Ingrid Peters – Ich halte zu dir + Angst vor dem Wort (1980)

FrontCover1.jpgAuch so ne Schlagersängerin, die aus meiner Sicht, durchaus auch das Zeug gehabt hätte, anspruchsvollere Lieder zu interpretieren.

Ingrid Peters (* 19. April 1954 als Ingrid Probst in Dudweiler, Saarland) ist eine deutsche Sängerin und Rundfunkmoderatorin.

Peters wuchs im Saarbrücker Stadtteil Malstatt auf und legte am Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium das Abitur ab. Anschließend studierte sie an der Pädagogischen Hochschule in Saarbrücken und erwarb ihr Diplom in Arbeitslehre und Sport. Gleichzeitig erlernte sie an der Musikschule Saarbrücken das Klavierspiel. 1973 begann Ingrid Peters ihre musikalische Karriere als Sängerin in einer Band.

1976 folgte die erste Schallplatte. Für ihr Album Komm doch mal rüber mit der gleichnamigen Hitsingle erhielt sie die Goldene Europa und es folgten weitere Hits. Ihre ältere Schwester Linda Bergen versuchte in jener Zeit ebenfalls, im Musikgeschäft Fuß zu fassen, der Durchbruch gelang ihr jedoch nicht. Zwischen 1976 und 1986 standen insgesamt vier Lieder von Ingrid Peters in den offiziellen deutschen Verkaufshitparaden. 1979 bewarb sie sich mit Du bist nicht frei bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest und erreichte Platz 8. Mit ihrem Lied Afrika belegte sie 1983 in der ZDF-Hitparade Platz 1. Im selben Jahr wurde Ingrid Peters beim Seoul-Song-Festival in Südkorea Dritte. Außerdem bewarb sie sich 1983 zusammen mit July Paul erneut bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Ihr Titel Viva la mamma kam auf Platz 2. Beim Eurovision Song Contest 1986 nahm Peters mit dem Titel Über die Brücke geh’n teil und belegte den achten Platz.

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Danach legte sie eine mehrjährige Pause ein und kündigte ihren Plattenvertrag mit Ralph Siegel. 1997 trat sie bei den Deutschen Schlager-Festspielen mit dem Titel Komm und halt mich fest (Musik: Willy Klüter) wieder auf und erreichte Platz 6. Seither schreibt sie nahezu alle ihre Texte und auch einen Teil der Melodien selbst. Das erste selbsterstellte Album war Aufgewacht. Einer ihrer künstlerischen Höhepunkte war ein Auftritt im Jahr 2000 bei der großen Silvester-Show in Peking. 2002 brachte sie in ihrer Heimatstadt Saarbrücken ihr One-Woman-Musical Bin ich denn total verrückt?! mit der Premiere im Congress Centrum Saar auf die Bühne.

Seit 2004 singt Ingrid Peters Advents- und Weihnachtskonzerte in Kirchen, teilweise mit Peter Horton. 2005 erschien ihr Album Mit meinen Augen mit den Auskopplungen In deinen Augen sieht’s nach Regen aus und Weit. 2007 nahm sie den Titel Solang’ aus Liebe für das letzte Album von Drafi Deutscher, The Last Mile, auf. 2009 kam ihr Album mit Titeln wie Schwester, Freundin und Draußen, in einer anderen Welt auf den Markt, von denen einige im Jahr 2008 ausgekoppelt wurden.

Insgesamt war Ingrid Peters in weit mehr als 800 Fernsehsendungen zu sehen. Ihr künstlerischer Schwerpunkt sind allerdings Bühnenauftritte, wobei sie Auftritte mit einer Live-Band solchen mit Halbplayback vorzieht. Seit mehr als zehn Jahren ist sie auch als Rundfunkmoderatorin bei SR 3 Saarlandwelle tätig.

Von 1987 bis 1994 moderierte sie im SWR-Fernsehen das Schülerquiz Die 6 Siebeng’scheiten.

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Im September 2011 nahm Ingrid Peters an dem TV-Format Cover my Song des Senders VOX teil. Dabei traf ein Schlagerstar jeweils auf einen Nachwuchsrapper, in diesem Fall Dr. Knarf. Er coverte Komm doch mal rüber als Rap, während Peters den Rap 8 Takte zu einem Schlager umarbeitete. Diese neue Version von Komm doch mal rüber erschien nach der Sendung als Download, 8 Takte auf dem Ingrid-Peters-Album Lass es rocken.

Unter dem Titel Zurück nach vorne konzipierte sie gemeinsam mit dem französischen Gitarristen und Entertainer Laurent Kremer (Das Supertalent-Finalist 2014) eine weitere Konzertreihe für den intimen Rahmen von Kulturhäusern und Kleinkunstbühnen. Dieses Programm setzt sich aus Titeln der 50er bis 70er Jahre zusammen, in denen aus der Schülerin, Studentin und Bandsängerin Ingrid Probst die professionelle Sängerin Ingrid Peters wurde. Es enthält Titel von Gilbert Bécaud, von Dalida und Joan Baez, den Carpenters, Beatles, Janis Ian und vielen anderen. Die Premiere war am 8. April 2014 im Studio 1 des Saarländischen Rundfunks.

Ingrid Peters pflegt halbprofessionell die Malerei, dafür bildete sie sich autodidaktisch sowie bei der Kunstpädagogin Claudia Werel und dem Dortmunder Maler Wilfried Borowski aus.

In früheren Malphasen benutzte sie die Technik des Aquarellierens und des Malens mit Pastellkreide, heute malt sie fast ausschließlich mit Acryl-Farben. Ihre wichtigsten Werkphasen sind Landschaften, Mallorcinische Impressionen, Blumen und eine Blaue Serie. Ihr Stil änderte sich vom Figürlichen hin zur abstrakten Malerei, sie präsentierte ihre Werke bei neun Verkaufsausstellungen. Zur Bedeutung ihrer Kunst für sie selbst sagt sie: „Wenn ich mich nicht kreativ ausdrücken könnte, würde ich platzen“.

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Am 9. Oktober 2007 erhielt Ingrid Peters die höchste Auszeichnung des Saarlandes für Verdienste einzelner Bürger, den Saarländischen Verdienstorden, für ihr gesamtes Lebensbild als Sympathieträgerin für das Bundesland. In der Begründung der Landesregierung, welche die Auszeichnung vergibt, wird angeführt, Peters wirke national und international als „Botschafterin für das Saarland“ (Quelle: wikipedia)

Hier ne Single aus dem Jahre 1980 … und beide Lieder behandeln natürlich mal wieder das allseits beliebte Herz-Schmerz Thema … klar eingängige Musik, aber so manche Zeilen sind durchaus nachdenkenswert.

Prädikat: nett !

 

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Die Homepage von Ingrid Peters: Der letzte Eintrag stammt vom Juni 2014 … hm …

Besetzung;
Ingrid Peters
+
ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

 

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Als Malerin überzeugt sie mich noch mehr …

 

Titel:
01. Ich halte zu dir (Russell/Davis/Schüler) 3.48
02. Angst vor dem Wort (Halle/Meinunger/Schüler) 4.25

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La Düsseldorf – Individuellos (1980)

FrontCover1Nachdem ich nun heute Mittag zu einem Kurztrip nach Düsseldorf aufbreche (Donnerstag bin ich dann wieder daheim), schien mir dieses Album passend:

Schräg, sehr schräg für meine Ohren, damals wie heute, wobei ich zu gestehen habe, dass mir Musik aus der Sparte „Synth-pop, Experimental“ einfach nicht sonderlich behagt … aber — wie allseits bekannt – ist das hier ja kein blog, der sich ausschließliche meinen musikalischen und sonstigen Leidenschaften verpflichtet fühlt, sondern eben eher eine Dokumention der kunterbunten Vielfalt aus deutschen Landen … von daher passen La Düsseldorf wunderbar dazu:

La Düsseldorf war eine deutsche Rockband, die 1975 aus der Gruppe Neu! hervorgegangen ist.

Mitglieder waren der ehemalige Kraftwerk-Schlagzeuger Klaus Dinger (Gesang, Gitarre, Keyboards), Thomas Dinger (Gesang, Perkussion) sowie Hans Lampe (Perkussion, Elektronik). Typisch für die Musik von La Düsseldorf sind lange, über weite Strecken instrumentale Stücke, die mit Klangkollagen und spärlichem Gesang, der oft nur deutsche, englische oder zuweilen auch französische Sprachfetzen enthält, ergänzt werden.

LADüsseldorfDie Musik von Neu! und La Düsseldorf übte großen Einfluss auf die Musik von Brian Eno und David Bowie aus. Bowie nannte La Düsseldorf „the soundtrack of the eighties“.

Als Meilensteine gelten die 1976 herausgebrachten Songs Düsseldorf und Time. 1978 hatten sie mit dem Titel Rheinita aus dem Album Viva einen großen Erfolg, unter anderem in den Hörfunkhitparaden Schlagerrallye und Diskothek im WDR von WDR 2. Die Alben der Band wurden nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten zwischen Bandmitgliedern und Plattenfirmen im September 2005 in Deutschland wieder- bzw. erstmals auf CD veröffentlicht, jedoch nach kurzer Zeit wieder vom Markt genommen.

2006 erschien das Album Mon Amour, das ursprünglich im Jahre 1983 als La Düsseldorf 4 erscheinen sollte. Verantwortlich für den späten Veröffentlichungstermin waren auch hier Rechtsstreitigkeiten. Bereits im Jahre 1985 war dieses Werk als LP/CD erschienen – damals unter dem Namen Néondian.

Am 23. September 2006 fand sich das letzte Aufgebot von La Düsseldorf auf der Düsseldorfer Königsallee zu einer entspannten Fotosession zusammen. Klaus Dinger beabsichtigte unter dem Arbeitstitel Japandorf, sämtliche Werke von La Düsseldorf mit den japanischen Musikern Masaki Nakao, Miki Yui, Kazuyuki Onouchi und Satoshi Okamoto neu einzuspielen.

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Eine Solo-LP von Thomas Dinger mit dem Titel Für mich wurde 1982 veröffentlicht. Diesem wie auch den 1-A Düsseldorf-Alben des Bruders von Klaus Dinger war jedoch nur ein kommerziell bescheidener Erfolg beschieden. Das 1986 zusammen mit Damo Suzuki und Nils Kristiansen aus der Taufe gehobene Studioprojekt 1-A Düsseldorf litt lange Jahre an einem fehlenden verwertbaren Output. Damo Suzuki blockierte die Veröffentlichung sämtlicher mit ihm eingespielten Aufnahmen. Die ersten öffentlich sichtbaren Lebenszeichen von 1-A Düsseldorf waren die Bonus-Kostproben auf der erst 1998 als CD wiederveröffentlichten LP Für mich. Thomas Dinger starb am 9. April 2002, sein Bruder Klaus am 21. März 2008. (Quelle: wikipedia)

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Nun ja … wie eingangs schon erwähnt … diese Musik ist nicht recht mein Ding … selten hat mich Musik emotional so kalt gelassen … aber erfolgreich waren sie dennoch: Warum sie gerade in Japan ne ganz große Nummer waren, entzieht sich dabei allerdings meiner Kenntnis.

JapanLabels

Labels der Japan-Pressung

Besetzung:
Klaus Dinger (vocals, guitar, keyboards)
Thomas Dinger (vocals, percussion)
Hans Lampe (percussion, electronics)
+
Andreas Schell (piano bei 09.)

BackCover

Titel:
01. Menschen 1 (K.Dinger) 5.46
02. Individuellos (K.Dinger) 3.07
03. Menschen 2 (K.Dinger) 2.56
04. Sentimental (K.Dinger) 4.24
05. Lieber Honig 1981 (K.Dinger) 5.53
06. Dampfriemen (K.Dinger/T.Dinger) 3.33
07. Tintarella Di… (T.Dinger) 4.40
08. Flashback (K.Dinger) 3.52
09.  Das Yvönnchen (K.Dinger/T.Dinger/Lampe) 6.03

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Trinkhalle Düsseldorf

Trinkhalle in Düsseldorf (von mir so gesehen im Jahr 2012)

Gitte – Bleib noch bis zum Sonntag ! (1980)

FrontCover1Die Gitte hat ja ne wirklich bemerkenswerte Karriere hingelegt. Angefangen hat sie halt als Schlagersängerin und wer kennt nicht „Ich will ne Cowboy als Mann“ (ein bemerkenswertes Frühwerk weiblicher Emanzipation !).

Aber die Gitte hatte viel mehr drauf. Und davon kann man sich z.B. bei dieser LP überzeugen. Nach diversen (Un)Taten als Schlagersängerin (u.a. mit Rex Gildo) schlug sie dann Ende der 70er Jahre einen neuen Weg ein.

„Ein Imagewechsel hin zur ernsthaften Pop-Interpretin Anfang der 1980er Jahre brachte ihr nun auch die Aufmerksamkeit der Kritik. Freu dich bloß nicht zu früh (die deutsche Version des Andrew-Lloyd-Webber-Hits „Take that look off your face“) wurde 1980 ein großer Erfolg (Platz 10). Das Musikstück war Teil des von Lloyd Webber geschriebenen und im Original von Marti Webb aufgenommenen Ein-Akt-Musicals für eine Person Tell me on a Sunday. Gitte Hænning nahm eine deutsche Version des Musicals unter dem Titel Bleib noch bis zum Sonntag auf. Für dieses Konzeptalbum erhielt sie 1980 den Deutschen Schallplattenpreis.“ (evertim)

Die deutsche Texte zu diesem Andrew-Lloyd-Webber verfasste Michael Kunze und – man glaubt es kaum – er hatte dabei ein mehr als glückliches Händchen (und fast jeder Text, ob zärtlich, nachdenklich oder zornig lädt zum Nachdenken ein) … und so ist dieses Album rundherum gelungen, denn auch die Musik, eingespielt von Cracks wie … man lese einfach mal nach …  ist einfach nur angemessen und gut …

Und deshalb ist ein für mich kein Wunder, dass dieses Album den „Deutschen Schallplattenpreis 1981“ erhalten hat.

Interessant auch, dass diese LP auch in der damalige DDR auf dem Amiga-Label erschien … ob das ein Ritterschlag war … ich weiß es nicht … aber immerhin … auch aus der „sozialistischen“ Warte war dieses Album für die DDR-Bürger zumutbar.

Schlicht und ergreifend: ein reifes Album !

AmigaAusgabe

Front+Back Cover der Amiga-Ausgabe

Besetzung:
Lance Burton (saxophone, flute)
Curt Cress (drums, percussion)
Stephan Diez (guitar)
Howard Katz (trumpet)
Dave King (bass)
James Polivka (trumpet)
George Roetzer (trumpet)
Kristian Schultze (keyboards)
Giuseppe Solera (flute, saxophone, harmonica)
Michael Thatcher (keyboards)
Paul Vincent (guitar)

BackCover

Titel:
01. Freu Dich bloß nicht zu früh 3.31
02. Würdest du mich mal ausreden Lassen 2.16
03. Ich sterb nicht dran (I) 1.41
04. Ein Brief nach Hause 1.15
05. Sheldon Bloom 3.28
06. Have A Nice Day 2.58
07. Ich hab geglaubt, du bist verliebt 2.30
08. Ich sterb nicht dran (II) 2-18
09. Ein zweiter Brief nach Hause 1.18
10. Komm bald mit demselben Blick zurück 3.16
11. Erzähl mal von dir 2.16
12. Freu dich bloß nicht zu früh (Reprise) 0.57
13. Bleib noch bis zum Sonntag 3.36
14.  Ich sterb nicht dran (III) 2.17
15. Ich bin wie du, du bist wie ich 2.44
16. Was dir niemand vorher gab 3.14
17. Würdest du mich bitte ausreden lassen 2.46

Musik: Andrew Lloyd Webber
Originaltexte: Don Black
Deutsche Texte: Michael Kunze

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Orchester des staatlichen jüdischen Theaters Bukarest – Bin ich mir a Fidler (Jüdische Volkslieder) (1980)

FrontCover1Ich gestehe, ich bin mit jüdischer Musik nicht sonderlich gut vertraut; umso mehr freute ich mich, als ich diese Schallplatte vor einiger Zeit entdeckte.

Tja, was sind nun „jiddische Volkslieder“ ?

Jiddische Volkslieder zeigen sich als einzigartige Ausprägung einer Kultur, die über Jahrhunderte ein nicht unbedeutender Teil des europäischen Lebens war und die vor mehr als sechzig Jahren ein gewaltsames Ende fand. Dennoch erlebt jüdische Musik, insbesondere Klesmermusik in ihren verschiedensten Ausformungen, in Europa seit ca. dreißig Jahren einen neuen Aufschwung. Die Emotionalität dieser Musik ist „modern“ geworden, die Fragen nach Ursprung und Bedeutung der Lieder bleiben häufig ungestellt, die historischen, sozialen und kulturellen Hintergründe werden oft nicht berücksichtigt.

Das jiddische Volkslied ist immer im Kontext der ihn umgebenden Gesellschaft, der aschkenasischen, d.h. deutsch-jüdischen Kultur der Juden (Ost-)Europas zu sehen (Aschkenas ist das hebräische Wort für Deutschland). Seine Melodien sind vielfältig beeinflusst: Manche Lieder gehen zurück auf mittelalterliche deutsche Weisen. Slawische wie rumänische Musik und der orientalisch gefärbte Synagogalgesang hatten großen Einfluss und prägten das typische Kolorit des jiddischen Volksliedes. Der Begriff selbst ist im deutschen Sprachraum erst ab ca. 1880 existent: Mit damaligem Beginn der Volksliedforschung in Osteuropa – nahezu zeitgleich mit dem vermehrten Aufkommen jiddisch schreibender Schriftsteller, bot sich den jüdischen Einwohnern die Möglichkeit sich mittels Musik und Sprache als Volk selbst zu definieren, sich eine Identität abseits der Religion zu schaffen. (cantastorie)

Und das aufführende Ensemble kann auf eine ziemlich lange Geschichte zurückblicken: Die Anfänge dieses Theaters gehen bis in den Jahr 1876 zurück. Und das dort tätig Orchester nahm eben genau jene KP auf, die ursprpünglich 1980 veröffentlicht wurde.

JüdischesTheaterBukarest

Jüdisches Theater, Bukarest

Dannach wurde es noch zweimal auch auf CD veröffentlicht … irgendwie ein tröstliches Gefühl, dass solche rare und musikalisch wirklich interessante Sachen doch noch ne gewisse Überlebenschance haben … denn, auch wenn die Musik gelegentlich ein wenig überkandidelt klingt … interessant ist sie allemal !

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Besetzung:
Orchester des staatlichen jüdischen Theaters Bukarest  unter der Leitung von Chajim Schwartzmann

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Alternative Frontcover

Titel:
01. Ruchele Schapira: A Nigndl 2.50
02. Nuscha Grupp-Stoian: Gei ich mir spazirn 1.49
03. Leonie Waldmann-Eliad: Leig ich mir mein Kepale 3.07
04. Dorian Livianu: Iamce Ram Ciam 1.36
05. Nuscha Grupp-Stoian: Di Mame is gegangn 2.29
06. Bebe Bercovici: Inter a klein Beimale 2.22
07 . Ruchele Schapira: Di Warnicikes 2.25
08. Carol Marcovici: Ein Mul Ti Ich Si Banaien 2.44
09. Bebe Bercovici + Trici Abramovici: Lomir Singen Ciri Bim, Ciri Bom 2.45
10.  Bebe Bercovici + Trici Abramovici: Wus Dergeisti Mir Di Iurn 3.23
11.  Leonie Waldmann-Eliad: Oi Awram 1.17
12.  Carol Marcovici: Di Mame Kocht Warenikes 1.44
13.  Nuscha Grupp-Stoian: Leig Ich Mir Mein Kepale 3.55
14.  Dorian Livianu: Mit a Nudl un a Nudl 2.17
15.  Trici Abramovici: Asoj Wie-s Is Bitter 2.40
16.  Carol Marcovici: Bin ich mir a Schneiderl  1.25
17.  Leonie Waldmann-Eliad: Meheteineste meine 2.29
18.  Bebe Bercovici + Trici Abramovici: Wus-Je Wilsti? 2.1

Alle Lieder: Traditionals

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Capella Antiqua – Musik zur Zeit der frühen Wittelsbacher (1980)

FrontCover1Und jetzt steigen wir mal wieder ganz tief in den Keller der Musikgeschichte … Licht aus … Fackeln an !

„Unser klingndes Dokument zu den Wittelsbachern in Bayern umfaßt zwei getrennte Zeiträume: von Otto I. (1180) bis zu Kaiser Ludwig IV., dem Bayern (1340) und die Zeit der „reichen Herzöge“ von Bayern-Landshut, also etwas das 15. Jahrhundert.“

Und weiter heißt es dann im mehr als informativen Hüllentext:

Hüllentext1

Man kann sich denken, dass wenn jemand so tief den Keller hinabsteigt, eine große Leidenschaft vorhanden sein muss. Und diese jemand heisst in diesem Zusammenhang Konrad Ruhland:

Konrad Xaver Ruhland (* 19. Februar 1932 in Landau an der Isar; † 14. März 2010 in Deggendorf) war ein deutscher Musikhistoriker, Musikpädagoge, Dirigent und Musikherausgeber.

Ruhland2Seine ersten Kontakte mit der Musik hatte Ruhland als Chorsänger im Dom von Passau. Er studierte Musikwissenschaft bei Thrasybulos Georgiades und Theodor Göllner. Weitere Kurse in Geschichte, Theologie und Kirchengeschichte bildeten den Hintergrund für seine musikwissenschaftlichen Forschungen.

Unter seiner Leitung fanden sich 1956 in München neun begeisterte Studenten, welche die „Capella Antiqua“ bildeten, eine der ersten Gruppen, die sich mit der Renaissancemusik und der Musik des Frühbarock im Studium auseinandersetzten. Mit der Zeit wuchs das Ensemble auf 19 Musiker an und machte zahlreiche Schallplattenaufnahmen.

Zwischen 1968 und 1991 wirkte Ruhland am musischen und neusprachlichen St.-Gotthard-Gymnasium seines Wohnortes Niederalteich. Dort gestaltete er zusammen mit seiner Frau Elisabeth (Musiklehrerin von 1968 bis 1995) die Qualität der musikalischen Ausbildung und damit zusammenhängend den Ruf der Schule entscheidend mit.

Aus seiner langjährigen Musizierpraxis im Bereich der Historischen Aufführungspraxis heraus gründete er 1976 die Niederaltaicher Scholaren, einen Konzertchor, mit dem er sich dem Gregorianischen Gesang und bis dahin wenig bekannten Werken und Komponisten widmete.

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Als Wissenschaftler sowie als Herausgeber hat sich Ruhland einen Namen gemacht und mehrere hundert Werke von vorwiegend süddeutschen Komponisten herausgegeben. Daneben gab er in Sommerkursen sein Wissen weiter, so an der University of Philadelphia.

Für sein Wirken wurde Ruhland 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. (Quelle: Wikipedia)

Und natürlich hören wir ihn mit seinem Ensemble „Capella Antiqua“, zusätzlich waren dann die „Niederaltaicher Scholaren“ am Werke.

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„Capella Antiqua“

Und wie so oft bei Aufnahmen dieser Art, lässt mich die Innigkeit des Gesangs aber auch der Musik inne halten … wenngleich mich freilich der religiöse Inhalt weiterhin nicht interessiert.

Und ein wenig Ehrfurcht überkommt mich, wenn ich mir vorstellen, dass wir hier Musik hören, die Menschen zwischen den Jahren 1180 und 1340 komponiert haben. Fein, dass es Musikforscher wie diesen Konrad Ruhland gab und noch gibt, die sich hier als wirkliche Forscher betätigen.

Der Konrad Ruhland hat übrigens eine wahre Flut von Aufnahmen dieser Art eingspielt. Von daher gut möglich, dass wir ihm hier wieder mal begegnen.

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Besetzung:
Capella Antiqua
Niederaltaicher Scholaren

Musikalische Leitung: Konrad Ruhland

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Titel:
01. Castis Psallamus Mentibus (Traditional) 2.36
02. Jubar Miri Luminis (Traditional) 2.38
03. Kyrie Magne Deus Potentiae (Traditional) 4.05
04. Nostri Festi Gaudium  (Traditional) 1.24
05. Ecce Iam Celebria (Traditional) 1.56
06. Te Lucis Ante Terminum (Traditional) 1.32
07. Nove Lucis Hodie (Traditional) 1.33
08. Procedentem Sponsum (Traditional) 2.07
09. Christus Vicit Resurgendo (Traditional) 2.02
10. Veni Sancte Spiritus – Veni Pater Divine (Traditional) 2.10
11. Gaude Nostra Contio (Traditional) 3.14
12. Daß Lepisch Gut Zu Lachen Ist (Traditional) 1.49
13. L’homme Armé (Deprez) 1.23
14. Der Polnische Dantz (Finck) 1.18
15. Der Pfoben Swancz 1.09
16. La Battaglia (Traditional) 0.44
17. Mit Ganczem Willen Wünsch Ich Dir (Paumann) 0.59
18. Weiblich Figur (Paumann) 0.55
19. Ich Beger Nit Mer (Paumann) 1.03
20. Jesu Corona Virginum (Nikolaus) 2.11
21. Der Füterer (Füterer) 1.07
22. Ave Mater O Maria (von Wolkenstein) 3.45

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Karussell – Das einzige Leben (1980)

FrontCover1Also, diese DDR-Band habe ich erst neulich für mich entdeckt und diese Entdeckung hat sich nun wirklich gelohnt:

Karussell ist eine deutsche Rockband aus Leipzig. Sie zählt neben Karat, City, Puhdys, Silly und Electra zu den bedeutendsten und populärsten Gruppen der DDR. Am bekanntesten ist die Band mit ihren Titeln Wer die Rose ehrt, Ehrlich will ich bleiben, Autostop und vor allem mit Als ich fortging geworden – der auch heute noch von einigen Radiostationen gespielt wird und zu den populärsten Hits aus der DDR-Zeit gezählt wird.

Die Band entstand im April 1976 durch eine Umbildung der Leipziger Amateurgruppe Fusion mit ehemaligen Mitgliedern der kurz zuvor verbotenen Leipziger Band Renft – maßgeblich initiiert durch den Keyboarder Wolf-Rüdiger Raschke. Neben ihm gehörten bei der Gründung zur Band: Peter Cäsar Gläser (Gesang und Gitarre), Jochen Hohl (Schlagzeug), Reinhard Oschek Huth (Gitarre), Lutz Kirsten (Gesang und Gitarre), Claus Winter (E-Bass) und Bernd Schumacher (Saxophon und Querflöte).

Musikalisch trat Karussell für viele das Erbe von Renft an. Dafür standen nicht nur die früheren Renft-Mitglieder Jochen Hohl und Peter Gläser, sondern auch die im Renft-Stil gehaltenen Lieder Whisky, Lebe und Welt im Sand, die zunächst in den Rundfunkstudios produziert wurden, sowie die Neuinterpretation des Renft-Klassikers Wer die Rose ehrt für die zweite Langspielplatte der Band. Auch Texter und Liedermacher Kurt Demmler begleitete Renft und Karussell – er schrieb die meisten der von Karussell interpretierten Texte.

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Dank eines Fördervertrages mit dem Zentralrat der FDJ und der Konzert- und Gastspieldirektion Berlin (KGD) wandelte sich die Gruppe 1978 zur Berufsformation um, was ihr einen neuen Aufschwung bescherte und einen Auftritt beim „Rhythmus ’78“-Festival. Im gleichen Jahr erschien auch ihre erste Amiga-Single, Der Gitarrist.

Bereits damals zeigte sich, dass der Bandname Karussell in Bezug auf ihre Mitglieder auch Programm war. Im Laufe ihrer Geschichte drehte sich das Mitgliederkarussell häufig und immer schneller, und viele Musiker verließen nicht nur die Band, sondern auch die DDR. Den ersten Umbau gab es bereits 1978, als Bernd Dünnebeil (Gitarre) Lutz Kirsten ersetzte. Auch hatte Karussell seit dem Weggang von Bernd Schumacher keinen Saxophonisten und Flötisten mehr. Verschiedene Gäste sowie Bernd Dünnebeil übernahmen für Studio-Aufnahmen oder Konzerte fortan dieses Instrument. In dieser Besetzung spielten sie 1979 ihre erste LP, Entweder oder, ein. Bald darauf, 1980, folgte ihre zweite LP Das einzige Leben.

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Die Single zur LP

Bei den Aufnahmen zu ihrer dritten LP, Schlaraffenberg (1982), war Bernd Dünnebeil nicht mehr dabei. Für ihn kam Tom Leonhardt, der ehemalige Gitarrist der Bands ZOE und Schwarzer Pfeffer. 1983 verließ Peter Cäsar Gläser – bis dahin die prägende Stimme – die Band, um sich ganz seinem Soloprojekt mit eigener Gruppe zu widmen. Lutz Salzwedel, ehemals Sänger der Gruppe Passion, wurde als neuer Frontmann in die Gruppe aufgenommen. Der Rest der Gruppe Passion fungierte übrigens einige Zeit später als Begleitformation von Peter Gläser. Allerdings verließen Leonhardt und Salzwedel Karussell kurze Zeit später. Während sich die Band in der damaligen Bundesrepublik Deutschland auf einer Tournee mit ihrem neuen Album Was kann ich tun (1984) befand, setzten sie sich ab.

Karussell03Mit diesem Weggang Richtung Westen und vor allem mit dem erneuten Wegfall ihres Frontmannes stand die Band 1985 kurz vor ihrer Auflösung. Nur dank des Bemühens von Wolf-Rüdiger Raschke, der auch schon zuvor die Band immer wieder zusammengehalten hatte, und der Integration des jungen Sängers und Komponisten Dirk Michaelis als neuem Frontmann schaffte sie ein Comeback. Mit Jürgen Hofmeister kam auch ein neuer Gitarrist in die Gruppe.

1987 meldete Karussell sich mit ihrer LP Café Anonym und dem Hit Als ich fortging (Text: Gisela Steineckert) zurück. Mit Michael Sellin hatte die Gruppe auch einen neuen Texter. Allerdings verließ in der Folgezeit Claus Winter die Band. Er wurde durch Jan Kirsten (Bassgitarre) ersetzt. 1990 erschien ihre vorerst letzte LP, Solche wie du. Wie viele andere Gruppen der DDR löste sie sich in der unmittelbaren Nachwendezeit 1991 auf. Wolf-Rüdiger Raschke wurde Hotelmanager. Der langjährige Schlagzeuger Jochen Hohl beendete seine Musikerlaufbahn und lebt heute in Lübeck. Jan Kirsten wurde Bassist bei der Gruppe Takayo. Dirk Michaelis startete eine Sololaufbahn.

1994 versuchten Wolf-Rüdiger Raschke und Jan Kirsten mit dem neuen Sänger Larry B., dem Prinzen-Schlagzeuger Ali Zieme und der Integration von Takayo einen Neubeginn und brachten unter dem Namen Karussell die CD Sonnenfeuer heraus. Allerdings akzeptierten die Fans den erneuten Umbau – anders als alle anderen zuvor – nicht, so dass der Erfolg ausblieb.

Im Januar 2006 verstarb der langjährige Bassist Claus Winter, was von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde. Reinhard Huth sang von 1987 bis 2007 bei der Leipziger Band Beat-Club. Peter Cäsar Gläser starb 2008 an Krebs.

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2007 formierte sich Karussell nach mehr als zehnjähriger Spielpause auf Initiative von Reinhard Huth neu. Ihr Comeback startete die Band mit einem ersten Konzert im September 2007 in der Besetzung Wolf-Rüdiger Raschke (Keyboard, Gesang, Bandleader), Joey – später „Joe“ – Raschke (Gesang, Keyboard, Bluesharp), Reinhard Huth (Gesang, Gitarre), Jan Kirsten (E-Bass, Gesang), Frank Endrik Moll (Schlagzeug) und Hans Graf (Gitarre). Die neue Konzerttournee unter dem Titel „Wiedersehen im Traum“ begann Anfang 2008 und dauerte bis 2009. Das Schlagzeug spielt seit 2008 Benno Jähnert, der früher Mitglied der Bands Logo und Zebra war.

Am 17. Juni 2011 erschien nach fast 17-jähriger Pause das Album loslassen.

Unabhängig von der hohen Fluktuation ihrer Mitglieder feierte Karussell in fast allen ihren Besetzungen große Erfolge und konnte sich auf eine treue Fangemeinde stützen. Kennzeichen dieses musikalischen Schaffens war ihr „erdiger“ Rhythm & Blues und die klare, unmissverständliche Interpretation der von Kurt Demmler und später Michael Sellin stammenden, oft kritischen Texte. Mit ihren „Welthits, die keine werden durften, weil sich ihr Land von der Welt abgeriegelt hat“ (Olaf Leitner), zeichneten sie den sozialistischen Alltag genauso deutlich nach (Autostop, Ehrlich will ich bleiben), wie sie sich mit existenziellen Fragen der Zeit auseinandersetzten (Das einzige Leben). Auch wenn von Kritikern die mit humanistischem Pathos gefüllten Balladen Was kann ich tun für dich (Komposition: Tom Leonhardt) und Sterne der Nacht (Komposition: Jochen Hohl) und viele andere ihrer Lieder als Meilensteine der DDR-Rockgeschichte angesehen werden, wurde Als ich fortging (Komposition: Dirk Michaelis) ihr größter Erfolg. (Quelle: Wikipedia)

 

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Karussell, 2016

 

Und hier nun ihr fulminantes zweites Album und da ist einer ganz begeistert:

Auch „Das einzige Leben“ von Karussell müßte im Grunde in einem Atemzug mit den besten Alben von Puhdys, Karat, City & Co. genannt werden, denn es steht ihnen in nichts nach. Mehr noch: Es ist auf ihre Art eine einzigartige Platte voller wunderbarer Ideen, großartiger Momente und manifestierten Sternstunden der Rockmusik aus der DDR.

Dabei hatten die Musiker um Wolf-Rüdiger Raschke bei ihrem zweiten Album gar nicht so viel anders gemacht als beim Vorgänger „Entweder-oder“, der Grundstock oder die Basis blieb gleich. Man musizierte weiter linientreu in den Fußstapfen der Klaus-Renft-Combo, trieb es aber diesmal noch besser auf die Spitze. Es ist eine wahre Freude, zu hören, wie verschiedenste Stilarten miteinander verwoben und homogen ausbalanciert wurden, ohne dabei jedoch den Identifikationsfaktor außer acht zu lassen. Letzterer liegt zu einem großen Teil an Cäsar Peter Gläsers Handschrift, die den Songs den notwendigen Wiedererkennungswert verleiht (seine Gitarre ist einfach nicht zu überhören), aber auch an den schon gewohnten Stimmen Cäsars und Reinhard Huths, die – gleichberechtigt in der Anzahl – die einmal mehr hochinteressanten und beschäftigungslohnenden Demmler-Texte zu Gehör brachten.

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Demmler, wie Gläser und Jochen Hohl mit Renft-Vergangenheit, übertraf sich selber in Form und Verklausulierung der Themen, legte klug den Zeigefinger auf Dinge, die jeder nachvollziehen und denen jeder auch zustimmen konnte – egal von welcher Seite aus. Und im Prinzip ist das auch das „Geheimnis“ von Karussell (in der Erstbesetzung wohlgemerkt) im Allgemeinen und „Das einzige Leben“ im Besonderen: Jeder, der sich für Musik aus der DDR interessiert, wird hier etwas für sich finden. Und wenn es auch erst der letzte Titel der Platte, die Neueinspielung von „Wer die Rose ehrt“, sei … Kurz gesagt: Wer unsere Seiten regelmäßig aufsucht und dieses Album nicht kennt, sollte sich bewußt sein, einen der wichtigsten Teile des Ostrocks bisher übersehen zu haben und das Versäumnis schnellstens nachholen zu müssen! Alle anderen: Vielleicht geht es euch wie uns und ihr seid lange nicht mehr dazugekommen, „Das einzige Leben“ mal wieder in den Player zu schieben. Nutzt die Gelegenheit einfach und tut es jetzt – man ist sofort auf’s Neue von den majestätischen Strukturen überwältigt. Ganz sicher! Amen … (kf)

Und ja … ich teile diese Begeisterung … eine großartige Entdeckung … musikalisch abwechslungsreich mit feinen Ergänzungen (z.B die Mundharmonika bei „Halte durch“ und die Texte … vermutlich stets an der Grenze zur Zensur, die das Aufbegehren gegen beengte Lebensverhältnisse wird mehr als einmal subversiv thematisiert.

Na, jedenfalls haben Karussell ein neuen Fan gewonnen.

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Besetzung:
Bernd Dünnebeil (guitar, steel-guitar)
Peter Gläser (vocals, guitar)
Jochen Hohl (drums)
Reinhard Huth (vocals, guitar)
Wolf Rüdiger Raschke (keyboards)
Claus Winter (bass)
+
Bernd Kleinow (harmonica bei 06.)
Thomas Kurzhals (Synthesizer bei 08.)

BackCover1
Titel:
01. Jungs (Hohl/Demmler) 4.35
02. Wiedersehen im Traum  3.20
03. Ein Leben lang (Hohl/Demmler) 5.59
04. Doch wenn die Hähne krähn (Winter/Demmler) 3.33
05. Lieb ein Mädchen (Winter/Demmler) 3.45
06. Halte durch (Huth/Demmler) 3.51
07. Nämlich bin ich glücklich (Gläser/Demmler) 4.
08. Das einzige Leben (Dünnebeil/Demmler) 4.34
09. Und der Wind endet nicht (Gläser/Huth/Demmler) 4.19
10. Wer die Rose ehrt (Gläser/Demmler) 3.02

LabelB1
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Der Text von „Jungs“ könnte glatt von mir handeln … damals:

Sie sind erwachsen nicht und sind nicht mehr klein
und haben Träume, die sind nicht mehr ganz rein.
Und übern Bett hängt Che Guevara neben einer nackten Frau.

Gehn noch zur Schule oder schon`n Betrieb.
Und tun, als hätt` sie überhaupt niemand lieb.
Und finden ihrer Leute leben viel zu eintönig und grau.

Es ist die Zeit in der man schreit:
Lasst uns, wir sind nicht wie ihr.
Die Welt ist groß, die Welt ist weit.
Und wir werden sein nicht so mühsam und klein,
wie Mama und Papa und alle hier.

Sie diskutieren über Gott und die Welt,
laufen in Blue Jeans rum und pfeifen auf Geld.
Und was sie haben geht für Platten drauf und Eintritt zu den Bands.

Denn bei den Bands, da komm`n die Typen zusammen
und die Musik ist wie ein geheimes Programm.
Dazu den Schlüsseln haben manchmal nur die ganz besonderen Fans.

Es ist die Zeit in der man schreit:
Lasst uns, wir sind nicht wie ihr.
Die Welt ist groß, die Welt ist weit.
Und wir werden sein nicht so mühsam und klein,
wie Mama und Papa und alle hier.

Es ist die Zeit in der man schreit:
Lasst uns, wir sind nicht wie ihr.
Die Welt ist groß, die Welt ist weit.
Und wir werden sein nicht so mühsam und klein,
wie Mama und Papa und alle hier.
Sie sind ohne Frage auch dazu in der Lage,
laut Mama, laut Papa und allen hier

Chris Barber – The Grundig Concert ´90 Digital (1980)

FrontCover1Ja hoppla, was ist denn das ? Ein Chris Barber in diesem blog ?

Nun, der Grund ist ganz einfach. Hier haben wir es mit einer deutschen Grundig-Privatpressung zu tun …

Und so können wir auf der Rückseite der Hülle dann auch folgendes lesen:

Chris Barber spielte diese Platte anläßlich der HiFi Düsseldorf 1980 auf dem Ausstellungsstand der Grundig AG ein. Das Tonstudio Bauer, Ludwigsburg, stellte die Digitaltechnik zur Verfügung und Deutschlands Direktschnittlabel Jeton übernahm die Produktion.

Nun denn, hier hören wir den ganz und gar traditionellen Chris Barber.

Der Song „Royal Garden Blues“ stammt z.B. aus dem Jahr 1919 … und so geht´s dann auch weiter … bis hin zu den Songs „Down By The Riverside“ und „Ice Cream“ … beide Songs wurde von Chris Barber erstmalig für eine Single im Jahr 1955 eingespielt …

Erstaunlich bleibt dabei, mit welcher Spielfreude sie einfach nur mal gute Laune verbreiten.

ChrisBarberBand1980

Chris Barber Band, 1980

Dass Chris Barber mehr kann … wissen die Experten, ich verweise mal auf die LP „Drat That Fratle Rat“ (1972 und und und … Wer mehr über Chris Barber wissen oder auch hören will, kann es ja mal hier versuchen.

Tja … und Grundig gibt es mittlerweile nicht mehr … den Chris Barber allerdings schon … der reist noch immer durch die Gegend … im zarten Alter von 87 Jahren !)

Ach ja, diese Aufnahmen wurden dann später auf der Jeton CD „Concert ’80(mit weiteren Titel dieses „Grundig“ Konzertes“erneut veröffentlicht.

ChrisBarber2017

Besetzung:
Chris Barber (trombone, vocals)
John Crocker (reeds)
Norman Emberson (drums)
Pat Halcox (trumpet)
Roger Hill (guitar)
Johnny McCallum (banjo, guitar)
Vic Pitt (bass)

BackCover1
Titel:
01. Royal Garden Blues (C.Williams/S.Williams) 7.36
02. Wabash Blues (Meinken) 5.49
03. Ha-Ha-This-A-Way (Ledbelly) 1.57
04. Sweet Sue (Young) 3.57
05. Ain’t Misbehavin (Waller/Brooks) 7.25
06. We Shall Walk Through The Streets Of The City (Traditional) 3.45
07. Down By The Riverside (Traditional) 3.32
08. Ice Cream (Johnson) 6.17

LabelB1
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