Verschiedene Interpreten – In Hamburg sagt man tschüss (2013)

FrontCover1Vor vier Jahren war ich mal in Hamburg.  Und da wollte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, einen Rundgang durch St.Pauli bzw. die Reeperbahn zu unternehmen. Und so schlenderte ich auch an dem Lokal „Zum Silbersack“ vorbei, aber erst im „St. Pauli Museum“ erfuhr ich dann ein wenig mehr über dieses Lokal:

„Zum Silbersack ist eine Kneipe in St. Pauli in der Nähe der Reeperbahn.

Gegründet wurde das Lokal 1949 vom Ehepaar Erna und Friedrich Thomsen in Hamburg-St. Pauli auf einem Trümmergrundstück nahe der Reeperbahn. 1958 starb Friedrich Thomsen, Ehefrau Erna führte den Betrieb nun alleine weiter. Die Gaststätte wurde bald zu einer Kult-Kneipe. Auch Prominente wie Heinz Rühmann, Curd Jürgens, Hans Albers, Freddy Quinn und Hildegard Knef gehörten zu den Gästen.

Am 9. Mai 2012 starb Erna Thomsen im Alter von 88 Jahren an Herzversagen und der

ErnaThomsen

Erna Thomsen

„Silbersack“ wurde geschlossen, da weder Sohn Gerd Thomsen, noch die in Schottland lebende Schwester Heidrun Thomsen die Kult-Kneipe weiterführen wollten.

 

Stammgäste, Anwohner, die Interessengemeinschaft St. Pauli, der St. Pauli Bürgerverein von 1843 und sogar das Bezirksamt Hamburg Mitte und eine Facebook-Initiative mit bald mehr als 1.300 Mitgliedern setzten sich für einen Erhalt ein. Durch Vermittlung des Bezirksamtsleiters Andy Grote wurde die Kneipen-Immobilie mit dazugehörigem Wohngebäude an die „Freunde des Silbersack GmbH & Co. KG“, eine Gesellschaft von 20 Hamburger Immobilien-Kaufleuten, darunter Andreas Rehberg (Grossmann & Berger), Frank Schmidt (Quantum), Stefan Wulff (Otto Wulff Bauunternehmung) und Andreas Fraatz (Fraatz-Bartels-Unternehmensgruppe), Immobilien-Finanzier Christian Holle um geschätzte eine Million Euro verkauft.

Der „Silbersack“ wurde neu verpachtet. Pächter ist der Dortmunder Dominik Großefeld, der 2010 als Mitarbeiter in der Kneipe begann und als Ziehsohn der verstorbenen Silbersack-Wirtin gilt. Er hat mit der neuen Eigentümergruppe einen Vertrag über 10 Jahre mit Option auf weitere 10 Jahre geschlossen.

Silbersack
Das Gebäude mit seiner farbenfrohen, ungewöhnlichen Fassade wurde von verschiedenen Künstlern abgebildet, darunter dem Hamburger Szenemaler 4000, der den „Silbersack“ für seine St. Pauli-Serie malte. (Quelle: wikipedia)

So weit so gut …
Und dann erschien heuer der Sampler „In Hamburg sagt man tschüss“ und liest man sich die Titelliste durch, so kommt man nicht umhin, ein wenig erstaunt zu sein … aber die Erklärung ist eigentlich ne ganz einfache.

Jukebox

Die Jukebox im Silbersack

„Die Geschichte von Erna Thomsen ist gelebte Bundesrepublik. 1949 eröffnete sie mit ihrem Ehemann Friedrich auf einem Trümmergrundstück mitten auf dem Kiez ihre Kneipe Zum Silbersack. Ein Hafen für die Menschen auf St. Pauli, ein Anker für die Gestrandeten der Nacht. Nur neun Jahre nach dem Start starb ihr Weggefährte, und Erna betrieb das Lokal alleine weiter. Mit Hirn, mit Herz und mit Musik.

Die Jukebox, die die legendäre Wirtin mit ihren Lieblingshits bestückte, ist ebenso wie der Silbersack selbst ein ursprüngliches Stück Hamburg, das es zu bewahren gilt. Zu Ehren von Erna Thomsen, die am 9. Mai 2012 im Alter von 88 Jahren starb, veröffentlicht Sony Music nun eine CD mit den favorisierten Songs aus der Musikkiste, die den Schankraum in der Silbersackstraße 9 ein ums andere Mal mit nostalgischem Charme auflud. Der Titel ist schnörkellos wie der Kiez (nur leider in Hamburg-untypischer Orthografie): „Silbersack – in Hamburg sagt man Tschüss!“

Zu den 22 Nummern, mit denen Erna Lebewohl gesagt wird, gehört auch das „Silbersack Lied“ von Jens Rainer Kalkmann. „Mit sicherer Hand lenkt sie ihr Schiff und hat das Ruder fest im Griff“, wird die Tresenfrau da zum Schunkelsound besungen. In ähnlichem akustischen Fahrwasser bewegt sich Vorzeige-Hamburger Jan Fedder mit den Big Balls und der Feierhymne „Rum aus Jamaika“. Das Retro-Gemüt munter ins Schwingen bringen Gottfried & Lonzo mit „Hamburg ’75“. Und auch mit Nummern von Rolf Zuckowski, Heidi Kabel und Hans Albers, mit „Das Herz von St. Pauli“ und „De Hamburger Veermaster“ wird mächtig ins lokalpatriotische Horn gestoßen. Allerdings gab und gibt es hinter der bunt gekachelten Fassade zwischen Echt- und Bierblumen auch Klänge, die sehnsuchtsvoll in die Ferne locken.

Danke

Adamos „Es geht eine Träne auf Reisen“ oder Elvis‘ „Any Day Now“ dürften bei so manchem, der sich zu später Stunde bei Erna ausheulte, das Fass respektive die Seele zum Überlaufen gebracht haben. Für kleine musikalische Stürme im Schnapsglas wiederum sorgen auf der CD Bill Haley mit seinem „Rock Around The Clock“ oder Bill Ramsey mit seiner Anbagger-Ode „Flotter Dampfer“.

Nach Erna Thomsens Tod war einige Zeit unklar, ob nicht der Zapfhahn trocken bleiben und die Jukebox verstummen wird. Mittlerweile hat sich eine Gruppe von Investoren gefunden, die gemeinsam mit den Erben beschlossen hat, die Leitung der Kult-Kaschemme an den langjährigen Mitarbeiter Dominik Großefeld zu übergeben. So können die Gäste dann weiterhin im Silbersack Gerhard Wendlands Zeilen singen: „Tanze mit mir in den Morgen“. (Hamburger Abendblatt)

Und: mir hat diese skurille Musikmischung (aus der Abteilung: aberwitzig) durchaus gefallen … und aller hanseatischen Klischees zum Trotz – die Liebe zu einer Kneipe und zu einer Stadt, die mehrere Generationen durchs Leben begleitet hat … diese Liebe ist hörbar … und das finde ich großartig !

BookletBackCover1
Titel:
01. Jens Rainer Kalkmann:  Das Silbersacklied  (Kalkmann) 3.01
02. Jan Fedder & Big Balls: Rum aus Jamaika (Gerner/Tölcke) 2.59
03. Gottfried & Lonzo: Hamburg ’75  (Westphal/Böttger) 3.39
04. Rolf Zuckowski: Ich liebe diese Stadt (Mein Hamburg) (Zuckowski) 3.14
05. Hamburg Allstars: Mit der Nase im Wind (Lingnau/Jeske) 3.56 (*)
06. Hildegard Knef: Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hammerschmid/Knef) 3.10
07.  Heidi Kabel: In Hamburg sagt man „Tschüss“ (Lindau/Winterberger) 2.42
08. Hans Albers: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (Roberts) 3.05
09. Liselotte Malkowsky: Das Herz von St. Pauli (Jary/Albers/Gillo) 3.02
10. Lale Anderson: Lili Marleen (Schultze/Leip) 3.31
11. Elvis Presley: Any Day Now (Hilliard/Bacharach)  2.59
12. Bill Haley & The Comets: (We’re Gonna) Rock Around The Clock (Freedman/De Knight)) 2.09
13. Original Nilsen Brothers:  Aber dich gibt’s nur einmal für mich (Pit/Guley) 3.07
14. Margot Eskens: Cindy oh Cindy (Barron/Feltz) 2.46
15. Hannes Priesterjahn und die Hamburger Straßenmusikanten: De Seilerstroot  (Priesterjahn)     2.26
16. Timm Hein: De Hamburger Veermaster (Traditional) 2.52
17. Bill Ramsey: Flotter Dampfer (Gietz/Bradtke) 2.35
18. Connie Francis: Die Liebe ist ein seltsames Spiel (Greenfield/Keller/Siegel) 2.15
19. Peggy March: Mit 17 hat man noch Träume (Korn/Gerig) 2.43
20. Henry Valentino mit Uschi: Im Wagen vor mir (Blum) 3.28
21. Adamo: Es geht eine Träne auf Reisen (Adamo/Blecher) 2.58
22. Gerhard Wendland: Tanze mit mir in den Morgen (Goetz/Hertha) 2.53

CD1
*
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Eine wunderbare Hymne der „Hamburg Allstars“ auf die Hansestadt Hamburg:

 

(*) Gesungen wurde diese Hymne von

Bill Ramsey – Carlo Von Tiedemann – Corny Littmann – Dagmar Berghoff – Heidi Kabel – Inga Rumpf – Jan Fedder – Jasmin Wagner – Karl Dall – Lilo Wanders – Rolf Zuckowski – Udo Lindenberg – Ulrich Tukur – Wilhelm Wieben

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Verschiedene Interpreten – Hits aus der Flimmerkiste 1 (1978)

FrontCover1Also irgendwie ist mir dieses Amiga-Album sehr sympathisch.

Das hat nicht nur damit zu tun, dass man hier Film-Schlager der Marke Asbach uralt hören kann, sondern dass die Amiga Verantwortlichen hier wohl aus der Not eine Tugend gemacht haben.

Vermutlich hatte meinen keinen Zugang zu den Original-Tonspuren (ich habe keine Ahnung, wo die damals lagerten) und so schnipselte man einfach die Tonspur aus den vorhandenen Filmstreifen heraus.

Und so kann man dann auf der Rückeite der LP-Hülle folgendes lesen:

Bei den auf dieser LP veröffentlichten Titeln handelt es sich um den Original Lichtton aus den genannten Spielfilmen, vereinzelte abrupte Anfänge bzw. Schlüsse ergeben sich aus der Filmhandlung.

Da haben also die Tontechniker der Amiga Studios ganze Arbeit geleistet.

Maria Cebotari

Maria Cebotari

Und so hören wir nun jede Menge Schmachtfetzen, ein paar Frivolitäten (natürlich nur zwischen den Zeilen) und ein Wiederhören mit den damals angesagten Stars.

Als da wären:
Heinz Rühmann, Hans Albers, Marlene Dietrich, Marika Rükk, Johannes Heesters, Hans Moser uviele mehr.

Aber dann auch eher unbekannter Künstler wie: Lilian Harvey, Jan Kiepura oder Margot Hielscher („Frauen sind keine Engel“, wie wahr, wie wahr … kicher).

Hereinspaziert … es ist angerichtet … Vorhang auf für nostalgische Klängen aus einer schaurigen Zeit. Ein Titel wie „Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein“ ist ntaürlich Zynismus pur … für das Jahr 1936.

Man konzipierte dieses Album als Nehrteiler, denn Folge 2 und 3 sind dann auc noch erschienen … spricht wohl dafür, dass für diese „ollen Kamellen“ in der damaligen DDR durchaus auch ein Markt vorhanden war.

Und das Cover ist wirklich Klasse !

Margot Hielscher

Margot Hielscher

Titel:
01. Heinz Rühmann & Hans Albers; Jawoll, meine Herrn (Sommer/Gusch) 2.11
02. Marlene Dietrich: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 1.37
03. Paul Hörbiger: Das muß ein Stück vom Himmel sein (Heymann/Gilbert) 1.37
04. Lilian Harvey: Das gibt’s nur einmal (Heymann/Gilbert) 2.18
05. Hans Albers: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (Roberts) 1.09
06. Jan Kiepura: Mein Herz ruft nach dir, oh Marita (Stolz/Marischka) 3.34
07. Marika Rökk: Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder/Schwenn) 1.15
08. Hans Moser:  Reblaus-Lied (Förderl/Marischka) 3.18
09. Lizzi Waldmüller: Laßt den Kopf nicht hängen (Lincke/Bolten-Baeckers) 1.17
10. Joseph Schmidt: Ein Lied geht um die Welt (May/Neubach) 1.50
11. Johannes Heesters: Man müßte Klavier spielen können (Schröder/Beckmann) 2.46
12. Margot Hielscher: Frauen sind keine Engel (Mackeben/Beckmann) 1.11
13. Willi Forst: Ich bin heute ja so verliebt (Schmidt-Gentner/Beckmann) 1.35
14. Ursula Herking & Theo Lingen: Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe (Lincke/Bolten-Baeckers) 1.18
15. Grete Weiser: Ja, ja, das männliche Geschlecht (Grothe/Dehmel) 2.17
16. Hans Moser & Paul Hörbiger: Ich trag‘ im Herzen drin (Profes/Petrak) 2.22
17. Peter Igelhoff: Der Onkel Doktor hat gesagt… (Igelhoff/Richter) 1.45
18. Maria Cebotari: Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein (Mackeben/Beckmann) 2.31
19. Marika Rökk: Sing‘ mit mir (Grothe/Dehmel) 3.17

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Joseph Schmidt

Joseph Schmidt (* 4. März 1904 in Dawideny, österreichisches Kronland Bukowina; † 16. November 1942 im Internierungslager Girenbad oberhalb von Hinwil, Kanton Zürich, Schweiz) war ein österreichischer Opernsänger (lyrischer Tenor). Um 1930 gehörte er zu den bekanntesten Sängern in Deutschland. Nachdem er 1933 als Jude aus Deutschland fliehen musste, gelangte er schließlich in die Schweiz, wo er in einem Lager erkrankte und mangels Hilfeleistungen starb.