Amiga Studio Orchester – Die goldene Gitarre – Welt-Hits im Gitarren-Sound (1980)

FrontCover1Von der Unterhaltungsmusik West zur Unterhaltungsmusik Ost … nur ein paar Jahre später:

Das Amiga Studio Orchester war ja bei vielen Aufnahmen von DDR-Künstlern beteiligt, natürlich vorrangig von DDR-Künstlern die sich eher der leichten Muse verschrieben haben.

Darüber hinaus haben sie auch immer wieder eigene Langspielplatten veröffentlicht. Die vermutlich erste von ihnen stammt aus dem Jahr 1969 („Stereo Par Excellence (Tausend Takte Tanzmusik)“), die letzte entstand dann im „Schicksalsjahr“ 1989 (“ Je T’Aime – Traummelodien 2″).

Und diese hier stammt aus dem Jahre 1980 und trägt den etwas irreführenden Titel „Die goldene Gitarre“. Wer nun mein, die Gitarre sein als Hauptinstrument durchgehen präsent, der irrt. Mehr als einmal ist z.B. bestreitet eine Panflöte den Charakter einer Kompositon. Und natürlich ist bei „A Whiter Shade Of Pale“ die Orgel das dominierende Instrument. Und auch Trompeten erklingen desöfteren sehr laut und deutlich.

Egal, das Amiga Studio Orchester erledigt seine Arbeit auf bravoröse Art; natürlich ist die Aussage so zu verstehen, dass wir es hier natürlich mitlupenreiner Unterhaltungsmusik („Easy Listening“) zu haben.

Und irgendwie finde ich es schade, dass die Geschichte dieses Orchester noch scheinbar relative unerforscht geblieben ist. Das sollte so eigentlich nicht bleiben.

ArndtBause

Dirigent Arndt Bause (1936 – 2003)

Besetzung:
Amiga Studio Orchester unter der Leitung von Arndt Bause

+
City-Singers (background vocals)
+
Hardy Fritsch (guitar)

BackCover1

Titel:
01. Popcorn (Kingsley) 3.10
02. El Condor Pasa (Robles) 3.15
03. Moon River (Mancini) 2.42
04. Wheels (Petty) 2.30
05. A Whiter Shade Of Pale (Brooker/Bach) 3.15
06. Greensleeves (Traditional) 2.55
07. Tico-Tico (Abreu) 2.12
08. Elisabeth-Serenade (Binge) 2.56
09. Dolannes Melodie (Touissant/de Seneville) 3.12
10. Le Rêve (Traditional) 3.22
11. A Banda (de Hollanda) 2.35
12. Blue Spanish Eyes (Kaempfert) 2.53
13. Vaya Con Dios (Russell) 2.35
14. La Cucaracha (Traditional) 2.35

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Lotti Huber – Affengeil ! (1980)

FrontCover1Da singt eine Jüdin, die zwei KZ`s überstanden hat „Affengeil ist das Leben … „!:

Lotti Huber, geborene Lotti Dora Goldmann (* 16. Oktober 1912 in Kiel; † 31. Mai 1998 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und avantgardistische Künstlerin.

Lotti Goldmann wurde 1912 als Tochter großbürgerlicher jüdischer Eltern in Kiel geboren. Sie wuchs mit zwei Brüdern auf. Walter war zwei Jahre älter und Kurt, der sich später Ruwen Golan nannte, drei Jahre jünger. Früh interessierte sie sich für Tanz und Theater und nahm entsprechenden Unterricht. Mit ihrer Jugendliebe Hillert Lueken, dem Sohn des ehemaligen Kieler Oberbürgermeisters Emil Lueken, ging sie nach Berlin und lebte dort mit ihm zusammen. Da Lotti Jüdin war, wurde Hillert Lueken 1937 von den Nationalsozialisten wegen „Rassenschande“ verhaftet und ermordet. Sie selbst wurde in das KZ Moringen und nach dessen Auflösung ins KZ Lichtenburg deportiert. Durch das Engagement ihres Bruders Kurt wurde sie 1938 von einer US-amerikanischen Organisation freigekauft. Sie ging über die Schweiz und Italien nach Haifa in Palästina ins Exil.

LottiHuber01ASie studierte Tanz und Pantomime und zog mit ihrem ersten Mann Alec Kingaby, einem britischen Offizier, durch den Nahen Osten. Sie arbeitete in Nachtclubs und Varietés als Tänzerin. Beide ließen sich auf Zypern nieder und eröffneten in Nikosia ein Hotel. Nach der Scheidung zog Lotti nach Kyrenia, eine Hafenstadt im Norden Zyperns, und betrieb ein eigenes Restaurant „The Octopus“. Dort lernte sie ihren zweiten Mann Norman Huber (1910–1971) kennen, ebenfalls ein britischer Offizier, mit dem sie 1960 nach London ging.

1965 wurde ihr Mann in die Bundesrepublik Deutschland versetzt, und Lotti Huber kehrte mit ihm zurück. Das Ehepaar ließ sich in Berlin nieder. Nach dem Tod ihres Mannes musste sich Huber mit Gelegenheitsjobs durchschlagen. So übersetzte sie Liebesromane aus dem Englischen, eröffnete in ihrer Wohnung eine Benimmschule, verkaufte in Warenhäusern Kräuterlikör und arbeitete als Filmstatistin.

Mit dem semidokumentarischen Film Affengeil. Eine Reise durch Lottis Leben unter der Regie von Rosa von Praunheim wurde sie 1990 einem größeren Publikum bekannt. Bei Praunheims Film Anita – Tänze des Lasters von 1988 über die Nackttänzerin Anita Berber war sie am Drehbuch beteiligt und übernahm eine der Hauptrollen. Durch die Filme Praunheims bekannt geworden, trat Huber bis zu ihrem Tod mit Soloprogrammen auf, die biografische Erzählungen, Tanz, Kabarett und Chanson miteinander verbanden. Daneben hatte sie bis zu ihrem Tod einige Jahre einen regelmäßigen Auftritt in der Sendung Holgers Waschsalon im Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks. Sie galt als Star des Berliner Underground und hatte eine große Fangemeinde vor allem in der schwul-lesbischen Szene. In den letzten Jahren bis zu ihrem Tod arbeitete sie mit Thom Nowotny als musikalischem Begleiter zusammen. Mit ihm hatte sie auch eine gemeinsame Fernsehsendung im Berliner Stadtfernsehen TV-Berlin.

Lotti Huber ist auf dem Jüdischen Friedhof Heerstraße in Berlin neben ihrem Mann Norman Edwin Huber beigesetzt. (Quelle: wikiüeda)

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Auch wenn diese LP eine Eintagsfliege blieb, ist sie doch ein mehr als bemerkenswertes Dokument eines Lebens, das wohl nicht viel wagemutiger und tragischer hätte verlaufen können.

Bemerkenswert auch, dass sie es sich nicht nehmen ließ, ausschließlich eigene Texte vertonen zu lassen und diese Texte sind wirklich prägnant und mehr als einmal deftig-provozierend … als Dame präsentiert sich Lotti Huber hier nicht … als Lebedame dann sehr wohl.

Und das „Traumton Salon Orchester“ zelebriert jenen Sound der 20er – 30er Jahre Saloon-Musik, das es eine wahre Freude ist … Hinhören !

Mit Rosa von Praunheim (1980)

Besetzung:
Lotti Huber (vocals)
+
Traumton Salon Orchester:
Andreas Loos (violin)
Michael Loos (cello)
Steffi Marcus (bass)
Thomas Marquardt (violin)
Michael Rodach (guitar)
Burkard Schäffer (drums)
Andreas Weiser (drums)
+
Isolde Read (piano bei 12.)

BackCover1

Titel:
01. Affengeil (Marquardt/Huber) 2.50
02. Was ist Liebe (Marquardt/Huber) 3.42
03. Nach dreissig Jahren (Beethoven/Huber) 2.55
04. Elsa (Marquardt/Huber) 2.53
05. Nein, ich glaube nicht, dass ich das kann (Marquardt/Huber) 3.11
06. Die Giftnudel (Strauss/Huber) 3.30
07. Berlin, Berlin (Marquardt/Huber) 4.09
08. Damals (Marquardt/Huber) 2.30
09. Eine Frau denkt nach (Marquardt/Huber) 1.47
10. Fehltritt in den Dünen (Liszt/Huber) 4.14
11. Bekenntnis zur Lust (Marquardt/Huber) 2.17
12. Hanne (Marquardt/Huber) 1.36
13. Die ganze Welt (Marquardt/Huber) 3.26
14. Affengeil (Instrumental) (Marquardt) 2.06

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Todesmeldung

Spider Murphy Gang – Rock ´n´ Roll Schuah (1980)

FrontCover1Jetzt endlich komme ich mal dazu, meine Leib-und Magen Band, die Spider Murphy Gang entsprechend zu würdigen. Als Münchner Kindl habe ichsie  schon erlebt, als sie noch völlig unbekannt in kleinen Clubs spielten und so sind sie mir ans Herz gewachsen und ja, so etliche ihrer Texte haben auch viel mit mir zu tun und so begleiten mich die Spiders seit nunmehr als 40 Jahren … das nenn´ich dann auch ne Form von Liebe.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach:

Die Spider Murphy Gang ist eine Band aus München, deren größter Hit 1981 im Zuge der Neuen Deutschen Welle der Titel Skandal im Sperrbezirk war.

Die Band ist jedoch keine typische NDW-Band, sondern prägte überwiegend durch Rock-’n’-Roll-Musik mit Texten in bayerischer Mundart eine eigenständige Stilrichtung und tritt bis heute als Live-Band auf.

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Vermutlich das erste Band-Foto mit Günther Sigl

Der gelernte Bankkaufmann Günther Sigl (* 8. Februar 1947) kündigte 1971 seine Anstellung, um fortan als Musiker seinen Unterhalt zu verdienen. 1977 gründete Sigl zusammen mit dem gelernten Fernmeldehandwerker Barny Murphy (bürgerlich: Gerhard Gmell, * 2. März 1954), dem Physikstudenten Michael Busse (* 26. Dezember 1956) und dem Schlagzeuger Franz Trojan (* 22. Januar 1957) die Spider Murphy Gang, die nach dem fiktiven Gangster Spider Murphy aus Elvis Presleys Lied Jailhouse Rock benannt wurde („…Spider Murphy played the tenor saxophone, Little Joe was blowin‘ on the slide trombone. The drummer boy from Illinois went crash, boom, bang, the whole rhythm section was the Purple Gang…“).

Zunächst spielte die Band bekannte Rock-’n’-Roll-Stücke mit englischen Texten nach. Nach einigen erfolgreichen Auftritten wie beispielsweise in dem Schwabinger Musikclub Memoland wurde der Radiomoderator Georg Kostya vom Bayerischen Rundfunk auf die Gruppe aufmerksam. Dieser engagierte die Spider Murphy Gang für die von ihm moderierte Sendung Rockhaus, für die die Band auch die Titelmusik einspielte. Schnell wurden sie zur „Hausband“ des Bayerischen Rundfunks und hatten dadurch nun die Möglichkeit, sich zunächst als Coverband und später mit eigenen Liedern regelmäßig vor einem größeren Publikum zu präsentieren.

Moderator Kostya empfahl mehrfach, die bis dato vorherrschenden englischen Texte durch bairische zu ersetzen, so dass die Bandmitglieder unter Federführung von Sigl schließlich mehrere Lieder in dieser Stilrichtung komponierten. Die Lieder waren ihren

Georg Kostya

Georg Kostya

englischen Vorbildern allerdings nicht einfach nachempfunden, sondern hatten jedes für sich eine musikalische Originalität und somit einen großen Wiedererkennungswert.

In dieser Zeit sind auch viele Stücke aus ihrer kommerziell erfolgreichsten Zeit entstanden. So kommentierte die Band später: „Die Stücke waren schon alle vor dem Erfolg fertig – wir wussten, dass es Hits waren.“

1980 erschien die erste „eigene“ LP Rock ’n’ Roll Schuah. Mit volksnahen, häufig auch regionalen Themen in den Texten, die oft von notorischen Pechvögeln und Verlierern handelten, gelang der Gruppe schnell der Durchbruch im Münchner Raum.

Bereits ein Jahr später wurden sie mit ihrem Hit Skandal im Sperrbezirk im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Das Lied, das den ersten Platz der deutschen Charts erreichte, ist auf ihrer zweiten LP Dolce Vita enthalten. Es folgten weitere erfolgreiche Singles wie Schickeria, Wo bist Du? und Ich schau dich an (Peep, Peep), ihre dritte LP Tutti Frutti sowie eine mehrwöchige Tour durch ganz Deutschland. Dadurch wurde 1982 schließlich das – auch kommerziell – erfolgreichste Jahr für die Spider Murphy Gang.

Bravo (1981)

Bravo, 1981

Die Spider Murphy Gang gab es in einer Japan-Ausgabe, der „Skandal-Hit“ wurde in einer spanischen Cover-Version veröffentlicht und die Single Peep, Peep wurde auf einem Sampler in Brasilien veröffentlicht, von dem über 400.000 Stück verkauft wurden.

1983 ging die Spider Murphy Gang als erste westdeutsche Band auf eine Tournee in die DDR. In Erinnerung an diese außergewöhnliche Tour veröffentlichte die Band das Lied Mädchen drüben, das vom damaligen Schlagzeuger der Band Franz Trojan gesungen wurde. Im gleichen Jahr wurde außerdem der Spielfilm Die Spider Murphy Gang gedreht, der in humorvoller Art ein Stück der bis dahin erlebten Bandgeschichte widerspiegelt.

Zu dieser Zeit hatte sich die Spider Murphy Gang den Ruf einer exzellenten Liveband erspielt und spielte auch auf verschiedenen Rockevents mit Konzerten vor mehr als 100.000 Zuschauern.

Parallel mit dem Abschwung der Neuen Deutschen Welle wurde es zunächst auch um die Spider Murphy Gang deutlich ruhiger. Zwar schrieben sie weiter neue Lieder und gingen auch noch mehrfach auf Tournee, doch bei den Platten- und CD-Verkäufen konnte man nicht mehr an ihre früheren großen Erfolge anknüpfen. Schließlich verließen Busse (1986/87) und Trojan (1992) die Band und mussten durch neue Musiker ersetzt werden.

PosterAnlässlich ihres 25-jährigen Band-Jubiläums im Herbst 2002 spielte die Spider Murphy Gang fünf Abende hintereinander im ausverkauften Circus Krone-Bau. Am 15. April 2004 spielte sie als erste Band im Maximilianeum. In den letzten Jahren gab die Spider Murphy Gang zahlreiche Konzerte und Unplugged-Konzerte wie z. B. im Münchner Prinzregententheater, trat bei großen Festen auf und war in einigen Fernsehsendungen zu sehen, die vor allem die Achtziger Jahre und die Neue Deutsche Welle zum Thema hatten. Im Jahr 2005 traten sie in Willy Astors Jubiläumsshow 20 Jahre Willy Astor auf. Ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte die Band 2007, wieder gemeinsam mit prominenten Musiker-Freunden im mehrfach ausverkauften Circus Krone-Bau. Dieses Konzert wurde vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und 2008 als DVD veröffentlicht.

Im November 2007 wurde die Spider Murphy Gang erstmals neben anderen großen bekannten Namen wie den Beatles oder den Rolling Stones auf der Webseite von Chuck Berry offiziell als „Covered Berry“ benannt und als Vertreter von Chuck Berrys Art des Rock ’n’ Roll gewürdigt. Neben den Scorpions sind die Spider Murphys damit die einzigen dort gelisteten deutschen Interpreten.

Seit dem Beginn der Bundesliga-Saison 2010/2011 wird das Lied S Leben is wia Traum (1984) beim FC Bayern München als Torhymne verwendet.

Die Band spielt bis heute rund 80 bis 100 Konzerte pro Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum. Ihr 35-jähriges Bestehen feierte die Spider Murphy Gang mit einem Konzert vor ca. 38.000 Fans im Münchener Olympiastadion, die Musiker erhielten dabei aus den Händen von Oberbürgermeister Christian Ude die Auszeichnung München leuchtet.

Am 9. November 2012 erschien eine DVD eines Live-Auftritts der Band am 10. November 1984 in der Zeche in Bochum (WDR Rockpalast). Seinerzeit war die Band auf dem Höhepunkt ihres Erfolges und spielte eine Setliste mit Titeln aus ihren ersten vier Erfolgsalben.

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Den musikalischen Schwerpunkt der Spider Murphy Gang bildet bis heute der klassische Rock ’n’ Roll, insbesondere geprägt durch Gmells deutlich von Chuck Berry inspiriertes Gitarrenspiel. Neben diesen Einflüssen gewannen im Laufe ihrer Geschichte aber auch die Tanzmusik der 1950er- und 1960er-Jahre sowie einzelne volksmusikalische Elemente an Bedeutung.

Ein charakteristisches, immer wiederkehrendes Element bei den Texten bildet vor allem die humorvoll-kritische Auseinandersetzung mit den Themen Erotik und Sex und deren kommerzieller Präsenz in der heutigen Gesellschaft.

Außerdem hat die Spider Murphy Gang immer wieder auch regionale Skandale in ihren Liedern thematisiert, wie beispielsweise in Schickeria oder A nackerte Prinzessin.

Mit dem Lied Freizeit 81 vom Album Tutti Frutti griff die Band auch die damaligen politischen Ereignisse im Zusammenhang mit der Jugend- und Punkbewegung in München auf.

Auch wenn die Spider Murphy Gang häufig in Verbindung mit der Neuen Deutschen Welle genannt wird und ihre größte Popularität in deren Zeit erlangte, ist sie im engeren Sinne keine Band der NDW, sondern eine publikumsnahe Rock-’n’-Roll-Band.

Ihre frühen Titel wurden lediglich zeitgleich mit dem Einsetzen der NDW auf den Markt gebracht und zu dieser Zeit auch oft im Radio gespielt.(Quelle: wikipedia)

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Hier also ihre deutsches Debütalbum (demnächst werd ich mal ihr eigentliches Debütalbum – noch in englisch und in einer Auflage von 3.000 Stück veröffentlicht präsentieren).

Der Titelsong ist sowas von programmatisch und der romantische Liebessong „Rock’n’Roll Rendezvous“ hat es mir schon damals angetan:

Sie hoast Uschi, hat’s gsagt,
und mi ungeniert gfragt,
ob I mit zu ihr geh,
und I hab gsagt, I hab an Frust,
und überhaupt koa Lust,
und dass I ned auf sie steh!

Sie hat gsagt, sie macht Spaghetti,
und ausserdem hätt I
doch sowieso nix bessers vor,
ja und lauter guade Sachn,
dat’s extra für mi machn,
flüstert’s mia ins Ohr.

Sie hot jede Menge guade
oide Rock’n’Roll Scheim,
und de legt’s für mi auf,
Buddy Holly, Gene Vincent,
und I sag, da steh I drauf.

Ja und damit hats mi gfanga,
und I bin schlieslich mit ihr ganga
mitt’n in der Nacht,
doch auf’n Schlag war I nüchtern,
und auf amoi schüchtern,
doch sie hat nur glacht.
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous
Schubidubiduwahwahuhwahuh Rock’n’Roll Rendezvous

Ja und plötzlich um dreiviertel Drei in da Friah,
steht da Nachbar vor da Tiar,
und jammert und schimpft, was des für a Krach war,
jede Nacht bei ihr,
und er hat gsagt, er hat etz gnua,
und will endlich sei Ruah,
mitt’n in der Nacht,
doch sie hat’s ganz unschuldig ogschaut und glacht,
und eahm Tür vor da Nasn zuagmacht!

„Der Champion von Obergiesing“ ist eine komödiantische Auseindersetzung mit jenen Macho-Typen die damals nicht nur Obergiesing bevölkerten.

„Autostopp“ war/ist ein Kracher und wurde live zelebriert, bis die Schwarte krachte.

„Rosmarie“ war der erste und einzige Titel von Michael Busse … mit einem großartigem Solo von Barny Murphy.

„Achterbahn“ ist eine schelmische Abrechnung mit dem Oktoberfest (kommt auch mal wieder – im nächsten Jahr !)

„Elvis von Schwabing“ ist eine sentimental-wehmütige Erinnerung an alle jene Vorstadt-Sänger, die sich als Möchtegern-Elvis kurzfristig einen Namen machen konnte, damals, als der Rock n Roll nach Deutschland kam.

„BMW“ … natürlich eine passende münchnerische Hymne auf BMW Maschinen, ziemlich dynamisch … die dann gar nicht so triumphal endet.

„Zeitmaschin’“, ein weiterer Ohrwurm … wer möchte sie nicht mal achten … so ne Zeitreise … feines Piano-Solo.

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Und als letzes dann ein weiterer Knaller: „Nix ois wiar an Blues“. Warum es dieser Hammer-Song nicht in das Standard-Repertoire der Spiders nicht geschafft hat, ist mir ein völliges Rätsel: Viel griffiger, knackiger und wuchtiger kann Rockmusik nicht klingen !

Und wieder gäbe es noch vieles zu berichten … von jener legendären DDR-Tournee (da hab ich noch irgendwo einen fantastischen Radiomitschnitt rumliegen), vom Ausstieg des Michael Busse´s und vom katastrophalen Absturz des Drummers Franz Trojan … aber davon wird dann ganz sicher zu einem späteren Zeitpunkt berichtet.

Viel rare geht´s nicht ...

Viel rarer geht´s nicht mehr …

Besetzung:
Michael Busse (keyboards, vocals bei 05.)
Barny Murphy (guitar, background vocals)
Günther Sigl (bass, vocals)
Franz Trojan (drums)
+
Willy Ray Ingram (saxophone bei 06.)

BackCover1
Titel:

01. Rock’n’Roll Schuah (Sigl) 2.53
02. Rock’n’Roll Rendezvous (Sigl) 4.03
03. Der Champion von Obergiesing (Sigl) 3.21
04. Autostop (Berry/Sigl) 4.36
05. Rosmarie (Sigl/Busse) 3.47
06. Achterbahn (Smith/Singl) 2.53
07. Elvis von Schwabing (Sigl) 3.25
08. BMW (Sigl) 3.29
09. Zeitmaschin‘ (Sigl) 4.17
10. Nix ois wiar an Blues (Sigl) 3.28

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Single

Ulli Martin – Meine Fehler seh´ ich ein + Du bist frei (1980)

FrontCover1.jpgUnd jetzt ein – aus meiner Sicht – besonders tragisches Beispiel aus jener glitzernden Schlagerwelt, die oftmals auch sehr tückisch sein kann.

Ulli Martin, bürgerlich: Hans Ulrich Wiese (* 19. Juli 1946 in Osnabrück) ist ein deutscher Schlagersänger.

Hans-Ulrich Wiese begann seine Karriere in den 1960er Jahren als Sänger in einer Beatgruppe (The Bats, später umbenannt in The Mad Bats). Für seine Mutter hatte er ein Band mit einigen Liedern besungen, das durch Zufall dem Musikproduzenten Leo Leandros in die Hände fiel. Er erkannte das Potential des jungen Sängers und produzierte mit ihm einige Singles, die aber unbeachtet blieben. Im Sommer 1971 landete die Single Monika auf Platz 2 der deutschen Hitparade. Dieser Titel basierte auf dem patriotischen bulgarischen Schlager Moja strana, moja Bulgaria von Emil Dimitrov. Auch mit den beiden folgenden Singles Ich träume mit offenen Augen von dir (Platz 3, 1972) und Du mußt nicht weinen (Platz 10, 1972) hatte er Erfolg. Leo Leandros verlor aber schnell wieder das Interesse an ihm, weil er sich auf die Karriere seiner Tochter Vicky Leandros und die des aufstrebenden Demis Roussos konzentrierte.

UlliMartin01.jpgDementsprechend wurde Ulli Martin mit durchschnittlichen Liedern versorgt, die sich nur noch mäßig verkauften. Bis 1974 hatte er mit Ein einsames Herz, das braucht Liebe (Platz 25, 1972), Ich liebe dich (Platz 21, 1973), Du bist das allerschönste Mädchen (Platz 42, 1974) und Mariann, Mariann (Platz 42, 1974) weitere Hits, bevor er in der Versenkung verschwand. Es folgten bis in die frühen 1980er Jahre diverse Comebackversuche, die aber scheiterten. (Quelle: wikipedia)

Was dieser wikipedia Beitrag allerdings verschweigt, ist der Rest der Geschichte:

Steiler Aufstieg, tiefer Fall:

„Ich wurde zum Superstar befördert“, erinnert sich Ulli Martin, der mit „Monika“ und „Ich träume mit offenen Augen von dir“ in den 70er Jahren zwei Top-Ten-Hits landete. Heute kennt ihn kaum noch jemand.

Der Stern des von Leo Leandros entdeckten und später von Ralph Siegel gemanagten Sängers, der vorher eine Schauspiel- und Gesangsausbildung genossen hatte, fiel so schnell, wie er aufgestiegen war. Heute lebt Ulli Martin (bürgerlich: Hans Ulrich Wiese) nach Depressionen und Alkoholsucht in einem Pflegeheim in Bad Bramstedt. Der Kieler Filmemacher Karl Siebig und Bernd Soffner porträtieren ihn in der Doku „Ulli Martin – Was vorher war, das zählt nicht mehr“.

Steiler Aufstieg und tiefer Fall sind in der „von Haifischen beherrschten Glitzerwelt des Schlagers“ (Siebig) nicht selten. Warum also gerade Ulli Martin als Protagonist? Sein Freund Bernd Soffner, Sozial-Betreuer Martins, hatte Siebig gefragt, ob man über Ulli nicht einen Film machen sollte. Siebig zweifelte zunächst, dachte dann aber an sein dokumentarfilmerisches Credo: „Wenn Menschen in extreme, existentielle Situationen geraten, seien es positive oder negative, kommt der Kern ihrer Person zum Vorschein.“

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Zwei Jahre lang begleiteten die Filmemacher Martin, ließen ihn erzählen, brachten ihn mit den alten Kollegen Tex Haper und Tony Tornado zusammen, und zeigen, wie Martin auch mit 71 Jahren gegen alle Kränkungen und Katastrophen immer noch von einem Comeback mit nun selbst geschriebenen Songs träumt. „Ich habe ein Näschen für Hits“, weiß Ulli, hat auch einige Demos aufgenommen, aber wie einst „kein glückliches Händchen, das in klingende Münze umzusetzen“.

„Er gehörte zu den wenigen in der Schlagerbranche, die wirklich singen konnten“, erinnert sich Tony und lobt das „Vibrato-Timbre“, das seine Stimme besonders romantisch machte. „Doch das hat mir nichts genützt, weil ich mich nie gut verkaufen konnte“, ergänzt Martin. Er bekommt heute lediglich ein Taschengeld von 100 Euro im Monat, weil er sich um Alterssicherung nie gekümmert hat, geschweige seine ehemaligen Manager und Produzenten. (Jörg Meyer, Kieler Nachrichten, 16. Mai 2018)

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Nun, in der Tat, viel tiefer kann man nicht fallen …

Diese Single stammt aus seiner späten Schaffensphase, ist einerseits eigentlich kaum einer Erwähnung wert.

Aber zumindest textlich hat ist es ein interessantes Zeitdokument, denn hier wird das Verhältnis der Geschlechter, so wie der damalige Zeitgeist tendenziell tickte, thematisiert.

Und natürlich geht es erstmal um den Mann. Auf Seite eins hören wir den modernen Mann … reumütig … international gab´s ja auch mal diesen Schmachtfetzten „Please Forgive Me“.

Auf der Seite zwei hören wir den modernen Mann, der die Zeche zu zahlen hat, eventuell weil er nicht reumütig genug war.

Na ja, so wie sich das halt Schlagertexter vorstellen.

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Besetzung:
Ulli Martin (vocals)
+
ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

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Ulli Martin bei einer Autogrammstunde in der Ostseehalle Kiel (1976)

Titel:
01. Meine Fehler seh´ ich ein (Traditional) 3.42
02. Du bist frei (Brügge/Arnie/Arling) 2.25

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Kraan – Tournee (1980)

FrontCover1Von denen hätte ich im Lauf der Zeit durchaus öfters berichten können, wenn nicht gar müsen:

„Tournee“ der zweite Livestreich von Kraan ist wieder mal ein Beweis dafür, wie kraftvoll, energiegeladen, rhythmisch explosiv, aber auch gefühlvoll, verträumt, melancholisch die Musik von Kraan sein kann. Auf gerade mal sechs Titeln (drei Titel vom 77er „Wiederhören“ Album, sowie drei bis dato unveröffentlichte Tracks) – die von verschiedenen Konzerten aus dem Jahr 1979 stammen und leider auch etwas lieblos ausgeblendet werden – kochen die vier Schwaben eine explosive Mischung aus federndem, leichten Jazzrock mit deutlicher Betonung im Rock, etwas Funk und Krautelementen.
Neben dem unauffälligen, aber sehr effektiven Schlagzeug von Udo Dahmen, ist es vor allem dem unheimlich variablen Bass-Spiel Hellmut Hattlers zu verdanken, dass die Musik von Kraan ohne Ende groovt. Darüber legen Gitarrist Peter Wollbrandt und Keyboarder Ingo Bischof feine Muster, die mal unterstützen, aber auch unvermittelt in ausufernde Soli ausbrechen. (Kristian Selm)

 

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Zum ersten Mal bewusst gehört hab ich die Platte vor zwei oder drei Jahren bei meinem Vater der die schalplatte noch besitz. Damals war ich doch recht verwundert. Das waren doch nicht die Kraan die ich von „Andy Nogger“ u.ä kannte. Vor allem dieser Keyboard Sound störte mich. Nach diesem Erlebnis ignorierte ich diese Platte so wie ich es vorher getan hatte und vergaß sie fast. Dann vor ein oder zwei Monaten kopierte mir mein Vater ein paar MP3 Files auf einen USB stick. Unteranderem auch diese Platte, mit der Bitte ich solle sie mir doch mal anhören. Und vor drei Tagen war es dann so weit. Ich überspielte sie auf mein Mobiles abspielgerät und lauschte auf dem Weg zur Ausbildung. Gleich der erste Song „Borgward“ fängt sehr groovie an. Gitarre und Key spielen ein wunder bares Riff und dann Jazzt es los. Ein Song bei dem ich auch morgens früh im Bus nicht still sitzen kann. Der zweite Song „Almrausch“ geht etwas ruhiger los nimmt dann aber Fahrt auf und wartet mit einem Hammer Gitarrenpart auf. „Peterchens Reise“ lädt zum entspannen und Träumen ein bevor es mit „Vollgas Ahoi“ mit Vollgas weitergeh, gemeinsam mit „Borgward“ mein Favorit auf der Platte. Da kommt Spielfreude pur bei mir rüber. Danach folgt „Yaki Yagua“ ein Song der vor allem durch starke instrumental Parts überzeugt, bevor das ruhige „Silky ways“ die platte abrundet und beendet.

Für mich eine Tolle Entdeckung. Genau das was ich von einer Kraan Platte erwarte: Es rockt, jazzt, hroovet und macht einfach Spaß. (Shamble)

Genauso und nicht anders isses !

Kraan03

Besetzung:
Ingo Bischof (keyboards)
Udo Dahmen (drums)
Hellmut Hattler (bass)
Peter Wolbrandt (guitar, vocals)

BackCover

Titel:
01. Borgward 8.13
02. Almrausch 5.59
03. Peterchens Reise 6.57
04. Vollgas Ahoi 7.54
05. Yaqui Yagua 7.50
06. Silky way 4.31

Musik und Texte: Udo Dahmen – Hellmut Hattler – Peter Wolbrandt  – Ingo Bischof

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Mike Krüger – Der Nippel (1980)

MikeKrügerFrontCoverEr war und ist ein Vollblut-Blödelbarde und gehört in diesem Genre wohl zu den Trendsettern, der seit 1975 überwiegend sehr erfolgreich aktiv ist.

Als sein Titel „Mein Gott Walther“ zur Nummer der deutschen Charts wurde, schmiss er sein Architektur-Studium hin und blödelte sich seitdem durch die deutschen Lande.

Auch wenn man möglicherweise der Ansicht sein sollte, Krüger eigne sich am besten für vollbesetzte Bierzelte um dort dann den Massengeschmack zu bedienen (denn gelegentlich steigt er auch arg tief in die Zotenkiste), so kommt man dennoch nicht um die Kenntnis herum, dass er nicht nur einen gewaltigen Wortwitz hat, sondern auch ein wahres Füllhorn an skurillen Ideen … wie man auch auf diesem Live-Album hören kann.
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Karl Dall und Mike Krüger

Besetzung:
Mike Krüger (vocals, guitar)
+
Karl Dall (vocals bei 15.)

BackCover1

Titel:

01. Aller Anfang ist schwer (Krüger) 3.36
02. Der Nippel (Krüger) 3.38
03. Meine Tochter lernt jetzt sprechen (Krüger) 1.48
04. Liebe Party-Gäste (Herborn) 1.20
05. Wir feiern heut ’ne Party (Krüger) 3.37
06. Befehl zur Vereidigung (Krüger) 2.25
07. Gesang Befohlen (Potpourri)
07a. Zum Frühsport (Traditional/Krüger) 0.30
07b. Alle die Soldaten (Traditional/Krüger) 0.14
07c.  Stabs-U.V.D. (Y.M.C.A.) (Belolo/Morali/Willis/Krüger) 0.40
07d. Guten Abend, Gut‘ Nacht (Traditional/Krüger) 0.35
08. Guten Morgen, Hier Spricht Ihr Kapitän (Krüger) 2.26
09. Hitparade (Potpourri)
09a. Nachts steig‘ ich beim Nachbarn Ein (Nachts, wenn alles schläft) (Jay/Carpendale/Horn-Bernges/Krüger) 2.19
09b. Du nimmst alles, was du kriegst (So Bist Du) (Meinunger/Maffay/Krüger) 2.47
09c. . Das Lied vom ostfriesischen Manuel (Das Lied von Manuel) (Gietz/Feltz/Krüger) 1.09
10. Wir trinken wenig (Krüger) 2.03
11. Wir machen Tierstimmen nach (Herborn) 2.09
12. Das Doppel (Herborn) 0.12
13. Das Netz ist viel zu hoch (Krüger) 2.21
14. Sketch: Groupie (Krüger) 0.16
15. Wir sind so schön (I Got You Babe) (Bono/Krüger) 3.09
16. Sketch: Uhrenverkäufer (Krüger) 1.05
17. Was du heute kannst besorgen (Krüger) 0.18

LabelA1

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Roberto Blanco – Roberto Live (1980)

FrontCover1Auch der muss mal an die Reihe kommen …

Roberto Zerquera Blanco (* 7. Juni 1937 in Tunis, Tunesien) ist ein deutscher Schlagersänger, Schauspieler und Unterhaltungskünstler afrokubanischer Eltern.

Blanco wurde als Sohn des kubanischen Folklore- und Varieté-Künstlers Alfonso Zerquera und dessen Ehefrau, einer kubanischen Tänzerin und Sängerin, Mercedes Blanco in Tunis geboren. Er wuchs in Beirut und Madrid auf. Seine Mutter starb, als er zwei Jahre alt war. Nach der Schulzeit begann er in Madrid ein Medizinstudium, das er aber nach zwei Semestern abbrach.

Blanco kam 1956 nach Deutschland. 1957 spielte er in dem Film Der Stern von Afrika mit. Seine Gesangskarriere begann er bei Josephine Baker. Im Jahr 1958 sang er einen Schlager in dem deutschen Farbfilm Bühne frei für Marika. In den 1960er-Jahren wurde er Schlagerstar und trat in verschiedenen Filmen (Alle Menschen werden Brüder nach Johannes Mario Simmel und Drei Männer im Schnee nach Erich Kästner) auf. 1969 gewann er die Deutschen Schlager-Festspiele mit dem Titel Heute so, morgen so. Im Jahr 1971 erhielt Blanco die deutsche Staatsbürgerschaft. In der Folgezeit nahm er einige Schlagerschallplatten auf und hatte 1972 mit Ein bißchen Spaß muß sein des Komponisten Christian Bruhn und Der Puppenspieler von Mexiko seine größten Erfolge. Blanco war Gast in Musiksendungen des Fernsehens, darunter mehrmals in der ZDF-Hitparade.

Singles

Seine ganz frühen Singles (195´63 – 1965), alle für das Label „Golden 12“

Blanco bekam 1973 seine eigene Fernsehshow Heute so, morgen so. Mehrmals bewarb sich Blanco beim Eurovision Song Contest: 1970 wurde er Fünfter der deutschen Vorentscheidung mit Auf dem Kurfürstendamm sagt man Liebe, 1973 belegten seine Titel Ich bin ein glücklicher Mann und Au revoir, auf Wiedersehen die Plätze 4 und 11; 1979 schließlich wurde er Vierter mit Samba si! Arbeit no!. 1976 gab es zudem die Roberto Blanco Show, die am 21. Dezember 1976 eine Einschaltquote von 49 Prozent erreichte.

Im Jahre 1980 wurde Roberto Blanco mit der Spielshow Noten für zwei Nachfolger von Rudi Carrells Am laufenden Band, doch wurde die Sendung 1982 nach vier Folgen auf seinen eigenen Wunsch abgesetzt. Weitere Sendungen mit Blanco waren Roberto – Ein Abend mit Roberto Blanco und Musik ist meine Welt (beide im Ersten Deutschen Fernsehen). Im Jahr 1986 ging er erstmals nach Kuba, wo er 1987 als erster ausländischer Künstler einen eigenen Show-Block in der „Tropicana“-Revue in Havanna erhielt.

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Mit Franz.-Josef, Strauß, ca. 1980

In den 1990er Jahren trat er zusammen mit Tony Marshall mit Stimmungsliedern auf. Einer ihrer größten gemeinsamen Hits war Resi bring Bier, eine deutsche Version des Titels Crazy for you von David Hasselhoff. Das deutsche Fernsehen (MDR) widmete ihm 1997 eine Jubiläumssendung, in welcher die ihn im Mambotanz bezwingende Startänzerin Marlène Charell, aber auch ihr Ehemann Roger Pappini, Peter Kraus und andere Prominente auftraten. 1994 war er auch als Produzent tätig. Es erschien das Album Por tu amor mit Liedern in seiner spanischen Muttersprache und mit Musikern aus Südamerika. 1996 gastierte er auf Lotto King Karls Single Da ist die Tür. Er ist auch Dauergast bei Schlager-Oldie-Veranstaltungen, so etwa beim jährlichen Schlager-Festival von Radio Bremen, bei dem er seine eigenen Hits darbringt und auch Kollegen begrüßt.

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Roberto Blanco in dem Film „1 1/2 Ritter“

2008 spielte er in dem Film 1½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde einen Kleinkriminellen im Mittelalter, der auch seinen Namen hat.

2011 sprach er in dem Film Rio den Riesentukan Rafael und veröffentlichte mit Du lebst besser, wenn Du lachst ein neues Album. Am 4. August 2011 trat Blanco als Gast zusammen mit der Thrash-Metal-Band Sodom auf dem Wacken Open Air 2011 auf und sang Metal-Versionen von Ein bißchen Spaß muß sein und Amarillo. Der Auftritt war Teil einer Kampagne gegen Alzheimer.

Von Oktober bis Dezember 2012 spielte Blanco die Rolle des selbstverliebten Fernsehmoderators Heinz Wäscher in Hape Kerkelings Musical Kein Pardon im Capitol-Theater Düsseldorf.

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Roberto Blanco und seine Frau Luzandra Blanco, die 40 Jahre jünger ist als der Schlagerstar

2013 veröffentlichte Blanco zusammen mit dem DJ- und Rapper-Duo Finger & Kadel die Single Ein bisschen Spaß muss sein, eine Neuinterpretation seines Schlagers mit Merkmalen von Electronic Dance und Hip-Hop.

2014 nahm er, ähnlich wie Matthias Reim vor ihm, seine eigene finanzielle Situation aufs Korn und produzierte aus seinem bekanntesten Hit zusammen mit der Werbeagentur Jung von Matt für die Autovermietung Sixt ein Video mit dem Titel „Ein bisschen spar’n muss sein“.

2014 sprach er in dem Film Rio 2 – Dschungelfieber erneut den Riesentukan Rafael.

2016 veröffentlichte er gemeinsam mit Waterloo eine Neuaufnahme des Oldies Brauner Bär und Weiße Taube von Gus Backus, unter anderem in einer Dance-Version.

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Damals war die Welt noch in Ordnung, bei der Scheidung gab es dann einen furtchbaren Rosenkrieg

Blanco ist Ehrenmitglied der CSU. Die Partei ehrte damit sein künstlerisches Werk. Er engagiert sich für Obdachlose und Kinder, beispielsweise durch Patenschaften bei World Vision Deutschland oder Unterstützung des Projektes Ärzte ohne Grenzen.

Roberto Blanco hat zwei eheliche Töchter und einen Sohn (* 2001) aus einer außerehelichen Affäre. Seine Tochter Patricia Blanco nahm 2009 an Big Brother und 2015 an Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teil.

Die Scheidung von seiner Schweizer Ehefrau Mireille wurde nach fast 50 Ehejahren im Dezember 2012 rechtskräftig. Im Jahr darauf heiratete er die Kubanerin Luzandra Straßburg. Blanco wohnte ab 2015 für kurze Zeit in Mondsee im Salzkammergut in Oberösterreich und ist Ende 2016 nach Ermatingen in die Schweiz umgezogen. (Quelle; wikipedia)

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Hier mit dem Münchner Oberbürgermeister Reiter auf der „Wies´n“

Nun ist es ja nicht so, dass ich ein glühender Blanco-Vereherer wäre, dennoch bitete dieses Live-Doppelalbum ein paar überraschende Momente.

Er fängt es erstmal ganz geschickt an, verpackt seine „größen Hits“ gleich zu Beginn des Konzertes (live aufgenommen im Rosenpalast, Mannheim). Und dann setzt er auf eine Reihe von thematischen Medleys mit einem internationalem Zuschnitt (von den Beatles zu Harry Belafonte) … daei kommt ihm zu gute, dass in seinem Orchester versierte Jazz- und Studiomusiker sitzen, zu nennen wären da z.B. der Jazzgitarrist Stefan Dietz und der US Bassist Garry Todd.

Und so kommt es vor, dass das Orchester hin und wieder seine ganz Güte aufblitzen lässt (z.B. bei dem Saxophon Solo bei „My Sweet Lord“), viel zu wenig natürlich für meinen Geschmack, denn so etliche der Liedchen, sind halt Liedchen, deren Erfolg ich nie verstehen werde, aber mitklatschen kann man halt ziemlich gut.

Auch die Witchen von Roberto Blanco sind nun nicht unbedingt der Knaller, außer, ja außer, wenn er Franz-Josef Strauss und Willy Brandz parodiert („Mathilda) … da staunt man dann schon ein bisschen. Auch die Eröffnung von „Day-O“ ist augenzwinkernd gelungen.

Sehr überraschend der Song““. Es ist eine Single aus dem Jahr 1965 und ist extlich shon fast als eine Anklage gegen den Rassismus zu verstehen … mir scheint, dem Roberto Blanco war es wohl wichtig, dieses so ganz alte Lied am Leben zu erhalten.

Und dann ein staubtrockener Blues namens „Die Antwort bist du“

Im Rahmen seines Metiers hören wir hier also einen souveränen Entertainer namens Roberto Blanco, der zumindest gelegentlich musikalisch überraschen kann.

… weniger souverän verlief dann letztlich sein Leben … vielleicht war es dann halt doch zuviel aufgesetzte Fröhlichkeit …

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Besetzung:
Roberto Blanco (vocals)
+
Orchester des Südwestfunks Baden Baden unter der Leitung von Jürgen Franke
Fritz Blumenhofen (drums)
Stevan Bodjo (flute)
Charly Campbell (percussion)
Stefan Diez (guitar)
Josef Güntner (trombone)
Dieter Mäder (trumpet)
Bernhard Prock (percussion)
Armin Rusch (piano)
Garry Todd (bass)

Booklet1

Titel:
01. Opening und Medley ‚Blanco-Hits‘ (7.45)
01.1. Der Puppenspieler von Mexico (Carr/Shuman/Siegel)
01.2. Heute so – morgen so (Schmidt/Loose)
01.3. Oh, Las Vegas (Callander/Murray/Zimber)
01.4. Lady Laura (Elias/Danova/Loose)
01.5. Pappi, lauf doch nicht so schnell (Callander/Stephens/Dahmen)
01.6. Amarillo (Greenfield/Sedaka/Thumser)
01.7. Dieses Jahr (Hirsh/Manor/Busch)
02. Begrüßung 1.00
03. Love Is In The Air (Young/Paul) 3.40
04. Schwarze Engel (Maciste/Siegel/Blanco) 3.33
05. . Beatles-Medley (4.28)
05.1.Can’t Buy Me Love (Lennon/McCartney)
05.2. Yesterday (Lennon/McCartney)
05.3. Obladi-Oblada (Lennon/McCartney)
06. Italien-Medley (4.01)
06.1. Piove (Modugno/Glando)
06.2. Come prima (Taccani/Di Paola)
07. My Sweet Lord (Harrison) 3.31
08. Wer trinkt schon gern den Wein allein (Hornung/Siegel/Meinunger) 4.25
09. Belafonte-Medley (11.16)
09.1. Day-O (Belafonte/Burges/Attaway)
09.2. Angelina (Burgie)
09.3. Island In The Sun (Belafonte/Burges/Feltz)
09.4. Coconut Woman (Belafonte/Burges)
09.5. Mathilda (Belafonte)
10. Cabaret (Kander/Ebb) 2.43
11. Ol‘ Man River (Kern/Hammerstein) 3.30
12. Trinidad (Simon/Meinunger) 3.19
13. Westside Story Medley (2.59)
13.1. Maria (Bernstein)
13.2. Tonight (Bernstein)
14. Die Antwort bist du (Traditional/Strasser/Mondrian) 2.43
15. Dixie-Medley (3.20)
16.1. When The Saints Go Marching In (Traditional)
16.2. Down By The Riverside (Traditional)
17. Ein bißchen Spass muß sein (Bruhn/Loose) 2.53
17. Louis-Prima-Medley (3.05)
17.1. Buona Sera, Signorina (de Rose/Sigman)
17.2. Oh Marie (Capua/Mazzucchi/Russo)
18. Going My Way (v.Heusen/Burke) 4.56
19. Ansage 1.29
20. Südamerika-Medley (5.12)
20.1. El Cumbanchero (Hernandez)
20.2. El Porompompero (Solano/Ochaita/Valerio)
20.3. Guantanamera (Traditional)
20.4. La Bamba (Traditional)
21. Der Puppenspieler von Mexico (Carr/Shuman/Siegel) 3.15
+
und alle vier Seiten des Albums – ungeschnitten:
22. Roberto Live (Teil 1) 22.10
23. Roberto Live (Teil 2) 23.32
24. Roberto Live (Teil 3) 19.3621.51
25. Roberto Live (Teil 4)

LabelD1

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