Paola – Vogel der Nacht (1996)

FrontCover1Tja, und auch eine Paola hat in diesem blog ihren Platz, auch wenn ich ihre Auftritte mit Kurt Felix stets ein wenig peinlich fand:

Paola Felix (* 5. Oktober 1950 in St. Gallen, Schweiz als Paola Maria Augusta del Medico) – früher bekannt als Paola del Medico, später auch nur als Paola – ist eine Schweizer Schlagersängerin und Fernsehmoderatorin. Sie war von 1980 bis zu seinem Tod 2012 mit Kurt Felix verheiratet, mit dem sie von 1983 bis 1990 die Fernsehsendung Verstehen Sie Spaß? moderierte. Paola, die sich zwischen 1969 und 1982 in deutschsprachigen Hitparaden platzieren konnte, nahm 1969 und 1980 für die Schweiz am Eurovision Song Contest teil und erreichte dabei jeweils Plätze unter den ersten fünf. Mit Ehemann Kurt wurde sie von den Zuschauern der ARD 2006 zu „Deutschlands Traumpaar“ gewählt.

Paola Felix ist die Tochter des aus dem italienischen Adriaort Fano stammenden Schneidermeisters Vittorio del Medico und der Schweizerin Anna Sennhauser und besitzt die italienische sowie die schweizerische Staatsbürgerschaft.[3] Als 14-jährige gewann sie 1965 den zweiten Preis bei der „Goldenen Schallplatte der Stadt St. Gallen“, einem Amateurfestival. Während ihrer folgenden kaufmännischen Ausbildung bei einer Textilfirma nahm sie an verschiedenen Talentwettbewerben teil, die sie zumeist auch gewann. Zu ihrer musikalischen Ausbildung gehörten zwei Jahre Flöte, fünf Jahre Klavier, Gitarre brachte sie sich selber bei, nahm aber auch Gesangsausbildung und später Schauspielunterricht in Zürich. Sie spricht Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch.

PaolaSingle19681967 hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt in der Sendung „Talente stellen sich vor“, und im Folgejahr erschien ihre erste Single Für alle Zeiten (1968), mit der sie beim Intervisionsschlagerfestival im tschechischen Karlsbad den vierten Platz belegte, jedoch in der schweizerischen Vorausscheidung für den Grand Prix Eurovision erfolglos blieb. 1969 nahm Paola del Medico erstmals am Eurovision Song Contest teil und belegte mit Bonjour, bonjour für die Schweiz in Madrid den fünften Platz. In der Schweizer Hitparade kam sie damit bis Platz 7. Fortan war sie Dauergast in der ZDF-Hitparade und anderen Fernsehsendungen. Mit Stille Wasser, die sind tief konnte sie noch im selben Jahr den zweiten Platz beim Deutschen Schlagerwettbewerb in Wiesbaden belegen. Auf dem fünften Festival Internacional da Canção Rio de Janeiro 1970 blieb sie mit Emporte-moi sur ton manège unplatziert.

1974 nahm sie Ballettunterricht bei Samy Molcho und konnte mit den Singles Capri-Fischer und Adio mein Napoli in Deutschland zwei kleinere Hits verbuchen. Ihr Auftritt in Peter Frankenfelds ZDF-Schlagerwunschsendung „Musik ist Trumpf“ mit dem Lied Weisse Rosen aus Athen brachte ihr 1975 eine Flut von Zuschauerwünschen nach einer Single dieser Aufnahme ein, sodass sich ihre Plattenfirma CBS kurzerhand entschloss, das Lied in einer neuen Version als Single zu veröffentlichen.

1977 versuchte sie es ein zweites Mal beim Eurovision Song Contest, scheiterte aber in der Schweizer Vorausscheidung mit dem Titel Le livre blanc, der nur den zweiten Platz belegte. Ebenso erging es ihr mit dem Titel Vogel der Nacht, mit dem sie sich um die deutsche Teilnahme 1979 bewarb, aber nur den dritten Platz erreichte. 1980 schliesslich gewann sie für die Schweiz den Vorentscheid und errang mit dem Titel Cinéma bei der internationalen Veranstaltung in Den Haag den vierten Platz.

Im selben Jahr heiratete sie den Schweizer Fernsehmoderator Kurt Felix, mit dem sie zunächst (1982) die ZDF-Musikshow Lieder gehen um die Welt, dann die SWF-Vorabendsendereihe Freitagsparty (6 Folgen 1983) und schliesslich von 1983 bis 1990 die Samstagabendshow Verstehen Sie Spaß? moderierte. Erste Moderationserfahrungen konnte sie bereits 1981 in der Sendung Gute Laune mit Musik – Melodien mit Paola sammeln.

Paola11982 versuchte sich Paola Felix auch noch einmal für Deutschland bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Mit dem Titel Peter Pan kam sie aber hinter Nicole wieder auf Platz 2. Dem Wettbewerb blieb sie treu, als sie 1986 die Moderation der Schweizer Vorausscheidung zum Song Contest übernahm.

Ihre grössten kommerziellen Erfolge hatte sie mit Der Teufel und der junge Mann, das 1981 fünf Wochen in den deutschen Top 10 war, und der deutschen Aufnahme von Blue Bayou 1978, ein Lied von Roy Orbison, das 1963 erstmals chartete und 1977 in einer Version von Linda Ronstadt zum Welterfolg wurde. Blue Bayou wurde gewissermassen zu Paolas Signature-Lied, dass sie in mehreren Versionen zu diversen Angelegenheiten vortrug. Nachhaltig Heiterkeit verursachte ihr Vortrag bei der Show zum 60. Geburtstag von Karl Dall, bei der sie von einer „Bananen-Insel“ abrutschte.

1990 produzierte Jack White mit Paola Felix unter dem Pseudonym „Raffaella“ für Verstehen Sie Spaß? eine Cover-Version des Baccara-Liedes Yes Sir, I Can Boogie.

An ihrem 40. Geburtstag zog sie sich einstweilen aus dem Showbusiness zurück und lebte mit ihrem Mann, der auch die italienische Staatsbürgerschaft annahm, an ihren Wohnsitzen in der Schweiz und in Italien. Paola Felix ist jedoch hin und wieder Gast bei verschiedenen Talkshows. 1998 produzierte der MDR die Show Guten Abend wünschen Paola und Kurt Felix, eine Samstagabendsendung mit Reprisen.

1998 sang Paola Felix mit Michael von der Heide in der TV-Show Benissimo ihren Hit Blue Bayou im Duett.

2002 war Paola auch als Modekatalog-Modell tätig. Bei ihrem Mann Kurt Felix wurde 2002 Krebs diagnostiziert; er widmete ihr mit rührenden Worten den Bambi-Preis, den er 2003 erhielt. Im Jahr 2012 verstarb er an der Krankheit, nachdem diese lange Zeit als überwunden galt. (Quelle: wikipedia)

PaolaKurtFelix

Und hier nun ein Sampler der sich mit ihrem Schaffen zwischen den Jahren 1977 – 1983 beschäftigt. Wir hören „traumhaft“ schöne Illussionsmusik, genau wie wir sie mit Paola in Verbindungen bringen … wenn, ja wenn da nicht plötzlich ein paar Überraschungen dabei wären: Als da wären deutsche Interpretation von Klassikern wie „Those Were The Days“, „Scarborough Fair“ und „El Condor Pasa“. Und selbst an Bob Dylan hat sie sich herangetraut und nun hören wir „Mr. Tambourine Man“ mit dem deutschen Text von Hans Bradtke. Die erste deutsche Version dieses Klassikers mit dem Bradtke Text stammt übrigens von den Magics im Jahr 1965. Und die Magics waren die Begleitband von Drafi Deutscher … na bitte und somit schließt sich relativ plausibel der Kreis von Paola zu den Anfängen der deutschen Beat-Szene … wer sagt´s denn …

Booklet1

Titel:
01. Blue Bayou (Orbinson/Melson/Mürmann) 3.55
02. Mein Geschenk für dich (Stephens/Black/Kunze) 3.35
03. Wenn du heimkommst (Heck/Frankfurter) 4.06
04. Der Teufel und der junge Mann (Heck/Kunze) 3.55
05. Vogel der Nacht (Puschmann/Frankfurter) 2.57
06. Liebe ist nicht nur ein Wort (Heck/Kunze) 3.53
07. Ich hab‘ ins Paradies gesehn (Hirsch/Miller/Kunze) 4.08
08. Eine Insel am Ende der Welt (Scarborough Fair) (Traditional/Heck/Köthe/Mürmann) 3.33
09. An jenem Tag mein Freund (Those Were The Days) (Raskin/Korn) 3.22
10. Ich möchte mit den wilden Adlern zieh’n (El Condor Pasa) (Robles(Mürmann) 3.41
11. Plaisir D’amour (Traditional/Heck/Köthe/del Medico) 3.30
12. Cinema (Reber/Muller/Zuckowski) 3.00
13. Mr.Tambourine Man (Dylan/Bradtke) 3.24
14. Mit Tränen in den Augen ist man blind (Iglesias/Belfiore/Balducci/Arcusa/Kunze) 4.26
15. Du gehst an mir vorbei (Bigazzi/Bella/Goldfield) 3.32
16. Idaho (Burow/Mürmann) 3.25

CD1

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Jürgen Marcus – 40 Jahre ZDF Hitparade (2009)

FrontCover1Also, mein Fall war er ja nun wirklich nicht. Aber entsprechende deer themtiwche Bandbreite dieses blogs will ich mich mit diesem Bitrag von ihm in Anstand verabschieden:

Jürgen Marcus (* 6. Juni 1948 in Herne; † Mitte Mai 2018 in München; bürgerlich Jürgen Beumer) war ein deutscher Schlagersänger, der in den 1970er-Jahren seine größten Erfolge feierte. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, Ein Festival der Liebe und Ein Lied zieht hinaus in die Welt.

Marcus absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Betriebsschlosser. Danach trat er als Sänger in verschiedenen Amateur-Beatbands seiner Heimatstadt auf. Wegen der Ähnlichkeit mit dem Namen des Eiskunstläufers Hans-Jürgen Bäumler wählte er den Künstlernamen „Jürgen Marcus“. 1967 wurde er Sieger des European-Festivals in Brüssel. 1968 und 1969 war er beim Beat-Festival von Recklinghausen erfolgreich. Schließlich bekam er 1969 die Rolle des „Claude“ in einer deutschen Aufführung des Musicals Hair.

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Der Erfolgsproduzent Jack White nahm den Sänger unter Vertrag und produzierte 1970 seine erste Single Nur Du (El cóndor pasa). Darauf folgte nach Du bist mein ganzes Leben (1970) und Nur Liebe zählt (1971) sein bis heute erfolgreichster und wohl bekanntester Titel Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (1972), der 15 Wochen in den deutschen Top Ten vertreten war und bis auf Platz 2 vorstieß. Marcus trat in vielen Fernseh-Musiksendungen auf, darunter viele Male in der ZDF-Hitparade. Er bekam zahlreiche Auszeichnungen und wirkte 1972 auch in dem Jack-White-Film Heut hau’n wir auf die Pauke unter Regie von Ralf Gregan mit.

Unter Whites Regie veröffentlichte Marcus insgesamt 23 Singles und zahlreiche Alben, bis er sich 1979 von ihm löste. Die Top-Ten-Erfolge darunter waren Ein Festival der Liebe (diesen Titel sang er auch im Film Blau blüht der Enzian), Schmetterlinge können nicht weinen (1973) und Ein Lied zieht hinaus in die Welt (1975), mit dem er sich für Deutschland beim Eurovision Song Contest bewarb, jedoch nicht über Platz 9 bei der Vorentscheidung hinauskam.

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Bereits im Vorjahr hatte er sich mit dem Titel Grand Prix d’amour an diesem Wettbewerb beteiligt. 1975 strahlte das ZDF die Personality-Show Jürgen Marcus: Einer für Viele aus. 1976 nahm er mit dem auf Französisch gesungenen Lied Chansons pour ceux qui s’aiment (deutsche Version: Der Tingler singt für euch alle) für Luxemburg am Eurovision Song Contest teil und erreichte Platz 14.

Unter wechselnden Produzenten wie Michael Möller, Rainer Pietsch oder Uve Schikora veröffentlichte Marcus bis in die frühen 1980er-Jahre am Chanson orientierte Stücke oder Coverversionen, jedoch ohne kommerziellen Erfolg. Weitere Zusammenarbeiten mit Ralph Siegel und Bernd Meinunger oder auch eine Pop-orientierte Single als „J. Marcus“ (1988) in englischer Sprache brachten dem Sänger kein Comeback. Er trat in den folgenden Jahrzehnten meist mit seinen älteren Erfolgen aus den 1970er-Jahren auf.

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1998 erreichte er mit seinem Lied Mach’s gut bis zum nächsten Leben Platz 6 beim bislang einzigen Grand Prix des Schlagers.

Im August 2004 erschien das Comeback-Album Ich glaub an die Welt, sein erstes Album seit 22 Jahren. 2006 folgte das erste Weihnachtsalbum Tausend Lichter, tausend Kerzen. Am 13. Juni 2008 wurde das Album Für immer veröffentlicht. Produziert wurde es von Christian Bruhn. Es enthält Texte von Michael Kunze, Georg Buschor, Robert Jung, Stefan Waggershausen, Tobias Reitz, Edith Jeske und Peter Zentner. Am 5. August 2011 erschien seine neue Single Ich schau in mein Herz. Eine Woche später folgte das Album Zeitreif, das von dem Komponisten-Duo Helmut Kohlpaintner und Michael Schinkel produziert wurde.

Seit 2012 mied Jürgen Marcus wegen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung die Öffentlichkeit. Im April 2017 gab er seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft bekannt. Er verstarb Mitte Mai 2018 im Alter von 69 Jahren in München.

1991 erfolgte sein Outing als erster größerer Schlagerstar in der „Bild am Sonntag“ mit der Top-Schlagzeile „Die Beichte des Jürgen Marcus. Ich konnte nie eine Frau richtig lieben. Alkohol. Männerliebe. AIDS-Angst“. Marcus war seit 1995 mit seinem Partner und Manager Nikolaus Fischer zusammen und wohnte in München. (Quelle: wikipedia)

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Dieser Sampler, basierend auf seinen Auftritten in der ZDF Hitparde, scheint mir ein würdiger Abschied zu sein … denn  dieses Format und dem – mein Gott – Dieter Thomas Heck – war halt die Welt des Jürgen Marcus und durch diese Hitparade fand er dann auch seine vielen (weiblichen) Fans … wenn die geahnt hätten.

Auch wenn mir diese Schunkel und Klatsch Musik mehr als suspekt ist, sag ich jetzt einfach zum Abschied ganz leise servus.

Und als Bonus habe ich seine allererste Single beigefügt: „Nur du“ basiert auf „El Condor Pasa“ und auch hier hatte schon der Jack White seine Finger drin … Der Song wird in zwei Versionen auf der A+B  Seite der Single dargeboten.

Sänger Jürgen Marcus re GER und Freund Nikolaus trinken ein Gläschen Sekt anlässlich des 60 Geb

Nikolaus Fischer & Jürgen Marcus

Titel:
01. Intro Dieter Thomas Heck 0.40
02. Nur Liebe zählt (White) 3.28
03. Warum kann ich deine Liebe nicht vergessen? (Massachusetts) (B.Gibb/R.Gibb/M.Gibb/White) 2.25
04. Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben (White/Jay) 3.47
05. Ein Festival der Liebe (White/Jay) 2.30
06. Schmetterlinge können micht weinen (White/Jay) 3.45
07. Der Grand-Prix D’Amour (White/Jay) 3.07
08. Ich hab‘ die Liebe nicht erfunden (White/Jay) 3.27
09. Ein Lied zieht hinaus in die Welt (White/Jay) 3.01
10. Auf dem Karussell (White/Jay) 3.13
11. Der Tingler singt für euch alle (White/Jay) 3.01
12. Die Uhr geht vor (Du kannst noch bleiben) (White/Hertha) 3.39
13. … Davon stirbt man nicht (Morelli/Heilburg) 4.13
14. Ein Lächeln (Cutugno/Delamoé/Sardou/Kinze) 3.51
15. Unser Leben (Pietsch/Stein/Holm/Weyrich) 4.35
16. Engel der Nacht (Angel Of Mine) (Duval/Maloyer/Baier) 4.18
17. Du (Giesecke/Califano/Otto/Hofer) 3.47
18. Outro Dieter Thomas Heck 0.11
+
19. Jürgen Marcus Jive (Hitmix) 4.36
+
20. Nur du (El Condor Pasa) (Teil 1) (Traditional/White) 2.53
21. Nur du (El Condor Pasa) (Teil 2) (Traditional/White) 2.39

CD1

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Jürgen Marcus (* 6. Juni 1948 in Herne; † Mitte Mai 2018 in München)

Milva – Meisterstücke (1998)

FrontCover1Eigentlich kann ich ja Sampler der billigen Art gar nicht leiden. Aber bei der Milva mache ich da gerne mal ne Ausnahme … denn sie ist für mich (und ganz sicher nicht nur für mich) eine ganz und gar bemerkenswerte Sängerin aus Italien, die sich auch hier in Deutschland einen Namen gemacht hat.

Maria Ilva Biolcati, als Milva international bekannt, ist eine äußerst vielseitige Sängerin. Egal ob Chansons, Schlager, Opernarien oder Brecht/Weill-Kompositionen – die Frau mit dem dramatischen roten Haar (daher ihr Spitzname „La Rossa“) beherrscht all dies gleichermaßen virtuos.

Geboren als Tochter einer Fischhändlerfamilie, musste sie früh mitarbeiten; der Vater hatte das Vermögen weitgehend verspekuliert. Nach einer Gesangsausbildung begann Milva als Nachtclubsängerin, gewann mit 21 den Talentwettbewerb der RAI und kam so zum ersten Plattenvertrag. 1961 schaffte sie mit Platz 3 beim San Remo-Festival den Durchbruch in Italien, trat erstmals als Schauspielerin auf und heiratete ihren Manager Maurizio Corgnati. Die einzige Tochter Martina kam 1963 zur Welt.

Milva01In den folgenden Jahrzehnten stieg Milva zum international gefeierten Star auf: sie sang in vielen Sprachen, wurde aber besonders in Deutschland und Frankreich sehr beliebt. Die Zusammenarbeit mit Giorgio Strehler brachte Milva zur intensiven Beschäftigung mit Brecht-Interpretationen, auch selten gehörten und wieder entdeckten Kostbarkeiten. Daneben ist sie bis heute Astor Piazzollas Lieblingssängerin – keine andere haucht seinen Tangoschöpfungen so viel Leben ein. An der Mailänder Scala war Milva in Opernhauptrollen zu sehen, in Paris gab sie die „Seeräuber-Jenny“ in Brechts Dreigroschenoper. Eine ihrer Tourneen widmete Milva den Chansons der Edith Piaf. Namhafte Komponisten wie Theodorakis und Morricone schrieben Lieder für sie, an ihren deutschen Plattenproduktionen arbeiteten u.a. Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg mit. Als Schauspielerin trat sie in mehreren Filmen auf, u.a. an der Seite Gina Lollobrigidas und unter der Regie von Werner Herzog.

Privat dagegen hat Milva viel Leid erfahren. Die Ehe mit Corgnati zerbrach 1969. Von 1986-96 lebte sie mit dem Schauspieler Luigi Pistilli zusammen, der zunehmend unter Depressionen litt und im April 1996 Selbstmord beging. Eigentlich wollte sich die Künstlerin 1992 ins Privatleben zurückziehen, feierte aber zwei Jahre später ein grandioses Comeback und steht seitdem wieder auf Bühnen in aller Welt. (Quelle: fembio)

Milva02

Nun ja, 2009 war dann Schluss mit den großen Tourneen ….

Beeindruckend die Namen der Komponisten: Klaus Doldinger, Mikis Theodorakis, Dario Farina, Vangelis, Ennio Morricone, Udo Lindenberg und Peter Maffay !

Beeindruckend aber auch die deutschen Übersetzungen, insbesondere von Thomas Woitkewitsch.

Auch wenn die große Zeit der Milva nun vorbei ist … diese Frau hat auch heute noch was zu sagen !

AltrnativesFC+BC

Alternatives Front + Back Cover

Besetzung:
Milva (vocals)
+
diverse Studiomusiker

Booklet1

Titel:
01. Hurra, wir leben noch (Doldinger/Woitkewitsch) 3.11
02. Vielleicht war es Liebe (Conte/Woitkewitsch) 4.27
03. Zusammenleben (Theodorakis/Woitkewitsch) 3.46
04. Helden (Farina/Kunze) 3.59
05. Gefühl und Verstand (Farina/Kunze) 4.17
06. Ich hab‘ keine Angst (Woitkewitsch/Vangelis) 4.16
07. Der Morgen danach (Woitkewitsch/Vangelis) 2.36
08. Ich bin ganz ich (Bartzsch/Buckow/Heinen/Kaiser) 3.18
09. Du bist sehr müde, Liebling (Lauzi/Cassano/Woitkewitsch) 3.27
10. Ich weiss, was ich will (Kunze/Vangelis) 3.04
11. Er stand da und weinte (Jannacci/Woitkewitsch) 4.15
12. Ein kommen und gehen (Lindenberg) 4.41
13. Freiheit in meiner Sprache (Morricone/Lucignani/Woitkewitsch) 3.07
14. Keine Stunde tut mir leid (Brozat/Maffay) 4.48

CD1

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Meisterstücke

 

LetzteTournee

Die Ankündigung zur letzten Deutschland Tournee, 2009

Rio Reiser – Balladen (1996)

FrontCover1Er kam mir mit seiner Musik nie besonders nah, dennoch war er natürlich so eine Art Fix-Stern in der deutschen Rockmusik:

Angefangen hatte es natürlich mit Ton, Steine Scherben … aber … 1980 … hatten

„Ton Steine Scherben und Rio Reiser rund 200.000 DM Schulden, sie konnten und wollten sich aber als „Ikone der Linken“ nicht an „die Industrie“ verkaufen. Annette Humpe (Ex-Ideal), die 1984 bereits Rios erste Single Dr. Sommer/B-Seite produziert hatte, stellte den Kontakt zu George Glueck (Reisers späterem Manager) her.

Udo Arndt produzierte zusammen mit Annette Humpe 1985/1986 Reisers erstes Soloalbum Rio I. für die CBS. Das Album baute auf den zahlreichen Demos auf, die die Scherben für eine mögliche weitere LP aufgenommen hatten. Reisers Solo-Karriere begann mit seinen beiden größten Hits König von Deutschland und Junimond und war so erfolgreich, dass er nach kurzer Zeit schuldenfrei war.

Rio Reiser01Viele Fans von Ton Steine Scherben konnten (und wollten) es allerdings nicht gutheißen, dass Reiser als Idol der linksalternativen Szene ein kommerziell erfolgreicher Musiker im Fahrwasser der NDW sein sollte. Dabei verkannten sie, dass die meisten der Lieder, die Reiser im Laufe seiner Solokarriere aufgenommen und gespielt hat, alte Scherben-Lieder waren (Junimond, Menschenfresser, Jetzt schlägt’s Dreizehn, Irrenanstalt und König von Deutschland wurden schon 1976 live gespielt). Nur waren sie hier glatter, gefälliger oder besser produziert. Eingespielt wurden die Platten allerdings von einer Reihe professioneller Studiomusiker (anstatt wie bisher im Kollektiv). Bei den Live-Auftritten wurde Reiser von zahlreichen Musikern aus dem Scherben-Umfeld begleitet, so spielte bis zum Jahr 1988 R.P.S. Lanrue in Rios Live-Band mit.

1986 beendete Rio Reiser mit einer Allstar-Band (u. a. mit Herbert Grönemeyer, den Rodgau Monotones, den Toten Hosen und Herwig Mitteregger) vor über 100.000 Zuschauern das Anti-WAAhnsinns-Festival. Als letztes Lied spielte er allein am Klavier eine Version von Somewhere over the Rainbow.

Die Nachfolge-LP Blinder Passagier (1987) bzw. deren Verkauf konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen, die das Debüt geweckt hatte. Statt stur einen Nachfolge-Hit für König von Deutschland zu produzieren, schrieb Reiser neben Rocksongs lieber Seemanns-, Sehnsuchts- und Schlaflieder. Die Tournee zum Album war trotzdem ein voller Erfolg und führte ihn im Oktober 1988 für zwei Konzerte auf Einladung der FDJ nach Ost-Berlin.

Rio Reiser02Das Konzert, für das Reiser noch ein paar Scherben-Klassiker mehr als üblich ins Programm genommen hatte (und das mit Alles Lüge begann), wurde aufgezeichnet und vom DDR-Jugendradiosender DT 64 ausgestrahlt. Allerdings fehlte bei der Ausstrahlung der Scherben-Song Der Traum ist aus: Die Zeile „Gibt es ein Land auf der Erde, wo der Traum Wirklichkeit ist? […] Ich weiß es wirklich nicht – Ich weiß nur eins, und da bin ich sicher: Dieses Land ist es nicht!“ – ursprünglich der Bundesrepublik gewidmet – wurde von tausenden Ost-Berlinern „mehr mitgebrüllt als mitgesungen“ und zeigte ein Jahr vor der Wende, wie wenig sich die anwesenden Zuhörer mit ihrem Staat identifizieren wollten. Als Vorgruppe spielte Lutz Kerschowski, der später als Gitarrist in Rios Band spielte und heute sein musikalischer Nachlassverwalter ist.

Nach einem Gastauftritt mit Band (und drei Songs für den Soundtrack) im Schimanski-Tatort Der Pott 1989 ging Reiser mit seiner dritten LP *** (Sternchen; 1990) neue musikalische Wege. Produziert von Udo Arndt und Reinhold Heil – als „Die Kuhjaus“ (angelehnt an den Fälscher Konrad Kujau) – verzichtete es weitgehend auf rockige Töne zugunsten von elektronischen Klängen und gesampelten Streichern. Die LP enthält mit Zauberland ein Lied, welches als Abgesang auf die untergehende DDR verstanden wurde. Es war jedoch schon Jahre zuvor geschrieben und bereits 1988 auf Konzerten gespielt worden.

Rio Reiser031990 erhielt Reiser aufgrund seiner kompositorischen Leistungen im Bereich „Deutschsprachige Musik“ den Fred-Jay-Preis für seine Kompositionen für Marianne Rosenberg.

1991 erschien das Album Durch die Wand, mit dem er zu ungeschliffenen rockigen Tönen zurückkehrte. Die Kritiken waren überaus positiv, das Publikumsinteresse hielt sich jedoch in Grenzen. Darüber hinaus musste die geplante Tournee aufgrund eines sich (aus nicht bekannt gegebenen Gründen) verschlechternden Gesundheitszustandes des Sängers abgesagt werden.

Im November 1991 sollte Reiser in der Talkshow Holgers Waschsalon von Holger Weinert auftreten, stattdessen brannte er am Tag der Aufzeichnung mit seinem neuen Freund durch.

Beim Heute Die-Morgen Du-Konzert in Frankfurt am Main im Jahr 1992 trat Reiser zusammen mit einigen der bekanntesten deutschen Gruppen auf und begleitete Marianne Rosenberg am Klavier zu Der Traum ist aus. Für diesen Anlass schrieb er (und spielte diesen dann auch) gemeinsam mit Ulla Meinecke den Song „Zeitreise“ – später veröffentlicht als „13. Dezember“.

Rio Reiser04Annette Humpe produzierte 1993 das Album Über Alles. Es überraschte mit einer „Volksmusik aus Beat, Polka, Ventures-Gitarren, Westcoast, Shanties und Bob Dylan“ sowie mit „Rave- und House-Soundelementen“.[7] Die Platte enthält mit Irrenanstalt einen Song, der zwar für die Theatergruppe „Brühwarm“ geschrieben wurde und bereits 1977 erschienen war, der sich aber auch im Live-Repertoire der Scherben fand.

1994 erschien die in Zusammenarbeit mit Hannes Eyber entstandene Autobiografie König von Deutschland, die – von kurzen Schlaglichtern abgesehen – seine Solokarriere ausspart. Etwa zur gleichen Zeit spielte er seinen größten Hit König von Deutschland mit teilweise neuem Text für das gleichnamige Best-Of-Album neu ein.
Gedenktafel am Malzhaus in Plauen; hier fand Rio Reisers letztes Konzert statt

Reisers sechste und letzte Soloplatte heißt Himmel und Hölle und war zugleich das letzte Album, das er bei Sony Music veröffentlichte. 1995 sollte ursprünglich nur der Song Träume als Titellied für den Münchener Tatort Im Herzen Eiszeit aufgenommen werden, in dem Rio eine Hauptrolle spielte. Man entschied sich aber kurzerhand dafür, ein ganzes Album aufzunehmen. Eingespielt wurde die Platte von der gleichen Studiobesetzung, die schon bei Reisers Debütalbum 1986 mitgewirkt hatte. „Eine der schönsten und zugleich düstersten Platten aus deutschen Landen“, urteilte Hollow Skai. In dem Song Hoffnung singt Rio Reiser zehn Jahre nach König von Deutschland und nur wenige Monate vor seinem Tod: „Nehmt mir die Krone ab, die mich erdrückt, nehmt mir die Krone weg, nehmt sie zurück. Ich weiß, irgendwo ist da ein Licht, doch ich kann euch nicht führen, denn ich weiß den Weg nicht“.

Rio Reiser06Im Frühsommer 1996 begab sich Reiser trotz seines schlechten Gesundheitszustands auf Deutschland-Tour, die auch mehrere Open-Air-Konzerte in Berlin vorsah. Aber kurz vor dem ersten geplanten Auftritt musste die Tour abgebrochen werden. Rio Reiser gab sein letztes offizielles Konzert am 24. Mai 1996 im ausverkauften „Malzhaus“ in Plauen/Vogtland. Seit seinem Tod wird an diesem Ort Rios letzter Auftritt mit einer Gedenktafel gewürdigt. Fünf Tage vor seinem Tod teilte er R. P. S. Lanrue mit, dass er seine nächste Platte wieder bei der hauseigenen David Volksmund Produktion herausbringen wollte, um wieder unabhängig zu sein.

Rio Reiser starb am 20. August 1996 im Alter von 46 Jahren an Kreislaufversagen aufgrund innerer Blutungen (Ösophagusvarizen) infolge langjährigen Alkoholkonsums.“ (Quelle: wikipedia)

„Rio Reiser strahlte Kraft und Macht aus, die er vom Publikum bekam, und er gab sie wieder zurück. Charisma ist eine Fähigkeit, die sich nicht erlernen läßt, und sie hat nichts mit Image und bloßer Bühnenpräsenz zu tun. Selbst bei einem banalen Song konnte er irgendein bestimmtes Wort so singen, daß es einem kalt den Rücken runterlief.“ (Nachruf von Blixa Bargeld im Spiegel)

Tja … das klingt natürlich eher als gut … und warum auch immer, auch mit diesem Sampler bleibt er mir fremd …  weiß der Kuckuck warum.

Booklet01A

Titel:
01. Für immer und dich (1986) (Reiser) 5.36
02. Junimond (1986) (Hartmann/Reiser) 3.54
03. Nur dich (1991) (Reiser/Kerschowski) 4.15
04. Alles (1990) (Reiser) 4.03
05. Zauberland (1987) (Reiser/Schöneberg) 3.34
06. Der Sommer kommt (1987) (Reiser) 3.24
07. Zu Hause (1991) (Kerbl/Reiser) 4.15
08. Du bist es (Reiser/Eyber) 4.31
09. Mitten in der Nacht (1993) (Reiser) 3.57
10. Träume (1995) (Riser) 6.38
11. Wann? (1987) (Reiser) 3.34
12. Übers Meer (1987) (Reiser) 4.11
13. Strasse (1995) (Reiser) 5.10
14. Wohin gehen wir (1993) (Reiser) 4.18
15. Nach Hause (1991) (Reiser) 3.33
16. Stiller Raum (1987) (Reiser) 5.35
17. Eislied (1995) (Reiser/Möbius) 2.45
18. Lass mich schlafen (1987) (Reiser) 3.03

CD1
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Booklet03A

Diese CD war zugleich auch ein Werbevehikel für Sony und seine „Discman“ Produkte. Ob das dem Rio Reiser gefallen hätte ?

 

Rio Reiser07

Rio Reiser (* 9. Januar 1950 als Ralph Christian Möbius in Berlin; † 20. August 1996 in Fresenhagen, Nordfriesland

Verschiedene Interpreten – Übermusik – Beat Around The World 1 (Zeitschrift mit CD) (1989)

Titel.jpgEigentlich war es ja gar keine so schlechte Idee. Ne Musikzeitschrift mit beigelegter CD (das war damals noch was ganz neues).

Dieses Magazin kam dann in einer relativ aufwendigen Klapp-Box daher und in einer Innentasche steckte dann auch die Zeitschrift.

Die jeweiligen „Übermusik“ Magazine kamen stets thematisch daher, diese Ausgabe (es war die dritte) nannte sich „Beat Around The World“. Mag ja sein, dass dieser Titel gut klingt, mit der „Beatmusik“ hatte es allerding gar nichts zu tun … da sieht man an den Themen des Heftes:

  • Die Entwicklung des Westcoast Rocks
  • Eric Clapton
  • Das New Music Seminar in New York
  • Lou Reed
  • Jeffersom Airplane
  • Simply Red
  • CDM – ein neues Mastering Verfahren zur Rauschunterdrückung bei analogen Aufnahmen (mit diesem Verfahren wurde auch diese CD gepresst)
  • Linda Rondstadt

Das klingt alles interessant, aber … das große aber: Die journalistische Qualität der jeweiligen Beiträge ist eher dürftig. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl, da haben Werbetexter von Schallplattenfirmen in die Tasten gehauen.

Beispel01.jpg

Und so falsch lag ich gar nicht, denn der Herausgeber dieses Magazins war ein gewisser Manfred Wolterhoff und der war nicht nur damals ein PR Mann für „Camel“. Er betrieb auch die Firma „Star Cooperation“ in Köln.

Und verkündete dann z.B. 1986 folgendes:

„Mehrstufiger Preisaufbau bis zum Top- Segment „Je wichtiger dem Lizenzgeber die Marke ist, um so intensiver wird er das Marketing beeinflussen“, lautet das Credo von Manfred Wolterhoff, Geschäftsführer der Star Cooperation.
Die Reynolds-Tochtergesellschaft zeichnet verantwortlich fuer die Absatzstrategie der Camel Collection (Lizenznehmer Kempel & Leibfried) und Camel Boots (Salamander).
Zusätzlich obliegt dem Unternehmen der Ausbau eines Direkt-Versandgeschäfts (Camel Shop).

Die Bekleidungslinie startete in 1978.
Derzeit ist die Kollektion in 500 Outlets ( „bei steigender Tendenz“) praesent, Jahresumsatz auf Basis Fabrikabgabepreis knapp 15 Millionen DM, Exportanteil gut 10 Prozent.
Wenige Monate nach der Kollektion wurden die Schuhe unter dem Camel-Signet eingeführt.
Distributionslevel derzeit: das breite Sortiment in 1500 Outlets einschliesslich der Salamander-Filialdistribution plus etwa 600 Fachgeschaefte mit Sortimentsauszuegen.
Die Umsatzentwicklung ex factory fuer diese Produktgruppe: 5 Millionen DM in 1979, 22 Millionen in 1982, Rueckgang auf 18 Millionen in 1984, 25 Millionen in 1985.
Fuer das laufende Jahr ist eine Steigerung auf 28 Millionen DM zu erwarten, Exportquote 20 Prozent.
Belgien, Holland und die Schweiz sind die Hauptausfuhrlaender für beide Diversifikations-Ranges Die Lizenzvertraege regeln im wesentlichen die Lizenzgebuehren (netto-umsatzbezogen) und die Abstimmung im Marketingbereich.
Am Punkt Produktqualitaet verdeutlicht Wolterhoff die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit: „Auch dieser Komplex ist vertraglich festgelegt, soweit dies schriftlich und juristisch fassbar ist.
Aber es muss mit jeder Kollektion neu darüber gesprochen werden.
Denn Produktqualität meint nicht nur Verarbeitungs-, sondern auch Design-Qualitaet.“
Beide Bereiche unterliegen einem halbj+hrlichen Kollektionsrhythmus.

Werbeträger sind auflagenstarke Illustrierte.
Dem Handel werden Reprovorlagen für Tageszeitungsinsertionen offeriert.
Hinzu kommt ein breites Angebot an Werbemitteln, Dekomaterialien…
Videofilm, Prospekte, Depot-, Fussbodenkleber bis hin zu Taschenrechner, Schluesselkralle, Streichholzbrief.

Wolterhoff zur Konzeption dieser VKF-Materialien: „Wir haben eine Marke, die mit Imagedimensionen hoch aufgeladen ist.
Diese Dimensionen versuchen wir umzusetzen.“
Hinzu kommen in unregelmässigen Intervallen Verbraucher-Promotions.

Die Ausgestaltung der Preispolitik geschieht im Dialog mit den Lizenznehmern.
Über einen mehrstufigen Aufbau reichen die Sortimente bis in die Spitzenkategorien: Verbraucherpreis einer Lederjacke bis 1500,- DM, für Boots bis über 200,- DM.
Wolterhoff benotet beide Lizenzpartnerschaften mit „sehr gut“- „In den letzten Jahren haben sich bemerkenswerte Steigerungsraten ergeben.
Die Potentiale sind aber längst noch nicht ausgeschöpft.“

Wolterhoff nennt als unerlässliche Voraussetzung potentieller Kooperationen: „Die Projekte müssen mit der Camel- Markenwelt harmonieren.““ (Quelle: http://printarchiv.absatzwirtschaft.de)

Soweit die Sprache aus der wunderbaren Welt des Marketing …

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Da wundert einem die Qualität der Beiträge in diesem Heft nun gar nicht mehr. Seelenlose und lieblose Schreiberlingen waren hier am Werk.

Und dann hat man damals noch den Kardinalfehler gemacht, gänzlich auf Neuerscheinungen und Konzertkritiken zu verzichten ….

Und so wundert es einen nicht, wenn dieses Magazin nach ein paar Ausgaben wieder eingestellt wurde … da halfen auch all die Hingucker-Graphiken nichts.

Vermutlich lag dass auch am Preis: stolze 27 DM musste man damals dafür hinblättern.

Na ja … das spielt heute bei dieser Präsentation nun keine Rolle mehr.

Ach ja, die Musik: Nachdem ich die 80er Jahre musikalisch ziemlich verschlafen habe, ist das ne kleine Auffrischung von dem, was ich damals alles verpasst habe.

Und siehe da: So etliche Songs fanden Gefallen meinerseits (als da z.B. wären Pat Benatar, Glen Frey, Eric Clapton, Darry Hall & John Oates, und Paul Simon)

Der Rest ist halt der typische Mainstream Rock der 80r Jahre …

Aus den 60er Jahren waren dann noch herzerfrischend Jefferson Airplane und die Guess Who mit von der Partie …

… und Linda Ronstadt darf Chuck Berry´s „Back In The USA trällern …

Deutsche Interpreten finden man mit der Ausnahme von Alphaville nicht.

Von daher … zumindest ist die CD ne nette Angelegenheit, die dann noch im gleichen Jahr mit den gleichen Titeln auf dem Ariola Sampler mit dem etwas dümmlichen Slogan „This Is Your Music “ veröffentlicht wurde.

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Titel:
01. a-ha: Cry Wolf (Waaktaar/Furuholmen) 4.06
02. Pat Benatar: Hit Me With Your Best Shot (Schwartz) 2.50
03. Simply Red: I Won´t Feel Bad (Hucknall/Simply Red) 4.14
04. Ultravox: Dancing With Tears In My Eyes (Ure/Currie/Cann/Cross) 4.06
05. Alphaville: Red Rose (Dub Mix) (Lloyd/Gold/Echolette) 4.57
06. Glenn Frey: You Belong To The City (Frey/Tempchin) 5.48
07. Eric Clapton: Forever Man (Williams) 3.12
08. Daryl Hall & John Oates: Dance On Your Knees & Out Of Touch (Hall/Oates) 5.48
09. Chris Rea: Let´s Dance (Rea) 4.07
10. The Guess Who: These Eyes (Bachman/Cummings) 3.41
11. Deborah Harry: French Kissin (Album Version) (Lorre) 5.07
12. Jefferson Airplane: Somebody To Love (live at The Fillmore) (Slick) 2.59
13. Icehouse: Crazy (Davies/Kretschmer/Qunta) 4.47
14. Adriano Celentano: Prisencolinesinainciusol (CElentano) 3.0
15. Paul Simon feat. Ladysmith Black Mambazo: Diamonds On The Soles Of Her Shoes (Simon/Shabalala) 5.46
16. Linda Ronstadt; Back In The U.S.A. (Berry) 2,56
17. Thompson Twins: Lay Your Hands On Me (Currie/Bailey/Leeway) 4.21

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Die jeweilige Rückseite des Heftes und der Box

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Und als Draufgabe gab es dann noch diesen reißerischen Aufkleber

 

 

Verschiedene Interpreten – Sag es mit Blumen – Die schönsten Blumenlieder (1981)

FrontCover1Neulich habe ich hier ja ein ausführliches Interview mit Loki Schmidt präsentiert … und zwar hier.

Und hier ein ganz praktisches Beispiel für jenen Bereich, der Loki Schmidt quasi zeitlebens eine Herzensangelgenheit war. Der Schutz von gefährdeten Pflanzen.

Und so erschien 1981 mal wieder ne Benefiz-LP, diesmal gingen 25,0 DM an die „Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Und bot es sich an, ein Album mit den „schönsten Blumenliedern“ zuzusammen zu stellen.

Dabei konzentrierte man sich allerdings vorrangig auf Aufnahmen aus der Welt der Operette und so kann man hier ein hübsches Stell-Dich-ein von bekannten Interpreten wie Heinz Hoppe, Ingeborg Hallstein, Anneliese Rothenberger oder Hermann Prey anhören.

Aber auch die Volksmusik kommt nicht zu kurz und Heino´s „Blau blüht der Enzian“ musste natürlich auch mit von der Partie sein.

Jetzt mal unabhängig von der Musikauswahl, die nun nicht direkt zu meiner ersten Wahl gehört: Das Thema an sich hatte und hat sein Bedeutung und Wichtigkeit, aber das predigen die Grünen ja schon seit langer Zeit. Von daher war diese LP ja eigentlich auch eine kleine Verbeugung vor dieser damals noch in den Kinderschuhen steckenden Bewegung.

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Titel:
01. Heinz Hoppe: Dunkelrote Rosen (Millöcker/Zell/GEnee/Steffan/Knepler) 2.27
02. Ingeborg Hallstein: Ein Blumenstrauß aus Nizzy (Buday/Hilm) 4.00
03. Peter Minich: Schneeweißes Maiglöckchen (de Fries/Ulrich) 4.05
04. Anneliese Rothenberger: Schneeglöckchen (Hardt-Warden/Loose/Stolz) 2.40
05. Fritz Wunderlich: Schenkt man sich Rosen in Tirol (Zeller/West/Held) 3.01
06. Heino: Blau blüht der Enzian (v.Kleebsattel) 4.02
07. Maria und Margot Hellwig: Sag es mit Blumen (Bütow/Pistorius) 2.56
08. Guiseppe Di Stefano: Von Apfelblüten einen Kranz (Lehár/Léon/Herzer/Löhner) 4.03
09. Lolita: Wenn die kleinen Veilchen blühen (Stolu/Hardt-Warden) 2.47
10. Hermann Prey: Draußen in Sievering blüht schon der Flieder (Strauß/Adler) 3.40
11. Das Kollmannsberger Duo + Die Wendelsteinmusikanten: Almenrausch und Edelweiß (Traditional) 3.45
12. Willy Schneider: Auf der Heide blühn die letzten Rosen (Stolz/Balz) 3.05

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Verschiedene Interpreten – Alles in Butter (1982)

FrontCover1Durchaus auch so ne Scheibe, die man bei einer geseeligen Karnevalsparty laufen lassen kann … am beste zur vorgerückten Stunde.

Und was wird geboten ? „Die Seine Sahne vom Feinsten“ und die Jahreszahl der Veröffentlichung weisst darauf hin, ass wir hier so etliche Kracher der sog. Neuden Deutschen Welle (NDW) um die Ohren gehaut bekommen.

Nun, mit der NDW bin ich eigentlich mit extrem wenigen Ausnahmen nie klar gekommen (ich war damals ja auch nicht die passende Zielgruppe).

Aber um Himmels willen, warum tauchen dann Lieder von Drafi Deutscher („Marmor, Stein und Eisen bricht“) oder der Ina Deter Band, Trio (die Minimalisten jener Tage) oder gar Grobschnitt mit ihrem Anti-AKW Song „Wir wollen leben“ auf ?

Von daher ist dieser Sampler eine recht krude Angelegenheit, die man vielleicht auf einer Party in vorgerückter Stunden geniessen kann.

Ansonsten legt man (bzw. ich) die LP mit ungläubigen Kopfschütteln zur Seite.

Das Cover allerdings ist nun wirklich pfiffig.

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Titel:
01. Hubert Kah: Sternenhimmel (Zundel/Kemmler/Herter) 3.06
02. Frl. Menke: Traumboy Menke/Gutowski) 3.52
03. Ina Deter Band: Ob blond, ob Braun, ob Henna (Deter) 3.51
04. UKW: Ich will (Hubert) 2.35
05. Recht Herzlich: Der Kleine Elefant (Lacasio/Palma) 3.18
06. Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht (Bruhn/Loose) 2.57
07. Extrabreit: Duo Infernale (Jaeger-Ramig) 3.11
08. Wolf Maahn:  Oh, Julia (Maahn) 3.41
09. Markus;  Ich will Spaß (Klopprogge) 3.43
10. Trio: Anna – Lassmichrein Lassmichraus (Kralle, Remmler) 2.44
11. Albatros: Es wird Zeit (Hardin/Glover/Niedzwetzki/Moethe) 2.59
12. Romeo: Marina (Weingarten/Granata) 3.32
13. Duo Enzian: Zwei Schwestern (Auerbach/Vejvoda) 3.25
14. Dombrowski: Hör ma‘ (Sabine, Sabine, Sabine) (Martinek/Bergner/Ullmann/Remmler) 3.25
15. Grobschnitt: Wir wollen leben (Grobschnitt) 4.15
16. Ixi: Detlev (Clemens/Tiedemann) 3.52

LabelB1

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Frl.Menke

Frl. Menke auf der Suche nach ihrem Traumboy (vielleicht hat sie ihn ja 2017 im Dschungelcamp gefunden)