Georg Kreisler – Everblacks zwei (1974)

FrontCover1Da gibt es so ne ganz spezielle Steigerungsform und die lautet:

Böse – bitterböse – Gerog Kreisler:

Ich habe ja ein Herz für schräge Typen … und von daher ist der Georg Kreisler genau richtig …

Georg Franz Kreisler (geboren am 18. Juli 1922 in Wien; gestorben am 22. November 2011 in Salzburg) war ein Komponist, Sänger und Dichter. Weltanschaulich sah er sich als Anarchist. Er stammte aus einer österreichischen Familie. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten emigriert und nahm 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1955 kehrte er nach Europa zurück.

Dagegen, vorrangig als Kabarettist bezeichnet zu werden, hat sich Kreisler, der diesen Beruf in jungen Jahren zur Bestreitung seines Lebensunterhalts ausgeübt hatte, immer wieder gewehrt. Ebenso verwahrte er sich dagegen, als Österreicher bezeichnet zu werden: „Aber auf keinen Fall bin ich Österreicher… Ich bin seit 1943 amerikanischer Staatsbürger, obwohl mir der Clinton noch nie zum Geburtstag gratuliert hat.“

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Die Anfänge seiner Karriere lagen in den USA. Seit Mitte der 1950er Jahre wurde er im deutschen Sprachraum durch Lieder wie Tauben vergiften, Der Tod, das muss ein Wiener sein und Wie schön wäre Wien ohne Wiener populär. Mit seinem schwarzen, tiefsinnigen Humor und Sprachwitz hat Kreisler das musikalische deutschsprachige Kabarett seiner Zeit als Interpret und Verfasser eigener Werke stark geprägt (Quelle: wikipedia)

Hier in diesem blog ein weiteres Beispiel für seinen genial-schwarzen Humor (den man freilich auch mögen muss) oder auch, wie er es formulierte „makabre Grotestke“.

Und ja, der Georg Kreisler muss ne Art Hassliebefür sein Heimatland und möglichweise auch für die Stadt Wien gehabt haben („Wien ohne Wiener“, „Der Tod, das muß ein Wiener sein“

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Ansonsten nimmt er alles auf Korn, was ihm wohl jemals vor die Flinte kam … und kann da auf seinen ganz speziellen Wortwitz bauen.

Und ja, der Konstantin Wecker war wohl auch von dieser ganz speziellem Vortragsspiel geprägt.

Und ja … dieses Doppelalbum (ein kleiner Hinweis, wie populär er damals wohl war) bietet nicht nur all die Facetten des Georg Kreislers, sondern auch viel Substanz zum hinhören und zum nachdenklich werden.

Und ja … politisch war er auch („Wo sind die Zeiten dahin“)

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Besetzung:
Georg Kreisler (vocals, piano)

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Titel:
01. Telefonbuchpolka 5.07
02. Alpenglühen 5.22
03. Lied für Kärntner Männerchor 4.57
04. Wien ohne Wiener 4.48
05. Der Tod, das muß ein Wiener sein 4.45
06. Der Bluntschli 4.12
07. Der schöne Heinrich 5.43
08. Bessarabien 3.40
09. Sport ist gesund 2.21
10. Wo sind die Zeiten dahin 4.15
11. Ich hab ka Lust 3.26
12. Dreh das Fernsehen ab 4.47
13. Der Paule 4.14
14. Der Ausländer 4.15
15. Max 6.59
16. Onkel Joschi 6.07
17. Der Witz 4.18
18. Mein Weib will mich verlassen 2.06
19. Treten Sie näher, Franz Josef 5.14
20. Zu leise für mich 4.09

Texte und Musik: Georg Kreisler

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Verschiedene Interpreten – Glasl vor´m Aug´(Vienna Midnight Cabaret) (1957)

FrontCover1Und jetzt ein wahres Schmankerl aus den der Wiener Kabarett-Szene der 50er Jahre … ein Schmankerl, das sich gewaschen hat … ob der Hinterfotzigkeit der Texte.

Rafael Wagner über diese Jahres des Kabaretts in Wien:

„Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt der musikalische Anteil eine noch nie da gewesene Qualität
an.
Zeitgleich mit den neuen Aufnahme-und Verbreitungsmöglichkeiten der Medien –Schallplatten und Fernsehsendungen –erreicht das Kabarett ungeahnte Erfolge und eine Verbreitung, wie es sie noch nie in diesem Genre gegeben hat (Hilscher 2003, S. 928-929).

In den 1950er Jahren, die auch als die Goldene Zeit des Kabaretts bezeichnet wird, sind diese Erfolge zum großen Teil einer Gruppe zuzuschreiben, welche bis heute das  Namenlose Ensemble genannt wird. Neben anderen, sich abwechselnden Teilnehmern sind berühmte 3 Kabarettisten wie Helmut Qualtinger und Carl Merz ein fixer Bestandteil diese Gruppierung.

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Bronner spielt Klavier, Peter Wehle steht daneben

Mit ihren Liedinterpretationen, Sketches und Conférencen gestalten sie Erfolgsprogramme wie Glasl vor’m Aug (1957), Spiegel vor’m Gesicht(1958) oder  Dachl über’m Kopf (1959) erheblich mit. Zuständig für die Musik sind jedoch zum größten Teil Gerhard Bronner, Peter Wehle und Georg Kreisler, die eine Vielzahl an Kabarettliedern schreiben, welche sich teils sogar weit über den Kabarettbühnenrand hinaus verbreiten und sich – auf Schallplatte gepresst – bis über hunderttausend Mal verkaufen (Bronner
1995, S.21).

Auch wenn für das Kabarett –  oder nach dessen Theorie – unter anderem eine gewisse Aktualität obligatorisch ist und ihm deswegen der Hang zur Kurzlebigkeit zugeschrieben wird, gelten die oben genannten auch heute noch als DIE österreichischen Musikkabarettisten schlechthin. Mit ihren Tätigkeiten als Liederschreiber, Barbesitzer oder Radiosendungsgestalter haben sie sogar einen maßgeblichen Einfluss auf die österreichische Popularmusik – Szene.

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Helmut Qualtinger Single „Weil mir so fad is“ (1957)

„Das Gift Georg Kreislers […] und die intelligente jüdische Weiterführung der Tradition durch Bronner und Wehle boten Ventile. Und es entstand, was als Austropop später kurze Zeit europäische Bedeutung erhalten sollte“ (Flotzinger/Gruber 1995, S.255)

Bronner und Wehle pflegen eine lange und produktive Freundschaft über viele
Jahre, in denen sie als Duo tausende (sic!) von Liedern komponieren, Welttourneen
bestreiten und im Fernsehen und im Radio tätig sind. Auch wenn der dritte der oben
erwähnten grundsätzlich in den selben Tätigkeitsbereichen zur selben Zeit vergleichbar eifrig und erfolgreich ist, unterscheiden sich jedoch Wertvorstellung und Anspruch zu sehr, was die Zusammenarbeit dieser drei Künstler nur eine von kurzer Dauer werden lässt. Kurz NACHDEM diese begann und kurz BEVOR sie wieder endete, wird jedoch zusammen eine zweiteilige Schallplattenreihe aufgenommen, in der alle drei Musikkabarettisten einen Teil ihrer damaligen, eigens komponierten Kabarettlieder zusammenfassen:

Vienna Midnight Cabaret(1957) und Vienna Midnight Cabaret II (1958).
So unterschiedlich oder parallel ihre Lebenswege bis zu und nach diesen Aufnahmen
auch gewesen sein mögen: Hier wurde ein (=sechs) Stück Zeit – und  Musikkabarettgeschichte festgehalten, in denen drei der bedeutendsten Kabarettisten und Kabarettliederschreiber der späten 1950 Jahre ihr Werk in Form von insgesamt 50 Liedern präsentieren.  (aus der Diplomarbeit „Musik und Humor – Bronner + Kreissler – Wehle“, 2013)

Kreissler&Co

Georg Kreisler, Carl Merz, Gerhard Bronner und Helmut Qualtinger

Dringendste Hörempfehlug meinerseits: Bitterböse Texte z.B. über die heilige Kuh „Auto“ über die Nacktposen von manchen Frauen auf den Herrenmagazines …

Und es fällt auf, dass die mitwirkende weibliche Künstlerin, Louise Martini sowas von keck zu Werke gehen … ein Genuss !

Und auch musikalisch hat man sich jede Menge einfallen lassen …

Wie gesagt: wahres Schmankerl aus den der Wiener Kabarett-Szene der 50er Jahre !

Louise Martini

Louise Martini

Besetzung:

Gerhard Bronner – Georg Kreisler – Martini – Carl Merz – Helmut Qualtinger – Peter Wehle
+
Orchester des intimen Theaters, Wien unter der Leitung von Kurt Werner
+
Kurt Werner (piano bei 05. – 07.)

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Titel:
01. …Weil mir so fad is (Freizeit die ich meine) (Bronner) 5.35
02. Das becoverte Girl (Kreisler/Bronner) 11.21
03. Der Kreisverkehr (Perpetuum Automobile) (Bronner/Wehle) 6.08
04. Der dialektische Materialismus-Rock (Bronner) 3.14
05. Der Jedermann-Kollapso (Bronner) 2.54
06. Die alte Engelmacherin (Bronner) 5.01
07. Einen Juke will er sich machen (Die Musikbox) (Wehle) 5.47

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Georg Kreisler – Tauben vergiften + 3 (1963)

frontcover1Ich habe ja ein Herz für schräge Typen … und von daher ist der Georg Kreisler genau richtig …

Georg Franz Kreisler (geboren am 18. Juli 1922 in Wien; gestorben am 22. November 2011 in Salzburg) war ein Komponist, Sänger und Dichter. Weltanschaulich sah er sich als Anarchist. Er stammte aus einer österreichischen Familie. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft war er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich 1938 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten emigriert und nahm 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1955 kehrte er nach Europa zurück.

Dagegen, vorrangig als Kabarettist bezeichnet zu werden, hat sich Kreisler, der diesen Beruf in jungen Jahren zur Bestreitung seines Lebensunterhalts ausgeübt hatte, immer wieder gewehrt. Ebenso verwahrte er sich dagegen, als Österreicher bezeichnet zu werden: „Aber auf keinen Fall bin ich Österreicher… Ich bin seit 1943 amerikanischer Staatsbürger, obwohl mir der Clinton noch nie zum Geburtstag gratuliert hat.“

Die Anfänge seiner Karriere lagen in den USA. Seit Mitte der 1950er Jahre wurde er im deutschen Sprachraum durch Lieder wie Tauben vergiften, Der Tod, das muss ein Wiener sein und Wie schön wäre Wien ohne Wiener populär. Mit seinem schwarzen, tiefsinnigen Humor und Sprachwitz hat Kreisler das musikalische deutschsprachige Kabarett seiner Zeit als Interpret und Verfasser eigener Werke stark geprägt (Quelle: wikipedia)

Zum Einstieg in die skurulle Welt des Georg Kreislers eine Single mit 4 Titeln aus dem Jahr 1964. Und mit dabei das legendäre „Tauben vergiften“, aber auch die anderen drei Songs haben entsprechendes Gift im Gepäck.

Muss man mögen und ich mag eben schräge Typen wie den Georg Kreisler … Und von daher wird auch im Jahr 2017 dieser noble Herr hier das eine oder andere Mal wieder auftauchen.

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Besetzung:
Georg Kreisler (vocals, piano)

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Titel:
01. Tauben vergiften 2.27
02. Zwei alte Tanten tanzen Tango 4.59
03. Biddla Buh 3.03
04. Das Triangel 3.59

Musik und Texte: Georg Kreisler

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Schatz, das Wetter ist wunderschön
Da leid ich’s net länger zu Haus
Heute muss man ins Grüne gehn
In den bunten Frühling hinaus!
Jeder Bursch und sein Mäderl
Mit einem Fresspaketerl
Sitzen heute im grünen Klee –
Schatz, ich hab‘ eine Idee:

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau
Gehn wir Tauben vergiften im Park!
Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau
Gehn wir Tauben vergiften im Park!
Wir sitzen zusamm‘ in der Laube
Und ein jeder vergiftet a Taube
Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark
Beim Tauben vergiften im Park

Schatz, geh, bring das Arsen gschwind her
Das tut sich am besten bewährn
Streu’s auf a Grahambrot kreuz über quer
Nimm’s Scherzel, das fressen’s so gern
Erst verjag’mer die Spatzen
Denn die tun’am alles verpatzen
So a Spatz ist zu gschwind, der frisst’s Gift auf im Nu
Und das arme Tauberl schaut zu

Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier
Gehn wir Tauben vergiften im Park!
Kann’s geben im Leben ein größres Plaisir
Als das Tauben vergiften im Park?
Der Hansl geht gern mit der Mali
Denn die Mali, die zahlt’s Zyankali
Die Herzen sind schwach und die Liebe ist stark
Beim Tauben vergiften im Park…
Nimm für uns was zu naschen –
In der anderen Taschen!
Gehn wir Tauben vergiften im Park!