David Füsgen – Entartete Musik (Filmdokumentation) (2015)

FrontCover1.jpgWie neulich angekündigt (und zwar hier) , nun die filmische Dokumentation des Konzertes der Toten Hosen mit dem Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule.

Für diese Musikdokumentation der ganz besonderen Art war der Regisseur David Füsgen verantwortlich und herausgekommen ist eine mehr als vorbildliche Dokumentation eines Ereignisses, das nun wirklich zu den bedeutensten „Crossover“ Projekten der letzten Jahrzenten gezählt werden muss.

Einfach nur faszinierend, wie er das Projekt, seine Entstehung. all die Proben, all die Überlegungen zu diesem Projekt einfängt.

Da gibt es Interviews mit all den Beteiligten (auf und hinter der Bühne), da gibt es jede Menge Szenen von der Proben, da reflektiren die Musiker von den Toten Hosen, wie sich ihr Blick auf die Musik gewandelt hat … von einer „reinen“ Punkband bis hin zu einer Band, die mit einem Sinfonieorchester musizieren kann und auch dringend will.

Und dann all die eindringlichen  Großaufnahmen von den beteiligen Musikern …ihre Gesichter, ihre Emotionen angesichts von Liedern, die früher einmal eben als „entartete Musik“ gebranntmarkt wurden … und auch die ganze notwendige Logistik für so ein Konzert wird filmisch festgehalten.

Höhepunkt dieser Musikdokumentation ist dann ganz sicher, das fulminante Ende der Konzertes … was sich sich hier in den Gesichtern, in den Gesten der Musiker abspielt …
ist mehr als beeindruckend …

Von daher erwartet nun den geneigten Leser dieses blogs eine kleine Flut von Vorschaubildern … ich konne nicht anders … denn hier werden wir Zeuge von dem Triumph der Musik …

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Sinfonieorchester der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf + Die Toten Hosen – Entartete Kunst – Willkommen in Deutschland (2015)

FrontCover1.jpgVon engagierten Projekten wie diesem kann ich gar nicht genug kriegen:

Entartete Musik – Willkommen in Deutschland ist ein Live-Album des Sinfonieorchesters der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und der Band Die Toten Hosen. Es erschien am 30. Oktober 2015, produziert von Hans Steingen als Doppel-CD und Dreifach-Vinyl beim bandeigenen Label JKP. Die Ausgabe beinhaltet zudem eine DVD mit einer Dokumentation über die Entstehung.

Das Album wurde an drei Konzertabenden aufgenommen, welche Die Toten Hosen und das Sinfonieorchester der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf im Oktober 2013 in der Düsseldorfer Tonhalle gaben. Die Konzerte waren zur Erinnerung an die Künstler veranstaltet worden, die unter anderen mit der Propaganda-Schau Entartete Musik, eröffnet am 24. Mai 1938 im Ehrenhof in Düsseldorf durch die Kulturpolitik der Nationalsozialisten verunglimpft und verfolgt wurden.

Auf dem Frontcover steht die Inhaltsangabe in weißen und schwarzen Buchstaben auf rotem Hintergrund. Das Begleitheft zeigt schwarzweiße Fotos der Interpreten während der Konzerte in der Tonhalle im Oktober 2013. Es enthält die Texte zu den Titeln A Survivor From Warsaw op. 46 und Sog nit Kejnmal zuzüglich einer deutschen Übersetzung, sowie Informationen über den historischen Hintergrund sämtlicher Originaltitel sowie biografische Angaben über die an der Entstehung beteiligten Künstler.

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Nach dem Konzept von Thomas Leander, Professor an der Robert-Schumann-Hochschule, gaben die Band Die Toten Hosen zusammen mit dem Sinfonieorchester der Universität unter der Leitung des Dirigenten Rüdiger Bohn am 19., 20. und 21. Oktober 2013 je ein dreistündiges Gedenkkonzert in der ausverkauften Tonhalle in Düsseldorf. Des Weiteren war der Kinderchor des Humboldt-Gymnasiums Düsseldorf unter der Leitung von Dennis Hansel an den Aufführungen beteiligt.

Die Band bestand zum Zeitpunkt der Aufnahmen aus den Gitarristen Andreas von Holst und Michael Breitkopf, dem Bassisten Andreas Meurer, dem Schlagzeuger Vom Ritchie und dem Sänger und Frontmann der Gruppe Campino. Die Arrangements für Die Toten Hosen schrieb Hans Steingen, mit dem die Band seit 1996 zusammenarbeitet, und der bereits einige Titel für das Unplugged-Album Nur zu Besuch umgeschrieben hatte.

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Als Solisten traten Inge Du, Vita Gajevska, Thomas Leander und Hans Steingen am Klavier, Micea Gogoncea an der Gitarre, Christina Marzi an der Klarinette, Georg Sarkisjan an der Violine Alexander Kovalev am Violoncello, und Linda Hergarten und Susanne Storck als Sängerinnen auf. Die Stimmen im a-cappella-Vokalstück Ich muss heute singen, der unter dem Titel Les fenêtres chantent von den Comedian Harmonists im Jahr 1937 erstmals in Frankreich veröffentlicht wurde, übernahmen Keno Brandt, Julian Freibott, Gereon Grundmann, Jin-Su Park und Campino.

Die Veröffentlichung der Konzerte als Tonträger war zunächst nicht geplant und wurde erst zwei Jahre später durch Hans Steingen initialisiert, der die Aufnahmen in seinem Big Noise Studio in Düsseldorf abmischte und masterte. Bei verschiedenen Stücken erfolgte eine weitere Abmischung durch Vincent Sorg.

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Alle an den Konzerten künstlerisch Beteiligten, verzichten auf ihre Honorare, sowie das Schallplattenunternehmen JKP auf sämtliche Gewinne. Die Einnahmen aus dem Projekt werden zur Unterstützung von Stipendiaten und Konzertprojekten der Robert-Schumann-Hochschule zur Verfügung gestellt.

Neben dem 16-minütigen Instrumentalstück aus dem Spielfilm Der Herr der sieben Meere und Arnold Schönbergs Melodram Ein Überlebender aus Warschau, dem 11-minütigen Werk Kol Nidrei op. 47 von Max Bruch und Remembrances von John T. Williams aus dem Soundtrack zu Schindlers Liste, dem Kanonensong, der Zuhälter-Ballade und der Moritat von Mackie Messer aus Die Dreigroschenoper, dem Alabama Song aus Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, den Stücken Seht ihr den Flieger dort und Ihr müsst auf Freundschaft bau’n aus Brundibár, Deutsches Miserere aus Schweyk im Zweiten Weltkrieg, dem Vokalstück Ich muss heute singen von den Comedian Harmonists, den Liedern Einen großen Nazi hat sie!, Komm, Zigany aus der Operette Gräfin Mariza, Sog nit Kejnmal und Sholem-Alekhem, Rov Feidman! enthält das Album die von Campino vertonten Gedichte Stimmen aus dem Massengrab von Erich Kästner, Im Nebel von Hermann Hesse, das Lied Die Moorsoldaten, erschaffen von den von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor und das Schlaflied Wiegala von Ilse Weber.

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Zudem sind auf dem Album die bandeigene Kompositionen Willkommen in Deutschland und Sascha … ein aufrechter Deutscher vom Album Kauf mich! aus dem Jahr 1993, Das Mädchen aus Rottweil vom Album Auswärtsspiel aus dem Jahr 2002 und Ballast der Republik, Drei Kreuze (dass wir hier sind) und Europa vom Album Ballast der Republik aus dem Jahr 2012 vertreten. Die Stücke wurden eigens für die Gedenkkonzerte in Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester neu eingespielt.

Das Album erreichte auf Anhieb Platz zwei der Charts in Deutschland, den siebten Platz in Österreich[4] und den siebten Platz der Schweizer Hitparade.

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Alexander Austel rechnet der Band in seinem Artikel auf laut.de hoch an, wie „selbstlos“ sie sich „in das Gefüge eines Orchesters einreiht“, es zeige, „dass sich aus den einstigen Autodidakten Berufsmusiker entwickelten“.

Arno Frank hingegen hält in seinem Review vom Oktober 2015 im Musikexpress „das Crossover aus Hochkultur, Politik und Punk das sich vor einst verfemtem Liedgut verbeugt“ für einen „Bärendienst“. Es sei „als Platte nur schwer zu ertragen“. Die Präsenz der Toten Hosen sei „problematisch“ und „eher dumpfwalzenhafte Ästhetik“ (Quelle: wikipedia)

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Da kann ich dem Arno Frank so gar nicht folgen, da finde ich folgende Zeilen weitaus passender:

Vor zwei Jahren initiierten die Toten Hosen ein Konzert mit Musik, die die Nazis als „entartet“ gebrandmarkt hatten. Nun erscheint es auf CD und DVD – und ist von erschreckender Aktualität.

Zur Unzeit kommt diese Veröffentlichung nun wirklich nicht, auch wenn das Ereignis, auf das sie sich bezieht, inzwischen 77 Jahre her ist. 1938 nämlich wurde im Düsseldorfer Kunstpalast die Ausstellung „Entartete Musik“ eröffnet, mit der die Nationalsozialisten die Hetzjagd auf unliebsame Komponisten rechtfertigen wollten.
Gnadenlos verfolgt wurde, was jüdisch, kommunistisch oder „undeutsch“ war,

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Vor zwei Jahren, anlässlich des 75. Jahrestags, hat das Orchester der Düsseldorfer Robert-Schumann-Musikhochschule auf Initiative des Prorektors Thomas Leander zusammen mit den Toten Hosen ein Gedenkkonzert mit Werken verfolgter Musiker veranstaltet. Jetzt erst, zwei Jahre später, kommt dieses Konzert auf den Markt, in Form zweier CDs und einer DVD sowie als Non-Profit-Projekt zugunsten der Stipendiaten und des Orchesters der Musikhochschule.

Die zweieinhalb Stunden sind ein beeindruckender Querschnitt durch die Musikgeschichte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Denn was den Nazis als „entartet“ galt, ließ sich nicht einmal durch irgendwie greifbare, ästhetische Kategorien begründen. Die treffen am ehesten noch auf den Jazz zu, auf die verhasste „Negermusik“. Ansonsten aber wurde gnadenlos verfolgt, was jüdisch, kommunistisch oder auf andere Weise „undeutsch“ war.

Auf den CDs hört man zum Beispiel ebenso „Komm, Zigány“ aus Emmerich Kálmáns „Gräfin Mariza“ wie Filmmusik zum „Herrn der Sieben Meere“ von Erich Wolfgang Korngold, das der nicht mehr in seine Heimat zurückkehrende Wiener Jude 1940 in Hollywood schrieb, einen Song der Comedian Harmonists oder Arnold Schönbergs Zwölfton-Melodram „A Survivor from Warsaw“. Es finden sich Kurt Weills Moritaten aus der Dreigroschenoper und ergreifende Zeugnisse von Musik aus den KZs und Vernichtungslagern, wie den Kinderchor „Ihr müsst auf Freundschaft baun“ aus der in Theresienstadt weiterentwickelten Kinderoper „Brundibár“ des tschechoslowakischen Komponisten Hans Krása oder das Lied von den „Moorsoldaten“ aus dem KZ Börgermoor.

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Beklommen macht auch die Erkenntnis, dass die wenigen Stücke der Toten Hosen auf dem Album, wie das 20 Jahre alte „Willkommen in Deutschland“, entstanden unter dem Eindruck brennender Flüchtlingsheime, kaum etwas von ihrer Aktualität verloren haben. (Franz Kotteder)

Ein eminent wichtiges und eindrucksvolles Album … und ich bilde mir ein, ich muss das nicht weiter ausführen.

Hinweisen will ich dann noch auf das wirklih fulminante Begleitheft und die dem Album beigelegte DVD Dokumentation dieses Ereignisses gibt es dann demnächst …

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Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Andreas „Campino“ Frege (vocals)
Andreas von Holst (guitar)
Andreas Meurer /bass)
Vom Ritchie (drums)
+
Sinfonieorchester der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf unter der Leitung von Rüdiger Bohn
+
Kinderchor des Humboldt-Gymnasiums Düsseldorf unter der Leitung von Dennis Hansel

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Titel:

CD 1:
01. The Sea Hawk-Suite (Korngold) 16.28
02. Die Moorsoldaten (Goguel/Esser/Langhoff) 6.01
03. Einen großen Nazi hat sie! (Weiss/Grünbaum) 3.35
04. Kanonensong (Brecht/Weill) 2.34
05. Zuhälter-Ballade (Brecht/Weill) 4.38
06. Die Moritat von Mackie Messer /Brecht/Weill) 4.09
07. Seht ihr den Flieger dort (Krása/Hoffmeister/Harre/Harders-Wuthenow) 2.23
08. Ihr müsst auf Freundschaft bau’n (Krása/Hoffmeister/Harre/Harders-Wuthenow) 3:29
09. Stimmen aus dem Massengrab (Frege/Kästner) 3.33
10. Deutsches Miserere (Brecht/Eisler) 2.14
11. Wiegala (Weber) 4.42
12. A Survivor From Warsaw op. 46 (Schönberg/Monod) 7.25

CD 2:
13. Kol Nidrei op. 47 (Bruch) 11.17
14. Komm, Zigany (Kálmán/Grünwald/Brammer) 5.27
16. Sog nit Kejnmal (Pokrass/Glik) 3.10
17. Ich muss heute singen (Marbot/Reisfeld/Cab/Varna) 2.51
18. Sholem-Alekhem, Rov Feidman! (Kovács) 7.04
19. Remembrances (Williams) 6.54
20. Im Nebel (Frege/Hesse) 4.51
21. Willkommen in Deutschland (Breitkopf/Frege) 4.30
22. Alabama Song (Brecht/Weill) 5.25
23. Sascha … ein aufrechter Deutscher (FregeMüller) 3.00
24. Drei Kreuze (dass wir hier sind) (v.Holst/Sorg) 1.41
25. Ballast der Republik (Frege/Marteria) 3.18
26. Europa (Breitkopf/Frege) 4.21
27. Das Mädchen aus Rottweil (Frege/v.Holst/Meurer) 4.32
28. Drei Kreuze (dass wir hier sind) (Reprise)n (v.Holst/Sorg) 2.21

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Bei diesem Lied krieg ein aufs andere mal ne Gänsehaut:

Wohin auch das Auge blicket, Moor und Heide nur ringsum,
Vogelsang uns nicht erquicket, Eichen stehen kahl und krumm.

Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit den Spaten ins Moor

Hier in dieser öden Heide ist das Lager aufgebaut,
wo wir ferne jeder Freude hinter Stacheldraht verstaut.

Wir sind die Moorsoldaten …

Morgens ziehen die Kolonnen in das Moor zur Arbeit hin
Graben bei dem Brand der Sonne, doch zur Heimat steht der Sinn.

Wir sind die Moorsoldaten …

Heimwärts, heimwärts, jeder sehnet zu den Eltern, Weib und Kind.
Manche Brust ein Seufzer dehnet, weil wir hier gefangen sind.

Wir sind die Moorsoldaten …

Auf und nieder gehen die Posten. Keiner, keiner kann hindurch.
Flucht wird nur das Leben kosten! Vierfach ist umzäunt die Burg.

Wir sind die Moorsoldaten …

Doch für uns gibt es kein Klagen. Ewig kann ’s nicht Winter sein.
Einmal werden froh wir sagen: Heimat, du bist wieder mein!

Dann ziehn die Moorsoldaten nicht mehr mit den Spaten ins Moor

 

Die Toten Hosen – Nur zu Besuch – Unplugged im Wiener Burgtheater (2005)

FrontCover1Also … Punkrock und unplugged .. das ist schon ne ganz besondere Kombination … Und nachdem Die Toten Hosen eh nichts auslassen … gab es dann dieses prachtvolle Konzert:

Die Toten Hosen können´s auch ruhig: Nur zu Besuch präsentiert die Düsseldorfer Punkrocker sehr überzeugend im Unplugged-Gewand.

Im edlen Ambiente des Wiener Burgtheaters gingen Campino & Co. am 17. November 2005 ohne massive Verstärkerwände und elektrische Gitarren auf die Bühne, um für ihre Fans und die Kameras von MTV einen bunten Strauß erstklassiger Songs in ungewöhnlichen Versionen zu spielen. Adrenalin-Kicks und wilde Mosh-Pits sucht man hier vergeblich, die Stimmung ist aber dennoch bombastisch, und die Akustik-Arrangements lassen bewährte Hosen-Hits wie „Opel-Gang“, „Hier kommt Alex“, „Wünsch dir was“, „Eisgekühlter Bommerlunder“ oder „Schönen Gruß, auf Wiedersehn“ in gänzlich neuem Licht erstrahlen. Insbesondere die Piano- und Streicher-Parts verleihen den Klassiker-Tracks eine klangliche Vielfalt, die deutlich über die Songstrukturen der Originalversionen hinausgeht. Und als zusätzliche Kaufanreize erwarten den Hörer noch Raritäten wie „The Guns Of Brixton“ oder „Weltmeister“, die sich problemlos zwischen den Gassenhauern behaupten können. (Michael Rensen)

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Die Hosen ohne Strom, anders gut … Als Hosenfan der erste Stunde habe ich mich riesig auf dieses Album gefreut. Hatte mich damals beworben auf ihrer HP für dieses Konzert, leider kein Losglück gehabt. Nun zum Album, es ist ein cooles Feeling die Hosen mal ohne Strom zu hören. Schon der 1. Song Blitzkrieg Bop, lässt keine Zweifel aufkommen die Hosen unplugged, ja es funktioniert. Weitere Highlights sind Opelgang (wunderschöne Umsetzung), Hier kommt Alex (Gänsehaut pur), The Guns Of Brixton, Böser Wolf und Eisgekühlter Bommerlunder (wo Campino den Sinatra macht). Sicherlich fehlen einige Klassiker, aber es durften ja wir Fans abstimmen auf der HP was gespielt wird. Überraschend ist Hand in Hand (von den Beatsteaks) mit denen sie in Argentinien auf Tour waren, also das der Titel dabei ist. Weltmeister ist wieder ein typischer Hosen Song zur Lage der Nation. Gesanglich geht Campino ganz schön ab für ein Unplugged Konzert, war sicher nicht so einfach für ihn, das die Gitarren nicht so krachen. Für Hosenfans hat dieses Album einen Ehrenplatz im Schrank sicher, alle anderen sollten ruhig mal reinhören, es lohnt sich. (T. Nowakam)

Beispiel01A

Ergänzend darf ich vermelden:
Punkrock und unplugged .. das ist schon ne ganz besondere Kombination …  ja … und das klappt auch noch. Die Toten Hosen können auch akustisch Druck ohne Ende machen … und hier hat man auch mal die Möglichkeit, sich ein wenig mehr auf die Texte zu konzentrieren … Was viel besseres konnte uns nicht passieren … als dass sich damals im Jahre 1983 damals auf ihren ganz speziellen Weg gemacht haben …

Ach ja: Die neuen Arrangements für Die Toten Hosen schrieb Hans Steingen, mit dem die Band seit 1996 und dem Album Opium fürs Volk zusammenarbeitet.

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Andreas Meurer + Andreas von Holst

Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Andreas Frege (vocals, kazoo)
Andreas von Holst (guitar, banjo)
Andreas Meurer (bass)
Stephen George Ritchie (drums)
+
Esther Kim )pino, accordeon)
Raphael Zweifel (cello)

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Titel:
01. Blitzkrieg Bop (R.Ramone/D.Ramone) 2,23
02. Opel-Gang (Frege/v.Holst/Meurer/Trimpop/Breitkopf) 2.34
03. Auswärtsspiel (Frege) 3.14
04. Popmusik (Frege/van Dannen) 2.30
05. Nichts bleibt für die Ewigkeit (Frege/v.Holst/Müller) 3.24
06. Hier kommt Alex (Meurer/Frege) 4.19
07. The Guns Of Brixton (Simonon) 2.38
08. Das Mädchen aus Rottweil (Frege/v.Holst) 3.34
09. Der letzte Kuss − 2:44 (Breitkopf/Meurer / Campino) 2.44
10. Wünsch Dir was (Meurer/Frege) 3.46
11. Der Bofrost Mann (van Dannen/Frege) 2.42
12. Böser Wolf (Meurer/Frege) 3.10
13. Pushed Again (Breitkopf/Frege) 4.07
14. Weltmeister  (v.Holst/van Dannen/Frege) 2.58
15. Alles aus Liebe (Frege) 4.22
16. Freunde (Frege/v.Holst) 4.25
17. Nur zu Besuch (Frege/v.Holst) 4.36
18. Hand in Hand (Baumann/Götz/Kurtzke/Scholz/Teutoburg-Weiss) 3.48
19. Eisgekühlter Bommerlunder (Molinare/Trimpop) 4.22
20. Schönen Gruß, auf Wiederseh’n (Rohde/Frege) 3.29

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Helge Cramer u.a. – WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film (1986)

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Am 26. April 1986 ereignet sich in Tschernobyl der GAU, dessen Folgen Wochen und Monate das tägliche Leben in Europa bestimmten.
Vor diesem Hintergrund bekam die öffentliche Diskussion um den geplanten Bau der atomaren Wiederaufbereitungsanlage – WAA – im oberfänkischen Wackersdorf eine neue Dimension. Der bis dahin eher lokale Widerstand gegen dieses Vorhaben wurde zu einem nationalen Thema und manifestierte sich am 26./27. Juli 1986 beim 5. Anti-Waahnsinns-Festival als eine Demonstration mit 120.000 Teilnehmern:

WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 1986. Die Musikdokumentation entstand im Rahmen des Anti-WAAhnsinns-Festival in Burglengenfeld. Sie wurde durch die gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf zusammenarbeitenden Oberpfälzer Bürgerinitiativen finanziert. Alle Beteiligten verzichteten auf Lohn und Honorare.
Der Film lief nach seiner Fertigstellung auf mehreren Filmfestivals. Er wurde auf der Alpinale als Bester sozialkritischer Film ausgezeichnet. Eine 1987 durch Helge Cramer geschaffene, deutlich umfangreichere Video-Rekonstruktion des Gesamtmaterials wurde unter dem Titel Waahnrock ebenfalls auf mehreren Festivals gezeigt.

Der Film berichtet über das fünfte Anti-WAAhnsinns-Festival, das am 26. und 27. Juli 1986, nur 90 Tage nach der Katastrophe von Tschernobyl, in Burglengenfeld stattfand. Das Festival markierte den Höhepunkt der Bürgerproteste gegen die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf. Mit rund 100.000 bis 120.000 Besuchern war es das bis dahin größte Rockkonzert der deutschen Geschichte.

Als Künstler wirkten unter anderen BAP, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken, Rio Reiser, Herbert Grönemeyer, Haindling, Biermösl Blosn, Wolf Maahn und Die Toten Hosen mit. Der Film legt seinen Schwerpunkt auf die Auftritte der Musiker, zeichnet dabei aber auch das Umfeld nach, in dem die Veranstaltung stattfand.

Die Produktion war von Anfang an auf die Kooperation und das zeitlich parallele Schaffen der beteiligten Regisseure hin ausgelegt. Die Planung sah vor, dass der zu diesem Zeitpunkt im Umfeld des Rockpalast tätige Wagner die Aufzeichnung der Bühnenshow verantwortete, während der Journalist Heitkamp zunächst den Aufbau des Festivals dokumentierte und später die Ereignisse im Backstage-Bereich filmte. Cramer

Filmplakat

Filmplakat

dokumentierte den Großeinsatz der Polizei, fertigte das Material über die Protestierenden an und übernahm den Schnitt. Die Produktion wurde auf U-matic gedreht und geschnitten und später für die Kinos auf 35-mm-Film transferiert.(Quelle: wkipedia)

Der Spiegel schrieb damals Filmpremiere:
„Weihnachten ist auch für die Atomkraftgegner eine Zeit der Besinnung. „WAAhnsinn – Der Wackersdorf-Film“ fügt sich gut in diese Stimmung. In dieser Woche kommt die Dokumentation in die Kinos, die an das große Rockfestival erinnert, zu dem sich im vergangenen Juli mehr als 100000 Besucher in Burglengenfeld versammelt hatten.

Der Film (Regie Christian Wagner) zeigt Bilder von schikanösen Polizeikontrollen und solche, die seit Woodstock bekannt sind: Festivaliers im Schlafsackmorgendliches Zähneputzen im Zeltlager. Und auch die Musik glaubt man seit jenen fernen Tagen schon zu kennen. Prominente Vertreter der Richtung „deutscher Rock“, die manchem Popfreund ein Grausen ist, viele andere aber glücklich macht, sind dabei. Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken und „Bap“, Wolf Maahn und eine Endlos-Liste von Deutsch-Rockern spielen nun noch einmal im Kino auf. Alles vergeben, der Zweck heiligt die Mittel.“ (15. Dezember 1986)

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Und hier mal die Liste der Künstler/Akteure, die man in diesem Streifen zu sehen bekommt, und diese Liste ist wahrlich beeindruckend:

Wolfgang Ambros – Bap – Biermösl Blosn – Fritz Brause Band – Die Firma – Marian Gold – Chris McGregor – Herbert Grönemeyer – Anne Haigis – Haindling – Die Toten Hosen – Uli Hundt und der Wahnsinn – Frankfurter Kurorchester – Udo Lindenberg – Wolf Maahn und Unterstützung – Hedwig Mitteregger – Mo and the Gangsters of Love – Rio Reiser – Rodgau Monotones – Purple Schulz – Theatre du Pain und Hubertus Bensch – Eisi Gulp – Werner Kozwara – Freda Meissner-Blau – Helmut Ruge – Claudia Schenk – Pfarrer Andreas Schlagenhaufer – Günter Wallraff

Und eben fällt mir, dass ich ich in dieser Liste doch glatt noch den großartigen Kevin Coyne vergessen habe.

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Die Toten Hosen – noch ziemlich jung

Für die handwerkliche Qualität der Musikaufzeihnungen zeigte eben de Rockpalast Wagner und da weiß man schon was man hat.

Beeindruckend die Dokumentation rund um den Film … all diese gruseligen Bilder eines völlig überzogenen Verständnis von Staatsmacht – gewalt …

Daher mein Prädikat: Sehr empfehlenswert … eine zeitgeschichtliche Dokumentation von besonderer Güte !

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Rio Reiser + Campino

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Die toten Hosen – Opel Gang (1983)

fcthMan kann getrost sagen, dass die „Toten Hosen“ ein Phänomen sind. Angefangen haben sie als knackige Punkkapelle … eine von vielen der damaligen Zeit. Ich glaube, dass insbesondere die starke Persönlichkeit von Campino der Band geholfen haben, all die Jahre/Jahrzehnte mittlerweile nicht nur zu überleben, sondern auch musikalisch stets überzeugend und glaubwürdig zu bleiben. Und so feiern sie heuer mit einer großen Tournee ihr 30jähriges Jubiläum und geblieben ist dabei nicht nur die Power, sondern auch – und das beeindruckt mich insbesondere – ihre klaren gesellschaftspolitischen Positionen.

Die Band „Die Toten Hosen“ wurde 1982 von Campino, Andreas von Holst, Andreas Meurer, Michael Breitkopf, Trini Trimpop und Walter November als Nachfolger von ZK im Ratinger Hof in Düsseldorf gegründet. Für das erste Konzert Ostern 1982 im Bremer Schlachthof wurde die Gruppe vom Veranstalter versehentlich als „Die Toten Hasen“ angekündigt. Im selben Jahr erschien die Debütsingle Wir sind bereit und danach Reisefieber. Gitarrist Walter November verließ die Band aufgrund eines Drogenproblems 1983 überraschend. Die dritte Single mit dem Partylied Eisgekühlter Bommerlunder gilt als erster Achtungserfolg, da sie gelegentlich im Radio gespielt wurde. Als erstes Album erschien 1983 Opel-Gang unter dem bandeigenen Independent-Label.

Die Aufnahmen zur Debütplatte „Opel Gang“ gerieten zu einem Endlosmarathon – aufgrund der desolaten Finanzlage innerhalb der Band: „Hatten wir eine Mark gespart, ging es ins Studio, war das Geld durch, hieß es Plakate kleben und jobben.“  (O-Ton Tote Hosen).

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Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Andreas „Campino“ Frage (vocals)
Andreas von Holst (guitar)
Andreas Meurer (bass)
Trini Trimpop (drums)

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Titel:
01. Tote Hose (Von Holst) 1.24
02. Allein vor deinem Haus o. dein Vater der Boxer (Frege/Meurer/Trimpop/Von Holst) 2.18
03. Modestadt Düsseldorf (FregeVon Holst/Breitkopf/Trimpop) 2.16
04. Reisefieber (Frege/Meurer/Von Holst/Breitkopf/Trimpop) 3.46
05. Kontakthof (Frege/Von Holst) 2.38
06. Opel-Gang (Frege/Meurer/Von Holst/Breitkopf/Trimpop) 1.47
07. Willi muß ins Heim (Frege/Meurer/Trimpop/Von. Holst) 2.17
08. Wehende Fahnen (Frege/Trimpop/Von Holst) 3.08
09. Schwarzer Mann (Frege/Meurer/Von Holst/Breitkopf/Trimpop) 1.10
10. Geld (Frege/Meurer/Trimpop/Von Holst) 2.13
11. Ülüsü (Frege/Meurer/Von Holst) 2.33
12. Es Ist nichts gewesen (Frege/Von Holst) 2.38
13. Sommernachtstraum (Frege/Meurer/Trimpop/Von Holst) 1.37
14. Hofgarten (Von Holst/Meurer/Breitkopf) 3.07
15. Bis zum bitteren Ende (Frege) 2.19

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Die Roten Rosen – Wir warten auf´s Christkind (1998)

frontcover1Für mich definitiv ein Klassiker der Weihnachtsmusik:

Wir warten auf’s Christkind ist ein Album der Musikgruppe Die Toten Hosen, das die Band unter dem Pseudonym „Die Roten Rosen“ zusammen mit Jon Caffery produzierte und zu Weihnachten 1998 beim bandeigenen Label JKP erstmals veröffentlichte.

Das Album enthält, neben einer Reihe „verrockter“ Coverversionen deutsch- und englischsprachiger weihnachtlicher Volkslieder und Popsongs, eine Neueinspielung ihres satirischen Stückes Frohes Fest aus dem Jahr 1987. Die tragikomischen Lieder Weihnachtsmann vom Dach und Weihnachten bei den Brandts sind neue Stücke.

Der Name des Albums ist an das Motto der Sendung Wir warten aufs Christkind angelehnt, die seit den 1960er Jahren über mehrere Jahrzehnte im Kinderprogramm der ARD regelmäßig am 24. Dezember ausgestrahlt wurde. Bei der musikalischen Gestaltung des Albums wurde die Band von der britischen Punkband The Boys beeinflusst, die 1980 unter dem Bandnamen „The Yobs“ The Yobs Christmas Album veröffentlicht hatten.

Die Aufnahmen fanden im Sommer statt. Die Band berichtet, damals Unmengen an Weihnachtsgebäck gegessen und viel Glühwein getrunken zu haben, um in die richtige weihnachtliche Stimmung zu kommen. Für das Projekt erfanden die Musiker neue Künstlernamen: Campino nannte sich „Judas Inocenti“, Andreas von Holst war „Johannes der Säufer“, Michael Breitkopf war „King Scratch Salomon“, Andreas Meurer „Cardinal Mendoza“ und Wolfgang Rohde trommelte als „Herr Rohdes“. Auch Vom Ritchie, der schon damals wegen Rohdes Wirbelsäulenproblemen öfters am Schlagzeug einsprang, ist auf dieser Platte vertreten und nannte sich „Vom, The Baptist“.

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Als Gastmusiker wirkten Monique Maasen von Asmodi Bizarr, Matt Dangerfield und Honest John Plain von The Boys und Arturo Bassick von The Lurkers mit.
Andreas von Holst singt Still, still, still während eines Konzerts in Freiburg im Breisgau (2008)

Die Toten Hosen stellen die „Roten Rosen“ meist scherzhaft als eine andere Band dar. So empfehlen „Die Roten Rosen“ in ihrem Booklet einen „Die Toten Hosen Kalender“ als Produkt von „guten Kollegen“ und in der Online-Biographie der „Toten Hosen“ ist zu lesen: „Zurück in Düsseldorf musste die Band feststellen, dass sich bereits die Roten Rosen bei ihnen im Proberaum breit gemacht hatten. Man wurde genötigt, mit ihnen am Weihnachtsalbum „Wir warten auf’s Christkind“ zu arbeiten.“

Das Album enthält überwiegend Coverversionen bekannter Weihnachtslieder, in denen man das klassische Arrangement durch harte Gitarrenklänge ersetzte. Auch textlich weichen viele Lieder vom Original ab. So heißt es zum Beispiel in Ihr Kinderlein kommet:

„Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all, zum Kiffen herkommet in Bethlehems Stall und seht, was in dieser hochheiligen Nacht, das Gras aus Jamaika für Freude uns macht.“

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Beim Lied Frohes Fest handelt es sich um eine Neueinspielung eines Titels von der B-Seite der Single Sascha … ein aufrechter Deutscher aus dem Jahr 1992. Das Stück war zuvor bereits 1987 auf dem Sampler How Much More Black can it Be erschienen – hier allerdings noch mit anderem Text. Alle Jahre wieder und Leise rieselt der Schnee waren ebenfalls für die Sascha-Single eingespielt worden, jedoch noch in völlig anderer Version.

Der Song Still, still, still wurde später von Jamba zur Untermalung der Mobiltelefon-Applikation Der besoffene Elch benutzt. (Quelle: wikipedia)

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Und die Toten Hosen wären nicht die Toten Hosen … wenn ihnen bei diesem Thema so gar nichts heilig ist … Ein Weihnachtskracher nach dem anderen, bitterböse, auch zynisch aber immer sowas von auf den Punkt gebracht.

„Wer hätte das gedacht? Nach elf Jahren Funkstille meldeten sich Ende ‘98 urplötzlich Die Roten Rosen zurück aus der Versenkung. Auf ein einziges Album hatten es die alter egos der Toten Hosen bislang gebracht: Never Mind the Hosen — Here’s die Roten Rosen, eine Schlager-Parade mit Knalleffekt, war dafür aber ein echter Volltreffer. Nun also der zweite Hammer? Naja. „Ein Album für alle, die nach der Bescherung noch durchdrehen wollen“ sollte es laut Sänger Judas Inocenti aka Campino werden — und das fiel bei Punk-Versionen von „Oh Tannenbaum“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ oder „Ihr Kinderlein kommet“ auch alles andere als schwer. Ebenso punkig der Rest des besinnlichen Programms: Ein paar internationale X-Mas-Traditionals und Evergreens, ein Medley sowie zwei neue Songs zum selben Thema. So die Single „Weihnachtsmann vom Dach“, ein Hosen-typischer, bitterböser Abgesang auf den vom weihnachtlichen Rummel frustrierten Geschenkelieferanten, der es zwar in die Charts schaffte, sich aber schon nach kurzer Zeit wieder verabschiedete. Wen wundert’s? Während Jägermeister, Altbier und Bommerlunder auch außerhalb der Faschingszeit schmecken, liegen weihnachtliche Leckereien eben schon kurz nach den Feiertagen wieder wie Blei in den (CD-) Regalen. Soll heißen: Rein musikalisch ist Wir warten aufs Christkind zweifellos ein nettes, unverkennbares, aber leider auch recht belangloses Hosen-, pardon, Rosen-Album. Aufgrund der thematischen Einseitigkeit dürfte sich der Appetit nämlich selbst bei hungrigen Fans auf die Adventszeit beschränken.“(Stefan Kirmair)

Und mit „Weihnachtsmann vom Dach“ haben sie dann ebengleich einen eigenen Weihnachtsklassiker geschaffen … ebenfalls keine leichte Kost … aber bitter nötig … um mal einen anderen Aspekt in sonstigen Weihnachtssentimentalität zu bringen.

Dazu passend, das Video … siehe unten

Alles in allem … ein unverzichtbarer Beitrag zum Thema „Weihnachten in Deutschland“ !

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Besetzung:
Michael Breitkopf (guitar)
Andreas „Campino“ Frege (vocals)
Andreas von Holst (guitar)
Andreas Meurer (bass)
Wolfgang Rohde (drums)
+
Michael Durrie (vocals bei 12.)
Ritchie (drums)
Ariane Raphael (vocals bei 01.)
Leonie Spiekermann (vocals bei 12.)

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Titel:
01. Ave Maria (Traditional) 1.56
02. Stille Nacht, heilige Nacht (Mohr/Gruber) 1.50
03. Ihr Kinderlein kommet (Traditional) 1.40
04. Oh Tannenbaum (Traditional) 1.20
05. Merry X-Mas Everybody (Lea/Holder) 3.19
06. Weihnachtsmann vom Dach (Frege/v. Holst) 4.02
07. Auld Lang Syne (Traditional) 2.32
08. The Little Drummer Boy (Simeone/Onorati/Davis) 3.49
09. Leise rieselt der Schnee (Traditional) 2.55
10. Alle Jahre wieder (Traditional) 1.28
11. Frohes Fest (Frege/v. Holst) 3.41
12. White Christmas (Berlin) 3.49
13. Weihnachten bei den Brandts (Frege/Breitkopf) 3.42
14. Hark! The Herald Angels Sing (Traditional) 2.20
15. We Wish You A Merry Christmas (Traditional) 3.07
16. Medley: 5.29
16.1. In Dulci Jubilo
16.2. Oh du fröhliche
16.3. Vom Himmel hoch
17. Happy X-Mas (War Is Over) (Lennon/Ono) 2.38
18. Jingle Bells (Traditional) 3.09
19. I Wish It Could Be Christmas Every Day (Wood) 3.52
20. Still, still, still (Traditional) 1.28

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