Verschiedene Interpreten – Starparade 1972 (1972)

FrontCover1.JPGUnd wieder mal so eine Benefiz-LP, diesmal galt es, dem Weltkinderhilfswerk der Veinten Nationen (UNICEF) zu unterstützen … mit dem klassischem Slogan „Der Reinerlös aus dem Verkauf dieser Langspielplatte fließt … “
Schirmherrin war die Frau des damaligen Bundespräsidenten, Frau Hilda Heinemann und dann noch dieser „Senator e.h. Dr. Franz Burda“, der dann auch gleich seine Zeitschrift „Die Bunte“ in die Waagschale warf.

Und auch diese LP bringt so ne bunte Mischung aus populären Melodien, die sich zum Teil noch heute ganz gut anhören lassen.

Klar, da schmettert der Heino („… und der Blacky mischte Karten … und Johnny saß schon wieder bei der Tänzerin … „), da präsentiert sich der Christian Anders als veritabler Gospelsänger (und der Bläser-Riff dieses Gospel-Songs erinnert doch verdammt an „Satisfaction“ von den Rolling Stones), Udo Jürgens versuchte sich bei seinem „…Und dann sagt man sich Goodbye“ (war mir bis dato so gar nicht bekannt), auch als Texter und versuchte dabei an seine „Merci Cherie“ Tradition anzuknüpfen.

Der olle Bill Ramsey schmettert das Liedchen über den „Trödler Abraham“ (abgewandelt wohl die Titelmusik für diesen blog… siehe unten)

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Ebenfalls selten das deutschsprachige Liedchen „Concerto“ von Cliff Richard und auch Adamo hatte schon bessere Lieder im Gepäck gehabt; gleiches gilt übrigens auch für den Sacha Distel … wobei dessen Lied durchaus so mancher Dame das Herz zu überlaufen bringen könnte … ja, ja, dieser alte Charmeur.

Aber dann kommt der Reinhard Mey mit seinem Klassiker „Ankomme, Freitag, den 13.“: noch heute kann ich mir über diese schelmische Ballade köstlich amüsieren …

Ebenfalls ein Klassiker: „Sag mir wo die Blumen sind“ von der großen Marlene Dietrich … noch heute beeindruckend in seiner Schlichtheit, ohne dass dadurch die Tiefe dieses Anti-Kriegs-Liedes leidet.

Ein wenig bombastischer dann die deutschsprachige Version von „Nathalie“, auch textlich hörenswert.

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Ein wenig überraschend taucht dann noch die Anneliese Rothenberger auf … keine Frage: die konnte schon singen … hier singt sie ja schon fast wie ein Engel aus anderen Sphären …

Also ein nette musikalische Zeitreise in eine Epoche, in der durchaus auch anspruchsvollere Lieder Platz auf so einer Benefiz finden konnten.

Interessieren würde mich, wie viele Einnahmen dann tatsächlich an die UNICEF überwiesen wurden …

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Titel:
01. Heino: In einer Bar in Mexico (v.Kleebsattel) 3.17
02. Christian Anders: Du hast sie verloren (Anders/Jay) 3.12
03. Howard Carpendale: Wenn unsere Liebe ewig so bliebe (Clan/Springbock) 2,41
04. Udo Jürgens: …Und dann sagt man sich Goodbye (Jürgens) 3.01
05. Bill Ramsey: Abraham (Hofer) 3.16
06. Cliff Richard: Concerto (Gordoni/Hertha) 2.59
07. Adamo: Komm in mein Boot (Adamo/Brandin) 4.08
08. Reinhard Mey: Ankomme, Freitag, den 13. (Mey) 4.52
09. Sacha Distel: Deine heimlichen Träume (Mayer/Kunze) 2.49
10. Marlene Dietrich: Sag mir wo die Blumen sind (Colpe/Seeger) 3.37
11. Gilbert Becaud: Nathalie (Becaud/Hertha/Delanoe) 2.49
12. Anneliese Rothenberger: Romance Espagnole (Traditional/Grund) 2.01

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Hey Leute, hört beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Zog einst bis an der Erde Ende,
ob ich Sonderbares fände,
Gaben, Lichter, Götter, oder Tand,
fand in Stein gehau´ne Fragen,
Zauberkunst aus alten Tagen,
fand die Weisheit am Poseidon Strand.

Hey Leute, hört beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Narrenspiel und hehre Dramen,
all das trug ich wohl zusammen
für die Jahrmarktsbude dieser Welt.
Wahrheit, Schein, Gerüchte, Lügen,
und kein Jota wird verschwiegen
wenn Abraham den Kirmes hält.

Hey Leute, hört beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Schönes aus den alten Zeiten,
edle Werte, die uns leiten,
und ein gutes Werk, das Heil erbringt.
Was noch für den Schwärmer bliebe,
ein paar Töne zarter Liebe,
wie´s der Gondoliere wohl besingt.

Tschumbamba, ba-tschumbamba, ba-tschumbambambaba!
Ja, kommt und wühlt in Kitsch und Künsten,
Abraham ist stets zu Diensten,
nehmt den Kram und werdet froh damit!
Bam Bam Bam tschumbamba…

Hey Leute, lest beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Weihnachten 2018 (25): Anneliese Rothenberger – Fröhliche Weihnachten wünscht Anneliese Rothenberger (1973)

FrontCover1.JPGWas all den Schlagerstars recht war, war Operetten und Opernsängern nur billig … regelmäßig besuchten sie die deutschen Tonstudios um ihren persönlichen Beitrag für weitere Weihnachtsalben beizutragen.

So auch die Anneliese Rothenberger.

Und sie machte es clever: Einerseits allseits bekannte Weihnachtslieder (quasi für die ganze Familie, oftmals mit Kinderchor – das kommt immer gut an), dann aber auch jede Menge unbekannte Weisen zur Weihnachtszeit (quasi für die kunstsinnigen Musikfreund).

Gerde die unbekannten Lieder sind ein kleines Eldorado für Entdecker …

Mir selbst ist ihr Gesang zu affektiert und ich glaube mich zu erinnern, dass mir früher ihr divenhaftes Gehabe ganz gewaltig auf den Keks ging … Meine Mutter hätte an diesen Aufnahmen jedoch ihre helle Freude gehabt.

Und deshalb widme ich diesen Beitrag meiner verstorbenen Mutter (von der ich gerade heute längt vergessene Familienschätze gefunden habe).

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Besetzung:
Anneliese Rothenberger (Sopran)
+
Münchner Kammerchor unter der Leitung von Franz Arnold
+
Kinderchor Käthe-Kollwitz-Gymnasium, München unter der Leitung von Franz Arnold
+
Symphonie-Orchester Graunke unter der Leitung von Kurt Graunke

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Auch hier gilt: Der Pelz gehört der Vergangenheit an

Titel:
01. Vom Himmel hoch da komm ich her / Kommet ihr Hirten (Luher/Traditional) 1.17
02. Leise rieselt der Schnee (Ebel) 1.49
03. Ein fröhliches Kinderlieder-Potpourri (mit Singschule)
03.1. Laßt uns froh und munter sein (Traditional)
03.2. Morgen kommt der Weihnachtsmann (Traditional(v.Fallersleben)
03.3. Kling Glöckchen, klingelingeling (Traditional/Enslin)
03.4. Ihr Kinderlein kommet (Schulz/v.Schmid)
03.5. O Tannenbaum (Traditional/Zarnack)
03.6. Schneeflöckchen, Weißröckchen (Traditional) 7.18
04. Winterliche Fahrt (Alabjew/Puschkin) / Der rote Sarafan (Warlamow) 3.36
05. Kosakisches Wiegenlied (Traditional/Bickenbach) 1.46
06. Süßer die Glocken nie klingen (Traditional/Kitzinger) 1.34
07. In dulci jubilo (Traditional/Bach) 1.16
08. Gloria in excelsis deo (Traditional) 1.40
09. Villancino – Baile de nadal (Traditional/Möller) 1.29
10. Voici la noël (Traditional) 1.46
11. Polnisches Hirtenlied (Traditional/Kucz) 1.11
12. Cansó de nadal (Traditional/Möller) 1.49
13. O Little Town Of Bethlehem (Traditional) 1.27
14. Canzono dei zampognari (Traditional/Kopisch) 1.43
15. Grünet Felder, grünet Wiesen (Traditional) 1.32
16. Venez, Bergers (Traditional/Bickenbach) 1.40
15. Weihnacht, wie bist du schön (Traditional) 3.27
16. Heiligste Nacht (Traditional/Haydn) + Freude, schöner Götterfunken (Beethoven) 1.41

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Franz Lehár – Querschnitte aus den Operetten „Das Land des Lächelns“ + „Die lustige Witwe“ (1956)

FrontCover1Ja, ja, der Franz Lehár … und seine Operetten … diverse Veröffentlichungen seiner Melodien durften natürlich in den 50er Jahren nach der Nazi-Barberei nicht fehlen.

Den Werdegang von Franz Lehár kann man online ausführlich recherchieren … mich hat dieser Auszug aus wikipedia wieder mal besonders beschäftigt/bewegt:

„Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland hatte auch für Lehár große Auswirkungen, da er „sich ausnahmslos jüdischer Textbuchverfasser bei seinen Operetten bedient: Leo Stein, Bela Jenbach, Bodanzky, Reichert, Julius Bauer, Julius Brammer, Alfred Grünwald, Herzer, Löhner-Beda, Marton, Willner“ und „in Wien ausschließlich in jüdischen Kreisen“ verkehre. Einen Ariernachweis hatte Lehár für sich und seine Frau mit dem Hinweis, sie seien beide katholisch, nie erbracht.Er war aber wegen seiner jüdischen Gattin Sophie (geborene Paschkis) angreifbar und erhielt nur wegen Hitlers besonderem Interesse eine Sondergenehmigung zur Berufsausübung. Die anfänglichen Anfeindungen gegen ihn und sein Werk, die vor allem vom Amt Rosenberg ausgingen, verstummten dank der Interventionen von Goebbels, und seine Operetten wurden dann wieder auf den Spielplänen der deutschen Theater geduldet.

1938 wurde Lehárs Frau zur „Ehrenarierin“ erklärt. Im selben Jahr denunzierte Lehár den jüdischen Rechtsanwalt Eitelberg bei dem Staatsrat und SS-Sturmbannführer Hans Hinkel, der Lehárs Gönner im Reichspropagandaministerium war. Von Hinkel erhält er noch Anfang Januar 1945 einen herzlichen Heil-Hitler!-Neujahrsgruß. Am 12. Januar 1939 und am 30. April 1940 empfing Lehár in Berlin beziehungsweise Wien Auszeichnungen aus Hitlers Hand, darunter eine Goethemedaille. Zu Hitlers Geburtstag 1938 schenkte Lehár seinem berühmten Verehrer ein in rotes Maroquin-Leder gebundenes Bändchen zur Erinnerung an die 50. Aufführung der Lustigen Witwe. 1941 stellte er sich für Propagandakonzerte im besetzten Paris zur Verfügung. Ende 1942 weilte er in Budapest, um die Aufführung seiner alten Zigeunerliebe vorzubereiten – in einer wohlweislich vollständig „arisierten“ Textfassung. Gleichwohl wurde einmal versucht, Lehárs Gattin zu deportieren.

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Lehárs Freund, der Librettist Fritz Löhner-Beda, wurde am 4. Dezember 1942 im KZ Auschwitz ermordet. Zwar findet sich in der Literatur die Behauptung, Lehár habe sich erfolglos um die Freilassung Löhners durch eine persönliche Vorsprache bei Hitler bemüht, aber hierfür gibt es bislang keine Belege. Jüngere Recherchen ergaben im Gegenteil, dass Lehár nichts unternahm und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beteuerte, von nichts gewusst zu haben.“

Und wenn ich solche Zeilen lese … wird mir nicht nur speiübel, sondern ich verliere jede Lust, auf diese EP näher einzugehen … sorry !

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Besetzung:

„Das Land des Lächelns“:
Peter Anders – Dipperle Trude – Willy Hoffman – Anneliese Rothenberger
+
Großes Operttenorchester unter der Leitung von Franz Marszalek

„Die lustige Witwe“:
Valerie Bak – Hoffmann Willy – Walter Ludwig –  Elfriede Trötschel
+
Chor der Bayerischen Staatsoper
+
Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Edmund Nick

FranzLehár

Franz Lehár

Titel:
01. Querschnitt durch die Operette „Das Land des Lächelns“ (Lehár/Herzer/Löhner-Beda) 15.42
02. Querschnitt durch die Operette „Die lustige Witwe“ (Lehár/Léon/Stein) 15.42

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Verschiedene Interpreten – Auf der Strasse der Erinnerung – Die schönsten Evergreens von gestern und heute (Teil 3: Ewig junge Operette) (1969)

FrontCover1Und hier nun Teil 3 dieser 10teilige Schallplatten-Serie die von Reader´s Digest im Jahr 1969 als oppulente Box veröffentlicht wurde.

Zum besseren Verständnis hier ein paar Zeilen aus der vollmundigen Werbung für dieses Produkt:

„Auf 10 großen Langspielplatten ein 6 Stundenprogramm mit all Ihren Lieblingsmelodien zum Tanzen und Träumen ! Sie werden diese Evergreens mitsingen, mitsummen, mitpfeifen: morgens, abends, an einem Werktag, am Sonntag, bei einer Party – und immer werden Sie dabei vor sich hinlächeln in Gedanken an schöne Zeiten – damals.“

Sehr überraschend ist, dass bei der Werbung in keiner Zeile erwähnt wird, dass die Innenhüllen der jweiligen LP´s vollgestopft mit Informationen sind: Jedes Lied wird ausführlich dargestellt und seine Historie geschildert – für mein Dafürhalten eine sehr ungewöhnliche Form der Präsentation, gerade im Bereich der leichten Muße. Eine derartige Akribie ist mehr als wohltuend.

Teil 3 dieser Edition trägt den Titel „Ewig junge Operette“ und ist eine bunte Mischung von mehr oder weniger bekannten Klassikern dieses Genres.

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Peter Minich

Meine Neigung für Operetten-Musik tendiert gegen Null, aber natürlich soll diese 1oteilige Edition hier zur Gänze präsentiert werden … Teil 4 heißt dann „Ausgerechnet Bananen“ und dann wird´s auch wieder witziger: versprochen !

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Titel:
01. Heinz Hoppe: Dein ist mein ganzes Herz (Lehár) 3.14
02. Anneliese Rothenberger: Mein Herr Marquis (Strauß jun.) 3.24
03. Peter Minich: Komm, Zigan (Kálmán/Brammer/Grünwald) 2.56
04. Herta Staal + Harry Friedauer: Mausi, süß warst du heute nacht (Abraham/Gründwald/Beda/Foldes) 3.17
05. Hilde Güden: Vilja-Lied (Lehár/Leon/Stein) 2.55
06. Ruth-Margret Pütz + Heinz Hoppe: Mädel klein, Mädel fein (Lehár/Willner/Bodansky) 2.38
07. Peter Minich: Grüß mir mein Wien (Kálmán/Brammer/Grünwald) 2.19
08. Adele Leigh: Klänge der Heimat (Strauß., jun) 4.25
09. Ruth-Margret Pütz + Heinz Hoppe: Wer uns getraut ? (Strauß., jun/Schnitzer) 4.00
10. Harry Friedauer: Was hast du schon davon, wenn ich dich liebe (Benatsky) 2.34
11. Anna Moffo + Richard Fredricks: Über die Prärie (Friml/Stohart/Harbach/Hammerstein) 5.11
12.  Ruth-Margret Pütz + Heinz Hoppe: Tanzen möcht´ ich, jauchzen möcht´ ich (Kálmán/Stein/Jenbach) 2.38
13. Peter Minich: Da draußen im duftigen Garten (Strauss/Dörmann/Jacobson) 4.23
14. Rise Stevens + Anneliese Rothenberger + Adele Leigh – Eberhard Wächter + George London + Erich Kunz: Finale aus der „Fledermaus“ (Strauß., jun) 4.34

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Verschiedene Interpreten – Weltstars singen Lortzing (1966)

FrontCover1Nun ja … der Albert Lortzing:

Gustav Albert Lortzing (* 23. Oktober 1801 in Berlin; † 21. Januar 1851 ebenda) war ein deutscher Komponist, Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent. Er gilt als Hauptrepräsentant der deutschen Spieloper, einer deutschsprachigen Variante der Opéra comique.

Albert Lortzing wurde als Sohn des ehemaligen Lederhändlers Johann Gottlieb Lortzing (1775–1841) und dessen Ehefrau Charlotte Sophie geb. Seidel (1780–1845) geboren. Die Eltern gründeten die Berliner Theatergesellschaft „Urania“ und machten ihr Hobby zum Beruf. Sie gaben das Geschäft auf und zogen als Schauspieler („Gaukler“) durch fast alle deutschen Provinzen. 1811 zog die Familie nach Breslau an das dortige Theater. Im Sommer 1813 hatten sie ein Engagement in Bamberg, anschließend in Coburg, dann in Straßburg, in Baden-Baden und in Freiburg. Der erste Bühnenauftritt des Sohnes war im Kornhaus am Freiburger Münster, wo der 12-Jährige in den Pausen „unter lebhaftem Beifall“ das Publikum mit komischen Gedichten entzückte.

Ab 1817 gehörte Familie Lortzing zum Ensemble von Josef Derossi im Rheinland, die als Wanderschauspieler unter anderem im Alten Komödienhaus Aachen, in Bonn, Düsseldorf, Barmen und Köln auftraten. Der junge Lortzing wurde zum Publikumsliebling in den Rollenfächern Naturbursche, „jugendlicher Liebhaber“ und Bonvivant, aber auch als Sänger (Tenor) engagiert. Das musikalische und insbesondere kompositorische Rüstzeug erhielt er als Schüler des Berliner Komponisten, Musikpädagogen und Sing-Akademie-Direktors Carl Friedrich Rungenhagen, in dessen Chor er auch als Tenor sang.

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Lortzings Wohnhaus in Leipzig 1844–1846

Am 30. Januar 1824 heirateten Lortzing und die Schauspielerin Rosina Regina Ahles. Das Ehepaar hatte elf Kinder, von denen sechs das Kindesalter überlebten. Ab Herbst 1826 gehörte das junge Ehepaar Lortzing zum Hoftheater in Detmold, das auch Münster und Osnabrück bespielte. Lortzing wurde am 3. September 1826 in die Freimaurerloge „Zur Beständigkeit und Eintracht“ in Aachen aufgenommen. In Detmold komponierte er u. a. das Oratorium Die Himmelfahrt Christi, das in Münster uraufgeführt wurde, freilich mit einer Rüge des Münsterschen Regierungspräsidenten, da der Schauspieler Lortzing „als Compositeur durchaus keinen Ruf“ habe.

In Detmold kam es zu einem Streit mit dem exzentrischen Dichter Christian Dietrich Grabbe, der jedoch bald beigelegt wurde. Für Don Juan und Faust, Grabbes einziges Drama, das zu dessen Lebzeiten auf eine Bühne kam, hatte Lortzing Bühnenmusik komponiert; er selbst trat in der Rolle des Don Juan auf, seine Frau als Donna Anna, wofür Lortzing in einer Frankfurter Zeitung von einem Anonymus eine überschwänglich lobende Kritik erhielt. Gepriesen wurde freilich auch das Drama „dieses genialen Dichters“. Rezensent war der geniale Dichter selbst – es war damals nicht unüblich, Eigenwerbung in Form von Rezensionen zu betreiben.

Am 3. November 1833 gaben die jungen Lortzings ihr Debüt am Leipziger Stadttheater, wo seit 1832 auch Lortzings Eltern Mitglieder des Ensembles von Friedrich Sebald Ringelhardt waren. Hier wurde Albert Lortzing Mitglied des Künstlerclubs Tunnel über der Pleiße, und 1834 schloss er sich der Leipziger Freimaurerloge „Balduin zur Linde“ an. Von 1833 bis 1838 wohnte Lortzing mit seiner Familie im Leipziger Naundörfchen (Nr. 1008), zog dann in die Frankfurter Straße (Nr. 1086, neben der Großen Funkenburg) und erst im Frühjahr 1844 in das Gartenhaus der Funkenburg, welches oft als einziger Leipziger Wohnsitz angegeben wird.

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Albert Lortzing

Im Leipziger Ensemble war Lortzing überaus beliebt, glänzte vor allem in Nestroy-Komödien. Seine Neigung zum Improvisieren, zum Abweichen vom genehmigten Rollentext, machte ihn allerdings zum Problemfall für die Theaterpolizei. Auch seine ersten komischen Opern hatten es unter der Leipziger Zensur nicht einfach. Die Oper Zar und Zimmermann, in der es um eine bornierte Obrigkeit geht, wurde am 22. Dezember 1837 in Leipzig uraufgeführt. Lortzing sang selbst den Peter Iwanow. Doch erst die Berliner Aufführung 1839 wurde ein umjubelter Erfolg und brachte den Durchbruch.
Waffenschmied-Relief und Gedenktafel am Wiener Wohnhaus Lortzings auf der Wieden
Gedenktafel am Haus Luisenstraße 53 in Berlin-Mitte

1844 wurde Lortzing Kapellmeister am Stadttheater Leipzig. Im April 1845 waren seine „rheumatischen Beschwerden“ der vorgeschobene Grund für eine Kündigung. An seiner Entlassung konnten auch die wiederholten Proteste des Publikums nichts ändern. In einem offenen Brief, den fast alle im Ensemble unterschrieben, hatte er gegen Maßnahmen des Stadtrats Einspruch erhoben. Zwischen 1845 und 1847 wirkte Lortzing als Kapellmeister am Theater an der Wien. 1848 schrieb er – ganz im Sinne der zeitgenössischen Freiheitsbewegung (vgl. Märzrevolution) – Text und Musik seiner politischen Oper Regina, benannt nach seiner Frau, ein Werk, in dem es nach heutigen Begriffen um Arbeitskampf, aber auch um Selbstmordterror geht. Letzte abendfüllende Oper war 1849 seine Märchensatire auf den Militärstaat Preußen Rolands Knappen, worin z. B. im Kehrreim gefragt wird: „Und das soll eine Weltordnung sein?“

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Lortzing mit seinem Freund Philipp Reger, 1844. Daguerreotypie

1848 verlor er sein Engagement und musste, um mit der großen Familie zu überleben, noch einmal Engagements als Schauspieler antreten (Gera, Lüneburg). 1850 wurde er in Berlin Kapellmeister am neu eröffneten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater. Am Morgen des 21. Januar 1851 starb Albert Lortzing, überarbeitet und hochverschuldet. Zur Beerdigung auf dem II. Sophien-Friedhof in Berlin-Mitte vier Tage später fanden sich u. a. Giacomo Meyerbeer, Heinrich Dorn, Wilhelm Taubert und Carl Friedrich Rungenhagen ein. Lortzings Theaterkollegen hatten seinen Sarg mit den – an die gescheiterte Revolution von 1848/1849 erinnernden – Farben Schwarz-Rot-Gold ausgekleidet. Das Ehrengrab der Stadt Berlin mit einem Denkmal, gesetzt von den Mitgliedern des Herzoglichen Hoftheaters in Braunschweig, befindet sich in der Abt.IX-6-47/48.

In zahlreichen deutschen Städten wird mit einer Lortzingstraße seiner gedacht. (Quelle: wikipedia)

Nun, es mag ja sein, dass der Albeert Lortzing auch der Urvater der Sozi-Oper war, denn „1848/49 schrieb Albert Lortzing eine bemerkenswerte Freiheits-Oper. „Regina“ ist ein Werk im Sinne der Paulskirche und im Geist vor allem von Robert Blum, einem Urvater der deutschen Linken. Merkwürdigerweise wurde das Stück bis heute fast ignoriert.“ (Quelle: Welt.de)

Dennoch kann ich ihm so gar nichts angewinnen … aber das will ja auch nichts heißen …

Von daher: vielleicht erfreut sichaj der eine oder andere an diesen Aufnahmen …

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Besetzung:
Berliner Symphoniker unter der Leitung von Berislav Klobucas (bei 02.
Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Robert Heger (bei 01., 03., 07.
Radio Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Robert Heger (bei 04., 07.)
Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Robert Heger (bei 05.)
Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Fritz Lehan (bei 09.)

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Titel:

Gottlieb Frick:
01.  O sanctus justicia – Oh, ich bin klug und weise (aus „Zar und Zimmermann) 6.31

Fritz Wunderlich + Helga Hildebrand:
02. Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen (aus „Zar und Zimmermann“) 4.44

Hermann Prey:
03. Sonst spielt´ich mit Zepter (aus „Zar und Zimmermann“) 5.55

Anneliese Rothenberger:
04. So wisse, daß in allen Elementen (aus“Undine“) 7.30

Peter Schreier:
05.  Vater, Mutter, Schwestern, Brüder (aus“Undine“) 2.27

Fritz Ollendorff:
06. Fünftausend Taler (aus „Der Wildschütz“) 5.32

Erika Köth:
07. Die Eifersucht ist eine Plage (aus „Zar und Zimmermann“) 5.03

Nicolai Gedda:
08. Hinweg, hinweg dein dräuend Angesicht (aus“Undine“) 7.31

Kurth Böhme:
09. Auch ich war ein Jüngling (aus „Der Waffenschmied“) 5.35

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Gedenktafel am Haus Luisenstraße 53 in Berlin-Mitte

Verschiedene Interpreten – Sag es mit Blumen – Die schönsten Blumenlieder (1981)

FrontCover1Neulich habe ich hier ja ein ausführliches Interview mit Loki Schmidt präsentiert … und zwar hier.

Und hier ein ganz praktisches Beispiel für jenen Bereich, der Loki Schmidt quasi zeitlebens eine Herzensangelgenheit war. Der Schutz von gefährdeten Pflanzen.

Und so erschien 1981 mal wieder ne Benefiz-LP, diesmal gingen 25,0 DM an die „Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Und bot es sich an, ein Album mit den „schönsten Blumenliedern“ zuzusammen zu stellen.

Dabei konzentrierte man sich allerdings vorrangig auf Aufnahmen aus der Welt der Operette und so kann man hier ein hübsches Stell-Dich-ein von bekannten Interpreten wie Heinz Hoppe, Ingeborg Hallstein, Anneliese Rothenberger oder Hermann Prey anhören.

Aber auch die Volksmusik kommt nicht zu kurz und Heino´s „Blau blüht der Enzian“ musste natürlich auch mit von der Partie sein.

Jetzt mal unabhängig von der Musikauswahl, die nun nicht direkt zu meiner ersten Wahl gehört: Das Thema an sich hatte und hat sein Bedeutung und Wichtigkeit, aber das predigen die Grünen ja schon seit langer Zeit. Von daher war diese LP ja eigentlich auch eine kleine Verbeugung vor dieser damals noch in den Kinderschuhen steckenden Bewegung.

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Titel:
01. Heinz Hoppe: Dunkelrote Rosen (Millöcker/Zell/GEnee/Steffan/Knepler) 2.27
02. Ingeborg Hallstein: Ein Blumenstrauß aus Nizzy (Buday/Hilm) 4.00
03. Peter Minich: Schneeweißes Maiglöckchen (de Fries/Ulrich) 4.05
04. Anneliese Rothenberger: Schneeglöckchen (Hardt-Warden/Loose/Stolz) 2.40
05. Fritz Wunderlich: Schenkt man sich Rosen in Tirol (Zeller/West/Held) 3.01
06. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.02
07. Maria und Margot Hellwig: Sag es mit Blumen (Bütow/Pistorius) 2.56
08. Guiseppe Di Stefano: Von Apfelblüten einen Kranz (Lehár/Léon/Herzer/Löhner) 4.03
09. Lolita: Wenn die kleinen Veilchen blühen (Stolu/Hardt-Warden) 2.47
10. Hermann Prey: Draußen in Sievering blüht schon der Flieder (Strauß/Adler) 3.40
11. Das Kollmannsberger Duo + Die Wendelsteinmusikanten: Almenrausch und Edelweiß (Traditional) 3.45
12. Willy Schneider: Auf der Heide blühn die letzten Rosen (Stolz/Balz) 3.05

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Verschiedene Interpreten – Wim Thoelke präsentiert: Stars & Chöre – Die schönsten Chorlieder (1977)

FrontCover1„Der grosse Preis“ war die Nachfolge Sendung der ZDF Quiz-Serie „Drei mal neun“ und ganz sicher unabdingbar mit dem Moderator Wim Thoelke verknüpft.

Es war gediegene Samstagabend-Unterhaltung mir fröhlichen Kandidaten, liebreizenden Assistentin, einem unverwüstlichem Walter Spahrbier und natürlich die unvergessenen Maskottchen der Sendung „Wum & Wendelin“ aus der Feder des großartigen Loriots.

Und natürlich hatte auch diese Unterhaltungs-Serie den Anspruch gutes zu tun und sponserte daher die vom ZDF initiierte Sozialorganisation „Aktion Sorgenkind“ (heute: Aktion Mensch).

Und wer war Wim Thoelke ?

Sein Spitzname war ja eigentlich „Big Wim „, was bei Georg Heinrich Wilhelm Thoelkes hünenhafter Statur auch nicht weiter verwundert. Doch wer heute seinen Namen liest, dem klingt unweigerlich der energische Ruf „Thoeeeelke!“ von Loriots Zeichentrickhund Wum in den Ohren. 220 Mal in 17 Jahren, von 1974 bis 1992, präsentierten Wim, Wum und Elefant Wendelin die ZDF -Quiz-Show „Der Große Preis“ und lockten jedes Mal bis zu 25 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm. Die mit dem Ratespiel verbundene Lotterie zugunsten der Aktion Sorgenkind (heute Aktion Mensch) brachte in dieser Zeit 1,7 Milliarden Mark für die Behindertenhilfe ein – ein Erfolg, der im Wesentlichen auf der stets seriös-korrekten Liebenswürdigkeit des Showmasters beruhte.

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Die Fernsehkarriere des am 9. Mai 1927 in Mülheim/Ruhr geborenen Sohns eines Studiendirektors begann 1955 in den Sportredaktionen des WDR und des Süddeutschen Rundfunks. Dort erwarb Thoelke sich das nötige Rüstzeug, um 1963 beim ZDF, zusammen mit Harry Valerien und Rainer Günzler, „Das Aktuelle Sportstudio“ aus der Taufe zu heben. 1970 bot ihm das ZDF die Position eines Hauptabteilungsleiters an, doch Thoelke wechselte lieber in die Unterhaltung und präsentierte fortan „Drei mal Neun“, die Nachfolge-Show von Peter Frankenfelds „Vergißmeinnicht“. Dass der schon damals immer etwas steif und unbeholfen wirkende Moderator neben seiner TV-Karriere beruflich noch etliche andere Eisen im Feuer hatte, wussten die wenigsten Zuschauer. Der begeisterte Hobby-Pilot gründete – allerdings mit begrenztem Erfolg – zwei Fluglinien, verkaufte Autos, entwarf Hemden und Krawatten und errichtete als Bauunternehmer Reihenhaussiedlungen.

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1991 musste sich der umtriebige und doch so gelassen wirkende Thoelke einer Herzoperation unterziehen. Kurz darauf trat „Big Wim“ mit 65 Jahren von der großen Show-Bühne ab. Die Privatsender hatten begonnen, die deutsche Fernsehlandschaft gründlich umzukrempeln und der alte Hase spürte genau, dass seine Zeit auf der Mattscheibe vorbei war. Zudem hatte sein Haussender deutlich gemacht, dass man den „Großen Preis“ in jüngere Hände legen wollte. Umso verletzter war Thoelke, wie er auch in seinem Buch „Stars, Kollegen und Ganoven“ deutlich machte, als Intendant Dieter Stolte ausgerechnet den sechs Jahre älteren Hans-Joachim Kulenkampff zum Nachfolger auserkor. Am 26. November 1995 erlag Wim Thoelke zu Hause in Wiesbaden seinem Herzleiden. (Quelle: .wdr.de)

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Nicht unbedingt meine Kragenweite, aber immerhin habe ich erfahren, dass der Klassiker „Horch, was kommt von draußen rein“ eigentlich aus Schweden stammt und ein Lied wie „Amazing Grace“ kann auch in der deutschen Fassung „Auf Wiedersehn, ihr Freunde mein“ seinen ganz besonderen Charme entfalten.

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Titel:
01. Gotthilf Fischer/Fischer Chöre: Ein Jäger aus Kurpfalz (Traditional) 2.22
02. Peter Schreier/Männerchor des Bayerischen Rundfunks: Im Krug zum grünen Kranze (Reichardt) 2.07
03. James Last & Chor: Und Der James Last-Chor: Kalinka (Traditional) 3.43
04. Anneliese Rothenberger & Der Tölzer Knabenchor: Schlafe, mein Prinzchen, Schlaf ein (Flies/Mozart) 3.48
05. Hermann Prey & Opernchor: Guten Abend euch allen (Traditional) 2.40
06. Roy Black & Die Fischer Chöre: Muß i denn, muß i denn (Traditional) 2.48
07. Karel Gott & gemischter Chor: Wen die Götter lieben (Volauvent/Gordoni/Spruth) 2.53
08. Heino & Die Westfälischen Nachtigallen: Am Brunnen vor dem Tore (Traditional/Schubert) 2.54
09. Freddy Quinn & Kurt Lindenau-Chor: Droben im Oberland (Silcher/Wende) 3.30
10. Die Westfälischen Nachtigallen: Horch, was kommt von draußen rein (Traditional) 2.55
11. Peter Rubin & Kinderchor: Wohin die Füße tragen (Twardy/Bartels) 2.50
12. Vicky Leandros & Chor: Auf Wiedersehn, ihr Freunde mein (Amazing Grace) (Leandros/Munro/Flor/Traditional) 3.18

MC1A

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