Troubleshooters – All About Soul (2010)

FrontCover1.jpgMein Faible für diese sog. „Amateur-Bands“ dürfte hinlänglich bekannt sein. Und hier bekommt er neue Nahrung und was für eine !

Wir reden von den famosen Troubleshooters aus München !

Oder um ein wenig stilechter zu schreiben:

Hey, we´re talkin´`bout the Troubleshooters, brothers and sisters !

Wir reden als vom lupenreinen Soul in all nur erdenklichen Varianten:

„Wenn Funk-Rhythmen auf Blues-Skalen treffen, wenn sich scharfe Bläser-Riffs gegen den Druck der Rhythmus-Gruppe stemmen, wenn die Wände wackeln und die Tische tanzen: Dann ist dasSoul!

Und die Troubleshooters aus München sind definitiv die heißeste Soulband der Stadt!

Ihr Programm entführt in die sechziger Jahre, führt in einem Bogen über die Siebziger und die Achtziger bis hinein in die Neuzeit. Klassiker von Wilson Pickett, Aretha Franklin oder den Blues Brothers verbinden sich im Setup der Band harmonisch mit den auf die Tanzfläche treibenden Songs von Tower of Power, Incognito, dem jungen Phil Collins oder Jamiroquai.

Stilsicher arbeitet sich die 13-köpfige Münchner Formation durch die Jahrzehnte – mit einem stets geltenden Versprechen: Soul macht Spaß! Dem Dutzend oben auf der Bühne und den Hunderten unten im Saal.“ (Selbstdarstellung)

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So isses … und sie lassen ihre Finger auch nicht von Klassikern wie „We Can Work It Out“ (da geht aber die Post ab !) oder „Urgent“ (von Foreigner) … und das ist gut so …

Wer auf scharfen Soul steht, der ist hier mehr als gut bedient und selbst bei mir altem Knacker wackelten beim Hören die Hüften und die Füßen blieben einfach nicht still ..

Ein Party-Knaller nach dem anderen .,. da hätte der DJ nur noch diese CD abzuspielen, alles andere käme dann von alleine …

That´Soul, brothers and sisters !

Die Troubleshooters gibt´s seit 2005 und soweit ich das überblicke, kochen sie immer noch ihr heißes Soul-Süppchen …

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Besetzung:
Helmut Berger (trombone)
Sabine Bürger (saxophone)
Daniel Bolkenius (guitar)
Christian Eibl (percussion)
Carsten Fabian (drums)
Markus Frey (trumpet)
Esmeralda Geis (trumpet)
Maximilian Höcherl (vocals)
Markus Jehle (keyboards)
Marcus Negraszus (drums)
Sven Pohl (vocals)
Christoph Schneider (bass)
Janine Schrader (saxophone)
Anita Stare (vocals)
Bine Trinker (vocals)

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Titel:
01. Bad Girl (Summer/Edward/Hokenson/Esposito) 4.48
02. We Can Work It Out (Lennon/McCarntey) 3.36
03. Soulman (Hyes/Porter) 3.08
04. Midnight Train To Georgia (Weatherly) 4.00
05. Time After Time (unbekannt) 4.55
06. Easy Lover (Bailey/Collins/Gale/East) 5.08
07. Urgent (Jones) 4.44

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Und so schaut das dann live aus …

Joe Sachse – One Take (2010)

FrontCover1Wer an zeitgenössischem, durchaus avantardistischem Jazz Interesse hat, wird hier fündig:

Dreh- und Angelpunkt ist Gitarriste Joe Sachse, „dem Jimi Hendrix der DDR“.

Helmut „Joe“ Sachse (* 28. Oktober 1948 in Mittweida) ist ein deutscher Jazzgitarrist.

Sachse studierte von 1973 bis 1978 an der Hochschule für Musik Weimar. Schon früh trat er in verschiedenen Gruppen von Manfred Schulze auf, etwa in der Gerhard-Stein-Combo.

Mitte der 1970er Jahre gründete er sein eigenes Quartett, das sich bald zum Quintett Osiris erweiterte, dem Manfred Hering, Hannes Zerbe, der Bassist Christoph Winkel und Wolfram Dix angehörten. Osiris ging mit Charlie Mariano und Toto Blanke auf DDR-Tournee.

Ende der 1970er Jahre spielte er im Duo mit Uwe Kropinski, das später mit Hannes und Conny Bauer zum Doppelmoppel erweitert wurde (Schallplatte 1980) und auf zahlreichen internationalen Festivals, etwa auf dem Moers Festival spielte; in dieser Gruppe und bei Soloprojekten hat Sachse auch zur Querflöte gegriffen.

Anfang der 1980er Jahre spielte er in der Heinz Becker Group (Schallplatte 1982), und mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Heinz Becker und Klaus Koch im Quartett, aber auch im Trio mit Petrowsky und im Duo mit Manfred Hering. Im weiteren arbeitete er mit George Lewis, David Moss, John Tchicai, Maggie Nicols, Peter Kowald, Fred Van Hove, Paul Rutherford und Peter Brötzmann. (Quelle: wikipedia)

Oder so:

„Helmut „Joe“ Sachse (*1948 in Mittweida), entstammt musikalisch der ostdeutschen Jazzszene, mit deren Vertretern er fast ausnahmslos zusammenspielte. Darüberhinaus trat er mit anderen internationalen Musikern auf:
Carmell Jones, Leo Wright, Mighty Flea Conners, Charlie Mariano, John Tchicai, John Marshall, David Moss, Peter Brötzmann, Tony Oxley, Jack Bruce, Han Bennink und Albert Mangelsdorff. Ab den 90er Jahren begann er Standards auch aus der Rockmusik zu übernehmen. Seine charakteristische Spielweise brachte ihm Etikettierungen wie „Jimi Hendrix der Jazzgitarre“, „Hohepriester“ oder „Hexenmeister“ der Elektrogitarre ein. Die Frankfurter Rundschau schließlich kührte ihn zum „Größten unbekannten Gitarristen Deutschlands“.
1990 wurde seine zweite Soloplatte mit der „Goldenen Amiga“ ausgezeichnet. „(Selbstdarstellung Joe Sachse)

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Nun aber zu diesem Album, dass er live mit keinen geringerne Musikern als John Marshall (wer erinnert sich: Soft Machine, Nucleus ?) und Fred Thelonious Baker (ebenfalls ex-Soft Machine und ein musikalischer Wegbegleiter vieler Jazzmusiker auf der ganzen Welt).

Die Augen der Zuschauer vermögen der Schlagzahl der rechten Hand auf der Gitarre kaum zu folgen, wenn Joe Sachse sich in rasanten Läufen gemeinsam mit John Marshall am Schlagzeug und Fred Baker am Bass dem Trio-Crescendo nähert. Sachse hat die klassische Arbeitsteilung der Hände beim Gitarrenspiel aufgegeben und entwickelte eine beidhändige polyphone Fingertapping- und Percussionstechnik, die er auf Saiten und Korpus reißt und schlägt sowie mit verzerrtem Sound kombiniert. Zusätzliche Soundeffekte mit Glissandowirkung zaubert Sachse mit Hilfsmitteln wie einem Schraubenzieher auf den Stahlsaiten. Solche ebenso kreative wie virtuose Klangschöpfungen lassen sein Spiel artistisch wirken. Doch man nimmt ihm ab, dass er diese zirzensischen Läufe nicht als Selbstzweck praktiziert. In seinen Sound-Basteleien sind die Bezüge zu Jimi Hendrix zu erkennen, dem Sachse zwei CDs widmete und die ihm einst den Titel „Hendrix der DDR“ einbrachten.

Auf diesem Album integriert sich Sachses Spiel in die energetische und ausschweifende Jazz-Rock-Konzeption des Trios mit dem früheren Soft-Machine- und Nucleus-Drummer John Marshall sowie dessen Freund aus der Soft Machine Legacy-Zeit, dem Bassisten Fred Thelonious Baker. Extreme Dynamiksprünge, selten zarte Gitarrenläufe und swingende Beats, meistens dagegen rasend schnelle und rhythmisch vielschichtige Interaktionen prägen das Spiel von Sachse, Marshall und Baker. „Nasobem“, eine Komposition nach einem Gedicht von Christian Morgenstern hebt mit einem hart rockenden Up-Tempo-Lauf an, wechselt zu einer melodischen Passage, um dann wiederum abrupt in ein Hochgeschwindigkeits-Crescendo zu münden und mit einem Schlagzeug-Solo zu enden. Sachses Bewunderung gilt nach eigener Aussage Marshall, der die Phrasen der Themen umspielt und dabei, nie wiederholend, die Kompositionen „kommentiert“. Das Lob schießt auch Baker ein, der mühelos zwischen Basslinien und Melodie wechselt sowie frei kontrapunktisch Läufe zupft. Bakers Soli überzeugen mit reizvollen harmonischen Wendungen und Verzierungen des Themas und laufen nur selten straight im Grundrhythmus.

Live
Ins Ohr gehen vor allem die Flamenco-gesättigten Kompositionen wie „Der Geist von Toledo“ oder „Für Oki“ mit den eingängigen Gitarren-Läufen und den melodischen Bass-Linien. Dann kann Sachse sein doppelt percussives Spiel auf der Gitarre ausleben. Der Gitarrist klopft auf die Rückseite des Gitarrenhalses, während er zugleich die rhythmisch verzwickten Saitenläufe anreißt und beides mit Glücksschreien quittiert. Eingeschoben zwischen die schnellen Jazzrock-Stücke sind etwa beim „Altersswing“ Experimente mit Sound-Collagen auf Gitarre und Bass, die vom frei pulsierenden Schlagzeug abgerundet werden. (Quelle: jazzpages.com)

Macht ganz schön neugierig eine solche Konzertbeschreibung … wie gesagt: für Freunde eher avantardistischer und exzellenter Klänge !

Aufgenommen wurde diese Album im Kreiskulturhaus Berlin, am 30. Januar 2010 (und zwar durch den Radiosender RBB)

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Besetzung:
Fred T. Baker (bass)
John Marshall (drums)
Joe Sachse (guitar)

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Titel:
01. Nasobem (Sachse) 5.56
02. Blues für Kati (Sachse) 8.09
03. Der Geist von Toledo (Sachse) 7.02
04. Alterswing (Sachse) 6.53
05. Für Oki (Sachse) 9.3506. Freie Improvisation – Riff (Sachse) 5.54
07. Round Midnight (Monk) 5.45
08. Kang Ding Quin Ge (Sachse) 10.36
09. Weber (Sachse) 3.28
10. One Line Springworm für Jürgen Haufe (Sachse) 5.27
11. Swinool (Sachse) 8.19

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DerÄsthet

Wir sind Helden – Bring mich nach Hause (2010)

FrontCover1Wir sind Helden ist eine deutsche Pop-Rock-Band um die Sängerin Judith Holofernes, die im Jahr 2000 in Hamburg gegründet wurde und zuletzt in Berlin ansässig war. Nach zwölf erfolgreichen Jahren gab die Gruppe Anfang April 2012 bekannt, auf unbestimmte Zeit zu pausieren.

Die Leadsängerin der Gruppe, Judith Holofernes, trat schon vor der Gründung von Wir sind Helden als Solokünstlerin in Berliner Clubs auf und veröffentlichte auch ein eigenes Album Kamikazefliege. Auf der Suche nach Musikern, die ihren Gesang begleiten konnten, traf Holofernes 2000 beim Popkurs in Hamburg den Schlagzeuger Pola Roy und Jean-Michel Tourette, der Gitarre und Keyboard spielt.

Zu Beginn trat die Gruppe unter dem Namen von Judith Holofernes auf[2] und veröffentlichte einige Titel in der Online-Musikplattform BeSonic. Der Bassist Mark Tavassol wurde erst später von Pola Roy als Bandmitglied vorgeschlagen und erklärte sich nach einigen Wochen bereit, in der nun unter dem Namen Helden auftretenden Gruppe mitzuwirken. Später änderten sie den Namen zu Wir sind Helden, da der ursprüngliche Name Helden schon von einer anderen Band benutzt wurde und man rechtliche Auseinandersetzungen mit dieser Band vermeiden wollte. Der Name wurde durch einen Auftritt einer lokalen Rockband namens „Die Helden“ inspiriert, den Holofernes als kleines Kind 1979 erlebte und sollte an David Bowies Single Heroes erinnern.

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Im Jahr 2002 wurde der Produzent Patrik Majer bei einem Newcomer-Abend auf die Band aufmerksam. Zusammen nahmen sie einige Titel auf und veröffentlichten die EP Guten Tag. Sie erschien in einer Auflage von 3.000 Stück und machte die Band zunächst nur innerhalb Berlins bekannt, wo sie der Radiosender radioeins regelmäßig spielte. Mit dem selbstgedrehten Video zum Lied Guten Tag kamen Wir sind Helden im Jahr 2002 noch ohne Major-Label in die MTV-Rotation. Die Band nutzt Taktiken des Guerilla-Marketings. So wurden selbstbemalte T-Shirts verkauft und Aufkleber an Fans verschenkt, die so Werbung für die Band machten. Nach Holofernes’ Auftritt in der Harald Schmidt Show vergrößerte sich die Popularität von Wir sind Helden zusätzlich.

Nachdem die Band bei Labels unter Vertrag genommen wurde, erschien im Februar 2003 die erste Single Guten Tag, welche Platz 53 der deutschen Charts erreichte. Im Juli 2003 folgte die Veröffentlichung des ersten Albums Die Reklamation. Das Album stieg in der ersten Woche auf Platz 6 der deutschen Album-Charts ein, erreichte als höchste Position Platz 2 und gehörte zu den meistverkauften Alben der Jahre 2003 und 2004.
Wir sind Helden auf dem Museumsplatz Bonn.

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Mit dem 2005 veröffentlichten zweiten Album Von hier an blind erreichten sie den ersten Platz der deutschen und österreichischen Charts bereits in der ersten Woche nach der Veröffentlichung. Auch das Erstlingswerk Die Reklamation stieg 2005 erneut in die Album-Charts ein und erreichte zeitweilig Platz 38. Insgesamt wurden von den ersten beiden Alben in Deutschland über 1,2 Millionen Exemplare verkauft.

Im Rahmen der weltweiten Live-8-Benefizkonzerte traten Wir sind Helden am 2. Juli 2005 beim Live-8-Konzert in Berlin auf.

Wir sind Helden versuchten, auch in Musikmärkte anderer Länder einzusteigen und haben deswegen einige ihrer Lieder in anderen Sprachen arrangiert. Mit Sā itte miyō (jap. さあ行ってみよう) nahm die Gruppe 2005 eine japanische Version von Von hier an blind auf, 2006 folgte eine Zusammenstellung von Titeln aus Die Reklamation und Von hier an blind für den französischen Markt, die zusätzlich französische Versionen von Von hier an blind (franz. Le vide), Guten Tag (franz. La réclamation) und Aurélie (franz. Aurélie, c’est pas Paris) enthält.

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Am 25. Mai 2007 erschien ihr drittes Album Soundso, welches innerhalb einer Woche in Deutschland und in Österreich auf den zweiten Platz der Charts stieg. Endlich ein Grund zur Panik war als Vorabsingle bereits am 27. April erhältlich. Als zweite Single wurde am 6. Juli das Lied Soundso zusammen mit einigen Unplugged-Versionen eines FM4-Konzerts veröffentlicht. Auf der Version des Albums für den französischen Markt befinden sich zusätzlich die Bonustracks Endlich ein Grund zur Panik (franz. Panique), Soundso (franz. T’es comme ça) sowie Kaputt (franz. Ko).

2008 erschien die Band-Autobiographie Wir sind Helden – Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen. Ein Wir sind Helden-Tagebuch, die auf Grundlage der Online-Tagebücher der Band zusammengestellt und von den Musikexpress-Autoren Josef Winkler und Albert Koch bearbeitet wurde.

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Mark Tavassol

Nach einer Pause ging die Band 2010 ins Studio und nahm ihr viertes Album auf, das unter dem Titel Bring mich nach Hause am 27. August 2010 erschien und auf dem ersten Platz der deutschen und österreichischen Charts einstieg. Eine Woche vor dem Album erschien die Single-Auskopplung Alles. Am 5. November erschien die zweite Single mit dem Titellied Bring mich nach Hause. Der Song ist außerdem das offizielle Lied zu Lars Kraumes Film Die kommenden Tage.

Auf der Großdemo gegen Atomkraft „Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten!“ am 26. März 2011 spielte die Band in Berlin vor 120.000 Menschen, einer der größten Demonstrationen gegen die Nutzung von Atomkraft, an der sich deutschlandweit mehr als 250.000 Menschen beteiligten.

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Judith Holofernes & Pola Roy

Ein Jahr nach Erscheinen des Albums Bring mich nach Hause wurde eine vierte Single daraus ausgekoppelt: Die Ballade von Wolfgang und Brigitte. Auf der CD erschien das Lied auch in einer Version, bei der Marianne Rosenberg den Gesangspart übernahm.

Anfang April 2012 gab die Band auf ihrer Webseite bekannt, dass sie auf unbestimmte Zeit pausieren werde. Als Gründe gab die Gruppe die räumliche Entfernung durch die verschiedenen Wohnorte der Bandmitglieder, „diverse Abnutzungserscheinungen“ und den eigenen Nachwuchs an, zudem habe man so lange es ging an der Band als „immer unmöglicher werdende[s] Unterfangen“ festgehalten. (Quelle: wikipedia)

Nun ja, und 2010 erschien dann ihr vorerst letztes Studioalbum:

Bring mich nach Hause ist das vierte Studioalbum der deutschen Band Wir sind Helden und erschien am 27. August 2010 bei Columbia. Das Album erschien nach einer fast zweijährigen Pause der Band, die seit April 2012 erneut für unbestimmte Zeit pausiert.

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Neben der Standard-CD wurde auch eine limitierte Sonder-Edition veröffentlicht, für die alle Lieder noch einmal akustisch eingespielt wurden. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung wurde am 6. August der Titel Alles als Single veröffentlicht. Das Album stieg in der ersten Chartwoche sowohl in die deutschen Albumcharts als auch in die österreichischen Albumcharts auf Platz 1 ein. Sieben Monate nach der Veröffentlichung wurde Bring mich nach Hause im März 2011 in Deutschland mit Gold für 100.000 verkaufte Platten ausgezeichnet.

Der Titelsong des Albums wurde als Soundtrack für den Film Die kommenden Tage verwendet.

Als Produzent wählte die Band den Engländer Ian Davenport aus. Er wurde ihnen von einem Freund empfohlen und überzeugte vor allem durch seinen Musikgeschmack, der sich weitestgehend mit dem der Band deckte. Die Band buchte Anfang 2010 das Tritonus Studio in Berlin für den Zeitraum von drei Monaten, einen allein nur für das Einstudieren der Lieder. Während des Studioaufenthaltes nahm die Band Selig im Nachbarstudio ihr Album Von Ewigkeit zu Ewigkeit auf.

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Die Aufnahmen der Basisspuren fand erstmals Live mit Unterstützung des Studiomusikers Jörg Holdinghausen (Tele) am E-Bass statt, während für die vorangegangenen Alben die Instrumente einzeln aufgenommen und overdubbt wurden. Mark Tavassol wechselte an die E-Gitarre, während Judith Holofernes sich auf den Gesang konzentrierte. Die Spuren wurden zunächst analog auf Magnetband aufgenommen und später zur Nachbearbeitung digitalisiert. Im Vergleich zu den vorangegangenen Alben setzte die Band weniger Synthesizer ein, stattdessen sind traditionelle Instrumente wie Akkordeon, Oud oder Banjo zu hören. Insgesamt wurden 15 Titel aufgenommen, von denen drei nicht auf dem Album enthalten sind. Eines davon, Die Wespe, wurde als B-Seite der vorab am 20. August 2010 veröffentlichten Single Alles verwendet. (Quelle: wikipedia)

Und ja, diese Band spielte kraftvoll, zärtlich, gelegentlich fast zerbrechlich und dann dieser Wahnsinns-Song: „Im Auge des Sturms“ … pulsierender Rock und dann dazu ein ekstatisch, fast psychedlisch anmutendes Gitarrensolo .. da könnte einem glatt die Spuke wegbleiben …

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Besetzung:
Judith Holofernes (vocals, guitar)
Pola Roy (drums)
Mark Tavassol (bass)
Jean-Michel Tourette (keyboards)
+
Jörg Holdinghausen (bass)
Christoph Van Hal (trumpet)

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Titel:
01. Alles 4.19
02. Was uns beiden gehört 3.03
03. Bring mich nach Hause 5.04
04. Flucht in Ketten 4.00
05. Die Ballade von Wolfgang und Brigitte 4.44
06. Dramatiker 3.28
07. 23:55: Alles auf Anfang 3.12
08. Die Träume anderer Leute 4.00
09. Meine Freundin war im Koma und alles, was sie mir mitgebracht hat, war dieses lausige T-Shirt 4.00
10. Kreise 3.25
11. Im Auge des Sturms 5.21
12. Nichts, was wir tun könnten 3.22

Musik: Jean-Michel Tourette – Judith Holofernes – Mark Tavassol – Pola Roy
Texte: Judith Holofernes

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Michael Fitz – Liest Max Bronski – Sister Sox (2010)

FrontCovers

Ein Krimi Hörbuch das mir ganz besonders am Herzen liegt. Wer Michael Fitz ist, wissen zumindest etliche Mitmenschen, denn als das „dritte Rad am Wagen“ hat er jahrelang  beim Münchner Tatort als Sahnehäubchen agiert (dass er auch ein profunder Liedermacher ist, ist leider nicht so bekannt).

Aber wer zum Teufel ist Max Bronski ? Über diese Frage rätselt seit Jahren die Münchner Literatur-Szene. Dass es sich bei den Namen um ein Pseudonym handelt war klar, aber bis vor kurzem war nicht klar, wer, den Autor dieser fulminanten „München-Krimis“ nun wirklich ist.

Das Gerücht, dass Michael Fitz hinter dem Pseudonym Max Bronski steckt von ihm stets dementiert.

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Michael Fitz

Das Rätsel ist mittlerweile gelöst … :

Franz-Maria Sonner (* 1953 in Tutzing; als Pseudonym Max Bronski) ist ein deutscher Schriftsteller.

Franz-Maria Sonner wuchs in München auf. Er studierte Soziologie (Dipl.Soz.) und Neuere Deutsche Literatur (Dr. phil.) an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sonner ist Produzent und Herausgeber von elektronischen Medien[1] und Hörbüchern, er schreibt Hörspiele und Romane.

Seit 2006 ist er unter dem Pseudonym Max Bronski Autor von Kriminalromanen. Bekannt geworden ist die Reihe um den Münchner Antiquitätenhändler Gossec. Der Autor lebt in München.

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Franz-Maria Sonner wuchs in München auf. Er studierte Soziologie (Dipl.Soz.) und Neuere Deutsche Literatur (Dr. phil.) an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sonner ist Produzent und Herausgeber von elektronischen Medien[1] und Hörbüchern, er schreibt Hörspiele und Romane. Seit 2006 ist er unter dem Pseudonym Max Bronski Autor von Kriminalromanen. Bekannt geworden ist die Reihe um den Münchner Antiquitätenhändler Gossec. Der Autor lebt in München.

Aber wenden wir uns nun diesem Hörbuch zu.

Buchausgabe

Originalausgabe aus dem Jahr 2006

Die Buchausgabe von Sister Sox war das Erstlingswerk von Max Bronski und erschien im Jahre 2006.

Und darum gehts:
Wilhelm Gossec »Haushaltsauflösungen, fachgerechte Entsorgung inclusive« betreibt einen Trödelladen im Münchner Schlachthofviertel. Um sich hier durchzuschlagen, braucht man ein dickes Fell und eine Portion Kaltschnäuzigkeit. Gossec hat beides. Es ist der heißeste Sommer, seit Temperaturen gemessen werden, als Gossec auf seinem Anrufbeantworter einen Hilferuf seiner Ziehtochter Pia Sockelmann vorfindet. Pia, als Hip-Hop-Sängerin Sister Sox zu einiger Berühmtheit gelangt, hat lange nichts von sich hören lassen, er ist beunruhigt, fährt zu ihrer Wohnung. Dort liegt ein Mädchen tot im Bad. Pia ist verschwunden. Und Gossecs Leben mit einem Schlag verändert. Ehe er sich versieht, steht er zwischen allen Fronten und findet sich auf einer rasanten Hetzjagd durch die bayerische Metropole: Nicht nur Kriminelle verschiedenster Größenordnung versuchen ihn aus dem Weg zu räumen, auch die Polizei hat sich an seine Fersen geheftet.

Und ohne dass die Spannung dadurch leidet, kommt dieser, wie auch die nachfolgenden Werke von Bronski mit einem Zwinkern daher:

„Sister Sox“ ist schnell, witzig und raffiniert erzählt; ein hoch aktueller, bundesdeutscher Großstadtnoir mit Bestsellerpotential; der Beweis, dass man auch in Derricks ach so sauberem München einen richtig fetzigen, knalligen, bösen Kriminalroman ansiedeln kann“ (Ulrich Noller, WDR)

„Bronskis Parodien sind hervorragend.“ (Franz Schuh, Literaturen)

Für Münchner ist natürlich das passende Lokalkolorit ein besonderes Bonbon, aber auf für Auswärtige kann ich nur dem Empfehlung geben: Anhören !

Sprecher:
Michael Fitz

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Titel:

CD 1:
8 Kapitel 1.14.55

CD 2:
9 Kapitel 1.13.13

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BronskiBox

Die „Max Bronski“ Hörbuch Box … mit ganz vielen „München Krimis“

The Swipes – Destroy Your World (2010)

FrontCover1Also, gestern abend war ich ja noch in Leverkusen und da habe ich mir ein Konzert angeschaut, wie es einerseits nicht skuriller hätte sein können … da spielte ne Band laut und herzlich ihren Garagen Rock und das justament in einem rührigen Irish Pub Club namens „Notenschlüssel“ … entsprechend dürftig war die Publikumsresonanz …

Andererseits habe ich so ne neue Band entdeckt … die es zu würdigen lohnt …;

The Swipes wurden 2007 in Frankfurt am Main gegründet.

Unter dem Namen The Swipes fanden sich im Sommer 2007 vier Musiker zusammen, die jeweils schon einiges an Banderfahrung vorzuweisen hatten. Dies gilt vor allem für den Sänger/Songwriter und Gitarristen Stefan Becker, der mit Formationen wie Swoons, Psycho Gambola und The Popzillas diverse europäische Länder bereist hatte, dabei unter anderem im Liverpooler Cavern Club zu Gast war, vielfach von der britischen Radio-DJ-Legende John Peel gespielt wurde und auch im deutschen Radio und Fernsehen häufig auf Sendung ging. Stilistisch waren diese Bands, die etliche Alben auf den Markt brachten, im Indierock-Genre angesiedelt, teils mit Pop-, teils mit Punk-Akzent.

The Swipes schlugen von Beginn an eine ähnliche Marschrichtung ein, wobei sich hier indes schnell der Bereich Garage-Punk als Hauptschwerpunkt herauskristallisierte. Bereits im Herbst 2007 nahm das Quartett eine 5-Track-Promo EP auf. Nach diversen Club- und Festivalauftritten hatte es bald darauf Material für ein komplettes Album gesammelt. Im Juni 2010 unerzeichnete die Band einen Plattenvertrag bei Kamikaze, einem auf Sixties und Garage-Punk spezialisierten Label mit Sitz in Georgsmarienhütte. In dessen Katalog sind Bands aus aller Welt gelistet, von denen The Boss Martians aus Seattle dem Stil von The Swipes mit am nächsten stehen.

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Schon vor dem offiziellen Release des Debütalbums „Destroy Your World“, der im September 2010 stattfand, nahmen öffentlich-rechtliche Radiosender wie hr3, YouFM und MDR Sputnik sowie der Privatsender Radio BOB insgesamt sechs Songs von The Swipes in ihre Playlisten auf. Vor allem der hr (Hessischer Rundfunk) präsentierte die Band bereits mehrfach in Form von speziellen Features. Mit ihrem Track „Never Accept“ schnitten The Swipes zudem siegreich bei einem Bandcontest ab, den Steven Van Zandt aka Little Steven, bekannter amerikanischer Radio-DJ und Gitarrist von Bruce Springsteen, im Internet veranstaltete. Als Siegprämie gab es eine Bandpräsentation im Motorsportprogramm NASCAR Now des amerikanischen Fernsehkanals ESPN.

Im April 2013 nahm die Band ihr zweites Album (Titel: „Lost“) auf, das via „Punk mit Abitur“, der Spezialitätenabteilung des Göttinger Labels Mad Butcher Records, vertrieben wird (Monat der Veröffentlichung: November 2013). Die musikalischen Gewichte verschoben sich bei dieser Produktion etwas mehr in Richtung eines druckvollen Alternative Rock. Im Mai 2013 schied Gitarrist Thomas Striffler aus. An seine Stelle rückte Stefan Schlößer, der zuvor u. a. in den Bands By Chance und Flag A Ride mitgewirkt hatte.

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Auf der Veröffentlichungsliste für 2014 stehen die Vinyl-Version des Albums „Lost“, eine 4-Track-EP („Communication Log-Out“). Der in der EP enthaltene satirische Country-Style-Song „Best Tip: No TTIP“, der das unter entsprechender Abkürzung verhandelte Freihandelsabkommen zwischen EU und USA mit bissigen Reimen seziert, wird von der globalisierungskritischen Organisation Attac offiziell gefeatured. Im September 2015 brachten The Swipes eine weitere 4-Track-CD heraus, diesmal als Benefiz-Projekt: Die Veröffentlichung trägt den Titel „Back to Life“ und ist ganz dem gleichnamigen gemeinnützigen Verein gewidmet, an den sämtliche Gewinne aus der Produktion weitergeleitet werden. 2017 nahm die Band im Tonstudio fünf Songs für ihr nächstes Longplayer-Vorhaben auf und absolvierte eine einwöchige Malaysia-Tour. (Quelle: indiepedia.de)

Und hier ne kleine Bildergalerie von dem Konzert am 22.09. in Leverkusen:

Und jetzt übergebe ich mal der Band das Wort:

„Ein wilder, eigenständiger Stilmix mit reichlich Sixties-Beat, Garagenpunk, drogengeschwängerten Wah-Wah-Gitarren sowie Surf- und Reggae-Einflüssen. Die Stooges und die Cramps treffen sich mit den Hives und den Strokes in einer frisch renovierten deutschen Garage.“ So plastisch bringt der Autor eines führenden Musikmagazins auf den Punkt, was er bei The Swipes herausgehört hat. Viele seiner Kollegen äußern sich ähnlich fasziniert.

Klarer Fall: Das Quartett aus dem Großraum Frankfurt am Main schlägt einen weiten Bogen von den 60er Jahren in die Gegenwart und geht dabei mit mächtig Druck und Drive zur Sache. Immer mehr Fans lassen sich von diesem extravaganten und doch radiotauglichen In-Your-Face-Rock elektrisieren. Weit über hundert Gigs in angesagten Clubs und auf Festivals hat die Gitarrenband bereits absolviert, und die Nachfrage wächst kontinuierlich.

Dafür sorgt auch der nicht abreißende Output in Tonträgerform. Dem CD-Erstling „Destroy Your World“ aus dem Jahr 2010 folgten bald die CD/LP „Lost“ sowie zwei Maxi-CDs mit insgesamt acht Tracks. Material für einen weiteren Longplayer ist frisch einstudiert und wird live bereits präsentiert.“

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Und hier ihr Erstlingswerk … schon 8 Jahre alt … aber immer noch taufrisch.

„Es gibt spacige, psychedelische Klänge wie bei den beiden Instrumentals, die auch auf den Pulp-Fiction-Soundtrack passen würden. (…) Knackige Produktion.“ (Moloko Plus Magazin, Feb. 2011)

„Das klingt alles sehr ausgereift und durchdacht (…) Pop, Alternative, Punk natürlich aber auch Sixties, Garage und etwas Hard-Rock vereinen die Swipes zu einer elegant-dreckigen Mischung, die ein klein wenig an Bands wie Triggerfinger, die Strokes, The (International) Noise Conspiracy oder Rose Tattoo gemahnt. Beste Referenzen also. Das sollten sich möglichst viele Menschen auch live gönnen.“ (noisy Neighbours Zine für Musik, Film und Literatur, No. 31 / 2010)

„The Swipes beweisen wieder einmal, dass Garage & Protopunk Sounds auch in der heutigen Zeit aktuell sind (…) Wer Fan der White Stripes, der Hives oder der (International) Noise Conspiracy ist, wird diese vier Frankfurter lieben.“ (Rock & Review eZine (Arlington, Texas), Dez. 2010)

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„Diese vier Jungs aus Frankfurt am Main spielen eine durchaus originelle Mischung aus The Hives, den Stooges und The Cramps. Das gefällt!“ (Trust Hardcore/Punkrock Fanzine, Nr. 145/06, Dez. 2010)

„Arschgeiler Retro-Postpunk, welcher bisweilen an unsere alten Helden erinnert und diese in neuem Gewand erscheinen lässt. 13 Garage-Smasher auf ner Debut Platte ohne größere Ausfälle. Hat was und kann was. Hut ab!“ (Pankerknacker Punk Fanzine, Nov. 2010)

„Das Debüt von The Swipes klingt, als stünde ihre Garage zwischen der von The Hives und der von The (International) Noise Conspiracy. The Clash wohnen übrigens auch gegenüber (…) Auf der Platte finden sich 13 frische Songs, die den Vergleichen mit den großen Namen durchaus standhalten, trotzdem aber sehr eigenständig sind. (…) Eine gute Platte haben die Swipes abgeliefert. Sie ist nicht zu glatt und nicht zu kommerziell geraten, dafür aber mit viel Charme und Energie ausgestattet.“ (Wildwechsel Magazin, Okt. 2010)

„Die vier Herren haben eine Mission: Sixties in 2010. Für die Frankfurter bedeutet dies, die respektlose Vermischung von Garage, Pop, Beat, Punk und allerlei Soundtüfteleien. Das klingt dann mal retro nach powerpoppigen ‚Sonics’, mal nach The (International) Noise Conspiracy, mal nach Radio-Pop-Rock im Opener ‚Destroy Your World’ und mit zunehmender Spiellänge sehr spacig (‚Agents From Outer Space’). (…) Mit ‚Welcome To The Lo-Fi School’ hat die Band gleich noch einen weiteren Garagen-Hit am Start, bei dem es kräftig zuckt im Hüftbereich.“ (Ox Fanzine, Okt. 2010)

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Und eigentlich dachte ich ja, dass ich für so ne Musik allmählich zu alt bin … weit gefehlt … denn:

Wer ein Faible für dreckigen Rock hat, sollte sich das nicht entgehen lassen.“ – Frankfurter Neue Presse, 30. Juni 2008

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Besetzung:
Stefan Becker (vocals, guitar)
Jens Uwe Pätsch (drums)
Thomas Striffler (guitar, vocals)
Udo Trauteberg (bass)

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Titel:
01. Destroy Your World (Becker/Striffler) 4.01
02. Silent Alarm (Becker) 2.34
03.  Light The Night (Becker/Striffler) 3.01
04. Who Told Me Lies (Becker/Striffler) 3.37
05. Never Accept (Becker) 2.38
06. Here Comes the Swipe! (Becker) 2.43
07. Cage Of My Dreams (Becker/Striffler) 3.30
08. Outer Space Theme (Becker) 3.13
09. Agents From Outer Space (Becker) 4.30
10. If the Grandpas Are United (Becker) 4.53
11.  Welcome To The Lo-Fi School (Becker/Striffler) 3.42
12.  Leaving Soon (Becker) 1.48
13.  Thorn (Becker/Striffler) 5.51

Alle Texte: Stefan Becker

CD1

 

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The Swipes, noch mit Thomas Striffler an der Gitarre … aufgenommen 2009 (man achte auf den Text !):

 

Footprints

Na ja … und dann nützte ich gestern natürlich die Möglichkeit, mich ein wenig mit den Musiker zu unterhalten …

„Back to Life“, die jüngste Veröffentlichung der Band, transportiert eine soziale Botschaft. Sie ist dem gleichnamigen gemeinnützigen Hilfsprojekt für Indien und Nepal gewidmet, an das sämtliche Gewinne aus der Produktion weitergeleitet werden.

Und darüber werde ich dann demnächst berichten …

Matthias Brandt – Psycho (Robert Bloch) (Hörbuch) (2010)

FrontCover1Keine Frage: Ein Klassiker der Filmgeschichte – Grundlage für diesen Hitchock Film war ein Roman:

Der Roman Psycho wurde 1959 von Robert Bloch veröffentlicht und zweimal verfilmt (1960 und 1998).

Mary Crane, eine Angestellte in einem Immobilienbüro, unterschlägt 40.000 Dollar ihres Arbeitgebers und ist auf dem Weg zu ihrem Verlobten, Sam Loomis, um ihm einen Teil des Geldes abzugeben, da er Schulden hat. Jedoch verfährt sie sich und kommt nachts bei einem Unwetter zu Bates Motel. Der Inhaber, Norman Bates, empfängt sie und erzählt ihr von sich und seiner Mutter. Mary geht in ihrem Zimmer duschen und Bates beobachtet sie durch ein Loch in der Wand. Bates ist betrunken und schläft ein. Der Duschvorhang wird von einer „alten verrückten Frau“ aufgerissen, die Mary mit einem Schlachtermesser den Kopf abschneidet. Als Norman wieder aufwacht, ist Mary bereits tot und er beseitigt die Leiche, das Auto und alle Spuren, die auf einen Mord hinweisen könnten, in einem angrenzenden Sumpf, um seine Mutter zu schützen.

Seitdem ist eine Woche vergangen und Lila, Marys jüngere Schwester, macht sich auf die Suche, um Mary zu finden, und besucht Sam. Auch Sam hatte sich Sorgen um Mary gemacht, da sie nicht auf seine Briefe antwortete. Kurz nach Lilas Eintreffen in Sams Laden kommt Milton Arbogast, ein Versicherungsinspektor, hinzu und verhört Sam und Lila wegen des gestohlenen Geldes und Marys aktuellem Aufenthaltsort.

Robert Bloch

Robert Bloch

Sam und Lila erzählen ihm, dass sie selbst Mary vermissen und nicht wissen, wo sie sei. Arbogast macht sich auf die Suche nach Mary und gelangt zu Bates Motel. Dort sieht er eine Frau im Fenster sitzen. Als er jedoch Norman verhört und auch seine Mutter befragen will, wird er ebenfalls umgebracht. Wie bei Mary wird Arbogasts Leiche samt seinem Wagen in den Sumpf gefahren. Norman versteckt seine Mutter im Obstkeller, damit sie keinen Unsinn mehr anstellt.

Lila und Sam warten vergeblich auf Arbogast und beschließen, den Sheriff zu informieren. Dieser glaubt jedoch nicht, dass Norman im Stande wäre, jemanden zu töten, und gibt sich keine große Mühe. Lila und Sam fahren auf eigene Faust zum Motel, geben sich als Paar aus und nehmen Marys Zimmer. Dort finden sie einen Ohrring und Blut. Lila soll zum Sheriff fahren, während Sam auf Norman aufpasst. Norman erzählt Sam, dass er seine Mutter, nachdem sie vergiftet wurde, ausgegraben und ausgestopft hat, weil er es nicht ertragen konnte, dass sie tot war. Außerdem berichtet er von dem Gespräch zwischen Lila und Sam, welches er belauscht hat, und sagt, dass Lila nicht weggefahren, sondern im Haus sei. Als Sam zu ihr will, schlägt Norman ihm eine Flasche auf den Kopf. Als Sam wieder zu sich kommt, sitzt der Sheriff bei ihm und sie hören Lilas Schrei. Lila hat das Haus durchsucht und ist im Keller angelangt, wo die mumifizierte Mrs. Bates liegt, und stößt einen Schreckenschrei aus. Norman erscheint auf der Treppe, geschminkt, in einem Spitzenkleid (als Mrs. Bates verkleidet), mit einem Messer in der Hand und will Lila töten, wird jedoch von Sam überrascht.

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Norman kommt in die Psychiatrie. Es stellt sich heraus, dass Norman unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung litt und drei Persönlichkeiten hatte: sich selbst, den jungen Norman und seine Mutter. Seine Mutter und sein Onkel Joe wollten heiraten, jedoch vergiftete Norman beide mit Strychnin (Rattengift), schrieb einen Abschiedsbrief seiner Mutter an sich und wurde ins Krankenhaus gebracht. Später bereute er es, seine Mutter vergiftet zu haben, grub sie aus, stopfte sie aus und trug sie mit sich herum wie eine Puppe. Als Norman Mary Crane ermordete, tat er es in einem Zustand, in dem seine Mutter von ihm Besitz ergriffen hatte, da „sie“ auf die Gefühle eifersüchtig war, die Norman für Crane empfand. Am Ende des Romans hat die Mutter komplett die Persönlichkeit Bates‘ übernommen. (Quelle: wikipedia)

Dieses Hörbuch (5 CD´s ) orientiert sich ausschließlich an der Romanvorlage.

Hüllentext01

Die Aufmachung des Hörbuchs ist sehr gelungen. Das kleine Booklet ist interessant und kurzweilig zu lesen, aber vor allem muss dem Hörbuch 5 von 5 Punkten gegeben werden, da Matthias Brandt den Roman einfach gigantisch vorträgt. Bereits der Einstieg im Bates Wohnzimmer während der Regennacht ist mehr als fesselnd! Brandt liest nicht nur, er achtet in seinem Vortrag auf die kleinsten Nuancen aus Paranoia, Wahnsinn und Spannung und so schafft er es eine Atmosphäre zu erzeugen, die man als Kino im Kopf bezeichnen könnte und dabei wird der Hörer feststellen, die literarische Vorlage ist besser als der Hitchcock-Film! (Peter Wacker)

Hitchcock

Alfred Hitchcock erklärt der Schauspielerin Janet Leigh die legendäre „Duschszene“

Na ja, ganz so euphorisch bin ich nicht, aber was Matthias Brandt hier als Sprecher abliefert, ist schon mehr als bemerkenswert … von daher … Prädikat atemberaubend !

Und interessant ist dann noch zu realisieren, dass die Romanvorlage etliche weitere Facetten ausleuchtet, die bei einer Literaturverfilmung naturgemäß eben nicht gänzlich erfasst werden können, hier z.B. das Psychogramm der Mary Crane.

Aber Achtung: Laufzeit ca 344 min … da brauch tman ein wenig Zeit und Geduld ! aber das lohnt sich allemal.

Booklet03A

Besetzung:
Matthias Brandt (Sprecher)

Booklet01A

Titel:

CD 1:
01. Ansage – Norman Bates hörte das Geräusch
02. Er wollte ihr ins Gesicht schreien 8.57
03. Schon seit mehreren Minuten hatte es drauflosgeregnet 6.43
04. Du machst jetzt Urlaub 7.44
05. Mary hasste ihn 10.28
06. Suchen sie ein Zimmer ? 7.38
07. Mary klopfte aufs neue 10.21
08. Er verstummte 11.23

CD 2:
01. Kaum war Norman im Büro, fing er zu zittern an 8.58
02. Norman trank noch einen Schluck 10.10
03. Norman machte die Tür hinter sich zu 8.33
04. Draußen in der Finsternis 9.51
05. Er tat es fast mechanisch 11.44
06. Um Punkt 6 Uhr 9.39
07. Er nickte 6.06

CD 3:
01. Der graue Stetson lag auf dem Tisch 7.46
02. Also fuhr ich nach Norden 8.27
03. Aus dem Morgen wurde heute 7.18
04. Leila machte einen entspannten Eindruck 5.07
05. Draußen im Laden klingelte das Telefon 8.02
06. Am Sonnabendnachmittag rasierte sich Norman Bates 7.14
07. Am vorigen Sonntag hatte er natürlich hinten am Sumpfrand endlich aufgeräumt 6.29
08. Aber bis gegen vier Uhr ereignete sich nichts 11.11
09. Bestimmt nicht 11.17

CD 4:
01. Norman sah den älteren Herrn lächelnd an 9.00
02. Das sei es gewesen 8.17
03. Sam und Leila saßen im Hinterzimmer des Ladens 10.07
04. Als sie auf die Straße hinauskamen 9.56
05. Sam und Leila aßen im Hotel 11.25
06. Lange bevor Norman sie in die Zufahrt einbiegen sah 9.50
07. Der Mann trat an den Tisch heran 11.52

CD 5:
01. Einen Augenblick lang hoffte Sam 7.49
02. Eigentlich haben wir keinen Mangel an Aufregung 8.39
03. Leila ging die Stufen hinauf 9.40
04. Verdutzt hielt Leila inne 7.18
05. Leila machte kehrt und rannte die Treppe hinunter 7.36
06. Man benötigte fast eine Woche 6.02
07. Sam zündete sich eine Zigarette an 11.20
08. Das eigentliche Ende kam leise und still 5.52

CDs

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Und seit geraumer Zeit geht Matthias Brandt mit einer Lesung von Psycho auf Tournee. Begleitet wird er dabei von dem famosen Jazz-Pianisten Jens Thomas:

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Und diese Live-Lesungen mit musikalischer Begleitung sind noch erheblich stärker … da liest ein Brandt, der die psychisch kranke Persönlichkeit des Norman Bates bis in die letzten Winkel auslotet.

Und als Zugabe gab´s dann noch ne absolut schräge Fassung von „Highway To Hell“ !

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Schmidbauer & Kälberer – Momentnsammler (2010)

SchmidbauerKälbererFrontCoverVielen mag Werner Schmidbauer noch als Moderator der Sendungen „Live aus dem Alabama“ (Bayerischer Rundfunk) bekannt sein.

Aber eigentlich ist er ja seit Ende der 70er Jahre ein bayerischer Liedermacher (bayerisch deshalb, weil er seine Poesie im gepflegten Slang zum besten gibt).

Hier sein 9. Album, das erneut auch sehr viel persönliche Momente enthält:
Schmidbauer beamt uns in sein Wohnzimmer, zu einem leichten, fröhlichen Abend, an dem man zusammenhockt. „An am Abend so wia heit“ singt er: Ein sanfter Reggaesong, dazu Kälberers lässiges Piano und Akustikgitarre – da geht die Sonne auf! „Des Leben“ mit dem italienischen Liedermacher Pippo Pollina entpuppt sich als tiefsinnige und wunderschöne Ballade über das Dasein, seine Ecken, Kanten, Höhen und Tiefen.

Überhaupt überrascht Schmidtbauer mit einer Altersweisheit, für die er als 48-Jähriger eigentlich noch zu jung ist. Noch verzweifelter, noch tiefer erklingt „Nach Gulu“, die todtraurige Weise über Flüchtlingskinder von Wolfgang Niedecken, die mit dem Einverständnis des BAP-Chefs ins Bayerische übersetzt wurde. Andere melancholische Texte wurden deutlich positiver vertont: „Weil du gehst“ (über Schmidbauers demenzkranke Mutter), „Lass mi oamoi noch d’Sonn aufgehn seng“ (als Hommage an den viel zu früh gestorbenen Georg Danzer) oder „Warum weinen“. Es sind Lieder über das Abschiednehmen, das Sterben, das Weggehen. Die Vertonung mit glasklaren Gitarren, Harmonika, Chor, Hang (das wundervolle Zauberinstrument aus der Schweiz) und sanftem Schlagwerk aber wirkt voller Hoffnung und Leichtigkeit. Traurig, aber nicht verzweifelt. Aber das Leben besteht nicht nur aus Tälern, sondern auch aus diesen leichten, schönen Sekunden, den weichen, zärtlichen, wie sie Schmidbauer nennt. Deshalb darf der Hörer sich auf eine Bergbesteigung freuen („Herobn“), über sanfte Bossarhythmen und mediterrane Leichtigkeit in „A Liad“ – okay, die Mundharmonika ist etwas rentnermäßig – oder über das wunderschöne Hang-Instrumental „Südhang“.

Schmidbauer entfaltete in den letzten sieben Jahren sein Talent. Er ist – gemeinsam mit seinem musikalischen Alter Ego Kälberer zu einem tiefgründigen, ehrlichen und eindrucksvollen Liedermacher herangereift, der mit sparsam und pointiert eingesetzten, rein analogen Mitteln eine überraschend schöne Scheibe gezaubert hat. Musik wie ein klarer, frischer Fluss, wie die Mangfall, wo er sich seine Inspirationen holt. Ein kleines Stück Stille, Weisheit und Ewigkeit in diesem heißen Sommer voller Dauersonne und Vuvuzelagetröte.

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist das musikalische Allround-Talent Martin Kälberer auch bei diesen Aufnahmen mit von der Partie. Martin Kälberer hat ja nicht nur Klavier in der Jazzabteilung der Musikhochschule Graz studiert, er ist auch als Solokünstler aktiv und zudem bei den Instrumentalalben von Willy Astor ein unverzichtbarer Bestandteil.

SchmidbauerKälberer
Besetzung:
Martin Kälberer (keyboards + alle anderen Instrumente)
Werner Schmidbauer (vocals, guitar)
+
Pippo Pollina (guitar, vocals auf 03.)

SchmidbauerBackCover

Titel:
01. Momentnsammler (Schmidbauer) 4.01
02. An am Abend so wia heit (Schmidbauer) 3.26
03. Des Lebn (Schmidbauer/Pollina) 4.04
04. Nach Gulu (Krumminga/Niedecken) 4.35
05. Herobn (Schmidbauer) 6.05
06. A Liad (Schmidbauer) 4.53
07. Weil du gehst (Schmidbauer) 4.41
08. Lass mi oamoi no d’sonn aufgeh seng (Danzer) 3.35
09. Warum woana? (Schmidbauer) 3.16
10. Südhang (Kälberer/Schmidbauer) 2.44
11. I glaub (Schmidbauer) 3.31

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