Verschiedene Interpreten – Viktor Worms präsentiert Hits des Jahres – Ihre Siegertitel (1987)

FrontCover1.JPGAlte Sampler mit Schlagermusik der 60er Jahre gibt´s in diesem blog ja nicht zu knapp.

Höchste Zeit also, dass ich mal moderner werde. Und schon bin ich im Jahr 1987 gelandet … Und da präsentiere ein Viktor Worms die Hits des Jahres:

Viktor Worms (* 30. August 1959 in Düsseldorf) ist ein deutscher Journalist und Fernsehmoderator.

Nach seinem Abitur am Gymnasium Koblenzer Straße in Düsseldorf absolvierte Worms 1981 ein Volontariat bei Radio Luxemburg. Danach war er als Redakteur und Moderator für den Sender tätig. Bekanntheit erzielte er von 1985 bis 1989 als Moderator der ZDF-ViktorWorms1.jpgHitparade. Von Oktober 1990 bis September 1991 moderierte er auf Tele 5 die Sendung Stadt, Land, Fluss. Daneben arbeitete er seit 1988 für Antenne Bayern, erst als Moderator, von 1988 bis 1994 als Unterhaltungschef und Leiter hörergerichtetes Marketing, 1994 wurde er Programmdirektor bei Antenne Bayern. Gleichzeitig war er bis 1998 als freier Hörfunkberater (z. B. in Österreich / Moderationstrainer für die BLM, München) tätig.

Vom 1. Dezember 1998 bis zum 31. August 2001 war Worms ZDF-Unterhaltungschef. Dort war er unter anderem für die Produktion von Wetten, dass..? verantwortlich.[1] 2002 war er zehn Monate lang Geschäftsführer von Dolce Media, der TV-Produktionsfirma von Christoph und Thomas Gottschalk, seit 2003 ist er Geschäftsführer der MPS Mediconsulting GmbH, die 2004 in Worms Mediapartner GmbH umbenannt wurde. Von 2002 bis 2008 beriet er die Aktion Mensch. Bis 29. März 2008 produzierte er im Auftrag von Dolce Media mit seiner Firma Wetten, dass..?, vom 15. Juli 2008 bis Ende 2010 war er Redaktionsleiter und Produzent der ZDF-Show Willkommen bei Carmen Nebel.

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Viktor Worms als Medienberater im Jahr 2017

Worms war 2011 für Red Bull Media House als Berater tätig. Außerdem arbeitete er zusammen mit André Heller 2011 an der Show Magnifico. (Quelle: wikipedia)

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Und hier präsentiert er eben – wie bereits oben erwähnt die „Hits des Jahres“.

In den 80er Jahren habe ich die Schlagerszene so gut wie überhaupt nicht beachtet, umso überraschter war ich, dass ich doch so etliche Titel noch kannte, bzw. noch im Kopf hatte. Da sieht man mal wieder, wie sich Ohrwürmer festsetzen können.

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Es geht eigentlich ganz gut los, aber nur weil die Juliane Werding bei mir ein Stein im Brett hat (warum auch immer … aber ne gute Stimme hat sie auch). Und dann folgen einige Künstler, die damals einen großen Namen hatte:

Münchener Freiheit – Nicki –  Roland Kaiser – Ingrid Peters – Howard Carpendale und die Nicole. Insbesondere Nicki und Nicole lösen noch heute in mir allergische Reaktionen aus … gleiches gilt übrigens auch für die Flippers !

Karl Gott und Drafi Deutscher gab´s auch noch …

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Sänger wie Ibo oder G.G. Anderson sagen wir überhaupt nichts, aber bei dem Ibo Song hat Mich Hannes von Franz K. mitgewirkt. Da fällt einem nur noch der Begriff des Fremdschämens ein.

Und an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist dann der Wolfgang Fierek mit seinem „Resi, i hol di mit meim Traktor ab“. Sorry, da gibt´s dann wirklich mal das Prädikat dümmlich.

Völlig durchgeknallt (wir kannten ihn damals nicht anders … der Frank Zander mit einer Parodie eines Falco Songs.

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Und auch dieses Album diente einem guten Zweck: diesmal sollten die „SOS Kinderdörfer“ unterstützt werden … zumindest hier gibt´s ne Zustimmung meinerseits. Entsprechende salbungsvolle Worte kann man auch noch lesen … sogar Professor Dieter Stolte, damals Intendant des ZDF griff zur Feder … siehe unten.

Aber „Ba-Ba-Banküberfall“ ist natürlich weiterhin großartig … Wiener Schmäh der Extraklasse !

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Titel:
01. Juliane Werding: Stimmen im Wind (Steinhauer/Kunze) 3.30
02. Münchener Freiheit: Ohne dich (Zauner/Strobel/Kunze) 4.05
03. Nicki: Wegen dir (Steinhauer/Frey) 3.49
04. Roland Kaiser: Midnight Lady (Bohlen/Kaiser/Hammeerschmidt) 4.08
05. Ingrid Peters: Über die Brücke gehn  (Blum) 2.52
06. Howard Carpendale: Lisa ist da (Key Largo) (Higgins/Limbo/Thielon) 3.41
07. Nicole: Lass mich nicht allein (Siegel/Meinunger) 3.45
08. Karel Gott & Darinka: Fang das Licht (Zmozek/Kunze) 3.33
09. Erste Allgemeine Verunsicherung: Ba-Ba-Banküberfall (Spitzer) 3.35
10. Frank Zander: Jeannie (Die reine Wahrheit) (R.Bolland/F.Bolland/Falco/ Zander/Hammerschmidt) 5.15
11. G.G. Anderson: Mädchen Mädchen (Grabowski/Stein/Kastning) 2.57
12. Die Flippers: Die rote Sonne von Barbedos (Busse/Rupprich) 3.28
13. Wolfgang Fierek: Resi, i hol di mit meim Traktor ab (Haller/Meinunger) 3.20
14. Ibo: Ibiza Teil 2 (Gerke/Hannes) 3.16
15. Drafi Deutscher: Herz an Herz Gefühl (Sensuality) (Deutscher/Meinunger) 4.15
16. Peter Schilling: Ich vermisse dich (Schilling) 3.20

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Rolf Zuckowski & seine Freunde – Ich schaff‘ das schon (1990)

FrontCover1.jpgFür mich war und ist der Rolf Zuckowski ein Glücksfall, nicht nur für meine Töchter …

Rolf Zuckowski (* 12. Mai 1947 in Hamburg) ist ein deutscher Musiker, Komponist, Musikproduzent und Autor von Kinderliedern. Zuckowski zählt mit über 20 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Künstlern in Deutschland.

Rolf Zuckowski ist der Sohn eines Seemanns und einer Friseurin. 1961 schenkte ihm sein Vater eine Gitarre. Als Mitglied der Schulband The Beathovens des Albrecht-Thaer-Gymnasiums in Hamburg, das er besuchte, war Zuckowski Sänger und Gitarrist; dort sammelte er 1965 erste Erfahrungen in der Musik. Sein erstes Album entstand; Happy to be happy. Das bedeutete den Anfang seiner Musikerkarriere. Im selben Jahr, also 1967, nahm er das Studium der Betriebswirtschaft in Hamburg auf, das er 1972 mit dem Diplom abschloss. 1971 brachte Zuckowskis Frau Monika das erste Kind, Anuschka, zur Welt. Zuckowski wurde 1972 Assistent der Geschäftsführung im Musikverlag Hans Sikorski. 1974 wurde sein Sohn Alexander geboren.

Als Produzent, Liedtexter und Dirigent beim Eurovision Song Contest feierte Zuckowski Erfolge mit der Band Peter, Sue & Marc. Außerdem schrieb er Texte für zahlreiche

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Rolf Zuckowski, 1981

weitere Künstler. Inspiriert durch das Leben mit seinen Kindern, vertonte er 1974[3] die Bilder seines Freundes Peter Meetz, eines ehemaligen Mitglieds und Schlagzeugers seiner ersten Band The Beathovens. So entstand 1977 das Singspiel Rolfs Vogelhochzeit. 1978 gab er erste Konzerte in Schulen und Kindergärten in Niedersachsen. Es folgte die Veröffentlichung von Rolfs Schulweg-Hitparade 1979 in Zusammenarbeit mit der Aktion „Ein Herz für Kinder“, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat und der Deutschen Verkehrswacht und die darauf folgende erste bundesweite Tournee 1980 für die Aktionen „Kind und Verkehr“ sowie „Ein Herz für Kinder“.

Rolf und seine Freunde wurden ab 1981 mit dem Lied Du da im Radio und der LP/MC Radio Lollipop im Rundfunk und mit der eigenen Hörfunk-Serie Hallo du da bei Radio Luxemburg bekannt. Ebenfalls 1981 wurde Zuckowski Nachfolger von Georg Bossert und Anke Engelke als Moderator der Kindersendung Moment mal bei Radio Luxemburg. Das Lied … und ganz doll mich, eine Coverversion des Liedes Ich mag von Volker Lechtenbrink, wurde 1982 in Wetten, dass..? präsentiert. Rolf und seine Freunde wurden bundesweit populär. Das Album Lieder, die wie Brücken sind erschien und wurde zum Markenzeichen für die Arbeit von Rolf Zuckowski. Er erreichte Platz 1 in der ZDF-Hitparade mit … und ganz doll mich. Es folgte ein neues Album: Wir warten auf Weihnachten.

Im Jahr 1983 entwarf Zuckowski für Peter Maffay das Konzept-Album Tabaluga und schrieb Titel dafür, unter anderem Nessaja (Ich wollte nie erwachsen sein). Zudem produzierte er ein neues Album; Was Spaß macht. Zuckowski entwickelte 1984 die Große Show für kleine Leute, die im ZDF ausgestrahlt wurde. … und ganz doll mich kam mit 3776 von Kindern getexteten Zeilen als „längstes Lied der Welt“ ins Guinnessbuch der Rekorde. Im selben Jahr wurde Zuckowskis Sohn Andreas geboren. 1987 startete eine neue Fernsehserie unter dem Titel Singen macht Spaß mit zwölf Folgen im ZDF. Das Lied In der Weihnachtsbäckerei wurde 1987 in Wetten, dass..? vorgestellt und über Nacht zum neuen Volkslied. In Zusammenarbeit mit der Finkwarder Speeldeel entstand 1989 das Album HH zum 800. Hafengeburtstag. Außerdem war Rolf Zuckowski Erzähler bei Das große Abenteuer Musik, einer Klassik-Serie für Kinder. (Quelle: wikipedia)

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Und das war ja eigentlich nur der Anfang … bis heute ist noch in Sachen Musik aktiv ..

Und hier ein Sampler aus dem Jahr 1990 (die Aufnahmen stamme aus den 80er Jahren) … jede Menge Mutmacher Lieder für kleine und große Kinder … und bei dem Vatersong „So wollt‘ ich doch nie sein“ kann ich mich gut an die eigene Nase fassen … und bei „Meine Mami“ denke ich voller Dankbarkeit an die Mutter meiner Töchter (oder auch: meine 1. Ehefrau).

Und mit viel Gefühl betrachte ich dann meine drei Enkelkinder und zwei davon hören noch heute nur zu gerne … Rolf Zuckowski und deshalb wird diese CD dann demnächst den Besitzer wechseln.

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Titel:
01. Ich schaff‘ das schon 4.44
02. Hallo Welt 2.56
03. Lichter in der Dunkelheit 2.54
04. Papa bist du müde 2.35
05. Ohne dich 3.06
06. Meine Mami 2.55
07. So wie du bist 3.07
08. Gemeinsam unterwegs 2.45
09. Was Spaß macht ist verboten 3.20
10. Gepäck für’s Leben 2.56
11. Wir sind Kinder, der Stoff aus dem die Zukunft ist 3.22
12. So wollt‘ ich doch nie sein 3.08
13. Ich flieg‘ mit dem Wind 4.01
14. Es geht immer noch ein bißchen weiter 3.22

Musik und Texte: Rolf Zuckowski

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Nordsee (Fast-Food-Kette) – Aerobic fit mit Nordsee (irgendwann in den frühen 80er Jahren)

FrontCover1Vielleicht erinnert sich noch einer an diesen Aerobic-Irrsinn, der in den 80er Jahren durch Deutschland tobte.

Und davon profitieren wollte auch die Fast-Food-Kette „Nordsee“ … und von daher haben wir wieder mal ne Werbeplatte im Angebot, die eigentlich keiner braucht, aber dennoch ein schmunzeln auslösen kann. Und natürlich löste dieses Album bei mir den Impuls aus, wieder mal ein wenig Firmengeschichte zu treiben:

Die Nordsee GmbH (ehemals Nordsee Fischspezialitäten GmbH) betreibt unter der Bezeichnung Nordsee eine Schnellrestaurantkette mit den Schwerpunkten Fisch und Meeresfrüchte. Sie entstand aus dem Frischfischhandel, der durch Salate und Fischbrötchen (z.B. mit Fischfrikadelle als Bremer) ergänzt wurde. Später kamen auch gegrillter, gedünsteter und gebratener Fisch, Fischnuggets und ähnliche Snacks sowie Wraps ins Sortiment.

Die Filialstruktur von Nordsee teilt sich in die drei Bereiche Snack (397 Standorte), Restaurant (386 Standorte) und Meeresbuffet (168 Standorte), die häufig in einer Filiale kombiniert auftreten.

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Die Anfänge … 1896

Nordsee wurde am 23. April 1896 in Bremen von einer Gruppe Bremer Reeder und Kaufleute unter Führung des Reeders Adolf Vinnen (1868–1926) als Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee gegründet. Sie gingen auf Fischfang, um den Menschen im Binnenland auf schnellstem Wege frischen Fisch anbieten zu können, und eröffneten noch im gleichen Jahr das erste Nordsee-Restaurant in Bremen. Die Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee hatte ihren Sitz in Nordenham, wo das Unternehmen vom Land Oldenburg ein Gelände pachtete und einen Fischereihafen baute.

Im Laufe der Zeit schaffte es Nordsee, eine der größten Fischfangflotten Deutschlands aufzubauen, von der jedoch bis zum Ende des Ersten Weltkrieges viele Schiffe versenkt oder enteignet wurden. Nach dem Krieg fusionierte Nordsee mit verschiedenen Fischerei- und Fanggesellschaften, so dass 1931 fast die Hälfte aller deutschen Fischereifahrzeuge für Nordsee auf Fischfang gingen. 1932 gab es in Deutschland bereits 128, in Österreich 32 Filialen. 1934 siedelte das Unternehmen von Nordenham nach Bremerhaven über.

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1894 ließ der Reeder Heinrich Hohnholz bei den Werften von Georg Seebeck und Schichau Seebeck seine ersten Fischdampfer zum Hochsee-Fischfang bauen. 1905 wurde seine Reederei zur Hochseefischerei Bremerhaven AG, mit einer besonderen Sparte für die Heringsfischerei. 1914 hatte die Reederei 24 Fischdampfer für die Fischerei in der Nordsee aber auch an der westafrikanischen Küste und vier Herings-Dampflogger. 1929 ging die Reederei in die Reederei Nordsee auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Expansion fort. Es wurden nach und nach immer mehr Fischläden (Meeresbüffets) eröffnet. Ende der 1950er Jahre kam es dann zu einem Verkauf an eine Käufergemeinschaft aus Dresdner Bank und Unilever. Unilever hielt seine Anteile bis 1997.

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Ein Nordsee-Fahrer, 1939

In der Mitte der 1960er Jahre kam das neue Nordsee-Konzept, Nordsee-Quick, hinzu. Das erste Restaurant dieser Art wurde in Darmstadt eröffnet. 1964 wurde das erste Nordsee Quick-Restaurant eröffnet; zehn Jahre später entstand in Göttingen die 100. Filiale dieser Art.

Ab 1997 wurde die Nordsee an Apax Partners verkauft. Diese spalteten die Nordsee-Tochterfirmen ab, darunter die Deutsche See Fischmanufaktur und Frozen Fish International, Hersteller der bekannten Iglo-Tiefkühlfischprodukte.
Die verbleibenden Unternehmen wurden unter dem Dach der Nordsee Holding zusammengeführt. 1999 führte Nordsee den so genannten Snack Shop als kleinere Verkaufsstelle im Vergleich zu den Restaurants ein.
2004 kam es zu einer Neuaufstellung des Sortimentes. Mit neuen Produkten und neuem Auftreten versuchte Nordsee, ihr Image zu verbessern.

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Ein Nordsee-Laden, 1955

004 wurden zwei Nordseefilialen in Tschechien in Prag und Brünn eröffnet. Auch in Rumänien und Ungarn gibt es Filialen.
In der Schweiz gibt es Nordseefilialen, es handelt sich dabei aber um Franchisingfilialen, die rechtliche Inhaberin ist die Candrian Seafood AG. Die Restaurants befinden sich an von Candrian Catering bevorzugten Lokalitäten wie Zürich Hauptbahnhof und dem Flughafen Zürich.
2011 wurde eine Filiale in der Provinz Novara bei Mailand im Shoppingcenter in Vicolungo eröffnet.

2005 wurde durch die Heiner Kamps gehörende Kamps Food Retail Investment SA (KFRI) gemeinsam mit dem japanischen Bankhaus Nomura die Nordsee GmbH vom bisherigen Eigentümer Apax erworben. Kamps war bereits seit vielen Jahren Minderheitsgesellschafter.

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Noch ein Nordsee-Laden, 1964

2006 verkaufte Nomura ihren Anteil von 19,5 Prozent an die KFRI, die dadurch fast 100 Prozent der Anteile besaß. Im Dezember 2006 wurde bekannt, dass KFRI für 130 Millionen Euro an International Food Retail Capital (IFRC) mit Sitz in Zypern verkauft wird. Die Anteilseigner von KFRI waren neben Kamps das Molkereiunternehmen Müller Milch, der Finanzinvestor APC Capital und der Formel-1-Manager Willi Weber. Kamps und Müller sind ebenfalls bei IFRC beteiligt.

Im Mai 2009 wurde im Columbus-Center Bremerhaven das erste unternehmenseigene Strandcafe in eine Filiale integriert.

2013 hatte das Unternehmen ca. 6000 Beschäftigte in weltweit 397 Filialen. Die Filialen verteilen sich auf Deutschland (335), Österreich (36), Schweiz, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Slowakei, Bulgarien, Dubai, Ägypten, Belgien und Polen. Der Umsatz belief sich auf 349 Mio. Euro im Jahr 2012.

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Und noch ein Nordsee-Laden, 1994

Nordsee hat aktuell in den Berufen Systemgastronomie und Einzelhandel etwa 150 Auszubildende. In der Hauptverwaltung in Bremerhaven werden zudem Ausbildungsplätze für die Berufe Bürokaufmann und Informatikkaufmann angeboten. (Quelle: wikipedia)

Seit „Nordsee“ auch im Besitz von dem unsäglich/unerträglichem „Molkereiunternehmen Müller Milch“ ist, meide ich dieses Etablisment durchgehend.

Und nun zu dieser Aerobic LP:

Es war wohl Jane Fonda, die damals mit ihrem Videos zu diesem Thema speziell die Frauen motivierte … sich diesem Metier zuzuwenden.

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Und wer den Disco-Sound diser Zeit mag, findet hier diverses rares Material, neben so einigen Stars dieser Zeit (u.a. „Kool & The Gang)“) sind auch diverse Songs zu hören … die man wohl anonymen Studiomusikern zuschreiben muss.

Aber selbst ich konnte ein wenig Gefallen an dieser LP finden: Sätze wie – „Macho Modus an“ – „Und jetzt die Beine weit auseinandergrätschen und und ganz tief in die Hocke gehen, der Oberkörper wird dabei aufrechtgehalten und die Hände liegen locker auf dem Boden, jetzt mit dem ganzen Körper leicht auf und ab wippen … und wippen“ oder „wir bewegen die Hüfte abwechselnd links und recht … in der gleichen Haltung klappen wir die Hüfte vor und zurück“ oder „wir lassen die Hüfte locker von links nach rechts schwingen“   finde ich einfach nur genial …„Macho Modus aus“

eins, zwei, drei, vier, fünf,  sechs, sieben, acht … vergessen sie das gleichmäßige atmen nicht … tief durchatmen … immer weiterhüpfen … schön locker bleiben …

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Titel:
01. Work That Body (Dehnung) 3.49
02. Passion (Dehnung) 3.45
03. Maneater (Kopf/Schulter) 4.12
04. Wot (Hüfte) (Captain Sensible) 3.10
05. Aerobic Dancing (Bauch) 5.50
06. Saddle Up (Beine) (David Christie) 3.07
07. Can’t Take My Eyes Off You (Gesäss) (Boys Town Gang) 3.43
08. (Ooh La La ) Let’s Go Dancin‘ (Fussgelänke)  (Kool & The Gang) 3.55
09. Do You Wanna Funk ? (Patrick Cowley feat. Sylvester) (Joging) 3.21
10. Don’t Go (Joging)  2.40
11. Aerobic Disco (Joging)  6.53
12. Just An Illusion (Entspannung) 3.54

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Verschiedene Interpreten – 40 Years Of Enja Records (2011)

FrontCover1.jpgWir haben hier in Deutschland ja schon einige Labels, die man nun wahrlich „renommiert“ nennen darf.

Dazu gehört ganz sicherlich auch Enja Records:

Enja ist ein unabhängiges Plattenlabel für Modern Jazz.

Enja wurde 1971 in München von Matthias Winckelmann und Horst Weber ins Leben gerufen. Weber und Winckelmann gründeten damals ihr Label mit geliehenem Geld und konnten damit Mal Waldron im Domicile aufnehmen und die Lizenzen nach Japan verkaufen. Zu den frühen Künstlern des Labels zählen auch Albert Mangelsdorff, Attila Zoller und der japanische Trompeter Terumasa Hino. Anfangs war eine Konzentration auf den neuen europäischen Jazz beabsichtigt (Enja steht für European New Jazz). Doch schon bald wurde sehr viel breiter produziert. Beispielsweise „entdeckten“ die Labelchefs John Scofield (der allerdings mit zunehmendem Erfolg zu einem größeren Label wechselte) und führten im Katalog schon bald weitere US-amerikanische Musiker wie Chet Baker, Freddie Hubbard, Dizzy Gillespie und Gene Ammons. Diese Aufnahmen wurden teilweise für Nordamerika in Lizenz durch Inner City Records bzw. Naxos veröffentlicht. Auch nahmen sie Archivmaterial hinzu, etwa von Eric Dolphy und von Charles Mingus.

In den 1970er Jahren hatten sie Erfolge mit Chet Baker und Abdullah Ibrahim, in den 1980er Jahren besonders mit dem Oud-Spieler Rabih Abou-Khalil. 1986 entschieden die beiden Labelgründer, ihre Geschäfte zu trennen. Sie teilten den Katalog (der damals rund 350 Titel umfasste und zurzeit (2012) etwa 800) und gründeten zwei voneinander unabhängige Tochterlabel, die beide bis heute bestehen. In Winckelmanns Enja-Zweig erscheinen rund 15 Titel pro Jahr; er hat sich auch weiter in Richtung World Jazz geöffnet und um das Klassiklabel Marsyas und die Booking-Agentur Enja Booking erweitert. Mehrfach wurde Alben aus dem Katalog der ECHO Jazz verliehen, aktuell (2017) der Saxophonistin und Flötistin Anna-Lena Schnabel für ihr Debütalbum Books, Bottles & Bamboo. (Quelle: wikipedia)

Also, da haben wir den Horst Weber:

Horst Weber (* 21. Februar 1934 in Aachen; † 24. Februar 2012 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Jazzproduzent und Mitbegründer des Jazzlabels enja.

Weber lernte das Schneiderhandwerk. Zunächst arbeitete er als Entwurfsschneider und Modedesigner, unter anderem freiberuflich für das Deutsche Mode-Institut, für das er während der 1960er Jahre auch nach Japan reiste; dabei knüpfte er Kontakte zur japanischen Jazzszene. Daneben war er in der Region Aachen als Konzertveranstalter

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Horst Weber

aktiv, bevor er Ende der 1960er Jahre nach München zog. 1971 gründete er dort gemeinsam mit Matthias Winckelmann das Plattenlabel enja; als erstes Album veröffentlichten sie Black Glory, eine Aufnahme des Pianisten Mal Waldron aus dem Münchner Jazzclub Domicile. Später folgten Alben von Albert Mangelsdorff, Terumasa Hino, Masahiko Sato, Chet Baker, Charles Mingus oder Abdullah Ibrahim. Mit Gerd Filtgen schrieb Weber eine Biographie über Charles Mingus. 1986 trennten sich Winckelmann und er, weil sie zu unterschiedliche Vorstellungen von der Arbeitsintensität und der weiteren Ausrichtung der Produktionen hatten, und gründeten eigenständige Labels unter der alten Dachmarke. Den gemeinsamen Katalog von damals 350 Alben teilten sie sich auf, indem sie auswürfelten, wer künftig auf seinem Enja-Label welche Künstler veröffentlichen dürfe. Weber setzte zunächst weiter auf Produktionen aus Japan und aus München. Anfang der 2000er Jahre übergab Weber die Leitung seines Labels an Werner Aldinger und zog sich aus dem laufenden Geschäft zurück.

Und dann natürlich noch den Matthias Winckelmann:
Matthias Winckelmann (* 1941 in Berlin) ist ein deutscher Jazzproduzent und Mitbegründer des Jazzlabels enja.

Winkelmann, der in Frankfurt am Main aufwuchs, lernte als Jugendlicher Trompete und begeisterte sich für Jazzmusik. Er studierte in München Volkswirtschaftslehre und

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Matthias Winckelmann

Soziologie und interessierte sich zunächst für die Arbeit als Entwicklungshelfer. 1971 gründete er gemeinsam mit Horst Weber das Plattenlabel enja. Als erstes Album veröffentlichten sie Black Glory, eine Aufnahme des Pianisten Mal Waldron aus dem Münchner Jazzclub Domicile, die Winckelmann persönlich aus dem Auto heraus bei den deutschen Plattenläden vertrieb. Später produzierte er Alben von Attila Zoller, George Gruntz, Walter Norris, Chet Baker, Bennie Wallace, Abbey Lincoln oder Abdullah Ibrahim, der Winckelmann für World Jazz begeisterte. 1986 trennten sich Weber und er und gründeten eigenständige Labels unter der alten Dachmarke. Den gemeinsamen Katalog teilten sie sich auf, indem sie auswürfelten, wer künftig auf seinem Enja-Label welche Künstler veröffentlichen dürfe. Winckelmann setzte zunehmend auch auf europäischen und auch orientalisch beeinflussten Jazz und produzierte Musiker wie Rabih Abou-Khalil, Dhafer Youssef, Renaud Garcia-Fons, Gianluigi Trovesi oder Daniel Schnyder. Auch gründete er mehrere Sublabels wie Blues Beacon, Tiptoe und Marsyas. (Qulle: wikipedia)

Und anlässlich des 40jährigen Jubiläums dieses Ausnahmelabels gab es in der Jazzszene natürlich etliche Jubiläumsbeiträge … stellvertretend für die vielen hier ein Beitrag aus dem Magazin „Jazz Thing“, die sich auch gleich an diesem hier präsentiertem Jubiläumssampler („Promotional copy – Not for sale !“) beteiligten:

Nur an Matthias Winckelmann scheint die Zeit spurlos vorbeigegangen zu sein. Der Gründer von Enja Records geht auch nach 40 Jahren mit unvermindertem Enthusiasmus ans Werk, gräbt weltweit weiter nach guter Musik und plaudert herrlich enthusiastisch über seine Veröffentlichungen im Slang der 70er-Jahre. Weil vieles davon immer noch „dufte“, „frech“ und „großartig“ ist, gibt es nun in Jazz thing exklusiv einen Sampler mit 16 Highlights aus der Enja-Geschichte.

Jazz thing presents 40 Years Of Enja Records„European New Jazz“ oder kurz „Enja“: Hinter diesen Buchstaben verbirgt sich eines der vitalsten Independent-Labels des Kontinentes. Der Name könnte jedoch zu falschen Schlüssen führen. Matthias Winckelmann, der die in München ansässige Plattenfirma 1971 mit Horst Weber aus der Taufe hob, suchte nach einem kurzen, einprägsamen Begriff, der in viele Sprachen übertragbar war und eine weibliche Endung besitzen sollte. „Enja“ erfüllte all diese Voraussetzungen, die Definition wurde später nachgeschoben.

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Das Enja Team im Jahr 2011 (v.l.n.r.): Sebastian Schreiner, Milena Albrecht, Matthias Winkelmann, Olga Spathelf, Werner Aldinger.

In der Tat hielten Winckelmann und Weber früher allenfalls sporadisch in der Alten Welt nach neuen Klängen Ausschau. Doch im Laufe der Zeit haben sich die Parameter merklich erweitert. Inzwischen stellt der Jazz klassischer Prägung nur mehr eine von vielen Facetten der über 700 Produktionen dar. Enja sieht es 2011 als seine Aufgabe an, die Gegenwart der modernen Musik abzubilden und den Entdeckergeist von einst ins fünfte Jahrzehnt hinüberzutransportieren.

Ein durchaus schwieriges Unterfangen, hat sich doch nicht nur der Tonträgermarkt im Laufe der Zeit radikal verändert, sondern auch die grundsätzliche Auffassung über Jazz. Als Matthias Winckelmann und Horst Weber anfingen, ließ sich die Zahl der Labels noch an einer Hand abzählen. Der Frankfurter Winckelmann studierte in München, der Aachener Weber besaß als gelernter Schneider und Konzertveranstalter gute Kontakte nach Japan. „Wir waren begeisterte Amateure ohne jede Kenntnis vom Business. Trotzdem beschlossen wir, es wenigstens mal mit einer Platte zu versuchen.“ Die hieß „Black Glory“ und stammte von dem Pianisten Mal Waldron.

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Anlässlich des Jubiläums im Jahr 2011: Enja-Chef Matthias Winckelmann posiert hier vor einem Eric-Dolphy-Porträt

Während der folgenden Jahre erwarben sich die beiden Freunde mit einem guten Gespür für den Zeitgeist, einer gesunden Portion kaufmännischem Geschick, Aufrichtigkeit und Stehvermögen einen glänzenden Ruf als verlässliche Partner. Zu den Besonderheiten von Enja gehört, dass die Gründer von 1986 an getrennte Wege gingen und sich den damaligen Katalog teilten. Keiner wollte jedoch auf den liebgewonnenen Namen verzichten. Nach Jahren der räumlichen Distanz arbeiten beide Enjas heute wieder unter einem Dach in der Münchner Frundsbergstraße. Horst Weber (79) hat die Geschäfte mittlerweile an Werner Aldinger abgegeben und lebt in Garmisch, Matthias Winckelmann (70) ist nach wie vor aktiv. Von ihm und Aldinger stammt auch die Auswahl der Enja-Jubiläums-Compilation für Jazz thing. (Reinhard Köchl)

Und dann gab´s dann natürlich eine Galaveranstaltung … und zwar am20. Oktober 2011 im Münchner Gasteig (Carl-Orff-Saal), dabei gab´s dann nicht nur die üblichen Festreden, sondern auch Liveauftritte des italienische Brass-Ensemble La Banda (Ruvo di Puglia) und Kontrabassvirtuose Renaud García-Fons (Prädikat: außergewöhnlich).

Und hier kann man sich nun anhören … wie sich 40 Jahre Ejna Rcords anhören …  und gleich noch ein Prädikat: Zeitlos ! Diese Auswahl zu erstellen war vermutlich arg mühsam … bedenkt man all die Schätze des Labels.

Und dann bin ich gespannt was los ist, denn dieses >Label 2021 ihr 50jähriges Jubiläum feiert … denn ein Ende ist nicht abzusehen … und das ist gut so !

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Titel:
01. Blairman/Warren/Mangelsdorff/Sato:  Intro (excerpt) (1971) (Mangelsdorff) 1.39
02. Bobby Jones: Bringin‘ In The Sheep (1974) (Jones) 3.22
03. Tommy Flanagan: Maybe September (1982) (Faith) 4.57
04. John Scofield Monk’s Mood: (Solo) (Monk) (1979) 6.02
05. Chet Baker: My Funny Valentine (1988) (Rodgers) 9.34
06. Bennie Wallace: My Heart Belongs To Daddy (1982) (Porter) 5.55
07. Abdullah Ibrahim: Calypso Minor (1979) (Ibrahim) 5.00
08. Archie Shepp/Mal Waldron: Lady Sings The Blues (2002) (Holiday/Nichols) 3.34
09. Dusko Goykovich/Ekrem Sajdic Gypsy Groovz: Ĉoĉek Sréce (2001) (Sajdic) 6.04
10. Glenn Ferris: Qui? (excerpt) (1997) (Aznavour) 4.21
11. Aki Takase: Ain’t Misbehavin‘ (2003) (Razaf/Waller/Brooks) 4.52
12. Susi Hyldgard: Blush (2006) (Garner/Hyldgaard) 4.26
13. Florian Weber: Alone Together (2009) (Dietz/Schwartz) 5.35
14. Dhafer Youssef: Yabay (2000) (Youssef/Muthspiel) 3.16
15. Renaud García-Fons: Jam Bulería (1997) (García-Fons) 3.04
16. Rabih Abou-Khalil: Afterthought (excerpt) (2002) (Abou-Khalil) 1.27

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Konstantin Wecker – Sage Nein! (Antifaschistische Lieder – 1978 bis heute) (2018)

FrontCover1.jpgKann man auch als Kommentar zur Europawahl nehmen …

Sage Nein! Antifaschistische Lieder 1978 bis heute ist das 24. Studioalbum des Sängers und Liedermachers Konstantin Wecker aus dem Jahr 2018. Es umfasst Lieder der letzten 50 Jahre und neue Lieder. Zwei Live-Versionen ergänzen die Studioaufnahmen.

Umrahmt wird die neu aufgenommene Liedersammlung von Willy, beginnend mit der Version von 2018 und abgeschlossen mit dem Originaltext von 1977. Es ist mittlerweile die sechste Version dieses Liedes. Als Bonustracks werden Bella Ciao und Blümlein stehn am Waldessaum angehängt.

Die 2018er-Fassung von Sage Nein leitet Wecker mit einer Ansage ein, die instrumentiert ist. Auch das Bonus-Lied Blümlein stehn am Waldessaum erläutert er. Bei Den Parolen keine Chance verwendet er für den Refrain als musikalisches Zitat Beethovens Ode an die Freude. Neuaufnahmen sind u. a. Das Leben will lebendig sein und Sturmbannführer Meier.

Das macht mir Mut wurde im Juli 2016 bei Songs an einem Sommerabend aufgenommen.

Seit 40 Jahren kämpft Konstantin Wecker gegen Faschismus. Die Ausschreitungen in Chemnitz 2018 zeigten ihm, dass in Deutschland die Nazi-Ideologie aufkeimt: „Mit Erschrecken muss ich feststellen, dass auch meine älteren Lieder gegen rechte Gewalt, Fremdenhass und Unmenschlichkeit so aktuell sind wie nie.“

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Ein Teil des Erlöses wird der Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a.) gespendet.

Shekib Mosadeq übersetzte und sang auf Farsi Empört euch und Bella Ciao.
Produktion

Jo Barnikel übernahm die Arrangements von Ich habe Angst und Bella Ciao. Produzent des Albums war Florian Moser, Stefan Gienger übernahm die Tontechnik. Die Aufnahmen fanden im September 2018 im Mastermixstudio Unterföhring statt.

Das Titelfotos des CD-Covers stammt von Dominik Beckmann, für Grafik und Design war Uwe Liesmann zuständig. (Quelle: wikipedia)

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Lieder gegen den Wahnsinn:

Es ist mehr als ein Weckruf, es ist ein Aufschrei. Seit 40 Jahren kämpft Konstantin Wecker mit seinen Liedern gegen drohenden Faschismus. Doch die Vorfälle in Chemnitz machten dem Münchner Liedermacher deutlich, dass sein Heimatland von keinem Rechtsruck betroffen ist, sondern von einem Aufkeimen der Nazi-Ideologie: „Mit Erschrecken muss ich feststellen, dass auch meine älteren Lieder gegen rechte Gewalt, Fremdenhass und Unmenschlichkeit so aktuell sind wie nie“, so der Sänger und bekennende Pazifist, der mit dem Satz großgeworden ist: „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“ Aus diesem Grund entschloss sich Konstantin Wecker 16 seiner antifaschistischen Lieder auf der aktuellen CD „Sage Nein!“ zu vereinen. Darauf finden sich unter anderem die erste Version des Wecker-Kultliedes „Willy“ sowie eine ganz neu eingespielte Aufnahme der Zwiesprache mit seinem Freund, der einst von Neonazis erschlagen wurde.

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Neben dem ebenso brandneuen Song „Das Leben will lebendig sein“ bilden Klassiker wie „Sage nein!“, „Vaterland“, „Die weiße Rose“ und „Ich habe Angst“ eine starke Mischung antifaschistischer Wecker-Lieder, die den Menschen Mut machen sollen. Mut, um aufzustehen, sich einzumischen, Mut, zu widerstehen. Es sind Lieder, die gegen Ängste, Resignation und gegen den bedrohlichen Nazi-Wahnsinn anklingen. Ton für Ton, Wort für Wort. Die CD, aus deren Erlösen auch der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a.) gespendet wird, ist für nur zehn erschwingliche Euro erhältlich. Auch damit leistet der Musiker einen Beitrag, dass noch mehr Menschen erreicht werden können, die ganz einfach Nein sagen. (Quelle: wecker.de)

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Vermutlich sind Konstantin Wecker und seine nachdenklichen, rebellischen, antifaschistischen Lieder in der heutigen Zeit relevanter denn je. Er weiß sehr wohl, dass er mit seinen Texten nur diejenigen erreicht, bei denen die Worte ohnehin auf fruchtbaren Boden fallen. Um so höher ist es im anzurechnen, dass er nicht aufgibt. Unermüdlich erzählt er aus seinem Leben, von dem friedvollem Vater, der ihm so viel mitgegeben hat, von eigenen Erfolgen und Niederlagen.

Der Song „Willy“ hätte Konstantin Wecker fast zum Verhängnis werden können. Weil er damit in eine Ecke gestellt wurde, die zwar großen Erfolg brachte, ihn aber musikalisch sehr einengte. Protestsongs ja – doch Weckers Devise war es immer, sie mit romantischen Liedern zu verknüpfen. Poesie und Widerstand. Wut und Zärtlichkeit. So gab es die ruhigen Chanson-Alben mit Wurzeln in Italien und Südfrankreich, die in Weckers mittlerer Lebensphase manche Fans verprellten, inzwischen aber doch so deutlich zu seinen Livekonzerten hinzu gehören.

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Nur mal zur Erinnerung: Das brachte uns Deutschen der Faschismus (hier Tote im KZ Buchenwald)

Auf „Sage Nein! Antifaschistische Lieder 1978 bis heute“ ist „Willy“ wieder stark vertreten. Der Song rahmt das Album ein: Mit der ursprünglichen Version am Schluss und der 2018er Version ganz am Anfang, die vor allem eine energische Ansprache an die heutige Gesellschaft darstellt und vor internationalen Tyrannen und nationalen Gestalten wie Seehofer und Gauland warnt.

Romantisch wird es auf dem Album nicht, aber melancholisch. Neben dem brandneuen Song „Das Leben will lebendig sein“ bilden Klassiker wie „Sage nein!“, „Empört euch“, „Vaterland“, „Die weiße Rose“ und „Ich habe Angst“ eine starke Mischung antifaschistischer Wecker-Lieder, die den Menschen Mut machen sollen. Mut, um aufzustehen, sich einzumischen, Mut, zu widerstehen. Es sind Lieder, die gegen Ängste, Resignation und gegen den bedrohlichen Nazi-Wahnsinn anklingen. Ton für Ton, Wort für Wort. Auch das Loblied an die Anarchie „Anna R. Chie“ darf nicht fehlen.

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Die CD, deren Erlös zu einem Teil auch der antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a.) gespendet wird, ist für nur zehn erschwingliche Euro erhältlich. Auch damit leistet der Musiker einen Beitrag, dass noch mehr Menschen erreicht werden können, die ganz einfach Nein sagen.

Die Mischung zwischen Neuaufnahmen, Originalen und Live-Mitschnitten ist stimmig. Fanny Kammerlander und Jo Barnikel leisten als Instrumentalisten einen fantastischen Job. Und Konstantin Wecker ist in Topform. Als Bonus gibt es „Bella Ciao“ im weltmusikalische Duett mit Shekib Mosadeq. Und der letzte Song lässt das Album nicht mit einem Knaller enden, sondern mit dem als Volkslied getarnten Trauersong der KZ-Häftlinge „Blümlein stehn am Waldessaum“. Sehr berührend! (musicheadquarter.de)

Und für mich schlicht und ergreifend ein unverzichtbares Album !

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Besetzung:
Jo Barnikel (keyboards, percussion)
Fanny Kammerlander (cello)
Konstantin Wecker (vocals, piano)
+
Shekib Mosadeq (vocals bei 09. + 15.)

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Titel:
01. Willy 2018 – 8:08
02. Sage Nein (2018) – 4:30
03. Das Leben will lebendig sein – 2:09
04. Vaterland – 3:43
05. Die Weiße Rose – 4:35
06. Sturmbannführer Meier – 3:13
07. Stilles Glück, trautes Heim – 2:26
08. Vaterland? (live) – 4:54
09. Empört euch – 6:49
10. Anna R. Chie – 3:47
11. Den Parolen keine Chance – 3:12
12. Das macht mir Mut (live) – 3:06
13. Ich habe Angst – 5:57
14. Willy (Originalversion) – 7:42
+
15. Bella Ciao – 4:46
16. Blümlein stehn am Waldessaum – 2:22

Musik und Texte: Konstantin Wecker

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Mei Willy, jetzt is fast scho a hoibs Jahrhundert her, dass ich in meiner Verzweiflung und Wuat des Lied über dich rausgschrien hab. A halbs Jahrhundert und ich hätt mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können damals, dass das heut wieder so erschreckend aktuell sein könnt.

Woasst os no Willy, damals 68 habn ma hauptsächlich die oidn Nazis aufspürn woiln, die immer no fett in ihre Vorstandsetagen oder in christlich sozialen Parteien ghockt san und Herrn Frahm -unsern Willy Brandt – Vaterlandsverräter gschimpft habn, weil er eben koa Nazi gwesen is, da Willy.

Und heit?

Du werst as ned glaubn, du konnst as ned glaubn Willy – heit drucka die neuen Nazis ins Parlament und erklären die unmenschlichste Epoche der Menschheitsgeschichte zu einem Vogelschiss in Anbetracht der 1000jährigen erfolgreichen Geschichte des deutschen Volkes.

Hähhh?

1000 Jahre deutsche Geschichte? Da sind dem Herrn Gauland wohl die Wahnvorstellungen seines Führers dazwischengekommen.

Ja, es gab dann einen Aufschrei hier und da – aber der is ja eh kalkuliert von denen, dann gibst eine halbherzige Entschuldigung und es war ja „alles nicht so gemeint“ und das wars dann – denn die potentiellen Faschisten des Landes sind ja erreicht worden mit dieser kalkulierten Ungeheuerlichkeit.

Was is passiert Willy? Wia hat des jemals soweit komma kenna?

Warn mia alle zu behäbig, zu eingeigelt in unser sattes Weltbild? In den Kokon unserer Selbstsicherheit gute Demokraten zu sein?

Währenddessen hat sich der Kapitalismus wie ein Monster auf die Menschheit gestürzt um alle die zu verschlingen, die keine „Leistungsträger“ sein können oder wollen, nicht wirklich rücksichtslos genug sind, nicht wirklich ellbogig genug um alles niederzuwalzen was sich ihnen in den Erfolgsweg stellt.

Neoliberalismus heißt diese Monster, das es geschafft hat uns einzureden, dass wir all das aus freiem Willen tun, was das Monster mästet, was dieser Hydra immer wieder neue Köpfe wachsen lässt und damit einen kleinen Prozentsatz der Menschheit immer reicher und gieriger macht und alle anderen in tiefste Verunsicherung, Verarmung, Verzweiflung stürzt.

Was is passiert Willy???

Alle zwei Sekunden wird ein Mensch auf dieser unserer Erde zur Flucht gezwungen.

Einer von 110 Menschen weltweit ist von Flucht und Vertreibung betroffen.

Und neun von zehn Flüchtlingen leben in Entwicklungsländern.

Und vor was fliehen die denn wohl?

Du woaßt as Willy: vor unsere Waffen, vor unseren Finanzspekulationen, vor unserer Ausbeutung der Erde auf der sie leben!

„Wenn man sich die europäische Geschichte ansieht“, schreibt der von mir geschätzte Philosoph Jürgen Wertheimer, „wirkt es weit eher so, als seien wir die Erfinder eines Perpetuum mobile der Kriege, die wir seit Jahrtausenden in allen Variationen durchdeklinierten.

Und in die Welt hinaustrugen.

Die europäische Kolonisation erfasste die gesamte Welt und stellt eine einzige „Grenzüberschreitung“ der Außengrenzen anderer Länder dar.

Und jetzt rufen ausgerechnet wir nach strikter Wahrung und Sicherung unserer Außengrenzen – nachdem wir über Jahrhunderte das Gefüge der Welt aus dem Lot gebracht haben… Bei all dem berufen wir uns gebetsmühlenartig auf unsere „christlich-abendländischen“ Werte – die nota bene allesamt orientalischer Herkunft sind. Jedenfalls wüsste ich nicht, dass die Bibel und das Neue Testament in Tübingen, Gelsenkirchen oder Straßburg geschrieben wurden.“

Was ist nur geschehen seit jener großartigen Bürgerbewegung der „Willkommenskultur“, die uns hoffen ließ, dass der Neoliberalismus doch nicht den letzten Rest von Mitgefühl aus den Herzen der Menschen verjagt hat? Ein eigentlich völlig selbstverständliches Mitgefühl für gejagte, verfolgte, hungernde, gepeinigte, verletzte Menschen, das nur psychisch völlig verrohten und gestörten Wesen nicht zu eigen ist. Und natürlich ideologisch Verblendeten, die ihr ach so gut durchdachtes starres Weltbild scheinbar aus freiem Willen wie eine Zwangsjacke über alles Lebendige ziehen.

Gewissenlose Potentaten, die schnell die Chance erkannten, ihre bröckelnde Machtposition wieder zu festigen, schlugen erbarmungslos zu: mit Parolen und Fake News, mit vorgeschobener Bürgernähe und fahnenschwenkendem Unsinn. Sie wussten wohl, was für Ängste in den von einem gnadenlosen Kapitalismus verunsicherten BürgerInnen lauerten und weckten den Leu, der in allen Verängstigten lauert: Denn wer seine Identität nicht in seinem tiefsten Selbst wahrnehmen kann, sucht sich Identität bei „Identitären“. In etwas „Größerem“, “Hehren“ – in Volk, Nation und Vaterland.

Wir waren auf einem guten Weg, diesen gefährlichen, ja tödlichen Wahn zu besiegen. Haben wirs versaut???

Gaulands „Vogelschiss“ ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, das schon vorher bis zum Rand gefüllt war mit Herzlosigkeit und Verharmlosung der Nazi-Diktatur. Es wird Zeit, dass wir dafür sorgen, dass die braune Brühe nicht noch weitere Landstriche überschwemmt.

Vielleicht erscheint der Widerstand vielen sinnlos. Und mancher mag sich sagen: „Was kann ich denn schon tun, alleine, ohne Gleichgesinnte?“Denen gilt es nun Mut zu machen, denn die mit dem Herzen denken sind – und da bin ich mir sicher – immer noch in der Überzahl. Aber schrecklich verunsichert und vor allem: nicht annähernd so lautstark.

Nach wie vor glaube ich, dass eine spirituelle Revolution am Wachsen ist, und mir kommt dieses ganze Machogehabe verunsicherter Männlein wie Trump, Erdogan, Putin, Kim, Orban, Gauland, Strache, Kurz und Söder und wie sie alle heißen mögen wie das – hoffentlich! – letzte große, fast verzweifelte Aufbäumen des Patriarchats vor.

Nicht jeder, der jetzt begeistert den Neofaschisten, Identitären und Nationalisten hinterherhechelt ist ein Nazi. Aber: sie haben sich in ihrer zunehmenden Blindheit die Nazibrille aufsetzen lassen von den Höckes und Straches und Salvinis und Le Pens.

Lassen wir uns von ihnen nicht ins Bockshorn jagen. Lassen wir uns nicht verführen von den sogenannten „Führern“.

Widerstehen wir mit all dem, was uns als menschlichen Wesen gegeben ist an Mitgefühl und Verstand, Poesie und Zärtlichkeit!

Lassen wir uns nicht entmutigen! Deutschland weint, wenn Mexiko im Fußball gewinnt und schaut weg, wenn 600 Flüchtende im Meer ausharren und Italien die Häfen dicht macht.

Danke den Spaniern und den 2.320 Helfern, die am Hafen von Valencia bereitstanden, um die Menschen aufzunehmen.

Jeder einzelne von ihnen ist wertvoller für eine menschliche Gesellschaft als Ihr unmenschliches Taktieren, Herr Seehofer!

Gestern habns an Willy daschlagn, aber heit halt ma endlich zamm.

Martin Böttcher – Deutsche Filmkomponisten (Folge 1) (2000)

FrontCover1.jpgDa kann so ein oller Knabe wie ich schon arg sentimental werden:

Martin Hermann Böttcher (* 17. Juni 1927 in Berlin; † 19. April 2019[1]; Pseudonyme: Michael Thomas, Renardo) war ein deutscher Filmkomponist, Dirigent und Arrangeur. In einem Zeitraum von über 60 Jahren verfasste er die Musik zu mehr als 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen. Große Bekanntheit und Charterfolge erlangte Böttcher in den 1960er-Jahren durch seine Musik zu den Karl-May-Verfilmungen.

Martin Böttcher ist Urenkel eines Weimarer Hofkapellmeisters und erwarb schon früh durch Klavierunterricht musikalische Kenntnisse. Zunächst wollte er indes Pilot werden. Knapp 17 Jahre alt, wurde er im Krieg bei der Luftwaffe ausgebildet. Zu einem Einsatz kam es aber aus Mangel an Treibstoff nicht mehr. Während der Kriegsgefangenschaft gelang es Böttcher, eine Gitarre zu organisieren und autodidaktisch das Gitarrenspiel zu erlernen. Wegen eines Unfalls mit Schädelbasisbruch und Gehörnerv-Quetschung war Martin Böttcher auf dem linken Ohr taub.

MartinBöttcher2.jpgNach der Entlassung aus der Gefangenschaft führte ihn der Weg nach Hamburg. Dort spielte Martin Böttcher Gitarre unter Alfred Hause und Franz Thon im von Willi Steiner neu formierten Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks, das selbst im Big-Band-verwöhnten England mit Hochachtung erwähnt wurde. Nebenbei eignete sich Böttcher sein musikalisches Rüstzeug bei Generalmusikdirektor Richard Richter und auf dem Gebiet der U-Musik bei Kurt Wege an. Auch spielte er in den kleinen Besetzungen von Kurt Wege und Günter Fuhlisch, bei Benny de Weille und Helmut Zacharias.

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Bei der Soundtrack EP zu demFilm „Die Halbstarken“ spielte ein Herr H. Last den Bass …

Seine bevorzugte Musikgattung war zunächst der Jazz, wo es Martin Böttcher schaffte, als Gitarrist zur Nummer 2 beim deutschen Jazz-Poll aufzusteigen. Schon in dieser Zeit sammelte er Erfahrungen als Arrangeur bei Filmkomponisten wie Michael Jary oder Hans-Martin Majewski, für den er Teile der Musik zum Film Liebe 47 arrangierte.

Bereits ab 1946 schrieb Böttcher Arrangements. 1954 nahm er Abschied vom NWDR und wechselte vom Notenpult zum Skizzenpapier. Dank Produzent Artur Brauner debütierte Böttcher 1955 mit der Musik zur Militärsatire Der Hauptmann und sein Held. Seine zweite Filmmusik schrieb er zu einem Meilenstein des deutschen Films der Nachkriegszeit: Die Halbstarken (1956) von Georg Tressler, in der Hauptrolle Horst Buchholz. Es spielte seine eigens hierfür gegründete Formation Mister Martin’s Band, in der Musiker wie der Klarinettist Fatty George, der Vibraphonist Bill Grah, der Posaunist Ernst Mosch und, noch als „Hans Last“, der Bassist James Last mitwirkten.

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Martin Böttcher mit Romy Schneider, 1959

Für Hans Albers schrieb Martin Böttcher drei Lieder in 13 kleine Esel und der Sonnenhof (1958), ebenso die Musik für Heinz Rühmanns Pater-Brown-Filme Das schwarze Schaf und Er kann’s nicht lassen. In Max, der Taschendieb fand die zuvor unter dem Pseudonym „Michael Thomas“ geschriebene und nach kurzer Zeit weltberühmt gewordene Melodie Hawaii Tattoo Verwendung, die später auch in die amerikanischen Billboard-Charts aufstieg.

Daneben schrieb Böttcher Chansons für Françoise Hardy, Romy Schneider, Peggy March, Elisabeth Flickenschildt und andere. Am 6. Februar 1960 nahm Martin Böttcher an der deutschen Endausscheidung zum Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne mit dem Titel Oh, wie schön teil. Den Titel sang der belgische Entertainer Tony Sandler, der später in Las Vegas Karriere machte. Das Lied schlug sich achtbar auf einem vorderen Platz, es gewann allerdings „Bonne nuit, ma cherie“ von Wyn Hoop vor Wir wollen niemals auseinandergehn von Heidi Brühl. Der Titel von Wyn Hoop wurde dann im eigentlichen Grand Prix Eurovision Vierter.

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Martin Böttcher mit Pierre Brice

Im Jahr 1967 produzierte Oswalt Kolle den ersten Aufklärungsfilm Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe in Deutschland. Martin Böttcher wurde mit der Komposition der Musikuntermalung beauftragt. Die Titel lehnte dann der wissenschaftliche Berater des Films, der Sexualforscher Hans Giese, als „nicht unterkühlt genug“ ab (er befürchtete, dass sich das männliche Publikum zu unzüchtigen Handlungen hinreißen lassen könnte). Die Musik ging aber nicht verloren. Kolle verwendete sie als Hintergrundmusik für seine Hörplatte Das Wunder der Liebe, und das Titelthema Wonderland of Love wurde ein oft verwendeter Titel auf Sampler-Platten von Martin Böttcher.

Autogrammkarten

Autogrammkarten

Anfang der 1960er Jahre beauftragte der Rialto-Film-Chef Horst Wendlandt den Komponisten mit Filmmusiken für seine Edgar-Wallace-Reihe. Mit seiner Musik für die ebenfalls zu jener Zeit von Rialto Film produzierten Karl-May-Verfilmungen avancierte Martin Böttcher in den 1960er Jahren zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten. Zu insgesamt zehn Karl-May-Kinofilmen komponierte er die Musik, außerdem in den 1970er Jahren zur 26-teiligen ZDF-Karl-May-Serie Kara Ben Nemsi Effendi. „An dem Erfolg des Films ist zur Hälfte die Musik beteiligt“, schrieb ein Kritiker nach der Uraufführung von Der Schatz im Silbersee. Die Musikstücke werden als Medley in den 1970er und 1980er Jahren mehrfach in den damals populären Musik- und Galashows des Fernsehens wie Musik ist Trumpf gespielt und zu dieser Zeit erstmals auf Samplern herausgebracht. Auch heute noch ist die Karl-May-Filmmusik erfolgreich und wird immer wieder in Coverversionen oder auf CDs herausgegeben.

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„Für mich war es eine besonders schöne Zeit, als ich die Musik zum Schatz im Silbersee und all den anderen Filmen komponieren durfte. Es hat wahnsinnig viel Freude gemacht – nicht nur, weil mir die Melodien so viel Erfolg brachten, sondern weil die Filme meiner Mentalität entgegenkamen. Das Grundmotiv war die Freiheit und die Ungebundenheit des Menschen. Ich musste nicht lange überlegen, bis mir die passenden Noten einfielen, die Musik kam aus dem Bauch. Vielleicht ist sie gerade deshalb so ein Erfolg geworden.“

Mit dem Kinosterben Ende der 1960er Jahre verlegte Martin Böttcher seinen Wirkungskreis verstärkt auf das Fernsehen. So ertönte in der allerersten Krimiserie, die im frisch gegründeten ZDF lief, Das Kriminalmuseum, als Titelmelodie eine Böttcher-Komposition. Es folgten in den 1960er Jahren die Serien Gertrud Stranitzki und Ida Rogalski mit Inge Meysel und in den 1970er Jahren eine Vielzahl weiterer Musiken, wie die zur Krimiserie Sonderdezernat K1, 1977 zu 13 Teilen der Serie Es muß nicht immer Kaviar sein mit Siegfried Rauch, 1994 zu 26 Teilen der Serie Air Albatross oder für diverse Episoden von Der Alte und Derrick, z. B. die Salzburg-Melodie aus der Derrick-Episode Ein Koffer aus Salzburg von 1975. Böttcher komponierte seither regelmäßig für Fernsehserien, zuletzt für Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer. Insgesamt schrieb Böttcher die Musik zu 56 Spielfilmen und rund 400 Fernsehspielen und -serien.

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Am 17. Mai 1996 wurde die Komposition Friedensmelodie im Rahmen der Radebeuler Karl-May-Festtage im Rahmen eines Benefizkonzertes für das Kinderkrankenhaus in Mostar live uraufgeführt.

Die deutsche Gruppe Superboys erreichte am 12. September 1998 den ersten Platz in der ZDF-Hitparade mit einer Adaption der Winnetou-Melodie unter dem Titel Wish U Were Here – wünscht’, Du wärst bei mir. In Tschechien erhielt im März 2000 eine Coverversion mit dem Titel Vinetů der Gruppe Těžkej Pokondr aus dem Album Vypusťte Krakena Doppel-Platin. Ein weiterer Erfolgstitel der Gruppe war der Titel Vontové, eine Gesangsfassung der Old-Shatterhand-Melodie auf dem Album Ježek v peci. (Quelle: wikipedia)

Von all seinen Ehrngen ganz zu schweigen.

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Martin Böttcher mit Mario Adorf

Vermutlich hätte es ihn gefreut, dass der Bayerische Rundfunk ihm auf ihrer Klassik-Seite im web einen Nachruf schenkt:

Er war einer der ganz Großen der deutschen Unterhaltungs-, Fernseh- und Filmmusik. Unverkennbar ist seine kompositorische Handschrift, unverwechselbar sein Sound: Die Melodien seiner Winnetou-Filmmusiken sind legendär. Martin Böttcher hat die Musik zu über 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen geschrieben. Am 19. April ist der Komponist im Alter von 91 Jahre gestorben, wie BR-KLASSIK aus engem Familienkreis erfahren hat.

Die Melodien der Winnetou-Filmmusiken kennt jeder, das gilt auch für viele seiner Fernsehmusiken, die ihn gewissermaßen in jedes deutsche Wohnzimmer brachten: „Sonderdezernat K1“, „Forsthaus Falkenau“, „Pfarrer Braun“. Martin Böttcher erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande, der „Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award“ und die Ehrenmitgliedschaft in der US-amerikanischen Max Steiner Society – neben Benny Goodman, Frank Sinatra und anderen.

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Martin Böttcher im Studio (60er Jahre)

Die musikalische Heimat des 1927 in Berlin geborenen Urenkels eines Weimarer Hofkapellmeisters war der Jazz. Kurz vor Kriegsende wurde er noch zur Luftwaffe eingezogen und auf dem raketenangetriebenen Abfangjäger Messerschmidt Me 163 „Komet“ ausgebildet. Zum Fliegen kam er nicht mehr, aber die Fliegerei blieb einer seiner Leidenschaften. In der Kriegsgefangenschaft begann er mit dem Gitarrenspiel, übte jeden Tag an die 16 Stunden und begann dann seine professionelle musikalische Laufbahn als Rhythmus-Gitarrist im Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg. Bereits 1952 schrieb er für einen Dokumentarfilm eine erste Filmmusik.

„Vorbilder? Für mich war Henry Mancini ein toller Komponist und Arrangeur.“ (Martin Böttcher)

1954 später verabschiedete sich Martin Böttcher von seinem Tanzorchester und gab die Gitarristentätigkeit auf, um sich am Schreibtisch über dem Notenpapier vornehmlich dem Komponieren und Arrangieren zu widmen. Anders als beispielsweise seine Kollegen Werner Müller und Bert Kaempfert, die sich neben dem Komponieren und Arrangieren auch als Big-Band-Leader profilierten, absolvierte Martin Böttcher eher wenige Live-Auftritte als Orchesterleiter.

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In stetem Fluss komponierte er für den Film. Erste berühmte Titel waren „Die Halbstarken“ und „Endstation Liebe“, beide mit Horst Buchholz in den Hauptrollen, später die Pater-Brown-Krimis mit Heinz Rühmann, eine Reihe von Edgar-Wallace-Thrillern und natürlich die insgesamt zehn „Winnetou“-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker in den Hauptrollen, deren Erkennungsmelodien Martin Böttcher in den 1960er-Jahren internationale Berühmtheit bescherten. Das „Old Shatterhand“-Thema von 1962 stand 17 Wochen lang an der Spitze der Charts und wurde mehr als 100.000 Mal verkauft, damals eine echte Sensation.

Die Reihe der Fernsehmusiken Böttchers ist lang: Sie umfasst noch beliebte Serien wie „Das Kriminalmuseum“, „Gertrud Stranitzki“ mit Inge Meysel, „Es muss nicht immer Kaviar sein“ mit Siegfried Rauch, „Air Albatross“ mit Wolf Roth, „Schöne Ferien“ mit Claudia Rieschel, Simone Rethel und Sigmar Solbach sowie „Pfarrer Braun“ mit Ottfried Fischer.

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In all diesen Film- und Fernsehmusiken kultivierte Martin Böttcher einen Sound, der von großer Originalität und Eigenständigkeit geprägt ist. Es sind einprägsame diatonische Melodien, gepaart mit einer klangsinnlichen Harmonik über kräftigen Basslinien, eingebettet in einen warmen, weichen, volltönenden Gesamtklang. In der Tat dürfte es schwer fallen, ein Böttcher-Stück zu finden, bei dem man nicht schon nach 15 Sekunden die unverkennbare Handschrift des Komponisten erkennen würde. (Quelle_ BR-Klassik)

Hier zum Gedenken ein wunderbarer Querschnitt seines Schaffens … denn er hatte ja weit mehr drauf als „nur'“ all die bezaubernden Winnetou-Melodien zu komponieren … Insbesondere bei seinen Krimi- und Thriller Melodien kann man schon auch ne Gänsehaut kriegen …

Wie gesagt: Da kann so ein oller Knabe wie ich schon arg sentimental werden …

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Titel:

Der Schatz Im Silbersee:
01. Old-Shatterhand-Melodie 3.30
02. Tramp-Melodie 2.45

Winnetou 2. Teil:
03. Winnetou-Melodie 3.08

Der Schut:
04. Schut-Melodie 2.34

Unter Geiern:
05. Old-Shurehand-Melodie 2.31

Winnetou 3. Teil:
06. Banditen-Thema 2.44

Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten:
07. Grand-Canyon-Melodie 3.23

Endstation Liebe:
08. Titelmusik 2.03

Die Halbstarken:
09. Sissy-Blues 2.12

Er kann’s nicht lassen:
10. Pater-Brown-Thema 2.11

Max, der Taschendieb:
11. Moonlight Guitar 2.57
12. Joe’s Melody 2.02

Das Geheimnis der schwarzen Witwe:
13. Die schwarze Witwe (Instrumental) 3.24

Mörderspiel:
14. Opus für Blondinen 2.59
15 Slowly, Slowly 1:47

Wartezimmer zum Jenseits:
16. Serenade für Laura 3.10

Das Ungeheuer von London-City:
17. Doodle Dandy 2.35
18. Walking Jack 2.32

Die Diamantenhölle am Mekong:
19. Midnight In Bangkok 1.42

Der Fälscher von London:
20. Titelmusik 2.47

Der schwarze Abt:
21. Titelmusik 2.32

Die blaue Hand:
22 Titelmusik 2:29

Der Mönch mit der Peitsche:
23. Terrible 1.43

Das Gasthaus an der Themse:
24. Besonders in der Nacht (Instrumental) 1.19
25. Mekka-Blues 1.47

Lange Beine – Lange Finger:
26. Lange Beine – Lange Finger (Instrumental) 2.31

Die Ente Klingelt um 1/2 8:
27. Hauptthema (Single-Version) 2.09

Klassenkeile:
28. Titelmusik 1.54

Dr. Med Fabian – Lachen ist die beste Medizin:
29. Titelmusik 1.48

Willy, der Privatdetektiv:
30. Pst, Willy 2.51

Musik: Martin Böttcher

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Martin Hermann Böttcher (* 17. Juni 1927; † 19. April 2019)

Verschiedene Interpreten – Lieder sind die besten Freunde – Die schönsten Melodien von Ralph Siegel (1983)

FrontCover1Tja, der Ralph Siegel:

Ralph Siegel (* 30. September 1945 in München) ist ein deutscher Musiker, Schlagerkomponist und Musikproduzent.

Ralph Siegel ist eine der prägenden Figuren des Eurovision Song Contest („Grand Prix“) und nahm bisher mit 25 Kompositionen am internationalen Musikwettbewerb teil. Er ist mit über 2000 Titeln bei der GEMA registriert. Er ist Inhaber der Plattenfirma Jupiter Records und der Siegel-Musikverlage.

Ralph Siegel kam als Sohn des Schlagerkomponisten Ralph Maria Siegel und der Operetten-Sängerin Ingeborg Döderlein auf die Welt. Sein Großvater Rudolf Siegel war als Opernkomponist, Dirigent und Generalmusikdirektor in Krefeld tätig.

Schon in frühester Kindheit lernte Siegel verschiedene Instrumente zu spielen, darunter Schlagzeug, Gitarre, Akkordeon und Klavier. Nachdem er in Harmonie- und Kompositionslehre unterrichtet wurde, schrieb er im Alter von zwölf Jahren seine ersten Musiktitel unter dem Pseudonym Peter Elversen.

Ralph Siegel

Ralph Siegel als Knirps

Mit 19 Jahren schrieb er den von Don Gibson gesungenen Hit It’s a Long Long Way to Georgia, der in den amerikanischen Country-Charts bis auf Platz 8 kletterte. Ralph Siegel machte sich ab 1966 einen Namen in der deutschen Schlager-Szene, indem er Titel für bekannte Sänger wie Mary Roos, Heino, Angela Wiedl, Rex Gildo, Michael Holm, Chris Roberts, Costa Cordalis, Mireille Mathieu, Udo Jürgens, Peter Alexander, Roy Black und Marianne Rosenberg schrieb.

1974 gründete er seine eigene Plattenfirma Jupiter-Records. Im selben Jahr nahm Ralph Siegel zum ersten Mal am Finale des Eurovision Song Contest teil. Ireen Sheer sang seinen Titel Bye Bye I Love You und belegte für Luxemburg den vierten Platz. Es folgten weitere Teilnahmen an dem internationalen Musikwettbewerb – bis heute nahm er mit 23 Kompositionen teil.

Besonders erfolgreich war er im Jahr 1975, als er zusammen mit Udo Jürgens die Hits Der Teufel hat den Schnaps gemacht, Geschieden, Ein ehrenwertes Haus und Griechischer Wein produzierte.

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Erfolgreich war Ralph Siegel in den 1970er-Jahren als Produzent der Gruppe Dschinghis Khan, die unter anderem an einem Eurovision Song Contest teilnahm und dabei den vierten Platz erreichte. Es folgten mehrere vordere Platzierungen in den deutschen Musikcharts.

Seinen größten Erfolg feierte Ralph Siegel beim Eurovision Song Contest 1982 in Harrogate, als die Sängerin Nicole mit dem von Siegel komponierten Lied Ein bißchen Frieden den Grand Prix gewinnen konnte. Damit war Siegel nach Klaus Munro, der 1972 mit dem Lied Après toi für Luxemburg siegte, der zweite deutsche Komponist, der bei dem Wettbewerb einen ersten Platz belegen konnte. Zudem erreichte er 1980 (Theater, gesungen von Katja Ebstein), 1981 (Johnny Blue, gesungen von Lena Valaitis) und 1987 (Laß die Sonne in dein Herz, gesungen von Wind) einen zweiten Platz, sowie 1994 (Wir geben ’ne Party, gesungen von Mekado) und 1999 (Reise nach Jerusalem, gesungen von Sürpriz) einen dritten Rang.

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Mit Katja Ebstein & Co. …

Bei seinen letzten Grand-Prix-Teilnahmen für Deutschland im Jahr 2002 mit I Can’t Live Without Music (Corinna May) (Platz 21 von 24) und 2003 mit Let’s Get Happy (Lou) (Platz 11 von 26) war Ralph Siegel weniger erfolgreich. Seitdem schreibt Ralph Siegel auch Titel für Künstler aus anderen Ländern. Im Jahr 2004 nahm er mit It’s a Wonderful Life, gesungen von den Schwestern Ali & Lis, an der maltesischen Vorentscheidung teil, nach einer Niederlage produzierte er aber stattdessen den Beitrag On Again … Off Again, interpretiert vom Duo Julie & Ludwig. 2005 war Siegel mit sechs Liedern beim Malta Song for Europe vertreten, von denen fünf die Top 10 erreichten. Auch in Bosnien und Herzegowina versuchte er sein Glück mit dem von der Sängerin Tinka gesungenen Titel Sometimes I Wish I Were a Child Again.

Bei der deutschen Vorentscheidung im Jahr 2005 wollte Siegel unter dem Pseudonym Mario Mathias auftreten, um ein wertfreies Urteil auf sein Lied zu ermöglichen. Jedoch wurde bereits vor der Sendung bekannt, dass das Lied, das von Nicole Süßmilch und Marco Matias interpretierte A Miracle of Love, von Siegel stammt. Er erreichte den zweiten Platz.

Ralph Siegel

Mit „Dschinghis Khan“

1987 gewann er unter dem Pseudonym „Peter Elversen“ die deutsche Vorentscheidung, ein Pseudonym, das er seit Jugendtagen nutzt. Weitere bekannte Pseudonyme sind Werner Zylka, Peter Match und Serge Bonheur.

2006 komponierte er das von Christian Berg geschriebene Musical Lachen! – Die Zeit der Clowns, das am 12. Juli in Cuxhaven uraufgeführt wurde.

2010 machte Ralph Siegel eine Prostata-Krebserkrankung öffentlich, nachdem er seit 2007 daran erkrankt war.[1] In dieser Zeit entzog sich Ralph Siegel den Medien sehr, trat aber 2010 pünktlich zu seinem 50-jährigen Komponistenjubiläum[2] unter anderem auch mit seinem neuen Künstler Marcus Kuno wieder öffentlich in Erscheinung[3] und produzierte für ihn im hauseigenen Tonstudio den Titel Flieg mit mir zum siebten Himmel[4] mit seinem Texter-Freund Bernd Meinunger.

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Mit Lena Valaitis

Die meisten seiner Titel schrieb Ralph Siegel mit dem Texter Bernd Meinunger. Unter dem Pseudonym John O’Flynn schrieb dieser auch erfolgreich englischsprachige Texte, unter anderem für die estnische Gruppe Vanilla Ninja, aber auch für Chris Norman, die Bellamy Brothers oder das Projekt E-Rotic.

Im Mai 2014 trat er erstmals nach 1982 wieder auf einer Eurovision-Song-Contest-Bühne auf und begleitete seine Protagonistin Valentina Monetta am Klavier.[5] Für den Eurovision Song Contest 2015 schrieb und komponierte er den Song für San Marino. Bei dem Wettbewerb „Die Stimme von Morgen“ suchte Siegel 2015 neue Künstler und entdeckte dabei Julia Kollat (Schlaflos wegen dir), die Siegerin, sowie den zweitplatzierten Maurice Zappe (Willkommen im Kopf).[6] Beim deutschen Vorentscheid Unser Lied für Stockholm für den Eurovision Song Contest 2016 trat Laura Pinski mit Siegels Komposition Under the Sun We Are One an und wurde Vierte.

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Mit Nicole und dem Texter Bernd Meinunger

In erster Ehe war Ralph Siegel 1975 mit der Slowakin Dunja Siegel verheiratet, woraus die zwei Töchter Giulia Siegel (* 1974) und Marcella Siegel (* 1976) entstammen. Die Ehe wurde 1989 geschieden.

1992 erfolgte mit Dagmar Kögel, geb. Weber die zweite Hochzeit. Aus dieser Ehe entstammt seine dritte Tochter Alana Siegel (* 1996). Das Paar trennte sich 2002.

Seine dritte Ehe mit der Sopranistin Kriemhild Siegel, geb. Jahn, dauerte von 2006 bis zur offiziellen Trennung im August 2014. Die gerichtliche Scheidung erfolgte dann im Jahr 2016.

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Ralph Siegel nach einem Gespräch mit seinem Vermögensverwalter …

Auf dem Münchner Oktoberfest lernte er 2015 die Schweizer Musikmanagerin Laura Käfer kennen. Die 4. Hochzeit erfolgte im September 2018. Nach 3-jähriger Beziehung heirateten sie in der Kirche Grünwald bei München. In die Ehe bringt Laura Siegel Stieftochter Ruby Siegel (* 2000) geb. Käfer.

Wegen der stetigen Teilnahme der von Ralph Siegel geschriebenen Songs am Eurovision Song Contest wurde auch Kritik an ihm laut. Bemängelt wurde, dass die Musik von Siegel eine Bevorzugung erfahre, die zu einer Verarmung und Verflachung des Wettbewerbs führe. Seit dem Gewinn eines parodistischen Titels von Guildo Horn im deutschen Vorentscheid des Jahres 1998 scheint diese Kritik jedoch entkräftet zu sein.

Michael Hanfeld, Medienjournalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schrieb 2009 über Siegel:

„Stefan Raab hat für Deutschland auf der internationalen Fernsehmusikbühne mehr geleistet als Ralph Siegel mit seinen geschätzt 102 Retortenliedern, die stets so klangen, als habe er das Melodienblatt bei Dieter Bohlen aus dem Papierkorb gefischt.“ (Quelle: wikipedia)

Und 1983 spendierte das ZDF dem Ralph Siegel einen Gala-Abend mit seinen „schönsten Melodien“ … ausgestrahlt am 29. September 1983.

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Nun gut … fangen wir mit den positiven Aspekten dieses Doppelalbums an: Ein Teil der Verkaufserlöse soll der Deutschen Krebshilfe zugeflossen sein, jene Organisation, die damals von Mildred Scheel populär gemacht wurde …

Ansonsten hören wir 28 Lieder aus der Feder des Ralph Siegel … und die Creme de la Creme der damaligen deutschen Schlagerszene gaben sich dabei die Türklinke in die Hand.

Und um mal ehrlich zu sein, gäbe es da nicht drei Lieder von der Katja Ebstein (ich weiß, ich hab einen Narren an ihr gefressen) wäre dieses Album wirklich extrem harteKost … ich sag da nur Nicole und Dschinghis Khan.

Andererseits haben wir ja die Karwoche und da tut Buße gut … wer also einiger seiner Sünden abbüssen will … kann sich dieses Album anhören.

Ich für meinen Teil hab meinen Teil dazu beigetragen … Aber weitere Bußaktionen mit Ralph Siegel sind erstmal gestrichen.

Aber natürlich kommt man nicht umhin, festzustellen und zu akzeptieren, dass der Ralph Siegel eine der zentralen Figuren der deutschen Schlagerwelt in all den vergangenen Jahrzehnten war.

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Titel:
01. Ralph Siegel und Chor: Lieder sind die besten Freunde (Siegel/Kunze) 1.14
02. Nicole: Ein bißchen Frieden (Siegel/Meinunger) 3.04
03. Katja Ebstein: Theater (Siegel/Meinunger) 2.48
04. Dschinghis Khan: Rom (Siegel/Meinunger) 5.51
05. Lena Valaitis: Johnny Blue (Siegel/Meinunger) 3.02
06. Peggy March: La Provence (Siegel/v.Schneckendorff) 4.19
07. Peter Alexander: Feierabend (Siegel/Meinunger) 3.28
08. Karel Gott: Babička (Siegel/Meinunger) 3.49
09. The Hornettes: Mannequin (Siegel/Meinunger) 2.56
10. Peter Alexander: Und manchmal weinst du sicher ein Paar Tränen (Siegel/Behrle) 3.56
11. Katja Ebstein: Was hat sie, das ich nicht habe (Siegel/Meinunger) 2.56
12. Roy Black: Sand in deinen Augen (Siegel/Hertha) 3.58
13. Ireen Sheer: Goodbye Mama (Siegel/Loose) 3.01
14. Dschinghis Khan: Dschinghis Khan (Siegel/Meinunger) 3.02
15. Michael Schanze und die Fußball-Nationalmannschaft: Ole Espana (Siegel/ Meinunger) 3.36
16. Dschinghis Khan: Moskau (Siegel/Meinunger) 5.26
17. Rex Gildo: Fiesta Mexicana (Siegel/Holm) 3.06
18. Peggy March: Einmal verliebt – immer verliebt (Siegel/Bauer/Jung) 2.51
19. Chris Roberts: Ich mach ein glückliches Mädchen aus dir (Siegel/Hertha) 2.40
20. Peter Alexander: Steck dir deine Sorgen an den Hut (Siegel/Kunze) 3.12
21. Katja Ebstein: Abschied ist ein bißchen wie sterben (Siegel/Meinunger) 3.58
22. Nicole: Ich hab‘ dich doch lieb (Siegel/Meinunger) 3.48
23. Chris Roberts: Du kannst nicht immer 17 sein (Siegel/Hertha) 3.44
24. Rex Gildo: Marie, der letzte Tanz ist nur für dich (Siegel/Holm) 3.12
25. Ulli Martin: Ich träume mit offenen Augen von dir (Siegel/Jung) 3.37
26. Martin Mann: Meilenweit (Siegel/Holm) 2.36
27. Peter Alexander: Schwarzes Gold (Siegel/Meinunger/Schüler) 3-54
28. Dschinghis Khan: Loreley (Siegel/Meinunger) 3.59

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Und wem das noch nicht reichen sollte: Da gibt´s dann noch z.B. diese Box mit 14 CD´s + einer DVD…