Elton John & Tim Rice – Der König der Löwen (Das Original aus Hamburg) (2002)

FrontCover1Keine Frage: dieses Musical war eine Monsterangelegenheit … war und ist eine Monsterproduktion !

Der König der Löwen ist ein Broadway-Musical von Elton John und Tim Rice. Es basiert auf dem gleichnamigen Disney-Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1994. Unter der Regie von Julie Taymor treten sowohl Schauspieler in Tierkostümen als auch riesige Puppen auf. Das Musical wurde am 31. Juli 1997 im Orpheum Theater in Minneapolis uraufgeführt und war von Beginn an ein großer Erfolg. Im Oktober wurde es dauerhaft ins New Amsterdam Theater auf dem Broadway in New York verlegt. Seit dem 13. Juni 2006 wird es im Minskoff Theater gespielt, da es für die Musical-Version von Mary Poppins Platz machen musste

Im Vergleich zum Film enthält das Musical einige Änderungen, sowie zusätzliche Szenen und Lieder. Dazu gehören beispielsweise Nalas Konfrontation mit Scar, welcher beginnt, sie zu umgarnen. In ihrem Lied „Schattenland“ wird ihr Abschied von der Savanne, der im Film nur kurz rückblickend erwähnt wird, dargestellt.

In der Szene „Der Löwe schläft heut Nacht“ wird Simba ruhelos dargestellt. Im Zuge einer nächtlichen Schlafstättensuche fällt Timon in einen Fluss. Simba wird an den Tod seines Vaters erinnert, kann seinen Freund jedoch in letzter Sekunde retten.

Die Szene „Die Jagd der Löwinnen“ ersetzt die Szene des Films, in der Nala und Simba von ihren Müttern Sarafina und Sarabi gewaschen werden. Ebenso ist ein zusätzlicher Dialog enthalten, in dem sich Mufasa mit Zazu darüber unterhält, dass Simba genau so ist wie er selbst einmal war, und dass ihn dies beunruhigt.

LeboM

Lebo M

Der Mandrill Rafiki ist hier weiblich, da Taymor der Meinung war, dass es im Film keine weibliche Führungsrolle gibt.

Viele der Tiere, die im Musical dargestellt werden, sind Schauspieler in Kostümen, die diese mit zusätzlichen Hilfsmitteln bewegen. Andere Figuren werden von Schauspielern in lebensgroßen Puppen oder Kostümen dargestellt.

Die Handlung

Erster Akt
Bei Sonnenaufgang ruft der Mandrill Rafiki die Tiere der Savanne zum Königsfelsen, um den Sohn König Mufasas und Königin Sarabis zu präsentieren („Circle of Life“, dt. „Der ewige Kreis“). Einzig nicht anwesend ist Mufasas Bruder Scar, der mit der Geburt des Prinzen jede Chance auf den Thron verloren hat. Gerade noch rechtzeitig kann Mufasa ihn daran hindern, seine Wut am Nashornvogel Zazu, dem Haushofmeister, auszulassen.

Während Rafiki in ihrem Affenbaum ein Bild des Neugeborenen zeichnet, teilen die Geister ihr dessen Namen mit – Simba. Dieser wächst mit der Zeit zu einem lebenslustigen Jungen heran („Grasslands Chant“, dt. „Grasland Chant“). Während er mit seinem Vater durch sein zukünftiges Königreich wandert, erklärt Mufasa, dass alles Leben in einem empfindlichen Gleichgewicht liegt, auch bekannt als ewiger Kreis des Lebens. Ebenso warnt er ihn davor, die Grenzen des Geweihten Landes zu überschreiten. Als Zazu zur morgendlichen Berichterstattung erscheint, nutzt Simba dies sogleich als Anpirschübung („The Morning Report“, dt. „Der Morgenreport“) (seit 2011 gestrichen). Schließlich berichtet Zazu von Hyänen im Geweihten Land, woraufhin Simba allein zurückbleibt und seinen Onkel Scar besucht. In dem Wissen, dass sein Neffe der Versuchung nicht widerstehen können wird, weckt dieser Simbas Neugierde bezüglich eines Ortes, den er niemals betreten darf – eines Elefantenfriedhofs.

Während der Jagd („The Lioness Hunt“, dt. „Die Jagd der Löwinnen“) erscheint Simba, um seine beste Freundin Nala zu überreden, mit ihm gemeinsam den Elefantenfriedhof zu besuchen, ohne ihre Eltern davon wissen zu lassen. Unter der Bedingung, dass Zazu sie begleitet, stimmen Sarabi und Sarafina, Nalas Mutter, zu. Den Löwenjungen gelingt es schnell, den unerwünschten Begleiter abzuhängen („I Just Can’t Wait to Be King“, dt. „Ich will jetzt gleich König sein“).

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Auf dem Friedhof taucht dieser wieder auf, unglücklicherweise werden sie von den hungrigen Hyänen Shenzi, Banzai und Ed an der Heimkehr gehindert („Chow Down“, dt. „Putz weg“) und können schließlich nur von Mufasa gerettet werden. Er ist enttäuscht von Simba und auf der Rückkehr ins Geweihte Land meint Simba, er habe nur so mutig sein wollen wie sein Vater. Daraufhin meint Mufasa, Mut habe nichts mit der Suche nach Gefahr zu tun. Auf die Frage, ob sie immer zusammen sein werden, antwortet er mit einem Blick zum Nachthimmel, dass die großen Könige der Vergangenheit von dort auf sie blicken und sie führen („They Live in You“, dt. „Sie leben hier“). Genau so werde er immer bei Simba sein.

Auf dem Elefantenfriedhof ist Scar wütend über das Versagen der Hyänen und schmiedet einen neuen Plan mit dem Versprechen, die Hyänen müssten nie wieder Hunger leiden, wenn sie ihm helfen („Be Prepared“, dt. „Seid bereit“).

Zazu entschuldigt sich am Königsfelsen bei Mufasa für Simbas Verhalten. Er meint, dass Simba ihn an den König selbst erinnert als er noch jung war, was ein Grund zur Besorgnis ist.

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Letztendlich ist Scar bereit, seine Pläne in die Tat umzusetzen. Mit der Anweisung, dort zu warten, führt er Simba in eine Schlucht, woraufhin die Hyänen eine Herde Gnus in Aufruhr versetzen („The Stampede“, dt. „Die Schlucht“). Auf Scars Nachricht hin eilt Mufasa herbei, um seinen Sohn zu retten, was ihm auch gelingt. Als er jedoch eine Klippe hinaufklettern will, verrät ihn Scar und wirft ihn hinunter, wo er niedergetrampelt wird. Anschließend redet er Simba ein, er allein habe am Tod seines Vaters Schuld. Er rät ihm, aus dem Geweihten Land zu fliehen und nie zurückzukehren. Nur knapp entkommt Simba dabei dem Angriff der Hyänen, die Scar belügen und berichten, Simba wäre tot. Mit der Nachricht, Mufasa und Simba seien gestorben („Rafiki Mourns“, dt. „Rafikis Totenklage“), krönt sich Scar zum neuen König.

In der Wüste wird der zusammengebrochene Simba von dem Erdmännchen Timon und dem Warzenschwein Pumbaa gefunden und in den Dschungel gebracht, wo sie ihm ihre entspannte Art zu Leben näherbringen („Hakuna Matata“, dt. „Hakuna Matata“). Simba bleibt bei seinen neuen Freunden und wächst zu einem erwachsenen Löwen heran.

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Zweiter Akt
Unter Scars Schreckensherrschaft hat eine Dürre das Geweihte Land befallen („One by One“, dt. „One by one“). Scar klagt nun darüber, dass niemand ihn liebt, und kommt zu dem Schluss, dass er eine Königin finden muss, die ihm Junge zur Welt bringt. Als die mittlerweile erwachsen gewordene Nala bei ihm erscheint, entscheidet er sich für sie, woraufhin sie flieht („The Madness of King Scar“, dt. „Der Wahnsinn von König Scar“). Aufgebracht beschließt sie, das Geweihte Land zu verlassen und Hilfe zu suchen („Shadowland“, dt. „Schattenland“).

Unterdessen sind die drei Freunde im Dschungel auf der Suche nach einem Schlafplatz („The Lion Sleeps Tonight“, dt. „Der Löwe schläft heut‘ Nacht“). Bei der Überquerung eines Flusses fällt Timon ins Wasser. Als er ihm helfen will, wird Simba an den Tod Mufasas erinnert. In letzter Sekunde kann er seinen Freund retten und wird von Schuldgefühlen befallen. Des Nachts erinnert er sich an die Worte seines Vaters über die Sterne und ist enttäuscht darüber, dass er nun nicht bei ihm ist („Endless Night“, dt. „Endlose Nacht“). Rafiki hört Simbas Lied im Wind und schlussfolgert freudig, dass er noch lebt.

Am nächsten Tag rettet Simba Pumbaa vor einer jagenden Löwin, erkennt in ihr jedoch bald Nala, seine Freundin aus Kindertagen. In dem Wissen, dass er der rechtmäßige König ist, ist Nala überglücklich über das Wiedersehen. Die beiden verlieben sich und Timon und Pumbaa erkennen, dass ihr sorgloses Leben nun ein Ende nimmt („Can You Feel the Love Tonight“, dt. „Kann es wirklich Liebe sein“). Aufgrund seiner Schuldgefühle kann Nala Simba jedoch nicht überzeugen, seinen Platz im Geweihten Land einzunehmen.

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Als er später allein auf Rafiki trifft, erkennt er schließlich, dass sein Vater noch immer in ihm lebt („He Lives in You (Reprise)“, dt. „Er lebt in dir (Reprise)“) und entschließt sich, in seine Heimat zurückzukehren. Mit Hilfe von Nala, Timon und Pumbaa gelangt er zum Königsfelsen.

Dort fragt Scar Sarabi, warum die Löwinnen nicht mehr jagen, was sie damit beantwortet, dass es weder Wasser noch Futter gibt und sie zum Überleben den Königsfelsen verlassen müssen. Wütend beobachtet Simba, wie Scar seine Mutter schlägt, und greift ein. Nach seinem anfänglichen Schock über den nach wie vor lebendigen Simba verlangt sein Onkel, er solle den Mord an seinem Vater gestehen. Im anschließenden Kampf gewinnt Scar die Oberhand und flüstert ihm ins Ohr, dass er selbst der wahre Mörder Mufasas sei. Aufgebracht schlägt Simba zurück und zwingt ihn, allen die Wahrheit zu enthüllen.

Es kommt zum Kampf zwischen den Löwinnen und den Hyänen („Simba Confronts Scar“, dt. „Kampf um den Königsfelsen“). Auf dem Gipfel des Königsfelsens fordert Simba Scar auf, das Geweihte Land für immer zu verlassen − mit denselben Worten, die sein Onkel damals verwendete. Dieser willigt erst ein, greift aber erneut an und wird dabei von Simba über die Klippe zu den wartenden Hyänen geworfen, die ihren einstigen Anführer nun töten.

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Am Ende des Kampfes wird Simba inmitten seiner Freunde als rechtmäßiger König anerkannt. Auf sein Brüllen hin kehren die Tiere ins Geweihte Land zurück („King of Pride Rock“, dt. „Der König kehrt zurück“). Letztendlich versammeln sich alle Tiere erneut vorm Königsfelsen, wo Rafiki Simbas und Nalas Junges präsentiert („Circle of Life (Reprise)“, dt. „Der ewige Kreis (Reprise)“).

Die deutsche Produktion feierte in Hamburg Premiere. Seit dem 2. Dezember 2001 wird das Musical im Theater im Hafen Hamburg gezeigt und am 14. Januar 2014 wurde das Jubiläum der 5000. Aufführung gefeiert. Da das Theater auch über einen direkten Zubringer mit Fährschiffen zu erreichen ist, sind dort einige der Personenfähren in den Farben des Musicals gehalten oder wurden sogar nach Charakteren des Stücks benannt (wie die Nala und Schwesterschiff Rafiki).

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Das Aufführungshaus in Hamburg

Die deutsche Cast-CD zum international erfolgreichsten und „schönsten Musical der Welt“ (Bild Hamburg) macht eines deutlich: warum 200.000 Besucher bei 100 Vorstellungen in drei Monaten unter anderem von der mitreißenden Musik ausnahmslos begeistert waren und diese Show im Hafen der Hansestadt stets ausverkauft ist!

Uraufgeführt wurde die Musical-Variante des Disney-Zeichentrickfilmes The Lion King (1994) am Broadway/New York im November 1997: Der junge Löwe Simba flieht wegen eines Schicksalsschlages von zu Hause und kehrt nach vielen Abenteuern wieder in die Heimat zurück, um sich den dortigen Problemen zu stellen und seine vorbestimmte Rolle als König einzunehmen. Wie schon bei der mit zwei Oscars ausgezeichneten Kino-Vorlage stammte auch für die Bühnenversion die afrikanisch dominierte Weltmusik von Elton John. Lebo M aus Soweto, der zu dem Kino Kassenschlager bereits einige zusätzliche Songs beigesteuert und mit Hans Zimmer (Score) plus Produzent Mark Mancina (Con Air) einen Grammy erhalten hatte, schrieb für das Musical folgende vier Lieder des Soundtrack- beziehungsweise seines (Solo-)Albums (Rhythm Of The Pride Lands) um: „One By One“, „Lea Halalea“ („Shadow Land“, hier „Schattenland“), „Lala“ („Endless Night“, hier „Endlose Nacht“) und „He Lives In You“ („Er lebt in Dir“).

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Elton John & Tim Rice

Die meisten Texte der zeitlosen und generationsübergreifenden Geschichte hat Tim Rice (Jesus Christ Superstar, Evita) verfasst. Um diese für die deutsche Adaption adäquat zu übertragen, wurde mit Michael Kunze einer der erfolgreichsten Musiktheaterautoren der Gegenwart engagiert. Zu seinen Referenzen gehören die Musicals Tanz der Vampire und Mozart! ebenso wie die deutsche Bearbeitung der Welterfolge Evita, Cats oder Phantom Of The Opera. Der König der Löwen verlangte von dem Hit-Schreiber, der für Silver Convention’s „Fly, Robin, Fly“ (1975) übrigens als erster Deutscher mit einem Grammy ausgezeichnet worden ist, neben Fingerspitzengefühl, auch librettistisches Wissen und viel Humor. „Mein Ehrgeiz“, betonte Kunze, „ist eine deutsche Fassung, die so lebendig und unmittelbar zum Zuschauer spricht wie das Original.“

Wer die 19 Lieder dieser mitreißenden, poetischen Allegorie vom Erwachsenwerden, von der Verantwortung gegenüber anderen, dem Miteinander von Generationen und dem natürlichen Lauf der Dinge hört, die das 55-köpfige, internationale Ensemble in Begleitung eines zwölf Personen starken Orchesters eingespielt hat, wird die Meinung des Rezensenten von Die Welt teilen: „Der König der Löwen ist eine Illusion von Afrika, ein gefühlvolles Ethno-Märchen, ein schönes Vergnügen mit Musik.“ (Thomas Hammerl)

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Und ich bin nun wahrlich kein wirklicher Freund von Musicals (ok, bei der Westside Story mach ich ne Ausnahme), aber für dieses Musical brech´ ich nun wirklich mal ne Lanze … das Musical, es ist ja eigentlich eine Parabel … auf so vieles.

Die Geschichte ist einfach rührend, die Musik auch dank der faszinierenden afrikanischen Einflüsse sehr facettenreich (zärtlich, poetisch, theatralisch …) und das Bühnenbild mit all diesen wunderbaren Kostümen, Verkleidungen und Lichteffekten einfach atemberaubend … und mich beeindruckt die Vorstellung, wie viele Menschen auf und hinter der Bühne da mitgewirkt haben, in all den Jahren … in Hamburg wird das Musical immer noch aufgeführt ….

… ja und dann habe ich noch ne ganz persönliche Geschichte zu diesem Musical zu erzählen … siehe unten.

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Und Joachim Benoit singt heute noch – nach 17 Jahren – immer noch den Zuzul …

Und es ist ne Disney Produktion und deshalb grinst auch der kleine Mogli mit seinem Freund Balu ziemlich frech um die Ecke …

Orchester aufgezeichnet am 25.02 und 26.02.2002 in Hamburg, Mobile Studio Eurosound.
Ensemble aufgezeichnet vom 27.02 bis 08.03.2002 im Vox Klangstudio, Bendesdorf.

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Besetzung:
Anastasia Bain (Shenzi)
Joachim Benoit (Zusul)
Malia Coungrana (Junge Nalal)

Gino Emnes (Simba)
Oliver Grice (Timon)
Gary Grimaldi (trombone)
Marc Hetterle (Scar)
Jerrel Houtsnee (Banzai)

Otis Jacinto (Junger Simbal)
Lakke Magnusson (Pumbaa)
Velephi Patricia Mnisi (Rafiki)
Enrique Segura (Ed)

Michael Edward Stephens (Mufasa)
Araba Walton (Sarabi)
Senhit Zadik Zadik (Nala)
+
Miryam Afkam (violin)
Jürgen Attig (bass)
Thomas Bostelmann (guitar)
Christoph Buskies (Keyboards, programming)
Jansen Folkers (violin)

Karen Laks (Cello)
Dietmar Loeffler (keyboards)
Stefan Maus (violin)
Bradley Nystöm (trombone)
Dieter Ring (horn)
Axel Ruhland (viola)
Bassam Abdul-Salam (percussion)

Birte Schulz  (cello)
Stephan Sieveking (keyboards)
Andrea Soldan (viola)
Piotr Steinhagen (percussion)

Roman Storch (drums)
Peter Thomas (marimba)

Katharina Zahn (flute)
Adam Zolynski (violin)

+
Ensemble:
Adonys Rajoelina, Al-Yasha Andersen, Amanda Posener, Beular Makhetha, Brian Garner, Byron Van Jones, Dago Gbaho, Dietmar Ziegler, Dominique Rosales, Edward Jackson, Esther Cowens, Felicia Jackson, Garland Days, Gary Cordice, Joel Glombard, Joel Karie, Kanya Zeegelaar, Kenneth Norris, Ketsia Poitevien, Kevin Rogers , Khayelihle Mgobhozi, Kurt Schrepfer, Mahara Jacobsen, Makiko Fukuda, Maria Wells, Maud Rakotondravohitra, Momo Peter Sanno, Mpho Phineas Diamond, Nancy Gonzáles, Perry Douglin, René Zinnico-Bergmann, Reynaldo Rodriguez, Robert Drummond III, Roberto Montenegro, S’Bongiseni Duma, T.J. Hee, Tamara Merritt, Tania Mathurin, Thandiwe Preciouse Maphumulo, Theresa Nguyen, Velile Mchunu, Willi Welp, Wilson Michaels

Musikalische Gesamtleitung: Lukas Höfling

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Titel:
01. Der ewige Kreis (John/Rice/Lenart) 4.46
02. Grasland Chant (Lebo M) 2.36
03. Der Morgenreport (John/Rice/Kunze) 2.42
04. Jagd der Löwinnen (Lebo M) 2.20
05. Ich will jetzt gleich König sein (John/Rice/Lenart) 3.04
06. Putz weg (John/Rice/Kunze) 3.27
07. Sie leben hier (Rifkin/Lebo/Mancina) 3.20
08. Seid bereit (John/Rice/Lenart) 4.32
09. Die Schlucht (Zimmer/Lebo M) 2.34
10. Rafikis Totenklage (Loka) 1.59
11. Hakuna Matata (John/Rice/Lenart) 3.16
12. One By One (Lebo M) 2.28
13. Der Wahnsinn von König Scar (John/Rice/Kunze) 4.44
14. Schattenland (Zimmer/Mancina/Lebo M/Kunze) 4.25
15. Endlose Nacht (Zimmer/Rifkin/Lebo M/Taymor/Kunze) 4.46
16. Kann es wirklich Liebe sein (John/Rice/Kunze/Lenart) 5.09
17. Er lebt in dir (Rifkin/Lebo M/Mancina/Kunze) 4.20
18. Kampf um den Königsfelsen (Macina/Elhai) 2.32
19. 1. Der König Kehrt Zurück / Der Ewige Kreis (Reprise) (Zimmer/Lebo M/Kunze)
19.2.  Der ewige Kreis (John/Rice/Lenart) 3.44

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Es war wohl das Jahr 2003, als ich von meiner damaligen Partnerin als Geburtstagsgeschenk zu einem Wochenende nach London eingeladen wurde. Höhepunkt war dann der Besuch dieses Musicals im alt-ehrwürdigen Lyceum Theatre.

Anfangs war ich skeptisch, denn damals waren mir Musicals noch viel fremder als heute. Aber: Bereits der erste Akt löste bei mir Begeisterung aus… und dann die Pause …

Wir Raucher traten ins Freie … zündeten uns ein Zigarettchen an … und plötzlich tauchten – wie „Ratten aus den Löchern“ ein Schar Junkies mit ihren abgewetzten Klamotten auf, umringten uns, grinsten uns mit ihren zahnlosen Gesichtern an und bettelten … sie wollten Geld für den nächsten Schuss, während wir Nikotiniker im feinen Zwirn genüsslich an unseren Glimmstengeln zogen … es war ein gespenstischer Moment … Zwei Süchte, zwei Welten … 

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Johann Pachelbel – D’Erfurt a Nuremberg (2002)

FrontCover1Von Johann Pachelbel ist natürlich vor allem sein getragener Kanon und Gigue in D-Dur bekannt. Aber der Meister hat natürlich weitaus mehr zu bieten, wie z.B. seine Orgelwerke. Hier zahlreiche Beispiele aus einer französischen Produktion:

„Sein 350. Geburtstag bringt dem großen Barockmeister Johann Pachelbel endlich wieder die Aufmerksamkeit, die er verdient. Verdeckt durch die einseitige Bach-Rezeption des 19. und 20. Jahrhunderts, die in den Meistern des 17. Jahrhunderts nur Vorläufer des Leipziger Thomaskantors zu sehen vermochte, geriet der in Nürnberg geborene und verstorbene Pachelbel ins Abseits. Mit ihm, der süd- wie norddeutsche Elemente der freien und gebundenen Orgelkunst in sich vereinte, wusste die Zeit nicht allzu viel anzufangen, beschränken sich doch im Gegensatz etwa zu Buxtehude auch seine Anforderungen an die Spieltechnik häufig aufs Manualspiel und auf Orgelpunkte im Pedal. Dass große Kompostionskunst aber nicht von den Anforderungen an die Spieltechnik abhängt, das demonstriert diese CD vorzüglich. Die großen Variationsformen sind vertreten durch die Chaconne f-Moll, die Partita „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, durch die Aria „Sebaldina“ aus dem „Hexacordum Apollinis“ (Nürnberg 1699) und die Chaconne D-Dur. Die verschiedenen Toccaten- und Fantasieformen sind wiedergegeben durch mehrere Beispiele, darunter die Durezza in g-Moll, verschiedene Choralbearbeitungen ergänzen die Werkübersicht.

Die 1999 erbaute Orgel mit 27 Stimmen auf zwei Manualen und Pedal in St. Etienne in Baigorry des elsässischen Orgelbauers Rémy Mahler in Pfaffenhoffen ist für Pachelbels Werk ein durchaus geeignetes Instrument, nur wenige Einschwinggeräusche von Gedackten irritieren den Hörer. Das Booklet verschweigt leider die genaue Stimmung (tempérament légèrement inégal) und die Stimmtonhöhe.

Schade nur, dass mit Olivier Vernet ein in barocker Spielpraxis nicht tief versierter Organist am Instrument saß. So erklingt die Chaconne f-Moll in vielfach wechselnden Registrierungen bei instabilem Tempo, das Programm vereint absichtlich verschiedene Stücke nach Tonarten und „Gehalt“, so z.B. Toccata c-Moll mit Fuge c-Moll und dem Ricercare c-Moll, als wäre hier irgendein Bezug deutlich zu machen. Verschiedene Choralbearbeitungen aus den „Acht Chorälen zum Praeambulieren“ (Nürnberg 1693 und wohl schon in Erfurt vor 1690 gedruckt) sind über die CD verstreut, ohne dass ihre Zusammengehörigkeit und Zweckbestimmung im leider nur fanzösisch/englischen Booklettext auch nur erwähnt würde. Dieses gibt auch die Größe der Instrumente, die Pachelbel in Erfurt (Ludwig Compenius 1649, II/24) und Nürnberg (Traxdorf/Leyser 1444/1691, II/18) zur Verfügung standen, falsch wieder. Statt dessen verweist der Autor Gilles Cantagrel auf häusliche Vespern, in denen Pachelbels Kinder auf dem Spinett ihre Fertigkeiten vorgeführt hätten! Über solche hausgemachte Ideen vergisst er aber die liturgische Vesperpraxis mit ihren alternatim gestalteten Magnificat-Aufführungen in den evangelischen Kirchen an der Wende zum 18. Jahrhundert zu erwähnen. So beweist diese CD, dass es auch heute noch einen Weg zurückzulegen gilt, um sich musikwissenschaftlich und spieltechnisch einwandfrei und unbelastet von vorgegebenen Urteilen und Praxen dem großen Meister und Lehrer Johann Pachelbel zu nähern.“ (Rainer Goede)

Auch wenn der Herr Goede doch ziemlich kritische Anmerkungen zu diesemAlbum macht … hörbar ist sie dennoch und nachdem mir Orgelmusik dieser Art durchaus behagt,wird sie immer wieder meine Ohren erfreuen.

Olivier Vernet

Olivier Vernet

Besetzung:
Olivier Vernet (organ)

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Titel:
01. Chaconne En Fa Mineur 6.39
02. Prelude En Sol Mineur 1.06
03. Fantaisie En Sol Mineur  3.04
04. Choral: Warum betrübst du dich meine Seele 3.16
05. Fantaisie En Mi Bemol Majeur  2.54
06. Choral:  Was Gott tut das ist wohl getan 9.08
07. Choral: Vom Himmel hoch da komm ich her 2.07
08. Toccata En Fa Majeur 2.28
09. Choral: Wie schön leuchtet der Morgenstern 2.56
10. Aria Sexta Sebaldina 8.17
11. Choral: Wir glauben all an einen Gott 3.48
12. Toccata En Fa Majeur 2.05
13. Choral: O Lamm Gottes unschuldig 4.29
14. Toccata En Ut Mineur 2.15
15. Fugue En Ut Mineur  1.38
16. Ricercar En Ut Mineur 4.42
17. Toccata En Mi Mineur 1.42
18. Prelude En Sol Majeur 0.52
19. Choral: Allein Gott in der Höh sei Ehr 3.41
20. Chaconne En Re Majeur  7.46

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Verschiedene Interpreten – In dir ist Freude – Festliches Konzert in München (2002)

FrontCover1.jpgJetzt wagen wir mal einen Blick in die „Neuapostolische Kirche“:

Die Neuapostolische Kirche (NAK) ist eine christliche Religionsgemeinschaft, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in Hamburg entwickelt hat und in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) organisiert ist. Keimzelle war die Allgemeine christliche apostolische Mission in Hamburg, eine 1863 von den katholisch-apostolischen Gemeinden abgespaltene Gemeinschaft, aus der weitere Apostolische Gemeinden entstanden, welche sich später größtenteils zur Neuapostolischen Kirche formierten. Die NAK sieht das in der urchristlichen Kirche noch vorhandene Apostelamt in ihrer Kirche wieder aufgerichtet. Zu ihren wichtigen Glaubensanschauungen gehört die Erwartung der Wiederkunft Christi in naher Zukunft. (Quelle: wikipedia)

Soweit so gut … Diese CD enthält Ausschnitte aus einem Konzert zu Ehren diesen Glaubensgemeinschaft vom 12.5.2001 im Herkulesssaal der Münchner Residenz.

Und ob der Professionalität dieser Aufnahmen kann man nur staunen, bedenkt man dass ja überwiegend Laien hier klassische wie christliche Musik zelebrieren. Das geht schon mit einem Auszug aus den „Brandburgischen Konzerten“ von Johann Sebastian Bach los … und geht dann einfach soweiter … und naturgemäß sprechen mich die klassischen Werke dann doch deutlich mehr an, als die religiösen Gesänge.

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Und speziell bei dieser CD sollte man auch das „kleingedruckte“ näher anschauen. Da findet man den Hinweis, dass eine Rebekka Hartmann die Geige spielt. Nun man muss wissen, das genau diese Rebekka Hartmann Jahre später (genauer gesagt im Jahr 2012) für ihr Album „Birth Of The Violin“ den Echo Klassik Preis 2012 für „die beste solistische Einspielung des Jahres auf Violine“ erhalten hat … Respekt !

Nicht verschweigen will ich aber auch, dass die Neuapostolische Kirche auch wegen ihrer Grundüberzeugungen durchaus auch als nicht ungefährliche Sekte bewertet werden kann. Daher zur Info einen ausführlichen „Spiegel“-Artikel zu diesem Thema aus dem Jahr 1995 beigelegt habe.

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Besetzung:
Beatrice Blank (sopran)
Claudia Röhling-Baerend (sopran)
Verena Feldmaier (flute)
Peter Groll (keyboards)
Rebekka Hartmann (violin)
Jürgen Herold (trumpet)
Andreas Jung (bass)
Dieter Salewski (oboe)
Helmut Schugg (english horn
Veronika Schwalm (sopran)
Susanne Sendrowski (alt)
+
Orchester der Neuapostolischen Kirche Bayern-Süd
Chor der Neuapostolischen Kirche München-Süd

Leitung: Matthias Stiehler

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Titel:
01. Brand. Konzert Nr. 2, Satz 1 (Bach)  5.30
02. In dir ist Freude (Gastoldi) 1.17
03. Wohl mir, dass ich Jesum habe (Bach) 6.23
04.  Trompetenkonzert Es-Dur, Satz 1 (Haydn) 3.44
05. Seliges Wissen (Knapp) 5.57
06. Es kennt der Herr die Seinen (Mendelssohn-Bartholdy) 2.12
07. Auf Adlersflügeln getragen (Hänssler/Kulick) 3.43
08. Violinkonzert e-moll, op. 64/ 2 (Mendelssohn-Bartholdy) 8.06
09. Brich herein, süßer Schein (Kuhlo) 6.39
10. Wohl dem, der seine Hoffnung … (Mendelssohn-Bartholdy) 5.21
11. Wenn Friede mit Gott (englisch gesungen) (Bliss) 7.04
12. Und endlich kommt der letzte Tag (Ober)  3.25

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Sportfreunde Stiller – Die gute Seite (2002)

FrontCover1Manchmal bin ich ein Spätzünder … so wie hier … erst ganz langsam entdecke ich die „Sportfreunde Stiller“ … und das ist eine wirklich spannende Entdeckung:

Die gute Seite ist das zweite Studioalbum der deutschen Indie-Rockband Sportfreunde Stiller.

Es wurde erneut in Spanien aufgenommen und von Uwe Hoffmann produziert. Mit der Vorabsingle „Ein Kompliment“ konnten die Sportfreunde Stiller einen ersten Charterfolg verbuchen. (Quelle: wikipedia)
In den letzten zwei Jahren hat sich musikalisch nicht so viel geändert. Da stehen die Sportfreunde auch zu. „Ja, es sind immer noch wir! … Es stimmt, dass der Stil jetzt nicht anders ist. Das wollten wir auch so.“ Na dann ist ja gut.

Wichtig ist den drei Freunden ja vor allem eines: dass das Album Spaß macht und live ein Knaller wird. Und diese Kriterien erfüllt „Die Gute Seite“ voll und ganz. Hauptthema ist mal wieder Freundschaft. Im Gegensatz zum letzten Album hat sich kein Song, der von Sport handelt, auf das Album geschlichen (der Songtitel „Sportbeat“ täuscht, erinnert textlich und musikalisch eher ein bisschen an die Fetten Brote). Zu hundert Prozent wollte man das alte Album eben auch nicht abkupfern. Sogar Gesellschaftskritik ist aus einigen Texten herauszuhören. „Die Traumbilder der Werbung pflastern Stadt und Land … und ich frage mich gelegentlich bin das ich oder bin ich schon so wie die im Fernsehen …“ singen sie auf „Independent“. Auch auf dem Titelstück „Auf der Guten Seite“, auf „International“ oder „Der Fortschritt“ beschweren sich die Sportfreunde auf ihre ganz eigene, niedlich-liebenswerte Art über kleinere und größere Missstände.

Singles

Single Auskoppelungen

Sommerlaune kommt auf, die Festivalstimmung hebt sich. Das ist Sonnenmusik erster Güte, auch wenn zwischendurch mal schnulzig-pompös Streicher eingesetzt werden wie bei „Tage Wie Dieser“. Ein Song der mal nicht 110% gute Laune versprüht. Aber optimistisch bleibt er. Und dann wieder Songs wie „10:1“, in denen nach Einschätzung der Sportfreunde „totaler Müll drin vorkommt“. Dort singen sie: „Wir haben so viel Energie, dass wir den Kern spalten“. Also auf Jungs, ich warte auf die Livedarbietung der Songs. (Vicky Butscher auf laut.de, 2002)

Sportfreunde Stiller

Nun ja, zum knuddeln finde ich die Band nun wirklich nicht. Ihr Power-Pop-Rock dröhnt ganz gewaltig aus den Boxen, ein satter, fetter Sound macht sich da breit (man höre sich mal „Tage wie dieser“ an) und was mir dann ganz besonders gut gefällt, ist … dass ihre Texte z.T. ganz schön pfiffig sind (ihre Liebe/Triebe Texte entsprechen zwar nicht mehr ganz meinem Alter … aber vergessen habe ich diese Zeiten ja noch nicht) und ja, und politisch sind sie auch. Die Sportfreunde Stiller sind bis heute sehr aktiv gegen all die Neonazis, die unser Land bevölkern.

Und dann hatten die jungen Burschen natürlich auch ihren Spaß an einem „hidden track“ … nach „Hurra, wir fliegen“ folgt erstmal ne Pause von ca. 60 Sekunden und dann … man lasse sich überraschen.

Ach ja … schon damals gab es diese CD auch als LP … ein interessanter Trend, der sich damals anbahnte.

Labels

Die Labels der LP – Version

Besetzung:
Peter S.  „Balboa“ Brugger (guitar, vocals)
Rüdiger Linhof (bass)
Florian Weber (drums)

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Titel:

01. Wie lange sollen wir noch warten 3.31
02. Komm schon 2.41
03. Ein Kompliment 3.17
04. Sportbeat 2.44
05. Auf der guten Seite 3.44
06. Independent 2.57
07. International 3.26
08. 7 Tage 7 Nächte 2.53
09. Tage wie dieser 3.50
10. Der Fortschritt 2.42
11. 10:1 3.09
12.1. Hurra, wir fliegen 3.19
12.2. Untitled 2.18

Musik und Texte: Peter S. Brugger – Rüdiger Linhof – Florian Weber

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Rainhard Fendrich – Ein Saitensprung (2002)

FrontCover1Wahrlich eine Gala-Show. wahrlich eine Gala-Show der Extraklasse:

Auf Ein Saitensprung wartet Rainhard Fendrich mit einer handfesten Überraschung auf. Seine Anhänger kennen ihn als Liedermacher und Hitsänger von Song-Satiren („Oben ohne“, „Es lebe der Sport“, „Macho Macho“), liebten ihn als TV-Moderator von Herzblatt, applaudierten ihm als Musical-Komponisten (Wake Up) und haben ihn gerne als Fernseh- und Filmschauspieler gesehen. Als Interpret alter Schlager und Jazzstandards ist er hingegen bisher nicht in Erscheinung getreten. Genau in dieser Rolle präsentiert sich Fendrich — sozusagen die österreichische Antwort auf Robbie Williams — jetzt in einem Live-Mitschnitt aus dem Wiener Musentempel Ronacher. Und auch in dem Fach macht er eine erstaunlich gute Figur. Ein Mann mit vielen Gesichtern!

Am 10. und 11. Juni 2002 zeichnete der Künstler mithilfe der vielköpfigen One Night Stand Band diese Gala-Show für das Fernsehen auf. Im feinen Zwirn, d. h. mit Smoking und Fliege gab er im „Jurassic Park der Fernsehunterhaltung“ (O-Ton Fendrich) überzeugend den Entertainer der alten Schule. Er swingte mit Fingerschnipp-Rhythmus und echtem Jazzfeeling durch Klassiker wie Cole Porters „Let’s Do It“, Kurt Weills „Mackie Messer“ und Bert Kämpferts Welt-Hit „Dankeschön“. Er bot Spaß bringende Neufassungen von deutschen Schlagern aus grauer Vorzeit („Ganz in Weiß“, „Kalkutta liegt am Ganges“, „Souvenirs“, „Das machen nur die Beine von Dolores“). Und er trug ein paar Ohrwürmer vor, für die er eigens neue, lustige Textzeilen verfasst hatte („Schöner Gigolo“, „Zuckerpuppe“ etc.).

RainhardFendrich
Als Gäste konnte der Wiener prominente Kollegen begrüßen: Mit Bill Ramsey stimmte er den Oldie „The Lady Is A Tramp“ an, PRO7-Talkmasterin Arabella Kiesbauer gab sich in „Lady Sunshine“ als gar nicht mal schlechte Sängerin die Ehre, und Udo Jürgens schaute für eine Duettversion seines Stückes „Ich glaube“ vorbei. Ein rundum gelungener Seitensprung. (Harald Kepler)

Ein bunter Strauß alter und bekannter Melodien, manchmal kommt so ein Gala-Konzert wirklich zur rechten Zeit !

Fendrich

Besetzung:
Monika Ballwein (background vocals)
David Bell (bass)
Josef Buchartz (trumpet)
Rainhard Fendrich (vocals)
Karl „Bumi“ Fian (trumpet)
Maria Frodl (cello)
Martin Fuss (saxophone, clarinet, flute)
Nina Heidenreich (violin)
Stella Jones (background vocals)
Stephan Maass (percussion)
Mario Gherorgiu (violin)
Kota Morikawa (viola)
Robert Musenbichler (guitar)
Hannes Oberwalder (keyboards)
Thomas Rabitsch (keyboards)
Christian Radovan (trombone)
Peter Wrba (drums)
+
Udo Jürgens (vocals bei 09.)
Bill Ramsey (vocals bei 02.)

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Titel:
01. In der Stille der Nacht (Porter/Mleinek) 5.16
02. The Lady Is A Tramp (Rodgers/Hart) 2.57
03. Das machen nur die Beine von Dolores (Jary/Balz) 3.37
04. Zuckerpuppe (Gietz/Bradtke) 2.46
05. Kalkutta liegt am Ganges (Gaze/Bradtke) 1.55
06. Souvenirs (Cy) 2.10
07. Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (Gietz/Bradtke) 3.16
08. Dankeschön (Kämpfert/Schabach/Fendrich) 3.06
09. Ich glaube (Jürgens/Brandin) 3.54
10. Sei mal verliebt (Porter/Mleinek) 2.32
11. Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hammerschmidt/Knef) 3.21
12. Sommerwind (Mayer/Bradtke) 3.05
13. Schöner Gigolo (Casucci/Brmmer) 3.42
14. Der g’schrupfte Ferdl (Bronner) 4.36

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Burnt Friedman & Jaki Liebezeit – Secret Rhythms, Vol. 1 (2002)

Mir war gar nicht bewusst, dass er schon so alt war … liegt vielleicht daran, weil er stets jung geblieben ist.frontcover1

„Am Sonntagmorgen ist Jaki Liebezeit im Alter von 78 Jahren in Köln an den Folgen einer plötzlichen Lungenentzündung gestorben.

„Bald nachdem ich aus der tiefsten Provinz nach Köln gezogen war führte mich ein guter Geist an den Kai des damals noch entschieden ungentrifizierten Rheinauhafens. Junge Menschen feierten in dem rumpeligen ehemaligen Getreidespeicher eine Party. Im Keller aber schlug Jaki Liebezeit auf seine Trommel, wie in Trance, im immer gleichen, um keine hundertstel Sekunde sich verschiebenden Rhythmus. Ein bleicher, langhaarige Gitarrist improvisierte dazu, aber das war nicht so wichtig. Hier, unter dem Wasserspiegel des Rheins schlug das animalische, mechanische, schamanische Herz von Köln. Das war beinahe ein Initiationsritus, ich war endlich angekommen in der fremden Stadt.
Am Sonntagmorgen ist Jaki Liebezeit im Alter von 78 Jahren in Köln an den Folgen einer plötzlichen Lungenentzündung gestorben. Das vermeldete die offizielle Facebook-Seite von Spoon Records, dem eigenen Plattenlabel von Can, der einzigen Kölner Band, die es zu Weltruhm gebracht hat. Nicht zuletzt dank des Schlagzeugspiels von Liebezeit, das im Ausland als das hervorstechendste, weil unerhört neue, Merkmal des Krautrock-Sounds wahrgenommen wurde. Gibt man die Worte „Jaki Liebezeit“ in Google ein, schlägt die Suchmaschine zwei Ergänzungen vor: „Köln“ und „best drummer“.
Ein weithin anerkannter Schlagwerker war der 1938 in Dresden geborene Liebezeit auch schon vor seiner Zeit bei Can. Nach der Schulzeit flüchtete er aus grauer Städte Mauern ins sonnige Barcelona,  spielte dort unter anderem in der Band des blinden spanischen Jazz-Pianisten Tete Montoliu und begleitete den traurigen Trompeter Chet Baker. Mitte der 60er Jahre kehrte Liebezeit nach Deutschland zurück, um in Köln im Quintett des Trompeters Manfred Schoof zu trommeln. Das hatte wesentlichen Anteil daran, eine europäische Variante des amerikanischen Free Jazz zu etablieren. Hört man sich Liebezeits rumorendes, eruptives Spiel auf dessen 1966er Album „Voices“ an, käme man nicht im Traum darauf, dass dies derselbe Drummer ist, der zwei Jahre später Can mitgründen würde.
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Die Kölner Band vereinte die Stockhausen-Schüler Irmin Schmidt und Holger Czukay mit dem jungen Rock-Gitarristen Michael Karoli und kurz darauf auch mit dem schwarzen Bildhauer Malcom Mooney. Zusammengehalten aber wurde diese eigenartige Mixtur von Jaki Liebezeit, der sich dafür noch einmal völlig neu erfand. Dizzy Gillespie hatte einmal auf die Frage, was am Ende der rasanten Entwicklung des Jazz stünde, geantwortet: Ein Mann, der auf eine Trommel schlägt. Für Can wurde Jaki Liebezeit zu diesem Mann. „Er spielt wie eine Maschine, nur besser“, lobte sein Bandkollege Holger Czukay. Liebezeit hatte sein Spiel mit äußerster Disziplin aufs Wesentliche reduziert, spielte „motorisch“, wie eine gut geölte Maschine, ein menschlicher Drumcomputer, noch bevor dessen mechanischer Gegenpart erfunden worden war. Und drang auf diese repetitive Weise zu neuen Rhythmen vor, im gleichen Maße hypnotisch wie funky. Zu Liebezeits Spiel auf Can-Alben wie „Monster Movie“, „Ege Bamyasi“ oder „Tago Mago“ konnte man sich ins egolose Nirwana verlieren oder den Hintern bewegen. „Can“ war New Yorker Slang fürs Hinterteil, stand nach Liebezeits Definition aber gleichzeitig akronymisch für „Communism, Anarchism, Nihilism“.
Der Ruf der Band wurde weithin gehört. Zuerst entdeckten britische Neutöner wie Brian Eno (mit dem Liebezeit dann auch spielte) und David Bowie die Band, kurz darauf Punkrocker wie die Buzzcocks oder Johnny Rotten von den Sex Pistols, anschließend Indie-Bands wie The Fall, Pavement, Radiohead oder Franz Ferdinand – und schließlich HipHop-Größen wie Kanye West. Man kann Liebezeits Einfluss auf den Alben der Stone Roses und der Talking Heads nachspüren, man kann ihn auf Veröffentlichungen der Eurythmics und Depeche Modes auch selbst spielen hören. Und hierzulande konnte man ihn jahrelang in schöner Regelmäßigkeit mit seinen Post-Can-Formationen Phantomband, Club off Chaos und Drums off Chaos erleben, oder an der Seite des Elektroniker Burnt Friedmann. Er trommelte immer weiter, mit der ihm eigenen Bescheidenheit, ein Weltstar in Kölner Kellern.
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Mit Can, 1972

„Alle Wege des Trommelns führen zu Jaki Liebezeit“, twitterte Cedric Bixler-Zavala, Frontmann von At the Drive-In und The Mars Volta jetzt in Reaktion auf die Todesnachricht.
Im April hätte Liebezeit eigentlich ein großes Konzert zum 50-Jährigen von Can in London geben sollen, zusammen mit Irmin Schmidt, Malcom Mooney, Mitgliedern von Sonic Youth und dem London Symphony Orchestra. Vielleicht wird das jetzt zum Gedenkgottesdienst. Was soll man sonst tun, jetzt wo der manisch voranschreitende Herzschlag der modernen Popmusik ausgesetzt hat? (Christian Bos)
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Burnt Friedman + Jaki Liebezeit

Als kleine Erinnerung an diese Ausnahmemusiker eines seiner vielen Soloalben, die er gemeinsam mit dem deutschen Avantgardmusiker Burnt Friedman eingespielt hat und es ist, um es gleich vorweg zunehmen, ein großartiges Album:
Der erste Eindruck ist der eines „unerbittlichen“ Grooves – entspannt und präzise. Die Geschichte, wie Jaki Liebezeit im Zweikampf gegen ein Metronom gewann, erscheint alt wie die Welt – was inzwischen Staub angesetzt hat, ist aber nur das besiegte Metronom, nicht Liebezeits Schlagzeugspiel. In der Zusammenarbeit mit Burnt Friedman wird nun ein neues Kapitel geheimnisvoller Rhythmen aufgeschlagen.
Jaki Liebezeit/Burnt Friedman – „Secret Rhythms“
Die Instrumentierung auf „Secret Rhythms“ ist sparsam, läßt an jeder Stelle Raum – und definiert diesen in sich gegeneinander verschiebenden, verdichtenden und ausdünnenden Strukturen aus Percussion, Keyboards (Friedman) und Vibraphon (Morten Grønvad). Repetitive Pianopassagen oder gelegentlich bedrohliche, an Brian Eno erinnernde Gitarrensounds werden innerhalb und außerhalb des rhythmischen Rasters frei plaziert – meist ergibt sich ein idyllisches Soundbild, das trotz seiner scheinbaren Friedlichkeit ungeheuer spannungsgeladen ist.
Wer sich gerne an Bands wie die Phantomband erinnert, wird ein angenehmes Déja Vu haben. Abgesehen davon gibt es aber noch andere Anreize hier reinzuhören: Besitzer guter Stereoanlagen werden ihre Freude an dem brillianten Klang der Aufnahme haben.
Diese Platte ist wie ein Roadmovie, das durch geheimnisvolle, unentdeckte Gegenden führt. Doch manche Landschaften lassen sich nicht mit Worten beschreiben – man muß sie erlebt haben . (Frank Bongers)
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Besetzung:
Burnt Friedman (Keyboards, Synthesizer, melodica, Percussion)
Jaki Liebezeit (drums, Percussion)
+
August Engkilde (bass bei 01., 03. + 07.)
Morten Grønvad (Vibraphone bei 01. – 04., 07.)
Joseph Suchy (guitar)

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Titel:

01. Rhein Rauf 6.25
02. Rechter Winkl  4.23
03. Royal Roost  5.46
04. Shades Of Soddin Orion 4.18
05. Rastafahndung  3.40
06. Gulli Verreisen 4.59
07  Wirklich  3.14
08. Obscured By 5 3.48
09. Obscured By 5 (Nonplace Rmx + Extended) (18.17)
09.1. Remix 4:50
09.2.Extended 13.26
Musik: Burnt Friedman + Jaki Liebezeit
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