Spider Murphy Gang – Rock ´n´ Roll Schuah (1980)

FrontCover1Jetzt endlich komme ich mal dazu, meine Leib-und Magen Band, die Spider Murphy Gang entsprechend zu würdigen. Als Münchner Kindl habe ichsie  schon erlebt, als sie noch völlig unbekannt in kleinen Clubs spielten und so sind sie mir ans Herz gewachsen und ja, so etliche ihrer Texte haben auch viel mit mir zu tun und so begleiten mich die Spiders seit nunmehr als 40 Jahren … das nenn´ich dann auch ne Form von Liebe.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach:

Die Spider Murphy Gang ist eine Band aus München, deren größter Hit 1981 im Zuge der Neuen Deutschen Welle der Titel Skandal im Sperrbezirk war.

Die Band ist jedoch keine typische NDW-Band, sondern prägte überwiegend durch Rock-’n’-Roll-Musik mit Texten in bayerischer Mundart eine eigenständige Stilrichtung und tritt bis heute als Live-Band auf.

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Vermutlich das erste Band-Foto mit Günther Sigl

Der gelernte Bankkaufmann Günther Sigl (* 8. Februar 1947) kündigte 1971 seine Anstellung, um fortan als Musiker seinen Unterhalt zu verdienen. 1977 gründete Sigl zusammen mit dem gelernten Fernmeldehandwerker Barny Murphy (bürgerlich: Gerhard Gmell, * 2. März 1954), dem Physikstudenten Michael Busse (* 26. Dezember 1956) und dem Schlagzeuger Franz Trojan (* 22. Januar 1957) die Spider Murphy Gang, die nach dem fiktiven Gangster Spider Murphy aus Elvis Presleys Lied Jailhouse Rock benannt wurde („…Spider Murphy played the tenor saxophone, Little Joe was blowin‘ on the slide trombone. The drummer boy from Illinois went crash, boom, bang, the whole rhythm section was the Purple Gang…“).

Zunächst spielte die Band bekannte Rock-’n’-Roll-Stücke mit englischen Texten nach. Nach einigen erfolgreichen Auftritten wie beispielsweise in dem Schwabinger Musikclub Memoland wurde der Radiomoderator Georg Kostya vom Bayerischen Rundfunk auf die Gruppe aufmerksam. Dieser engagierte die Spider Murphy Gang für die von ihm moderierte Sendung Rockhaus, für die die Band auch die Titelmusik einspielte. Schnell wurden sie zur „Hausband“ des Bayerischen Rundfunks und hatten dadurch nun die Möglichkeit, sich zunächst als Coverband und später mit eigenen Liedern regelmäßig vor einem größeren Publikum zu präsentieren.

Moderator Kostya empfahl mehrfach, die bis dato vorherrschenden englischen Texte durch bairische zu ersetzen, so dass die Bandmitglieder unter Federführung von Sigl schließlich mehrere Lieder in dieser Stilrichtung komponierten. Die Lieder waren ihren

Georg Kostya

Georg Kostya

englischen Vorbildern allerdings nicht einfach nachempfunden, sondern hatten jedes für sich eine musikalische Originalität und somit einen großen Wiedererkennungswert.

In dieser Zeit sind auch viele Stücke aus ihrer kommerziell erfolgreichsten Zeit entstanden. So kommentierte die Band später: „Die Stücke waren schon alle vor dem Erfolg fertig – wir wussten, dass es Hits waren.“

1980 erschien die erste „eigene“ LP Rock ’n’ Roll Schuah. Mit volksnahen, häufig auch regionalen Themen in den Texten, die oft von notorischen Pechvögeln und Verlierern handelten, gelang der Gruppe schnell der Durchbruch im Münchner Raum.

Bereits ein Jahr später wurden sie mit ihrem Hit Skandal im Sperrbezirk im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Das Lied, das den ersten Platz der deutschen Charts erreichte, ist auf ihrer zweiten LP Dolce Vita enthalten. Es folgten weitere erfolgreiche Singles wie Schickeria, Wo bist Du? und Ich schau dich an (Peep, Peep), ihre dritte LP Tutti Frutti sowie eine mehrwöchige Tour durch ganz Deutschland. Dadurch wurde 1982 schließlich das – auch kommerziell – erfolgreichste Jahr für die Spider Murphy Gang.

Bravo (1981)

Bravo, 1981

Die Spider Murphy Gang gab es in einer Japan-Ausgabe, der „Skandal-Hit“ wurde in einer spanischen Cover-Version veröffentlicht und die Single Peep, Peep wurde auf einem Sampler in Brasilien veröffentlicht, von dem über 400.000 Stück verkauft wurden.

1983 ging die Spider Murphy Gang als erste westdeutsche Band auf eine Tournee in die DDR. In Erinnerung an diese außergewöhnliche Tour veröffentlichte die Band das Lied Mädchen drüben, das vom damaligen Schlagzeuger der Band Franz Trojan gesungen wurde. Im gleichen Jahr wurde außerdem der Spielfilm Die Spider Murphy Gang gedreht, der in humorvoller Art ein Stück der bis dahin erlebten Bandgeschichte widerspiegelt.

Zu dieser Zeit hatte sich die Spider Murphy Gang den Ruf einer exzellenten Liveband erspielt und spielte auch auf verschiedenen Rockevents mit Konzerten vor mehr als 100.000 Zuschauern.

Parallel mit dem Abschwung der Neuen Deutschen Welle wurde es zunächst auch um die Spider Murphy Gang deutlich ruhiger. Zwar schrieben sie weiter neue Lieder und gingen auch noch mehrfach auf Tournee, doch bei den Platten- und CD-Verkäufen konnte man nicht mehr an ihre früheren großen Erfolge anknüpfen. Schließlich verließen Busse (1986/87) und Trojan (1992) die Band und mussten durch neue Musiker ersetzt werden.

PosterAnlässlich ihres 25-jährigen Band-Jubiläums im Herbst 2002 spielte die Spider Murphy Gang fünf Abende hintereinander im ausverkauften Circus Krone-Bau. Am 15. April 2004 spielte sie als erste Band im Maximilianeum. In den letzten Jahren gab die Spider Murphy Gang zahlreiche Konzerte und Unplugged-Konzerte wie z. B. im Münchner Prinzregententheater, trat bei großen Festen auf und war in einigen Fernsehsendungen zu sehen, die vor allem die Achtziger Jahre und die Neue Deutsche Welle zum Thema hatten. Im Jahr 2005 traten sie in Willy Astors Jubiläumsshow 20 Jahre Willy Astor auf. Ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte die Band 2007, wieder gemeinsam mit prominenten Musiker-Freunden im mehrfach ausverkauften Circus Krone-Bau. Dieses Konzert wurde vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und 2008 als DVD veröffentlicht.

Im November 2007 wurde die Spider Murphy Gang erstmals neben anderen großen bekannten Namen wie den Beatles oder den Rolling Stones auf der Webseite von Chuck Berry offiziell als „Covered Berry“ benannt und als Vertreter von Chuck Berrys Art des Rock ’n’ Roll gewürdigt. Neben den Scorpions sind die Spider Murphys damit die einzigen dort gelisteten deutschen Interpreten.

Seit dem Beginn der Bundesliga-Saison 2010/2011 wird das Lied S Leben is wia Traum (1984) beim FC Bayern München als Torhymne verwendet.

Die Band spielt bis heute rund 80 bis 100 Konzerte pro Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum. Ihr 35-jähriges Bestehen feierte die Spider Murphy Gang mit einem Konzert vor ca. 38.000 Fans im Münchener Olympiastadion, die Musiker erhielten dabei aus den Händen von Oberbürgermeister Christian Ude die Auszeichnung München leuchtet.

Am 9. November 2012 erschien eine DVD eines Live-Auftritts der Band am 10. November 1984 in der Zeche in Bochum (WDR Rockpalast). Seinerzeit war die Band auf dem Höhepunkt ihres Erfolges und spielte eine Setliste mit Titeln aus ihren ersten vier Erfolgsalben.

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Den musikalischen Schwerpunkt der Spider Murphy Gang bildet bis heute der klassische Rock ’n’ Roll, insbesondere geprägt durch Gmells deutlich von Chuck Berry inspiriertes Gitarrenspiel. Neben diesen Einflüssen gewannen im Laufe ihrer Geschichte aber auch die Tanzmusik der 1950er- und 1960er-Jahre sowie einzelne volksmusikalische Elemente an Bedeutung.

Ein charakteristisches, immer wiederkehrendes Element bei den Texten bildet vor allem die humorvoll-kritische Auseinandersetzung mit den Themen Erotik und Sex und deren kommerzieller Präsenz in der heutigen Gesellschaft.

Außerdem hat die Spider Murphy Gang immer wieder auch regionale Skandale in ihren Liedern thematisiert, wie beispielsweise in Schickeria oder A nackerte Prinzessin.

Mit dem Lied Freizeit 81 vom Album Tutti Frutti griff die Band auch die damaligen politischen Ereignisse im Zusammenhang mit der Jugend- und Punkbewegung in München auf.

Auch wenn die Spider Murphy Gang häufig in Verbindung mit der Neuen Deutschen Welle genannt wird und ihre größte Popularität in deren Zeit erlangte, ist sie im engeren Sinne keine Band der NDW, sondern eine publikumsnahe Rock-’n’-Roll-Band.

Ihre frühen Titel wurden lediglich zeitgleich mit dem Einsetzen der NDW auf den Markt gebracht und zu dieser Zeit auch oft im Radio gespielt.(Quelle: wikipedia)

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Hier also ihre deutsches Debütalbum (demnächst werd ich mal ihr eigentliches Debütalbum – noch in englisch und in einer Auflage von 3.000 Stück veröffentlicht präsentieren).

Der Titelsong ist sowas von programmatisch und der romantische Liebessong „Rock’n’Roll Rendezvous“ hat es mir schon damals angetan:

Sie hoast Uschi, hat’s gsagt,
und mi ungeniert gfragt,
ob I mit zu ihr geh,
und I hab gsagt, I hab an Frust,
und überhaupt koa Lust,
und dass I ned auf sie steh!

Sie hat gsagt, sie macht Spaghetti,
und ausserdem hätt I
doch sowieso nix bessers vor,
ja und lauter guade Sachn,
dat’s extra für mi machn,
flüstert’s mia ins Ohr.

Sie hot jede Menge guade
oide Rock’n’Roll Scheim,
und de legt’s für mi auf,
Buddy Holly, Gene Vincent,
und I sag, da steh I drauf.

Ja und damit hats mi gfanga,
und I bin schlieslich mit ihr ganga
mitt’n in der Nacht,
doch auf’n Schlag war I nüchtern,
und auf amoi schüchtern,
doch sie hat nur glacht.
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous

Ja und plötzlich um dreiviertel Drei in da Friah,
steht da Nachbar vor da Tiar,
und jammert und schimpft, was des für a Krach war,
jede Nacht bei ihr,
und er hat gsagt, er hat etz gnua,
und will endlich sei Ruah,
mitt’n in der Nacht,
doch sie hat’s ganz unschuldig ogschaut und glacht,
und eahm Tür vor da Nasn zuagmacht!

„Der Champion von Obergiesing“ ist eine komödiantische Auseindersetzung mit jenen Macho-Typen die damals nicht nur Obergiesing bevölkerten.

„Autostopp“ war/ist ein Kracher und wurde live zelebriert, bis die Schwarte krachte.

„Rosmarie“ war der erste und einzige Titel von Michael Busse … mit einem großartigem Solo von Barny Murphy.

„Achterbahn“ ist eine schelmische Abrechnung mit dem Oktoberfest (kommt auch mal wieder – im nächsten Jahr !)

„Elvis von Schwabing“ ist eine sentimental-wehmütige Erinnerung an alle jene Vorstadt-Sänger, die sich als Möchtegern-Elvis kurzfristig einen Namen machen konnte, damals, als der Rock n Roll nach Deutschland kam.

„BMW“ … natürlich eine passende münchnerische Hymne auf BMW Maschinen, ziemlich dynamisch … die dann gar nicht so triumphal endet.

„Zeitmaschin’“, ein weiterer Ohrwurm … wer möchte sie nicht mal achten … so ne Zeitreise … feines Piano-Solo.

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Und als letzes dann ein weiterer Knaller: „Nix ois wiar an Blues“. Warum es dieser Hammer-Song nicht in das Standard-Repertoire der Spiders nicht geschafft hat, ist mir ein völliges Rätsel: Viel griffiger, knackiger und wuchtiger kann Rockmusik nicht klingen !

Und wieder gäbe es noch vieles zu berichten … von jener legendären DDR-Tournee (da hab ich noch irgendwo einen fantastischen Radiomitschnitt rumliegen), vom Ausstieg des Michael Busse´s und vom katastrophalen Absturz des Drummers Franz Trojan … aber davon wird dann ganz sicher zu einem späteren Zeitpunkt berichtet.

Viel rare geht´s nicht ...

Viel rarer geht´s nicht mehr …

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, vocals bei 05.)
Barny Murphy (guitar, background vocals)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Willy Ray Ingram (saxophone bei 06.)

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Titel:

01. Rock’n’Roll Schuah (Sigl) 2.53
02. Rock’n’Roll Rendezvous (Sigl) 4.03
03. Der Champion von Obergiesing (Sigl) 3.21
04. Autostop (Berry/Sigl) 4.36
05. Rosmarie (Sigl/Busse) 3.47
06. Achterbahn (Smith/Singl) 2.53
07. Elvis von Schwabing (Sigl) 3.25
08. BMW (Sigl) 3.29
09. Zeitmaschin‘ (Sigl) 4.17
10. Nix ois wiar an Blues (Sigl) 3.28

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Single

Darek Ensemble – Salon- und Café-Musik von gestern und vorgestern (1987)

FrontCover1Schon lange war hier nicht mehr die Rede von meiner immer wieder innig geliebten Salon- und Café-Musik aus längst vergangenen Tagen. Und deswegen wird es mal wieder höchste Zeit, ein Album mit Musik dieser Art zu präsentieren.

Aber was ist nun eigentlich Salon-und Café Musik ?

Man könnte sagen, sie ist ein Ausdruck für leicht aufnehmbare, sentimentale, sinnliche und oft auch besonders virtuose Musik. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts etablierte sich neben dem literarischen auch der musikalische Salon. Die in einem Empfangs-oder Gesellschaftszimmer aufgeführte Musik war an einen spezifischen geselligen Kontext gebunden und diente Unterhaltungszwecken. Im „Salon“ befand sich eine private, meist großbürgerliche Gesellschaft, die den musikalischen Darbietungen eher oberflächlich folgte. In gewisser Weise ist Salonmusik die bürgerliche Fortführung der Kammermusik des Adels aus dem 17./18. Jahrhundert.

Die Salonmusik als musikalische Gattung setzt sich zumeist aus Bearbeitungen von klassischer Musik, Opern-und Operetten-Arien, Gesellschaftstänzen sowie aus poetischen Instrumentalstücken und volkstümlichen Melodien zusammen. Selbst Franz Schubert komponierte Musik für die biedermeierlichen Salons in Wien. Mit zunehmender Kommerzialisierung der Hausmusik gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entstand ein Genre der Salonmusik, das nicht mehr so ernst genommen und von Kritikern als Kitsch bezeichnet wurde. Neben den musikalischen Dilettanten, die sich der Salonmusik annahmen, gab es professionelle, vornehmlich artistische Salonmusik. Franz Liszt glänzte als Klaviervirtuose in den Salons und Jacques Offenbach begann seine Karriere in den Pariser Salons.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Salonmusik kleinbürgerlicher und öffentlicher. Sie war in zahlreichen Cafés, Weinstuben, Hotel- und Konzerthallen zu hören. Neben den Tanzkapellen entstanden Salonorchester in spezieller Besetzung. Häufig musizierte man mit einem Klaviertrio. Jedoch gab es auch erweiterte Ensembles z.B. die Pariser, die Wiener und eine Berliner Besetzung. Das Klavier behielt seine dominante Stellung bei.

SalonMit der Entwicklung von Radio und Grammophon wurde die Salonmusik enorm zurück gedrängt und fristete ein Schattendasein. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts tritt die historische Salonmusik erfreulicher Weise wieder stärker in Erscheinung und wird von zahlreichen Ensembles vorgetragen.

Eine Erweiterung der Salonmusik aus vielen anderen musikalischen Genres wie z.B. Filmmusiken, Schlager, Evergreens, Jazz, Blues, verschiedene Tänze u.a. sind in der heutigen Aufführungspraxis häufig anzutreffen. Dadurch erfreut sich die Salonmusik zunehmender Beliebtheit und hält wieder regen Einzug in den öffentlichen und privaten Gebrauch.
Und die Entwicklung der Kaffeehausmusik ist eng verbunden mit der Gründung der ersten europäischen Kaffeehäuser und der Verbreitung von Kaffeespezialitäten. Die ersten Kaffeehäuser entstanden im osmanischen Reich. Mit der Eröffnung eines Kaffeehauses in Istanbul erreichte diese Institution erstmals den europäischen Kontinent. Im westlichen Europa wurde das erste Café 1647 in Venedig unter den Arkaden des Markusplatzes gegründet. Später folgten in London, Bremen, Hamburg und anderen Städten. In Wien eröffnete ein Armenier namens Johannes Theodat 1685 das erste Kaffeehaus der Stadt. Neben dem Adel saßen auch einfache Leute am gleichen Tisch, redeten, diskutierten und lasen ihre Zeitungen. Gelehrte, Literaten und Politiker wie auch Künstler waren in Kaffeehäusern häufig gesehene Gäste. Im 18. Jahrhundert begann eine neue Ära des Wiener Kaffeehauses.

Das erste Wiener Konzertcafé wurde 1788 von Martin Diegand eröffnet. In der Folgezeit besuchte auch W.A. Mozart gern Konzertcafés, um die Wirkung seiner Musik aus erster Hand begutachten zu können. CafehausBeethoven ließ es sich auch nicht nehmen und musizierte öfter in Kaffeehäusern. Kaffeehausmusik, auch als Salonmusik bezeichnet, verbreitete sich nicht nur in Wien sondern auch in anderen großen europäischen Städten wie Paris und Berlin. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zum großen Durchbruch. Obwohl es teilweise schon um 6.00 Uhr morgens losging, war kein Platz mehr zu bekommen. In Wien war es das Streicherensemble rund um Johann Strauß Senior und Josef Lanner, das für berstend volle Kaffeehäuser sorgte. Ihr Ruf verschaffte ihnen Auftritte in ganz Europa, wo sie wie Popstars umjubelt wurden. Aber auch J. Strauß Sohn und viele seiner komponierenden Zeitgenossen wurden in den Wiener Kaffeehäusern gefeiert. Die heute aufgeführte Kaffeehaus-oder Salonmusik setzt sich aus verschiedenen Musikgattungen zusammen. Sie dient der Unterhaltung beim Genuss von Kaffee, allein oder in geselliger Runde. Man kann Leute treffen und kennenlernen, lesen, eine Auszeit nehmen, und nebenher den Klängen der ruhigen Musik lauschen. Das Kaffeehaus ist eine Stätte der JiriDarekEntspannung und des Wohlbefindens. Die abwechslungsreiche und unterhaltsame Musik wird, wie bei der Salonmusik, in kleineren Besetzungen dargeboten. (Kaffeehaus – und Salonensemble Rudolstadt)

Und mit dem „Darek Ensemble“ wird dieser herrlich-schmalzigen Musik ein Denkmal gesetzt.

Jiri Darek studierte am Konservatorium in Prag und an der Janacek-Akedemie in Brünn. Von jeher war er um eine möglichst vielseitige musikalische Bildung bemüht, und schon während seiner Studienzeit widmete er sich nicht ausschließlich nur den Meisterwerken der solistischen und kammermusikalischen Violinliteratur, sondern spielte ebenso gern auch im Orchester oder in einem kleinen Kaffeehaus-Ensemble.

Im Jahre 1973 wurde der Mitglied, sechs Jahre später Konzertmeister im Rundfunkorchester des Südwestfunks.“ (zitiert aus dem booklet)

Man lasse sich nicht täuschen: Auch diese Musik erfordert durchgehend ein hohes Niveau … und in diesem Ensemble spielte z.B. ein Thilo Berg mit … der später als wirklich bemerkenswerter Jazzdrummer mit seinen eigenen Produktionen durchaus beeindruckend war.

Aber nun: viel Vergnügen mit all diesen verspielten und schmachtenden Melodien !

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Besetzung:
Thilo Berg (drums)
Jiri Darek (violin)
Hans-Rolff Hauck (violoncello)
Edmund Högemann (piano)
Klaus Leppla (violin)
Peter Matejcek (clarinet, saxophone)
Winfried Mattern (clarinet, saxophone)
Willie Tiepold (bass)
Georg Uhl (guitar)
Alfred Wurm (clarinet, saxophone)

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Titel:
01. Roter Teufel (Plessow/Grünberg) 2.50
02. Ganz leise kommt die Nacht (Grothe/Grünberg) 3.39
03. Avant de mourir (Boulander/Schneiders) 2.46
04. Das blonde Kätchen (di Lazzaro/Grünberg/Darek) 2.53
05. Im Chambre Separee (Heuberger/Darek) 3.28
06. Somewhere Over The Rainbow (Arlen) 3.28
07. Spitzbub (Rixner/Grünberg) 2.03
08. El Toro Loco (Schneiders) 2.02
09. Tea For Two (Youmann/Grünberg) 3.35
10. Puszta Fox (Erdelyi/Schneiders) 2.02
11. Wien wird schön erst bei Nacht (Stolz/Grünberg) 3.30
12. Da Capo (Boulanger/Grünberg/Darek) 2.30
13. Toselli-Serenade (Toselli/Grünberg) 3.25
14. Von der Pusta will ich träumen (Brühne/Grünberg) 3.29

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Eckhardt Walter u.a. – 50 Jahre Sigurd (2003)

TitelDie Comicfigur Sigurd ist aus der deutschen Comicgeschichte nicht mehr wegzudenken, mehr noch, kaum eine andere Figur wurde derart zum Kult, wie Sigurd.

Sigurd, der ritterliche Held, ist ein von Hansrudi Wäscher 1953 für den Walter Lehning Verlag geschaffener Comic-Held. Er ist unter den Wäscher-Helden der bekannteste, älteste und der mit den meisten Abenteuern.

Der Ritter Sigurd von Eckbertstein trägt eine immer flott frisierte, blonde Haartolle, die immer auf die Seite fällt, in die Sigurd gerade blickt. Seine Freunde sind Bodo, der sich dank der Großmut des Titelhelden von dessen Feind zum Freund gewandelt hat, und Cassim, dem Sigurd einst das Leben rettete. Sein Erzfeind ist Ritter Laban. Die ursprünglich von Wäscher geplante lockere Adaption des Nibelungenliedes konnte er gegen die Verlagsvertreter nicht durchsetzen.

Von Oktober 1953 bis Februar 1960 erschienen 324 Piccolos; von diesen wurden die Hefte 54 und 269 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Von Juni 1958 bis April 1968 wurde eine weitere Reihe mit 257 Großbänden veröffentlicht, in der anfangs noch (Nummer 1–124) die Piccolos (allerdings nicht alle) nachgedruckt wurden, ab der Nummer 125 neue Fortsetzungsgeschichten erschienen. Parallel dazu erschienen in den Reihen Piccolo-Sonderband und Bild Abenteuer im Lehning-Verlag auch zahlreiche in sich geschlossene Einzelabenteuer. Zudem gab es 1965 noch einen Sonderband.

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1976 wurden 20 Hefte (Lehning Großband 125–144) vom Melzer-Verlag nachgedruckt. Seit 1980 erschien Sigurd im Norbert Hethke Verlag, der sowohl die alten Geschichten in verschiedenen Formaten (Faksimile-Nachdrucke, gebundene Buchausgaben etc.) nachdruckt als auch neue Geschichten exklusiv veröffentlicht. Seit September 1993 läuft die 3. Piccolo-Serie (eine zweite Serie erschien von August 1961 bis April 1963 mit 87 Heften zu 30 Pfennig, aber beinhaltete lediglich stark gekürzte Nachdrucke aus der ersten Serie) mit neuen Geschichten, die zunächst von Wäscher geschrieben und auch gezeichnet (bis Piccolo 100) wurden. Etwas mehr als die ersten 100 Piccolos dieser Reihe wurden (unter anderem) coloriert in einer Heftreihe (kleineres Micky-Maus-Format) nachgedruckt. Bereits seit Mai 1991 erscheinen die Sigurd-Sonderbände im Hardcoverformat, die in den ersten 14 Bänden neue Geschichten, seither Nachdrucke liefern.

Bis auf wenige Ausnahmen stammen sowohl Text als auch Zeichnungen der im Walter Lehning Verlag veröffentlichten Sigurd-Comics von Wäscher. Zur Anfangszeit lieferte Gerhard Adler die Texte, bis Wäscher, dessen Stärke laut Andreas C. Knigge eher im textlich-inhaltlichen als im grafischen Bereich lag, auch diese Aufgabe übernahm. Während Wäschers Hochzeitsreise sprang Walter Kellermann für ihn ein, sodass dieser für die Heftnummern 202 bis 206 verantwortlich war. (Quelle: wikipedia)

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Hansrudi Wäscher

Und anlässlich des 50. Geburtstag dieses wackeren Helden gab es dann dieses Jubiläumsband:

Das Phänomen SIGURD, DER RITTERLICHE HELD beurteilen zu wollen, lässt sich eigentlich nur emotional angehen. Wohin sind sie eigentlich entschwunden, die wunderbaren Jahre der Kindheit? Als wir in den großen Ferien schmökernd in unseren selbstgebastelten Indianerzelten lagen, umgeben von diesen tollen Schundheftchen die uns sämtliche Eltern und Pädagogen strikt verboten hatten. Heute sind Pädagogen und Eltern froh, wenn ihre Bälger wenigstens Comics lesen und sich nicht nur noch vor PC oder Bildschirm von der Bilderflut berieseln lassen. So ändern sich die Zeiten. In den 50er Jahren von der Elterngeneration noch als „Halbstarke“ beschimpft, heute, nach 50 Jahren schon wieder postmodern.

Mit einem prallgefüllten Prachtband feiert der HETHKE-Verlag dieser Tage den Geburtstag von SIGURD und alles daran ist Reminiszenz an unwiederbringliche Jugend. Vom Hansrudi-Wäscher-Fanclub Bayern initiiert und auch weitgehendst zusammengestellt, bekommt man einen umfassenden Einblick, was in 50 Jahren alles von SIGURD erschienen ist. Auf 46 Seiten wird eine unglaubliche Menge an Exponaten aufgelistet und mit sehr gut reproduzierten Abbildungen faksimiliert. Schon beim groben durchblättern kommen einem angenehme Jugenderinnerungen in den Sinn. Ergänzend dazu erfolgt eine umfassender Rückblick auf die 50er und 60er Jahre in Verbindung mit den Abenteuer-Zyklen des wackeren Recken. Absolutes Highlight ist natürlich ein neuer 12-seitiger-Sigurd-Comic in Farbe, die vorerst letzte Sigurd-Story die noch komplett aus der Feder von Hansrudi Wäscher stammt.

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Und zum Schluss sei auch noch ein anderes Gustostückerl erwähnt, das allererste Sigurd-Piccolo-Heftchen aus dem Jahre 1953. Hansrudi Wäscher hat sich den Spaß erlaubt, es noch einmal textlich zu überarbeiten und in seinem heutigen Stil noch einmal komplett neu zu zeichnen. Ebenfalls beim Hethke-Verlag zu beziehen. Auf Seite 9 zeigt Wäscher mir (und vielleicht auch Ihnen) dann, was ihn mir immer sympathisch gemacht hat – das allzumenschlich Unzulängliche. Sigurd kämpft dort mit seinem späteren Freund Bodo. Der gute Bodo kann dabei eigentlich nur verlieren. Hansrudi Wäscher hat ihm nämlich zwei linke Füße verpasst (siehe Abbildungen). Auf dass es mit den neuen Sigurd-Zeichnern, die Wäschers ritterlichen Recken fortsetzen, die nächsten 50 Jahre ebenso unterhaltsam weitergehen möge. (G. N.; highlightzone.de)

Beeindruckend mit wieviel Liebe und Detailkenntnisse dieses Autorenteam (allesamt vermutlich hardcore Sammler) die Geschichte, aber auch die Wirkung dieser Comicfigur zusammengestellt haben.

Also hereinspaziert in jene Welt die damals kleine und heute große Buben weiterhin fasziniert:

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Das allererste Heft, 1953

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Hier beginnt eine akribische Werkanalyse

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Man glaubt ja nicht, was da alles zusammengetragen wurde …

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Peter Cornelius + Michael Cretu – Cornelius und Cretu (1992)

FrontCover1Ein ungemein intensives Album … wobei man im Traum nicht daran gedächt hätte, dass Peter Cornelius und Michael Cretu mal zu so einer Form der Zusammenarbeit finden würden.

Wer glaubt, gehaltvolle Lieder zu schreiben, sei ein Brauch aus längst vergangenen Hippiezeiten, wird jetzt eines Besseren belehrt. Peter Cornelius und Michael Cretu waren reif für die Insel und zogen sich für einige Monate in Cretus Digitolparodies auf Ibiza zurück. Dort erarbeiteten sie ein textorientiertes Musikkonzept, das so richtungsweisend ausfiel wie seinerzeit Grönemeyers legendäre BOCHUM-Idee. Cornelius und Cretu beweisen, daß feinsinnige Texte am Nerv der Zeil weder der Wanderklampfe noch der Brotgitarre bedürfen, um glaubwürdig zu sein. Großenteils om Sample-Computer eingespielte, filigrane Klangkollagen in sagenhafter Tonqualität bilden dos maßgeschneiderte Environment, wenn ganz persönliche Krisen unaufdringlich und sensibel aufgearbeitet werden, wenn Hoffnungen sich offenboren oder gar erfüllen. Und dabei weht nicht mal ein Hauch von diesem genre-typischen Selbstmitleid durch die Rillen. Cornelius als Meister der Sprache und Cretu als Guru des Klanges erzeugen eine unglaubliche Lust auf diese Reise durch Sound und Geist. (Musik-Express, November 1992)

Manch einer war verwirrt über dieses „düstermelancholische“ (copyright by Frau Knobloch) klingende Album … Und in einer Besprechung bei amazon fidet sich dann daher auch folgender Beitrag:

„Ich habe die CD gekauft, weil ich Peter Cornelius mag. In den ersten Jahren dachte ich: Mann, was für einen einschläfernd-monotonen Sprechgesang hat Cornelius diesmal dank Michael Cretus Mitwirkung abgeliefert!
Aber mit jedem Hören wächst diese eigenwillige CD. Die Texte sind poetisch bis philosophisch, und auch die von Cretu gesungenen Refrains gehen hier und da mit berührenden Harmonien unter die Haut.“ (Hugo Humpelbein)

Nun denn … es gilt auf eine Entdeckungsreise zu gehen … Mich hat dieses Album vorallem textlich überzeugt !

Michael Cretu

Besetzung:
Peter Cornelius (vocals)
Michael Cretu (all insruments)

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Titel:
01. Nur die Hoffnung nicht     4.10
02. Nichts ist vollkommen, nicht mal das Glück 4.05
03. Rettungsringe sterben aus 4.33
04. Alcatraz 3.25
05. Droge Liebe 4.14
06. Die Seele hat Nachtschicht 3.27
07.  Zeitmaschine 3.40
08. Jetzt oder nie 4.07
09. Schiffe versenken 4.26
10. Ins Gedächtnis tätowiert 4.06

Musik + Text: Peter Cornelius und Michael Cretu

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Verschiedene Interpreten – Natur und Klassik (2001)

FrontCover1Einerseits haben wir es hier nun mit einem jener typischen Sampler zu tun, die zu einem „Billig-Preis“ in die Läden kam, andererseits ist just dieser Sampler für mich momentan geradezu eine Wohltat …

Eine Wohltat deshalb, weil ich eben gerade in so einer Phase bin, in der sich auch viel Erschöpfung bei mir breit macht … Erschöpfung ob all der unterschiedlichsten Anforderungen und Erwartungen, insbesondere im beruflichen Bereich … und das Alter – ich kann es wenden und drehen wie ich will – schon auch seinen Attribut fordert.

Na, bevor ich jetzt nur noch rumjammere, hier eine Doppel-CD die für mich wie eine Wohltat klingt .. all die ruhigen und besinnlichen Klänge aus dem Bereich der Klassik … könnte man auch glatt als Vorbereitung für die sog. „staade Zeit“ verstehen und nutzen.

Oder aber, man verwendet diesen Sampler um sich inspirieren zu lassen … die Welt der Klassik ist einfach ganz gewaltig groß !

Und wir hören traumhaft schöne Musik … das Adagio von Tomasso Albinoni z.B. oder die „Moldau“ von Smetana“, unschlagbar auch die „Morgenstimmung“ aus der Peer Gynt Suite Nr.1 (Grieg) oder auch das legendäre „Concierto De Aranjuez“ … und, und, und …

Mögen auch die ausführenden Künstler nicht so sonderlich bekannt sein … sie spielen auf hohem Niveau !!!

Und von daher:

Für all jene stillen Momente im Leben … hier ist der Soundtrack dazu !

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Titel:

CD 1:
01. Staatskapelle Weimar: Clarinet Concerto In A, K 622 – 2. Adagio (Mozart) 7.38
02. London Festival Orchestra: Suite(Ouv.) Nr.3 D-dur BWV 1068-Air (Bach) 6.19
03. London Festival Orchestra: Wassermusik-Suite Nr.1 F-dur HWV 348-Air (Händel) 2.41
04. Florian Henschel: Peer Gynt Suite Nr.2-Solveigs Lied (Grieg) 4.35
05. Ricardo Castro: Nocturne #5 In F Sharp, Op. 15-2, CT 112 (Chopin) 3.26
06. Michael Krücker: Liebestraum As-dur op.62 Nr.3 Poco allegro con affetto (Liszt) 4.40
07. London Festival Orchestra: Der Karneval der Tiere – Nr. 13 – Der Schwan (Saint-Saëns) 3.12
08. State Symphony Orchestra Of Tartastan: Ballett Suite ‚Der Nußknacker‘ No.2 ‚Charaktertänze‘-Blumenwalzer (Tschaikowsky) 6.50
09. Bruckner Orchester Linz: Sinfonie Nr.36 C-dur KV 425 ‚Linz‘-Andante (Mozart) 8.31
10. Bukarest Philharmonic Orchestra: Sinfonie Nr.3 op. 90 in F-dur-Andante (Brahms) 8.02
11. Erik Schultz + Jan Overduin: Adagio (Albinoni) 8.25
12. Hamburg Soloist: Violin Concerto In E, Op. 8-1, RV 269, ‚Die vier Jahreszeiten (Frühling)‘ – 2. Largo (Vivaldi) 2.53
13. Radio Symphony Orchestra Pilsen: Die Moldau (Semtana) 12.33

Booklet1

CD 2:
01. Florian Henschel: Peer Gynt Suite Nr.1 – Morgenstimmung (Grieg) 3.45
02. Luis Orlandini: Concierto De Aranjuez – 2. Adagio (Rodrigo) 12.06
03. East Of England Orchestra: Eine kleine Nachtmusik KV 525-Romanze(Andante) (Mozart) 6.07
04. London Festival Orchestra: Brandenburgisches Konzert Nr.2 BWV 1047-Andante (Bach) 3.47
05. Alfredo Perl: Klaviersonate Nr. 14 (Mondscheinsonate) 6.04
06. Ricardo Castro: Nocturne Nr.12 op.37-2 in G-dur (Chopin) 5.36
07. Arkady Sevidov: Die vier Jahreszeiten op.37b-Juni-Barcarole (Tschaikowsky) 5.18
08. Radio Symphony Orchestra Pilsen: Xerxes-Largo (Händel) 5.25
09. Bukarest Philharmonic Orchestra: Ungarische Tänze-Nr.1 in g-moll (Brahms) 3.13
10. Orquesta Filarmónica de Gran Canaria: Symphonie. Nr.9 e-moll op.95 ‚Aus der neuen Welt‘-Largo un poco mosso (Dvoràk) 11.59
11. Samara Philharmonic Orchestra: Eine Steppenskizze aus Mittelasien(Ein musikalisches Bild) (Borodin) 7.40
12. Orquesta Filarmónica de Gran Canaria: Die Planeten-Neptun,der Mystiker (Holst) 7.21

CD1A

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Verschiedene Interpreten – Die Spitzenreiter 1959 (1960)

FrontCover1Jetzt steht mal wieder so ne heiter-vergnügliche Runde Nostalgie ins Haus. Die Hits des Jahres 1959 aus dem Hause Polydor kamen 1960 auf einem Sampler (sagte man damals noch nicht, der Ausdruck war wohl „Querschnitt“ oder so).

Nun, es ist eine interessante Zeitreise mit vielen unterschiedlichen Aspekten.

Da ist zum einen die Tatsache, dass sich etliche der damaligen Hits in das kollektive Bewußtsein jener Generation (und darüberhinaus !) eingebrannt hat. Damit meine ich z.B. Lieder wie „Mandolinen und Mondschein“, „Morgen“, „Die Gitarre und das Meer“,“Sugar Baby“ und allen voran natürlich der unverwüstliche „Kriminal-Tango“ von Hazy Osterwald.

Aber auch Bill Ramsey´s „Souvenirs“ macht bis heute einfach nur gute Laune.

Und dann lässt sich festellen, dass so etliche der damaligen Stars bis heute einen klangvollen Namen habe. So ist z.B. Peter Kraus bis heute noch aktiv. Apropos Peter Kreuz: ihn hört man auch bei dem Lied „Cowboy-Billy“ gemeinsam mit Jörg Maria Berg hatte er kurzfristig das Duo „James Brothers“ gegründet.

Und da gibt es auch noch ne Handvoll von Sängern, die den großen Sprung über all die Jahrzehnte nicht geschafft haben, wie z.B. das Duo „Tom und Tommy“ die hier den skurillen Song „Eine handvoll Heimaterde“ zum besten geben.

Die Gesangspartnerin von Louis Armstrong, Gabriele Clonisch beendete dann ihre kurze Karriere als Kinderstar im Jahr 1963.

Und auf einen Song will ich dann noch ganz besonders hinweisen: „Charly Brown“ von den „Honey Twins“ (dahinter verstecken sich die Sängerinnen Andrea Horn und Trixie Kühn); begleitet werden sie nämlich vom Max Greger Orchester und der ließ es sich nehmen am Ende des Liedes ein wirklich ganz schön heißes Saxophon-Solo zum besten zu geben … Respekt !

Singlehüllen1

Und das schreibt die ‚WDR4/Schallplattenbar“ über dieses Album:
Im Herbst 1960 startet die Plattenfirma Polydor mit der Langspielplatten-Serie „Die Spitzenreiter“ ein Großprojekt. Auf einen Schlag werden 11 LP’s mit den größten Hits der Jahre 1949 – 1959 veröffentlicht. Die Titelauswahl für ein abgelaufenes Schlagerjahr erfolgt zwar zwangsläufig aus der Retrospektive, aber in diesem Fall war der zeitliche Abstand teilweise doch schon erheblich. Die „Spitzenreiter 1959“, um die es hier geht, lagen allerdings noch nicht so weit zurück, was bei der Zusammenstellung sicher hilfreich war. Die folgenden Langspielplatten dieser Reihe erscheinen dann im jährlichen Turnus.

Für die Firma Polydor verlief das Jahr 1959 kommerziell gesehen äußerst erfolgreich und die Auswahl an Spitzenhits ist dementsprechend groß. Unter den umsatzstärksten Interpreten des Plattenkonzerns findet man wieder einmal Freddy, der dafür sorgte, dass auch diesmal die Seemannsromantik nicht zu kurz kam. Mit „Die Gitarre und das Meer“ und „Unter fremden Sternen“ bereichert er diese Kollektion als einziger Solist gleich mit zwei Aufnahmen. Dabei handelt es sich um die Titelmelodien der ersten beiden großen Freddy-Filme, die 1959 ihre Kino-Premiere erlebten. Natürlich ist auch Peter Alexander, ein weiterer Erfolgsgarant der Firma, wieder mit von der Partie. Dafür fehlt allerdings Caterina Valente, denn sie wechselte inzwischen zu Decca, in der Hoffnung, ihre Karriere auch international voranzutreiben.

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Dass mittlerweile auch die Teenager einen Großteil der Plattenkäufer ausmachen, sieht man daran, dass mehrere Titel dabei sind, die speziell für das junge Schlagerpublikum produziert wurden. Neue Namen wie Tommy Kent oder die Honey Twins sorgen für frischen Wind, während Peter Kraus und die James Brothers (Peter Kraus & Jörg Maria Berg) bereits unter den Spitzenreitern des Vorjahres zu finden waren. Dass dem Heimatschlager nicht ganz die Puste ausging, ist dem Duo Tom & Tommy zu verdanken. „Eine Handvoll Heimaterde“ blieb jedoch ihr einziger großer Hitparadenerfolg. Es fällt auf, dass diesmal nur noch die Hälfte der Titel von heimischen Autoren stammt. Coverversionen internationaler Hits sind deutlich auf dem Vormarsch.
Zu den Schlagerfavoriten 1959 gehört „Am Tag als der Regen kam“, gesungen von Dalida. Diese Aufnahme erschien allerdings bei der Firma Ariola. Die Polydor hatte den Titel mit einer gewissen Renée Ray nachproduziert. Hinter diesem international klingenden Pseudonym verbarg sich die Sängerin Renée Franke, die ihre große Zeit in den frühen 50er Jahren hatte. Von den Konsumenten wurde ihre Version zwar kaum beachtet, doch bei der Titelauswahl der vorliegenden LP griff man gern darauf zurück. Immerhin konnte man so auch einen Hit der Konkurrenz präsentieren. Diese Möglichkeit hätte man auch beim Nr.-1-Hit „Tom Dooley“ gehabt, der bei der Electrola vom Kingston-Trio in englisch und von den Nilsen Brothers in deutsch gesungen wurde. Die Polydor ließ diesen Schlager vom „Tom Dooley-Trio“ einsingen, zu dem u.a. Ralf Paulsen gehörte. Doch offenbar wurde das bei der Zusammenstellung dieser Schlagerauslese übersehen.

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Die Plattenhülle der LP zeigt – wie bei der kompletten Reihe üblich – ein Reitsportmotiv. Um das auf Anhieb zu erkennen, muß man in diesem Fall aber schon etwas genauer hinschauen. Auf der Rückseite sind alle Interpreten abgebildet. Wobei Peter Kraus gleich zweimal zu sehen ist: Zum einen als Solist, zum anderen als Mitglied der James Brothers. Fans von Kopplungen, die die großen Hits eines Jahrgangs zusammenfassen, dürfte diese Langspielplatte mit Sicherheit zufrieden stellen. Sogar für Raritätensammler ist etwas dabei, denn die Aufnahme mit Renée Ray ist bislang auf keiner CD zu finden.

Ob nun ein weißes Schiff nach Hongkong fährt oder ob Jacky Brown & Baby Miller in einer obskuren Taverne einen Tango tanzen – die „Spitzenreiter 1959“ bieten ein tolles und abwechslungsreiches Schlagerprogramm.

BackCover1

Titel:
01. Freddy (Orchester Bert Kämpfert): Die Gitarre und das Meer (Olias/Pinelli) 2.28
02. Ivo Robić und die Song-Masters: Morgen (One More Sunrise) (Mösser) 2.34
03. Bill Ramsey (Orchester Werner Twardy): Souvenirs (Bartels/Coben) 1.53
04. Tom und Tommy (Horst Wende-Tanzsolisten): Eine handvoll Heimaterde (Peka/Zalatnay) 2.14
05. Peter Alexander (Orchester Erich Werner): Mandolinen und Mondschein (Mandolins In The Moonlight) (Bartels/Schroeder/Weiss) 2.35
06. Die James Brothers (Orchester Werner Scharfenberger): Cowboy-Billy (Busch/Scharfenberger/Pinelli) 2.38
07. Louis Armstrong und Gabriele (Orchester Erwin Halletz): Onkel Satchmo’s Lullaby (Bradtke/Halletz) 2.25
08. Freddy (Orchester Bert Kämpfert): Unter fremden Sternen (Fährt ein weisses Schiff nach Hongkong) (Olias/Pinelli) 2.49
09. Melitta Berg (Horst Wende-Tanzsolisten): Nur du, du, du allein (To Know Him Is To Love Him) (Relin/Spector) 2.26
10. Peter Kraus (Orchester Werner Scharfenberger): Sugar-Baby (Busch/Scharfenberger/Pinelli) 2.31
11. Hazy Osterwald-Sextett: Kriminal-Tango (Feltz/Trombetta) 3.32
12. Tommy Kent (Horst Wende-Tanzsolisten): Susie Darlin‘ (Luke/Mösser) 2.40
13.  Honey Twins (Orchester Max Greger): Charly Brown (Blecher/Leiber/Stoller) 2.10
14. Renée Ray (Orchester Glen Marshall): Am Tag als der Regen kam (The Day When The Rain Came) (Bader/Bécaud/Dalanoe) 2.47

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Verschiedene Interpreten – Musica Bavarica – Alte Musik aus dem Pfaffenwinkel (1972)

FrontCover1Ohne die beiden wäre es ganz sicher nicht zu dieser Veröffentlichung gekommen:

1957 begannen KMD Alois Kirchberger und Dr. Robert Münster auf eigene Initiative nach alten Musikalien in Klöstern und Kirchen des altbayerischen und schwäbischen Raums zu forschen. Aufgrund der überraschenden Funde begann die Bayerische Staatsbibliothek 1967 mit Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft die systematische Katalogisierung dieser Bestände. Im gleichen Jahr erschien die erste Schallplatte der inhaltlich damit verbundenen Dokumentationsreihe Musica Bavarica.

Waren die ersten Veröffentlichungen klösterlicher Vokal- und Instrumentalmusik gewidmet, so wurden bald auch Werke aus zuvor vernachlässigten Bereichen weltlicher Musik einbezogen. Sie brachten u.a. Musik von Hofkomponisten des »Blauen Kurfürsten« Max Emanuel, des Kurfürsten Max III. Joseph und der bayerischen Könige Max I., Ludwig I. und Ludwig II.

Sensationelle Funde konnten erstmals vorgestellt werden: u.a. eine Kantate von Leopold Mozart aus dem Jahr 1755, von W.A.Mozart die zuvor unbekannte Sinfonie KV 19a des Neunjährigen und die Zweitfassung der Solomotette »Exsultate, jubilate« KV 165/158a, von Johann Michael Haydn die »Chiemsee-Messe« und die Herrenchiemseer Festkantate von 1797.

Für Ihre Verdienste um die Wiederbelebung der vergessenen Musikwerke des 17.und 18. Jahrhunderts in Altbayern wurde die Reihe Musica Bavarica 1987 mit dem Kulturpreis der Bayerischen Landesstiftung ausgezeichnet.
2012 feiert Musica Bavarica sein 45-jähriges Bestehen.

Hier nun, wie der Titel schon sagt, alte Musik aus dem Pfaffenwinkel … Was ist nun um Himmels Willen der Pfaffenwinkel ?

Als Pfaffenwinkel wird eine Region in Südbayern bezeichnet, die zwischen Lech und Loisach liegt.

Das Kerngebiet des Pfaffenwinkels bildet der Landkreis Weilheim-Schongau. Die hügelige Landschaft ist geprägt durch Wiesen, Wälder, Moore, Seen und Flussläufe und liegt auf einer Höhe von 500 bis über 1000 Meter

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Im weiteren Sinne zählt man das gesamte Gebiet zwischen Landsberg am Lech und Starnberg im Norden, Ingenried im Westen, Füssen und Ettal im Süden und Benediktbeuern im Osten zum Pfaffenwinkel. Damit umfasst er Teile des Fünfseenlandes mit den Landkreisen Landsberg am Lech und Starnberg, sowie des Isarwinkels, des Lechrains und Bereiche der Landkreise Ostallgäu und Garmisch-Partenkirchen.

Der Raistinger Dorfpfarrer Franz Sales Gailer prägte im 18. Jahrhundert den eingängigen und auf den eigenen Berufsstand bezugnehmenden Begriff Pfaffenwinkel. Pfaff (Einzahl) und Pfaffen (Mehrzahl) sind alte bayerische Bezeichnungen für Pfarrer.

Den Namen erhielt die Region wegen der zahlreichen Klöster und Wallfahrtskirchen, so z. B. die Wallfahrtskirchen in Vilgertshofen, Hohenpeißenberg und die Wieskirche, sowie die Klosterkirchen in Ettal, Steingaden, Rottenbuch, Polling und Wessobrunn; in kaum einer anderen Region in Deutschland gibt es eine derartige Dichte an Klöstern. Aus der Region stammen auch die Stuckateure der Wessobrunner Schule. Im Pfaffenwinkel steht auch das Wessobrunner Kloster, in dem das Wessobrunner Gebet entdeckt wurde: eines der ältesten dichterischen Werke der deutschen Sprache. Die in Wessobrunn geborenen Brüder Dominikus und Johann Baptist Zimmermann verhalfen mit ihrem Kunstgeschick einem ganz anderen Bau zu Weltruhm, einem Zentrum der oberbayrischen Touristik, der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies, auch als Wieskirche bekannt. (Quelle: wikipedia)

Auf dieser LP werden überwiegend geistliche Werke aus dem 18. und 19. Jahrhundert präsentiert, die in jener Region „Paffenwinkel“ ihren Ursprung hatten. Es wundert einen natürlich nicht, dass dabei die in der Region beheimateten Kläster eine entscheidende Rolle gespielt haben. Und so hören wir Musik aus den Klöstern Benediktbeuren – Ettal – Oberammergau – Rottenbuch und Steingaden.

Wem – wie mir – gelegentlich der Sinn nach solch geistlicher Musik steht, findet hier feine Raritäten aus diesem Genre.

Und weil der Paffenwinkel auch heute noch kulturell sehr aktiv ist, habe ich die 2013er Ausgabe der Zeitschrift „bravissimo – Kulturlust erleben“ beigelegt.

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Besetzung:
Hans Günther Billig (flute)
Kieth Engen (Bass bei o1.)
Julia Falk (Alt bei 05.)
Albert Gassner (Tenor bei 05.)
Karl Maureen (organ bei 04. + 05.)
Jack Meredith (horn bei 01.)
Erika Rüggeberg – Sopran bei 03.)
Carlo Schmid (Bass (bei 05.)
+
Chor der Herz-Jesu-Kirchen, München

Kammerorchester Musica Bavarica unter der Leitung von Alois Kirchberger (Seite 1) und  Josef Schmidhuber (Seite 2)

BackCover1

Titel:

Gilbert Michl Opraem:
01. Benedictus7.52

Franz Xaver Richter :   
02. Sinfonia Nr. 2 F-Dur  7.33

Martin Gebhard:      
03. Salve Regina  7.28

Rochus Dedler :
04. Finale aus der Oberammergauer Passionsmusik 13.27

Joseph Haydn:
05.  Offertorium (Aus Streichquartett Op. 42,3) 6.48

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