Franziska Kleinert – Messer im Herz (1994)

FrontCover1Dass es ganz schön schwierig sein würde, für die deutsche Rocksängerin Franziska Kleinert die wichtigsten Informationen zusammen zu tragen, hätte ich ja nicht gedacht.

War sie doch eine lange Zeit mit Musikern und Gruppen Julia Neigel, Pur, Wolfgang Petry und Peter Maffay unterwegs.

Na ja , auf jeden Fall hab´ ich hier ihr Debütalbum, das bei mir durchaus gemischte Gefühle auslöst.

Zum einen kann man eigentlichen jedem Song guten Noten ausstellen, eine wunderbare Stimme, griffige Arrangements und auch für genügend musikalische Abwechslung ist gesorgt.

KleinertMaffay

Franziska Kleinert mit Peter Maffay

Aber: ich hab´s hier schon mehrfach geschrieben: Es geht mir mittlerweile tierisch auf den Senkel, dass – insbesondere Sängerinnen – textlich nur die alte, ewige Beziehungskiste drauf haben. Natürlich sind Themenkreise wie Liebe und Sexualität ein zentrales Thema, aber es gibt weiss Gott noch andere Bereiche, die man textlich bearbeiten, bzw. behandeln könnte.

Und davon ist auf diesem Album nichts, aber auch gar nichts zu finden (kleine Ausnahme: „Vater“ mit deutlichen Anleihen bei der Gruppe „Pur“).

Da hilft dann auch nichts mehr, wenn sie mit dem Song „Verführst“ ein eigentlich schönes Beispiel selbstbewußter weiblicher Sexualität zum besten gibt. Komponiert und getextet wurde dieses Lieder allerdings von einem Mann *ggg*

Nach 4 CD´s hat sich dann die Franziska Kleinert Band aufgelöst, es folgte ein kurzes Intermezzo mit der Band Green Turns Blue …

Single

Die Single zur CD: Auch dieses Cover ist ein echter Hingucker …

Und wenn ich es richtig überblicke, hat sie mittlerweile – nachdem ihr der große Durchbruch nie gelang, ihre musikalische Karriere an den Nagel gehängt und betreibt nun mit ihrem Mann Thomas Pallmann das Hotel „Hohensteiner Hof“ in Bönnigheim. Scheint ja ne feine Adresse zu sein.

Brockmann

Der Radio- und Event Moderatot Thomas Brockmann über Franziska Kleinert

Besetzung:
Michael Dorka (harmonica)
Ferdinand Förster (keyboards, guitar)
Franziska Kleinert (vocals, keyboards)
Claus Mathias (guitar, background vocals)
Boris Sander (guitar)
Willi Schneider (keyboards)
Bodo Schopf (drums, percussion)
Ken Taylor (bass)

Booklet02A

Titel:
01. Wenn Du glaubst (Siemes) 3.21
02. Vollmond (Gessle/Moray) 3.48
03. So viel zu sagen (Kleinert) 3.36
04. Schwestern (Siemes) 3.41
05. Nur mit dir (Kleinert) 3.09
06. Messer im Herz (Siemes) 3.57
07. So oder so (Siemes) 3.40
08. Wenn du gehst (Kleinert) 3.27
09. Wiedersehn (Siemes) 3.38
10. Verführst (Siemes) 3.15
11. Montag (Siemes) 3.36
12. Herzkönigin (Siemes) 3.08
13. Vater (Siemes) 4.25

CD1

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Hohensteiner Hof

Der Hohensteiner Hof in Bönnigheim mit Franziska Kleinert und Thomas Pallmann

Und hier liegt Bönnigheim:

Bönnigheim

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Musica-Viva-Chor Bamberg – Konzert im Kaiserdom (1994)

FrontCover1Geistliche Chorwerke sind nun nicht gerade mein Musik der 1. Wahl, aber sie können mich durchaus auch mal gefangen nehmen. Und so ist das auch bei dieser Einspielung aus dem Jahr 1994.

Dieser Chor hat mittlerweile auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel:

Der musica-viva-chor bamberg wurde 1988 von Fritz Braun gegründet und besteht aus etwa 40 musikalisch vorgebildeten Sängerinnen und Sängern. Hauptanliegen des Chores ist es, vor allem die weniger bekannte Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts aufzuführen, ohne jedoch die Verbindung zur Tradition europäischer Chormusik aufzugeben.

So findet sich im Repertoire des „musica-viva-chor bamberg“ neben zeitgenössischen Kompositionen von Vic Nees, Uwe Strübing, Thomas Jennefelt, György Orbán und Wilhelm Killmayer auch die Chorliteratur der „modernen Klassiker“ wie Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Anton Webern, Antal Doráti, Francis Poulenc, Olivier Messian, Benjamin Britten, Zoltán Kodály und Béla Bártok.

Aus der Vokalmusik vergangener Epochen sind Werke von Claude Debussy, Maurice Ravel, die Motetten von Anton Bruckner, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn-Bartholdy fester Bestandteil des Chorrepertoires.

ChorBudapest1993

Das Ensemble konnte seit seiner Gründung beachtliche Erfolge erzielen und wurde zu Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie zu Konzerten im In- und Ausland eingeladen.
Wettbewerbe und Auszeichnungen:

  •     „Concorso Internazionale Corale1992“ in Riva del Garda, Italien (4. Platz)
  •     „Internationaler Chorwettbewerb 1993“ in Budapest, Ungarn (1. Platz)
  •     1993 „Berganza-Preis“ des Kunstvereins Bamberg

Wie gesagt: Solche Musik kann mich durchaus gelegentlich begeistert (auch wenn ich den Titel „Christus factus est“ eher für ein Gerücht halte) und so kann ich nur jedem einfach mal empfehlen reinzuhören.

„Vielleicht am meisten beeindruckte der ‚musica-viva-chor bamberg‘ mit seinem höchst konzentrierten Leiter Fritz Braun. Ob komplizierte Klangkonstruktionen der Wiener Schule oder die tiefe Frömmigkeit der geistlichen Motetten Bruckners, der ‚musica-viva-chor‘ wusste jeweils den Text und die Musik technisch und ausdrucksmäßig in selten gehörter Intensität und Perfektion umzusetzen.“ (Memminger Zeitung, 5. Juli 1993)
Na also !
Die hier eingespielten Werke sind zum großen Teil der Mitschnitt eines Konzertes am 8. Mai 1994 im Kaiserdom zu Bamberg.

Konzertplakat

Besetzung:
Erich Forster (Baß)
Claudia Götschel (Sopran)
Wolfgang Reh (Tenor)
Monika Rosival-Meißner (Alt)
+
Musica-Viva-Chor Bamberg unter der Leitung von Fritz Braun
+
Wolfgang Wünsch (Orgel)

BackCover1

Titel:

Maurice Duruflé: Vier Motetten übr gregorianische Themen op. 10 für a-capella Chor:
01. Ubi caritas 2.27
02. Tot pulchra es 2.32
03. Tu es Petrus 0.53
04. Tantum ergo 2.51

Uwe Strübing:
05. Magnificat  für gemischten Chor und Orgel op. 31 (Uraufführung) 10.02

Benjamin Britten:
06. A Hymn To The Virgin für 8-stimmigen Doppelchor 2.51
07. Hymn To St. Cecilia op 27. 10.12

Felix Mendelsohn-Bartholdy: Zwei Pslamen für 8-stimmigen Chor:
08. Richte mich, Gott (Pslam 43) 4.04
09. Denn er hat seinen Engeln befohlen (Psalm 91) 3.46

Anton Bruckner:
10. Adagio aus dem Streichquartett (Transkription für Orgel von Erwin Horn) 14.18

Drei Motetten:
11. Locus iste 3.14
12. Christus factus est 5.04
13. Ave Maria 3.32

CD1

* (demnächst)
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Klaus Schulze – Goes Classic (Midi Klassik) (1994)

FrontCover1.jpgDieser Ausflug von Klaus Schulze (diesem ganz wichtigen Vertreter elektronischer Musik) in die Welt der Klassik hat sehr kontroverse Diskussionen ausgelöst. Stellvertretend dafür zwei Meinungen, die ich im Netz gefunden habe:

„Das ist das absolut grauenvollste, was je unter dem Namen Klaus Schulze veröffentlicht worden ist, ich kann nur jedem abraten, diese CD zu kaufen. Nur allzubekannte Klassik-Hits von Griegs Norwegischen Tänzen, über Beethovens Violinkonzert Brams Ungarischen Tänzen, Schuberts Rosamunde, Webers Freischütz-Overtüre und Smetanas Moldau Thema werden von Schulze unter mithilfe seiner gelibten Synthies eingespielt. Es klingt, als hätte Klaus Schulze die original Noten eingescannt, sie mit unterschiedlichen Sounds aus seinem umfangreichen Repertoire von unzähligen Synthesizern belegt und abdudeln lassen. Genauso seelenlos kommen die Stücke daher. Da ist kein Feuer, kein Raum für Experimente, kein Raum für Gefühl, das mit nicht darstellbaren Notenwerten in jeder der genannten Kompositionen bei jeder noch so schlechten Aufnahme vorhanden ist. Der Höhepunkt der CD ist das selbst zusammengebastelte Lautenquintett des Meisters, das auf Themen von Saint-Saes und Rimsky-Korsakoff basiert. Einerseits schön wegen den musikalischen Vorbildern, andererseits grausam ob der musikalischen Umsatzung. Diese CD reiht sich nahtlos ein in die unzähligen Veröffentlichungen von Klassikeinspielungen mit ungeeigneten Instrumenten. Leider muss jeder Hardcore-Schulze-Sammler auch diese CD besitzen, aber bitte nicht hören, es könnte am Sockel des sonst so perfekten Musikers kratzen.“ (ein amazon Kunde)

MidiKlassikLabelB1.jpg.jpgOder auch auch:

„Den negativen Eindruck, den dieses eher ungewöhnliche Album von Klaus Schulze bei einigen hinterlassen hat, kann ich bei in keiner Weise teilen. Ok….man findet hier kein atmosphärisches Rauschen und Wummern und auch keine langen, mitunter langatmigen, Harmonien. Man findet hier klassische Themen. Und die muss man eben mögen. Ich mag die Musik von KS seit über 35 Jahren. Dieses Album gehört sicher zu denen, die ich am meisten höre.“ (R.Markert)

Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte … so mein salomonisches Urteil. Vielleicht wollte er halt nur mal zeigen, dass er die „echte“ Klassik auch drauf hat. Entstanden sind diese Aufnahmen während der Jahre 1992 – 1994.

Zumindest sah sich Klaus Schulze bemüßigt, dieses Album 2012 nochmals auf den Markt zu bringen, diesmal unter dem Titel „Midi Klassik“ und diese Ausgabe gab´s dann nur als Doppel-LP (also nur in Vinyl). Nun gut … auch nicht völlig verkehrt, kann man dann allerdings nicht im Auto hören *ggg*

Besetzung:
Klaus Schulze (alle Instrumente)

MidiKlassikFC1.jpg

Das Cover der LP Ausgabe, 2012

Titel:
01. Friedrich Smetana: Die Moldau 12.00
02. Franz Schubert: Rosamunde (Ballettmusik) 7.53
03. Carl Maria von Weber: Der Freischütz (Ouvertüre) 10.22
04. Klaus Schulze: Lauten-Quintett 10.53
05. Johannes Brahms: Ungarischer Tanz Nr. 5  9.01
06. Edvard Grieg: Norwegische Tänze Nr. 1-3  10.33
07. Ludwig van Beethoven: Violinkonzert op. 61, 1. Satz 17.18

CD1.jpg
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Erste Allgemeine Verunsicherung – Nie wieder Kunst (1994)

FrontCover1Also bei diesem Album der EAV darf man sich getrost fragen … was für ein Zeug haben die wohl geraucht  ….

Nie wieder Kunst (wie immer …) ist das neunte Studioalbum der österreichischen Popgruppe Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) und erschien am 24. November 1994. Das Album erreichte Platz eins der österreichischen Albumcharts und blieb 25 Wochen in der Hitparade. In der Schweiz erreichte das Album Platz 17, in Deutschland belegte es Platz 40. In Österreich erhielt Nie wieder Kunst zudem Doppelplatin für mehr als 60.000 verkaufte Einheiten.

1995 kam das Video Kunst-Tour ’95 in den Handel, das Aufnahmen der Konzerttournee beinhaltet. Im selben Jahr erschien das Live-Album Kunst-Tour ’95 – live!.

Klaus Eberhartinger und Thomas Spitzer hatten schon vor sechs Jahren Kenia zum Rückzugsgebiet erkoren. Unbehelligt von den Nebenerscheinungen, die ein Popmusikerleben, zumindest das eines Multisellers, mit sich bringt, konnten die beiden dort ausspannen und auch Ideen entstehen lassen. Nach der letzten Veröffentlichung war die Gruppe exzessiv getourt und hatte eine Erholungspause nötig. In Kenia folgte auf Regeneration und Ideensammlung schließlich Tatendrang. 1993 wurde in Do-it-yourself-Manier ein Studio her- und eingerichtet, wobei man bisweilen improvisieren musste, da es beispielsweise keine schalldichten Fenster in dem afrikanischen Land gab. Aus fast 40 Ideenskizzen kristallisierten sich langsam – manches wurde nach Wien mitgenommen, um es mit den Bandkollegen zu diskutieren und zu verbessern – die 16 Titel des Albums heraus.

Booklet01A

Nach langer Zeit ist Nie wieder Kunst das erste EAV-Album, dessen Kritiken eher negativ ausfielen. Auf der inoffiziellen Website der Band wurde das Album als textlich gut, musikalisch aber eher schwach bezeichnet. Die primäre Verwendung von Synthesizern und Computern anstelle klassischer Musikinstrumente stieß ebenfalls auf schlechte Kritik, ebenso die mangelnde Beteiligung von Eik Breit und Nino Holm an der Komposition der Lieder.

„So gut wie das Album anfängt, geht es jedoch leider nicht weiter. Zum ersten Mal gibt es Schwachstellen: Lieder, die sich beim ersten Mal nicht sofort als Ohrwurm zwischen Hammer und Amboss einnisten […] Musikalisch hat die EAV offenbar auch abgespeckt. Noch nie wurde so massiv der Computer anstatt selbstgespielter Instrumente benutzt, noch nie wirkten die Lieder so synthetisch. Erdige Stücke wie „Einmal möchte ich ein Böser sein“ oder „Eierkopf Rudi“ sind die Ausnahme.“

– Kritik auf verunsicherung.de[6]

Der Musikexpress machte „eine fast schon dadaistische Ader aus“.[

Das Cover des Albums zeigt eine von Thomas Spitzers Comicfiguren. In der rechten Hand hält sie eine Banane, die aus der Schale flutscht. In einer Sprechblase ist der Titel des Longplayers zu lesen. Der Hintergrund des Motivs ist Grau und am oberen Bildrand ist in gelben Buchstaben der Name der Musikgruppe lesbar. Die CD von Nie wieder Kunst enthält ein Booklet mit den Songtexten und diversen Comicbildern von Nasenbären, die seit dem 1990 erschienenen Album Neppomuk’s Rache neben den Pinguinen die Hauptfiguren in Spitzers Comicmotiven darstellen.

Und hier die Bedeutung von ein paar der Songs … und um was es darum geht:

300 PS
Das Lied handelt von einem Mann, der in Autos den wahren Sinn des Lebens sieht und sich eines mit 300 PS zulegt. Als er auf der Autobahn von einem Wagen mit 400 PS überholt wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Am Ende des Lieds kommt er ins Irrenhaus.

Hallo
Klaus ruft verschiedene Ex-Freundinnen an, mit denen er vor sehr langer Zeit Beziehungen hatte, und versucht – erfolglos – sie dazu zu bewegen mit ihm auszugehen. Dabei haben die meisten bereits Familien oder haben sich anderweitig verändert. Eine hat einen Sohn, dessen Vater nach seiner Geburt verschwunden ist – und Klaus muss herausfinden, dass er der Vater ist.

Die Zeit
Ein Mann liegt im Bett und philosophiert über die Zeit. Er findet immer neue Gründe, ins Bett zurückzukehren und den läutenden Wecker zu zerschlagen. Am Ende ist der Tag vorbei und er ist noch kaum aufgestanden, also schläft er wieder ein und „freut sich auf den neuen Tag“, an dem er jedoch wieder den Wecker zerschlägt und weiterschläft.

Geburtstag
Dieses kurze Stück (1 Min., 08 Sek.) ist ein Geburtstagslied, das jedoch keine Glückwünsche, sondern Hass auf das Geburtstagskind ausdrückt.

Eierkopf-Rudi
Dieses Lied kritisiert den Nationalsozialismus und handelt von einem Neonazi namens Rudi. Wegen ihrer gegen den Nationalsozialismus gerichteten Lieder erhielt die EAV schon Drohbriefe und Bombendrohungen.

Edi
Dieses Lied handelt von einem Dackel namens Eduard, der seinem Herrchen ständig Schwierigkeiten bereitet, jedoch die Konsequenzen nicht tragen muss. Im Refrain wird mit ihm geschimpft (Pfui! Edi, Pfui!)

Singles

Die Singles aus diesem Album

..schwört sich die EAV – und besingt das genaue Gegenteil!
Ihre Musik ist Kunst, die Texte Sau Komisch, die Ideen einmalig und die Melodien nicht mehr aus dem Kopf zu kriegen. Mit NIE WIEDER KUNST feiert die Erste Allgemeine Verunsicherung ihr Comeback- NIE WIEDER KUNST ist das erste Album seit der Vierjährigen Pause nach WATUMBA. Und dieses Album ist bereits eindeutig besser als sein manchmal langweiliger Vorgänger- obwohl man sagen muss, dass Eik Breit und Nino Holm (zwei der Gründungsmitglieder der EAV) bei diesem Album fast gar nichts mehr mitgearbeitet haben. Doch Spitzer und Eberhartinger stellen ihr können unter Beweis, und haben diese Meisterleistung auf den Markt gebracht.

Illustration2

Eindeutiger Höhepunkt des Albums ist, ganz klar, EINMAL MÖCHT‘ ICH EIN BÖSER SEIN. BARBARA hat eine super Melodie, ganz zu schweigen von dem Text erst, und DIE ZEIT ist ein weiterer Meilenstein der Sprachfähigkeit Eberhartingers (klar das da mit Computer nachgeholfen wurde, aber es hört sich trotzdem geil an). Der wohl verwirrenste Song des Albums ist eindeutig DIE GESCHICHTE. Klasse.
Der Titelsong NIE WIEDER KUNST, verrückt, durchgeknallt, und, leider ist dies auch der Schwachpunkt des Gesamten Albums, die Melodie- die erweist sich nämlich als sehr interresant – jedoch erst nach ein paar mal hören, da sie sich nicht sofort als Ohrwurm erweist!
Wieder ein durchgeknallter Liebessong: FLUGZEUG (LIEBSTE MEIN). Gigantisch.
Eine lustige Idee, und dazu noch genial umgesetzt, ist CINDERELLA: Eine neue Handlung der alten Kindergeschichte (obwohl diese hier sicher nichts für Kinder ist), mit etwas mehr Humor gewürzt, und der Erkentniss am Schluss: >>IN WAHRHEIT GEHEN MÄRCHEN ANDERS AUS<< lässt die EAV diesen Song zu einem wahren Hochgenuss vermitteln.

EAV01

So sans … die  Buam … 

Und Kritisch war die EAV auch diesmal: EIERKOPF-RUDI kritisiert die Dummheit der Ausländer-feindlichkeit, ganz klar nicht so direkt, man muss den Text schon verstehen, um diese Moral zu erkennen, doch erkennbar. Und typischist, bei all dem ernsten Getue darf der Humor nicht fehlen.
Zum Schluss muss ich meinen Senf noch über 300 PS (AUTO…) ablassen: Der Text ist einmalig. Leider wieder eine Melodie, die einem erst nach mehrmaligen Hören so richtig gefällt, doch sonst eigentlich ganz nett.
Das die Jungs so gut weitermachen sollen, brauche ich ja wohl nicht mehr zu sagen, den mit IM HIMMEL IST DIE HÖLLE LOS!, hat die EAV gezeigt, dass sie so gut ist, wie zu GELD ODER LEBEN `s Zeiten. (Data)

Seh ich genauso …. also:

Wer auf schrägen Humor steht … der kriegt hier davon die volle Ladung …

Hab´ ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich auf schrägen Humor stehe ?

Von daher: ein Geniestreich der besonders schrägen Art.

Booklet11A

Auch bei Merchandising haben die Jungs es krachen lassen … 

Besetzung:
Klaus Eberhartinger (vocals)
Thomas Spitzer (guitar, vocals)
Andy Töfferl -(Background vocals)
+
David Bronner (keyboards, background vocals)
Andi Cutic (guitar bei 15.)
Oliver Gattringer (drums bei 16)
Manfred Kammerhofer (violin bei 16.)
Wolfgang Killian (guitar bei 16.)
Othmar Klein (clarinet, saxophone bei 16.)
Thomas Lang (drums)
Christian Leitgeb (guitar)
Bernhard Locker (guitar)
Stefan Maass (percussion)
Heribert Metzker (marching drums bei 05.)
Alfred Pfleger (violin bei 16.)
Bernhard Rabitsch (trumpet bei 13.)
Thomas Rabitsch (keyboards bei 15,)
Erwin Reder (organ bei 16.)
Manfred Schweng (bass bei 16.)
Ken Taylor (bass)
+
background vocals:

Kurt Keinrath – Brigitte Prybil

Booklet05A

Titel
01. Nie wieder Kunst (Spitzer) 3.58
02. Flugzeug (Eberhartinger/Spitzer) 3.54
03. Cinderella (Eberhartinger/Spitzer) 4.22
04. The Frogs Are Coming (Spitzer) 1.07
05. 300 PS (Spitzer) 4.06
06. Barbara (Eberhartinger/Spitzer) 4.13
07. Die Zeit (Eberhartinger/Spitzer/Bronner) 3.55
08. Edi (Spitzer/ThierResch/Beit) 3.04
09. Geburtstag (Eberhartinger/Spitzer) 1.08
10. Einmal möcht‘ ich ein Böser sein (Spitzer) 3.47
11. Hallo (Spitzer) 4.27
12. Zwirch & Zwabel (Eberhartinger/Spitzer/Bronner) 3.34
13. Die Geschichte (Eberhartinger/Spitzer) 4.41
14. Ibrahim (Eberhartinger/Spitzer/Bronner) 1.42
15. Eierkopf-Rudi (Spitzer/Eberhartinger/Bronner/Keinrath) 4.36
16. Leckt’s mi (Eberhartinger/Spitzer/Bertl) 4.07

CD1

*
**

Illustration

 

 

Hurra, Hurra, die EAV ist wieder da
Hurra, Hurra, das wird ein gutes Jahr!

Nie wieder Kunst, Kunst, Kunst, Kunst;
Nie wieder Kunst, Kunst, Kunst

Was ist Kunst? … Keine Ahnung von Kunst … Was? Kunst

Die ersten Pyramiden,
die bauten nicht die Syrer,
sondern die Ägypter
ganz ohne Baggerführer.

Kunst – schräg
Kunst – spitz
Kunst – gleich hoch wie Dreieck!
Kunst, Kunst

Es bemalte Michelangelo
sixtinisch die Kapelle
im Dienst der Kirchenfürsten
und bekam so manche Schelle.

(Halleluja…Halleluja)
Wem nützt Kunst?
Kunst ist teuer!

Goethe schrieb‘ auf eig’nen Faust,
den Kopf zerbrach sich Plato.
Bevor van Gogh sein Ohr verlor‘
hörte er bis anno dato nur:
„Du junger Wilder,
verkauf deine Bilder!“

Literaten, Pinselschwinger,
Psychopaten, Wenigbringer,
Philosophen – meistens g’soffen
wozu seid ihr da?!

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Von Kunst keinen Dunst,
wir hab’n sie nie studiert,
und schau – es funktioniert!

Nie wieder Kunst

Den Mozart und den Wagner
hör ich gerne, wenn ich jausen,
nur beim Herrn Stockhausen
kriegt mein Hamster Ohrensausen!

Schräg … aaah … viel zu schräg!
Kunst; Nie wieder Kunst

Andy Warhol – Superstar!
Joseph Beuys – kein Einwand!
Doch Albrecht Dürer’s Hände,
die wo beten, find ich Leinwand!

Sie beten noch immer
in jedem Schlafzimmer!

Pinselschwinger, Winselsinger,
bringt’s mir wer ein Ottakringer!
Alles, was i net versteh‘,
des is ka Kunst und für’s WC

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Die Kunst
Von Kunst keinen Dunst,
wir hab’n sie nie studiert,
und schau – es funktioniert!

Nie wieder Kunst, Kunst

Musizierer, Texteschmierer
Tachinierer, Rohrkrepierer!
Wollt ihr den totalen Krieg?
Der Sieg gehört der Volksmusik!

Dreihulijouo…..Dreihulihulijouo

Künstler – wollt ihr überleben?
Dann müßt Ihr es billig geben!

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Von Kunst keinen Dunst,
wir hab’n sie nie studiert,
und schau – es funktioniert!

Nie wieder Kunst, Kunst

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Sie macht Dich selten reich
und wenn, dann erst als Leich‘ –
darum – nie wieder Kunst!
Kunst, Kunst, Kunst, Kunst

Ricardo Havenstein – Johann Sebastian Bach – Hofkapellmeister zu Köthen (1995)

FrontCover1Einfach nur klassisch gut:

Ricardo Havenstein wurde 1964 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Mit 12 Jahren erhielt er seinen ersten Gitarrenunterricht. Bereits mit 15 Jahren debütierte er als Solist am Teatro des Libertador in Córdoba.
1982 zog Ricardo Havenstein nach Deutschland um in der Meisterklasse von Eliot Fisk an der Hochschule für Musik in Köln sein Können zu vervollkommnen. 1988 absolvierte er dort sein Studium mit der höchsten Bewertung.

Er startete eine intensive Konzerttätigkeit in ganz Europa und trat in den renommiertesten Konzertsälen, wie der Beethovenhalle Bonn, der Hochschule der Künste Berlin und im Gasteig in München auf. Konzertreisen führten ihn nach Österreich, Italien, Spanien, Dänemark, Ungarn und USA.
Zahlreiche Aufnahmen für Rundfunk und Fernsehen dokumentieren sein hohes künstlerisches Niveau. (Selbstdarstellung)

Ergänzende biographische Notiz:

In dem Begleitheft dieser CD findet sich dann noch folgender Satz:

„Seit Ende 1995 lebt er mit seiner Familie wieder in Argentinien.“

Mittlerweile scheint er wieder nach Deutschland zurückgekehrt zu sein .. .ein Wanderer zwischen den Kontinenten …

RicardoHavenstein03

Ich vermute mal, dies ist sein Debütalbum (es wird nicht mal auf seiner eigenen Website erwähnt). Vermutlich liegt der Grund in der Tatsache begündet, dass diese CD als ne Art „Sonderauflage“ von dem Magazin „Gitarre & Laute“ veröffentlicht wurde, und vermutlich in keiner allzugroßen Stückzahl.

BookletBackCover1

Die Musik von Johann Sebastian Bach, die hier wiedergegeben wird, bezieht sich ausschließlich auf seine sog. „Köthener Zeit“ … und bevor er dort seine Zelte aufchlagen konnte, musste er erstmal in den Arrest:

Hüllentext

Weitere Informationen dann im Begleitheft.

Es geht wirklich auf keine Kuhhaut, was der Bach alles so komponiert hat … diese CD ist sovoll von innig-intensiven Melodien … und die Transkription von Klaviermusik auf Gitarre ist auch kein Zuckerschlecken.

Aber der Ricardo Havenstein meistert das mühelos undm so hören wir eine zauberhafte Musik, die ob ihrer Nachdenklichkeit auch gut in diese Jahreszeit passt.

Wer in der Adventszeit besinnliche Muik hören will, ohne das entsprechende Weihnachtsgedöns … hier habe ich eine Alternative ! Und was für eine !

RicardoHavenstein04

Oder aber auch:

„… ein junger Musiker und eine ausgereifte Meisterschaft rufen bei Ricardo Havenstein einen Virtuosen der Gitarre hervor, mit feiner Sensibilität und aussergewöhnilichem Talent. Er besitzt eine der vollendesten Techniken seiner Generation, mit einem prächtigen und ungewöhnlichen Klang. Er verfügt über Intensität in der Interpretation jedes Werkes, estaunliche Sicherheit und eine besondere Erhabenheit, jene Erhabenheit von der die Gitarre so viel benötigt. Die Musik Argentiniens hat in diesem Interpreten, ehrwürdiger Bewunderer der Kunst Bachs, einen Botschafter unbezweifelten Ranges.“ (Revista Clásica).

RicardoHavenstein01

Personnel:
Ricardo Havenstein (guitar)

Booklet01A

Titel:

Französische Suite BWV 813 in e-Moll
01. Alemande 3.55
02. Courante 1.43
03. Sarabande 4.16
04. Air 1.39
05. Menuet 1.27
06. Gigue 2.48

Aus dem Wohltemerierten Klavier:
07. Präludium Nr. 9 BWV 854 / 1.40
08. Präludium Nr. 4 BWV 849 / 3.01
09. Präludium Nr. 12 II BWV 881 / 2.25
10. Präludium Nr 1. BWV 846 / 1.61
11. Präludium Nr. 13 BWV 858 / 2.19
12. Präludium Nr. 8 BWV 853 / 4.11
13. Prälidium Nr. 6 BWV 851 / 1.44
14. Präludium Nr. 12 BWV 857 / 4.06
15. Präludium Nr. 5 BWV 850 / 1.25

Suite BWV 818 in a-Moll:
16. Alemande 3.55
17. Courante 1.37
18. Sarabande simple 4.05
19. Sarabande double 2.20
20. Gigue 3.27

21. Präludium BWV 934 / 3.33
22. Präludium BWV 935 / 1.42
23. Invention Nr. 6 BWV 777 / 4.01
24. Fughetta BWV 961 / 2.37
25. Präludium BWV 926 / 1.04
26. Arie aus den Goldberg Variationen BWV 988 / 3.01

Musik: Johann Sebastian Bach

CD1

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RicardoHavenstein02

Ricardo Havenstein, 1994

Ach ja … Ricardo Havenstein betreibt mit seiner Frau Brigitte auch ein ganz spezielles argetinisches Reisebüro („Finest Argentinia“): Und sie leben wieder in Argentinien:

FinestArgentinia

Joy Fleming – Viele Gesichter (1994)

JoyFlemingFrontCoverViele Gesichter hatte sie wahrlich … die Joy Fleming … und jetzt ist sie tot.:

Ihren ersten Hit landete Joy Fleming Anfang der Siebzigerjahre mit „Neckarbrückenblues“, der Song in Mannheimer Mundart machte sie weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt bekannt.

1975 vertrat Fleming mit dem Song „Ein Lied kann eine Brücke sein“ Deutschland beim Grand Prix, landete damals jedoch weit hinten auf Platz 17. Trotzdem wurde die Sängerin, die vom Blues, Soul und Jazz kam, hierzulande immer wieder mit diesem Lied assoziiert. Über 40 Jahre lebte Fleming auf einem Bauernhof in Sinsheim bei Mannheim mit ihrem französischen Lebenspartner.

Am Mittwochabend starb die Mannheimer Sängerin mit der schwarzen Stimme im Alter von 72 Jahren, wie ihr Sohn und ihr Manager am Donnerstag bestätigten. In ihrer Mitteilung hieß es: „Mit ihr verlieren wir eine großartige Sängerin, eine aufopferungsvolle Mutter und eine liebevolle Lebensgefährtin, welche voll im Leben stand.“ (Quelle: Der Spiegel)

JoyFleming

Und das Gesicht, das sie auf dieser CD zeigt, gehört zu den wirklich beeindruckenden Gesichtern.

Bedauerlicherweise wird dieses Album in der online basierten Fachliteratur kaum erwähnt. Und das ist ausgesprochen schaden, denn hier kann sie sich mit ihren ganz besonderen Stärken präsentieren:

Und zwar mit ihrer ausdrucksstarken Blues-und Soul getränkten Stimme.

Und eine Kunde von amazon brachte es mit ein paar wenigen Worten auf den Punkt:

Joy Fleming – eine tolle Sängerin!!!
Das war noch eine Künstlerin / Sängerin, die singen kann. Und dies in verschiedenen Musik-Richtungen.
Heute ist sie über 70 Jahre! (Sigi aus Bremen)

Man höre sich z.B. den eindrucksvollen Gospel „Zaubermann“ an, wo sie fast unbegleitet als Ausnahmesängerin brilliert:

TextZaubermann

Und erinnert man sich an ihr Interview, das ich mal anderswo präsentiert habe, dann versteht man den Song „Laßt die Kinder frei“ noch, viel, viel, besser. Gänsehaut pur … Gesanglich kann man sie hier durchaus mit Maggie Bell vergleichen und das will schon was heißen !!!

Eine feine Band hatte sie da … und wenn ich mir das recht gemerkt habe, spielten noch eine lange Zeit für Joy Fleming … das nenn´ ich auch ne Form von Tradition, und zwar im feinsten Sinne des Wortes.

Also: Joy Fleming: das ist genuss pur … anhören und sich überzeugen lassen !

BackCoverA.jpg

Besetzung:
Maher Fladung (guitar)
Joy Fleming (vocals)
Martial Krier (keyboards)
Martin Quinten (drums)
Alain Wittische (bass)

Booklet03A

Titel:
01. Du rufst mich an 3.23
02. Mr. Boogie 3.29
03. Viele Gesichter 3.33
04. Spring‘ auf 3.47
05. Zaubermann 2.18
06. Liebesland 3.49
07. Feuer und Flamme 3.29
08. Laßt die Kinder frei 3.30
09. Raff‘ Dich auf 3.31
10. In Dich verschossen 3.41
11. Spitze 3.34
12. Meine Freunde 2.38

Musik und Texte: Joy Fleming, Maher Fladung, Bernd Liebenow

CD1
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Joy Fleming (* 15. November 1944 in Rockenhausen, Nordpfalz; † 27. September 2017 in Sinsheim-Hilsbach)

 

Konzertplakat

Und das Konzert muss leider ausfallen

Carolina Brauckmann – Lesbisch makes the world go round (1994)

FrontCover1Gestern war ja ein großer Tag für die Schwulen- und Leben-Bewegung in Deutschland. Der deutsche Bundestag verabschiedete mit großer Mehrheit das sog. „Ehe für alle“ Gesetz. Dass es dazu dann plötzlich so schnell kam … nun das ist ein Lehrstück politischer, machtpolitischer Raffinesse …

Aber das interessiert die von dieser Entscheidung betroffenen Menschen erstmal nicht … Ihr lange Kampf um wirklich Gleichstellung beim Thema Ehe ist Geschichte.

Und da dachte ich mir, diese CD ist wie geschaffen für den heutigen Tag.

Carolina Brauckmann (* 26. Juni 1954) ist eine deutsche Liedermacherin und Historikerin. Sie produzierte seit Beginn der 1980er Jahre mehr als 100 deutschsprachige Stücke und gilt als bekannteste lesbische Liedermacherin Deutschlands oder auch „Grande Dame des lesbischen Chansons“.

Brauckmann wuchs als jüngstes von sechs Kindern in Lüdenscheid auf. Nach dem Abitur studierte sie in Freiburg im Breisgau Germanistik, Geschichte und Anglistik an der Albert-Ludwigs-Universität. In dieser Zeit war sie u. a. sechs Jahre lang Mitglied in der Redaktion der Freiburger Frauenzeitung. und engagierte sich in der Frauenrechtsszene. Gemeinsam mit Sully Roecken forschte sie im Stadtarchiv Freiburg, die beiden Wissenschaftlerinnen publizierten 1989 das Werk Margaretha Jedefrau, das sich mit Frauengeschichte auseinandersetzt und überregional beachtet wurde. Danach arbeitete sie sieben Jahre im Feministischen Archiv in Köln und war u. a. Mitinhaberin einer Internetagentur.

Brauckmann01

1982 veröffentlichte sie ihr erstes Album Satirische Lesbengesänge rund um die Lebenswelt lesbischer Frauen und gab 1983 ihr Bühnendebüt als Sängerin. Als Besonderheit ihres Stils wird in der Rückschau die Kombination aus lesbischem Leben und Humor herausgestellt. Es folgte 1986 das zweite Album als LP und nach einer Pause von zehn Jahren vier CDs. Im Laufe ihrer mehr als dreißigjährigen Laufbahn als Komponistin und Musikerin gab sie zahlreiche Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl in alternativen oder subkulturellen Räumen – wie etwa noch in den 80ern in besetzten Häusern – als auch überregional in etablierten Häusern wie dem Jazzhaus Freiburg oder dem Kulturzentrum Schlachthof in Kassel.

Brauckmann022003 erhielt sie den Osnabrücker Rosa-Courage-Preis des ältesten kontinuierlich stattfindenden schwul-lesbischen Kulturfestivals in Deutschland. Sie trat bei der Eröffnung der Gay Games in Köln auf, außerdem gab sie zur Eröffnung der Women Pride im Rahmen der Cologne Pride 2012 ein Konzert.

In jüngerer Zeit ist Brauckmann auch als selbstständige Kommunikationstrainerin und Moderatorin tätig; ihr politisches Engagement entwickelte sich von der feministischen Frauenpolitik hin zur lesbisch-schwulen Emanzipationsbewegung, so etwa als Landeskoordinatorin für ältere Schwule und Lesben in Nordrhein-Westfalen.

Carolina Brauckmann lebt und arbeitet in Köln. (Quelle: wikipedia)

Hier eines ihrer früheren Werke …

Und sie stellt dann gleich mal klar, was Sache ist:

Schwein gehabt

Und da mir vielleicht der richtige Zugang zu diesem Album fehlt, mal ein paar Worte aus der „Szene“:

„Carolina Brauckmann hat eine phantastische, sehr erotische Stimme, sie erfindet wunderbare Melodien und Arrangements Marke Ohrwurm, sie begleitet sich selbst auf Klavier oder Gitarre und schreibt ihre Texte selbst, sehr intelligente, witzig-melancholische Texte. Wieso also verkauft dieses Super-Multitalent ihre CDs über einen kleinen Vertrieb, wieso ist sie nicht so bekannt wie die Knef oder Marlene in ihren Spitzenzeiten? Hilde und Marlene konnten beide nicht singen, Hilde komponierte ihre Songs nicht selbst, und Marlene dichtete weder noch komponierte sie.

Warum also ist die so viel bessere Brauckmann nur Insiderinnen bekannt? Weil es in der Musikbranche wie überall nicht nur um Talent geht, sondern auch um (Selbst)vermarktung. Dem Massenappeal steht bei Brauckmann ihre Kompromisslosigkeit als politische Künstlerin im Weg. Carolina ist Lesbe, und sie ist sich zu schade, diese Tatsache zugunsten einer besseren Vermarktung zu verbergen, im Gegenteil:

Der Lesbenalltag ist ihr Thema und ihre Inspiration. Ähnlich wie bei Marlene und Knef der Heteroalltag. Die Frauen-Lesben-Szene dankt es Carolina mit rauschenden Erfolgen bei ihren Veranstaltungen. Wir sind hingerissen von ihren Songs. Wir freuen uns, daß wir in unseren Reihen sowas Tolles haben. Was aber die KonsumentInnen der Mainstreamkultur betrifft, so sind sie zu bedauern. (Quelle: www.fembio.org)

BackCover1

Aber nein … ich habe schon auch Zugang zu diesen Aufnahmen … Das liegt nicht nur daran, dass Caroline Braiuckmann ne wirklich profunde Musikerin ist und das Handwerk des Chansons perfekt beherrscht. Nein, das hat auch mit den Texten zu tun … die durchaus dem Anspruch „satirische Lesbengesänge“ zu produzieren, gerecht werden.

Und ihr sehr nachvollziehbares Lied „Lesbenehe“ thematisiert genaus das … das gestern dann zu einem guten Ende geführt hat.

Ein beeindruckendes Album … und mit all jenen kritischen Zeilen, dies sich dem männlich Geschlecht kann man schon ganz gut leben … denn: so verkehrt sind diese ja auch nicht.

VokerBeck

Für Volker Beck freut mich die gestrige Entscheidung ganz besonders: Seit 29 Jahren kämpfe er für diese „Ehe für alle“ und an seinem letzt Tag als Parlamentarier (er kandidiert nicht mehr zum nächsten Bundestag) konnte er nun jubeln !

Besetzung:
Carolina Brauckmann (vocals, piano, guitar)

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Titel:
01. Schwein gehabt 2.35
02. Lesbenehe 2.40
03. Quattro Stagioni 3.47
04. Isebill und Rosamund 3.44
05. Früher schon 2.58
06. Die Geschlechterforscherin 3.09
07. An einem Tag im November 3.40
08. Basic Instincts 3.51
09. Tschibo Affaire 3.57
10. Deja vu 3.34
11. Butch und Femme 4.09
12. Sub 4.42
13. Darling 5.25

Texte und Musik: Caroline Brauckmann
Musik bei 08.: Präludium Nr 1. aus Das wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach

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