Siegfried Fietz – Jerusalem – Zwischen Hoffnung und Vollendung (1973)

FrontCover1Fängt man mal an, sich mit „christlicher Musik“ zu beschäftigen — kommt man aus  dem Staunen nicht mehr heraus … denn diese ganz spezielle Musik-Szene in Deutschland ist ja sowas von aktiv und auch vielseitig …

Einer der zentralen Protagonisten dieser Szene ist der Siegfried Fitz:

Siegfried Fietz (* 25. Mai 1946 in Berleburg) ist ein deutscher Liedermacher (Songwriter, Komponist, Produzent) und Bildhauer.

Seit vielen Jahren prägt er die konfessionelle Szene mit seiner Musik, die weit über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt ist. Fietz gilt als Vorreiter moderner christlicher Musik (Neues Geistliches Lied) im deutschsprachigen Raum. Besonders populär wurde seine Vertonung des Dietrich-Bonhoeffer-Textes Von guten Mächten wunderbar geborgen.

Fietz wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Hilchenbach im Siegerland auf. Seine Eltern, beide Flüchtlinge aus Ostpreußen, waren streng gläubig. Schon im Alter von fünf Jahren lernte er erste Töne auf der Geige seines Vaters. Wenig später lernte er Gitarre. Im Alter von 15 Jahren begann er mit Gesangsunterricht und im Alter von 17 mit Klavierunterricht, den er sich finanzierte, indem er anderen Jugendlichen Gitarrenunterricht gab. Im Alter von 18 Jahren bekam er die Möglichkeit, den C-Schein als Kirchenmusiker zu machen und dadurch das Orgelspielen zu erlernen.

SiegfriedFietz

Parallel zu seiner musikalischen Weiterbildung machte er eine Ausbildung zum Schlosser und Kaufmann.

Seine ersten Konzerte gab er zusammen mit seinem Freund Klaus Panthel bei den Offenen Abenden Siegen, die bis zu 10.000 Besucher aus ganz Deutschland verzeichneten. Bei diesen Konzerten merkte Fietz schnell, dass neue, deutschsprachige Lieder gebraucht würden, die seine Generation mitsingen wollte. Da ihm das Schreiben von Liedern leicht fiel, schrieb er für jeden dieser OAS-Abende neue Lieder und so entstanden die ersten Lieder des Fietz Teams.

Ab 1965 war das Fietz-Team in ganz Deutschland unterwegs. Zur Hauptbesetzung über Jahre hinweg gehörten – neben der „Urbesetzung“ Fietz, Panthel und Bernhard Well – die Musiker Bernd Gaumann, Helmut Gerhard, Hermann Plate, Siegfried Roth, Helmut Utsch und Harald Weller.

Den Namen Fietz-Team legte Hermann Schulte fest, in dessen Wetzlarer Verlag, den heutigen Gerth Medien, die erste Single der Band veröffentlicht wurde. Fietz war mit dem Namen nicht glücklich: „Damals gab es ein ‚Janz Team‘ und damit wollten wir nicht verwechselt werden.“

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Der Kontakt zu Schulte hatte zur Folge, dass dem damals 20-jährigen Fietz eine Stelle als Musikproduzent in seinem Verlag angeboten wurde. Für diese Position, aber auch um Komposition bei Gustav Adolf Schlemm zu studieren, zog er nach Wetzlar.

Im Verlag Hermann Schulte Wetzlar produzierte Fietz unter anderem Lieder für Jürgen Werth oder Manfred Siebald, veröffentlichte jedoch auch eigene Werke wie das Paulus Oratorium – Lass dir an meiner Gnade genügen.

2016 fand die Uraufführung des Musicals „Franziskus – Ein Heiliger und ein Papst“ im Rahmen des Katholikentages in Leipzig statt.

Parallel zu seiner Arbeit im Verlag Hermann Schulte Wetzlar veröffentlichte Fietz unter dem Künstlernamen Manuel Thaler über die Plattenfirma CBS auch Lieder wie Jeder Sonnenstrahl ist ein Versprechen oder Ein Rucksack und ein Knotenstock. Er hoffte, durch die Zusammenarbeit mit einem Major-Label mehr Menschen auf seine christlichen Texte aufmerksam machen zu können. Er bemerkte jedoch schnell, dass er bei CBS nicht die Lieder singen durfte, die er gerne wollte, und somit beendete er 1974 nicht nur die Arbeit für CBS, sondern auch die Zusammenarbeit mit dem Verlag Hermann Schulte Wetzlar ging zu Ende und er gründete zusammen mit seiner Frau den Abakus Schallplatten und Ulmtal Musikverlag Barbara Fietz (heute: Abakus Musik)

Booklet

Das Booklet einer weiteren Veröffentlichung dieses Albums

.Im Abakus Musik Verlag wurden inzwischen über 320 Produktionen veröffentlicht, davon etwa 250 von Fietz selbst. Laut GEMA hat er inzwischen über 4500 Lieder geschrieben und gibt pro Jahr ca. 40 Konzerte. Bei vielen dieser Konzerte wird er von Gerhard Barth an Gitarre und Bass begleitet oder er tritt zusammen mit seinem Sohn Oliver Fietz auf, der selbst als Solo-Musiker tätig ist.

Fietz arbeitete neben anderen zusammen mit Ivan Rebroff, Eberhard Weber, Johannes Jourdan, Petula Clark, Johannes Nitsch, Uwe Kröger, Eva Lind, Clemens Bittlinger, Bill Ramsey, Edwin Hawkins, Olivia Molina, Dieter Falk, Coretta Scott King und dem Apollo-15-Astronauten James B. Irwin.

Von 1986 bis 1996 moderierte er beim Hessischen Rundfunk die Sendung Lieder zwischen Himmel und Erde mit bis zu 150.000 Zuhörern.

AlternateLabels

Die Labels dieses weiteren Albums …

Fietz arbeitet auch als Bildender Künstler (abstrakte Malerei, Holzskulpturen). Seine erste Ausstellung fand im November 2009 statt und seitdem gibt es regelmäßig Ausstellungen in ganz Deutschland mit seinen Werken. Im Juli 2015 eröffnete er in Greifenstein-Allendorf einen Skulpturenpark. Auf 20.000 Quadratmetern stellt er rund 50 Plastiken aus Holz, Stein und Metall aus, die er seit 1995 geschaffen hat.
Privates
Siegfried Fietz ist verheiratet mit Barbara Fietz (* 1945) und hat drei Kinder. Er wohnt und arbeitet in Greifenstein-Allendorf im Lahn-Dill-Kreis als Musiker, Produzent und Komponist. (Quelle: wikipedia)

Man kann ja stehen wie mal will, zu dieser „christlichen Musik“ (mir persönlich ist sie eher mehr als suspekt), aber dieser Siegfried Fietz verstand bzw. versteht sein Handwerk (und dabei hat er sich der Elemente der Gospelmusik schwer verinnerlicht) … Gekonnt und perfekt bettet er seine Musik in die „christliche Botschaft“ ein …  ich denke mal, auf Kirchentagen und #hnlichen Events kann und köonte er seine Alben wunderbar verkaufen.

Und ..  seine Version von „Amacin Grace“ ist eine grandios gelungene Version … dies habe ich als nicht gläubiger Mensch festzustellen.

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Besetzung:
Siegfried Fitz (guitar, vocals)
+
Orchester und Chor

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Titel:
01. Wie das Licht nach der Nacht (Amacing Grace) (Traditional/Wagner) 2.27
02. Wir singen Schalom alechem (Traditional/Jourdan) 4.25
03. Es gibt für die Welt die Verheissung (Traditional/Spitzer/Jourdan) 2.50
04. Herr, wenn der Wunsch (Fietz/Spitzer) 2.50
05. Wo die roten Tulpen blühen (Traditional/Jourdan) 2.24
06. Geh doch durch die Dunkelheit (Fietz/Spitzer) 2.23
07. Jerusalem (Ich hab im Traum gesehen) (Adams/Schmidt-Eller) 5.18
08. Es liegt ein Mensch geschlagen (Fietz/Jourdan) 2.34
09. Seht, seht, seht das Licht (Traditional/Jourdan) 3.12
10. Wenn manchmal das Leben dir wird zu schwer (Fietz/H.v.B.) 3.00
11. Von guten Mächten (Fietz/Bonhoeffer) 4.07
12. Und Hoffnung wird Vollendung sein (Fietz/Jourdan) 3.17
13. Stimm die Lieder an (Kumbajah) (Traditional/Wagner/Jourdan) 3.25
14. Nehmt Abschied, Brüder (Traditional/Jourdan) 2.21

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Verschiedene Interpreten – Bayerische Messe aus dem Andechser Land (1977)

FrontCover1Tja … das ist wieder so eine LP, die mich ganz eigentümlich berührt.

Also das sog. „Andechser „Land liegt südwestlich von München, ist Teil der „Ammersee Region“ und liegt im Landkreis Starnberg.

Andechs ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg und ein Wallfahrtsort. Berühmt ist Andechs für das gleichnamige Benediktinerkloster, das auch dank seines unter der Marke Andechser vermarkteten Bieres seit alters her vielbesucht ist, wie auch durch die Milchprodukte der Andechser Molkerei Scheitz, der größten deutschen Bio-Molkerei.

Andechs war Stammsitz der europaweit bedeutenden Grafen von Andechs und Herzöge von Meranien, die in direkter Linie 1248 ausstarben. Nach einer sagenumwobenen Wiederauffindung des verlorenen Reliquienschatzes der Grafen von Andechs im Jahre 1388 lebte Andechs als Wallfahrtsort wieder auf und erlebte eine neue Blüte. 1455 erfolgte die Klostergründung auf dem Heiligen Berg. Bis zur Säkularisation war das Gebiet ein Teil der geschlossenen Hofmark Erling.

1803 wurde das Kloster aufgelöst. Der Ort Erling unterhalb des Klosters wurde 1818 eine selbstständige politische Gemeinde. 1850 wurde das Kloster Andechs als Pfründe für die Abtei St. Bonifaz (München) unter Ludwig I. von Bayern neu gegründet. (wikipedia)

Karte

Wir hören hier allerdings keine „alte“ Messe, sondern ein in den 70er Jahren enstandenes Werk, eine Auftragsarbeit:

„Diese hier vorliegende „Messe aus dem Andechser Land“ gab Alfons Bauer, einer der bekanntesten und bedeutendsten Pfleger und Kenner bayerischer Musik in Auftrag: ad maiorem gloriam dei, als Reverenz an das Land „benedicta Bavaria Benedictina“ und zu Ehren der Künstler aus dem Andechser Land“ (Hüllentext)

Komponist war der August Peter Waldenmaier:

Als Sohn der Musikereheleute August und Katharina wurde er am 14. Oktober 1915 in Dachau geboren. Nach privatem Klavierunterricht bestand er – ohne elterliche Zustimmung – 1932 die Aufnahmeprüfung bei der Münchner Akademie für Tonkunst und erhielt bald einen Freiplatz. Er belegte Komposition, Dirigieren und Chorleitung.

Kriegsbedingt kam der junge Künstler nach Dresden, wo er am Konservatorium Repetitor der Opernschuleund 1941 – 1945 Solorepitor wurde und so erste wichtige Kontakte zu bekannten Sängern der Opernszene knüpfen konnte. Nach dem großen Luftangriff auf die Stadt, bei der er (während eines auswärtigen Liederabends) alles verloren hatte, kam er in den letzten Kriegstagen in seine Heimat zurück und veranstaltete seine ersten Konzerte. Das von ihm gegründete „Theater im Schloss“ ging an die „Schwäbische Landesbühne“ über, bei der August Peter Waldenmaier (Pseudonym Peter Walden) Opern und Operetten dirigierte.

1948 begann er beim Bayerischen Rundfunk, bei dem er bis 1960 als Aufnahmeleiter für die „Gehobene Unterhaltungsmusik“ tätig war. Dazu kamen Arbeiten für das Fernsehen wie z.B. „100 Jahre Staatstheater am Gärtnerplatz“ mit Johannes Heesters u.a. sowie weitere Operettenproduktionen.

August Peter Waldenmaier1Bei der „Schwäbischen Landesbühne“ lernte der vielseitige und renommierte Musiker die Sopranistin und Pianistin Hertha Assmann kennen. 1967 haben die beiden Künstler in Dachau geheiratet.

Über 150 Kompositionen und 1200 Arrangements für Orchester, Chor und Operette hat der Träger des Goldenen Ehrenrings der Stadt Dachau (1969) und des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1978) als freier Künstler geschaffen. So hat er auch der „Harmonie“ durch die Aufführung zahlreicher auch eigener Arbeiten und Chorwerke sowie hervorragender Opern- und Operettenkonzerte zu neuer Blüte und großen Erfolgen verholfen!

Am 5. Januar 1995 ist der Komponist und Kapellmeister in Dachau gestorben. Auf dem Waldfriedhof hat er seine letzte Ruhestätte gefunden. (Quelle: olching.de)

Auch wenn diese Musik ganz sicher nicht meine Hutschnur ist … stimmungsvoll ist sie schon und wie so oft bei christlicher Musik bin ich von der Innigkeit beeindruckst (allein … mir fehlt der Glaube) … und dann wiederum angewidert von dem, was die kirchliche Obrigkeit mit diesen tiefgläubigen Menschen veranstaltet … und zwar ganz sicher nicht im Namen Gottes.

Aber gut, mit diesem Widerspruch kann ich gut leben und dank der Weisheit meines Alters muss ich eine solche Musik auch nicht mehr in Bausch und Bogen verurteilen oder gar verteufeln …

Und beeindruckende Elemente findet man hier immer wieder mal, sofern man sich einer solchen Musik überhaupt öffnen will oder kann.

Aber vielleicht kommt meine wohlwollende Haltung auch daher, dass ich aus beruflichen Gründen desöfteren auch durch das Andechser Land fahren muss … mir diese Gegend also einfach sehr vertraut ist.

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Besetzung:
Hans Lengefeld (Bass)
Heinz Maria Lins (Bariton)
+
Alfons Bauer (zither)
Rita Bauer (dulcimer)
Eduard Ellersdorfer (guitar)
Christian Knoll (organ)
Horst Ramthor (harp)
+
Frauenterzett und Männerquartett des Bayerischen Rundfunks
Das Herchenhahn Streichquartett
Das Residenz- Bläserquintett

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Titel:
01. Präludium und Kyrie 4.07
02. Gloria 2.00
03. Credo 3.44
04. Offertorium 1.55
05. Sanktus 2.27
06. Benedictus 1.28
07. Agnus Dei 1.51
08. Ite missa est 3.52
09. Postludium 2.09

Musik: August Peter Waldenmaier
Text: Heinz von Alten

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Ergänzungen

Notenausgabe der Messe + Alte Postkarte Kloster Andechs und dem dortigen „Bräustüberl“

 

 

Verschiedene Interpreten – Bauernmesse (frühe 60er Jahre)

FrontCover1Hier gibt´s ja immer wieder auch mal christliche Musik und das rührt vorrangig aus meiner Familiengeschichte … die sehr stark von einer extrem katholischen Erziehung geprägt war … Und die meisten dieser christlichen LP´s/Singles, die ich hier präsentieren kann, stammen aus „Familienbesitz“ (einschließlich all meiner Onkel und Tanten, von denen ich Raritäten wie diese übereignet bekommen habe).

Hier nun mal eine sog. „Bauernmesse“ … „nach Weisen aus dem bayerischen-österreichischen Alpen“ …

Und meine Gedanken gleiten bei dieser Musik an jene Zeit zurück, wo ich noch mit Hingabe Ministrant war … mit roten Backen die christliche Botschaft in mich aufgesogen habe … soweit ich sie als Kind verstehen konnte ….

Heute ist mir diese Welt mehr als fremd … aber ich habe es auch nicht mehr nötig (wie früher), mich über die Menschen, die von diesem christliche Glauben beseelt waren und sind, lustig zu machen …

Zumal die Innigkeit dieser Musik schon ergreifend sein kann … und dass mich insbesondere die instrumentalen Aufnahmen ansprechen, ist ja auch keine Neuigkeit.

Zuweilen beschleicht mich das Gefühl, dass ich jenen Christenmenschen ihr „Gottvertrauen“ neide … aber dann … nein … in diese verlogene, bigotte Welt dieser katholischen Kirche will ich nie und nimmer mehr eintauchen …

Das ändert nichts daran, dass wir hier Musik hören … die wohl zu dem kollektiven Bewusstsein zumindest der Bajuwaren gehört.

Wieskirche

Der Aufnahmeort: Die Wieskirche in Steingaden (Landkreis Weilheim-Schongau/Obb.)

Besetzung:
Das Wasterl Fanderl Quartett
Die Lohmeyer Dirndl
Die Riederinger Sänger
Eine Instrumentalgruppe
+
Lisel Fanderl (Hackbrett)
Ursula Lentrodt (harp)
Alfons Bauer (Zither)-
Arthur Piechler (organ)
+
Die Glocken der Wieskirche

Musikalische Leitung: Alfons Bauer

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Titel:
01. Glockengeläute 0.28
02. Eingang 0.37
03. Vor dem Kyrie 1.14
04. Kyrie 1.20
05. Vor dem Gloria 1.42
06. Gloria 1.22
07. Nach dem Gloria 0.40
08. Credo 1.09
09. Offertorium 1.34
10. Vor dem Sanctus 1.08
11. Sanctus 1.43
12. Andachtsjodler 3.04
13. Benedictus 2.06
14. Nach dem Benedictus 0.32
15. Agnus Dei 1.41
16. Nach dem Agnus Dei 1.36
17. Ite missa est 1.15
18. Ausgang + Glockengeläute 1.09

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