Verschiedene Interpreten – Schlagerparade 1930 (1986)

FrontCover1Vor ein paar Jahren fand ich folgende bemerkenswerte Anmerkungen in dem von mir mehr als geschätzten GBlog:

„Ich hatte dienstlich in der L-Schule in H. zu tun und stand am Nachmittag vor dem Gebäude, das ich vor 50 Jahren selbst als Schüler täglich zu betreten hatte, und bemerkte, dass aus einem der hinterem Räume – leise und verweht und zunächst nicht auszumachen – eine irgendwie bekannte Tonfolge herüberklang…. Offenbar eine Schülerband, die sich der Rockmusik annähern will … da da … dadada … ein Riff, das mir irgendwie bekannt vorkam, aber noch nicht zu erkennen war …. da da … dududu … Mehrmals im Kopf angestimmt hatte ich es: Louie Louie!! Double Fantasy: die gleichen Klänge, die die Schülerband meines Freundes Jürgen Rosenthal hervorgebracht hat, – vor fast 50 Jahren!!

Ist das nicht faszinierend, dass in den materialen Alltagen der Menschen, so veränderlich und veränderend sie sein mögen, doch so etwas wie historische Konstanten eingelagert sind, die ein simples, aber offenbar gleichermaßen zugängliches wie herausforderndes Riff wie das von Louie Louie in je unterschiedlichen Zeitlichkeiten Emotionen in ihren praktischen Wirkungen und Umsetzungen, aber auch in ihren medialen wie symbolisch-rituellen Voraussetzungen und Vermittlungen auslösen lassen, die seltsam überzeitlich sind??
Das war jetzt ziemlich verquast: Die Frage ist also: Wie lässt es sich erklären, dass ein 60 Jahre altes Riff die gleiche Motivation bei Jugendlichen hervorruft, es nachspielen zu wollen, wie das vor fast 50 Jahren – und später immer wieder (The Clash) – der Fall war? – Und woher kommt solch ein kultureller Fundus? Wie wird der tradiert?“ (Quelle: GBlog)

Nun, diese Scheibe hat mit dem knackigem „Louie Louie“ gar nichts, aber gar nicht zu tun … aber mit dem Phänom jener historischen musikalischen Konstanten (oder dem „kulturellen Fundus“), die uns ausmachen und prägend sehr viel …

MarleneDietrich

Marlene Dietrich (in demFilm „Der blaue Engel“, 1930)

Wir schreiben das Jahr 1930 und wir hören hier Lieder aus diesem Jahr und wir stellen fest, dass uns viele dieser Lieder wohl bekannt sind (obwohl wir damals wohl alle noch in Abrahams Wurstkessel schwammen)

Lieder wie „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt’“, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“ oder „Zwei Herzen im 3/4-Takt“ gehören wohl auch zu unserem kulturellem Erbe …

Und wir stellen fest, dass so manches Lieder jener Zeit durchaus schlüpfrig war, wir stellen fest, dass uns Namen wie Marlene Dietrich, Friedrich Hollaender oder Willy Fritsch durchaus geläufig sind …

Meinereiner kann sich ob all dieser vergnüglichen Melodien und Texte (die sich natürlich ausschließlich um das weite Feld „Liebe“ drehen) durchaus vergnügen und dann packt mich fast zeitgleich das kalte Grausen, daran denkend, dass 3 Jahre später der braune Dreck unfassbares Leid über die Welt brachte.

LianeHaid

Liane Haid

Und die Frage „Und woher kommt solch ein kultureller Fundus? Wie wird der tradiert?“  wird mich weiterhin mehr als heftig beschäftigen.

Dieses Album ist übrigens Teil der EMI-Serie „Der goldene Trichter – Historische Aufnahmen“, die – soweit ich das recherchieren konnte, auch mit einem entsprechendem Buch veröffentlicht wurde … dass damals (also 986) dafür ein Markt  bstand, ist kein Wunder … die Jugend der 30er Jahre wurden ja nicht nur um ihre Jugend betrogen, man hat sie auch ihrer Musik beraubt – Nachholbedarf bestand also

Und bei dem Medienmosnter finden sich dann genau zu dieser LP dann auch folgende Einträge:

„Ich hab das Buch und die CD 1930 gekauft und meinem Schwager zum 80. Geburtstag geschenkt.
Es war ein voller Erfolg. Jahrgangsbücher sind etwas persönliches und die Beschenkten sind von dieser Idee total hingerissen.

Diese CD habe ich meiner Mutter zum 80igsten Geburtstag geschenkt. Es sind sehr schöne Lieder zu hören. Auch wenn das nicht meine Zeit ist, so kann ich mir nicht verkneifen mitzusingen wenn „Veronika-der Lenz ist da“ gesungen wird.Eine gute Aufnahme mit Liedern aus den 30iger Jahren.“

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Titel:
01. Siegfried Arno + Marek Weber und sein Orchester: Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘ (Katscher/Farkas/Herczeg) 2-51
02. Marlene Dietrich + Friedrich Hollaender + seine Jazz-Symphoniker: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 2.59
03. Comedian Harmonists: Veronika, der Lenz ist da (Jurmann/Rotter) 2.37
04. Willy Fritsch + Lilian Harvey: Liebling, mein Herz läßt dich grüßen (Heymann/Gilbert/Harvey/Fritsch) 2.50
05. Austin Egen + Marek Weber und sein Orchester: Ich hab‘ kein Auto, ich hab‘ kein Rittergut (May/Gilbert) 3.04
06. Max Mensing + Saxophon-Orchester Dobbri: Oh, Donna Clara! (Petersburski/Bedal) 3.16
07. Liane Haid + Lewis Ruth Band (Leitung: Robert Stolz): Adieu, mein kleiner Gardeoffizier (Stolz/Reischel) 4.24
08. Willy Fritsch + Begleitorchester Otto Dobrindt: Ein Freund, ein guter Freund (Heymann/Gilbert/Fritsch) 3.00
09. Marlene Dietrich + Friedrich Hollaender + seine Jazz-Symphoniker: Ich bin die gesche Lola (Hollaender/Liebmann) 2.33
10. Alfred Strauß + Orchester Dajos Béla: Wenn du einmal dein Herz verschenkst (Rosen/Schwabach) 2-55
11. Comedian Harmonists: Wochenend‘ und Sonnenschein (Anger/Amberg) 3.09
12. Marek Weber und sein Orchester: Auch du wirst mich einmal betrügen (Stolz) 3.05
13. Leo Frank + Orchester Dajos Béla: Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin (Hollaender) 2.47
14. Leo Moll + Marek Weber und sein Orchester: Zwei Herzen im 3/4-Takt (Stolz/Reisch) 2.48

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MarekWeberOrchester

Marek Weber und sein Orchester (1927)

Verschiedene Interpreten – Das teuerste Programm der Welt (1959)

FrontCover1Okay, der Titel ist ein wenig albern und soll natürlich auch entsprechend reißerisch klingen … aber ansonsten gibt es an dieser bunten Revue der Musik der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts überhaupt nichts auszusetzen.

Genau genommen ist es so eine Art Musik-LP mit Hörbuch-Anteilen, denn durch das Programm führt Waldemar Müller („Conférence“).

Und der galt damals als Star unter den Rundfunkmoderatoren:

Waldemar Müller (* 1918; † 2001) war ein deutscher Hörfunkmoderator.

Müller sammelte bereits als Sprecherkind beim Sender Leipzig erste Mikrofonerfahrungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als freier Mitarbeiter für den WDR in Köln. 1958 wechselte er zu Radio Luxemburg, wo er unter dem Pseudonym Ferdy berühmt wurde. 1962 ging er zurück zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und wurde fester Sprecher und Programmgestalter beim SDR.

Unter seinem Künstlernamen Ferdy nahm Müller die deutsche Version von Lorne Greenes Hit Ringo auf. Auf der Rückseite der Single befand sich der ebenfalls zuvor von Greene aufgenommene Titel Sand. (Quelle: wikipedia)

Aber zur Musik: Es war natürlich alles andere als ein „teures“ Programm, denn all die alten Titel gab es damals sicherlich für ein Apel und Ei hinsichtlich der Lizenzgebühren; aber es war dennoch ein amüsantes Programm … eine Revue, die sich nicht nur mit der deutschen Heiterkeit beschäftigte, sondern den Chanson aus Frankreich und den frühen Jazz der USA beinhaltete.

Da reiht sich ein Schmankerl an das andere … und mehr als einmal muss man schmunzeln, z.B. wenn sich Max Schmeling als Entertainer probiert („Das Herz eines Boxers“)

DreiStars

Max Schmeling – Gustaf Gründgens (mit Henny Porten) – Josephine Baker

Da gäbe es mal wieder viel zu berichten, aber weitaus besser ist es wohl, wenn man sich diese Scheibe selber mal anhört und so auf Entdeckungsreise geht. Und nachdem sie ja im Stile einer Radioserndung augenommen wurde, habe ich ausnahmsweise die einzelnen Stücke nicht separiert, sondern einfach Seite 1 und Seite 2 digitalisiert … wäre auch anderes nicht gegangen … wegen all der nahtlosen Übergänge …

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Titel:

Seite 1: (23.43)
01.  Admiral-Girls: Ich bin die Marie von der Haller Revue
02. Comedian Harmonists: Drei Musketiere
03. Comedian Harmonists: Leutnant warst du einst
04. Comedian Harmonists: Schöner Gigolo
05. Marlene Dietrich: Ich bin die fesche Lola
06. Odeon Tanzorchester: Mein Papagei frißt keine harten Eier
07. Beka-Tanzorchester: So lang nicht die Hose am Kronleuchter hängt
08. Beka-Tanzorchester: Wir versaufen unsrer Oma ihr …
09. Willi Ostermann: Wenn du eine Schwiegermutter hast
10. Mistinguett: Ca C’est Paris
11.  Joséphine Baker: La Petite Tonkinoise
12. Joséphine Baker: The Original Charleston
13. Carola Neher: Der Mensch lebt durch den Kopf
14. Kurt Gerron: Und der Haifisch …
15. Lotte Lenya: Havanna Lied
16. Karl Reich-Bremen und seine singenden Kanarienvögel: Hawaiian Memories
17. Guido Gialdini: Ay Ay Ay
18. Original Dixieland Jass Band: Tiger Rag
19. Louis Armstrong: St. Louis Blues
20. Marika Rökk: Ich hab dich so gern
21. Peter Igelhoff: Dieses Lied hat keinen Text
22. Nat Gonella: The Flat Foot Floogee

Seite 2: (26.42)
23.  Willi Prager:  Schallplatten, die große Mode
24. Max Schmeling: Das Herz eines Boxers
25. Gustaf Gründgens: O Gott wie sind wir vornehm
26. Juan Llossas: Zwei rote Lippen (Tango Addios Muchachos)
27. Oskar Joost: Herr Ober, zwei Mokka
28. Jack Hylton: Herr Lehmann, Herr Lehmann
29. Hubert von Meyerinck: Ich war nie mit Lilly allein
30. Siegfried Arno: Wenn die Elisabeth
31. Hugo Fischer-Köppe: Du hast was auf dem Herzen
32. Mischa Spoliansky: So eine lausige Veranstaltung
33. Siegfried Arno: Und als der Herrgott Mai gemacht
34. Austin Egen: Wer im Frühling keine Braut hat
35. Jack Smith: Ich küsse ihre Hand, Madame
36. Richard Tauber: Ich küsse ihre Hand, Madame
37. Zarah Leander: Ein Kinostar
38. Heinz Rühmann & Hans Albers: Jawoll, meine Herrn
39. Hilde Hildebrand: Komm spiel mit mir blinde Kuh
40. Kirsten Heiberg: Warum hat der Napoleon
41. Lucienne Boyer: Parlez Moi D’amour
42. Willi Forst: Sag beim Abschied leise servus
43. Joseph Schmidt: Heut ist der schönste Tag in meinem Leben
44. Richard Tauber: Behalten sie mich in Erinnerung

LabelA1

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Inlet01A

War damals so üblich: die Schutzhülle für die LP bot
unzählige Hinweise auf andere Schallplatten
(und heute ist das ne regelrechte Fundgrube)

 

Verschiedene Interpreten – Zu schön um wahr zu sein (ca. 1966)

FrontCover1.JPGUnd jetzt wird es wieder mal gnadenlos nostalgisch. Willy Fritsch präsentiert Tonfilmmelodien der zwanziger und dreißiger Jahre … Das Kino-Schlagerprogramm !

Willy Fritsch, geboren als Wilhelm Egon Fritz Fritsch (* 27. Januar 1901 in Kattowitz; † 13. Juli 1973 in Hamburg), war ein deutscher Schauspieler und Sänger. Von 1921 bis 1964 spielte er in fast 130 Kinofilmen und zählte zeitweise zu den beliebtesten Filmstars in Deutschland.

Willy Fritsch war der Sohn des Inhabers der Maschinenfabrik Fritsch & Brattig, Lothar Fritsch. Nach dem Konkurs der Firma zogen seine Eltern mit ihm 1912 nach Berlin, wo der Vater seit 1910 als Betriebsleiter bei Siemens tätig war. Dort begann Willy Fritsch 1915 eine Mechanikerlehre, die er allerdings abbrach. Nach Hilfstätigkeiten am Berliner Landgericht hatte er kleine Einsätze als Komparse im Chor des Großen Schauspielhauses.

Im Jahr 1919 nahm Willy Fritsch privaten Schauspielunterricht an der Max-Reinhardt-Schule und erhielt bald kleinere Rollen am Deutschen Theater. Ab 1920 drehte er regelmäßig Filme und spielte vorzugsweise in Komödien den jugendlichen, eleganten

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Willy Fritsch 1927 auf einer Fotografie von Alexander Binder

Charmeur und Liebhaber an der Seite berühmter Kolleginnen seiner Zeit wie Olga Tschechowa, Ossi Oswalda und Lilian Harvey. Seit 1923 festangestellter Schauspieler der UFA, erlangte er 1925 auch erstmals internationale Beachtung durch seine Hauptrolle in der stummen Operettenverfilmung Ein Walzertraum von Ludwig Berger. Sie brachte ihm ein Angebot der United Artists ein, das er mangels Englischkenntnissen jedoch ausschlug. Durch seine Mitwirkung in den Fritz Lang-Filmen Spione (1928) und Frau im Mond (1929) gelang Fritsch zwischenzeitlich auch der Spagat ins ernsthafte Rollenfach.

Ab 1929 drehte Willy Fritsch Tonfilme, meist mit Lilian Harvey oder Käthe von Nagy. Da es sich häufig um Musikkomödien handelte, nahm er auch Gesangsunterricht. In Melodie des Herzens (1929) sprach er den ersten Satz des deutschen Tonfilms: „Ich spare nämlich auf ein Pferd.“ Jetzt und in den folgenden Jahren wurden viele Melodien aus seinen Filmen zu bekannten und erfolgreichen Schlagern, wie Ein Freund, ein guter Freund oder Liebling, mein Herz lässt dich grüßen (Die Drei von der Tankstelle, 1930), Das gibt’s nur einmal (Der Kongreß tanzt, 1931), Ich wollt‘ ich wär‘ ein Huhn (Glückskinder, 1936) oder Ich tanze mit dir in den Himmel hinein (Sieben Ohrfeigen, 1937). Fritsch spielte außerdem die Hauptrolle in Ihre Hoheit befiehlt (1931) sowie Ein blonder Traum (1932), jeweils nach einem Drehbuch von Billy Wilder. 1935 drehte er unter der Regie von Reinhold Schünzel die von ihm stets als persönlicher Lieblingsfilm bezeichnete, satirische Komödie Amphitryon. Seine Gagen erreichten inzwischen Rekordhöhen. 1937 heiratete Willy Fritsch die artistische Tänzerin Dinah Grace (Ilse Schmidt), mit der er die Söhne Michael und Thomas Fritsch (letzterer ebenfalls Schauspieler) bekam.

WillyFritsch02.jpgWilly Fritsch wurde auf Druck seines Ortsverbandes NSDAP-Mitglied, blieb aber in den Filmen – bis auf zwei Ausnahmen (die Propagandafilme Anschlag auf Baku und Junge Adler) – unpolitisch. Als Parteimitglied wurde er zum Ehrenmitglied der Kameradschaft der Deutschen Künstler sowie in den Beirat der Reichsfachschaft Film berufen, aufgrund seines mangelnden Engagements jedoch nicht mehr mit weiteren Aufgaben betraut. Im August 1944, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Goebbels in die Gottbegnadeten-Liste der Schauspieler auf, die er für die Filmproduktion brauchte, womit Fritsch vom Kriegsdienst freigestellt wurde.

Im Jahr 1939 endete seine Zusammenarbeit mit Lilian Harvey mit dem Film Frau am Steuer, da diese nach Frankreich emigrierte. An der Seite von Marika Rökk spielte er kurz darauf im ersten deutschen Farbspielfilm Frauen sind doch bessere Diplomaten (1940) und wurde allgemein ab 1940 wieder öfter für Kostümfilme besetzt. In dem erfolgreichen, an frühe Tonfilm-Operetten angelehnten und in Wien hergestellten Film Wiener Blut (1942) übernahm Fritsch unter der Regie von Willi Forst neben Theo Lingen und Hans Moser die dritte Hauptrolle. Zusammen mit Hertha Feiler spielte er 1943 außerdem in der Komödie Der kleine Grenzverkehr nach einem Roman von Erich Kästner, der für diesen Film unter Pseudonym auch das Drehbuch verfasste. Die letzten Kriegsmonate verbrachte der Schauspieler in Prag, wo er unter anderem zusammen mit Johannes Heesters für den Film Die Fledermaus vor der Kamera stand und trotz seiner Parteizugehörigkeit wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ von der Gestapo überwacht wurde.

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Nach Kriegsende zog Fritsch nach Hamburg und spielte Ende der 1940er Jahre unter anderem in den satirischen Nachkriegsproduktionen Film ohne Titel (1947) an der Seite von Hildegard Knef sowie Herrliche Zeiten (produziert von Heinz Rühmann, Drehbuch Günter Neumann), der 1950 den Silbernen Lorbeer des David O. Selznick-Preises als „bester, der Völkerverständigung dienender Film in deutscher Sprache“ erhielt.[4] Anschließend wandelten sich seine Rollen mehr und mehr vom Geliebten zum Vater, wie seine Rolle als Romy Schneiders Vater in deren Filmdebüt 1953, Wenn der weiße Flieder wieder blüht. Ferner wirkte er in diversen Heimatfilmen mit, u.a. in dem mit dem Bambi als geschäftlich erfolgreichster Film der Spielzeit 1951/1952 prämierten Film Grün ist die Heide. Mit einer Hauptrolle in dem 1958 nach einem Drehbuch von Dieter Hildebrandt produzierten Film Mit Eva fing die Sünde an, der 1962 durch Francis Ford Coppola als dessen Regiedebüt um weitere Szenen ergänzt und unter dem Titel The Bellboy And The Playgirls wiederveröffentlicht wurde, begab sich Fritsch noch einmal ins kabarettistische Fach. An der Seite von Peter Kraus war er außerdem in dem seinerzeit kommerziell sehr erfolgreichen Film Was macht Papa denn in Italien? (1961) zu sehen. Nach dem Tod seiner Frau (1963) zog er sich jedoch bald vollständig von Film und Öffentlichkeit zurück. Seinen letzten Film drehte er an der Seite seines Sohnes Thomas Fritsch im Jahre 1964 (Das hab ich von Papa gelernt). Er hinterlässt ein Werk von fast 130 Filmen. Willy Fritsch starb im Alter von 72 Jahren an einem Herzinfarkt und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg beerdigt. Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin(Quelle: wikipedia)

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Ilse Werner

Und dieser illy Fritsch führt mit launigen Worten durch diese Filmschlager-Revue … und natürlich war jene Genreration, die sich durch das III. Reich zu quälen hatte, die Zielgruppe für diese LP (Es war bereits die 4. LP dieser Reihe).

Überrascht war ich, wie viele der Filmtitel und die dazu passenden Schlager mir „irgendwie“ bekannt erschienen … Stichwort: kollektives Bewusstsein ….

Und natürlich hören wir keine Worte über jene Zeit, die z.B. dazu führte, dass ein Joseph Schmidt als Jude unser Land im Jahre 1933 verlassen musste … um dann nach einer Odyssee  im Jahr 1942 in einem schweizerischem Lager letztlich qualvoll sterben musste.

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Ein weiteres Beispiel dafür, wie man all diese geschichtlichen Ereignisse so locker vom Hocker verdrängen konnte und wollte.

Also: hier jede Menge Filmhits jener Dekaden … in einer gelegentlich wahrlich „knackigen“ Qualität … mit einem gelegentlich bitterem Beigeschmack.

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Titel:

01. Zu schön um wahr zu sein (Teil 1) 29.42
01.01. Willy Fritsch: Bin kein Hauptmann (aus: „Melodie des Herzens“, 1929)
01.02. Lilian Harvey: Das gibt’s nur einmal (aus: „Der Kongreß tanzt“, 1931)
01.03. Jan Kiepura: Ob blond, ob braun (Ich liebe alle Frau’n, 1935)
01.04. Gitta Alpar: Wir sind jung (aus: „Die oder keine“, 1930)
01.05. Anny Ondra & Hans Söhnker: Auf der Rue Madeleine (aus: „Der Unwiderstehliche“)
01.06. Horst Schimmelpfennig: Donkey Serenade (aus: „Tarantella“)
01.07. Victor de Kowa: Guten Morgen, liebe Sonne (aus: Vielleicht war’s nur ein Traum“)
01.08. Marlene Dietrich: Ich bin von Kopf bis Fuß (aus: „Der Blaue Engel“, 1930)
01.09. Pola Negri: Nur eine Stunde (aus: „Mazurka#“, 1935)
01.10. Jenny Jugo: Ich bin lustig (aus: „Pygmalion), 1935)
01.11. Zarah Leander: Nur nicht aus Liebe weinen (aus: „Es war eine rauschende Ballnacht“, 1939)
01.12. Joseph Schmidt: Ein Lied geht um die Welt (aus: „Ein Lied geht um die Welt„, 1933)

02.Zu schön um wahr zu sein (Teil 2) 29.47
02.01. Evelyn Künnecke: Weißt du noch, Liebling
02.02. Willy Fritsch: Warum hat die Adelheid (aus: „Frau am Steuer“, 1939)
02.03. Comedian Harmonists: Kleiner Mann was nun (aus: „Kleiner Mann was nun„, 1933)
02.04. Rudi Schuricke: Stern von Rio (aus: „Stern von Rio“ 1940)
02.05. Wilhelm Strienz: Steig ein in die Gondel (aus: „Casanova heiratet“, 1939)
02.06. Marika Rökk: Lieder, die uns der Zigeuner spielt (aus: „Heißes Blut“, 1936)
02.07. Willi Forst: Ich liebe, du liebst (aus: „Burschenlied aus Heidelberg“)
02.08. Lizzi Waldmüller: Du hast Glück (aus: „Bel Ami“, 1939)
02.09. Richard Tauber: Dein ist mein ganzes Herz (aus: „Land des Lächelns“ 1932)
02.10. Hans Albers: Das ist die Liebe der Matrosen (aus: „Bomben auf Monte Carlo“, 1931) + Flieger, grüß mir die Sonne (aus: „FP 1 antwortet nicht“, 1931)
02.11. Heinz Rühmann & Hertha Feiler: Mir geht’s gut (aus: „Lauter Lügen“, 1938)
02.12. Ilse Werner: Wir machen Musik (aus: „Wir machen Musik„, 1942)
02.13. Will Glahé Orchester; Können sie schon Fernsehen (aus: „Es geht um mein Leben)

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