Embryo – Embryo’s Rache (1971)

FrontCover1.jpgUnd noch einer, der stark mit dem Trikont Label verbunden war, ist heuer verstorben:

Christian Burchard (* 17. Mai 1946 in Hof, Bayern; † 17. Januar 2018) war ein deutscher Multiinstrumentalist und Komponist. Er spielte Vibraphon, Schlagzeug, Santur und Orgel.

Burchard erhielt zunächst klassischen Klavierunterricht, bevor er zur Posaune wechselte, um dann den Jazz und das Vibraphon zu entdecken. Er war in den 1960er Jahren zunächst als Jazzmusiker aktiv, gründete das Contemporary Trio mit Dieter Serfas und Edgar Hoffmann und tourte mit Mal Waldron. 1969 wechselte er zum Schlagzeug und gründete mit Edgar Hoffmann die Fusiongruppe Embryo, mit der er zumeist spielte. Gelegentlich trat er auch mit Missus Beastly und Checkpoint Charlie auf. Er galt als einer der Pioniere der Weltmusik in Europa. 2008 erhielt er mit seiner Band Embryo den deutschen Weltmusikpreis Ruth beim TFF in Rudolstadt. Mit Okay Temiz, Arto Tunçboyacıyan und Ramesh Shotham trat er unter dem Bandnamen Ethno Leaders auf.

Im Sommer 2016 erlitt Burchard 70-jährig einen Schlaganfall, der seine aktive Musikerlaufbahn beendete. In der Band übernahm daraufhin seine Tochter Marja (* 1986) seine Rolle. Er starb am 17. Januar 2018. (Quelle: wikipedia

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Christian Burchard

Und über Embryo schreibt ein Rudi Vogel auf der großartigen website krautrock-musikzirkus.de folgendes:

Embryo sind eine der interessantesten, vielseitigsten und wichtigsten Krautrockbands. Auf beinahe jedem Album findet man unterschiedliche Besetzungen und Stilrichtungen. Auf den ersten Alben wird härtester Underground-Jazzrock gespielt. Später tendiert die Musik zum Jazzrock mit ethnischen Einflüssen:

Die Band wurde 1969 von Christian Burchard, Edgar Hofmann und Lothar Meid gegründet, nachdem sich Burchard schon Mitte der 1950er im Alter von zehn Jahren mit Dieter Serfas in Hof getroffen hatte.

Meid verließ die Band nach kurzer Zeit. An seine Stelle kamen Ralph Fischer und weitere Musiker, wie der Gitarrist Al Jones.

Insgesamt haben seit 1969 über 400 Musiker beim Musikkollektiv Embryo gespielt, darunter auch immer wieder Charlie Mariano, Mal Waldron und Marty Cook. Zu den langjährigen Mitgliedern zählen u. a. Roman Bunka (Gitarre, Oud), Uve Müllrich (Bass), Michael Wehmeyer (Keyboards), Lothar Stahl (Marimba, Drums) und Jens Pollheide (Bass, Flöte).

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Embryo, die 1971 einen ersten Radiohit mit dem Lied Tausendfüßler hatten, entwickelten sich innerhalb weniger Jahre vom jazzigen Krautrock zu einer Weltmusikband, die verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint. (Quelle: wikipedia)

Im Gegensatz zum gitarrenlastigen Debütalbum bietet das zweite Embryo-Album deutlich längere Tracks und kommt völlig ohne Gitarre aus. Die Musik ist wesentlich „jazzrockiger“ als auf dem Debütalbum, ist aber immer noch mit einer guten Prise „Underground“ gewürzt. Am auffälligsten ist die dominante, vielseitige und ungewöhnliche Keyboardarbeit. (Rudi Vogel)

In der Tat: An Embryo kommt man eigentlich nicht vorbei, wenn man sich mit deutscher Rock- und Jazz Geschichte interessiert. Und dass sie dann auch noch musikalische Weltenbummler geworden sind, macht die Sache umso spannender.

Von daher: Mehr davon demnächst hier in diesem Theater !

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Besetzung:
Roman Bunka (bass)
Christian Burchard (drums, leslie, vocals, piano)
Hansi Fischer (flute, percussion, vocals)
Edgar Hofmann (saxophone, violin, percussion)
+
Franz Böntgen (vocals)
Hermann Breuer (keyboards)
James „Tabarin Man“ Jackson (keyboards)
Geoff Goodman (guitar)
Dieter Serfas (gan gan)

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Titel:
01. Tausendfüßler (Fischer) 5.35
02.You Can’t Wait (Fischer/Buchard) 3.45
03. Evas Wolke (Buchard) 5.15
04. Revenge (Man) 6:49
05. Spain Yes, Franco Finished (Buchard) 11.11
06. Try To Be (Buchard) 2:15
07. Verwandlung (Buchard)  6.38
+
08. Tabarinman’s Return Pt. 1 5:52 (CD bonus track)
09. Tabarinman’s Return Pt. 2 6:02 (CD bonus track)

(Rec. live ´91- Bunks, Goodman, Sefas, Burchard, Jackson, Breuer)

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Christian

Christian Burchard (* 17. Mai 1946 in Hof, Bayern; † 17. Januar 2018)

 

Embryo – Embryo’s Rache (1971)

FrontCover1Embryo ist eine der bedeutendsten deutschen Jazzrock-Bands der 1970er Jahre und seit 1969 als Musikkollektiv aus München aktiv.

 

Die Band wurde 1969 von Christian Burchard, Edgar Hofmann und Lothar Meid gegründet, nachdem sich Burchard schon Mitte der 1950er im Alter von zehn Jahren mit Dieter Serfas in Hof getroffen hatte.

Meid verließ die Band nach kurzer Zeit. An seine Stelle kamen Ralph Fischer und weitere Musiker, wie der Gitarrist Al Jones.

Insgesamt haben seit 1969 über 400 Musiker beim Musikkollektiv Embryo gespielt,[1] darunter auch immer wieder Charlie Mariano, Mal Waldron und Marty Cook. Zu den langjährigen Mitgliedern zählen u. a. Roman Bunka (Gitarre, Oud), Uve Müllrich (Bass), Michael Wehmeyer (Keyboards), Lothar Stahl (Marimba, Drums) und Jens Pollheide (Bass, Flöte).

Embryo, die 1971 einen ersten Radiohit mit dem Lied Tausendfüßler hatten, entwickelten sich innerhalb weniger Jahre vom jazzigen Krautrock zu einer Weltmusikband, die verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint. Viele Embryo-Alben entstanden auf ausgedehnten Konzertreisen in andere Kontinente. Die Band ist dabei auch mit wichtigen Musikern der von ihnen bereisten Ländern wie Shoba Gurtu, T. A. S. Mani, R. A. Ramamani, Mahmoud Gania und Okay Temiz aufgetreten. Der Film Vagabunden Karawane von Werner Penzel (1980) berichtet über eine dieser Reisen, die von Deutschland bis nach Indien führte.

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Müllrich und Wehmeyer verließen 1980 die Gruppe, um die zunächst Embryo’s Dissidenten genannte Band Dissidenten zu formieren. Seit 1997 ist Burchards Tochter Marja (* 1988) als Multiinstrumentalistin Teil der Band.

Im Juli 2008 erhielt Embryo beim TFF Rudolstadt den Deutschen Weltmusikpreis Ruth 2008, verliehen für das Lebenswerk.

Im Sommer 2016 erlitt Burchard 70-jährig einen Schlaganfall und kann seitdem seine Musik nicht mehr selbst spielen. Seine Tochter Marja ersetzt ihn in der Band in den meisten Funktionen. (Quelle: wikipedia)

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Ausgesprochen unbeständig waren Embryo, was die Bandmitglieder anbelangt. Auf keiner der LPs der 70er Jahre ist dieselbe Besetzung zu hören. Musiker kamen und gingen und eine Vielzahl von ihnen war so kurz bei der Gruppe, dass ihr Spiel nie auf Platte verewigt wurde. Auch zwischen „Opal“ und der zweiten LP von Embryo hatte sich einiges verändert. Von der Urbesetzung waren nur noch Burchard und Hofmann übrig, denen sich der Organist James „Jimmy“ Jackson (der in den Credits allerdings als Gast mit dem Pseudonym Tabarin Man aufgeführt ist – offenbar aus irgendwelchen vertragsrechtlichen Gründen) und der Flötist Hansi Fischer (vorher bei Xhol Caravan) angeschlossen hatten. Dazu kamen als Gäste Franz Böntgen als Sänger und Herman Breuer am E-Piano. Der Gitarrist Roman Bunka (vormals bei Missus Beastly) ist zwar in den Credits der Original-LP als Bassist aufgeführt, doch ist er nachweislich auf „Embryos Rache“ nicht zu hören (die Bassarbeit wurde vielmehr von einem der beiden Keyboarder übernommen).

Die Beteiligung von zwei Keyboardern wirkte sich natürlich auf den Sound der Gruppe aus. Orgel, E-Piano und Mellotron bestimmen den Klang und über diesem Grundgerüst solieren E-Piano, Orgel, Sax und vor allem Flöte und Geige, begleitet von der vielseitigen Perkussion. Gesungen wird nur im souligen „I’cant wait“ im kurzen „Sittin‘ at the moon“ und am Anfang von „Espagna Si, Franco No“, was ist bei dem etwas schwachbrüstigen, wackeligen Organ von Böntgen eigentlich auch ganz gut ist.

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Einen packenden Jazz-Krautrock gibt es auf „Embryos Rache“ zu hören, freie, treibende Jams. Rohe, aber sehr intensive Musik im Grenzbereich von Jazz und Rock ist das, mit einer durchaus proggigen, symphonischen Komponente. Ein Mellotron kommt nämlich recht häufig zum Einsazt. In „Revenge“, „Espagna Si, Franco No“ und „Verwandlung“ erzeugt es mit Klängen von Bläsern und tiefen Streichern leicht dissonate Schübe, kalt herausfahrende Klangflächen, fast schräges Hupen, was für eine sehr eigenartige, hypnotische Atmosphäre sorgt. Insbesondere „Verwandlung“ könnte man beinahe als eine Mellotronorgie bezeichnen, dröhnen dort doch die Klänge dieses Istruments im Hintergrund durcheinander und bilden eine auf- und abschwellende Soundwoge, auf der Piano, E-Piano, Flöte und Geige dahingleiten. Grandios!

Mit „Espagna Si, Franco No“ zeigt die Gruppe auch, recht zeittypisch, politisches Engagement. Mit dem Refrain „Revolution is the only way“ handelte sie sich sogar ein Auftrittsverbot in Spanien ein.

„Embryos Rache“ ist eine interessante und mitreissende frühe Krautrockproduktion, die für mich mit zum besten gehört, was der deutsche Prog in den beginnenden 70er Jahren hervorgebracht hat. (Achim Breiling)

Oder ganz einfach: Embry waren mit ihrer Weltmusik ihrer Zeit meilenweit voraus !

BackCover

Besetzung:
Franz Benton (vocals)
Hermann Breuer (keyboards, trombone)
Christian Burchard (drums, piano, vocals)
Hansi Fischer (flute, percussion, vocals)
Edgar Hofmann (saxophone, violin, percussion)
James „Tabarin Man“ Jackson* (keyboards, mellotron)
+
Roman Bunka (guitar bei 07. + 08.)
Geoff Goodman (guitar bei 07. + 08.),
Dieter Serfas (percussion bei 07. + 08.)

Booklet

Titel:
01 Tausendfüßler (Fischer) 5.36
02. Time (Burchard/Fischer) 8.57
02.1 You Can’t Wait
02.2. Eva’s Nuvola
03. Revenge (Tabarin Man) 6.49
04. Spain Yes, Franco Finished (Burchard) 11.11
05. Try To Be (Burchard) 2.15
06. Change (Burchard) 6.38
+
07. Tabarinman’s Return Pt. 1 (Burchard/Serfas/Goodman/Breuer/Jackson/Bunka) 5.52
08. Tabarinman’s Return Pt. 2 (Burchard/Serfas/Goodman/Breuer/Jackson/Bunka) 6.02

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