Milva – Meisterstücke (1998)

FrontCover1Eigentlich kann ich ja Sampler der billigen Art gar nicht leiden. Aber bei der Milva mache ich da gerne mal ne Ausnahme … denn sie ist für mich (und ganz sicher nicht nur für mich) eine ganz und gar bemerkenswerte Sängerin aus Italien, die sich auch hier in Deutschland einen Namen gemacht hat.

Maria Ilva Biolcati, als Milva international bekannt, ist eine äußerst vielseitige Sängerin. Egal ob Chansons, Schlager, Opernarien oder Brecht/Weill-Kompositionen – die Frau mit dem dramatischen roten Haar (daher ihr Spitzname „La Rossa“) beherrscht all dies gleichermaßen virtuos.

Geboren als Tochter einer Fischhändlerfamilie, musste sie früh mitarbeiten; der Vater hatte das Vermögen weitgehend verspekuliert. Nach einer Gesangsausbildung begann Milva als Nachtclubsängerin, gewann mit 21 den Talentwettbewerb der RAI und kam so zum ersten Plattenvertrag. 1961 schaffte sie mit Platz 3 beim San Remo-Festival den Durchbruch in Italien, trat erstmals als Schauspielerin auf und heiratete ihren Manager Maurizio Corgnati. Die einzige Tochter Martina kam 1963 zur Welt.

Milva01In den folgenden Jahrzehnten stieg Milva zum international gefeierten Star auf: sie sang in vielen Sprachen, wurde aber besonders in Deutschland und Frankreich sehr beliebt. Die Zusammenarbeit mit Giorgio Strehler brachte Milva zur intensiven Beschäftigung mit Brecht-Interpretationen, auch selten gehörten und wieder entdeckten Kostbarkeiten. Daneben ist sie bis heute Astor Piazzollas Lieblingssängerin – keine andere haucht seinen Tangoschöpfungen so viel Leben ein. An der Mailänder Scala war Milva in Opernhauptrollen zu sehen, in Paris gab sie die „Seeräuber-Jenny“ in Brechts Dreigroschenoper. Eine ihrer Tourneen widmete Milva den Chansons der Edith Piaf. Namhafte Komponisten wie Theodorakis und Morricone schrieben Lieder für sie, an ihren deutschen Plattenproduktionen arbeiteten u.a. Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg mit. Als Schauspielerin trat sie in mehreren Filmen auf, u.a. an der Seite Gina Lollobrigidas und unter der Regie von Werner Herzog.

Privat dagegen hat Milva viel Leid erfahren. Die Ehe mit Corgnati zerbrach 1969. Von 1986-96 lebte sie mit dem Schauspieler Luigi Pistilli zusammen, der zunehmend unter Depressionen litt und im April 1996 Selbstmord beging. Eigentlich wollte sich die Künstlerin 1992 ins Privatleben zurückziehen, feierte aber zwei Jahre später ein grandioses Comeback und steht seitdem wieder auf Bühnen in aller Welt. (Quelle: fembio)

Milva02

Nun ja, 2009 war dann Schluss mit den großen Tourneen ….

Beeindruckend die Namen der Komponisten: Klaus Doldinger, Mikis Theodorakis, Dario Farina, Vangelis, Ennio Morricone, Udo Lindenberg und Peter Maffay !

Beeindruckend aber auch die deutschen Übersetzungen, insbesondere von Thomas Woitkewitsch.

Auch wenn die große Zeit der Milva nun vorbei ist … diese Frau hat auch heute noch was zu sagen !

AltrnativesFC+BC

Alternatives Front + Back Cover

Besetzung:
Milva (vocals)
+
diverse Studiomusiker

Booklet1

Titel:
01. Hurra, wir leben noch (Doldinger/Woitkewitsch) 3.11
02. Vielleicht war es Liebe (Conte/Woitkewitsch) 4.27
03. Zusammenleben (Theodorakis/Woitkewitsch) 3.46
04. Helden (Farina/Kunze) 3.59
05. Gefühl und Verstand (Farina/Kunze) 4.17
06. Ich hab‘ keine Angst (Woitkewitsch/Vangelis) 4.16
07. Der Morgen danach (Woitkewitsch/Vangelis) 2.36
08. Ich bin ganz ich (Bartzsch/Buckow/Heinen/Kaiser) 3.18
09. Du bist sehr müde, Liebling (Lauzi/Cassano/Woitkewitsch) 3.27
10. Ich weiss, was ich will (Kunze/Vangelis) 3.04
11. Er stand da und weinte (Jannacci/Woitkewitsch) 4.15
12. Ein kommen und gehen (Lindenberg) 4.41
13. Freiheit in meiner Sprache (Morricone/Lucignani/Woitkewitsch) 3.07
14. Keine Stunde tut mir leid (Brozat/Maffay) 4.48

CD1

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Meisterstücke

 

LetzteTournee

Die Ankündigung zur letzten Deutschland Tournee, 2009

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Rio Reiser – Balladen (1996)

FrontCover1Er kam mir mit seiner Musik nie besonders nah, dennoch war er natürlich so eine Art Fix-Stern in der deutschen Rockmusik:

Angefangen hatte es natürlich mit Ton, Steine Scherben … aber … 1980 … hatten

„Ton Steine Scherben und Rio Reiser rund 200.000 DM Schulden, sie konnten und wollten sich aber als „Ikone der Linken“ nicht an „die Industrie“ verkaufen. Annette Humpe (Ex-Ideal), die 1984 bereits Rios erste Single Dr. Sommer/B-Seite produziert hatte, stellte den Kontakt zu George Glueck (Reisers späterem Manager) her.

Udo Arndt produzierte zusammen mit Annette Humpe 1985/1986 Reisers erstes Soloalbum Rio I. für die CBS. Das Album baute auf den zahlreichen Demos auf, die die Scherben für eine mögliche weitere LP aufgenommen hatten. Reisers Solo-Karriere begann mit seinen beiden größten Hits König von Deutschland und Junimond und war so erfolgreich, dass er nach kurzer Zeit schuldenfrei war.

Rio Reiser01Viele Fans von Ton Steine Scherben konnten (und wollten) es allerdings nicht gutheißen, dass Reiser als Idol der linksalternativen Szene ein kommerziell erfolgreicher Musiker im Fahrwasser der NDW sein sollte. Dabei verkannten sie, dass die meisten der Lieder, die Reiser im Laufe seiner Solokarriere aufgenommen und gespielt hat, alte Scherben-Lieder waren (Junimond, Menschenfresser, Jetzt schlägt’s Dreizehn, Irrenanstalt und König von Deutschland wurden schon 1976 live gespielt). Nur waren sie hier glatter, gefälliger oder besser produziert. Eingespielt wurden die Platten allerdings von einer Reihe professioneller Studiomusiker (anstatt wie bisher im Kollektiv). Bei den Live-Auftritten wurde Reiser von zahlreichen Musikern aus dem Scherben-Umfeld begleitet, so spielte bis zum Jahr 1988 R.P.S. Lanrue in Rios Live-Band mit.

1986 beendete Rio Reiser mit einer Allstar-Band (u. a. mit Herbert Grönemeyer, den Rodgau Monotones, den Toten Hosen und Herwig Mitteregger) vor über 100.000 Zuschauern das Anti-WAAhnsinns-Festival. Als letztes Lied spielte er allein am Klavier eine Version von Somewhere over the Rainbow.

Die Nachfolge-LP Blinder Passagier (1987) bzw. deren Verkauf konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen, die das Debüt geweckt hatte. Statt stur einen Nachfolge-Hit für König von Deutschland zu produzieren, schrieb Reiser neben Rocksongs lieber Seemanns-, Sehnsuchts- und Schlaflieder. Die Tournee zum Album war trotzdem ein voller Erfolg und führte ihn im Oktober 1988 für zwei Konzerte auf Einladung der FDJ nach Ost-Berlin.

Rio Reiser02Das Konzert, für das Reiser noch ein paar Scherben-Klassiker mehr als üblich ins Programm genommen hatte (und das mit Alles Lüge begann), wurde aufgezeichnet und vom DDR-Jugendradiosender DT 64 ausgestrahlt. Allerdings fehlte bei der Ausstrahlung der Scherben-Song Der Traum ist aus: Die Zeile „Gibt es ein Land auf der Erde, wo der Traum Wirklichkeit ist? […] Ich weiß es wirklich nicht – Ich weiß nur eins, und da bin ich sicher: Dieses Land ist es nicht!“ – ursprünglich der Bundesrepublik gewidmet – wurde von tausenden Ost-Berlinern „mehr mitgebrüllt als mitgesungen“ und zeigte ein Jahr vor der Wende, wie wenig sich die anwesenden Zuhörer mit ihrem Staat identifizieren wollten. Als Vorgruppe spielte Lutz Kerschowski, der später als Gitarrist in Rios Band spielte und heute sein musikalischer Nachlassverwalter ist.

Nach einem Gastauftritt mit Band (und drei Songs für den Soundtrack) im Schimanski-Tatort Der Pott 1989 ging Reiser mit seiner dritten LP *** (Sternchen; 1990) neue musikalische Wege. Produziert von Udo Arndt und Reinhold Heil – als „Die Kuhjaus“ (angelehnt an den Fälscher Konrad Kujau) – verzichtete es weitgehend auf rockige Töne zugunsten von elektronischen Klängen und gesampelten Streichern. Die LP enthält mit Zauberland ein Lied, welches als Abgesang auf die untergehende DDR verstanden wurde. Es war jedoch schon Jahre zuvor geschrieben und bereits 1988 auf Konzerten gespielt worden.

Rio Reiser031990 erhielt Reiser aufgrund seiner kompositorischen Leistungen im Bereich „Deutschsprachige Musik“ den Fred-Jay-Preis für seine Kompositionen für Marianne Rosenberg.

1991 erschien das Album Durch die Wand, mit dem er zu ungeschliffenen rockigen Tönen zurückkehrte. Die Kritiken waren überaus positiv, das Publikumsinteresse hielt sich jedoch in Grenzen. Darüber hinaus musste die geplante Tournee aufgrund eines sich (aus nicht bekannt gegebenen Gründen) verschlechternden Gesundheitszustandes des Sängers abgesagt werden.

Im November 1991 sollte Reiser in der Talkshow Holgers Waschsalon von Holger Weinert auftreten, stattdessen brannte er am Tag der Aufzeichnung mit seinem neuen Freund durch.

Beim Heute Die-Morgen Du-Konzert in Frankfurt am Main im Jahr 1992 trat Reiser zusammen mit einigen der bekanntesten deutschen Gruppen auf und begleitete Marianne Rosenberg am Klavier zu Der Traum ist aus. Für diesen Anlass schrieb er (und spielte diesen dann auch) gemeinsam mit Ulla Meinecke den Song „Zeitreise“ – später veröffentlicht als „13. Dezember“.

Rio Reiser04Annette Humpe produzierte 1993 das Album Über Alles. Es überraschte mit einer „Volksmusik aus Beat, Polka, Ventures-Gitarren, Westcoast, Shanties und Bob Dylan“ sowie mit „Rave- und House-Soundelementen“.[7] Die Platte enthält mit Irrenanstalt einen Song, der zwar für die Theatergruppe „Brühwarm“ geschrieben wurde und bereits 1977 erschienen war, der sich aber auch im Live-Repertoire der Scherben fand.

1994 erschien die in Zusammenarbeit mit Hannes Eyber entstandene Autobiografie König von Deutschland, die – von kurzen Schlaglichtern abgesehen – seine Solokarriere ausspart. Etwa zur gleichen Zeit spielte er seinen größten Hit König von Deutschland mit teilweise neuem Text für das gleichnamige Best-Of-Album neu ein.
Gedenktafel am Malzhaus in Plauen; hier fand Rio Reisers letztes Konzert statt

Reisers sechste und letzte Soloplatte heißt Himmel und Hölle und war zugleich das letzte Album, das er bei Sony Music veröffentlichte. 1995 sollte ursprünglich nur der Song Träume als Titellied für den Münchener Tatort Im Herzen Eiszeit aufgenommen werden, in dem Rio eine Hauptrolle spielte. Man entschied sich aber kurzerhand dafür, ein ganzes Album aufzunehmen. Eingespielt wurde die Platte von der gleichen Studiobesetzung, die schon bei Reisers Debütalbum 1986 mitgewirkt hatte. „Eine der schönsten und zugleich düstersten Platten aus deutschen Landen“, urteilte Hollow Skai. In dem Song Hoffnung singt Rio Reiser zehn Jahre nach König von Deutschland und nur wenige Monate vor seinem Tod: „Nehmt mir die Krone ab, die mich erdrückt, nehmt mir die Krone weg, nehmt sie zurück. Ich weiß, irgendwo ist da ein Licht, doch ich kann euch nicht führen, denn ich weiß den Weg nicht“.

Rio Reiser06Im Frühsommer 1996 begab sich Reiser trotz seines schlechten Gesundheitszustands auf Deutschland-Tour, die auch mehrere Open-Air-Konzerte in Berlin vorsah. Aber kurz vor dem ersten geplanten Auftritt musste die Tour abgebrochen werden. Rio Reiser gab sein letztes offizielles Konzert am 24. Mai 1996 im ausverkauften „Malzhaus“ in Plauen/Vogtland. Seit seinem Tod wird an diesem Ort Rios letzter Auftritt mit einer Gedenktafel gewürdigt. Fünf Tage vor seinem Tod teilte er R. P. S. Lanrue mit, dass er seine nächste Platte wieder bei der hauseigenen David Volksmund Produktion herausbringen wollte, um wieder unabhängig zu sein.

Rio Reiser starb am 20. August 1996 im Alter von 46 Jahren an Kreislaufversagen aufgrund innerer Blutungen (Ösophagusvarizen) infolge langjährigen Alkoholkonsums.“ (Quelle: wikipedia)

„Rio Reiser strahlte Kraft und Macht aus, die er vom Publikum bekam, und er gab sie wieder zurück. Charisma ist eine Fähigkeit, die sich nicht erlernen läßt, und sie hat nichts mit Image und bloßer Bühnenpräsenz zu tun. Selbst bei einem banalen Song konnte er irgendein bestimmtes Wort so singen, daß es einem kalt den Rücken runterlief.“ (Nachruf von Blixa Bargeld im Spiegel)

Tja … das klingt natürlich eher als gut … und warum auch immer, auch mit diesem Sampler bleibt er mir fremd …  weiß der Kuckuck warum.

Booklet01A

Titel:
01. Für immer und dich (1986) (Reiser) 5.36
02. Junimond (1986) (Hartmann/Reiser) 3.54
03. Nur dich (1991) (Reiser/Kerschowski) 4.15
04. Alles (1990) (Reiser) 4.03
05. Zauberland (1987) (Reiser/Schöneberg) 3.34
06. Der Sommer kommt (1987) (Reiser) 3.24
07. Zu Hause (1991) (Kerbl/Reiser) 4.15
08. Du bist es (Reiser/Eyber) 4.31
09. Mitten in der Nacht (1993) (Reiser) 3.57
10. Träume (1995) (Riser) 6.38
11. Wann? (1987) (Reiser) 3.34
12. Übers Meer (1987) (Reiser) 4.11
13. Strasse (1995) (Reiser) 5.10
14. Wohin gehen wir (1993) (Reiser) 4.18
15. Nach Hause (1991) (Reiser) 3.33
16. Stiller Raum (1987) (Reiser) 5.35
17. Eislied (1995) (Reiser/Möbius) 2.45
18. Lass mich schlafen (1987) (Reiser) 3.03

CD1
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Booklet03A

Diese CD war zugleich auch ein Werbevehikel für Sony und seine „Discman“ Produkte. Ob das dem Rio Reiser gefallen hätte ?

 

Rio Reiser07

Rio Reiser (* 9. Januar 1950 als Ralph Christian Möbius in Berlin; † 20. August 1996 in Fresenhagen, Nordfriesland

Verschiedene Interpreten – Übermusik – Beat Around The World 1 (Zeitschrift mit CD) (1989)

Titel.jpgEigentlich war es ja gar keine so schlechte Idee. Ne Musikzeitschrift mit beigelegter CD (das war damals noch was ganz neues).

Dieses Magazin kam dann in einer relativ aufwendigen Klapp-Box daher und in einer Innentasche steckte dann auch die Zeitschrift.

Die jeweiligen „Übermusik“ Magazine kamen stets thematisch daher, diese Ausgabe (es war die dritte) nannte sich „Beat Around The World“. Mag ja sein, dass dieser Titel gut klingt, mit der „Beatmusik“ hatte es allerding gar nichts zu tun … da sieht man an den Themen des Heftes:

  • Die Entwicklung des Westcoast Rocks
  • Eric Clapton
  • Das New Music Seminar in New York
  • Lou Reed
  • Jeffersom Airplane
  • Simply Red
  • CDM – ein neues Mastering Verfahren zur Rauschunterdrückung bei analogen Aufnahmen (mit diesem Verfahren wurde auch diese CD gepresst)
  • Linda Rondstadt

Das klingt alles interessant, aber … das große aber: Die journalistische Qualität der jeweiligen Beiträge ist eher dürftig. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl, da haben Werbetexter von Schallplattenfirmen in die Tasten gehauen.

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Und so falsch lag ich gar nicht, denn der Herausgeber dieses Magazins war ein gewisser Manfred Wolterhoff und der war nicht nur damals ein PR Mann für „Camel“. Er betrieb auch die Firma „Star Cooperation“ in Köln.

Und verkündete dann z.B. 1986 folgendes:

„Mehrstufiger Preisaufbau bis zum Top- Segment „Je wichtiger dem Lizenzgeber die Marke ist, um so intensiver wird er das Marketing beeinflussen“, lautet das Credo von Manfred Wolterhoff, Geschäftsführer der Star Cooperation.
Die Reynolds-Tochtergesellschaft zeichnet verantwortlich fuer die Absatzstrategie der Camel Collection (Lizenznehmer Kempel & Leibfried) und Camel Boots (Salamander).
Zusätzlich obliegt dem Unternehmen der Ausbau eines Direkt-Versandgeschäfts (Camel Shop).

Die Bekleidungslinie startete in 1978.
Derzeit ist die Kollektion in 500 Outlets ( „bei steigender Tendenz“) praesent, Jahresumsatz auf Basis Fabrikabgabepreis knapp 15 Millionen DM, Exportanteil gut 10 Prozent.
Wenige Monate nach der Kollektion wurden die Schuhe unter dem Camel-Signet eingeführt.
Distributionslevel derzeit: das breite Sortiment in 1500 Outlets einschliesslich der Salamander-Filialdistribution plus etwa 600 Fachgeschaefte mit Sortimentsauszuegen.
Die Umsatzentwicklung ex factory fuer diese Produktgruppe: 5 Millionen DM in 1979, 22 Millionen in 1982, Rueckgang auf 18 Millionen in 1984, 25 Millionen in 1985.
Fuer das laufende Jahr ist eine Steigerung auf 28 Millionen DM zu erwarten, Exportquote 20 Prozent.
Belgien, Holland und die Schweiz sind die Hauptausfuhrlaender für beide Diversifikations-Ranges Die Lizenzvertraege regeln im wesentlichen die Lizenzgebuehren (netto-umsatzbezogen) und die Abstimmung im Marketingbereich.
Am Punkt Produktqualitaet verdeutlicht Wolterhoff die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit: „Auch dieser Komplex ist vertraglich festgelegt, soweit dies schriftlich und juristisch fassbar ist.
Aber es muss mit jeder Kollektion neu darüber gesprochen werden.
Denn Produktqualität meint nicht nur Verarbeitungs-, sondern auch Design-Qualitaet.“
Beide Bereiche unterliegen einem halbj+hrlichen Kollektionsrhythmus.

Werbeträger sind auflagenstarke Illustrierte.
Dem Handel werden Reprovorlagen für Tageszeitungsinsertionen offeriert.
Hinzu kommt ein breites Angebot an Werbemitteln, Dekomaterialien…
Videofilm, Prospekte, Depot-, Fussbodenkleber bis hin zu Taschenrechner, Schluesselkralle, Streichholzbrief.

Wolterhoff zur Konzeption dieser VKF-Materialien: „Wir haben eine Marke, die mit Imagedimensionen hoch aufgeladen ist.
Diese Dimensionen versuchen wir umzusetzen.“
Hinzu kommen in unregelmässigen Intervallen Verbraucher-Promotions.

Die Ausgestaltung der Preispolitik geschieht im Dialog mit den Lizenznehmern.
Über einen mehrstufigen Aufbau reichen die Sortimente bis in die Spitzenkategorien: Verbraucherpreis einer Lederjacke bis 1500,- DM, für Boots bis über 200,- DM.
Wolterhoff benotet beide Lizenzpartnerschaften mit „sehr gut“- „In den letzten Jahren haben sich bemerkenswerte Steigerungsraten ergeben.
Die Potentiale sind aber längst noch nicht ausgeschöpft.“

Wolterhoff nennt als unerlässliche Voraussetzung potentieller Kooperationen: „Die Projekte müssen mit der Camel- Markenwelt harmonieren.““ (Quelle: http://printarchiv.absatzwirtschaft.de)

Soweit die Sprache aus der wunderbaren Welt des Marketing …

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Da wundert einem die Qualität der Beiträge in diesem Heft nun gar nicht mehr. Seelenlose und lieblose Schreiberlingen waren hier am Werk.

Und dann hat man damals noch den Kardinalfehler gemacht, gänzlich auf Neuerscheinungen und Konzertkritiken zu verzichten ….

Und so wundert es einen nicht, wenn dieses Magazin nach ein paar Ausgaben wieder eingestellt wurde … da halfen auch all die Hingucker-Graphiken nichts.

Vermutlich lag dass auch am Preis: stolze 27 DM musste man damals dafür hinblättern.

Na ja … das spielt heute bei dieser Präsentation nun keine Rolle mehr.

Ach ja, die Musik: Nachdem ich die 80er Jahre musikalisch ziemlich verschlafen habe, ist das ne kleine Auffrischung von dem, was ich damals alles verpasst habe.

Und siehe da: So etliche Songs fanden Gefallen meinerseits (als da z.B. wären Pat Benatar, Glen Frey, Eric Clapton, Darry Hall & John Oates, und Paul Simon)

Der Rest ist halt der typische Mainstream Rock der 80r Jahre …

Aus den 60er Jahren waren dann noch herzerfrischend Jefferson Airplane und die Guess Who mit von der Partie …

… und Linda Ronstadt darf Chuck Berry´s „Back In The USA trällern …

Deutsche Interpreten finden man mit der Ausnahme von Alphaville nicht.

Von daher … zumindest ist die CD ne nette Angelegenheit, die dann noch im gleichen Jahr mit den gleichen Titeln auf dem Ariola Sampler mit dem etwas dümmlichen Slogan „This Is Your Music “ veröffentlicht wurde.

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Titel:
01. a-ha: Cry Wolf (Waaktaar/Furuholmen) 4.06
02. Pat Benatar: Hit Me With Your Best Shot (Schwartz) 2.50
03. Simply Red: I Won´t Feel Bad (Hucknall/Simply Red) 4.14
04. Ultravox: Dancing With Tears In My Eyes (Ure/Currie/Cann/Cross) 4.06
05. Alphaville: Red Rose (Dub Mix) (Lloyd/Gold/Echolette) 4.57
06. Glenn Frey: You Belong To The City (Frey/Tempchin) 5.48
07. Eric Clapton: Forever Man (Williams) 3.12
08. Daryl Hall & John Oates: Dance On Your Knees & Out Of Touch (Hall/Oates) 5.48
09. Chris Rea: Let´s Dance (Rea) 4.07
10. The Guess Who: These Eyes (Bachman/Cummings) 3.41
11. Deborah Harry: French Kissin (Album Version) (Lorre) 5.07
12. Jefferson Airplane: Somebody To Love (live at The Fillmore) (Slick) 2.59
13. Icehouse: Crazy (Davies/Kretschmer/Qunta) 4.47
14. Adriano Celentano: Prisencolinesinainciusol (CElentano) 3.0
15. Paul Simon feat. Ladysmith Black Mambazo: Diamonds On The Soles Of Her Shoes (Simon/Shabalala) 5.46
16. Linda Ronstadt; Back In The U.S.A. (Berry) 2,56
17. Thompson Twins: Lay Your Hands On Me (Currie/Bailey/Leeway) 4.21

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Die jeweilige Rückseite des Heftes und der Box

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Und als Draufgabe gab es dann noch diesen reißerischen Aufkleber

 

 

Verschiedene Interpreten – Sag es mit Blumen – Die schönsten Blumenlieder (1981)

FrontCover1Neulich habe ich hier ja ein ausführliches Interview mit Loki Schmidt präsentiert … und zwar hier.

Und hier ein ganz praktisches Beispiel für jenen Bereich, der Loki Schmidt quasi zeitlebens eine Herzensangelgenheit war. Der Schutz von gefährdeten Pflanzen.

Und so erschien 1981 mal wieder ne Benefiz-LP, diesmal gingen 25,0 DM an die „Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Und bot es sich an, ein Album mit den „schönsten Blumenliedern“ zuzusammen zu stellen.

Dabei konzentrierte man sich allerdings vorrangig auf Aufnahmen aus der Welt der Operette und so kann man hier ein hübsches Stell-Dich-ein von bekannten Interpreten wie Heinz Hoppe, Ingeborg Hallstein, Anneliese Rothenberger oder Hermann Prey anhören.

Aber auch die Volksmusik kommt nicht zu kurz und Heino´s „Blau blüht der Enzian“ musste natürlich auch mit von der Partie sein.

Jetzt mal unabhängig von der Musikauswahl, die nun nicht direkt zu meiner ersten Wahl gehört: Das Thema an sich hatte und hat sein Bedeutung und Wichtigkeit, aber das predigen die Grünen ja schon seit langer Zeit. Von daher war diese LP ja eigentlich auch eine kleine Verbeugung vor dieser damals noch in den Kinderschuhen steckenden Bewegung.

BackCover1

Titel:
01. Heinz Hoppe: Dunkelrote Rosen (Millöcker/Zell/GEnee/Steffan/Knepler) 2.27
02. Ingeborg Hallstein: Ein Blumenstrauß aus Nizzy (Buday/Hilm) 4.00
03. Peter Minich: Schneeweißes Maiglöckchen (de Fries/Ulrich) 4.05
04. Anneliese Rothenberger: Schneeglöckchen (Hardt-Warden/Loose/Stolz) 2.40
05. Fritz Wunderlich: Schenkt man sich Rosen in Tirol (Zeller/West/Held) 3.01
06. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.02
07. Maria und Margot Hellwig: Sag es mit Blumen (Bütow/Pistorius) 2.56
08. Guiseppe Di Stefano: Von Apfelblüten einen Kranz (Lehár/Léon/Herzer/Löhner) 4.03
09. Lolita: Wenn die kleinen Veilchen blühen (Stolu/Hardt-Warden) 2.47
10. Hermann Prey: Draußen in Sievering blüht schon der Flieder (Strauß/Adler) 3.40
11. Das Kollmannsberger Duo + Die Wendelsteinmusikanten: Almenrausch und Edelweiß (Traditional) 3.45
12. Willy Schneider: Auf der Heide blühn die letzten Rosen (Stolz/Balz) 3.05

LabelB1

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Verschiedene Interpreten – Alles in Butter (1982)

FrontCover1Durchaus auch so ne Scheibe, die man bei einer geseeligen Karnevalsparty laufen lassen kann … am beste zur vorgerückten Stunde.

Und was wird geboten ? „Die Seine Sahne vom Feinsten“ und die Jahreszahl der Veröffentlichung weisst darauf hin, ass wir hier so etliche Kracher der sog. Neuden Deutschen Welle (NDW) um die Ohren gehaut bekommen.

Nun, mit der NDW bin ich eigentlich mit extrem wenigen Ausnahmen nie klar gekommen (ich war damals ja auch nicht die passende Zielgruppe).

Aber um Himmels willen, warum tauchen dann Lieder von Drafi Deutscher („Marmor, Stein und Eisen bricht“) oder der Ina Deter Band, Trio (die Minimalisten jener Tage) oder gar Grobschnitt mit ihrem Anti-AKW Song „Wir wollen leben“ auf ?

Von daher ist dieser Sampler eine recht krude Angelegenheit, die man vielleicht auf einer Party in vorgerückter Stunden geniessen kann.

Ansonsten legt man (bzw. ich) die LP mit ungläubigen Kopfschütteln zur Seite.

Das Cover allerdings ist nun wirklich pfiffig.

BackCover1

Titel:
01. Hubert Kah: Sternenhimmel (Zundel/Kemmler/Herter) 3.06
02. Frl. Menke: Traumboy Menke/Gutowski) 3.52
03. Ina Deter Band: Ob blond, ob Braun, ob Henna (Deter) 3.51
04. UKW: Ich will (Hubert) 2.35
05. Recht Herzlich: Der Kleine Elefant (Lacasio/Palma) 3.18
06. Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht (Bruhn/Loose) 2.57
07. Extrabreit: Duo Infernale (Jaeger-Ramig) 3.11
08. Wolf Maahn:  Oh, Julia (Maahn) 3.41
09. Markus;  Ich will Spaß (Klopprogge) 3.43
10. Trio: Anna – Lassmichrein Lassmichraus (Kralle, Remmler) 2.44
11. Albatros: Es wird Zeit (Hardin/Glover/Niedzwetzki/Moethe) 2.59
12. Romeo: Marina (Weingarten/Granata) 3.32
13. Duo Enzian: Zwei Schwestern (Auerbach/Vejvoda) 3.25
14. Dombrowski: Hör ma‘ (Sabine, Sabine, Sabine) (Martinek/Bergner/Ullmann/Remmler) 3.25
15. Grobschnitt: Wir wollen leben (Grobschnitt) 4.15
16. Ixi: Detlev (Clemens/Tiedemann) 3.52

LabelB1

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Frl.Menke

Frl. Menke auf der Suche nach ihrem Traumboy (vielleicht hat sie ihn ja 2017 im Dschungelcamp gefunden)

Verschiedene Interpreten – Greenpeace (1984)

FrontCover1Es gab ja nicht nur diese Benefiz-LP´s der Aktion Sorgenkind & Co. Nein, auch die alternative, die linke „Szene“ hatte ihre Ideale, die es auch musikalisch zu unterstützen galt.

Die aufkeimenden Umwelt- und Ökobewegung (die „Grünen“ waren mittlerweile im Bundestag zu Bonn und verblüfften mit ihrem alternativen Verhaltensweisen die traditonellen Partein … und ich saß damals feixend vor dem Fernseher) hatte natürlich mit dem Flaggschiff „Greenpeace“ seine Helden.

Und das zu recht ! Mit ihren „radikalen“ Aktionen sorgten sie für die notwendige Aufmerksamkeit für den Zustand unserer Erde … Und diese Album sollte den Kauf eines Schiffes für Greenpeace unterstützen … immerhin 3 DM pro LP sollte Greenpeace zweckgebunden zufließen …

Fast 30 Jahre später macht dieses Album insofern weiterhin Freude, weil man damit auch einen Querschnitt der damaligen deutschsprachigen Rockmusik zu hören bekommt und erfreulich und überraschend kommt es mir vor, dass die meisten der damaligen Künstler sich bis heute halten konnten, bzw. bis heute nicht vergessen sind. Von BAP (mit ihrem brillianter „Kristallnaach“ über den gewohnt schnodrigen Udo Lindenberg bis hin ja, auch bis hin zu Peter Maffay, der durchaus was zu sagen hatte.

Und auf der Rückseite dieser LP kann man dann folgenden Text lesen:

Warum ...
Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2017:

In Duschgels, Peelings oder Make-up finden sich winzige Plastikpartikel, beispielsweise als Schleifmittel, Filmbildner oder Füllstoff. Aber auch flüssige und wachsartige Kunststoffe werden in Kosmetik- und Körperpflege-Produkten eingesetzt. Mit dem Abwasser gelangen die vermeintlichen Helfer in Flüsse und Meere, kein Klärwerk kann sie vollständig aufhalten.

Die Folgen: Zanderlarven futtern Mikroplastik statt Plankton. Im Kot von Seehunden und Kegelrobben, in den Därmen von Dorschen und Makrelen, in den Körpern von Miesmuscheln und Nordsee-Garnelen – überall haben Wissenschaftler den quasi unverrottbaren Werkstoff bereits nachgewiesen. Im Mittelmeer ebenso wie in der Nordsee, selbst in den entlegenen Gewässern der Arktis und der Antarktis.

Microplastics Found in Fish

Mit Ihrer Hilfe kann Greenpeace Industrie und Politik zum Handeln auffordern: Studien und Laboranalysen beweisen den Einsatz von Plastik in der Kosmetikherstellung. Die freiwilligen Selbstverpflichtungen von L’Oréal und Co., auf Plastik zu verzichten, entlarvt Greenpeace als Lippenbekenntnisse und setzt sich für ein gesetzliches Verbot in Deutschland ein. Mit unserem weltweiten Netzwerk unabhängiger Greenpeace-Büros arbeiten wir daran, grenzüberschreitende Lösungen für eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit zu finden: die schleichende Vergiftung des Meeres und aller Lebewesen, die aus ihm hervorgehen, mit Plastik.(Quelle: Greenpeace.de)

Der Kampf geht weiter ! Und ab dem heutigen Tage bin ich nun Mitglied bei Greenpeace.

BackCover1

Titel:
01. BAP: Kristallnaach (BAP/Niedecken) 4.56
02. Udo Lindenberg: Commander Superfinger (Lindenberg/Kübler) 4.10
03. Ulla Meinecke: Zauberformel (Evans/Meinecke) 3.44
04. Novalis: Kleinwenig Mehr (live) (Job/Mühlböck) 3.15
05. Bots: Diese Nacht (Sanders/Lindenberg/Heirei/Walraff) 3.45
06. Konstantin Wecker: Noch lädt die Erde ein (Wecker) 3.03
07. Peter Maffay: Der Baum des Lebens (Schirmann/Zuckowski) 3.22
08. Ina Deter Band: Mit Leidenschaft (Deter) 3.39
09. Hans Hartz: Vor meinem Fenster steht ein Baum (Hartz) 3.08
10. Georg Danzer: Atlantis (Leitch/Danzer) 4.25
11. Ludwig Hirsch: Hobellied (Kreutzer/Raimund/Hirsch) 3.33
12. Marius Müller-Westernhagen: Laß uns leben (Müller-Westernhagen) 4.20
13. Hannes Wader: Reine Natur (Wader/Hoop) 3.13
14. Trio: W. W. W. (Wir wollen watt) (Remmler/Kralle/Czukay) 3.46

LabelB1

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PlastikmüllImMeer

Ohne Worte …

Juliane Werding – Stimmen im Wind (1988)

FrontCover1Tja, die Juliane Werding. Für mich war sie immer mehr als nur ihr erster Hit mit diesem Conny Kramer …

Springen wir jetzt einfach mal in die 80er Jahre:

Nach der Ausbildung als PR-Frau 1982 arbeitete Werding in einer großen Münchner PR-Agentur. Mit Nacht voll Schatten, der deutschen Version von Mike Oldfields Moonlight Shadow, gelang ihr 1983 ein großer Hit.

Mit Geh nicht in die Stadt (heut’ Nacht) und Sonne auf der Haut (die deutsche Variante von Nik Kershaws Wouldn’t It Be Good) gelangen ihr nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Benelux-Staaten im Jahr 1984 weitere Hits. Zusammen mit dem Münchner Produzenten und Komponisten Harald Steinhauer und Texter Michael Kunze erschien im November das achte Album Ohne Angst.

1985 kündigte Werding und begann eine Ausbildung als Heilpraktikerin. Im deutschen Beitrag zum Live-Aid-Konzert war sie Mitglied des von Herbert Grönemeyer initiierten Projektes Band für Afrika, sie wirkte im Lied Nackt im Wind mit. Für das Album Ohne Angst wurde ihr im selben Jahr die Goldene Stimmgabel verliehen. Nach der Vorab-Auskopplung Stimmen im Wind erschien das neunte Album Sehnsucht ist unheilbar. Das Album war über ein Jahr in den Charts und wurde für 750.000 Einheiten mit Platin und Triple-Gold ausgezeichnet. Die Singles Das Würfelspiel und Sehnsucht ist unheilbar gingen in die Top-30.

Juliane Werding02Die folgenden Alben Jenseits der Nacht (1987), Tarot (1988) und die Hitsammlung Stationen (1989) waren ebenfalls große Erfolge und wurden alle mit Gold ausgezeichnet und Singleauskopplungen wie Vielleicht irgendwann, Starke Gefühle, Nebelmond oder Wie weit ist Eden wurden zu weiteren Hits in Radio- und Verkaufscharts.

Im Sommer 1987 wurde ihr Sohn geboren, zwei Jahre später ihre Tochter. Im selben Jahr beendete Werding ihre Ausbildung zur Heilpraktikerin mit der amtsärztlichen Überprüfung und eröffnete eine Praxis in München. Weiterhin wurde sie in Berlin vom ZDF als Künstlerin des Jahres mit der Berolina ausgezeichnet und erhielt abermals die Goldene Stimmgabel. (Quelle: wikipedia)

Und just aus dieser Periode ihres Schaffens gibt es dann 1988 einen Amiga-Sampler, der es in sich hat … denn hier können wir komprimiert hören, wie stark die Juliane Werding in diesem Jahrzehnt war.

Das geht schon gut los, mit der deutschen Version von „Moonlight Shadow“, die nun „Nacht voll Schatten“ heißt und hier wird sie von Musiker der Rattles begleitet …

Und geht´s Schlag auf Schlag … insbesondere die Songs auf Seite 1 können samt und sonders überzeugen.

Das sind zum einen all jene Studiomusiker, die zur Creme de la creme der damaligen Musikszene gehörten (Hermann Weindorf, Günther Gebauer, Curt Cress, Michael Cretu und viele mehr)

Juliane Werding03

Das ist die Juliane Werding, die stimmlich sowas von präsent ist und somit kann sie auch die fast durchgehend anspruchsvollen und nachdenklichen Texte von Michael Kunze veredeln.

Und natürlich auch der Harald Steinhauer, dessen Kompositionen auf dieser LP wirklich überzeugen können.

Juliane Werding04

Irgendwann war es dann aber der Juliane Werding zuviel … sie wurde Heipraktikerin mit einer Praxis in Starnberg bei München, ehelichte den Theologen Uwe Birnstein, wandte sich dem christlichen Glauben zu und veröffentlichte mit ihm das Buch „Huren, Heuchler, Heilige“ (2007).

Die Ehe ist mittlerweile wieder geschieden, die Praxisräume in Starnberg geschlossen …

Irgendwie beschleicht mich das dumpfe Gefühl, dass es der Juliane Werding in den letzten Jahren nicht mehr so gut ging …

Juliane Werding01

Besetzung:
Juliane Werding (vocals)
+
diverse Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. Nacht voll Schatten (Oldfield/Kunze) 3.22
02. Tränen im Ozean (Steinhauer/Kunze) 4.31
03. Geh nicht in die Stadt (Heut Nacht) (Steinhauer/Kunze) 3.08
04. Hab keine Angst mein Kind (Steinhauer/Kunze) 3.25
05. Noah ist schuld (Steinhauer/Kunze) 3.01
06. Vielleicht irgendwann (Steinhauer/Kunze) 4.35
07. Stimmen im Wind (Steinhauer/Kunze) 4.15
08. Das Würfelspiel (Steinhauer/Kunze) 3.05
09. Weich und warm (Steinhauer/Kunze) 2.51
10. Sonne auf der Haut (Kershaw/Kunze) 3.45
11. Nachtexpress (Steinhauer/Kunze) 2.44
12. Sehnsucht ist unheilbar (Steinhauer/Kunze) 4.59

LabelB1

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Woher kommt das Salz im Meer
Von den Kindern aus Babylon
Sie weinen sich die Augen leer
Viele tausend Jahre schon
Väter zogen in den Krieg
Glaubten einem alten Wahn
Und alles, was von ihnen blieb
Sind Tränen im Ozean

Sag mir, wann ziehn die Falken fort
Sag mir, wann ist die Welt ein Ort
Wo kein Kind um seinen Vater weinen muss

Woher kommt das Salz im Meer
Von den Müttern aus Babylon
Sie weinen sich die Augen leer
Viele tausend Jahre schon
Söhne zogen in den Krieg
Glaubten einem alten Wahn
Alles, was von ihnen blieb
Sind Tränen im Ozean

Sag mir, wann werden wir verstehn
Sag mir, was muss denn noch geschehn
Dass aus Hass nicht wieder neuer Hass entsteht

Nur weil der Mensch noch hoffen kann
Fängt jeden Tag die Zukunft an

Woher kommt das Salz im Meer
Von den Kindern aus Babylon
Sie weinen sich die Augen leer
Viele tausend Jahre schon
Doch Stück für Stück und mehr und mehr
Zerfällt der alte Wahn
Und irgendwann sieht keiner mehr
Die Tränen im Ozean