SchmidbauerS – SchmidbauerS (1994)

FrontCover1Klar, Insider wissen natürlich, dass es sich bei dem Ensemble SchmidbauerS um ein Projekt von Werner Schmidbauer handelt:

Werner Schmidbauer (* 24. August 1961 in München) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Musiker und Liedermacher.

Werner Schmidbauer ist seit Ende der 1970er Jahre als Liedermacher auf Tour; erst mit Valery McCleary und Ecco Meineke als Trio Folksfest, später auch mit seiner Band SchmidbauerS. Seit 1998 tritt er zusammen mit Martin Kälberer als Schmidbauer & Kälberer auf.

Im Fernsehen arbeitet Werner Schmidbauer vorwiegend für den Bayerischen Rundfunk. So moderierte er insgesamt 460 Mal die Sendung Live aus dem Alabama. Anschließend trat er die Nachfolge von Fritz Egner in der Kinderreihe Dingsda (1994–1999) an.

Eigene Talkshows im BR folgten: zuerst Schmidbauers und zwischenzeitlich moderierte er im Wechsel die Sendung Unter 4 Augen. Seit 2003 ist er Moderator der Reihe Gipfeltreffen im Bayerischen Fernsehen, bei der Schmidbauer mit einem Gesprächspartner eine Bergwanderung unternimmt.

Seit 2006 ist Werner Schmidbauer zudem im Bayerischen Fernsehen mit dem Sendungsformat Aufgspuit – Werner Schmidbauer mit … zu sehen. In dieser Reihe lädt er Musikerkollegen ins Münchner Lustspielhaus ein, um zusammen live zu musizieren. Martin Kälberer fungiert dabei als musikalisches Bindeglied. Sein erster Gast am 7. Juli 2006 war Hans-Jürgen Buchner (bekannt als Haindling).

"Live aus dem Alabama" - Moderatorin Michaela Haas mit Werner Schmidbauer, der die Sendung ebenfalls jahrelang moderierte.

„Live aus dem Alabama“ – Moderatorin Michaela Haas mit Werner Schmidbauer, der die Sendung ebenfalls jahrelang moderierte.

Schmidbauer ist in zweiter Ehe verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Bad Aibling bei Rosenheim.

Für die Live-Talkshow „Live aus dem Alabama“ erhielt Schmidbauer 1984 den Adolf-Grimme-Preis. (Quelle: wikipedia)

Hier also sein Debütalbum als sich bereits einen Namen als Moderator der Kultsendung „Live aus dem Alabama“ gemacht hatte.

Und irgendwie hinterlässt dieses Album bei mir zwiespältige Gefühle: einerseits durchaus ansprechende Texte und eine zuweilen raffinierte Musik mit feinen Arrangements (so ist z.B. das Solo bei „Schwester“ ein Juwel !) und dann entsteht wieder jenes Gefühl, dass ich es hier mit einer Weichspüler Musik zu tun habe … Mit einer bösen Zunge könnte man glatt behaupten: Wer bei der holden Weiblichkeit punkten will … macht so eine Musik … oder anders ausgedrückt: es ist mir zuviel Liebesgesäusel … als ob´s so gar keine anderen Themen gäbe (ich weiss: das ist mein altes Klageslied … ), aber so ganz werd´ich da dem Schmidbauer doch nicht gerecht. Lieder wie „Mia gengan alle unsern Weg“ oder „Scho wieder so friah dunkel“ sind Beiträge ausserhalb des Herz/Schmerz – Genres … Am besten selber entdecken !

 

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Besetzung:
Tommy Eberhardt (drums, percussion)
Roald Raschner (keyboards, accordion)
Ozzy Schaller (guitar, mandolin)
Werner Schmidbauer (guitar, vocals, harmonica)
+
Rolf Berger (drums bei 07. + 11., background vocals)
Karl „Bumi“ Fian (trumpet)
Martin Fuss (saxophone)
Boco Di Lorenzo (background vocals)
Valerie McCleary (background vocals)
Jens Ohly (bass bei 07. + 11.)
Christian Radovan (trombone)
Oliver Ringlieb (piano bei 07. + 11.)
Franz Trojan (drums bei 08.)
Klaus Waschke (violin bei 11)

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Titel:

01. Loan di an mi 4.36
02. I bin frei 4.16
03. Strandlied 3.19
04. I bin liaber i 3.48
05. Da drauf drink ma oan 3.48
06. Mia gengan alle unsern Weg 5.41
07. Was dua i (Bisld und Schnaufd) 4.14
08. Schwester 4.27
09. Scho wieder so friah dunkel 5.01
10. Ausrast 5.38
11. Haben 2.26
12. Hätt‘ i bloß 4.37
13. Da wo de Leit san 2.31

Musik und Texte: Werner Schmidbauer

CD1

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Biermösl Blosn – Wo samma (1994)

FrontCover1Also, die Geschichte der Biermösl Blosn, ist schon ein ganz besondere Geschichte aus dem Lande der Bajuwaren:

Die Biermösl Blosn war eine bayerische Musik- und Kabarettgruppe, die 1976 von den Brüdern Hans (* 1953), Christoph (* 1959) und Michael Well (* 1958) gegründet wurde. Biermösl ist abgeleitet von Beerenmoos, ein Teil des Haspelmoors im Landkreis Fürstenfeldbruck. Blosn (Blase) ist ein bairischer Begriff für Clique, Gruppe.

Die Gruppe verband bayerische Volksmusik (Stubnmusi) und Mundart mit politischen und satirischen Texten und kann daher zum Bereich der sogenannten Neuen Volksmusik gerechnet werden. Am 18. Januar 2012 gab die Gruppe ihr letztes Konzert in Fürth.

Die drei Mitglieder der Biermösl Blosn entstammen der 17-köpfigen Familie des Schulmeisters Hermann Well (1913–1996) und seiner Frau Gertraud (geborene Effinger, 1919–2015) aus dem Dorf Günzlhofen bei Fürstenfeldbruck.

Christoph Well (genannt Stofferl, * 3. Dezember 1959 in Günzlhofen) studierte Trompete und war Solotrompeter bei den Münchner Philharmonikern und später Konzertharfenist.
Michael Well (* 10. Oktober 1958 in Günzlhofen) hat eine Ausbildung zum Solotubisten und Baritonisten, ebenfalls bei den Münchner Philharmonikern.
Hans Well (* 1. Mai 1953 in Willprechtszell), der Germanistik und Geschichte studierte, ist hauptsächlich für die Texte der Gruppe verantwortlich.

Die legendäre Single „Gott mit dir, du Land der BayWa“ (1979):

Die legendäre Single "Gott mit dir, du Land der BayWa" ()

 

Großes Vorbild der drei Brüder ist der Kraudn Sepp (1896–1977) aus dem Isarwinkel. Sie begannen 1976 mit Volksmusikauftritten, wie sie sie schon zuvor unter Anleitung ihres Vaters absolviert hatten. Sie arbeiteten häufig mit Gerhard Polt zusammen und traten gelegentlich in der ARD-Sendung Scheibenwischer auf. Drei ihrer Schwestern, Moni, Vroni und Burgi, gründeten nach ihrem Vorbild 1986 die bayerische Volksmusik- und Kabarett-Gruppe Die Wellküren. Ein weiteres Musikprojekt aus dem Kreis der Well-Familie war die Formation Well-Buam, die sich die Wiederbelebung der authentischen bayerischen Volks(tanz)musik zur Aufgabe gemacht hat und bei der Christoph und Michael Well mitwirkten.

Die Musik der Biermösl Blosn zeichnet sich u. a. durch die zum Teil ironische Integration anderer Musikstile wie etwa der keltischen Folklore, ungewöhnliche Instrumentierungen wie Dudelsack, Alphorn, Harfe oder Didgeridoo, aber vor allem durch bissige satirisch-politische bzw. gesellschaftskritische Texte aus (beispielsweise bedachten sie Kardinal Josef Ratzinger mit dem Spitznamen Alpen-Ayatollah), die häufig auf traditionellen bayerischen Reim- und Gesangsstilen (Gstanzl) beruhen und im Dialekt vorgetragen werden.

Beleidigung
Sie erlangte bundesweite Bekanntheit, als sie 1981 – „versehentlich“ zum traditionellen Maibockanstich im Münchner Hofbräuhaus eingeladen – die Regierungspartei CSU in Zusammenhang mit der Massenverhaftung von Nürnberg vor den versammelten Ministern und Landtagsabgeordneten scharf kritisierten und so einen politischen Eklat verursachten. 1981 erhielt die Gruppe in Mainz den Förderpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis. In Bayern wurden ihr 1985 und 1996 trotz eindeutiger Nominierungen durch die jeweilige Jury entsprechende Auszeichnungen verweigert.

Die 17 köpfige Well-Familie

Mit den Mitgliedern der Band Die Toten Hosen sind die Well-Brüder seit der gemeinsamen Teilnahme am Anti-WAAhnsinns-Festival freundschaftlich verbunden. 1990 wirkten sie zusammen mit Gerhard Polt an dem Erfolgsalbum Auf dem Kreuzzug ins Glück der Toten Hosen mit. 1997 folgte der Sonderpreis Reif & Bekloppt des Prix Pantheon, 1999 der Bayerische Kabarettpreis in der Kategorie Musik-Kabarett.

Die Biermösl Blosn mit Campino von den Toten Hosen:

Die Biermösl Blosn mit Campino von den Toten Hosen

Auch der Bayerische Rundfunk beantwortete das politische Engagement der Musiker – etwa gegen die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf – mit einem zeitweiligen Sendeboykott. In der Zwischenzeit hat sich jedoch das politische Klima im Bayerischen Rundfunk etwas gewandelt, und so widmete der Sender 2004 der Gruppe eine eigene 45-minütige TV-Sendung innerhalb der Reihe Alpenrock.

BiermöslBlosn01
Im Jahr 2005 wurde der Gruppe beim Tanz- und Folkfest TFF.Rudolstadt der Weltmusik-Preis Ruth verliehen. Zum Abschluss des Jahres 2005 tourten sie mit den Toten Hosen und mit Gerhard Polt durch verschiedene Theater und Opernhäuser und spielten unter der Regie von Hanns Christian Müller das Programm Abvent (sic). 2007 erhielten sie gemeinsam mit Gerhard Polt in München den Großen Karl-Valentin-Preis und 2008 wurden sie mit dem Göttinger Elch ausgezeichnet.

Am 18. Januar 2012 fand der letzte Auftritt statt. Die Gruppe löste sich danach auf. Hans Well nannte als Grund für die Trennung Meinungsverschiedenheiten über die künftige Ausrichtung. Zudem gäbe es Schwierigkeiten, mit Liedern auf die veränderten politischen Rahmenbedingungen zu reagieren, wie etwa den Atomausstieg und dass die CSU nicht mehr „das, was sie einmal war“, sei. Er denke mit dem Kabarettisten Dieter Hildebrandt über gemeinsame Auftritte nach.

Christoph und Michael Well starteten im Februar 2012 in den Münchner Kammerspielen mit dem „Hausmusikabend“ Fein sein, beinander bleibn unter Franz Wittenbrinks Regie, zusammen mit ihren Schwestern, der Gruppe Wellküren, dem Bruder Karl, der Mutter sowie (in einem Kurzauftritt) Gerhard Polt.

Der älteste Bruder Hans tritt zusammen mit seinen Kindern Sarah, Tabea und Jonas Well als Hans Well & Wellbappn auf.

Hans Well veröffentlichte die Biographie 35 Jahre Biermösl Blosn am 9. April 2013 im Verlag Antje Kunstmann. Eine Biographie der Biermösl Blosn aus Sicht von Christoph und Michael Well unter dem Titel Biermösl Blosn: Tokio – Kapstadt – Hausen erschien ebenfalls im April 2013.

Christoph, Michael und Karl Well treten seit 2013, zum Teil gemeinsam mit Gerhard Polt, unter der Bezeichnung Wellbrüder aus’m Biermoos auf.

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Die Journalistin Annette Ramelsberger bezeichnete 2011 in der Süddeutschen Zeitung das Werk der Biermösl Blosn als „Stachel im Fleisch der Obrigkeit, die anarchische Seele des Volkes“ sowie als musikalische Rückgängigmachung der „Enteignung des Begriffs Heimat durch die CSU Schritt für Schritt, Lied für Lied“. Sie habe „das Zerrbild des Jodel-Bayern ersetzt durch messerscharfen Witz und intelligente Boshaftigkeit“, was ein großes Verdienst dieser Gruppe sei. Da die alten Feindbilder nunmehr „zerbröselt“ seien, wäre es nun „folgerichtig, dass sich die Biermösl Blosn trennt“, da sie „gewonnen“ hätte. Sie habe „gegen Wackersdorf gespielt, gegen die Unverantwortlichen bei der Bayerischen Landesbank und gegen die Verantwortlichen in der Regierung“ und war „jahrelang wirksamste Opposition“. Sie habe „mitgeholfen, das Land zu verändern.“ Nun sei sie nicht mehr in Bayern „kratziger Außenseiter, sondern gehätscheltes Kulturgut“ und würde von „allen geliebt“ sowie „kein Aufreger mehr.“ Man könne daher auch sagen „Mission erfüllt.“ (Quelle: wikipedia)

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Hier zum Einstieg in die einmalige Welt der Biermösl Blosn wohl eines ihrer besten Alben:

„Die drei Bayern-Brüder Well alias Biermösl Blosn nehmen wieder mal kein Blatt vor ihre dialekt-geformten Münder: Die 18 G’stanzl ihrer Wirtshaus-Live-Show, in der sogar die Toten Hosen mitraunzen, gerieten zur zünftigderben Abrechnung mit Gott und der Welt. Wo der Bavaria-Poet Haindling im bayerisch-exotischen Dschungel expedidiert, geht die Blosn auf Volksmusik-Kabarett-Safari; schräge Dudelsack- und Blasmusik- Stakkatos spicken sie mit Mund(un)art-Gedichtetem wie „… bin i mit meim Verlanga zum Papst ganga …“. A mords‘ Gaudi für Bayern-Fans. (Quelle: Audio)

„Wo samma“ könnte man nach „Wellcome to Bavaria“ als zweitbestes Album der drei Well-Brüder bezeichnen. Das Titellied ist eine feinsinnige Korruptionshymne („Samma die mehran, samma die schweran, wer ko der ko, nehma damma scho..wer ko der ko, da samma net aso“), die von merkwürdigen afrikanischen Instrumenten begleitet werden, die irgendwie an Klostöpsel erinnern (zu sehen auf der DVD „Tschurangrati“). Daneben gibt es mindestens vier weitere Lieder der obersten Kategorie.

„Milbertshofner Hausmusik“ erzählt von Abgründen zwischen Stubenmusi und Frauenmisshandlung, „Asylantenschwemme“ treibt bayrische Fremdenangst auf die Spitze und „Kenia ken i aa“ besingt die Nöte von Sextouristen in Afrika. „Drehleier unplugged“ ist irisch Folk auf bajuwarisch und „Da boarisch Hiasl“ eine wunderbare Neuinterpretation des alten Räubererliedes in Kooperation mit den Toten Hosen. Dazwischen gibt es auch ein paar mittelprächtige Stücke, aber insgesamt ein essentielles Werk der drei aufmüpfigen Prachtbayern.(Wirtshausberater)

Und mit dem Lied „Asylantenschwemme“ sind sie erneut höchst aktuell und ansonsten kriegen insbesondere der katholische Klerus, die Bayerische Staatsregierung sowie der schwarze Sumpf in bayerischen Landen und Kommunen bekommen ihr Fett weg, und das nicht zu knapp ! Und das ist gut so !

Die Texte stammen alle aus der Feder von Hans Well, die Musik hat dann der geniale Christoph „Stofferl“ Well beigesteuert.

Booklet04ABesetzung:

Besetzung

Man sieht richtig: Auch die Toten Hosen hatten ihren Anteil an diesem Album

Titel:
01. Seid’s alle do (Traditional/H.Well) 3.05
02. Schrei aus Holz (C.Well) 2.57
03. ’s Diandl liabn (Traditional/H.Well) 2.46
04. Hey, Madonna (C.Well/H.Well) 4.01
05. Schimmeltod (C.Well/H.Well) 3.52
06. Da Mozart (L. Mozart) 3.18
07. Milbertshofener Hausmusik (C.Well/H.Well) 2.52
08. Asylantenschwemme (C.Well/H.Well) 3.04
09. Drehleier unplugged (Traditional) 3.09
10. Pfaffenhausen (Traditional(H.Well) 3.24
11. Kenia ken i aa (C.Well/H.Well) 3.05
12. Da Händl (Händel) 3.06
13. Da boarisch Hiasl (als Gäste die Toten Hosen) (Traditional/H.Well) 4.24
14. Kinderparty (C.Well/H.Well) 2.43
15. Tschurangrati Landler (C.Well)  2.47
16. Der Holzweg (Traditional/G.Well) 3.29
17. Wie reimt sich das zusamm‘ (Traditional/H.Well) 3.34
18. Wo samma (C.Well/H.Well) 3.36

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Hannes Schmidauer – Schmidauer (1994)

FrontCover1Eigentlich ein Jammer, dass dieser österreichische Musiker so ziemlich in der Versenkung verschwunden ist, denn Hannes Schmidauer hatte durchaus ein beachtliches Potential.

Hannes stammt aus einer  österreichischen Musikerfamilie und hat eine klassische Ausbildung am Linzer
Bruckner-Konservatorium hinter sich. In den 80ern spielt er bei den in  Austria bekannten Bands: Die MOLLIES und SMART IMPORT.
Sein erstes überaus gelungenes Soloalbum als Songwriter mit deutschen (auch Mundart) Texten und ansprechender Rock und Pop Begleitung, brachte Ihn den Nachwuchspreis fuer Liedermacher der Hans-Seidel–Stiftung und des Bayerischen Rundfunks ein.
Seine Auftritte bei der Live-Veranstaltung : Songs an einem Sommerabend auf Kloster Banz brachte ihm sehr  große Anerkennung vom Publikum und Musiker-Kollegen.

Für Fans von Fendrich oder Ludwig Hirsch ein Muss (Quelle: Kaleidoscope-music)

Viel mehr war über dieses wirkliche Talent nicht in Erfahrung zu bringen … hm.

Dabei sind die Texte durchgehend mehr als nachdenkenswert … und die musikalische Bandbreite dieser Band ist beeindruckend: von sanften Balladen über knackigen Funk bis hin zu …. und ein aufs andere mal staunt man über den hohen Reifegrad dieser Musik und dieser Texte !

Diese Präsentation ist also mein Geheimtipp des Monats !

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Besetzung:
Thomas Deutsch (bass)
Gernot Eder (keyboards, saxophone)
Peter Klinger (drums)
Manfred Puchner (guitar)
Hannes Schmidauer (keyboards, vocals)

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Titel:
01. Klanes Kind 4.10
02. Mann von Welt 4.16
03. Halt mi ganz fest 4.37
04. Süchtig 3.10
05. Nie hat er glacht 3.34
06. Nasn voll 3.46
07. s Lebn is anders 4.28
08. Alles im Eimer 3.44
09. Wannsd di beliagst 3.16
10. Niemals 4.00
11. Alter Wein 3.41

Alle Lieder wurden von Hannes Schmidauer geschrieben

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Franziska Kleinert – Messer im Herz (1994)

FrontCover1Dass es ganz schön schwierig sein würde, für die deutsche Rocksängerin Franziska Kleinert die wichtigsten Informationen zusammen zu tragen, hätte ich ja nicht gedacht.

War sie doch eine lange Zeit mit Musikern und Gruppen Julia Neigel, Pur, Wolfgang Petry und Peter Maffay unterwegs.

Na ja , auf jeden Fall hab´ ich hier ihr Debütalbum, das bei mir durchaus gemischte Gefühle auslöst.

Zum einen kann man eigentlichen jedem Song guten Noten ausstellen, eine wunderbare Stimme, griffige Arrangements und auch für genügend musikalische Abwechslung ist gesorgt.

KleinertMaffay

Franziska Kleinert mit Peter Maffay

Aber: ich hab´s hier schon mehrfach geschrieben: Es geht mir mittlerweile tierisch auf den Senkel, dass – insbesondere Sängerinnen – textlich nur die alte, ewige Beziehungskiste drauf haben. Natürlich sind Themenkreise wie Liebe und Sexualität ein zentrales Thema, aber es gibt weiss Gott noch andere Bereiche, die man textlich bearbeiten, bzw. behandeln könnte.

Und davon ist auf diesem Album nichts, aber auch gar nichts zu finden (kleine Ausnahme: „Vater“ mit deutlichen Anleihen bei der Gruppe „Pur“).

Da hilft dann auch nichts mehr, wenn sie mit dem Song „Verführst“ ein eigentlich schönes Beispiel selbstbewußter weiblicher Sexualität zum besten gibt. Komponiert und getextet wurde dieses Lieder allerdings von einem Mann *ggg*

Nach 4 CD´s hat sich dann die Franziska Kleinert Band aufgelöst, es folgte ein kurzes Intermezzo mit der Band Green Turns Blue …

Single

Die Single zur CD: Auch dieses Cover ist ein echter Hingucker …

Und wenn ich es richtig überblicke, hat sie mittlerweile – nachdem ihr der große Durchbruch nie gelang, ihre musikalische Karriere an den Nagel gehängt und betreibt nun mit ihrem Mann Thomas Pallmann das Hotel „Hohensteiner Hof“ in Bönnigheim. Scheint ja ne feine Adresse zu sein.

Brockmann

Der Radio- und Event Moderatot Thomas Brockmann über Franziska Kleinert

Besetzung:
Michael Dorka (harmonica)
Ferdinand Förster (keyboards, guitar)
Franziska Kleinert (vocals, keyboards)
Claus Mathias (guitar, background vocals)
Boris Sander (guitar)
Willi Schneider (keyboards)
Bodo Schopf (drums, percussion)
Ken Taylor (bass)

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Titel:
01. Wenn Du glaubst (Siemes) 3.21
02. Vollmond (Gessle/Moray) 3.48
03. So viel zu sagen (Kleinert) 3.36
04. Schwestern (Siemes) 3.41
05. Nur mit dir (Kleinert) 3.09
06. Messer im Herz (Siemes) 3.57
07. So oder so (Siemes) 3.40
08. Wenn du gehst (Kleinert) 3.27
09. Wiedersehn (Siemes) 3.38
10. Verführst (Siemes) 3.15
11. Montag (Siemes) 3.36
12. Herzkönigin (Siemes) 3.08
13. Vater (Siemes) 4.25

CD1

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Hohensteiner Hof

Der Hohensteiner Hof in Bönnigheim mit Franziska Kleinert und Thomas Pallmann

Und hier liegt Bönnigheim:

Bönnigheim

Musica-Viva-Chor Bamberg – Konzert im Kaiserdom (1994)

FrontCover1Geistliche Chorwerke sind nun nicht gerade mein Musik der 1. Wahl, aber sie können mich durchaus auch mal gefangen nehmen. Und so ist das auch bei dieser Einspielung aus dem Jahr 1994.

Dieser Chor hat mittlerweile auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel:

Der musica-viva-chor bamberg wurde 1988 von Fritz Braun gegründet und besteht aus etwa 40 musikalisch vorgebildeten Sängerinnen und Sängern. Hauptanliegen des Chores ist es, vor allem die weniger bekannte Chormusik des 20. und 21. Jahrhunderts aufzuführen, ohne jedoch die Verbindung zur Tradition europäischer Chormusik aufzugeben.

So findet sich im Repertoire des „musica-viva-chor bamberg“ neben zeitgenössischen Kompositionen von Vic Nees, Uwe Strübing, Thomas Jennefelt, György Orbán und Wilhelm Killmayer auch die Chorliteratur der „modernen Klassiker“ wie Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Anton Webern, Antal Doráti, Francis Poulenc, Olivier Messian, Benjamin Britten, Zoltán Kodály und Béla Bártok.

Aus der Vokalmusik vergangener Epochen sind Werke von Claude Debussy, Maurice Ravel, die Motetten von Anton Bruckner, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn-Bartholdy fester Bestandteil des Chorrepertoires.

ChorBudapest1993

Das Ensemble konnte seit seiner Gründung beachtliche Erfolge erzielen und wurde zu Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie zu Konzerten im In- und Ausland eingeladen.
Wettbewerbe und Auszeichnungen:

  •     „Concorso Internazionale Corale1992“ in Riva del Garda, Italien (4. Platz)
  •     „Internationaler Chorwettbewerb 1993“ in Budapest, Ungarn (1. Platz)
  •     1993 „Berganza-Preis“ des Kunstvereins Bamberg

Wie gesagt: Solche Musik kann mich durchaus gelegentlich begeistert (auch wenn ich den Titel „Christus factus est“ eher für ein Gerücht halte) und so kann ich nur jedem einfach mal empfehlen reinzuhören.

„Vielleicht am meisten beeindruckte der ‚musica-viva-chor bamberg‘ mit seinem höchst konzentrierten Leiter Fritz Braun. Ob komplizierte Klangkonstruktionen der Wiener Schule oder die tiefe Frömmigkeit der geistlichen Motetten Bruckners, der ‚musica-viva-chor‘ wusste jeweils den Text und die Musik technisch und ausdrucksmäßig in selten gehörter Intensität und Perfektion umzusetzen.“ (Memminger Zeitung, 5. Juli 1993)
Na also !
Die hier eingespielten Werke sind zum großen Teil der Mitschnitt eines Konzertes am 8. Mai 1994 im Kaiserdom zu Bamberg.

Konzertplakat

Besetzung:
Erich Forster (Baß)
Claudia Götschel (Sopran)
Wolfgang Reh (Tenor)
Monika Rosival-Meißner (Alt)
+
Musica-Viva-Chor Bamberg unter der Leitung von Fritz Braun
+
Wolfgang Wünsch (Orgel)

BackCover1

Titel:

Maurice Duruflé: Vier Motetten übr gregorianische Themen op. 10 für a-capella Chor:
01. Ubi caritas 2.27
02. Tot pulchra es 2.32
03. Tu es Petrus 0.53
04. Tantum ergo 2.51

Uwe Strübing:
05. Magnificat  für gemischten Chor und Orgel op. 31 (Uraufführung) 10.02

Benjamin Britten:
06. A Hymn To The Virgin für 8-stimmigen Doppelchor 2.51
07. Hymn To St. Cecilia op 27. 10.12

Felix Mendelsohn-Bartholdy: Zwei Pslamen für 8-stimmigen Chor:
08. Richte mich, Gott (Pslam 43) 4.04
09. Denn er hat seinen Engeln befohlen (Psalm 91) 3.46

Anton Bruckner:
10. Adagio aus dem Streichquartett (Transkription für Orgel von Erwin Horn) 14.18

Drei Motetten:
11. Locus iste 3.14
12. Christus factus est 5.04
13. Ave Maria 3.32

CD1

* (demnächst)
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Klaus Schulze – Goes Classic (Midi Klassik) (1994)

FrontCover1.jpgDieser Ausflug von Klaus Schulze (diesem ganz wichtigen Vertreter elektronischer Musik) in die Welt der Klassik hat sehr kontroverse Diskussionen ausgelöst. Stellvertretend dafür zwei Meinungen, die ich im Netz gefunden habe:

„Das ist das absolut grauenvollste, was je unter dem Namen Klaus Schulze veröffentlicht worden ist, ich kann nur jedem abraten, diese CD zu kaufen. Nur allzubekannte Klassik-Hits von Griegs Norwegischen Tänzen, über Beethovens Violinkonzert Brams Ungarischen Tänzen, Schuberts Rosamunde, Webers Freischütz-Overtüre und Smetanas Moldau Thema werden von Schulze unter mithilfe seiner gelibten Synthies eingespielt. Es klingt, als hätte Klaus Schulze die original Noten eingescannt, sie mit unterschiedlichen Sounds aus seinem umfangreichen Repertoire von unzähligen Synthesizern belegt und abdudeln lassen. Genauso seelenlos kommen die Stücke daher. Da ist kein Feuer, kein Raum für Experimente, kein Raum für Gefühl, das mit nicht darstellbaren Notenwerten in jeder der genannten Kompositionen bei jeder noch so schlechten Aufnahme vorhanden ist. Der Höhepunkt der CD ist das selbst zusammengebastelte Lautenquintett des Meisters, das auf Themen von Saint-Saes und Rimsky-Korsakoff basiert. Einerseits schön wegen den musikalischen Vorbildern, andererseits grausam ob der musikalischen Umsatzung. Diese CD reiht sich nahtlos ein in die unzähligen Veröffentlichungen von Klassikeinspielungen mit ungeeigneten Instrumenten. Leider muss jeder Hardcore-Schulze-Sammler auch diese CD besitzen, aber bitte nicht hören, es könnte am Sockel des sonst so perfekten Musikers kratzen.“ (ein amazon Kunde)

MidiKlassikLabelB1.jpg.jpgOder auch auch:

„Den negativen Eindruck, den dieses eher ungewöhnliche Album von Klaus Schulze bei einigen hinterlassen hat, kann ich bei in keiner Weise teilen. Ok….man findet hier kein atmosphärisches Rauschen und Wummern und auch keine langen, mitunter langatmigen, Harmonien. Man findet hier klassische Themen. Und die muss man eben mögen. Ich mag die Musik von KS seit über 35 Jahren. Dieses Album gehört sicher zu denen, die ich am meisten höre.“ (R.Markert)

Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte … so mein salomonisches Urteil. Vielleicht wollte er halt nur mal zeigen, dass er die „echte“ Klassik auch drauf hat. Entstanden sind diese Aufnahmen während der Jahre 1992 – 1994.

Zumindest sah sich Klaus Schulze bemüßigt, dieses Album 2012 nochmals auf den Markt zu bringen, diesmal unter dem Titel „Midi Klassik“ und diese Ausgabe gab´s dann nur als Doppel-LP (also nur in Vinyl). Nun gut … auch nicht völlig verkehrt, kann man dann allerdings nicht im Auto hören *ggg*

Besetzung:
Klaus Schulze (alle Instrumente)

MidiKlassikFC1.jpg

Das Cover der LP Ausgabe, 2012

Titel:
01. Friedrich Smetana: Die Moldau 12.00
02. Franz Schubert: Rosamunde (Ballettmusik) 7.53
03. Carl Maria von Weber: Der Freischütz (Ouvertüre) 10.22
04. Klaus Schulze: Lauten-Quintett 10.53
05. Johannes Brahms: Ungarischer Tanz Nr. 5  9.01
06. Edvard Grieg: Norwegische Tänze Nr. 1-3  10.33
07. Ludwig van Beethoven: Violinkonzert op. 61, 1. Satz 17.18

CD1.jpg
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Erste Allgemeine Verunsicherung – Nie wieder Kunst (1994)

FrontCover1Also bei diesem Album der EAV darf man sich getrost fragen … was für ein Zeug haben die wohl geraucht  ….

Nie wieder Kunst (wie immer …) ist das neunte Studioalbum der österreichischen Popgruppe Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) und erschien am 24. November 1994. Das Album erreichte Platz eins der österreichischen Albumcharts und blieb 25 Wochen in der Hitparade. In der Schweiz erreichte das Album Platz 17, in Deutschland belegte es Platz 40. In Österreich erhielt Nie wieder Kunst zudem Doppelplatin für mehr als 60.000 verkaufte Einheiten.

1995 kam das Video Kunst-Tour ’95 in den Handel, das Aufnahmen der Konzerttournee beinhaltet. Im selben Jahr erschien das Live-Album Kunst-Tour ’95 – live!.

Klaus Eberhartinger und Thomas Spitzer hatten schon vor sechs Jahren Kenia zum Rückzugsgebiet erkoren. Unbehelligt von den Nebenerscheinungen, die ein Popmusikerleben, zumindest das eines Multisellers, mit sich bringt, konnten die beiden dort ausspannen und auch Ideen entstehen lassen. Nach der letzten Veröffentlichung war die Gruppe exzessiv getourt und hatte eine Erholungspause nötig. In Kenia folgte auf Regeneration und Ideensammlung schließlich Tatendrang. 1993 wurde in Do-it-yourself-Manier ein Studio her- und eingerichtet, wobei man bisweilen improvisieren musste, da es beispielsweise keine schalldichten Fenster in dem afrikanischen Land gab. Aus fast 40 Ideenskizzen kristallisierten sich langsam – manches wurde nach Wien mitgenommen, um es mit den Bandkollegen zu diskutieren und zu verbessern – die 16 Titel des Albums heraus.

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Nach langer Zeit ist Nie wieder Kunst das erste EAV-Album, dessen Kritiken eher negativ ausfielen. Auf der inoffiziellen Website der Band wurde das Album als textlich gut, musikalisch aber eher schwach bezeichnet. Die primäre Verwendung von Synthesizern und Computern anstelle klassischer Musikinstrumente stieß ebenfalls auf schlechte Kritik, ebenso die mangelnde Beteiligung von Eik Breit und Nino Holm an der Komposition der Lieder.

„So gut wie das Album anfängt, geht es jedoch leider nicht weiter. Zum ersten Mal gibt es Schwachstellen: Lieder, die sich beim ersten Mal nicht sofort als Ohrwurm zwischen Hammer und Amboss einnisten […] Musikalisch hat die EAV offenbar auch abgespeckt. Noch nie wurde so massiv der Computer anstatt selbstgespielter Instrumente benutzt, noch nie wirkten die Lieder so synthetisch. Erdige Stücke wie „Einmal möchte ich ein Böser sein“ oder „Eierkopf Rudi“ sind die Ausnahme.“

– Kritik auf verunsicherung.de[6]

Der Musikexpress machte „eine fast schon dadaistische Ader aus“.[

Das Cover des Albums zeigt eine von Thomas Spitzers Comicfiguren. In der rechten Hand hält sie eine Banane, die aus der Schale flutscht. In einer Sprechblase ist der Titel des Longplayers zu lesen. Der Hintergrund des Motivs ist Grau und am oberen Bildrand ist in gelben Buchstaben der Name der Musikgruppe lesbar. Die CD von Nie wieder Kunst enthält ein Booklet mit den Songtexten und diversen Comicbildern von Nasenbären, die seit dem 1990 erschienenen Album Neppomuk’s Rache neben den Pinguinen die Hauptfiguren in Spitzers Comicmotiven darstellen.

Und hier die Bedeutung von ein paar der Songs … und um was es darum geht:

300 PS
Das Lied handelt von einem Mann, der in Autos den wahren Sinn des Lebens sieht und sich eines mit 300 PS zulegt. Als er auf der Autobahn von einem Wagen mit 400 PS überholt wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Am Ende des Lieds kommt er ins Irrenhaus.

Hallo
Klaus ruft verschiedene Ex-Freundinnen an, mit denen er vor sehr langer Zeit Beziehungen hatte, und versucht – erfolglos – sie dazu zu bewegen mit ihm auszugehen. Dabei haben die meisten bereits Familien oder haben sich anderweitig verändert. Eine hat einen Sohn, dessen Vater nach seiner Geburt verschwunden ist – und Klaus muss herausfinden, dass er der Vater ist.

Die Zeit
Ein Mann liegt im Bett und philosophiert über die Zeit. Er findet immer neue Gründe, ins Bett zurückzukehren und den läutenden Wecker zu zerschlagen. Am Ende ist der Tag vorbei und er ist noch kaum aufgestanden, also schläft er wieder ein und „freut sich auf den neuen Tag“, an dem er jedoch wieder den Wecker zerschlägt und weiterschläft.

Geburtstag
Dieses kurze Stück (1 Min., 08 Sek.) ist ein Geburtstagslied, das jedoch keine Glückwünsche, sondern Hass auf das Geburtstagskind ausdrückt.

Eierkopf-Rudi
Dieses Lied kritisiert den Nationalsozialismus und handelt von einem Neonazi namens Rudi. Wegen ihrer gegen den Nationalsozialismus gerichteten Lieder erhielt die EAV schon Drohbriefe und Bombendrohungen.

Edi
Dieses Lied handelt von einem Dackel namens Eduard, der seinem Herrchen ständig Schwierigkeiten bereitet, jedoch die Konsequenzen nicht tragen muss. Im Refrain wird mit ihm geschimpft (Pfui! Edi, Pfui!)

Singles

Die Singles aus diesem Album

..schwört sich die EAV – und besingt das genaue Gegenteil!
Ihre Musik ist Kunst, die Texte Sau Komisch, die Ideen einmalig und die Melodien nicht mehr aus dem Kopf zu kriegen. Mit NIE WIEDER KUNST feiert die Erste Allgemeine Verunsicherung ihr Comeback- NIE WIEDER KUNST ist das erste Album seit der Vierjährigen Pause nach WATUMBA. Und dieses Album ist bereits eindeutig besser als sein manchmal langweiliger Vorgänger- obwohl man sagen muss, dass Eik Breit und Nino Holm (zwei der Gründungsmitglieder der EAV) bei diesem Album fast gar nichts mehr mitgearbeitet haben. Doch Spitzer und Eberhartinger stellen ihr können unter Beweis, und haben diese Meisterleistung auf den Markt gebracht.

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Eindeutiger Höhepunkt des Albums ist, ganz klar, EINMAL MÖCHT‘ ICH EIN BÖSER SEIN. BARBARA hat eine super Melodie, ganz zu schweigen von dem Text erst, und DIE ZEIT ist ein weiterer Meilenstein der Sprachfähigkeit Eberhartingers (klar das da mit Computer nachgeholfen wurde, aber es hört sich trotzdem geil an). Der wohl verwirrenste Song des Albums ist eindeutig DIE GESCHICHTE. Klasse.
Der Titelsong NIE WIEDER KUNST, verrückt, durchgeknallt, und, leider ist dies auch der Schwachpunkt des Gesamten Albums, die Melodie- die erweist sich nämlich als sehr interresant – jedoch erst nach ein paar mal hören, da sie sich nicht sofort als Ohrwurm erweist!
Wieder ein durchgeknallter Liebessong: FLUGZEUG (LIEBSTE MEIN). Gigantisch.
Eine lustige Idee, und dazu noch genial umgesetzt, ist CINDERELLA: Eine neue Handlung der alten Kindergeschichte (obwohl diese hier sicher nichts für Kinder ist), mit etwas mehr Humor gewürzt, und der Erkentniss am Schluss: >>IN WAHRHEIT GEHEN MÄRCHEN ANDERS AUS<< lässt die EAV diesen Song zu einem wahren Hochgenuss vermitteln.

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So sans … die  Buam … 

Und Kritisch war die EAV auch diesmal: EIERKOPF-RUDI kritisiert die Dummheit der Ausländer-feindlichkeit, ganz klar nicht so direkt, man muss den Text schon verstehen, um diese Moral zu erkennen, doch erkennbar. Und typischist, bei all dem ernsten Getue darf der Humor nicht fehlen.
Zum Schluss muss ich meinen Senf noch über 300 PS (AUTO…) ablassen: Der Text ist einmalig. Leider wieder eine Melodie, die einem erst nach mehrmaligen Hören so richtig gefällt, doch sonst eigentlich ganz nett.
Das die Jungs so gut weitermachen sollen, brauche ich ja wohl nicht mehr zu sagen, den mit IM HIMMEL IST DIE HÖLLE LOS!, hat die EAV gezeigt, dass sie so gut ist, wie zu GELD ODER LEBEN `s Zeiten. (Data)

Seh ich genauso …. also:

Wer auf schrägen Humor steht … der kriegt hier davon die volle Ladung …

Hab´ ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich auf schrägen Humor stehe ?

Von daher: ein Geniestreich der besonders schrägen Art.

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Auch bei Merchandising haben die Jungs es krachen lassen … 

Besetzung:
Klaus Eberhartinger (vocals)
Thomas Spitzer (guitar, vocals)
Andy Töfferl -(Background vocals)
+
David Bronner (keyboards, background vocals)
Andi Cutic (guitar bei 15.)
Oliver Gattringer (drums bei 16)
Manfred Kammerhofer (violin bei 16.)
Wolfgang Killian (guitar bei 16.)
Othmar Klein (clarinet, saxophone bei 16.)
Thomas Lang (drums)
Christian Leitgeb (guitar)
Bernhard Locker (guitar)
Stefan Maass (percussion)
Heribert Metzker (marching drums bei 05.)
Alfred Pfleger (violin bei 16.)
Bernhard Rabitsch (trumpet bei 13.)
Thomas Rabitsch (keyboards bei 15,)
Erwin Reder (organ bei 16.)
Manfred Schweng (bass bei 16.)
Ken Taylor (bass)
+
background vocals:

Kurt Keinrath – Brigitte Prybil

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Titel
01. Nie wieder Kunst (Spitzer) 3.58
02. Flugzeug (Eberhartinger/Spitzer) 3.54
03. Cinderella (Eberhartinger/Spitzer) 4.22
04. The Frogs Are Coming (Spitzer) 1.07
05. 300 PS (Spitzer) 4.06
06. Barbara (Eberhartinger/Spitzer) 4.13
07. Die Zeit (Eberhartinger/Spitzer/Bronner) 3.55
08. Edi (Spitzer/ThierResch/Beit) 3.04
09. Geburtstag (Eberhartinger/Spitzer) 1.08
10. Einmal möcht‘ ich ein Böser sein (Spitzer) 3.47
11. Hallo (Spitzer) 4.27
12. Zwirch & Zwabel (Eberhartinger/Spitzer/Bronner) 3.34
13. Die Geschichte (Eberhartinger/Spitzer) 4.41
14. Ibrahim (Eberhartinger/Spitzer/Bronner) 1.42
15. Eierkopf-Rudi (Spitzer/Eberhartinger/Bronner/Keinrath) 4.36
16. Leckt’s mi (Eberhartinger/Spitzer/Bertl) 4.07

CD1

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Illustration

 

 

Hurra, Hurra, die EAV ist wieder da
Hurra, Hurra, das wird ein gutes Jahr!

Nie wieder Kunst, Kunst, Kunst, Kunst;
Nie wieder Kunst, Kunst, Kunst

Was ist Kunst? … Keine Ahnung von Kunst … Was? Kunst

Die ersten Pyramiden,
die bauten nicht die Syrer,
sondern die Ägypter
ganz ohne Baggerführer.

Kunst – schräg
Kunst – spitz
Kunst – gleich hoch wie Dreieck!
Kunst, Kunst

Es bemalte Michelangelo
sixtinisch die Kapelle
im Dienst der Kirchenfürsten
und bekam so manche Schelle.

(Halleluja…Halleluja)
Wem nützt Kunst?
Kunst ist teuer!

Goethe schrieb‘ auf eig’nen Faust,
den Kopf zerbrach sich Plato.
Bevor van Gogh sein Ohr verlor‘
hörte er bis anno dato nur:
„Du junger Wilder,
verkauf deine Bilder!“

Literaten, Pinselschwinger,
Psychopaten, Wenigbringer,
Philosophen – meistens g’soffen
wozu seid ihr da?!

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Von Kunst keinen Dunst,
wir hab’n sie nie studiert,
und schau – es funktioniert!

Nie wieder Kunst

Den Mozart und den Wagner
hör ich gerne, wenn ich jausen,
nur beim Herrn Stockhausen
kriegt mein Hamster Ohrensausen!

Schräg … aaah … viel zu schräg!
Kunst; Nie wieder Kunst

Andy Warhol – Superstar!
Joseph Beuys – kein Einwand!
Doch Albrecht Dürer’s Hände,
die wo beten, find ich Leinwand!

Sie beten noch immer
in jedem Schlafzimmer!

Pinselschwinger, Winselsinger,
bringt’s mir wer ein Ottakringer!
Alles, was i net versteh‘,
des is ka Kunst und für’s WC

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Die Kunst
Von Kunst keinen Dunst,
wir hab’n sie nie studiert,
und schau – es funktioniert!

Nie wieder Kunst, Kunst

Musizierer, Texteschmierer
Tachinierer, Rohrkrepierer!
Wollt ihr den totalen Krieg?
Der Sieg gehört der Volksmusik!

Dreihulijouo…..Dreihulihulijouo

Künstler – wollt ihr überleben?
Dann müßt Ihr es billig geben!

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Von Kunst keinen Dunst,
wir hab’n sie nie studiert,
und schau – es funktioniert!

Nie wieder Kunst, Kunst

Die Kunst, die Kunst
sie ist eine Gunst,
von Göttern gegeben – umsunst!
Sie macht Dich selten reich
und wenn, dann erst als Leich‘ –
darum – nie wieder Kunst!
Kunst, Kunst, Kunst, Kunst