Verschiedene Interpreten – Schön war die Zeit – Das große Schlageralbum der Erinnerungen (1968)

FrontCover1.JPGHier eine nostaligsche Schlagerplatte, präsentiert von der Zeitschrift „Constanze“:

Constanze war eine zeitweise marktführende deutsche Frauenzeitschrift, die von 1948 bis 1969 in Hamburg erschien. Trotz hoher Auflagenzahl musste sie am Ende wegen hoher Verluste eingestellt werden.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg war für die Herausgabe von Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland die Genehmigung der Besatzungsmächte vorgeschrieben. Die seinerzeit befreundeten Verleger John Jahr senior und Axel Springer erhielten 1947 von der englischen Militärregierung die Lizenz Nummer 150 für die Herausgabe einer Frauenzeitschrift namens Constanze und gründeten den Constanze-Verlag. Im März 1947 erschien die erste Ausgabe des Blattes in einer Auflage von 60000 Exemplaren. Axel Springer schied 1960 aus dem Verlag aus. Jahr gründete mit Gerd Bucerius und Richard Gruner den Verlag Gruner + Jahr, in dem Constanze weiterhin erschien.

Das inhaltliche Konzept stammte im Wesentlichen von Chefredakteur Hans Huffzky, der von 1939 an für den Verleger John Jahr sen. die Frauenzeitschrift Die junge Dame geleitet hatte. Mit ihm kam eine Reihe von Mitarbeitern aus Redaktion und Verlag mit zur

Constanze hatte Erfolg. Während die erste Ausgabe des Blattes 24 Seiten umfasste, darunter zwei Anzeigenseiten, lag der Gesamtumfang 1949 durchschnittlich bei 36 Seiten, davon 10 Anzeigenseiten (= 27,8 Prozent). Bereits im Dezember 1948 erreichte sie eine Auflage von über 300 000 Exemplaren pro Druckausgabe. Bis in die sechziger Jahre war sie unangefochtene Marktführerin ihrer Branche.

Diverse Constanze Ausgaben

Diverse Constanze-Ausgaben

Mit wachsendem Erfolg tauchten Probleme auf: dank der zuströmenden Anzeigenflut wurden die einzelnen Hefte immer umfangreicher. 1955 machten die an sich lukrativen Anzeigen rund 45 Prozent des inzwischen 114 Seiten dicken Magazins aus. Das ergab höhere Transportkosten, nicht nur für den Verlag. Vertrieb und Lesezirkel protestierten gegen die dicken Hefte.

Um die Schwierigkeiten zu meistern, stellte Jahr die Zeitschrift auf wöchentliche Erscheinungsweise um. Das stellte sich als Fehler heraus, der nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte. Leserinnen sahen Probleme darin, jede Woche ein neues Magazin kaufen zu sollen. Zudem hatte sich der Verlag mit dem wöchentlichen Erscheinungstermin in verstärkte Konkurrenz zu den ebenfalls wöchentlich erscheinenden Magazinen Stern, Quick und Spiegel begeben. Auflage und Anzeigenaufkommen sanken.

Auf Rat von Mitgesellschafter Richard Gruner setzte der Verlag 1968 Ewald Struwe als Chefredakteur ein. Struwe, in der Branche gern Sexpapst genannt, kam von der Neuen Revue. Hohe finanzielle Investitionen und neue inhaltliche Konzepte in Richtung Boulevard brachten keinen Erfolg. Die Auflage sank weiter. Als sich für das Jahr 1970 ein Defizit von fast 17 Millionen abzeichnete, beschloss John Jahr senior, die mit ihren Leserinnen gealterte Constanze zum Ende des Jahres 1969 einzustellen. Formal wurde sie mit der im selben Verlag erscheinenden Frauenzeitschrift Brigitte zusammengelegt. Mit ihrem auf jüngere Leserinnen zugeschnittenen Konzept schien Brigitte für die Zukunft erfolgversprechender. Jahr behielt recht. Der Name Constanze wurde gestrichen, Brigitte bekam auf einen Schlag 400 000 neue Leserinnen und erscheint noch heute. Die letzte Auflage von Constanze betrug 550.000. (Quelle: wikipedia)

Hüllentext

Vermutlich war auch diese LP ein strategischer Fehler, denn schaut man sich das Modell an, das hier eine LP auflegt,kann man sch schwer vorstellen, dassjust ein solcher rauentyp, flotte Weisen aus den 30er und 40er Jahren hören möchte … wo sie doch so schön wohnt.

Alsowir hören „olle Kamellen“ im Potpourri-Stil (daher waren die einzelen Titel auch nicht zu separieren – insgesamt 28 Gassenhauer jener Jahre !

Wer einen Fauble für diese alten Gassenhauer hat, ist hier wieder mal gut bedient, und wir hören hier u.a. Musiker/innen wiePeter Kreuder, Bully Buhlan und Nana Gualdi… da kann man ein paar neue Talente entdecken.

Ob man nun wirklich behaupten kann und darf … „schön war die Zeit“ ist für mich höchst fragwürdige …erklingen hier ja Lieder für eine Generation, die als „betrogene Generation“ bezeichnen möchte.

Aber klar, selbst im Nationalsozialismus suchte und fand man seine Nischen, um ein Hauch von Glück zu verspüren. Und davon erzählen diese Lieder.

Die Interpreten

Besetzung:
Peter Kreuder – Nana Gualdi – Bully Buhlan – Willy Hagara – Nina Westen – Ralf Paulsen
+
unbekanntes Orchester

BackCover1
Titel:

01. Schön war die Zeit (Teil 1) 16,55
01.01 Wir machen Musik (Igelhoff/Steimel/Käutner/Pinelli)
01.02.  Frauen sind keine Engel (Mackeben/Beckmann)
01.03.  Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder/Schwehr)
01.04. Das Karussell (Jary/Beckmann)
01.05.  Ich tanze mit Dir in den Himmel hinein (Schröder/Beckmann)
01.06.  In einer Nacht im Mai (Kreuder/Schröder/Beckmann)
01.07. Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (Jary/Balz)
01.08. Schön war die Zeit (Kreuder)
01.09. Haben sie schon mal im Dunkeln geküßt? (Jary/Pinelli/Beckmann)
01.10. Sing, Nachtigall, sing (Jary/Balz)
01.11. Das Wunder der Liebe (Rösfeld/Golgowsjy)
01.12. Bei dir war es immer so schön (Mackeben/Beckmann)
01.13. Ob blond, ob braun (Stolz/Marischka)
01.14.  Musik – Musik (Kreuder)

02. Schön war die Zeit (Teil 2) 15.53
02.01. Mit Musik geht alles besser (Bochmann/Knauf)
02.02. Liebling, du bist so zauberhaft (Karbar/Schwenn/Schaeffers)
02.03. Wenn ein junger Mann kommt (Grothe/Dehmel)
02.04. Tatjana (Bohn/Roda)
02.05. Das Leben ist so wunderschön (Bonda/Golgowsky)
02.06. Ich werde jede Nacht von ihnen träumen (Schröder/Beckmann)
02.07. Du und ich im Mondenschein (Bochmann/Balz)
02.08. Wie ein Wunder kam die Liebe (Doele/Balz)
02.09. Yes, Sir (Benatzky)
02.10. Liebling, mein Herz läßt dich grüßen (Heymann/Gilbert)
02.11. Träumen von der Südsee (Kirchstein/Dehmel)
02.12. Kann denn Liebe Sünde sein? (Brühne/Balz)
02.13. Komm auf die Schaukel, Luise (Mackeben/Herbert)
02.14. Paris (Mackeben/Beckmann)

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Keimzeit – Irrenhaus (1990)

FrontCover1Ein berkenswertes Debütlabum und das nicht nur wegen der durchgehend guten Musik un den durchgehend anspruchsvollen Texten mit vie Tiefgang, sondern wohl auch, weil es den Zeitgesit jener Jahre irgendwie auf den Punkt bringt:

Zufälliger Wendehit

Wie „Irrenhaus“ zu einem Soundtrack der Umbruchzeit wurde

Bereits 1988 hatte die brandenburgische Band Keimzeit das Album „Irrenhaus“ aufgenommen. Da aber der staatliche Musikvertrieb Amiga das Album in der DDR nicht veröffentlichen wollte, musste die Band bis zu Mauerfall warten. Dann ging alles ganz schnell.

Norbert Leisegang: „Als wir 1988 das Album ‚Irrenhaus‘ aufnahmen, das war ja noch in den Studios des DDR Rundfunks/Radio DDR. Dann gingen wir mit diesem Album, als es aufgenommen war, zur Schallplattenfirma Amiga und dort sagte uns der Agent, dass diese Musik, die wir da aufgenommen haben, nichts tauge und solche Songs wie ‚Frau aus Gold‘ für ihn Unsinn sind und dass wir, wenn wir eigentlich, wenn wir überhaupt mit der Plattenfirma zustande kommen wollten, dann müssten wir noch neue Songs aufnehmen, ja, und dann sind wir da rückwärts aus der Tür wieder raus.“

Ulle Sende + Norbert Leisegang (1987)

Ulli Sende und Norbert Leisegang, 1987

Eine Enttäuschung, die sich in der Karriere von Keimzeit schneller als gedacht als vorteilhaft erweisen sollte. Verbiegen wollen sich Norbert Leisegang und seine Bandkollegen 1988 für einen Plattenvertrag nicht. Sie konzentrieren sich wieder auf ihr Kerngeschäft, die Liveauftritte in ihrer Heimat Brandenburg.

Konzertreisen ins Ausland genehmigt ihnen das Kulturamt in Belzig nicht, das „Kinderlied“, in dem Leisegang das Spiel mit Waffen thematisiert, wird auf den Index gesetzt und darf nicht öffentlich aufgeführt werden. Obwohl sie nur Lokalhelden fernab des DDR-Musikestablishments sind, erleben Keimzeit die künstlerische Enge ihres Landes am eigenen Leib.

Aber dann geht ab dem 9. November 1989 alles ganz schnell.

„Mit der Grenzöffnung hat ja einiges damals ganz schnell stattgefunden, weil man wusste, hier kann man Geld verdienen.“

Den ersten Vertrag zu ergattern, ist auf einmal vollkommen unkompliziert, schon die zweite Plattenfirma, die Hansa aus West-Berlin, greift zu. Die arbeitet u.a. damals mit Rio Reiser, den Leisegang sehr verehrt. Das Risiko für die Hansa ist minimal, die Songs sind ja schon aufgenommen, die Bänder bekommt sie für einen sehr guten Preis. Das Stück „Die Frau aus Gold“ schafft es zwar auch diesmal nicht aufs Album, aber dafür der Song, der Keimzeit 1990 zu der vielleicht ersten gesamtdeutschen Band macht: „Irrenhaus“ als gesamtdeutscher Song.

Keimzeit01

Keimzeit, 1989

Die Worte des Songs „Irrenhaus“ spiegeln scheinbar kongenial die aktuelle Situation nach dem Mauerfall wieder, aber es war alles ganz anders, erzählt Norbert Leisegang.

„Irre ins Irrenhaus ist kompletter Zufall gewesen, ich hatte vorher noch einen anderen Song, der kam aus der NDW-Ecke, irgendwie war der zu spröde, weiß gar nicht mehr, worüber der ging, und dann habe ich die nächste Stufe eines Songs weiterentwickelt und da kam dieses Irrenhaus dabei heraus.“

Unter dem Einfluss der gesellschaftlichen Veränderungen 1989 ist keiner der 13 Songs auf „Irrenhaus“ geschrieben worden, sagt Leisegang. Die Atmosphäre von Auflösung und Umbruch verströmt das Album unbewusst und trifft damit den Nerv eines deutsch-deutschen Publikums. Nicht nur der DDR-Jugendfunk DT64 spielt das Stück rauf und runter.

RarePromoSingle1990

Rare Promo-Single, 1990

Die jahrelange Keimzeit der Band ist vorbei, die musikalische Saat geht auf, das Album verkauft sich auch nach den Erwartungen einer westdeutschen Plattenfirma gut und zu den Konzerten, die früher eher familiären Charakter hatten, kommen nun um die 1000 Leute. Norbert Leisegang und die Band genießen die Popularität und wie etliche ihrer Landsleute die neue Freiheit.

„Ich hab Tickets gekauft nach Amsterdam, Dublin und New York und hab mir Europa und die Welt angeschaut.“

Eine gesellschaftliche Utopie scheitert, die wirkliche Welt macht sich breit im Osten und im Leben von Keimzeit. Leisegang sieht das definitiv positiv, aber auch recht nüchtern, denn die Reibung mit den Oberen erlebt der Haupttexter, Komponist und Sänger der Band rückblickend als kreativ sehr inspirierend.

„Also für mich war die Marktwirtschaft doch sehr progressiv für mein Leben, vielleicht nicht für meine Songs. Denn einige meiner engen Freunde meinen: Nach der Wende hast Du nix Vernünftiges mehr geschrieben. Vielleicht kann man das nicht so komplett sagen, aber ich erkenne schon, wenn man großen Repressalien ausgeliefert ist, den Hals richtig voll hat, ist man geneigt, nicht unbedingt politisch, aber emotional tiefgreifende, coole Songs zu schreiben. Ich muss nicht Propaganda schreiben, nur ’ne Liebesgeschichte, aber die wird dann echt groovy.“ ( Jutta Petermann, Deutschlandfunk)

MatthiasOpitz

Matthias Opitz

Nicht nur diese Geschichte hinter dem Album hat es in sich…sondern auch das Album selbst.

Bei so etlichen Textzeilen kann man nachvollziehen, warum diese bei den Amiga-Bossen im vorauseilenden Gehorsam nicht gut ankamen.

Da geht es um soziale Ausgrenzung („Mama sag mir warum) und im Titelsong findet man folgendeStrophe:

Du erinnerst mich an diesen Zeitungsburschen
aus Boston oder New York, der sagte:
Lieber geh‘ ich vor die Hunde,
Als daß ich von euch mir irgendwas borg‘.“
Im Film haben die immer Fortuna parat.
Dich hat man wieder über’s Ohr gehau’n
Und dann weggejagt.
Irre ins Irrenhaus, die Schlauen ins Parlament !
Selber schuld daran,
Wer die Zeichen der Zeit nicht erkennt.

Und geht es dann Schlag auf Schlag weiter … Norbert Leisegang war ein wirklich aufmerksamer Beobachter von alltäglichen Szenen und Norbert Leisegang war als Komponist darüber hinaus durchaus facettenreiche Meloidien zu kompinieren.

Und Ulle Sende und Matthias Opitz waren großartige Solisten.

Und wie anfangs geschrieben: ein bemerkenswertess Debütalbum, weil es ein bemerkenswert reifes und intensives Album ist.

Single1

Besetzung:
Hartmut Leisegang (bass)
Norbert Leisegang (vocals, guitar)
Roland Leisegang (drums)
Matthias Opitz (keybords)
Ulle Sende (guitar)
+
Ralf Benschu (saxophone bei 13.)
Peter Schmidt (drums bei 10.)
Ralf Schuldt (bass)

BackCover
Titel:
01. Ratten 3.39
02. Hofnarr 3.22
03. Mama sag mir warum 4:45
04. Irrenhaus 3.11
05. Frühling 4.20
06. Keine Männer 3.57
07. Betrunken 2.00
08. Kintopp 3.08
09. Rosi 3:36
10. Schwein 3.03
11. Der Löwe 4.04
12. Flugzeuge 4.52
13. So 4.25

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De Bläck Fööss – Op bläcke Föss noh Kölle – Bilder und Menschen unserer Stadt (1974)

FrontCover1Und nun wieder eine Würdigung einer anderen Region in Deutschland und mit De Bläck Fööss hatte Köln wirkliche Dialekt – Lokalmatadore in ihren Stadtmauern.

Die Bläck Fööss sind eine der erfolgreichsten Kölner Mundart-Musikgruppen.

Vor 1970 spielten die Mitglieder der Bläck Fööss in diversen Kölner Beat-Gruppen. Vorläufer-Bands der Bläck Fööss waren Singing End (Mitglieder: Rainer Pietsch, „Bömmel“ Lückerath und Hartmut Priess) und The Beat Stones (Erry Stocklosa, Peter Schütten und Tommy Engel). Engel spielte bei The Luckies und den Black Birds, danach Schlagzeug bei den Tony Hendrik Five, bevor er zu den Stowaways wechselte. Diese Bands traten im Vorprogramm berühmter Beatgruppen auf, so etwa die Beat Stones am 6. November 1966 bei The Who mit The Lords in Messehalle 8. Die Beat Stones stellten ihre erste Single What? Am I in Love? im Vorprogramm des Beach-Boys-Konzerts am 17. Mai 1967 in der Kölner Sporthalle vor.

Auf Karnevalsbällen spielten diese Gruppen die Hits der Beatles, der Kinks und der Hollies, jedoch gab es auch Nachfrage nach Karnevalsliedern, und so entschloss man sich, auch auf Kölsch zu singen. Graham Bonney, mit dem die Band im Studio arbeitete, schlug ihnen vor, einen kölschen Titel aufzunehmen. Doch die Band wollte ihren guten Namen als Beat-Gruppe nicht riskieren und erfand den Namen De Bläck Fööss (Die nackten Füße) als Parallelnamen, weil er sowohl Kölsch als auch Englisch klang. Die Kölner Plattenfirma Electrola veröffentlichte am 22. Oktober 1970 ihre erste Single Rievkooche-Walzer / Selverhuhzick. Da von der Platte nur 2.000 Exemplare verkauft wurden, produzierte Electrola vorerst keine weiteren mit der Band. Ihr zweiter Titel Mir drinken us einer Fläsch / Drink doch eine met wurde auch von anderen Plattenfirmen zunächst abgelehnt, weil diese englische Texte bevorzugten. Die im September 1971 in den Kölner Cornett-Studios aufgenommenen Titel wurden von Heinz Gietz produziert.

BläckFööss
Mit Heinz Gietz, der Electrola 1966 verlassen und sein eigenes Plattenlabel Cornet Records gegründet hatte, fanden sie schließlich einen erfahrenen Musikproduzenten. Sein kleines Label besaß einen Vertriebsvertrag mit BASF in Ludwigshafen und veröffentlichte 1972 den Titel, der sofort ein Publikumserfolg wurde. Cornet Records produzierte zwei Langspielplatten mit den Bläck Fööss, 1974 Op bläcke Fööss noh Kölle und 1975 Lück wie ich un du. Der Erfolg der Gruppe in den Sälen und beim regionalen Plattenverkauf ermutigte Electrola 1976, der Band erneut einen Plattenvertrag anzubieten. Bald war die Gruppe bei Karnevalssitzungen und -bällen sehr gefragt, nur die konservativen Karnevalsgesellschaften waren zunächst durch das Äußere der Gruppe irritiert: langhaarig, in Jeans und barfuß, um dem neuen Bandnamen gerecht zu werden (was man später wegen der Verletzungsgefahr durch Glasscherben wieder aufgab), tauchten die Bläck Fööss mit E-Gitarren und tragbaren Verstärkern auf den traditionellen Karnevalsveranstaltungen auf.

Hier also ihr Debütalbum aus dem Jahr 1974, wobei die mir vorliegende Vinly-Fassung als Datum 1977 ausweist … Der Grund ist einfach … Nachdem die Bläck Fööss nach diesem Debütalbum zumutlich erstmal in der Kölner Region wie ne Bombe einschlugen, konnten sie auch flugs das Label wechseln … und wer wollte nicht bei Polydor unter Vertrag stehen ?

Von daher ist diese Version eine Reissue … ändert aber nichts an der Musik, die damals die Massen verzückte… Aber die Zeiten ändern sich: ein Lied wie „De Mama kritt schon widder e Kind“ finde ich doch ziemlich frauenfeindlich … und im gleichen Jahr (also 1977) schnürrten BAP ihre Stiefel um in noch ganz andere Galaxien vorzudringen …

BASFFrontCover

Besetzung:
Tommy Engel (drums, vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, banjo, mandoline, violine, vocals)
Hartmut Reinhold Priess (guitar, mandoline, bass)

BackCover1
Titel:
01. Kölle, du uns Stadt am Rhein (Traditional/Priess) 0.40
02. Mer losse d’r Dom en Kölle (Knipp/Priess) 4.30
03. Leev Linda Lou (Knipp/Priess) 4.42
04. Drink doch eine met (Hoock) 4.22
05. Do beste fies op et Föttche jefalle (Priess) 3.37
06. Kumm zoröck noh Kölle (Priess) 3.01
07. Dat häste wirklich nit verdeent (Priess) 3.36
08. Rof mer ens e Taxi (Knipp) 3.08
09. De Mama kritt schon widder e Kind (Priess) 3.01
10. In unserem Veedel (Priess) 3.53
11. Heimweh nach Köln (Ostermann) 2.00

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Helen Donath & Das Kammerorchester des Bayerischen Staatsorchester – Exsulate jubilate + Orfeo (1974)

FrontCover1Hier halten wir so ne Art Neujahrsgeschung der Münchner Boulevard Zeitung „Abendzeitung“ in der Hand.

Sie enth#lt zwei Kantatenwerke, dargeboten von der Sängerin Helen Donath:

Helen Donath, geborene Helen Erwin, (* 10. Juli 1940 in Corpus Christi, Texas) ist eine US-amerikanische Opernsängerin (Sopran).

 

Helen Donath ging in Corpus Christi zur Schule und begann dort auch zu studieren. Später setzte sie ihr Studium in New York fort,wo sie im Alter von 18 Jahren bereits ihren ersten Konzertauftritt hatte. 1962 erhielt sie an der Oper Köln ihr erstes Engagement in Europa. Sie debütierte als zweite Rheintochter Wellgunde in Richard Wagners Rheingold. Von 1963 bis 1968 sang sie am Opernhaus Hannover. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, den Pianisten und Kapellmeister am Opernhaus Klaus Donath.

1966 schloss sie einen Gastvertrag mit der Bayerischen Staatsoper in München, was ihrer Karriere äußerst förderlich war. So sang sie 1967 und 1968 die Pamina in der Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen.

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Das Ehepaar Helen und Klaus Donath

Damit gelang ihr endgültig der internationale Durchbruch. Opern- und Konzertgastspiele führten sie seitdem in alle Welt, etwa an die Mailänder Scala, das Royal Opera House in London, an die Staatsopern Berlin, Wien, München, Dresden und Hamburg, nach Paris, Tokio und immer wieder in ihre amerikanische Heimat. 1991 debütierte sie an der Metropolitan Opera New York als Marzelline in Fidelio und als Susanna in Le nozze di Figaro. Besondere Höhepunkte waren auch die Rolle der Marschallin im Rosenkavalier in Detroit, unter der Leitung ihres Mannes Klaus Donath und in der Regie ihres Sohnes Alexander Donath, und die Despina in Così fan tutte bei den Salzburger Festspielen 2004 bis 2006. An der Oper Köln gastierte sie zuletzt 2015 als ‚Mrs. Grose‘ in The Turn of the Screw.

Helen Donath wurde mehrfach für ihre Verdienste ausgezeichnet, u.a. als Bayerische Kammersängerin, als Ehrendoktor der Universität Miami und 1990 mit dem Niedersachsenpreis. 2005 erhielt sie das Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens. (Quelle: wikipedia)

Ursprünglich erschien das Album 1973 auf dem Ariola Sub-Label Eurodisc

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Original Cover

Exsultate, jubilate (KV 165, KV6 158a) (in der Originalhandschrift Exultate, jubilate) ist eine lateinische Motette für Sopran und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart.

Mozart komponierte das Werk während seiner letzten Italienreise im Januar 1773 in Mailand (Erstaufführung 17. Januar). Das Werk wurde durch den dortigen „Primo uomo“ in Mozarts Oper Lucio Silla, den Kastraten Rauzzini uraufgeführt. Neben dem originalen, marianischen Text existiert eine Salzburger Fassung aus dem Jahr 1779, in der Alternativtexte zum Trinitatisfest und für Weihnachten vorgesehen sind. Die Salzburger Fassung, die erst 1979 wiederentdeckt wurde, unterscheidet sich weiterhin durch die Verwendung von Flöten an Stelle von Oboen.

Außer den vollständigen Opern von Pergolesi sind zahlreiche einzelne Arien überliefert, viele mit unsicherer Zuschreibung. Von den Solokantaten genießt Orfeo besondere Schätzung als Beispiel für Pergolesis lyrisch-expressiven Stil.

Giovanni Battista Pergolesi (* 4. Januar 1710 in Jesi, Marche; † 16. März 1736 in Pozzuoli bei Neapel; auch Pergolese geschrieben) war ein italienischer Komponist. (Quelle: wikipedia)

Nachdem Helen Donath zweifellos eine Meisterin war, erwartet den Hören hochwertige Kantantenmusik.

Warum sich die Münchner „Abendzeitung“ genau für ein solches musikalisches Präsent (vermutlich für Geschäftsfreunde oder so) entschied, ist mir ein kleines Rätsel.

Ich hätte eher etwas eingängigere Melodien aus dem Berich der sog. U-Muik erwartet.

Sei´s drum … aber diese LP (aufgenommen im Kloster Rottenbuch) ist natürlich auch ein kleiner Vorbote auf die kommende Advents-und Weihnachtszeit …. denn „Exsultate, jubilate“ wird gerne in dieser Jahreszeit aufgeführt.

Nett auch der Gruß der Abendzeitung an die Beschenkten:

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Besetzung:
Helen Donath (Sopran)
Hans Ludwig Hirsch (cembalo)
+
Das Kammerorchester des Bayerischen Staatsorchester unter der Leitung von Hans Ludwig Hirsch

BookletA

Titel:
01. Exsultate, jubilate – Menuett für Sopran KV 165 (Mozart) 15.37
02. Orfeo – Kantate für Sopran, Streicher und Cembalo (Pergolesi) 17.43

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Musikzug des Sportverein Lurup – Im Rhythmus der Freude (1974)

FrontCover1Macht mir ja immer wieder Freude und Spaß, historische Musikaufnahmen von Amateur-Kapellen hier präsentieren zu können.

Hier haben wir esmit dem Musikzug des Sportverein Lurup zu tun.

Lurup ist ein Stadtteil am nordwestlichen Rand Hamburgs im Bezirk Altona.

Der Name „Lurup“ findet seine erste Erwähnung im Jahr 1752 im Nienstedtener Kirchbuch. Damals sollen Fuhrleute nach einer langen Fahrt durch die Lüneburger Heide dem Ort seinen Namen gegeben haben: „Dor luert wi op!“ (Sinngemäß: Da sind wir aber mal gespannt, was das werden soll …) Die Satzbestandteile luert und op bildeten somit später den Namen Lurup.

In dieser Gegend soll sich der Überlieferung zufolge auch ein Wirtshaus namens „Luur Up“ (niederdeutsch für auflauern, warten) befunden haben. Daneben gibt es die Vermutung, der Ortsname beschreibe den natürlichen Verlauf der Landstraße, die von Bahrenfeld aus leicht ansteigt (niederdeutsch lau rup). In der Karte der Herrschaft Pinneberg von 1789 ist jedenfalls bereits das im Kirchspiel Nienstedten belegene Dorf „Luhrup“ eingezeichnet.

LurupAn Lurup grenzen im Nordwesten die schleswig-holsteinischen Gemeinden Schenefeld (Kreis Pinneberg) und Halstenbek, außerdem die Hamburger Stadtteile Eidelstedt im Nordosten, Bahrenfeld im Südosten und Osdorf im Südwesten. (Quelle: wikipedia)

Und natürlich hat auch dieser Ortsteil einen Sportverein:

Zwischen dem Volksparkstadion und dem schleswig-holsteinischen Schenefeld, tief im Westen Hamburgs, ist er zu Hause – der SV Lurup Hamburg von 1923. Der Stadtteil Lurup existiert seit rund 250 Jahren; er gehört seit 1937 zu Hamburg und hat heute über 32.000 Einwohner. Im Mai 2003 feierte der SV Lurup sein 80. Vereinsjubiläum. Hervorgegangen ist der SV Lurup aus dem Arbeiter-TSV Lurup-Schenefeld. Die Zeiten, in denen sich Luruper und Schenefelder regelmäßig sonntags auf die Nasen hauten, waren damit vorbei; jetzt wurde gemeinsam Fußball gespielt. Neben dem heutigen Parkplatz „grün“ (gegenüber dem „Stadion-Eck“) wurden die Heimspiele ausgetragen.

Augenzeuge
1930 stellten sich die Schenefelder auf eigene Beine. Nach der Machtübernahme der NSDAP wurden alle Arbeitersportvereine aufgelöst.Von 1933 bis 1945 herrschte in Lurup ein sportliches Vakuum. Nach dem Krieg wurde eine Weide als Sportplatz hergerichtet, die während des Krieges als Kartoffelfeld diente. Das Vereinshaus war, wie vor dem Krieg, der benachbarte Lindenhof in der Luruper Hauptstrasse, wo heute ein Billard-Salon steht. Durch Beziehungen konnten blaue Trikots aus Düsseldorf beschafft werden; die Vereinsfarben waren nun notgedrungen blau und weiß. 1949 beschloss die Mitgliederversammlung, dem Verein den Namen „SV Lurup Hamburg von 1923“ und die Farben rot-weiß zu geben. Mit einem Darlehen vom Hamburger Fußball-Verband wurde der Sportplatz eingezäunt. In den Nachkriegsjahren verfolgten regelmäßig 500 Zuschauer die Heimspiele in der 4. und 5. Liga. Auftrieb bekam der Verein 1952 durch die neue Sportanlage an der Flurstraße, die durch Bürgermeister Nevermann eingeweiht wurde. 1963 gelingt dem SVL der Aufstieg in die Verbandsliga. Da im selben Jahr die Bundesliga eingeführt wird, kann sich der Verein aber nicht um eine Klasse verbessern. (Jan Kröger)

Aber zumindest konnte der Verein2 Jahre päter eine  Spielmannszug gründen … und gnau diee stan dann 1974 zum dritten Mal im Studios, wie stolz auf der Rückseite der Hülle berichtet wird:

Hüllentext

Wie man es sich denkenkann, erwartet einen, wenn man einen Spielmannszug zu hören bekommt, schneidige Straßen-und Marschmusik … wie sie übrigens auch in New Orleans zelebriert wird (siehe „When The Saints“),‘

Die Studioaufnahmen wurden scheinbar auch durch Werbung lokaler Geschäfte produziert, denn die Rückseite der Hülle dient quasi als Litfaßsäule:

Werbung

Die Musik muss man ja nicht mögen … aber Herzblut haben sie da wohl alle reingesteckt (freilich schreibt man „Buab´m“ ja eigentlich „Buam“)… und ich finde, das verdient Anerkennung.

Und auch das verdient Anerkennung:

Übrigens: der ist heute lebendiger denn ja … und schaut man sich auf deren Homepage um, so entdeckt man ein mustergültig zu nennendes Konzept gegen den sexuellen Mißbrauch von Kindern … Es ist ja leider so, dass auch und gerade in Sportvereien dieses Thema tabuisiert wird …

Der SV Lurup-Hamburg von 1923 e.V. geht da einen anderen Weg. Bravo und Respekt !

Kinderschutz

Besetzung:
Musikzug des Sportverein Lurup

Musikalische Leitung: Klaus Stöckel und Renatus Otte

BackCover1

Titel:
01. Military Escot (Bennet/Molenaar) 2.06
02. Stettiner Kreuzpolka (Schlichting/Ehmcke) 2.09
03. Mars(ch) der Medici (Wichers/Mollenaar/Wormerveer) 4.16
04. La Paloma (Kolditz/Halter) 3.32
05. Fliegermarsch (Dostal/Ehmcke/Boblinger) 2.29
06. Revue Marsch (Reckling/Birnbach) 1.32
07. When The Saints (Traditional) 2.24
08. Tiroler Holzhacker Buab´m (Wagner/Ehmcke) 2.40
09. Matrosen bitten zum Tanz (Traditional) 2.39
10. Kleine Garde (Brussig/Halter) 2.26
11. El Bimbo (Morgan/Ehmcke) 2.26
12. Kronprinz-Marsch (Brussig/Halter)  2.22
13. Telefunken-Marsch (Ewert/Sirkoski) 3.27
14. Trompeten-Echo (Avsenik/Pollak) 2.42

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Milva – Das Konzert (1982)

FrontCover1Für mich eine ganz und gar faszinierende Frau … mit all ihren Höhen und Tiefen, mit all ihren Licht- und Schattenseiten:

Maria Ilva Biolcati, als Milva international bekannt, ist eine äußerst vielseitige Sängerin. Egal ob Chansons, Schlager, Opernarien oder Brecht/Weill-Kompositionen – die Frau mit dem dramatischen roten Haar (daher ihr Spitzname „La Rossa“) beherrscht all dies gleichermaßen virtuos.

Geboren als Tochter einer Fischhändlerfamilie, musste sie früh mitarbeiten; der Vater hatte das Vermögen weitgehend verspekuliert. Nach einer Gesangsausbildung begann Milva als Nachtclubsängerin, gewann mit 21 den Talentwettbewerb der RAI und kam so zum ersten Plattenvertrag. 1961 schaffte sie mit Platz 3 beim San Remo-Festival den Durchbruch in Italien, trat erstmals als Schauspielerin auf und heiratete ihren Manager Maurizio Corgnati. Die einzige Tochter Martina kam 1963 zur Welt.

In den folgenden Jahrzehnten stieg Milva zum international gefeierten Star auf: sie sang in vielen Sprachen, wurde aber besonders in Deutschland und Frankreich sehr beliebt. Die Zusammenarbeit mit Giorgio Strehler brachte Milva zur intensiven Beschäftigung mit Brecht-Interpretationen, auch selten gehörten und wieder entdeckten Kostbarkeiten. Daneben ist sie bis heute Astor Piazzollas Lieblingssängerin – keine andere haucht seinen Tangoschöpfungen so viel Leben ein.

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An der Mailänder Scala war Milva in Opernhauptrollen zu sehen, in Paris gab sie die „Seeräuber-Jenny“ in Brechts Dreigroschenoper. Eine ihrer Tourneen widmete Milva den Chansons der Edith Piaf. Namhafte Komponisten wie Theodorakis und Morricone schrieben Lieder für sie, an ihren deutschen Plattenproduktionen arbeiteten u.a. Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg mit. Als Schauspielerin trat sie in mehreren Filmen auf, u.a. an der Seite Gina Lollobrigidas und unter der Regie von Werner Herzog.

Privat dagegen hat Milva viel Leid erfahren. Die Ehe mit Corgnati zerbrach 1969. Von 1986-96 lebte sie mit dem Schauspieler Luigi Pistilli zusammen, der zunehmend unter Depressionen litt und im April 1996 Selbstmord beging. Eigentlich wollte sich die Künstlerin 1992 ins Privatleben zurückziehen, feierte aber zwei Jahre später ein grandioses Comeback und steht seitdem wieder auf Bühnen in aller Welt. (Quelle: fembio.org)

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Welche Stellung die Milva damals insbesondere bei uns in Deutschland hatte, wird an diesem Album deutlich.

1982 absolvierte sie eine Tourenn durch 32 Städte, die Tournee war restlos ausverkauft und ihr deutsches Label spendierte dann daraufhin dieses Doppelalbum.

Was soll ich schreiben … es ist ein triumphales Live-Album … mit all jenen Facetten, die Milva so einmalig gemacht haben, zärtlich, stürmisch, theatralisch, nachdenklich, widerspenstig und natürlich auch erotisch …

Mittlerweile hat sie sich mehr oder weniger zurückgezogen (sie ist mittlerweile 78 Jahre alt) … mir scheint eine großartige Künstlerin verwelkt allmählich.

Umso wichtiger, auch hier immer wieder mal an sie zu erinnern …

Als Ergänzung habe ich die vier Seiten des Doppelalbum ungeschnitten beigelegt (mit ganz viel zusätzlichem Applaus)

MCs

Besetzung:
Giovanni Capriuolo (trombone)
Fabiano Cosimo (bass)
Flaviano Cuffari (drums)
Alfredo D’Aquino (violin, flute, saxophone)
Sergio Farina (guitar, trumpet)
Milva (vocals)
Alberto Monpellio (keyboards, synthesizer)
Pierluigi Mucciolo (flugelhorn, trumpet)
Ernesto Verardi (guitar)
Gianni Zilioli (accordion, vibraphone, organ, marimba)

+
background vocals:
Charles Cannon – Moreno Ferrara – Paolo Orlandi

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Titel:
01. La rossa (Jannacci) 5.40
02. Zusammenleben (To Perigali) (Seferis/Theodorakis/Woitkewitsch) 3.43
03. Begrüßung 0.20
04 Il dritto (Parenzo/DeLuca/Jannacci) 4.22
05. Freiheit, Gleicheit und so weiter (To Traino Fevyi Stis Ochto) (Theodorakis/Woitkewitsch/Elefterion) 4.26
06. Er (Anderson/Woitkewitsch/Vangelis) 5.30
07. Wir müssen wach sein (Wij Zullen Doorgaan) (Shaffy/Woitkewitsch) + Ich hab‘ keine Angst (To The Unknown Man) (Vangelis/Woitkewitsch) 6.20
08. Du hast es gut (Vangelis/Woitkewitsch) 3.01
09. Zu Hause (O Ayeras Leei Mia Proseflhi) (Theodorakis/Livaditis/Woitkewitsch) 3.37
10. Da oben ist sein Zimmer (Vangelis/Woitkewitsch) 1.25
11. Bilbao Song (Brecht/Castellani) 4.13
12. Moon Of Alabama (Alabama Song) (Brecht/Eisler/Lunari) 2.59
13. Surabaya Johnny (Brecht/Weill) 6.13
14. Reprise: Surabaya Johnny (Weill) 0.32
15. Kennst du das auch (It’s Five O’Clock) (Vangelis/Francis/Woitkewitsch)
16. Freiheit in meiner Sprache (La canzone della liberta) (Morricone/Lucignani/Woitkewitsch) 2.47
17. Non arrenderti domo (Keep Your Hand On The Plow) (Traditional/Calabrese) 3.15
18. Non pianger piu‘ Argentina (Webber/Rice/Albertelli) 4.51
19. Quando il Sipario (Jannacci) 5.36
+
20. Das Konzert (Teil 1) 18.51
21. Das Konzert (Teil 2) 20.42
22. Das Konzert (Teil 3) 15.00
23. Das Konzert (Teil 4) 20.33

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Hüllentext

Empfehlens- und lesenswert: Der Hüllentext

Klee – Aus lauter Liebe (2011)

FrontCover1Also Klee, wurde von mir erst neulich entdeckt und wieder mal so eine Gruppe, die mir durchaus zusagt, die durchaus ihren eigenen Stil entwickelt hat.

„Wer bereits auf dem Vorgänger „Berge Versetzen“ Gefahr lief, im samtweichen Bad aus Hoffnung, Verzweiflung und Liebe zu ertrinken, der sollte sich für das neue Klee-Album „Aus Lauter Liebe“ vorsorglich ein Paar rosarote Schwimmflügel besorgen. Denn zwischen Eiffelturm und Croissanterie, der Champs-Élysées und seidener Bettwäsche regiert die Liebe.

Das Album Nummer fünf des Kölner Pop-Duos atmet die Luft des französischen Films der fünfziger Jahre, filtert den Spirit und den schmachtenden Charme dieser Dekade und bildet daraus ein bittersüßes Pop-Potpourri aus Luftschlössern und Realität. Samtig hauchend skizziert Sängerin Suzie Kerstgens im Opener „Fliegen“ die Angst vor der Selbstfindung. Minimalistisch instrumentiert baut sich ein Gefühl von Hoffnung und Mut zusammen.

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Passend zur Poesie des Albums betten sich zwei Drittel der dreizehn Liebesperlen in zartem musikalischen Gewande. Doch sobald sich die Sehnsucht in Glück verwandelt und die Schmetterlinge im Bauch zu fliegen beginnen, erhöhen die Rheinländer die Schlagzahl und bieten wie auf „Außer Atem“, „Schmetterlingsflügelschlag“ oder „Nimm Dein Leben In Die Hand“ kantenfreien aber dennoch hochwertigen Pop zum Mitwippen.

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Gegen Ende wird es mit „Puls Und Herzschlag“ sogar richtig funkig, wenn Klee die glitzernden Disco-Kugeln auspacken. Insgesamt ummantelt sich „Aus Lauter Liebe“ aber hauptsächlich mit balladesken Klängen, und so geben sich zartes Akustikgitarren-Gezupfe, melodiöse Keyboardlinien und spärliche Rhythmusansätze die Klinke in die Hand und hüllen das Gesamtpaket ein in sehnsuchtstrunkene Melancholie.

Dass das ganze Werk letztlich nicht in einem Wust aus Kitsch, Naivität und Blauäugigkeit in sich zusammenfällt, verdankt das Album vor allem seinen Texten. Die beiden liebeshungrigen Kölner verstehen es nahezu perfekt, dem Thema Liebe die triefenden Klischees zu entziehen. Mit einfacher, direkter und offener Wortwahl nehmen Klee die Unentschlossenen, Mutlosen und Verliebten an die Hand und bieten ihnen den hoffnungsgebenden Soundtrack ihrer Gefühle.

Die Magie des Augenblicks steht im Vordergrund. Im Hier und Jetzt duellieren sich essentielle Fragen rund um die Zweisamkeit mit lyrischen ‚Gehhilfen‘ für Verunsicherte. Homogen und in sich stimmig präsentieren Klee mit „Aus Lauter Liebe“ den bisherigen Höhepunkt ihres Schaffens. Glückwunsch!“(Kai Butterweck)

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Besetzung:
Suzie Kerstgens (vocals)
Sten Servaes (keyboards, vocals, vibraphon, marimbaphon)
+
Daniel Brandl (cello)
Daniel Klingen (drums, percussion)
Benedikt Filleböck (piano, guitar, bass)
Stefan Pele Götzer (bass, guitar, vocals)
Naima Husseini (vocals)
Alex Jedinsky (drums, percussion)
Desire Kläukens (guitar)
Moritz Krämer (guitar, piano)
Dragan Mitrovic (accordeon)
Jochen Naaf (synthesizer, guitar, organ, marimabaphon)
Boris Rodowski (guitar, mandolin, ukulele, banjo, piano)
Harald Ziegler (trumpet, horn)
+
Chor

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Titel:
01. Willst du bei mir bleiben (Kerstgens/Servaes) 3.27
02. Vergiss nicht (Kerstgens/Servaes/Filleböck) 3.54
03. Nimm dein Leben in die Hand (Kerstgens/Servaes/Liwa/Deininger) 3.16
04. Außer Atem (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.58
05. Natalie (Kerstgens/Servaes/Liwa/Deininger) 3.06
06. Schmetterlingsflügelschlag (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.53
07. Adieu (Kerstgens/Servaes/Liwa/Filleböck) 3.17
08. Meilenweit (Kerstgens/Servaes/Deininger) 3.26
09. Stell dir vor (Kerstgens/Servaes) 3.25
10. Puls und Herzschlag (Kerstgens/Servaes/Götzer) 3.05
11. Ich will nicht gehen wenn’s am schönsten ist (Kerstgens/Servaes) 3.19
12. Wir beide (Kerstgens/Servaes/Filleböck) 2.23
13. Fliegen (Kerstgens/Servaes/Kläukens) 4.08

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