Deutschlandfunk – Schlager Derby Montag 27.06.1966 (1966)

FrontCover1Jetzt mal ein ganz besonderer Leckerbissen für Oldies-Fans … der Mitschnitt der Sendung „Schlager – Derby“ des Radiosenders „Deutschlandfunk“ vom 27.Juni 1966:

Das Schlagerderby war zwischen 1963 und 1978 eine legendäre Musiksendung im Deutschlandfunk, die in der damaligen Bundesrepublik Deutschland und der DDR gerne von jungen Leuten gehört wurde. Besonders ermöglichte die Sendung den Hörern in der DDR ungefiltert die aktuellen westdeutschen und internationalen Musikstücke zu empfangen. In großen Teilen der Bundesrepublik und besonders der DDR konnte der Deutschlandfunk allerdings nur über Mittelwelle und Langwelle gehört werden, was zu Einschränkungen bei der Tonqualität führte.

Über die Platzierung der zwanzig gespielten Titel entschieden die Hörer durch Einsendung einer Postkarte. Die DDR-Hörer konnten Kontakt zum Kölner Sender über westliche Privatadressen herstellen, so dass eine Abstimmung zur Platzierung der Titel auch für sie möglich war. Pro Sendung wurden fünf Musikstücke für die Neuplatzierung vorgestellt. Nach zehnmaliger Platzierung schied das entsprechende Musikstück aus. Die Sendung moderierte ab August 1965 Carl-Ludwig Wolff (Carlo W.). Die Erkennungsmusik Apollo Flight von der Boston Show Band erlangte Kultstatus. Der Sendetermin war anfangs montags (mit einer gekürzten Wiederholung im Aktuellen Plattenteller am Mittwoch um 18:15 Uhr), später mittwochs 20 Uhr (mit der Wiederholung am Donnerstag).

Autogrammkarte Carl-Ludwig Wolff

Autogrammkarte Carl-Ludwig Wolff

Und: Jahresbestplatzierte Interpreten waren Cliff Richard (1963–1964), Pierre Brice (1965–1966), Lords (1967), Roy Black (1968), Barry Ryan (1969/1972), Ricky Shayne (1970–1971), Sweet (1973/1975), Renate Kern (1974), Bay City Rollers (1976–1978). Internationale Top-Stars waren die Beatles, die Rolling Stones, die Beach Boys, die Bee Gees, Status Quo, Creedence Clearwater Revival, Alice Cooper, Simon & Garfunkel, Aretha Franklin und viele andere. (Quelle: wikipedia)

Die Hitparaden-Sendung, moderiert von Carl-Ludwig Wolff, genannt Carlo, hat von Montag, dem 23. August 1965-197? in West und Ost-Deutschland, und – auf Grund der Verbreitung via Mittelwelle auch in ganz Europa) Hörfunk-Geschichte geschrieben, wobei der Anteil der Zuschriften aus der „Ostzone“ (der Begriff „DDR“ war im Regierungssender DLF nicht erwünscht) gleich zu Anfang zwischen 2 bis 5% der Zuschriften ausmachte. Die Resonanz auf die ersten Sendungen war jedenfalls „eine Wucht!“, so das Zitat aus Carlos Buch „Das Derby – Sieg, Platz oder … Sturz?“ (Quelle: die mehr als empfehlenswerte Seite: intermediarte.de/dlf-schlagerderby)

Wer wissen will, wie es sich angehört hat … damals … als „Musk für die Jugend“ gesendet wurde … kann ja gar nicht anders, als sich hier mal zu bedienen. Da finden sich die Rolling Stones mit ihrem genialen „Get Off Of My Clouds“ neben Freddy Quinn mit seinem „Hunder Mann und ein Befehl“. Und auch die damals intensiv diskutierte Frage „wer ist besser: The Lords oder die Rattles“ wird bei dieser Sendung eindeutig entschieden: So nett „Poor Boy“ auch sein mag … „Las Vegas“ haut einfach tierisch rein … (*zwinker*)

Und weil ich ein begeisterter Radio-Hörer bin … kündige ich weitere Beiträge dieser Art an … denn der edle Spender  dieser Aufnahmen (der ungenannt bleiben will) hat weitere Leihgaben dieser Art angekündigt !

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So war das damals wohl … als wir entfesselt wurden …

Titel:

Schlager Derby Montag 27.06.1966: (1.21.36)

01. Intro: Kurt Edelhagen And His Orchestra – Trumpets
02. Pierre Brice – Wunderschön
03. The Beatles – We Can Work It Out
04. Roy Black – Ganz in weiß
05. Marika Kilius & Hans-Jürgen Bäumler: Wenn junge Leute bummeln …
06. Lords – Poor Boy
07. Rattles – Las Vegas
08. Beach Boys – Barbara Ann
09. Simon & Garfunkel – The Sound Of Silence
10. The Beatles – Girl
11. The German Blue Flames – Sha-La-La-La-Lee
12. Freddy Quinn – Hundert Mann und ein Befehl
13. The Rolling Stones – Get Out Off My Cloud
14. Conny Froboess – Ich geh durch den Regen
15. The Walker Brothers – The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore
16. The Beatles – Nowhere Man
17. Herve Vilard – Capri C’est Fini
18. Drafi Deutscher – Honey Bee
19. The Beatles – Day Tripper
20. Freddy Quinn – Abschied vom Meer
21. Rex Gildo – Nie hast du gefragt
22. Kurzdurchlauf
23. Outro: Kurt Edelhagen And His Orchestra – Trumpets

Voilá :

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Verschiedene Interpreten – Halbstark – Die wilden 50er und 60er (1991)

FrontCover1Da haben wir auf der einen Seite so einen „billigen“ Sampler, der 1991 erschienen ist und von dem Privatsender „Pro 7“ promoted wurde und dann haben wir auf der anderen Seite einen Sampler, der letztlich das musikalisch kollektive Gedächtnis einer ganzen Generation repräsentiert … einer Generation die mittlerweile in Rente ist (oder demnächst in Rente gehen wird … ) Und natürlich ist hier nur von der pre-Beat-Ära die Rede … denn als Liverpool musikalisch die Welt eroberte, erloschen viele dieser Schlagerstars …

Und dennoch: Es wird nicht nur mir so gehen: Viele Titel sind mehr als gut bekannt, viele Titel haben uns in der späten Kindheit/frühen Jugend begleitet und keine Frage: So etliche Songs enthielten erste Attacken auf jene bigotte Spießbürger-Welt, die es galt , aus den Angeln zu heben. „Schuld war nur der Bossa Nova“ war eine Provokation, „Halbstark“ war erst recht ein weitere Provokation. Und mit der deutschen Fassung von „Tobacco Road“ versuchten sich die Lords als sozialkritische Kapelle. Und auch „Wenn ich ein Junge wär“ von Rita Pavone war eine kaum verhohlene Attacke auf die damaligen Geschlechterrollen. Und der Gitte Song „Ich will einen Cowboy als Mann“ ist hier noch gar nicht enthalten..

Über dieses Album habe ich dann noch eine interessante Besprechung gefunden:

„Wilde“ deutschen Songs aus den Jahren 1958-65 — das ist natürlich ein Widerspruch in sich. Erst Mitte der 1960er begannen einige Beat-Bands wie die Boots, tatsächlich mal ein bisschen zu rocken und nicht nur weichgespülte Schlagersoße auszudünsten. Trotzdem muss man der Auswahl zugutehalten, dass zumindest versucht wurde, „fetzige“, „pfiffige“ Stücke auszuwählen, und es sind auch einige nette Songs vertreten (u.a. von den Yankees, Drafi Deutscher und Benny Quick). Allerdings ist auch viel dabei, was ich persönlich schwer ertrage, oftmals unsäglich eingedeutschte Coverversionen. Trotzdem — es gibt sicherlich wesentlich schlechtere Sampler dieser Richtung; wer noch Material zum Beschallen einer Kitsch-Kult-Schlager-Oldie-Party sucht, der wird hier fündig. (Die zweite Teil Halbstark, Folge 2: Teenagermelodien zum Shaken, Twisten und Knutschen ist genauso „gut“. (Herr „Dr. Kurt Euler“ Offler)

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So ganz kann ich dem wertem Dr. da nicht folgen. Natürlich gab es auch vor den Boots „wilde Songs“, denn das „Halbstarken-Milieu“ in Deutschland war definitiv vorhanden, und die bürgerliche Presse hatte immer wieder seine Gründe, sich darüber aufzuregen. Zu weiteren Vertiefung dieses Themas habe ich dieser Präsentation den lesenswerten Aufsatz der Historikerin Vanessa Erstmann „Halbstark! – Generationskonflikte in den 1950er Jahren in der Bundesrepublik“ (Quelle: aventinus nova Nr. 23 [04.08.2010] / Perspektivräume Jg. 1 (2010) Heft 1, S. 57-91) beigelegt.

Und mehr als einmal wanderten meine Gedanken zu der Frage, was aus all den Jugendlichen geworden ist, die damals ihre Münzen in die Musik-Box warfen, um ihre wilden aber auch sentimental-kitschigen Hits zu hören … Nun ja …, meinen Werdegang kenne ich ja *ggg*

Und um das Paket komplett zu machen, habe ich mir die „Mühe“ gemacht, alle Single-Hüllen der hier vertretenen 36 Lieder in eine eigene „Cover-Galerie“ zu packen.

SingleHüllen

Wie gesagt: Für die einen einfach eine nostalgische Schmunzeltour, für die anderen aber auch die Möglichkeit inne zu halten und über die Fragen „Wie wir wurden, was wir sind“ zu reflektieren. Für mich war bei der Beschäftigung mit diesem Sampler beides möglich. Und natürlich will ich darauf hinweisen, dass sich auf diesem Sampler auch so etliche Raritäten befinden wie z.B. „He, Little Blondie“ (von Steff und dahinter versteckt sich der spätere Liedermacher Stephan Sulke), „Wilhelm Tell Twist“ (von den rätselhaften Charly Cotton und seine Twist-Makers; dahinter versteckte sich Christian Bruhn, dem späteren Ehemann von Katja Ebstein) oder „Der Twist (The Twist)“ (von Oliver Twist & The Happy Twistler; über die weiß man eigentlich gar nichts …) … und … und … und …

BackCover1

Titel:

CD 1:
01. Die Yankees: Halbstark (Adamowsky,/Bartelt 2.15
02. Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht (Bruhn/Loose) 2.41
03. Benny Quick: Motorbiene (Laudis/Helmer) 2.36
04. Manuela: Schuld war nur der Bossa Nova (Weill/Mann/Buschor) 2.30
05. Rex Gildo: Speedy Gonzales (Kaye/Lee/Hill/Gerard)  2.37
06. The Swinging Blues Jeans: Tutti Frutti (deutsche Version) () 2.03
07. Ted Herold: Da Doo Ron Ron (Spector/Barry/Greenwich/Niessen/Alzner) 2.23
08. Connie Francis: Ich geb‘ ne Party heut‘ Nacht (Bush/Hunter/Vincent) 2.18
09. Ricky Shayne: Ich sprenge alle Ketten (Moroder/Holm)  2.13
10. Teddy Parker: Nachtexpress nach St. Tropez (Mayer/Niessen) 2.27
11. Rita Pavone: Wenn ich ein Junge wär (Buchholz/Loose) 2.14
12. Charly Cotton und seine Twist-Makers: Wilhelm Tell Twist (Weinzierl/Rieden) 1.56
13. Jan & Kjeld: Hello, Mary Lou (Pitney/Blecher) 2.14
14.  Rita Pavone & Paul Anka: Kiddy, Kiddy Kiss Me (Munro/Arnie) 2.42
15.  Conny Froboes: Diana (Anka/Strtöm) 2.15
16.  Detlef Engel:  Mr. Blue (Nicolas/Blackwell) 2.23
17.  Oliver Twist & The Happy Twistler:  Der Twist (The Twist) (Ballard/Helmer) 2.42
18.  The Lords: Tobacco Road (Loudermilk/Moesser) 2.11

CD 2:
01. Drafi Deutscher: Shake Hands (Relin/Gaze) 2.15
02. Manuela: Ich geh‘ noch zur Schule (Traditional/Bruhn/Loose) 2.29
03. Benny Quick: Twist um Mitternacht mit Susi (Hertha/Götz/Hellmer) 2.21
04. Rex Gildo: Liebe kälter als Eis (Devil In Disguise) (Kaye/Giant/BaumBuchenkamp) 2.18
05. Connie Francis: Schöner fremder Mann (Nicolas/Gordon/Hosey) 2.41
06. Five Tops: Rag Doll (Bader/Crewe/Gaudio) 2.52
07. Steff:  He, Little Blondie (Little Honda) (Wilson/Nicolas/Love) 2.12
08. Helen Shapiro: Frag‘ mich nicht warum (Tell Me What He Said) (Barry/Siegel) 2.48
09. Peter Kraus: Sugar Baby (Scharfenberger/Busch/v.Pinelli) 2.30
10. Tommy Kent: Susie Darlin‘ (Luke/Moesser) 2.34
11. James Brothers: Wenn (When) (Evany/Reardon/May/Blecher) 2.20
12. Lil Malmkwist: Bobby’s Girl (Klein/Hofman/Felming) 2.21
13. Ted Herold: Moonlight (Scharfenberger/Busch) 2.42
14. Oliver Twist & The Happy Twistler: Steiler Zahn (Crier/Schwabach) 2.43
15. Hans Blum: Charly Brown (Blecker/Leiber/Stoller) 2.26
16. Swinging Blue Jeans: Good Golly Miss Molly (Deutsche Version) (Marascalgo/Martinez/Blackwell/Retter) 2.04
17. Conny Froboess: I Love You Baby (Anka/Siegel) 2.10
18. Johnny Hallyday + The Rattles: Das alte Haus in New Orleans (House Of The Rising Sun) (Traditional/Price/Hellmer) 3.58

Horst Buchholz in dem Film "Die Halbstarken" (1956)

Horst Buchholz in dem Film „Die Halbstarken“ (1956)

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Johnny Hallyday & The Rattles – Lass die Leute doch reden + It’s Monkeytime (1965)

FrontCover1Es war meine Frau, die es mir zurief: „Johnny Hallyday ist tot … “ … und schlagartig fiel mir diese ganz spezielle Single ein … :

Johnny Hallyday (* 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Smet in Paris; † 6. Dezember 2017 in Marnes-la-Coquette) war ein französischer Sänger, Songwriter und Schauspieler.

Er wurde als Sohn eines belgischen Schauspielers, Sängers und Tänzers in Paris geboren, den die Mutter verließ, als er acht Monate alt war. Er wuchs bei deren Schwester auf, die mit ihren Töchtern und dem knapp Einjährigen ab 1944 auf Tanztournee ging.[3] Seine Tante heiratete den US-amerikanischen Tänzer Lee Hallyday, dessen Namen er später als Künstlernamen annahm. In den 1960er-Jahren wurde Hallyday mit in französischer Sprache gesungener Rockmusik bekannt. Er wurde vom Music-Scout Jacques Wolfsohn entdeckt und von der Plattenfirma Disques Vogue unter Vertrag genommen.

Hallyday veröffentlichte am 14. März 1960 bei Disques Vogue seine erste Single T’aimer follement. Es folgten noch im selben Jahr Itsy bitsy, petit bikini, die französische Coverversion von Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini, im November 1960 erschien Le P’tit clown de ton coeur. 1961 wechselte er zu Philips, das ihm größere finanzielle Möglichkeiten bot, und blieb dort (über die Nachfolgefirma Universal) bis 2006 unter Vertrag. Danach veröffentlichte er bei Warner und verfügte über mehr Rechte an seinen Titeln.

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Er verstand es von Anfang an, das nordamerikanische Lebensgefühl musikalisch in das Romanische zu übertragen. Er spielte den Vorzeigejungen am Strand der Côte d’Azur, der ein Mädchen sucht (Je cherche une fille) ebenso perfekt wie einen Straßenjungen, der seine Macho-Haltung ins Sanfte wandeln konnte, und galt lange als „Chamäleon des Popmusikgeschäfts“.

Hallyday unternahm außerdem einige Versuche, den deutschen Plattenmarkt zu erobern (u. a. mit Ja, der Elefant von 1962, Mein Leben fängt erst richtig an von 1964, Lass’ die Leute doch reden von 1966, und Das alte Haus in New Orleans von 1967 (zusammen mit Achim Reichel und den Rattles). Seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland im Rahmen seiner Studiosession Ja, der Elefant in der Hamburger Musikhalle sah die Bild-Zeitung mit einer „gewissen Katastrophengeilheit“ (Der Spiegel) entgegen: „Was kommt da auf uns zu?“ Das ist nur zu verstehen, wenn man Hallydays Karriere auch als eine (französisch) politische begreift. Schon bei dem ersten Konzert ging das Inventar der Auftrittshalle zu Bruch. (Quelle: wikipedia)

Na ja … und dann der Johnny Hallyday als Lebemann:

Am 12. April 1965 heiratete Hallyday die Sängerin Sylvie Vartan, mit der er einen Sohn hat, der inzwischen selbst das Pseudonym des Vaters wählte und als David Hallyday ebenfalls als Sänger bekannt wurde. Am 4. November 1980 wurde die Ehe geschieden. Ein Jahr später heiratete er das Mannequin Babeth Etienne. Die am 1. Dezember 1981 geschlossene Ehe hielt jedoch nur zwei Monate und zwei Tage. Ab 1982 lebte er mit der französischen Schauspielerin Nathalie Baye zusammen. 1983 kam die gemeinsame Tochter Laura Smet zur Welt. Das Paar trennte sich 1986.

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Johnny Hallyday und Sylvie Vartan

Von 1990 bis 1992 war er mit der Schauspielerin Adeline Blondieau verheiratet. 1994 heirateten sie nochmals, diese Ehe hielt weniger als ein Jahr. Seit 1996 war er mit der 1975 geborenen Laeticia Boudou verheiratet; 2004 und 2008 adoptierte das Ehepaar zwei vietnamesische Mädchen.

Und dann diese Hiobsbotschaft: Im März 2017 teilte Hallyday mit, dass er an Lungenkrebs leide. Im Dezember desselben Jahres erlag er im Alter von 74 Jahren den Folgen dieser Krankheit.

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Das gefiel ihm wohl: Johnny Hallyday mit Sylvie Vartan und Françoise Hardy (1967)

Na ja, und dann diese Single … die A-Seite: „Lass die Leute doch reden“ … und ich stand im Wohnzimmer des elterlichen Hauses als 10jährigr Stepke und traute meinen Ohren nicht … erstmalig verstand ich so richtig, die Botschaft von eigentlichen vielen Beatsongs jener Zeit „Lass die Leute doch reden“ … und das in einem Haus, das größten Wert auf Anpassung hinsichtlich gesellschaftlicher Werte und Normen legte … das größten Wert darauf legte, dass die bürgerliche Fassade aufrecht erhalten bleibt … und die Haare meines älteren Bruders wurden immer länger …. lass die Leute doch reden …

Und ja dieser gegröllte Beatklassiker (ursprünglich von Del Shannon unter dem Titel „Keep Searchin´“eingespielt)  brannte sich so in mir ein, dass dieses Motto noch heut´ in mir mitschwingt …

Die B-Seite war dann eine alte Carl Perkins Nummer, die eigentlich „Monkeyshine“ (1964) hieß … auch nicht schlecht, aber … es war die A-Seite … die sich in meine Seele einbrannte …

Von daher: vielen Dank Johnny Hallyday und natürlich auch: vielen Dank den Rattles …

Info

Besetzung:
Johnny Hallyday (vocals)
+
Herbert Hildebrandt (bass)
Hans Joachim „Hajo“ Kreutzfeld (guitar)
Achim Reichel (guitar)
Reinhard „Dicky“ Tarrach (drums)
+
wer verdammt nochmal spielte bei beiden Songs diese geile Orgel ? War es gar dieser komische Paul Nero ?

BackCover

Titel:
01. Lass die Leute doch reden (Keep Searchin´) (Shannon/Loose) 2.05
02. It’s Monkeytime (Monkeyshine) (Perkins/Hee) 2.52

LabelA1

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Achim Reichel – 100% Leben – Das Jubiläumskonzert (2004)

AchimReichelFrontCoverAchim Reichel ist wie kaum ein anderer das Synonym für Rockmusik aus deutschen Landen und das seit ca. 1962. Wie allgemein bekannt war er der Frontman der Rattles, bevor er sich dann nach ein paar Jahren der Experiemente (Wonderland & Co.) auf deutschsprachige Rockmusik konzentrierte und dabei insbesondere auch die Volkslieder des hohen Nordens als Inspiration nutze, denn …

… Der Deutsch Rock ist die Volksmusik des Nordens. Die Melancholie des Kiez spielt fernwehbelastet den „St. Pauli Blues“, während die Leder-bejackten Seebären in der verrauchten Kneipe einsam am Tresen „Steaks, Bier und Zigaretten“ ordern. Die bärbeißigen Typen flüchten sich in Karten- und Glücksspiele. „Spieler, Spieler, Spieler komm rüber“ flüstern die Automaten und Skatrunden.

Wer nicht aufpasst, landet bei Wurstbrötchen essenden Großstadtrevierpolizisten wie Jan Fedder – wenn er Glück hat. Den Gesetzeshütern der Davidswache kann er dann seinen Seemannsgarn und Sagen vertellen, denn große Geschichtenerzähler sind sie alle, diese Deutsch Rocker.

Da kommen „fliegende Pferde übers Meer“, in dem die „Meerweiber“ und „Klabautermänner“ hausen. „Regenballaden“ ziehen durch den Raum wie Nebelschwaden. Das Leben ist hart an der Küste und auf dem Meer, wenn sich Steuermann „Nis Randers“ „Höllentänze“ auf meterhohen Wellen liefert.

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Kein Wunder also, dass den Deutsch Rock eine musikalische Seelenverwandtschaft mit dem ebenfalls rauhbeinigen, meergeprägten Irish- und Scotish Folk verbindet. Neben den üblichen Leichtmatrosen Gitarre und Piano schunkeln vor allem Geige, Akkordeon und Mundharmonika und zeigen in Shantys und Traditionals natürliche, naturverbundene Spielfreude.

Ein weiterer Schwerpunkt im nordischen Volksrock liegt auf der Vertonung von Gedichtgut. Goethes „Erlkönig“, Heines „Die Ballade Von der Loreley“ und Ringlnatz‘ „Lied von der Hochseekuh“ entfalten mit der deutsch-folkrockigen Hafenvariante eine ganz neue Bedeutung.

AchimReichelLiveDas zweite, große Thema für Deutsch Rocker ist natürlich die Liebe. „Liebe kommt von unten“ sang schon Genre-Gott Rio Reiser. Oder von oben. „Auf der Rolltreppe“. Meistens scheitert die „für immer“ gedachte Zweisamkeit „immer und immer wieder“. Trotzdem gehen die tätowierten Kerle oft und gerne „heute Nacht vor Anker“ beim anderen Geschlecht.

Achim Reichel, einer dieser Ankerjungs, feierte am 24. und 25. August 2003 in der Hamburger Fischauktionshalle stilecht sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Unterstützt von seetauglichen Gästen wie Jan Fedder, Lotto King Karl, Klaus Lage oder Heinz-Rudolf Kunze war der 60-jährige Liedermacher „Hart am Ball“ des Deutsch Rocks, der Volksmusik des Nordens. (Stefan Johannesberg)

Mit anderen Worten: Ein Galakonzert der ganz besonderen Klasse !

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Besetzung:
Steve Baker (harmonica)
Andreas Böther (saxophone, flute)
Pablo Escayola (percussion)
Uew Granitza (trombone, tuba)
Martin Langer (drums)
Michael Leuscher (trumpet, fluegelhorn)
Achim Rafain (bass)
Achim Reichel (vocals, guitar)
Peter Sage (violin, mandoline, guitar)
Berry Sarluis (keyboards, accordeon)
Frank Wolf (hurdy-gurdy, mandoline, ukule, bouzouki, slide-guitar, guitar, flute, whistle)
+
Gottfried Böttcher (piano bei CD 1 – 03.)
Jan Fedder (vocals bei CD 1 – 03. + CD 2 – 14.)
Lotto King Karl (vocals bei CD 2 – 14.)
Piet Klocke (vocals bei CD 2 – 14.)
Heinz Rudolf Kunze (vocals bei CD 2 – 14.)
Klaus Lage (vocals bei CD 2 – 14.)
Boris Matchin (violoncello)
Thomas Oepen (viola)
Stefan Pintev (violin)
Rodrigo Reichel (violin)
Inga Rumpf (vocals bei CD 2 – 14.)
Stoppok (banjo bei CD 2 – 05.)
Joja Wendt (piano bei CD 2 – 14.)
Pe Werner (vocals bei CD 2 – 14.)
+
S.O.U.L (50 voices) (background vocals) conducted by Detlef Bösche
+
The Rattles (CD 2 – 01. – 03.):
Herbert Hildebrandt (bass, vocals)
Haja Kreutzfeld (guitar)
Dicky Tarrach (drums)

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Titel:

CD 1 (Akustischer Teil):
01. Pest an Bord (Traditional/Reichel) 3.07
02. Nis Randers (Reichel/Ernst) 3.43
03. Das Lied von der Hochseekuh (Reichel/Ringelnatz) 3.02
04. Der Lindenbaum (Reichel/Müller) 2.00
05. Das Sklavenschiff (Reichel/Heine) 4.06
06. Die Ballade von der Loreley (Reichel/Heine) 4.01
07. Exxon Yaldez (Reichel) 4.49
08. Das Meerweib (Reichel/Heyse) 4.30
09. Regenballade (Reichel/Seidel) 7.53
10. Der Erlkönig (Reichel/Goethe) 4.47
11. Der Spieler (Reichel/Fauser) 5.26
12. Fliegende Pferde (Reichel) 5.58
13. La-Pa-Lo-Ma (Reichel) 6.26
14. Für immer und immer wieder (Reichel)
15. Leben Leben (bonus track – studio version) 4.15

CD 2: Elektrischer Teil:
01. Lalala (Paul) 2.52
02. Mashed Potatoes (Rozier) 1.43
03. Come On And Sing (Reichel) 3.32
04. Moscow (Reichel/Dostal) 3.50
05. Dat Shanty Medley (Reichel) 9.41
06. Der Klabautermann (Reichel) 4.20
07. St. Pauli Blues (Reichel/Peters-Steil) 4.46
08. Kreuzworträtsel (Reichel) 4.46
09. Der wilde Wassermann (Traditional/Reichel) 3.32
10. Herr von Ribeck (Achim Reichel/Fontane) 2.52
11. Kuddel Daddel Du (Reichel) 4.44
12. Steaks und Bier und Zigaretten (Reichel/Stingl) 4.15
13. Aloha Heja He (Reichel) 5.33
14. Hart am Ball (Reichel/Fauser) 7.41
15. Auf der Rolltreppe (Reichel) 4.43
16. Leben Leben (Reichel) 4.37

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The Rattles – Hurra die Rattles kommen (1966)

FrontCover1Wenn wir schon beim Starclub in Hamburg sind, dann führt natürlich kein Weg an den Rattles vorbei … Ich frag mich eh, warum es solange gedauert hat, warum ich die mal die Rattles präsentiere … sie waren schlicht und ergreifend das Urgestein der westdeutschen Beatmusik !

Na ja … jedenfalls spendierte ihr Constantin Film – als sie auf dem Zentit ihres Erfolges waren – einen eigenen Film nach dem Motto „Was die Beatles können, können die Rattles schon lange“:

Hurra, die Rattles kommen ist ein deutscher Musikfilm aus dem Jahre 1965 mit der Popmusik-Band The Rattles im Zentrum des Geschehens.

 

Im Mittelpunkt steht der Aufstieg der Hamburger Popband „The Rattles“, um deren ausgiebig präsentierten Musiknummern eine nicht allzu bedeutende Rahmenhandlung gestrickt wurde. Mit The Beatles hat die Hamburger Combo nicht nur die Musikrichtung gemeinsam, sondern auch den Karrierestart im Hamburger Star-Club. Aufgezeigt wird der mühevolle Beginn mit Auftritten in Hinterhof-Musikschuppen, erste Erfolge und so manche komische Begegnungen wie etwa die mit dem Musikmanager Pop Olsen und seiner trinkfesten Gattin aus Dänemark, Hip Olsen. Beiden älteren Herrschaften gelingt es auf unkonventionelle Weise die Karriere der vier Musikbegeisterten zu fördern, in dem sie die Combo in eine live ausgestrahlte Fernsehsendung einschmuggelt.

Filmplakat+Kurier

Schließlich erleben die „Rattles“ einen frühen Karrierehöhepunkt mit ihrem Auftritt in der „Beat-Show des Jahres“ in der Berliner Waldbühne. Dort geraten Tausende von Fans angesichts dieser ersten deutschen Beat-Band vollkommen außer Rand und Band…

Hurra, die Rattles kommen, wurde 1965 in Hamburg und Berlin gedreht und lief am 11. Februar 1966 an.

Der Streifen, ein Versuch mit den „Rattles“, etikettiert als „die deutschen Beatles“, von der Erfolgswelle der britischen Popband zu profitieren, wurde mit den Worten „Der erste deutsche Beat-Film!“ beworben. Unmittelbar zuvor war der zweite Beatles-Film Hi-Hi-Hilfe! auch in Deutschland mit großem Erfolg angelaufen.

Weiters treten auch die Britpop-Bands „The Liverbirds“ und „Casey Jones & the Governors“ auf.

„Ein unbeholfener, mit schalem Klamauk verschnittener Musikfilm, konzipiert als überlanger Werbetrailer für die damals äußerst populäre deutsche Beatgruppe „The Rattles“.“ (Lexikon des Internationalen Films) (Quelle: wikipedia)

Und natürlich gab es dann auch eine entsprechende LP und um es gleich mal vorweg zu nehmen … Der wirklich große Wurf sind diese Aufnahmen nicht.

Auf Seite 1 hören wir Eigenkompositionen (vornehmlich von Achim Reichel) und das packende Beat-Niveau seines „Come On And Sing“ errreichen all die anderen Nummern nicht.

Rattles
Auf Seite 2 dann Coverversionen … bei denen natürlich das unverwüstliche „Little Queeny“ von Chuck Berry heraussticht. Aber auch ansonsten eher musikalisches Mittelmaß … macht aber auch nix …

Denn hier hören wir jene Band, die bei mir ganz klar damals die Nummer 1 war … weit abgeschlagen dann die „Lords“ …

Aber auch von denen wird hier demnächst die Rede sein … ich will ja nicht so sein.

Rattles2
Besetzung:
Herbert Hildebrandt (bass, vocals)
Achim Reichel (guitar, vocals)
Hermann „Gugy“ Rugelstein (guitar, vocals)
Reinhard „Dicky“ Tarrach (drums)

BackCover1
Titel:
01. Come On And Sing (Reichel) 2.14
02. It’s My Fault (Reichel) 2.09
03. A Lonely Man (Reichel) 2.07
04. No, No (Hildebrandt) 2.50
05. She Is The One (Reichel) 2.33
06. I’m Coming Home (Reichel/Hildebrandt) 2.18
07. Dance (‚Reichel) 2.34
08. Que Sera (Livingston/Evans) 2.38
09. Hold Me (Little/Oppenheimer/Schuster) 2.51
10. Swinging‘ On A Star (v.Heusen/Burke) 2.38
11. Dr. Casey (Loudermilk) 2.48
12. If You Don’t Come Back (Leiber/Stoller) 2.23
13. Little Queeny (Berry) 3.13
14. Rockin Pneumonia (Smith/Vincent) 1.19

LabelA

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GehtAuchGünstiger

Geht auch günstiger …