Weihnachten 2018 (24): Mireille Mathieu – Und wieder wird es Weihnachtszeit (1976)

FrontCover1.jpgNa gut, verdammt viele nationale und internationale Schlagerstars haben im Laufe ihrer Karriere auch mal ein deutschsprachiges Weihnachtsalbum veröffentlicht und irgendwann ging da der Krug auch nicht an der Mireille Mathieu vorbei.

Dabei wurde sie von dem allseits bekannten Schlagerproduzenten Christian Bruhn unter die Fittiche genommen und der verpasste ihr einen fast perfekten musikalischen Rahmen …  gekonnte und dezent instrumentierte Orchesterbegleitung, die viel Raum für die schon beeindruckende Stimme der Mireille Mathieu (hätte ich früher so nicht geschrieben) ließen. Den Titel des Albums könnte man allerdings auch als Stoßseufzer verstehen.

1976 produziert, erreichte die erste (und bisher einzige) rein deutschsprachige Weihnachtsplatte des französischen Weltstars schnell Goldstatus. Unter der Ägide des Erfolgsproduzenten Christian Bruhn, der für die ungemein zahlreichen teutonischen Hits und Evergreens des Spatzen verantwortlich zeichnet, entstand eines der schönsten und harmonischsten Weihnachtsalben, die mir je untergekommen sind. Wunderbar arrangiert versteht es Mireille, das adäquate Gefühl für diese besondere Jahreszeit alleine durch ihre einzigartige Interpretation dieser partiell internationalen Klassiker zu erzeugen. Kraftvoll in „O du fröhliche“, verhalten in „Weißer Winterwald“ oder einfach nur überirdisch melodisch und gefühlvoll in „Weiße Weihnacht“ zeigt der Star dem schier zahllosen Heer von 1-Hit-Sternchen, die nach kurzem Erfolg schnell ein ebenso zusammengeschustertes Weihnachtsalbum auf den Markt werfen, wie man diese immergrünen Lieder singt: Inbrünstig, sentimental, pathetisch.

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Seit 33 Jahren(!) ist diese Platte bereits auf dem normalerweise doch absolut schnelllebigen Markt. Weiter nicht verwunderlich: Qualität ist eben zeitlos – so zeitlos wie die Mathieu selbst. (Ulrich Groh)

Kann man in der Tat so sehen … wenngleich der Pelz, den sie für das Coverfoto trug heute kaum mehr vorstellbar ist … und das ist gut so.

Und schmunzeln musste ich bei dem Titel „Es wird schon bald dunkel“ … bei uns Südstaatlern ist dieses österreichische Weihnachtslied ja eigentlich unter dem Titel „Es wird scho glei dumpa“ … aber das konnte man der Mireille nun wirklich nicht zumuten … auch noch im Dialekt zu singen.

Und manchmal habe ich mich gefragt, mit welchen Emotionen sie all diese Lieder (bei denen auch – sehr fein – internationale Weihnachtslieder dabei sind), gesungen hat. Abgefuckte Studioarbeit oder tatsächlich mit einem Hauch von Emotionen … Hört man diese LP könnte man glatt letzteres annehmen.

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Besetzung:
Mireille Mathieu (vocals)
+
Orchester und gemischter Chor unter der Leitung von Christian Bruhn

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Titel:
01. Leise rieselt der Schnee (Ebel) 2.10
02. Aber Heidschi Bumbeidschi (Traditional) 3.15
03. Süßer die Glocken nie klingen (Traditional) 2.43
04. Es ist ein Ros‘ entsprungen (Traditional) 3.06
05. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber/Mohr) 3.17
06. O du fröhliche (O Sanctissima) (Traditiional) 3.55
07. Weiße Weihnacht (White Christmas) (USA) (Berlin/Balz) 3.15
08. Tochter Zion, Freue Dich (England) (Traditional/Händel) 2.44
09. Es wird schon bald dunkel (Österreich) (Traditional) 2.54
10. Herbei, o ihr Gläubigen (Portugal) (Traditional) 2.45
11. Weißer Winterwald (Winter Wonderland) (USA) (Bernard/Schwielow) 2.42
12. Du lieber Weihnachtsmann (Petit Papa Noël) (Frankreich) (Martinet/v.Schenckendorff) 3.39

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Mireille Mathieu – Ganz Paris ist ein Theater + Die Kinder vom Montparnasse (1971)

FrontCover1Die wahrlich faszinierende Biographie der Mireille Mathieu ist hinreichend dokumentiert. z.B. hier, von daher nur eine ganz krze Rückblende:

Mireille Mathieu wurde 1946 in ärmlichen Verhältnissen in Avignon geboren. Die Eltern Roger Mathieu (1920–1985), ein Friedhofs-Steinmetz und Marcelle-Sophie Poirier (1921–2016) bekamen 13 weitere Kinder; Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle übernahm im Mai 1967 die Patenschaft des jüngsten.[8] Ihren ersten Gesangsauftritt hatte sie im Alter von vier Jahren in einer Mitternachtsmesse. Sie verließ die Schule ohne Abschluss, da sie ab 1960 als Hilfsarbeiterin in einer Konservenfabrik für das Auskommen der Familie mitarbeiten musste.

Im Juni 1964 gewann sie in Avignon mit Édith Piafs La vie en rose den Gesangswettbewerb „On chante dans mon quartier“ („Wir singen in meiner Nachbarschaft“). Aufgrund dieses Sieges erhielt sie eine Einladung nach Paris zum Vorsingen für die Fernsehshow Télé-Dimanche. (Quelle: wikipedia)
1971 war sie bei uns dann schon in aller Munde und eine Single jagdte die andere … Hier ein nettes Beispiel, bei dem zum wiederholten Male, die Stadt Paris als Sehnsuchtsidylle zelebriert wurde.
Soweit so gut, wer´s mag … aber wenn ich dann so ne Zeile höre wie „Die Kinder vom Montparnasse haben kein Geld, doch ihnen gehört die schänste Stadt der ganzen Welt“ dann könnte ich schon meine Contenance verlieren.
Wusste die Mathieu, was sie da sang, gerade auf dem Hintergrund ihrer eigenen Biographie ?
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Besetzung:
Mireille Mathieu (vocals)
+
ein unbekanntes Studio-Orchester
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Titel:
01. Ganz Paris ist ein Theater (Bruhn/Buschor) 3.30
02. Die Kinder vom Montparnasse (Bruhn/Buschor) 2.58
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Mireille Mathieu – La Paloma ade + Mein letzter Tanz (1973)

FrontCover1Nicht wegzudenken aus der westdeutschen Schlagerszene der 60er und 70er Jahre …

Mireille Mathieu (* 22. Juli 1946 in Avignon) ist eine französische Sängerin. In Frankreich wird sie auch La Demoiselle d’Avignon genannt, in Deutschland ist sie als „Spatz von Avignon“ bekannt. Mathieu hat rund 190 Millionen Tonträger verkauft

Mireille Mathieu wurde 1946 in ärmlichen Verhältnissen in Avignon geboren. Die Eltern Roger Mathieu (1920–1985), ein Friedhofs-Steinmetz und Marcelle-Sophie Poirier (1921–2016) bekamen 13 weitere Kinder; Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle übernahm im Mai 1967 die Patenschaft des jüngsten.[8] Ihren ersten Gesangsauftritt hatte sie im Alter von vier Jahren in einer Mitternachtsmesse. Sie verließ die Schule ohne Abschluss, da sie ab 1960 als Hilfsarbeiterin in einer Konservenfabrik für das Auskommen der Familie mitarbeiten musste.

Im Juni 1964 gewann sie in Avignon mit Édith Piafs La vie en rose den Gesangswettbewerb „On chante dans mon quartier“ („Wir singen in meiner Nachbarschaft“). Aufgrund dieses Sieges erhielt sie eine Einladung nach Paris zum Vorsingen für die Fernsehshow Télé-Dimanche. Im November 1965 kam sie erneut nach Mathieu01Paris zu Proben für „Palmarès des Chansons“ im Olympia; sie nahm jedoch am Wettbewerb nicht teil, sondern zog erneut Télé-Dimanche vor. Dort startete sie am 21. November 1965 beim Gesangswettbewerb „Le Jeu de la Chance“ („Hasardspiel“), sang bei ihrem Fernsehdebüt das Piaf-Lied Jézebel und gewann zusammen mit Georgette Lemaire. Diese zog sich am 28. November 1965 zugunsten von Mathieu zurück, so dass für Mathieu der Weg für die Bühne frei war. Ende Dezember 1965 trat sie im Olympia-Theater im Vorprogramm von Sacha Distel („Sacha Show“) und Dionne Warwick auf. Johnny Stark – der schon Yves Montand, Françoise Hardy, Johnny Hallyday und Sylvie Vartan gefördert hatte – war bei der Show anwesend und wurde ihr Manager.

Auch Musikproduzent Eddie Barclay befand sich unter den Zuschauern und bot ihr einen Plattenvertrag bei seinem Label Barclay Records an. Noch im Dezember 1965 entstand eine Live-LP von ihrem Auftritt. Im Juni 1967 erreichte die Platte Rang 14 der deutschen LP-Charts. Gleichzeitig spielte Mathieu 1966 für das Barclay-Label einige Singles ein; die erste war Mon Crédo im März 1966, es folgte C’est ton nom. Mon crédo entwickelte sich zu einem großen Erfolg, der sich in 1,7 Millionen verkauften Exemplaren und ihrem ersten Nummer-eins-Hit in der französischen Hitparade zeigte. Bereits im Mai 1966 wurden hiervon alleine in Frankreich 500.000 Exemplare verkauft.

Einen weiteren Nummer-eins-Hit hatte sie im November 1966 mit Paris en colère aus dem Kinofilm Brennt Paris?. Als sie im Oktober 1967 die französische Version von The Last Waltz (La dernière valse; Text: Hubert Ithier) herausbrachte, konnte Barclay Records hiervon bis Dezember 1967 über 200.000 Exemplare in Frankreich verkaufen. Am 6. März 1966 trat sie in den Vereinigten Staaten in der Ed-Sullivan-Show vor 50 Millionen Zuschauern auf; im selben Jahr gastierte sie im Ost-Berliner Friedrichstadt-Palast erstmals in Deutschland. Anfang Mai 1967 war sie zum ersten Mal in Deutschland auf Tournee; danach tourte sie 26 Tage durch die Sowjetunion. Bereits zu jener Zeit wurde sie von den Medien als „neue Piaf“ gefeiert. Im Mai 1967 stimmten Billboard zufolge 39 % der Befragten in Frankreich für Mireille Mathieu als beliebteste französische Sängerin. Die Jugendzeitschrift Bravo berichtete im selben Monat über die Tournee. Ihre erste Platte in Deutschland war im Juli 1967 die LP Mireille Mathieu I mit Chansons.

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Ungewöhnlich für die Mathieu: mal freizügig

Akropolis Adieu aus dem September 1971 war ihr erster Millionenseller. Ihr größter kommerzieller Erfolg war La Paloma Ade aus dem Oktober 1973 mit über einer Million verkaufter Singles, der Titel erreichte in Deutschland Platz 1 und war für 27 Wochen in den Charts. Zwei Chöre wurden hierfür im Overdubbing aufgenommen, der Refrain-Beginn war auftaktartig unterbrochen. (Quelle: wikipedia)
Und hier dieser Schmachtfetzen … ein Schmachtfetzen wie er im Buche steht … mit neuem Text:

Wenn rot wie Rubin die Sonne im Meer versinkt
ein Lied aus vergangener Zeit in den Herzen klingt.
Das Lied es erzählt von einem der ging an Bord
und da sagte er zur Liebsten ein Abschiedswort:
Weine nicht
wenn ich einmal nicht wiederkehr!
Such einen andern dir
nimm es nicht zu schwer!
Und eine weiße Taube fliegt dann zu dir
bringt einen letzten Gruß übers Meer von mir.

La Paloma ade!
Wie die wogende See so ist das Leben ein Kommen und Gehn
und wer kann es je verstehn?

Sie sah jeden Morgen fragend hinaus zum Kai –
sein Boot „La Paloma“ es war nie mehr dabei.
Denn eine weiße Taube zog übers Meer!
Da wußte sie es gibt keine Wiederkehr!

Nun gut … die Geschichte des Liedes (das ja eigentlich aus Spanien stammt und vermutlich 1863 erstmalig aufgeführt wurde – von wegen deutsches Volkslied !) und seine weltweite Verbreitung ist schon interessant … vielleicht berichte ich davon mal später.

Die B-Seite ist dann ein gefälliger Walzer, kann man, muss man aber nicht hören oder kennen.

Aber was die Mireille Mathieu betrifft: Die hat schon eine beispiellose Karriere hingelegt … bedenkt man, wie bescheiden ihr Leben begann ! Respekt !

LaPaloma

Besetzung:
Mireille Mathieu (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker
BackCover1
Titel:
01. La Paloma ade (Yradler/Bruhn/Buschor) 3.47
02. Mein letzter Tanz (Bruhn/Buschor) 3.51
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