928–1932 eine Lehre als Setzer und Drucker im Betrieb seines Vaters. Es folgte ein Volontariat in der Nachrichtenagentur Wolffsches Telegraphen Bureau und der Bergedorfer Zeitung. 1933 heiratete er die Hamburger Baumeistertochter Martha Else Meyer. Im selben Jahr kam die gemeinsame Tochter Barbara zur Welt. Nach den Nürnberger Rassegesetzen in der NS-Zeit wurde Meyer als sogenannte „Halbjüdin“ eingestuft. Die Ehe wurde 1938 geschieden. 1939 begann Springers zweite Ehe mit der Berlinerin Erna Frieda Berta Holm.

1933 kehrte Springer zur väterlichen Zeitung Altonaer Nachrichten, später Hamburger Neueste Zeitung, zurück. 1937 stieg er zum Chef vom Dienst und stellvertretenden Chefredakteur auf, ehe das Blatt 1941 auf Verfügung der Nationalsozialisten im Rahmen der ersten von drei großen Presse-Stilllegungsaktionen aufgrund Papierverknappung eingestellt wurde. Daher arbeitete Axel Springer ab 1941 als Verleger für belletristische Literatur im familieneigenen Verlag. Im gleichen Jahr wurde sein Sohn Axel Junior geboren, der später unter dem Pseudonym Sven Simon als Fotojournalist und Chefredakteur der dann vom Vater verlegten Welt am Sonntag bekannt wurde. Axel Springer blieb aufgrund eines roten Ausmusterungsscheins (dauernde Wehrdienstunfähigkeit) von jeglichem Kriegseinsatz verschont. Als Mitarbeiter der Altonaer Nachrichten war er während der Zeit des Nationalsozialismus für antisemitische Propaganda mitverantwortlich. Weiterhin trat er als Anwärter dem NS-Kraftfahrkorps bei.

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Axel Springer in den 50er Jahren

Ende 1945 erhielt Axel Springer zusammen mit seinem Vater von der in Hamburg zuständigen englischen Militärregierung eine Lizenz zur Publikation von Büchern. Springers verlegten zunächst Kalender und ab 1946 die Nordwestdeutschen Hefte, in denen Beiträge des neu gegründeten Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) gedruckt wurden. Mit der Gründung der Hör Zu! 1946 begann der Aufstieg seines Imperiums. Zusammen mit dem Verleger John Jahr senior erhielt Springer 1948 die Lizenz für die Zeitschrift Constanze, die ein weiterer Erfolg seines neu gegründeten Verlages wurde. Im selben Jahr gab er das Hamburger Abendblatt als erste vom Hamburger Senat lizenzierte Tageszeitung heraus.

Beim Aufbau des Zeitungsverlages kam es den Springers zupass, dass die Briten in Hamburg das Kommunikationszentrum für ihre Besatzungszone eingerichtet hatten. In Hamburg erschienen auch die ersten Parteizeitungen sowie die Wochenzeitung Die Zeit.

1948 wurde Springer Mitglied der Hamburger Freimaurerloge „Die Brückenbauer“ o.O. in der auch Paul Sethe (FAZ), Fritz Sänger (DPA), Carlo Schmidt, Ernst Fromm, Rolf Dahlgrün und Rolf Appel Mitglieder waren. Auf Springers Wunsch hin wurden in den 1950er Jahren die monatlichen Kolloquien der Loge in seiner privaten Bibliothek abgehalten.

Ab 1950 wurde von Springer das Hamburger Verlagshaus in der Kaiser-Wilhelm-Straße errichtet. Springers Rundfunk- und Fernsehzeitschrift Hör Zu! (später Hörzu) erreichte erstmals eine Auflage von über einer Million. 1952 konzipierte er sein mediales Erfolgsrezept: Die erste Ausgabe der Boulevardzeitung Bild, die seither täglich erscheint. Die Bild-Zeitung prägt bis heute stark polarisierend das Meinungsbild einer Millionenleserschaft und war jahrzehntelang auflagenstärkste Zeitung Europas (heute noch auflagenstärkste in Deutschland).-

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1953 heiratete Springer seine dritte Frau Rosemarie Alsen, geborene Lorenz, Tochter von Werner Lorenz. Springers schnell wachsender Medienkonzern kaufte im selben Jahr von den Briten Die Welt, Das Neue Blatt und die Welt am Sonntag. 1956 erfolgte eine Beteiligung am Berliner Ullstein Verlag; im selben Jahr erschien die erste Ausgabe der Bild am Sonntag. Im Sommer 1957 litt Springer an schizophrenen Schüben, in denen er sich für den wiedergeborenen Messias hielt. Er wurde durch Vertraute weitgehend abgeschirmt und durch gesundheitliche Probleme entschuldigt. Um im patriotischen Sinne eine Wiedervereinigung Deutschlands zu erreichen, traf sich Springer im Januar 1958 mit dem sowjetischen Staatschef Nikita Chruschtschow. Den idealen Zeitpunkt für die Übergabe seines gemeinsam mit Hans Zehrer erstellten Wiedervereinigungsplanes ließ Springer durch seine persönliche Astrologin errechnen. Bis auf ein ausführliches Interview für die Welt blieb das Treffen allerdings ergebnislos. Als Folge des Scheiterns kommt es zum Bruch mit seinem ehemaligen Mentor Zehrer und Springer beginnt, Chruschtschows Sowjetunion als „Reich des Bösen“ zunehmend journalistisch zu bekämpfen. Im Zuge des Kalten Krieges setzte Springer nun vermehrt Auslandskorrespondenten ein und gründete 1959 den Springer Auslandsdienst (SAD); gleichzeitig übernahm er die Mehrheit an der Ullstein-Gruppe mit den Tageszeitungen B.Z. und Berliner Morgenpost im Westteil Berlins.

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1961 verkaufte Springer seine Anteile an der Zeitschrift Constanze an seinen Verlegerkollegen John Jahr. Im selben Jahr trennte er sich von seiner Frau Rosemarie, um 1962 die vierte Ehe mit Helga Alsen, geb. Ludewig, einzugehen. Helga Alsen war ebenso wie Rosemarie Alsen zuvor mit Springers Nachbarn Horst-Herbert Alsen verheiratet. Aus dieser Ehe stammt Springers Sohn Raymund Nicolaus. In den Jahren 1964/65 übernahm Springer das Boulevardblatt Mittag, die Zeitschriften Bravo und twen, die Sportillustrierte kicker sowie den Münchner Verlag Kindler & Schiermeyer. Sein Generalbevollmächtigter wurde Christian Kracht. Sehr zum Missfallen Axel Springers wurde nun auch das seinem Verlag stets kritisch gegenüberstehende Magazin Der Spiegel in seinem Haus gedruckt. 1966 gründete er die Zeitschrift Eltern.

Privat wie publizistisch setzte sich Springer stark für eine Aussöhnung mit dem jüdischen Volk ein und unternahm mehrere Reisen nach Israel. 1966 eröffnete Springer im Beisein von Bundespräsident Heinrich Lübke sein neu errichtetes Verlagshaus an der Kochstraße (dort heute: Rudi-Dutschke-Straße) Ecke Lindenstraße (dort heute: Axel-Springer-Straße) in Berlin-Kreuzberg in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer. Die Standortwahl des mehrstöckigen Gebäudes war eine deutliche Kampfansage des Verlegers und sein Fanal gegen das System der DDR. 1967 wurde der Hauptsitz des Verlages komplett dorthin verlegt. Dasselbe Jahr wurde indes auch zu einem der unbequemsten Jahre des Springer-Verlags: Während Springer im Ausland nach Frieden suchte, blies ihm im eigenen Land mit der Parole „Enteignet Springer!“ ein heftiger Sturm entgegen und bildete den Auftakt zu den 68er Studentenunruhen. Überdies wuchs die Kritik an dem die Medien dominierenden Verleger, ausgehend von Intellektuellen und Schriftstellern, wie z. B. der Gruppe 47.

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Bei einem von der Rote Armee Fraktion (RAF) verübten Bombenanschlag auf das Hamburger Springer-Hochhaus 1972 wurden 17 Mitarbeiter verletzt. 1973 nahm Springer in Kettwig bei Essen seine sechste Druckerei in Betrieb und somit zugleich die damals größte Offsetdruckerei in Europa. Im selben Jahr wurden Brandanschläge auf Springers Gästehaus in Kampen auf Sylt und auf sein Chalet bei Gstaad verübt. Das Chalet brannte dabei vollständig nieder. Der Täter konnte nicht ermittelt werden, bis sich der Schweizer Autor Daniel de Roulet 2006 zu dem Anschlag bekannte. 1975 wurde Axel Springer für seine Bemühungen zur Annäherung der Bundesrepublik Deutschland mit Israel die Ehrendoktorwürde der israelischen Bar-Ilan-Universität verliehen. In seinen Konterangriffen gegen den von ihm tief gehassten Kommunismus gründete Springer 1976 die Zeitschrift Kontinent, in der verfolgte osteuropäische Regimekritiker und Schriftsteller sich äußern und publizieren durften. Im selben Jahr startete er diverse „Special Interest“-Titel (Fachjargon für Fachzeitschriften) wie Musikjoker, Ski-Magazin und das Tennis magazin. Überdies erwarb Springer Anteile der Münchner Zeitungs-Verlag GmbH & Co KG. Sein Begehren auf einen Kauf der Mehrheitsanteile an dem Münchener Verlag wurde jedoch wie schon früher vom Bundeskartellamt untersagt, um einer Hegemonie in der deutschen Presselandschaft Einhalt zu gebieten. Im selben Jahr erfolgte eine erneute Auszeichnung Springers durch die Hebräische Universität von Jerusalem. Im folgenden Jahr, 1977, erhielt er die Auszeichnung der American Friendship Medal für die freundschaftliche Position seiner Presse zu den USA.

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Axel Springer mit Konrad Adenauer

Zur selben Zeit demontierte der kritische Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff mit seinem Enthüllungsbuch Der Aufmacher die Bild-Zeitung. Die sozialkritische Dokumentation Wallraffs deckte die Kehrseiten der Springer-Presse und ihre Methoden auf und warf einen dunklen Schatten auf den Medienzaren. Der von Bild gegen Wallraff geführte Prozess dauerte bis 1981 und wurde am Ende zu Wallraffs Gunsten entschieden. Weitere negative Nachrichten erreichten Axel Springer, als sein Verlag 1978 zu schätzungsweise 50.000 DM Schmerzensgeld verurteilt wurde, nachdem die Bild-Zeitung in ihrer Berichterstattung über den Mord am Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, die Studentin Eleonore Poensgen als „Terroristen-Mädchen“ diffamiert hatte. (Quelle: wikipedia)

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Günter Wallraff

Und hier können wir Axel Springer im Original-Ton hören. Diese Rede hielt er anläßlich der Verleihung der sog. Jakob-Fugger Medaille im Jahr 1976 in München.

Hüllentext

Und ich gestehe … mich hat´s gefröstelt … die Stimme jener Person zu hören, die mitverantwortlich war, dass menschenverachtender Journalismus geradzu zelebriert (und zwar sehr erfolgreich) in Deutschland salonfähig wurde.

Und auch wenn´s mir jetzt eher schlecht geworden ist: ein ganz und gar wichtiges Dokument zur Zeitgeschichte.

Besetzung:
Axel Springer (Redner)

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Titel:
01. Kein Aufschrei geht durch unserer Vaterland (Teil 1) 15.51
02. Kein Aufschrei geht durch unserer Vaterland (Teil 2) 22.16

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Siemens Amateure – Swing, Cool, Hard Bop (1975)

FrontCover1Na ja … die Firma Siemes, bzw. den Konzern Siemens kennt ja nun wirklich jeder … deren damalige (also im Jahrt 1975) Jazz-Haus-Kapelle „Siemens Amateure“ hingegen wohl kaum einer …

Es gab ja immer wieder große Konzerne, deren Mitarbeiter in ihrer Freizeit gerne musizierten und wenn man dann soweit war, finanzierte die Firmen-Leitung gerne mal ein Aufnahmestudio und die Pressung einer LP … natürlich einerseits lobenswert, andererseits dienten solche Aktionen natürlich auch der Imagepflege.

Und so erzählen die Beteiligten, wie es zu dieser LP kam:

Hüllentext1

Na ja, und die Konzernleitung ließ es sich nicht nehmen, auch ihren Senf dazu zu geben und zwar in einem eher schulmeisterlichem Ton:

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Und herausgekommen ist ein ganz und gar feines Jazz Album der alten Schule. Und wirklich bemerkenswert ist es, dass sich die Musiker nicht dazu verleiten haben lassen, klassische Jazzstandards einzuspielen, sondern eher unbekannte Kompositionen von freilich hervoragenden Komponisten dieses Genres …

Von daher ist diese LP nicht nur eine Rarität, sondern sie macht auch noch Freude, sofern man den gepflegten Jazz früherer Jahre zu schätzen weiß … Ist halt so gut wie ein alten Whisky …

Aufgenommen wurde diese LP übrigens am 2. August und 23. August 1975 und zwar jeweils in der Hochschule für Musik in München. Und das Pianohaus Lang, München, spendierte den Steinway Flügel für die Aufnahmesessions … löblich !

Die Hülle vermerkt „Vol. 1“ … nach meinem Kenntnisstand kam es keinen weiteren Veröffentlichungen … schade eigentlich.

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Besetzung:
Walter Demeter (saxophone)
Wendel Heiß (piano 07. – 13.)
Georg Heldrich (bass)
Horst Jessel (drums)
Heinz Pellkofer (trumpet)
Herbert Schmidt (piano bei 01. – 07.)

BookleAAt

Titel:
01. Danny Boy (Weatherly) 3.19
02.  I’ll Take Romance (Oakland/Hammerstein) 3.06
03. The Song Is Ended (Berlin) 3.04
04. The Day Of Wine And Roses (Mercer/Mancini) 3.04
05. Takin‘ A Chance On Love (Latouche/Fetter/Duke) 3.00
06. My Own (Warren/Chiasson) 3.12
07. Out Of Nowhere (Green) 3.07
08. Spontanious Combustion (Adderley) 3.45
09. Jordu (Jordan) 4.08
10. Along Came Betty (Golson) 3.39
11. Tell It Like It Is (Shorter) 3.59
12. Nights At The Turntables (Mulligan) 3.06
13. Filthy Mc Nasty (Silver) 3.59

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Süddeutsche Zeitung Magazin – Nr. 37 – Schlagfertig (2017)

TitelDie „Süddeutsche Zeitung“ hab´ ich quasi mit der Vatermilch eingesaugt … Mein Vater war zwar strammer CSU-Wähler, aber die „Süddeutsche Zeitung“ gab´s dann täglich, die Alternative, den „Münchner Merkur“ (damals wie heute ehe CSU-lastig) verschmähte er beharrlich, vielleicht, weil er als Germanist dann doch auf ein gewisses Sprachniveau Wert gelegt hat.

Wie auch immer, als ich im Jahr 1975 aus dem Elternhaus auszog, war eine meiner ersten Amtshandlungen, mir meine eigen „SZ“ zu bestellen (damals noch im günstigerem Studenten-Abo).

Und bis heute liegt diese Tageszeitung täglich im Briefkasten.

Na ja, und dann führten sie 1990 die Freitagsbeilage namens „SZ-Magazin“ ein:
Das Süddeutsche Zeitung Magazin (kurz: SZ-Magazin) ist die vierfarbige Beilage, ein sogenanntes Supplement, in der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ) und damit eines der größten Magazine Deutschlands neben dem Zeit-Magazin.
Das Süddeutsche Zeitung Magazin wurde 1990 unter der Chefredaktion von Andreas Lebert gegründet. Seit Sommer 1996 leiteten es Christian Kämmerling (* 1954) und Ulf Poschardt (* 1967). 1999 kam ans Licht, dass Tom Kummer, freier Korrespondent in Los Angeles, Interviews mit Filmstars wie Sharon Stone, Kim Basinger, Brad Pitt und Courtney Love frei erfunden hatte. Als sich herausstellte, dass Poschardt und Kämmerling gefälschte Interviews publiziert hatten, konnte sie die SZ nicht mehr halten. Ab 2000 verantworteten Dominik Wichmann und Jan Weiler gemeinsam die Redaktion. Seit 2004 war Dominik Wichmann alleiniger Chefredakteur. Wichmann wechselte zum 1. Juni 2011 als stellvertretender Chefredakteur zum Stern. Nachdem das SZ-Magazin während einer Übergangszeit von Jan Heidtmann kommissarisch geführt wurde, übernahm am 1. Juli 2011 Timm Klotzek die Chefredaktion. Seit 2013 ist Michael Ebert ebenfalls Chefredakteur an der Seite von Timm Klotzek.

Zu den bekanntesten Autoren und Kolumnisten gehören Axel Hacke, der Moralkolumnist Rainer Erlinger sowie die Journalistin und Buchautorin Meike Winnemuth. Frühere Kolumnisten waren Hajo Schumacher, Kurt Kister, Willi Winkler, Christian Ulmen und Georg Diez und Donna Leon (Quelle: wikipedia)

Und es gehört ein wenig zur Tradition dieses blogs, dass ich gelegentlich,ältere oder neuer Ausgaben dieses Magazins präsentieren.

Hier … ganz aktuell … das Magazin zum Beginn der heurigen Wies´n (Oktobergest).

Und das sind die Themen dieses Heftes (56 Seiten):

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Und es fällt auf, dass das „SZ-Magazin“ neben nun wirklich ansruchsvollen Journalismus auch immer wieder jene Kunden bedienen muss … die man getrost zu den oberen Zehntausend zählen darf … denn die geschalteten Werbeflächen des Magazin sprechen keine andere Spraché ….

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Beispiel02

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Und auch auf diese knifflige Frage weiß Dr. Dr. Erlinger die Lösung

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Werbung für die gut betuchten …

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Beispiel11

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Beispiel13

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Kein redaktioneller Beitrag … sondern Werbung

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Ab jetzt wird es dekadent …

Beispiel17

Aha … gut zu wissen …

Beispiel18

Beispiel19

Beispiel20

Die Zeitschrift „Geo“ gibt´s auch noch ….

Beispiel21

Wachtel … man gönnt sich ja sonst nichts …. und die SPD will es auch noch mal wissen …

Beispiel22

Und das „gute alte Kreuzwort-Rätsel“ gibt es auch noch …

Beispiel23

Nun ja, Werbung für eine andere Gehaltsklasse …. als die meine …

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Mehr SZ Magazine:

MehrSZMagazine

Jörg Patitz – Mosaik (2007)

FrontCover1Für mich hat er schon so einen Status als Ausnahmemusiker: Jörg Patitz, der sich heute Vicente Patitz nennt:

Vicente Patíz (* 1976) ist ein deutscher Gitarrist.

Der in Johanngeorgenstadt im sächsischen Erzgebirge aufgewachsene Jörg Patitz, so sein bürgerlicher Name, fand erst mit 18 Jahren den Weg zur Musik und nahm Gitarrenunterricht. Als freischaffender Gitarrist gab er bis 2011 bereits 1500 Konzerte. Seine Gitarrenmusik beinhaltet u. a. Stilelemente aus Jazz, Funk und Flamenco.

Am 25. September 2010 übertraf er den im Guinness-Buch der Rekorde eingetragenen Rekord, bei dem im März 2009 innerhalb von 24 Stunden sechs Konzerten in sechs Ländern veranstaltet wurden, indem er innerhalb eines Tages acht Konzerte von 45 Minuten Länge in acht Ländern gab. Das erste Konzert des Tages gab Patíz in Oberhausen. Die weiteren sieben Konzerte fanden in Eupen (Belgien), Maastricht (Niederlande), Ettelbrück (Luxemburg), Straßburg (Frankreich), Winterthur (Schweiz), Vaduz (Liechtenstein) und Rankweil (Österreich) statt. (Quelle: wikipedia)

Weitaus bedeutender als dieser Rekord ist allerdings seine Musik.

Wie schreibt z.B. die „Presse Schwerin“:
…Dieser begnadete Gitarrist verschmilzt unterschiedlichste Quellen zu einer atemberaubenden Welt des Klangs

Genau s ist es und er erinnert mich an die Virtuosität eines Paul Brett und beide haben noch was gemeinsam: Kaum einer kennt sie, obwohl sie eigentlich angesichts ihrer Musikalität ganz oben stehen müsste … Ein ganz und gar großartiges Gitarren-Album !

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Besetzung:
Jörg Patitz

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Titel:
01. Song For My Dad 3.42
02. Kater Felix im Garten 3.31
03. Einmal Leuchtturm und zurück 4.16
04. Bruderherz 2007 3.57
05. Aufbruch 3.52
06. New Groove 3.51
07. Fiesta 2.53
08. Blume im Gewitter 5.32
09. Fishermans Odyssee 4.17
10. Frühlingswalzer 4.45
11. Geburtstagslied 2.43
12. Last Dance 8.52
13. Das Meer 5.44

Musik: Jörg Patitz

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Flyer

Konzert-Prospekt

Wiener Symphoniker – Nussknacker – Suite + Romeo und Julia (1968)

FrontCover1Ich hab´s ja weder mit dem Balett noch mit der Oper … abr dennoch gefällt mir diese LP doch ziemlich gut …

Zum einen, weil man eben nur die Ballettmusik hören kann:

Der Nussknacker  ist ein Ballett in zwei Akten von Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

 

Die Geschichte Nußknacker und Mausekönig wurde von E. T. A. Hoffmann geschrieben. Alexandre Dumas’ Version der Geschichte wurde später von Pjotr Iljitsch Tschaikowski vertont und gehört zu einem der populärsten Ballette. Es wird von vielen Theatern und Opernhäusern regelmäßig – meist um die Weihnachtszeit herum – aufgeführt.

Der Komponist wurde zu diesem Werk durch ein Theaterstück angeregt, das sein Bruder Modest für die Kinder seiner Schwester geschrieben hatte. Tschaikowski erzählte Marius Petipa von diesem Familientheater, der daraufhin ein Libretto verfasste. Petipa wollte ursprünglich auch die Choreographie übernehmen, überließ diese dann aber krankheitsbedingt Lew Iwanow. Das Werk wurde am 18. Dezember 1892 zum ersten Mal im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg in der Choreographie von Iwanow und der Ausstattung durch den Operndirektor Iwan Wsewoloschski aufgeführt, weniger als ein Jahr vor Tschaikowskis Tod.

Nußknacker

Von Iwanows Original verblieben vor allem der Pas de deux der Zuckerfee und ihres Kavaliers. Die amorphe Dramaturgie des Balletts begünstigte das Entstehen immer neuer Inszenierungs-Konzepte, so von Fedor Lopuchow (1928), Wassili Wainonen (1934), Nicholas Sergejew (1934), George Balanchine (1954), Juri Grigorowitsch (1966), Rudolf Nurejew (1968), John Neumeier (1971) und Heinz Spoerli (1980).

Im Mittelpunkt des Balletts steht Clara, im russischen Original Mascha. Sie bekommt am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Droßelmeier einen Nussknacker geschenkt. In der Nacht träumt sie von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt und mit ihr in das Reich der Süßigkeiten reist. Dabei geht es über den Tannenwald zum Schloss Zuckerburg, wo die dort residierende Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein Fest veranstaltet. Zuletzt erwacht Clara aus ihrem Traum. (Quelle: wikipedia)

Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Etliche werden den sog. „Marsch“ gut kennen … diente er doch als Vorlage für eine Adaption von Emerson, Lake &  Palmer … zu hören als ne Art Zugabe auf der großartigen LP „Pictures At An Exhibition“.

Spielerisch und leicht viele der Kompositionen … und meine Freude an Tschaikowski hat einen weiteren Grund.

Und dann  „Romeo und Julia“ … ebenfalls von Pjotr Iljitsch Tschaikowski komponiert:

Die Geschichte von Romeo und Julia brauch ich hier nicht eigens nacherzählen … oder ? Und auch hier sentimental, nachdenkliche aber oder furiose Musik … ein Ohrenschmaus:

Romeo und Julia ist eine Fantasie-Ouvertüre des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Sie basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des Dramatikers William Shakespeare. Das Stück gilt als Tschaikowskis erstes Meisterwerk und trägt für den Komponisten unüblich keine Opusnummer.

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Tschaikowskis Komponistenkollege Mili Balakirew lernte 1867 den französischen Komponisten Hector Berlioz kennen, der 1839 sein Werk Roméo et Juliette geschrieben hatte. So kam es, dass Balakirew Tschaikowski eine musikalische Umsetzung des Themas vorschlug und ihm sogar Ideen für die Einleitungstakte schickte. Balakirew war von Tschaikowskis Ergebnis nicht sehr begeistert und brachte diesen dazu, einige Änderungen vorzunehmen.

Im März 1870 dirigierte Nikolai Rubinstein die Uraufführung von Romeo und Julia in Moskau. Das Konzert wurde von Anhängern Rubinsteins gestört, der kurz vorher einen Gerichtsprozess verloren hatte.

Tschaikowski unterzog das Werk zwei Revisionen, eine im Sommer 1870, die andere im Jahr 1880.

Und dann noch die Biographie des Dirigenten dieser Aufnahmen, Karel Ančerl:

Karel Ančerl (ursprünglich Antscherl, * 11. April 1908 in Tučapy, Böhmen; † 3. Juli 1973 in Toronto, Kanada) war ein tschechischer Dirigent. Er war viele Jahre Leiter der Tschechischen Philharmonie.

Karel Ančerl wurde mit elf Jahren als Geiger Orchestermitglied in seiner Heimatgemeinde. Gegen den Willen seiner Eltern studierte er am Konservatorium Prag Komposition, Dirigieren und Schlaginstrumente. Großen Einfluss übten auf ihn in dieser Zeit auch der Neutöner Alois Hába sowie der damalige Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Václav Talich aus.

Karel_AncerlBis 1939 war Ančerl u. a. Mitarbeiter des Rundfunks, bis er nach dem Einmarsch der Wehrmacht und der Annexion Tschechiens alle Ämter verlor und 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert wurde. Die Filmaufnahmen des nationalsozialistischen Propagandafilms Theresienstadt zeigen ihn in einer Szene, wie er unter Zwang das KZ-Orchester zu dirigieren hatte. Als Einziger seiner Familie und fast aller Darsteller des Films überlebte er die anschließende Haft im KZ Auschwitz-Birkenau.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirkte Ančerl u. a. an der Prager Oper des 5. Mai als künstlerischer Direktor, bevor er am 1. September 1947 Chefdirigent des Prager Rundfunksinfonieorchesters wurde.

Im Oktober 1950 wurde Ančerl zum künstlerischen Direktor der Tschechischen Philharmonie ernannt, der er in den folgenden Jahren bis 1968 einen Spitzenplatz unter den Orchestern des Ostblocks sicherte und Einladungen in die ganze Welt einbrachte. Er erweiterte das Repertoire vor allem um moderne Musik (Schönberg, Bartók, Britten) und setzte sich mit Hingabe auch für unpopuläre Komponisten seines Heimatlandes wie Bohuslav Martinů ein.

Nach den Ereignissen von 1968 emigrierte Ančerl nach Kanada und leitete dort bis 1972 das Toronto Symphony Orchestra. Seine Grabstätte ist auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag zu finden.

Die typischen, häufig als „dunkel“ beschriebenen Farben seines Orchesters und Ancerls interpretatorische Leistungen wurden auf einer 42 Volumina umfassenden CD-Edition von Supraphon festgehalten. Diese Aufnahmen berücksichtigen auch unbekanntere tschechische Kompositionen (z.B. „In der Tatra“ von Vítězslav Novák oder die „Sieben Reliefs“ von Jarmil Burghauser).

Das französische Klassiklabel Tahra hat seit Beginn der CD-Ära Liveaufnahmen mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung Ančerls veröffentlicht, die einen Überblick über sein Repertoire vermitteln. (Quelle: wikipedia)

Bei so einer Biographie … bleibt einem der Mund offen steht angesichts der Dramatik eines solchen Lebens …

Ach ja … und entstanden sind diese Aufnahmen bereits im Jahr 1958.

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Karel Ančerl dirigiert in Theresienstadt

Besetzung:
Wiener Symphoniker unter der Leitung von Karel Ančerl

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Titel:

Nussknacker – Suite:
01. Miniatur – Ouvertüre 3.03
02. Marsch 2.25
03. Tanz der Fee Dragée
04. Russischer Tanz 1.05
05. Arabischer Tanz 2.53
06. Chinesischer Tanz 1.02
07. Tanz der Rohrflöten 2.22
08. Blumenwalzer 1.20

Romeo und Julia:
09. Fantasie Ouvertüre 19.07

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Cinema (Zeitschrift) – Januar 1980

TitelDass ich so ein richtiger Cineast bin, kann ich nicht wirklich behaupten … Aber dennoch: Filme und alles was sich so darum dreht, interessieren mich schon sehr.

Und so kommt es, dass ich gerne mal ein Exemplar der Zeitschrift „Cinema“ präsentierten möchte…:

Cinema (in der Schreibweise des Verlags CINEMA) ist eine monatlich erscheinende deutsche Zeitschrift rund um das Thema Kino. Sie bezeichnete sich als „Europas größte Filmzeitschrift“. Später wurde das Motto abgewandelt in „Das Wichtigste aus der Welt des Films“. Erstmals erschien Cinema im Jahr 1975. Chefredakteur ist Artur Jung.

Cinema erscheint in der Verlagsgruppe Milchstrasse, die zur deutschen Hubert Burda Media gehört. Vom reinen Kinomagazin hat sich die Zeitschrift in den letzten Jahren immer weiter zu einem breit gefächerten Entertainmentmagazin entwickelt. So gibt es neben den weiterhin vorhandenen Filmkritiken und Vorberichten zu kommenden Kinofilmen auch vieles zum Thema Video und DVD-Video, Entertainment und Technik (z. B. Heimkino). Als Zeitschrift für ein breites Publikum widmet sich das Blatt vor allem dem Mainstream-Kino.

Cinema verleiht seit 1979 den Publikumspreis Jupiter. Hierbei werden in jedem Jahr die Leser der Zeitschrift dazu aufgerufen, ihre Favoriten des abgelaufenen Kinojahres zu wählen. Hauptsponsor des Preises ist Sky. (Quelle: wikipedia)

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Diverse Cinema Ausgaben

In den Anfängen war die Zeitschrift noch nicht in den Klauen des Burda Konzerns, sondern die Zeitschrift wurde von Enthusiasten gegründet und gestaltet.

Die Zeitschrift erschien damals noch im Kino Verlag, Hamburg, Herausgeber war ein Dirk Manthey:

Mit Zeitschriften wie „Cinema“, „TV Spielfilm“, „Max“ und „Fit For Fun“ machte er seine Verlagsgruppe Milchstraße zu einem bewunderten Unternehmen mit bis zu 251 Millionen Euro Umsatz. Als begnadeter Blattmacher galt er, bekannt auch für Wutausbrüche, wenn Mitarbeiter mit seinem Denktempo nicht mithielten.

Doch die Anzeigenkrise nach dem Platzen der New-Economy-Blase setzte den bunten Blättern zu. Der Rivale Burda, der sich über einen Umweg in der Milchstraße eingekauft hatte, drängte Manthey Stück für Stück aus seinem Unternehmen.

Heute ist die Milchstraße zerlegt und auf Winzigkeit geschrumpft, jüngst wurden sogar die bemalten Kuh-Statuen versteigert, die einst vor der Zentrale standen. (Quelle: handelsblatt.com)

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Dirk Manthey

Und ein Willi Bär nahm die Position des Chefredakteurs ein.

Und auch wenn das Titelbild (mit Bud Spencer und Terence Hill) etwas anderes vermuten lösst, auch diese Ausgabe (weitere werden hier folgen) hat durchaus Substanz, wie ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt:

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Und entsprechend der Thematik der Zeitschrioft finden wir hier ein knallbunter, reichhalti bebildertes Maazin …

Also … das macht mir heute noch Freude, darin zu blättern …

Und wie so oft, bei Zeitschriften vergangener Tage wandern meine Gedanken zurück – nun eben in das Jahr 1980:

Ich beendete meinen Zivildienst, trat meine erste Stelle als Drogenberater an und heiratete dann auch noch … es war ein ganz intensives Jahr.

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Natürlich: Werbung für Filme

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Bei „Govi“ habe ich früher auch immer ganz gerne eingekauft …

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Ein wahrlich brillianter Musikfilm !

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Natürlich: Zielgruppen orientierte Werbung (Dieses Eis habe ich früher sehr gern gegessen … im Kino)

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Das Geld hätte man auch gleich aus dem Fenster werfen können (und sich damit die Nachnahme-Gebühren gespart)

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Printmedien wie diese werden immer seltener nachgefragt …der Wechsel zu online Angeboten ist quasi unvezichtbar