Michael Fitz – Solo Live (2009)

MichaelFitzFrontCoverMichael Fitz stammt aus der bekannten Münchner Künstlerfamilie Fitz. Sein Vater ist der Volksschauspieler Gerd Fitz; er ist Neffe von Veronika Fitz sowie Cousin von Lisa Fitz und Ariela Bogenberger. Florian David Fitz ist sein Cousin zweiten Grades. (Quelle: wikipedia)

Ende der Achtziger ist das erste Album des Münchner Schauspielers und Musikers Michael Fitz erschienen. Solo Live ist seine zehnte CD und seine Erste bei Trikont. Ein Livemitschnitt der Fitz so zeigt, wie er inzwischen hauptsächlich auf der Bühne zu sehen ist, Solo. Michael Fitz, der alle seine Lieder selbst schreibt, spielt Gitarre und singt – mehr braucht er nicht. Er geht dabei nicht zimperlich vor. Da fehlt jede Idylle, auch die bayrische, obwohl er genau so singt. Natürlich geht es auch um die Liebe, um Trauer und Verlorenheit – die ewig gleichen Themen also. Nur weil sie sich immer und immer wiederholen, heißt das ja noch lange nicht, dass wir sie verschweigen sollten. Das tut er dann auch nicht, der Michael Fitz, da fängt es bei ihm erst an. Er schaut rein in die Tiefen und Abgründe zwischen zwei Menschen. Besingt poetisch die Bilder die wir mit uns rumtragen von dem, was wir Liebe nennen um uns und sich dann schonungslos mit der gerne verdrängten Realität zu konfrontieren. Da geht’s um die Alltäglichkeit unserer Gefühle um unsere Ängste und unser Unvermögen, unsere Erwartungen und unsere Ansprüche. Das Dilemma der Liebe, die Angst vor Nähe und der ewige Versuch des Neuanfangs. All das legt Michael Fitz auf den Tisch, schaut genau hin, wertet nicht und löst nichts. Macht aber nix, denn schon allein die Tatsache, dass wir uns wiederfinden in diesem ganzen Wahnsinn macht manches leichter und ein Lächeln des Wiedererkennens ist immer drin. „Wenns’d as du net machst dann mach`s halt i, und zwar ohne di“ – ein trotziges Mantra am Ende, eine kräftig geschlagene Gitarre – so isses, das Leben. »Hier hat einer seinen ganz eigenen Weg gefunden – und dabei heimlich, still und leise die gesamte deutschsprachige Konkurrenz abgehängt. Und wenn Michael Fitz in seiner Muttersprache Liebe macht, wird es doppelt intensiv und nicht einmal im Ansatz peinlich. (Quelle: Musikexpress)

Und natürlich kennen ihn die meisten als „drittes Rad am Wagen“ bei den Münchner Tatort Krimis (die Zeiten sind aber schon lange vorbei)

Aufgenommen zwischen November 2008 und März 2009

MichaelFitz
Besetzung:
Michael Fitz (vocals, guitar)

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Titel:
01. Wohie (Fitz)4.09
02. Was I bin (Fitz) 4.22
03. Briaf an mi seiba (Fitz) 4.19
04. Hoam (Fitz) 5.22
05. Ganz oben (Fitz) 5.44
06. Die Liab (Fitz) 3.36
07. Paradies (Fitz) 4.22
08. Du Bist schee (Fitz) 5.21
09. Dumma Bua (Fitz) 5.58
10. Nackert (Fitz) 4.48
11. Lass ned los (Fitz) 5.29
12. Mantra (Fitz) 5.19

CD

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Evelyn Künnecke – Evelyn II. (1976)

FrontCover1Die Evelyn Künnecke war schon so ne ganz besondere Marke:

Evelyn Künneke, eigentlich Eva-Susanne Künneke (* 15. Dezember 1921 in Berlin; † 28. April 2001 ebenda) war eine deutsche Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin. Sie wurde in Szene-Kreisen als die letzte Überlebende der Lili-Marleen-Generation bezeichnet.

Die Tochter des Operettenkönigs Eduard Künneke und seiner Ehefrau, der Opernsängerin Katarina Garden (eigentlich Katarina Krapotkin) erhielt Ballettunterricht bei Victor Gsovsky, Schauspielunterricht bei Ilka Grüning, Lucie Höflich und Leslie Howard sowie Gesangsunterricht bei Maria Ivogün. Daneben arbeitete sie als Fotomodell. Im Stepstudio Edmont Leslie erlernte sie den Stepptanz. 1935 erwarb sie die Mittlere Reife an der Fleckschen Privatschule in Berlin. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wurde sie zweite Solotänzerin der Berliner Staatsoper, doch für Furore sorgte sie als Steptänzerin „Evelyn King“ in Berliner Cabarets und Varietés. Siebzehnjährig gründete sie 1938 zusammen mit Horst Matthiesen ihr eigenes Tanzstudio in Berlin.

1939 wurden ihre derartigen Auftritte untersagt. Sie nannte sich nun Evelyn Künneke und begann eine Karriere als Sängerin. Dabei wirkte sie mit namhaften Komponisten wie Peter Igelhoff und Michael Jary zusammen. Sie hatte ihren ersten großen Erfolg im Jahr 1941 mit Sing, Nachtigall, sing (aus dem Film Auf Wiedersehn, Franziska), das Wolfgang Borchert sein Lieblingslied genannt hat. Evelyn Künnekes Schlager wie Haben Sie schon mal im Dunkeln geküßt? waren wie bei keiner anderen deutschsprachigen Sängerin dieser Zeit unüberhörbar von der damals in Deutschland politisch verpönten Musikrichtung Swing beeinflusst.

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Zur Truppenbetreuung unternahm sie während des Krieges häufig Tourneen. Von 1942 bis 1944 trat sie an der Ostfront auf, Anfang 1944 auch an der Westfront. 1944 wurde sie wegen Defätismus verhaftet und im Januar 1945 in die Haftanstalt Berlin-Tegel eingeliefert. Kurz vor Kriegsende wurde sie jedoch wieder freigelassen, um zusammen mit dem geheimen Propaganda-Orchester Charlie and His Orchestra anti-amerikanische Swing-Titel zu singen.

Nach dem Krieg hatte sie noch einige Jahre Erfolg als Schlagersängerin, zunächst auch in dem Show-Orchester von Walter Jenson 1945 in Hamburg. Zu ihren Hits gehörten unter anderem Winke-winke, Allerdings – sprach die Sphinx (mit dem Orchester Wolf Gabbe) und Egon. 1953 tourte sie durch die USA. Drei Jahre später feierte sie ihren einzigen Hit in den deutschen Single-Charts, die erst 1955 eingeführt worden waren: Künnekes deutschsprachige Version von Hernando’s Hideaway erreichte Platz 8. 1958 trat sie in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an. In den späten 1950er und 1960er Jahren verblasste ihr Stern, mehrere Versuche, sich neu zu etablieren, scheiterten. Mitte der 1970er Jahre feierte Evelyn Künneke ihr großes Comeback als Schauspielerin im Wirkungskreis von Rainer Werner Fassbinder und Rosa von Praunheim. Bis ins hohe Alter tingelte sie als Chansonsängerin durch die Berliner Szenelokale, unter anderem gemeinsam mit Brigitte Mira und Helen Vita als Drei Alte Schachteln. Auch veröffentlichte Künneke einige Alben, so Sensationell (1975), Evelyn II. (1976) und Sing, Evelyn, sing! – Das Beste von Evelyn Künneke (1978).

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Evelyn Künneke war zunächst mit einem Engländer verheiratet, dem Vater ihrer Tochter. Ihr zweiter Ehemann war von 1963 bis 1972 der Diplomkaufmann Reinhard Thomanek. Ihre dritte Ehe ging sie 1979 mit ihrem Manager Dieter Hatje ein.

Sie starb 2001 im Alter von 79 Jahren in ihrer Heimatstadt Berlin an Lungenkrebs. In der Charlottenburger Giesebrechtstraße, wo sie in der Wohnung ihres Vaters bis zuletzt lebte, erinnert eine Gedenktafel an sie.

Sie ruht auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin, neben ihrem Vater. (Quelle: wikipedia)

Hier also ihr 2. Album im Rahmen ihres 70er Jahre Comebacks. 1976 war sie wirklich in aller Munde, auch wegen des TV -Films „Ich bin ein Antistar. Das skandalöse Leben der Evelyn Künneke“ (Regie: Rosa von Praunheim). Der Berliner Abend schrieb damals: „Die Callas der Subkultur“.

Aber nun zur Musik: Arrangiert wurde sie von Rudi Bohn und Paul Vincent (einem anderen sehr interessanten Hans-Dampf-in-allen-Gassen der deutschen (Rock) Musik.

Und die Künnecke präsentiert sich als eine Art „frivole“ Hildegard Knef und das macht sie mit Bravour ! Schmissige Melodien, ein verruchter Gesang … durfchaus ansprechende Texte. Das Material wurde wohl überwiegend eigens für diese LP geschrieben aber auch Klassiker der deutschen Kleinkunst-Musik („Ich kann dem Emil seine Hände nicht vergessen“ oder „Bei mis bist de scheen“) sind zu hören. Ein durchaus empfehlenswertes Album für den geneigten Hörer, der mal wieder „die Künnecke“ entdecken will.

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Besetzung:
Evelyn Künnecke (vocals)
+
Chor und Orchester Rudi Bohn
+
Jonny Müller (harmonica, flute)
Die Rose Singers (background vocals)

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Live 1976

Titel:
01. Meine tausend Kneipen (Bohn/Haas) 2.52
02. Antistar (Bohn/Haas) 2.16
03. Bei mis bist de scheen (Secunda/Cahn/Chaplin/Jacobs) 2.51
04. Hey, Mister Tango (d´Alsegno/Pacher) 2.18
05. Menschen im Hotel (Bohn/Haas) 2.54
06. Ein rosaroter Elefant (Bohn/Haas) 2.24
07. Ich kann dem Emil seine Hände nicht vergessen (Alrbrecht-Peer/Günther) 3.16
08. Heino´s Walküre (Bohn/Haas) 3.17
09. Gestorben ist die Sünderin (Adamo/Hachfeld) 2.51
10. Es war einmal Liebe (Jack/Balz) 3.13
11. Mozart, wo wohnst du ? (Jary/Haas) 3.04
12. Die Alten (Les viieux) 4.01
13. Kikilala Hawaii (Vincent/Pacher) 3.38
14. Die Bluse (Bohn/Haas) 2.46
15. I´mJust On The Road (Eduard Künnecke/Haas) 1.58
+
16. Interview mit Evelyn Künnecke (Deutsche Welle, 1973) 15.51

LabelA1

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Verschiedene Interpreten – Festival des politischen Liedes 3 (1973)

FrontCover1Tja, da knn man schon schön gerührt sein … jedenfalls geht´s mir so:

Das Festival des politischen Liedes war eine der größten Musikveranstaltungen in der DDR. Es wurde vom Oktoberklub begründet und fand zwischen 1970 und 1990 jedes Jahr im Februar als offizielle Veranstaltung der FDJ in Ost-Berlin statt. Der Hauptveranstalter war zunächst die FDJ-Bezirksleitung Berlin, ab 1975 der FDJ-Zentralrat. 1980 wurde eine Kompilation der ersten 10 Jahre des Festivals unter dem Titel Zehnkampf – Festival Des Politischen Liedes 1970–1980 herausgegeben. Im gleichen Jahr wurde ein hauptamtliches Büro „Festival des politischen Liedes“ gegründet. Die Organisation des Festivals erfolgte zu großen Teilen ehrenamtlich. Künstler aus 60 Ländern traten auf, darunter Prominente wie Mikis Theodorakis, Miriam Makeba, Quilapayún, Inti-Illimani, Silvio Rodríguez, Mercedes Sosa, Canzoniere delle Lame und Pete Seeger. Das erste Festival fand vom 15. bis zum 21. Februar 1970 statt.

Nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR verlor das Festival seine Funktion und die kulturelle Infrastruktur, auf der es basiert hatte. Um das Festival fortzuführen, wurde ein Förderverein gegründet, der 1991 bis 1994 das ZwischenWelt Festival als „neues Festival des politischen Liedes“ durchführte. Der Verein löste sich 1995 wegen finanzieller Probleme auf.

Im Jahr 2000 erfolgte mit einem kleinen Festival ein Neustart unter veränderten Vorzeichen. Die heutige inhaltliche Ausrichtung manifestiert sich seit 2001 in dem neuen Namen Festival Musik und Politik.

Maskottchen des Festivals war ein roter Spatz namens Oki. Der Name Oki ist abgeleitet von Oktoberklub. (Quelle: wikipedia)

Berlin, 3. Festival des politischen Liedes

Einen angeregten Erfahrungsaustausch führten die jungen Musiker der Gruppe „Pacholy“ aus der Bergarbeiterstadt Ruda Slaska mit polnischen Jugendlichen, die gegenwärtig im Kombinat VEB KWO arbeiten, während einer Veranstaltung mit Gästen aus der DDR, Ungarn, Polen, Dänemark, und der BRD im Kulturhaus des KWO. (Original Bildunterschrift der damaligen DDR Bildagentur)

Hier Ausschnitte aus dem 3. Festivalprogramms … und neben diversen DDR – Gruppen tritt auch der Dieter Süverkrüp auas der BRD auf … dazu noch etliche internationale Combos.

Man mag ja feststellen, dass hier viel politische Naivität am Werke war, man muss – aus meiner Sicht – feststellen, vor den politisch falschen Karren haben anspannen lassen.

Aber man kann auch fesstellen, dass etliche der Mitwirkenden ihr Herzblut in die Themen Ausbeutung und Imperalismus gesteckt haben … Und dafür überhäufe ich sie mit Sympathiepunkten.

Und: Viele der Lieder, handeln von Themen, die uns heute noch bewegen müssen … denn heute reden wir von den Folgen er Globalisierung … von nichts anderem handeln auch diese Lieder.

Und bei „Wem soll getraut werden“ krieg ich heute noch eine Gänsehaut …

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Titel:
01. Oktober-Klub Berlin: Lied vom Vaterland (Andert) 4.07
02. Fria Proteatern: Habt ihr gehört, Genossen (Forslund/Idering/Ringbom/Ohrlander) 2,24
03. Dieter Süverkrüp: Ballade von Hans Dickhoff (Süverkrüp) 4.52
05. Gruppe Agit-Prop und KOM-Theater: Auf welcher Seite stehst du (Chydenius/Oksanen) 2.33
06. Silvio Rodriguez: Waffen gegen Waffen (Rodriguez) 2.43
07. Gruppe Sergej Nikitin: Pferde im Ozean (Berkowskij/Slutzkij) 2.41
08. Gruppe vietnamesischer Studenten und Fria Proteatern: Hymne der FNL (Sieng) 2.16
09. Quilapayún: Für Vietnam (Carrasco/Gómez) 2.27
10. Dr. Bhupen Hazarika: Lang lebe Bangladesh (Hazarika) 2.13
11. Gruppe Basta: Camilo Torres (Vigletti) 2.06
12. Gruppe Kalaka: Zigeunerlied (Mikó/Bari) 3.11
13. Agitpop: Europawalzer (Würgler/Holst/Jensen) 3.09
14. Die Conrads: Wem soll getraut werden (Die Conrads/Maiwald) 4.11
15. Oktober-Klub Berlin: Friedenslied (Heicking/Andert) 3.47

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Fria Proteatern

Fria Proteatern aus Schweden

Unbekannter Interpret – Ich fühle Ewigkeit mit Dir – Musik für besinnliche Momente (1993)

FrontCover1ja … eigentlich bin ich geneigt zu schreiben: Ein weiteres Beispiel von überflüssiger Musik. Meditative Klänge für – so meine Vermutung – eine weibliche Kundschaft produziert … um jene romantischen Sehnsüchte zu befriedigen, die Menschen halt so umtreiben, bewegen … träumen, hoffen, lieben …

Entsprechend sind dann auch die Texte, die man in dem booklet zu lesen bekommt:

„Zeit ist relativ. Wir alle wissen das. Aber wirklich tief erfahren habe ich es erst durch dich!“
„Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern.Die Unterrichtsstunden wollten nicht vorübergehen, aber die Ferien waren vorbei, kaum das sie begonnen hatten.“
„Mit dir ist es etwas ganz anderes. Die Zeit, die du mir schenkst, ist das wertvollste was du mir geben kannst!“
„Manchmal frage ich mich, wie lange wohl unser Glück dauern wird. Aber ich weiß, es
CoverIllustration

hat keinen Sinn,in dieser Art die Zukunft vorwegzunehmen.“
„Die Ewigkeit ist hier und jetzt. Es liegt nur an uns , jeden Moment so zu gestalten, das es den Eindruck der Ewigkeit in uns hinterlässt“.
„Ich geniese die Stunden deiner Zärtlichkeit. Der süße Duft deiner Liebe umweht mich noch in der Geschäftigkeit des Alltages, und die Gedanken an dich lassen mich die Zeit vergessen.“
„Benommen wie im Rausch, fühle ich die Ewigkeit mit dir. Die Zeit scheint stillzustehen in deiner warmen Umarmung.Wie schön ist es doch, mit dir zusammenzusein.“
„Ich danke dir…!“

Nun ja … unabhängig von diesem Pathos … gelegentlich findet auch so ein Album seinen Weg in mein Schlafzimmer und in der Tat erzeugt es dann auch eine wohltuende Stimmung, die einen in den Schlaf begleitet … Ärgerlich dass sich das Booklet ausführlich zum Thema „Musik in der Medizin“ äußert, aber kein Wort über die Interpreten dieser Klänge verliert … Ich vermute mal (aufgrund der Titel), dass es sich hier um eine US-Billigproduktion für die New Age Bewegung handelt … Vermuten heisst nicht wissen ! Wie gesagt: Sehr ärgerlich !

Tja und das für dieses Produk verantwortliche Label „Meistersinger Musik“, Forchheim gibt es auch nicht mehr …

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Besetzung:
Tja … Fehlanzeige … = keine Ahnung

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Titel:
01. Sirus Incarnation – The Day Will Come – Twin Souls From Venus 13.30
02. Dreamscapes 11.19
03. Mysterious Traveller 4.48
04. Journey Home 7.13
05. Pan 5.35
06. Shakuhaji Tales 6.20
07. The Unner Temple 5.20

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Gottfried Böttger – Gottfried Goes Happy (1973)

FrontCover1.jpgMan darf ihn, nein, man muss ihn als Urgestein der Hamburger Musik-Szene der 70er Jahre bezeichnen … und jetzt ist er gestorben … viel zu früh:

Gottfried Böttger (* 21. Dezember 1949 in Hamburg; † 16. Oktober 2017 ebenda) war ein deutscher Boogie-Woogie- und Ragtime-Pianist.

 

Böttger erhielt ab 1955 eine klassische Klavierausbildung, 1957 hatte er sein erstes öffentliches Konzert. 1969 gründete er nach dem Abitur am Wilhelm-Gymnasium Hamburg mit Uli Salm und Ulf Krüger die Jazz-Pop-Gruppe Leinemann, 1971 veröffentlichte er die Solo-Schallplatte Gottfried goes happy, 1973 erfolgten die Gründung der Rentnerband und des Panikorchesters mit Udo Lindenberg. Böttger wurde 1973 durch Udo Lindenberg in dessen Hit Alles klar auf der Andrea Doria mit der Liedzeile „Gottfried heißt der Knabe, da hinten am Klavier, und für jede Nummer Ragtime, kriegt er ’n Korn und ’n Bier“ verewigt. 1974 nahm er unter dem Pseudonym „Raggi Ragtime“ eine deutsche Version des Ragtime-Hits The Entertainer aus dem Film Der Clou auf. Ebenfalls 1974 nahm er mit seinem langjährigen Weggefährten Lonzo Westphal die Single Hamburg ’75 auf. In diesem bekannten Stück, das Hans Scheibner für sie getextet hat, blicken die beiden als Greise wehmütig zurück auf ihre große Zeit in der Hamburger Szene rund um das Onkel Pö, zu der sie damals gehörten.

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Die Musik-Wohngemeinschaft in der „Villa Kunterbunt“ 1975: Marius Müller- Westernhagen (li.), Otto Waalkes (5. v.li), Udo Lindenberg (6.v. li.) und Gottfried Böttger mit Schnauzer (r.)

Im weiteren veröffentlichte er zahlreiche Plattenaufnahmen, unter anderem mit dem amerikanischen Blues-Pianisten Memphis Slim, und schrieb Musik für Fernsehserien wie Tatort und Großstadtrevier. 1997 machte er auch eine Aufnahme mit dem südafrikanischen Spiritual-Interpreten Joe Curtis.

Seit 1997 war er Dozent für Mediendidaktik in der Studienrichtung Medieninformatik im Fachbereich Informatik an der Fachhochschule Anhalt und wurde dort später zum Honorarprofessor für Digitale Audiotechnik berufen.

In der Fernseh-Talkshow III nach 9 von Radio Bremen war Böttger seit der ersten Sendung am 19. November 1974 ständiger Pianist, teilweise auch im Duo mit Joe Pentzlin. Zum 40-jährigen Bestehen der Talkshow mit der Ausgabe am 14. November 2014 nahm der Musiker seinen Abschied aus der Sendung.(Quelle: wikipedia)

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Gottfried Böttger mit Axel Zwingenberger

Ach ja …

Er war Mitbegründer der Gruppe Leinemann, der Rentnerband und des Panikorchesters mit Udo Lindenberg – und 40 Jahre lang Pianist der Fernseh-Talkshow „3 nach 9“. Am Montagabend verstarb der 67-jährige.

Gottfried heißt der Knabe – da hinten am Klavier/ und für jede Nummer Ragtime – kriegt er ’n Korn und ’n Bier“, sang Lindenberg 1973 in seinem „Andrea Doria“-Hit. Der so verewigte und geschätzte Gottfried Böttger ist am Montag in Hamburg im Alter von 67 Jahren gestorben. Der Musiker, der im Grindelviertel aufwuchs, hatte sich nach einer lange überwunden geglaubten Krebserkrankung vergangenen Woche in die Asklepios-Klinik Barmbek begeben müssen. Nach einer Operation sei er am Abend friedlich im Beisein seiner Lebensgefährtin Ellen von Spanyi und seines Sohnes Bendix, 18, (aus seiner 2008 geschiedenen Ehe mit Ehefrau Dagmar) eingeschlafen, hieß es von einem Freund der Familie.

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Das Panikorchester in Urbesetzung im Onkel Pö: Judith Hodosi (sax), Karl Allaut (git) . Gottfried Böttger (p), Steffi Stephan (bass), Peter Backhausen (dr), Udo Lindenberg

Gottfried Böttger zählte in den 70er-Jahren mit zur „Hamburger Szene“. Zusammen mit Udo Lindenberg, Marius Müller-Westernhagen und Otto Waalkes wohnte er in der „Villa Kunterbunt“ in Winterhude. 40 Jahre lang begleitete Böttger als Pianist die Talkshow „3nach9“ von Radio Bremen – kurz vor seinem 65. Geburtstag hatte er Abschied von der Sendung genommen. Dies sei nicht wegen des runden Geburtstages geschehen, sagte er damals: „Wenn man 40 Jahre in derselben Sendung spielt – das ist nicht zu übertreffen.“
„Er war und ist ein Stück Radio-Bremen-Geschichte“

Außerdem habe er über seinen Abschied von dieser Zeit, „die sehr lebhaft und bestimmend“ für sein Leben gewesen sei, selbst entscheiden wollen. „Wenn Gottfried Böttger im Studio am Klavier saß, war ‚3nach9‘-Zeit. Er hat sie unmittelbar miterlebt, die Gespräche mit mehr als 3000 Gästen und – vor allem – nationale wie internationale Stars am Klavier begleitet. Er war und ist ein Stück Radio-Bremen-Geschichte“, sagte Thomas von Bötticher, Leitung Fernsehen und Redaktionsleiter „3nach9“. Zu den Stars, die der Pianist in der Zeit begleitete, zählten unter anderem Klaus Doldinger, Tom Jones, Sting, Udo Lindenberg, Peter Maffay oder der Klassikpianist Lang Lang.

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Gottfried Böttger mit Hans-Georg Möller

Bereits mit sechs Jahren nahm Böttger Klavierunterricht, nachdem er seiner Mutter zu Weihnachten die erste eigene Komposition geschenkt hatte: „Eine Variation von Hänschen klein“. Bald trat der Hamburger Jung in einem öffentlichen Konzert auf, auch ein Junge namens Justus Frantz (später Stardirigent) war damals dabei.

Nach dem Abitur am Hamburger Wilhelm-Gymnasium gründete Böttger gemeinsam mit Uli Salm und Ulf Krüger die Jazz-Pop-Gruppe Leinemann (1969), danach mit Udo Lindenberg das Panikorchester (1973), und er war Teil der Rentnerband. Er nahm als Boogie-Woogie- und Ragtime-Pianist zahlreiche Schallplatten auf und schrieb TV-Musik, unter anderem für den „Tatort“ oder das „Großstadtrevier“. Seit 1997 lehrte Böttger als Dozent für Mediendidaktik im Fachbereich Informatik an der Fachhochschule Anhalt. Im Wintersemester 1999/2000 wurde er zum Professor ernannt.

„Mit Gottfried Böttger verlieren wir einen absolut duften Kumpel“, sagte der Hamburger Journalist Menso Heyl, der mit Böttger Abitur gemacht hatte, der WELT.

Hier sein – so weit ich es überblicke … sein erstes Solo-Album … Boogie Woogie und Skiffle … macht einfach nur gute Laune … auch heute noch ! Dafür mein Dankeschön !

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Besetzung:
Gottfried Böttger (piano, vocals)
Kurt Griese (drums)
Ingo Kröger (bass)
Heinz-Peter Meyer (banjo)

BackCover

Titel:
01. Over In The Gloryland (Traditional) 2.21
02. Flat Foot Floogie ( Gaillard/Stewart/Green) 3.16
03. Boogie (Traditional) 3.21
04. Somebody Stole My Gal (Wood) 3.54
05. Blues For Peter (Traditional) 4.19
06. Margie (Robinson/Davis) 3.21
07. Bill Baily  3:34 I
08. Alabama Jubilee (Traditional) 2.57
09. Careless Love (Traditional) 3.46
10. Jingle Bells (Traditional) 3.05
11. All Of Me (Traditional) 4.00
12. Bye, Bye Blues (Hamm/Bennet/Lown/Gray) 3.05

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Gottfried Böttger (* 21. Dezember 1949 in Hamburg; † 16. Oktober 2017 ebenda)

Ein wenig skurrill … Udo Lindenberg‘ s musikalischer Abschied von seinem Freund im Ahrensburger Restaurant Strehl am 92.11.2017:

Bata Illic – Blumen der Liebe (1984)

FrontCover1Und natürlich hat auch ein Bata Illic hier die Möglichkeit, zu Wort zu kommen (oder so):

Bata Illic (serbokroatisch Бата Илић/Bata Ilić; * 30. September 1939 in Belgrad, damalig Königreich Jugoslawien) ist ein deutschsprachiger Schlagersänger.

Illic wurde als Sohn eines Finanzbeamten geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er Philologie, Englisch und Italienisch und war danach zwei Jahre als Lehrer tätig. In dieser Zeit lernte er den Musiker Andreas Triphan kennen, der mit ihm eine Band (zumeist als „Bata Illic & Band“, einzelne Auftritte als „Kommando Iffets“) gründete und diese als Schlagzeuger sowie finanzieller Förderer unterstützte. Ihre Wege trennten sich 1961. Andreas Triphan sah für die Gruppe die Perspektive in Frankreich. Illic wollte ihm aber nicht für mehrere Monate nach Lille folgen.

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Bata Illic, 1954

Nach einem Auftritt in der amerikanischen Botschaft in Belgrad bekam Illic im Jahr 1963 mit seiner Band „Grandpa’s Whites“ einen mehrmonatigen Gastspielvertrag für den amerikanischen Club „Twister“ in Bad Kissingen. Weitere Verpflichtungen für Clubs in Bad Hersfeld, Poppenburg, Fulda und West-Berlin folgten. Im Mai 1966 trafen sich Triphan und Illic zufällig bei einem kleinen Musikfestival in Bern wieder. Zwar hatten sie von Juni bis August einige gemeinsame Auftritte in Süddeutschland, jedoch konnten sich beide keine längere Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Projekt mehr vorstellen.

Im Jahr 1967 nahm Illic seine erste Schallplatte auf. Seine ersten Erfolgstitel in den Hitparaden waren 1968 Mit verbundenen Augen und Schuhe, so schwer wie ein Stein. Im Jahr 1972 hatte er seinen größten Erfolg mit Michaela. Er trat in zahlreichen Musiksendungen auf, unter anderem in der ZDF-Hitparade, und präsentierte Michaela und die nachfolgende Singleauskopplung Solange ich lebe auch im 1973 erschienenen Film Blau blüht der Enzian. Auch die folgenden Jahre waren sehr erfolgreich für ihn als Schlagersänger. Anfang der 1980er-Jahre wurde es etwas ruhiger um ihn. Er ist seit 1963 mit Olga Illic verheiratet. Mit ihr wohnt er seit über 35 Jahren in München.

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Bata Illic, 1970)

In den 1990er-Jahren versuchte Illic ein Comeback. Er tritt heute noch in Rundfunk und Fernsehen auf, bevorzugt mit Songs von Aznavour, Celentano oder Bacharach in deutschsprachigen Versionen. Aber auch seine alten Hits singt er bei diesen Auftritten. Vom 11. Januar 2008 bis 26. Januar 2008 war der Schlagersänger in der Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! auf RTL zu sehen. Er belegte in der Reality-Show den dritten Platz hinter Michaela Schaffrath und dem Gewinner Ross Antony.

Am 7. Februar 2008 ist die Retro-POP-Single Tschewaptschitschi als Downloadtrack veröffentlicht worden.

Inzwischen wurde ein 2008 aufgenommenes Album veröffentlicht. Die erste Single-Auskopplung ist das Duett Wie ein Liebeslied, das Bata Illic zusammen mit seinem Dschungel-Kollegen Eike Immel aufgenommen hat. Damit erreichte Bata Illic die Top 20 der Deutschen Single-Charts, das erste Mal seit 33 Jahren. Die Maxi-CD und ein – nicht zur Single gehörendes – aktuelleres Album namens Herzgeschichten sind am 29. Februar 2008 erschienen, das offizielle neue Album – wie die Single ebenfalls Wie ein Liebeslied betitelt – folgte am 7. März 2008. (Quelle: wikipedia)

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Auf der Wies´n, 2010

Nun, wer nach einer Überdosis von Schmachtfetzen giert, kommt hiervoll auf seine Kosten … Die STimme von Bata Illiv ist in der Tat sowas von samtweich, da könnte man sich glatt reinlegen.

Und natürlich bietet er für die Damenwelt Schmeichlereien en masse … irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, als hätte diese LP speziell für ein Floristen-Label eingespielt („eine Schallplatte der Floraton Gmbh“), aber genaueres konnte ich nicht in Erfahrung bringen …

Mir jedoch is eine Überdosis Rock N Roll lieber als diese Ansammlung von musikalischen Weichspülern .. auch wenn sie gut in Szene gesetzt wurden (z.B. bei „Tausend Orchideen“ mit dezenten Orgel- und Flöten-Solos) und ein heißes Saxophon kan man dann auch noch hören („Liebe is …“)

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mit Dieter Thomas Heck, 1984

Besetzung:
Batta Illic (vocals)
+
unbekanntes Orchester

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Titel:
01. Ich schenke dir Rosen (Tepper/Brodsky/Balz) 2.29
02. Augen wie Blumen (Illic/Hofer) 3.55
03. Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein (Harden/Hoff) 3.24
04. Der Schleier fiel von meinen Augen (Kosma/Prevert/Siegel) 4.37
05. Weiße Rosen aus Athen (Hadjiakis/Bradtke) 2.44
06. Tausend Orchideen (Rossbach/Tegge) 2.49
07. Blumen der Liebe (Schmidt/Jones) 3.48
08. Einen Sommer lang (Legrand/Demy/Bader) 2.39
09. Sie (Aznavour) 2.15
10. Liebe Ist… (Illic/Hofer) 3.20
11. Love Serenade (ossbacj/Illic) 2.55

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Verschiedene Interpreten – Oberschlesische Schnurren (1970)

FrontCover1Oberschlesische was ? Schnurren ? … Ha ! Der Duden gibt Auskunft:

„Schnur­re, die
Wortart: Substantiv, feminin

Gebrauch: veraltend

Bedeutung: kurze unterhaltsame Erzählung von einer spaßigen oder wunderlichen Begebenheit“

Aha !

Und um diese oberschlesischen Schnurren zuz erzählen bediente man sich der Kunstfiguren Moczigemba und Wordurka:

„Moczigemba und Wordurka waren um die Jahrhundertwende die beiden oberschlesischen Witzufiguren wo wie im Rheinland z.B.Tünnes und Schäl oder in Berlin Ede und Nante. Aus ihnen wurde später Antek und Frantek. Ihre Wirkung lag in der Sprache. Im damaligen Oberschlesien herrschte ein einmaliges Sprachgewirr. Damals grenzte Oberschlesien an mehrere Länder und das Industriegebiet lockte die Menschen aus den verschiedensten Völkerschaften an.
Die Kumpels sind ja überall ein besonderer Menschenschlag und die „Grubioschen“ in Oberschlesien wares es im besonderen Maße. Moczigemba und Wordurka sind zwei Musterexemplare. Was die beiden alles angestellt haben … „ (Hüllentext)

Ich gestehe dieser schenkelklopfende Humor (mit eingespielten Lachern) ist ganz sicher nicht der meinige Humor … Und die immer eingestreute Musik ist solide Schunkelmusik, auch nicht grad mein bevorzugtes Metier … aber was solls: Dieser blog ist halt auch ein Dokumentationskanal.

Zu dem Sprecher Kurt Blachy ist noch zu sagen, dass er ja eigentlich Curt Blachnitzky (1897 – 1980) hieß . Er war ein deutscher Filmregisseur, Schauspieler und Drehbuchautor und zugleich aber auch ein sehr aktiver Sprecher für das Europa Label und seinen vielzähligen Hörbüchern der ersten Generation.

Und: heute gar nicht denkbar: Die Innenhülle der LP ziert eine Werbung „Lord Extra“.

BackCover1

Besetzung:
Kurt Blachy (Sprecher)
+
Oberschlesische Bergkapelle
Die Tarnowitzer Musikanten

Inlet

Titel:
01. Moczigemba und Wordurka (1) (Volksweise/Brac) 0.47
02. Kurt Blachy erzählt (1) 1.44
03. Schwien-Schwientochlowitz (Volksweise/Brac) 0.21
04. Kurt Blachy erzählt (2) 5.35
05. Fröhliche Fahrt (Brac/Huyen) 1.38
06. Kurt Blachy erzählt (3) 4.04
07. Hymne (Blachy) 0.53
08. Pepita-Marsch (Henrion/Brac) 4.12
09. Pniowitzer Polka (Brac/Huyen) 1.20
10. Violinka Draht kaputt (Volksweisew/Brac) 0.44
11. Kurt Blachy erzählt (4) 3.18
12. Unsere Garde (Förster/Brac) 0.18
13. Kurt Blachy erzählt (5) 3.13
14. Das ist die Garde (Förster/Brac) 0.17
15. Kurt Blachy erzählt (6) 2.34
16. Hochzeitswalzer (Brac/Huyen) 2.14
17. Kurt Blachy erzählt (7) 3.54
18. Moczigemba und Wordurka (2) (Volksweise/Brac) 0.48

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