Verschiedene Interpreten – Lieder unserer Zeit in Licht und Schatten (1968)

FrontCover1Auf den ersten Blick eine weitere Benefiz Schallplatte (diesmal für das Deutsche Rote Kreuz), auf den zweiten Blick ein wirklich beachtenswertes Album.

Im Gegensatz zu vielen anderen LP´s der gleichen Art hat man sich nämlich durchaus Gedanken zur Musikauswahl gemacht und letztlich darauf verzichtet, einen Hit-Sampler zu veröffentlichen.

Stattdessen gibt es viele Lieder mit Tiefgang, thematisch handeln sie alle in sehr unterschiedlichen Formen von „Krieg und Frieden“ und so wundert es auch nicht, dass insbesondere Folksongs und Chansons Verwendung fanden.

Zu jedem Lied findet sich eine kleine Erläuterung auf der Innenseite des Covers.

So erfährt man z.B. dass das Lied „Hundert Mann und ein Befehl“ (eigentlich: „Ballad Of The Green Berets“ von Barry Sadler) von Heidi Brühl als Antikriegs-Songs interpretiert wird, „denn schließlich sind es immer die Frauen und Mütter, die den Preis für die Kriege bezahlen müssen

Man hört stimmungsvolle Gospel-Songs, einfach aber wirkundsvoll instrumentierte Folkssongs wie „There But For Fortune“) (von Phil Ochs, interpretiert von Vicky Leandros), „Die Moosoldaten“ (Don Paulin: arrangiert von Klaus Doldinger !) oder „La Mamma“. Und dann noch den Chanson „Göttingen“ von Barbara, ein Lied, das damals für Furore sorgte und ganz gewiss einen eigenen Blog-Beitrag verdient.

Schon überraschend diese Songauswahl und für heutige Hörer ist es auch eine Möglichkeit, sich mit unbekannteren Künstlern wie Owen Williams oder CorrenBrokken zu beschäftigen.

Und selbst die Trompeten-Nummern „Sunrise“ (Melody Of Peace) des Orchesters Mat Panas und die „Schiwago-Melodie“ (gespielt von Roy Etzel) fügen sich wunderbar in dieses Album ein. Und auch wenn der Titel des Albums etwas sperrig wirkt … reinhören lohnt sich allemal !

Die Grußworte auf der Rückseite des Covers sind dabei das unwichtigste.

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Titel:
01. Orchester Mat Panas: Sunrise (Panas) 2.45
02. Alexandra: Sehnsucht (Das Lied der Taiga) (Bauer/Weyrich) 2.53
03. George Goodman & The Alabama Choir: Glory Hallelujah (John Brown’s Body) (Traditional) 2.33
04. Vicky Leandros: There But For Fortune (Ochs) 2.28
05. Barbara: Göttingen (Barbara/Brandin) 2.37
06. Charly Tabor: Die Rose von Nowgorod (Rota/Schrauth) 2.40
07. Heidi Brühl: Hundert Mann und ein Befehl (Sadler/Moore/Bader) 2.25
08. Nana Mouskouri: Johnny Tambour (Little Drummer Boy) (Simeone/Onorati/Buschor) 3.49
09. Roy Etzel: Schiwago-Melodie (Lara’s Theme) (Jarre) 2.24
10. Corry Brokken: La Mamma (Adiós La Mammá) (Aznavour/Gall/Niessen) 3.42
11. Don Paulin: Die Moorsoldaten (Traditional) 2.38
12. Alexandra: Die andern waren schuld (Nefedov/Bader) 2.22
13. Owen Williams & Rosy-Singers: Der Regen (Swing Low, Sweet Chariot) (Traditional/Hertha) 2.51
14. Esther Ofarim: Monsieur Le President (Le Déserteur) (Vian/Berg) 3.15

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Zur bestmöglichen Verbreitung des Albums organisierte man dann auch noch ne Postkarten-Aktion:

Postkarte1

Postkarte2

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Verschiedene Interpreten – Vergißmeinnicht – Stern-Stunde der Musik (1970)

FrontCover1Und schon wieder so ne Charity – Scheibe der skurillen Art, diesmal unter der Beteiligung von dem Label -„Stern Musik“, die damals auf dem deutschen Musikmarkt ganz schön aktiv waren und auch eine durchaus abwechselungsreiche Mischung im Programm hatten.

So kann man dann auch ein Begleitwort von dem Stern-Herausgeber Henri Nannen lesen (der feierte das 5jährige Juiläum von Stern-Musik) und auch die ZDF-Fritzen Hans Mohl und Prof. Dr. Karl Holzamer geben ihren Senf dazu.

Aber keine Frage: die Thematisierung von Behinderung, Schwerbehinderung war und ist ein wichtiges Anliegen und ich vermute schon, dass solche Aktionen auch das ihre dazu beigetragen haben, unsere Gesellschaft in den 70er Jahren stärker als früher auch als eine solidarische Gesellschaft zu gestalten.

Und da passte es dann natürlich nur gut, dass auch der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann seinen Segen zu diesem Album gab … somit wurde das Projekt quasi staatstragend.

DieHeinemanns

Die Heinemanns

Die Musik wird dadurch freilich nicht besser und das James Last Intro mit dem Titel „Happy“ sag schon mal wo´s langgeht. Immerhin finden sich mit Katja Ebstein, Hildegard Knef und auch Ester Ofarim drei Interpretinnen, die schon sehr deutlich dasd Niveau heben.

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Titel:
01. Orchester James Last: Happy Music (Last) 2.31
02. Katja Ebestein: Warum ist die Welt so schön (Bruhn/Buschor) 2.49
03. Karel Gott: Somewhere (Bernstein/Sondheim) 3.08
04. Renate Kern: Laß doch den Sonnenschein (Lost/Loose) 2.28
05. Roy Black: Dein schönstes Geschenk (Twardy/Lilibert) 2.44
06. Hildegard Knef: Von nun an ging´s bergab (Hammerschmid/Knef) 2.46
07. Alexandera: Mein Freund der Baum (Alexandra) 3.34
08. Peter Rubin: Azzurro (Conte/Feltz) 3.25
09. Esther Ofarim: Shecharchoret (White) 2.59
10. Iwan Rebroff: Die Legende von den 12 Räubern (Traditional/Rebroff) 3.35
11. Wencke Myhre: Abendstunde hat Gold im Munde (Schmidt/Bradtke) 2.35
12. Freddy Quinn: Meine Welt – Deine Welt (Quinn/Relin/Bach) 3.10
13. Orchester Max Greger: Vergißmeinnicht (Frankenfeld) 0.40

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Köpfe