Bruno Jonas – Bis hierher und weiter (2008)

FrontCover1So muss Satire sein: bitterböse und treffend …

„Wenn einer weiß, dass er nichts wissen kann, und trotzdem so tut, als könnte er was wissen, dann ist er wahrscheinlich ein Depp – oder ein Berater.“ Bruno Jonas

Bruno Jonas schlüpft in die Rolle des Unternehmensberaters Hubert Unwirsch, der nie um einen Rat verlegen ist und über vielfältige Kontakte verfügt. Während der Wartezeit auf dem Flughafen kommt er zu verblüffenden Erkenntnissen über Korruption, Untreue, Politik, Theologie und Betriebswirtschaftslehre und ihm wird klar, dass es nicht so weiter gehen wird, wie er sich das vorgestellt hat.

„Jonas bleibt Jonas: immer gleich hellwach, gedankenflink und präsent.“ SZ (02.05.2007)

Oder:
„Wenn einer weiß, dass er nichts wissen kann, und trotzdem so tut, als könnte er was wissen, dann ist er wahrscheinlich ein Depp – oder ein Berater.“ Bruno Jonas

Bis hierher – aber an weiter ist für Hubert Unwirsch momentan nicht zu denken. Denn der Unternehmensberater, sitzt nicht nur am Flughafen fest, gegen ihn wird auch wegen Untreue und Korruption ermittelt. Die Wartezeit nutzt er zur Reflexion über die ethischen Grundsätze deutscher Wirtschaftsbosse und hemmungsloses Profitstreben als zeitgemäße Überlebensstrategie.
Mit abgründigem Humor und rhetorischer Spitzfindigkeit offenbart Bruno Jonas die verblüffenden Erkenntnisse und die ganz persönliche Weltsicht eines überzeugten Kapitalisten.

„Ein Juwel.“ — Münchner Merkur

„Bruno Jonas ist mit diesem Parforceritt ein satirisches Kabinettstück gelungen.“ — Passauer Neue Presse

Auch wenn dieses Programm schon etliche Jahre auf dem Buckel hat … es ist erschreckend alktuell und mehr als einmal bleibt einem das Lachen im Hals stecken … aber so ist das halt bei Satire und Kabarett, die so richtig voll den Nerv trifft !

BrunoJonas

Besetzung:
Bruno Jonas (Sprecher)

Booklet1Titel:

CD 1:
01. Frau Schellnhuber 3.45
02. Globalisierung 2.13
03. Brauseköpfe 6.32
04. Key-Konzept 4.54
05. Standortfragen 3.37
06. China 3.24
07. Solidarität 1.50
08. Absacker 4.17
09. Munich Consulting Company 4.24
10. Publishing 2.41
11. Theologing 7.50
12. Networking 5.00
13. Der Event 9.05
14. Neid 2.29
15. Kuhlke 2.52
16. Kölbl, Wesendonk u.a.4.05
17. Trudilein 3.01

CD 2:
01. Trudilein und Harald 2.00
02. Verpfiffen 5.15
03. Der Strohmaier 4.16
04. Strategie und Täuschung 6.19
05. Die Kölbl 5.48
06. Consulting und Philosophie 7.46
07. Sicherheit und Terror 4.43
08. Untergangsmelodien 3.54
09. Glaube und Hoffnung 3.00
10. In der Irre 2.41
11.  … Unser tägliches Bild heute 5.52
12. Trudilein fährt mit 2.15

Text: Bruno Jonas

CD1A

  • (demnächst)
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Fliegende Blätter (Zeitschrift) – Heft Nr. 4 (1865)

TitelDa ist mir neulich eine feine Sammlung der alten Zeitschrift „Fliegende Blätter“ ins Haus geflattert (ein herzliches Dankeschön an den Spender, der anonym bleiben möchte):

Fliegende Blätter war der Name einer humoristischen, reich illustrierten deutschen Wochenschrift. Die Fliegenden Blätter erschienen von 1845 bis 1928 beim Verlag Braun & Schneider, München. Sie wurden 1929 mit der Zeitschrift Meggendorfer-Blätter vereinigt und erschienen bis 1944 unter dem Titel Fliegende Blätter und Meggendorfer-Blätter beim Verlag J. F. Schreiber, München und Eßlingen a. N. Die künstlerische und drucktechnische Güte der Zeitschrift war berühmt.

Zudem war Fliegende Blätter die Bezeichnung von Aphorismen des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi, die 1817 im Taschenbuch Minerva publiziert wurden.

Kaspar Braun zeigte sich vor allem für die Illustrationen verantwortlich, während sich Friedrich Schneider vor allem um die Texte kümmerte. Neben Karikaturen wurden Gedichte und Erzählungen in den Fliegenden Blättern veröffentlicht, etwa Die Gedichte des schwäbischen Schulmeisters Gottlieb Biedermaier und seines Freundes Horatius Treuherz (seit 1855) von Adolf Kußmaul.

Die einzelnen Ausgaben bestanden aus je acht, lange Zeit undatierten, Seiten und erschienen in einem wöchentlichen Turnus.

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Weitere Ausgaben

Einer Meldung in der Leipziger Zeitung zufolge hatten die Fliegenden Blätter im März 1847 eine Auflage von 15.000 Exemplaren.

Allgemeine Wertschätzung erfuhren die Fliegenden Blätter für ihre zielsichere, satirische Charakterisierung des deutschen Bürgertums. Beliebte Serienfiguren aus der Zeitschrift waren seit 1845 die beiden Typen Biedermann und Bummelmaier (aus ihren Namen entstand der Begriff Biedermeier). Daneben gab es beispielsweise die Abenteuer des fiktiven Barons Eisele und seines Hofmeisters Dr. Beisele zu lesen.

Die Illustrationen in den Fliegenden Blättern stammten von namhaften Künstlern wie Heinrich von Arx, Ferdinand Barth, Wilhelm Busch, Gustav Adolf Closs, Eugen Croissant, Karl Elleder, Josef Nikolaus Geis, Eugen Horstig, Hans Kaufmann, Kaspar Kögler, Franz Kreuzer, Adolf Oberländer, Franz Graf von Pocci, Carl Reinhardt, Emil Reinicke, René Reinicke, Franziska Schlopsnies, Carl Spitzweg, Hermann Stockmann, Gustav Traub, Hermann Vogel und vielen anderen. (Quelle: wikipedia)

Die „Fliegenden Blätter waren also eine der ganz frühen satirischen Zeitschriften in Deutschland … und nachdem für mich Satire lebensnotwendig ist, freue ich mich sehr, mit diesem Heft (Nr. 4, 1865) die Präsentationsreihe zu eröffnen.

Dieses Heft enthält einen „Bericht“ über das närrische Treiben von tanzwütigen Frauen und Männern (noch heute ein amüsanter Spaß !) sowie diverse Spottgedichte, vornehmlich auf die Obrigkeit .. .Jawohl, so gehört sich das auch !

Und auch all die Illustrationen sind mit „spitzer Feder“ gezeichnet … und  für dieses völlig veraltete Malstil kann – zumindest – ich mich auch heute noch erwärmen (Ich mag ja auch all die alten Sherlock Holmes Illustrationen).

Von daher ein kleines Heft (8 Seiten) für den Liebhaber deutscher Satirekunst.

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Ziemlich avantgardistisch für das Jahr 1986, würde ich mal sagen

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Demnächst in diesem Theater:

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Der komplette Jahresband aus dem Jahr 1845

Ulrich Sonnenschein – Wir pfeifen nicht nach ihrer Tanze (2009)

FrontCover1Da ist einer aber tief in die Schallarchiv unserer Republik  gestiegen …

Einer ist in diesem Fall der Ulrich Sonnenschein:

Ulrich Sonnenschein, geboren 1961, Promotion über Arno Schmidt. Redakteur, Autor und Moderator bei hr2-Kultur. Im Suhrkamp Verlag erschien zuletzt Globalisierung im Alltag (2002), Das Abenteuer Liebe (2004), Liebe – zwischen Sehnsucht und Simulation (2005), alle zusammen mit Peter Kemper.

Und ihm sitzt wohl auch immer – trotz aller Ernsthaftigkeit seiner anderen Werke – der Schalk im Nacken. denn nur dann kann man sich einem solchen Unterfanen zuwenden.

Erinnern Sie sich noch an die Rechenkünste von Helmut Kohl? Oder an die Verbalsaltos von Franz Josef Strauß? Politiker sind miteinander nicht zimperlich und tummeln sich ständig vor Mikrophonen. Seien wir dankbar, denn so gibt es auch allerhand Pannen und Peinlichkeiten aus ihrem Mund. Da spricht Angela Merkel mit ihrem hessischen Kollegen Roland Kotz oder fragt sich, wie es nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes weitergehen soll und Betroffene werden zu Besoffenen.

Die witzigsten Aussagen deutscher Politgrößen, mit O-Tönen von Helmut Kohl, Franz Josef Strauß, Angela Merkel, Guido Westerwelle, Joschka Fischer u. v. a.

Eine gute Stunde lang und etwas mehr wird hier eine Reihe von Politiker/-innen-Aussagen aneinandergereiht. Oftmals wirken sie tatsächlich aus dem Zusamemnhang heraus gegriffen; viele Male aber ist man nicht nur erstaunt, sondern vielmehr erbost und erschrocken, welche Aussagen wie hier in Fernseh-, Rundfunk- und Parlamentsauftritten ans Volk gebracht wurden. Man hält es vor allem nicht für möglich, zumal das gesprochene Wort das Medium schlechthin ist in der Politik, um seine Interessen vor- und oftmals durchzubringen.

UlrichSonnenschein

Ulrich Sonnenschein

Der Spruch „Wir pfeifen nicht nach ihrer Tanze!“, welcher der CD den Titel gab, ist da wirklich erschreckend harmlos gegenüber den anderen Ausrutschern, Ausfällen und Auswüchsen. Wer nun glaubt, die CD würde den Politikverdruss erhöhen, der liegt falsch; denn die CD spornt an, genauer hinzuhören und bei sich selbst immer wieder mal genauer auf die Sprachweise und Wortwahl zu achten. Es sind aber wahrlich keine „Sternstunden aus den Reden unserer Politker“ – wie es im Untertitel heißt – sondern eher Nebelwanderungen durch die sprachlichen Niederungen. Das Cover der CD zeigt die erste Bundeskanzlerin Dr. Merkel in nicht gerade freundlicher Pose und zufälligerweise ihren neuen Vizekanzler Dr. Westerwelle in „Mit dem Finger auf andere zeigen“-Pose. Hier hätte man sich mehr parteipolitische Ausgewogenheit gewünscht.
Dagegen sind die Kommentierungen des Journalisten Ulrich Sonnenschein vortrefflich, schafft er es doch, in wohlfeil ausgesuchten Kapiteln Struktur in so manchen „Kauderwelsch“ hineinzubringen. Ein ideales Geschenk für alle politisch Interessierten, Verantwortlichen und fast schon Verdrossenen: macht die CD doch klar, dass Politiker/-innen doch nur und auch Menschen sind und man so manches Mal auch nachsichtig sein darf. Gerade für die ab Herbst 2009 neue Koalitions- und Oppositionsstruktur bietet die CD gesunde Elemente, hinzuhören, was Versprecher und was Versprechen sind… (Detlef Rüsch)

Und ich liebe alle diese süffisanten Kommentare des Ulrich Sonnenschein … die sich angesichts des sprachlichen Blödsinns, der hier zeitweise verzapft wird – geradezu aufdrängen.

Booklet1

Besetzung:
Ulrich Sonnenschein (Sprecher)

BackCover1

Titel:
01. Vorrede 1.19
02. Kreativer Optimismus 9.41
03. Schutz der Freiheit 7.58
04. Vom demokratischen Nutzen des Kapitals 6.47
05. Die Welt als politische Handfestigkeit 7.20
06. Die solide Basis der Zahl 7.31
07. Fröhliche Familienbande 7.12
08. Gute Aussichten 6.36
09. Parlamentarische Weckrufe 11.14
10. Not macht erfinderisch 8.15
11. Die Suche nach der Wahrheit 6,12
12 Perfekt ausländisch 7.35

Verbindende Sätze: Ulrich Sonnenschein

CD1

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Dieter Hildebrandt + Bernd Schroeder – Ich mußte immer lachen (2011)

FrontCover1Dem Dieter Hildebrandt wird hier immer ein Ehrenplatz bleiben. Und Gott sei Dank gibt es genug Tondokumente, die diesen großen Geist des deutschen Kabaretts in all seinen Facetten dokumentieren.

Hier ein Tondokument der ganz besonderen Art.

Ein Zeuge des Jahrhunderts erzählt sein Leben – ohne Nostalgie, ohne Pathos, nachdenklich und mit trockenem Witz Dieter Hildebrandt mit Bernd Schroeder – eine Autobiographie im Gespräch.

Es gibt einen Mann, der seit über 50 Jahren politisches Kabarett in Deutschland geprägt hat wie kein anderer und dies bis heute tut: Dieter Hildebrandt. Vor 50 Jahren hat er mit anderen die Münchner Lach- und Schießgesellschaft gegründet. Später kamen die Notizen aus der Provinz im ZDF, dann Scheibenwischer in der ARD.

Er hat Kultrollen in Filmen gespielt (Kehraus, Kir Royal), viele erfolgreiche Bücher geschrieben, und er wurde mit Ehrungen überhäuft. Im nächsten Jahr wird er 80 Jahre alt.So ist es ein großes Glück, dass sich Dieter Hildebrandt entschlossen hat, im Gespräch mit Bernd Schroeder einmal den ganzen

BerndSchröder

Bernd Schröder

Bogen seines langen Lebens zu erzählen und sich dabei nicht zuletzt seiner Kindheit und Jugend zu erinnern.Ein deutsches Leben rollt so vor dem Leser ab, erzählt voller Witz und Leidenschaft: die bäuerliche Herkunft der Familie, die hitlertreuen Eltern, die Jahre in der HJ, als Soldat im Krieg und in der Gefangenschaft, die Studentenjahre in München. Der Fußball. Die Anfänge auf der Bühne.

Das ganze immer eingebettet in die Zeitgeschichte: Konrad Adenauer, die Wiederbewaffnung, die Spiegel-Affäre … Ein Zeuge des Jahrhunderts spricht hier, ohne Nostalgie und ohne Pathos, sondern mit Wahrhaftigkeit und trockenem Witz. (Pressetext).

Ich kann dieses Hörbuch nur als Dikument eines ganz besonderen deutschen Lebens empfehlen … denn es zeigt nicht nur den den genialen Kabarettisten, sondern auch einen ganz, ganz, großen Humanisten !

Und als Höhepunkt dann jene köstlich-großartige, legendäre ungehaltene Abschiedsrede von Herbert Wehner aus dem deutschen Bundestag.

DieterHildebrandtSprecher:
Dieter Hildebrandt
Bernd Schroeder

DieterHildebrandt2Titel:

CD 1:
01. Vorwort 4.35
02. Bauernsohn 7.55
03. Wieder in Bunzlau 7.23
04. Ich mußte immer lachen 6.55
05. Flak der Waffen-SS 4.35
06. 8. Mai 1945 5.38
07. Habt ihr meine Eltern gesehen? 8.46
08. Nach München 5.41

CD 2:
01. Irene 7.06
02. Fußball und ein Witz 6.57
03. WM ’54 3.31
04. Sammy Drechsel 4.37
05. Lach- & Schießgesellschaft 5.14
06. Das Schiffchen 4.57
07. Notizen aus der Provinz 4.07
08. Denkpause 5.29
09. Scheibenwischer 4.59
10. Neue Wege 3.21
11. Die Mutter 5.41
12. Zugabe: Herbert Wehner 9.19

CD1A

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Zitat

Pardon (Zeitschrift) – September 1980

PardonSeptember1980_01ABei meinem ersten „pardon“ scan war der Willy Brandt auf dem Cover, nun, ein weiteres „pardon“ Heft hier in diesem blog und nun ziert Bundeskanzler Helmut Schmidt das Cover.

Eine Frau Merkel war noch gänzlich unbekannt (die arbeitete damals noch amZentralinstitut für physikalische Chemie (ZIPC) der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Adlershof) und „wir“ redeten noch von der „Bonner Republik“.

Und – kleiner Rückblick – bei uns tobte zudem der Bundestagswahlkampf: Die Alternativen waren Franz Josef Strauß und Helmut Schmidt:

Die Bundestagswahl 1980 fand am 5. Oktober 1980 statt. Bei der Wahl zum 9. Deutschen Bundestag wurde die Sozialliberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) bestätigt.

Am 24. Mai 1979 gab der damalige bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß bekannt, als Kanzlerkandidat beider Unionsparteien zur Verfügung zu stehen. Die Aufforderung zur Kandidatur sei auch von CDU-Politikern gekommen.

Wie sich die Zeiten geändert haben: CDU/CSU. SPD + FDP können von solchen Ergebnissen nur noch träumen und die Grünen können sich amüsieren:

Wie sich die Zeiten geändert haben: SPD + FDP können von solchen Ergebnissen nur noch träumen und die Grünen können sich amüsieren ...

Danach folgte ein ausgesprochen emotionsgeladener Wahlkampf, der sich sehr schnell auf die Auseinandersetzung zwischen dem amtierenden Kanzler Helmut Schmidt und seinem Herausforderer konzentrierte.an ihn herangetragen worden, erklärte Strauß. Am 28. Mai 1979 sprach sich der CDU-Bundesvorstand für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht aus. Der CDU-Vorsitzende Helmut Kohl hatte zuvor auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Die CSU reagierte daraufhin verstimmt und kritisierte die Form der Benennung durch die CDU. Nach wochenlangen öffentlichen Auseinandersetzungen wählte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 2. Juli 1979 in geheimer Abstimmung Franz Josef Strauß zum gemeinsamen Kanzlerkandidaten. Er erhielt 135 der 237 anwesenden Abgeordneten (57 %); 102 Abgeordnete stimmten für Ernst Albrecht (43 %).

Für die sozialliberale Koalition wirkte sich das stark polarisierende Bild des Unionskandidaten positiv aus, wobei hiervon insbesondere die FDP mit 10,6 % der Zweitstimmen profitierte, während die SPD eher stagnierte. Auf die Frage, ob er die Sozialliberale Koalition auf weitere vier Jahre fortzusetzen gedenke, sagte FDP-Chef Hans-Dietrich Genscher, der der SPD zwei Jahre später die Koalition aufkündigte, in der Wahlnacht in der Bonner Runde: „Ja, man macht’s ja nicht für drei Monate.“

Im Wahlkampf thematisiert wurden unter anderem die gewalttätigen Proteste bei einem Feierlichen Gelöbnis der Bundeswehr am 6. Mai 1980 in Bremen, welche erhebliche innerparteiliche Konflikte um die Sicherheitspolitik innerhalb der SPD offenlegten. Im sehr hart geführten Wahlkampf selbst kam es ebenfalls in Bremen zu Ausschreitungen bei einer Kundgebung von Franz Josef Strauß. Wenige Tage vor der Wahl wurde zudem ein Anschlag auf das Oktoberfest in München verübt.

Die im selben Jahr gegründeten Grünen kandidierten erstmals auf Bundesebene und erhielten dabei nur mäßige 1,5%. Dies mag daran gelegen haben, dass angesichts der im Lager der Neuen Linken entstandenen Stoppt-Strauß-Kampagne einige Grünen-Anhänger die SPD gewählt hatten, um eine Kanzlerschaft von Franz Josef Strauß unbedingt zu verhindern. (Quelle: wikipedia)

Dementsprechend war dieses Heft natürlich stark vom Bundestagswahlkampf geprägt. Und so ganz zahnlos war „pardon“ noch nicht … und so finden sich etlich herzllich-bissige Beiträge bzw. Karikaturen zu diesem Thema.

Desweiteren eine Kolumne mit dem von mir damals sehr gesch#tzten Freimut Duve, der Rötger „Brösel“ Feldmann begann seine Karriere ja bei Pardon und der Altmeister. Dann gibt es noch einige Satiren auf die Zeitschrift „Stern“, sowie diverse weitere Beiträge aus der Rubrik blühender Blödsinn. Also: zu entdecken gibt es da vieles …

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Man glaubt es kaum ...

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Und: Justament in diesem Monat bin ich dann noch in den heiligen Stand der Ehe eingetreten !

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Mehr von „pardon“:

Mehr Pardon

Urban Priol – Wie im Film (2010)

FrontCover1Politisches Kabarett hat es ja angesichts der Heerscharen von „Comedians“ nicht mehr ganz so leicht … Einer der sich wacker darum bemüht, mit spitzer Zunge unser Zeitgeschehen zukommentieren ist der Urban Priol:

Urban Priol (* 14. Mai 1961 in Aschaffenburg) ist ein Kabarettist aus Obernburg am Main.

Urban Priol wurde am 14. Mai 1961 in Aschaffenburg geboren und legte 1980 das Abitur am Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg ab. An der Universität Würzburg begann er ein Lehramtsstudium mit den Fächern Englisch, Russisch und Geschichte, brach es aber kurz vor dem Examen ab. 1988 war er Mitbegründer (künstlerischer Leiter) der Kleinkunstbühne Kochsmühle in Obernburg, seit 1998 ist er Inhaber des Kabaretts im Hofgarten. Priol ist seit Mai 2009 Mitglied des globalisierungskritischen Netzwerks Attac.

Erste Bühnenauftritte absolvierte Priol bereits 1982. In seiner ersten eigenen Fernsehsendung Alles muss raus (3sat, 2003–2007) bot er jeweils drei Gästen aus dem Kleinkunstbereich eine Bühne. In der Sendung wurden politische und gesellschaftliche Geschehnisse der vorigen Wochen kabarettistisch aufgearbeitet.

Am 3. August 2006 wurde ein 45-minütiger Ausschnitt aus Priols Programm Täglich frisch im Rahmen der Sendereihe Sommersolo im ZDF ausgestrahlt. Die Reihe lief sieben Wochen und zeigte jeden Donnerstag ein Soloprogramm eines Comedians oder Kabarettisten. Neben Priols Programm wurden Rüdiger Hoffmann, Bodo Bach, Bülent Ceylan, Dr. Eckart von Hirschhausen, Ole Lehmann und Ingo Oschmann vom ZDF präsentiert.

Am 3. Dezember 2006 war Priol einer der Gäste von Menschen 2006. In dem von Johannes B. Kerner moderierten Jahresrückblick präsentierte Priol einen kabarettistischen Jahresrückblick. Am 20. Januar 2007 war er in der ZDF-Sendung Wetten, dass..? zu Gast.

UrbanPriol01Knapp sieben Jahre lang präsentierte Priol die politische Kabarettsendung Neues aus der Anstalt im ZDF – von Januar 2007 bis Juni 2010 zunächst gemeinsam mit Georg Schramm, nach dessen Ausstieg mit Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig. Die Kulisse der Sendung stellte das Foyer einer psychiatrischen Klinik dar. Priol spielte im Rahmen der Sendung die Rolle des Leiters der Klinik. Am 26. Juni 2013 gaben Priol und Barwasser ihren Ausstieg aus der Sendung bekannt, die letzte Folge in alter Besetzung lief am 1. Oktober 2013. Seit 4. Februar 2014 läuft unter dem Titel Die Anstalt eine Nachfolgesendung mit Max Uthoff und Claus von Wagner.

Von September bis Dezember 2014 trat Priol gemeinsam mit Emmanuel Peterfalvi („Alfons“) in der kurzlebigen ZDF-Sendung Ein Fall fürs All auf.

Seit 2002 präsentiert Priol jährlich im Dezember als Tourneeprogramm den satirischen Jahresrückblick TILT!. Im Fernsehen wird die Sendung ebenfalls gezeigt, die etwa dreistündige Bühnenfassung wird dabei auf eine Länge von ein bis zwei Stunden gekürzt. Bis 2010 wurde die Sendung vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt, seit 2011 wird sie vom ZDF übertragen. Die Bühnenfassungen wurden bis 2013 auf DVD veröffentlicht. Für das Jahr 2014 wurde erstmals auf eine DVD-Veröffentlichung verzichtet.

Zusammen mit Georg Schramm trat er am 25. Oktober 2010 auf der 50. Demonstration gegen Stuttgart 21 auf.

UrbanPriol02Der Publizist Hilmar Klute warf Priol im März 2011 im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung vor, er mache „Kabarett auf dem kleinsten intellektuellen Nenner“. Seine „von sprachlicher Verlotterung geprägte Vulgärsatire“ richte sich „an ein entfesseltes Spießbürgertum, das alle Politiker an den Galgen wünscht“. Bereits Tage zuvor waren in der Süddeutschen Zeitung zwei Beiträge anderer Autoren erschienen, die einen Auftritt Priols auf einer Münchner Anti-Atomkraft-Demonstration stark kritisiert hatten. Der Publizist Albrecht Müller bezeichnete die Kritik hingegen in einem Beitrag der NachDenkSeiten als eine „erstaunliche Kampagne der Süddeutschen Zeitung gegen Urban Priol“. Ruth Schneeberger räumte zu dieser Angelegenheit im Oktober 2013 in der Süddeutschen Zeitung ein, Priol „[wurde für] diese vermeintliche Verharmlosung der RAF von Kritikern damals hart angegangen“. Ein Jahr später schrieb Gerhard Matzig ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung den Artikel „So ironisch wie Youporn“, in dem er dessen damals neu gestartete Sendung „Ein Fall fürs All“ als „Heimsuchung“ und Priol selbst als „anstößig langweilig“ bezeichnete. Dieser Artikel wurde wiederum von Christian Ihle der taz auf den dritten Platz seiner „fünf schönsten Schmähkritiken 2014“ gewählt.

Anstelle von Wasser trinkt Priol während der meisten seiner Auftritte helles, alkoholfreies Weizenbier. Priols Halbglatze, seine bunten Hemden und seine nach hinten und oben abstehenden Haare gelten ebenso als Markenzeichen wie sein Aschaffenburger Dialekt. Ebenso beherrscht er die Imitation von Politikern wie Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Johannes Rau, Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber oder Angela Merkel.

Priol ist Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur. (Quelle: wikipedia)

Hier sein Programm aus dem Jahr 2010:

„Rasantes Kabarett mit Sturmhaube

Man kennt das Gefühl: Du wachst auf und denkst dir – ich bin im falschen Film. Aber nicht einmal das Murmeltier grüßt dich. Deutschland: ein Land ohne Agenda, eine Regierung ohne Kompass. Ein Regierungsprogramm mit dem Motto: „Scheitern als Chance“. Mittendrin im tagesaktuellen Dickicht: Urban Priol. Er verknüpft Zusammenhänge, durchleuchtet das Dunkle, bringt Sprechblasen zum PLatzen. Bis man verwundert den Kopf schüttelt: Wie im Film.“ (Produkankündigung)

Politisches Kabarett lebt ja von der Aktualität … und ein wenig kommt man schon ins Staunen, wie aktuell diese bald 10 Jahre alten Aufnahmen sind … Von daher kann man sie sich auch heute noch anhören und mehr als einmal grimmig schmunzeln.

Inlet01ABesetzung:
Urban Priol

Front+BackCover1Titel:

CD 1:
01. Erbdumme Gespensterdebatten 3.46
02. Multi kickt Kulti 4.40
03. Merkels Knoserva-Tief 4:07
04. Ergebnisoffen alternativlos 8:39
05. Drehpause im Jobcenter 0.41
06. Krisengelächter 6:13
07. Scheinheiligkeit on the rocks 5.04
08. Schwarz-Gelbes Schnarchkabinett 6.01
00. Mutti muss weg 8.06
10. Casting ohne Grenzen 3.53
11. Egotrip ins Ich 5.00
12. Hellas von Sinnen 4.44
13. Unbeflecktes Verhängnis 7.31

CD 2:
14. Andere sind auch blöd 4:21
15. Avanti Island! 4:41
16. Glücksnasen 9.55
17. Obama ölt Karl-Theodor 5.47
18. Endlagerfeuer 6.12
19. Ben Hartz 2.32
20. Lady Gaga steuert 5.06
21. Bil-Dung und anderer Mist 4.09
22. Auf Sicht im Nebel 6.28
23. Angstsparen a la carte 3.08
24. Wachstumshörige 3.44
25. Nullerjahre 4.32
26. Spätrömisch-dekadente Wirtschaftsverwicklung 2.58
27. Zur Krone der Schöpfung in sechs Tagen 6.03
28. Ärgert sie zurück!

Alle Texte: Urban Priol

CDs

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Robert Gernhardt – Die Falle (1993)

TitelDer Nikolaustag ist zwar schon längst vorbei … aber für diese anarchistische Geschichte ist es nie zu spät … und außerdem: der nächste Dezember kommt bestimmt.

Die Falle ist eine satirische Weihnachtsgeschichte des deutschen Schriftstellers Robert Gernhardt aus dem Jahr 1966.

Der wohlhabende Herr Lemm hat einen Studenten als „Weihnachtsmann“ engagiert, der seinen Kindern am Heiligabend die Geschenke überreichen und ihnen wegen ihrer – aus der Sicht des Vaters – „Unarten“ ins Gewissen reden soll. Die Bescherung verläuft jedoch völlig anders als geplant. So bestärkt der „Weihnachtsmann“ die Kinder darin, ihren Lehrern wo immer möglich zu widersprechen und unaufgefordert ihre Meinung zu sagen. Telefonisch bestellt er noch drei „Kollegen“ dazu und dezimiert gemeinsam mit dieser recht kreativ kostümierten Verstärkung kräftig die Schnittchen und den Whisky, die der Hausherr eigentlich für die später erwarteten Gäste bereitgestellt hatte. Geschickt spielen die vier Burschen – als Weihnachtsmann, Knecht Ruprecht, Sankt Nikolaus und der Engel Gabriel – die begeisterten Kinder gegen die Eltern aus und verlassen das Haus erst gegen Zahlung eines saftigen Lösegeldes.

Gestalterisch arbeitet die Erzählung mit dem Dialog und der sich daraus dem Leser erschließenden Situationskomik. Der Erzähler verhält sich neutral.

Die Falle erschien 1966 in der Satirezeitschrift pardon und gehört zu den frühen Arbeiten von Robert Gernhardt, in denen er die Themen der 68er-Bewegung, wie zum Beispiel den Antikapitalismus und die Antiautoritäre Erziehung, aufgriff und hier in einer Weihnachtsgeschichte verarbeitete. Die Erzählung gilt inzwischen als Klassiker der „Anti-Weihnachts-Literatur“ und gehört zum Standardrepertoire von Sammelbänden satirischer Weihnachtsgeschichten; erstmals wurde sie 1992 in eine im Berliner Eulenspiegel-Verlag erschienene Anthologie aufgenommen.

1993 erschien Die Falle als eigenständige und zudem vom Autor illustrierte Buchveröffentlichung. Seitdem wurde sie auch zunehmend in der Vorweihnachtszeit als Lesung angeboten, wie zum Beispiel im Dezember 2008 in Hamburg mit der Schauspielerin Nina Petri.

Unter dem Titel „Wer hat Angst vorm Weihnachtsmann“ wurde Gernhardts Erzählung Die Falle 1996 unter der Regie von Annette Ernst nach einem von ihr und Joachim Jung verfassten Drehbuch verfilmt. Der farbige Kurzspielfilm hat eine Laufzeit von 14 Minuten. Zu der Besetzung gehören unter anderem die Schauspieler Dietmar Bär, Rolf Becker und Rufus Beck. Der Kurzfilm wurde 1997 mit zwei Preisen ausgezeichnet. (Quelle: wikipedia)

Robert Gernhardt

Leider habe ich den Kurzfilm auf die Schnelle nicht finden können … vielleicht präsentiere ich ihn dann ja im Dezember 2020.

Ich habe mir im Laufe meines Berufslebens nicht nehmen lassen, diese Geschichte gelegentlich auf den nicht zu vermeidenden Weihnachtsfeiern mit Kollegen vorzulesen …  ich war immer sehr amüsant zu sehen … welche Kollegen/innen sich dabei amüsieren konnten … und welche nicht.

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