Bunte (Zeitschrift) – 2. Juli 1960

TitelUnd wieder mal ein Fundstück der besonderen Art … diesmal aus der Abteilung „Druckerzeugnisse“ der BRD … 1960:

Die Bunte (Eigenschreibweise: BUNTE) ist eine deutschsprachige Illustrierte. Sie wird von Hubert Burda Media herausgegeben. Die erste Ausgabe erschien 1948 unter dem Namen „Das Ufer“. Unter der Leitung von Hubert Burda entwickelte sich die Bunte zur modernen Publikumszeitschrift. Heute ist die Bunte eine der auflagenstärksten deutschen Zeitschriften und eine der populärsten Medienmarken des Konzerns. Die verkaufte Auflage beträgt 479.386 Exemplare, ein Minus von 29,8 Prozent seit 1998. Nach dem Rückzug von Patricia Riekel übernahm Robert Pölzer im Juli 2016 die Chefredaktion.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beauftragten die französischen Behörden Franz Burda, eine illustrierte Zeitschrift zu konzipieren. Daraufhin brachte er 1948 die erste Ausgabe unter dem Namen „Das Ufer“ auf den Markt. Wurde der redaktionelle Teil zunächst von den französischen Behörden bereitgestellt, entstand Anfang der 1950er Jahre eine unabhängige Redaktion. Die Zeitschrift berichtete von Beginn an über verschiedenste gesellschaftliche Ereignisse. 1953 wurde anlässlich der Krönung von Elisabeth II. eine Sonderausgabe in einer Auflage von 100.000 Exemplaren produziert. Die Bildrechte hatte Franz Burda zuvor (gegen den Willen seiner Familie) auf Kredit gekauft. 1954 wurde „Das Ufer“ in „Bunte Illustrierte“ umbenannt. Großformatige Fotostrecken in der Mitte des Blattes, die bereits in Farbe gedruckt waren, bildeten ein wesentliches Element.

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Diverse frühe Ausgaben …

In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich die Bunte zu einer der vertriebsstärksten deutschen Publikumszeitschriften. Bei der Expansion des Blattes spielten auch Zukäufe eine Rolle: 1958 wurde die „Deutsche Illustrierte“ übernommen. 1960 kam die „Münchner Illustrierte“ mit einer Auflage von rund 500.000 Exemplaren hinzu, sodass die „Bunte Münchner Illustrierte“ Anfang 1961 erstmals die Millionengrenze überschritt. Zusätzlich erwarb der Verlag 1963 die traditionsreiche „Frankfurter Illustrierte“, die ebenfalls mit der Bunten zusammengeführt wurde. Fortan hieß das Blatt „Bunte Münchner Frankfurter Illustrierte“. In den 1960er Jahren thematisierte die Bunte neben der High Society immer öfter auch den Wiederaufbau, Kinofilme und Musik. (Quelle: wikipedia)

Und bis heute hat sich die Bunte gehalten …

Hier ein Exemplar vom Juli 1960 … eingebettet/eingezwängt war diese Zeitschrift in die Hülle der „Süddeutschen Lesemappe“ und damit nähern wir uns dem Thema „Lesezirekl“ zu:

Der Lesezirkel ist heute eine Form des Abonnements, bei dem eine Auswahl von Zeitschriften nicht gekauft, sondern für einen bestimmten Zeitraum ausgeliehen oder gemietet wird. Der Turnus der Lieferungen ist meistens wöchentlich. Der größte Kundenkreis der Lesezirkel-Anbieter sind Arztpraxen, Friseursalons und Cafés, in denen die Zeitschriften für die wartenden Patienten und Kunden ausliegen.

In ihrer ursprünglichen Bedeutung waren die Lesezirkel im 18. und 19. Jahrhundert Zusammenschlüsse von Personen, teilweise als Verein, die untereinander Bücher und andere Schriften austauschten. Sie hatten Ähnlichkeit mit den Lesegesellschaften, als deren Vorläufer sie teilweise angesehen werden.

Die Ursprünge des Lesezirkels reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Als ein Vorläufer wird der so genannte Dorfknüppel betrachtet, eine handgeschriebene Schrift, die zu Anfang des 17. Jahrhunderts in der Lüneburger Heide von Haushalt zu Haushalt weitergereicht wurde. Zunächst war das mehrmalige Verleihen von Zeitungen nur ein Zusatzgeschäft von Bibliotheken und Buchhandlungen. Der erste urkundlich belegte deutsche Lesezirkel wurde um 1610 in Kitzingen von dem Postmeister Pankraz Müller gegründet. Zu dieser Zeit hatten die Postmeister das Monopol für den Bezug so genannter Journale. Der Inhalt der zu mietenden Mappe waren handschriftliche Nachrichten aus Zeitungen, und zwar aus Nürnberg, Frankfurt am Main, Wien, Rom, Venedig, Den Haag und Köln. Die Bezieher dieses frühen Lesezirkels waren im Jahr 1614 insgesamt 16 Personen, allesamt Honoratioren des Ortes. Die Mietgebühr betrug einen halben Taler.

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In solchen Wägen wurden dann früher diee Lesemappen transportiert …

Bei den ersten Lesezirkeln durfte sich ein Mitglied nur ein paar Stunden das jeweilige Exemplar mieten. So konnten sehr viele Leser noch möglichst aktuell die Zeitungen lesen.

Im Zeitalter der Aufklärung wuchs allgemein das Interesse an Bildung, das Lesen war erstmals nicht mehr nur auf einen kleinen Kreis Gebildeter beschränkt. Im 18. Jahrhundert erschienen sogar Warnungen vor einer „Lesesucht“. Für viele Bürger war der regelmäßige Erwerb neuer Bücher und Zeitungen aber zu kostspielig, so dass der Gedanke, sich in Lesekreisen zusammenzuschließen, sehr populär wurde. Nur circa ein Zwölftel kostete die Lesemappe im Gegensatz zum Einzelkauf der Publikationen.

Ab 1800 waren die Lesezirkel meist ein Nebenerwerb von Buchhandlungen und Büchereien. Erst ab 1850 entstanden eigenständige gewerbliche Lesezirkel. Doch noch Ende des 19. Jahrhunderts waren im Deutschen Reich von rund 1200 Zirkeln noch etwa 1000 Nebenbetriebe. Auch mussten die Publikationen nicht mehr selber weitergegeben werden, dies wurde ab diesem Zeitpunkt von Boten übernommen. Die Lesezirkel und Lesegesellschaften ermöglichten einen Zugang zur Bildung und Informationen zahlreicher Menschen.

Im Mai 1908 schlossen sich die deutschen Lesezirkel-Anbieter in Leipzig zum Verband der Besitzer Deutscher Lesezirkel zusammen. Das Ziel war die Festlegung einheitlicher Richtlinien für Vertrieb und Werbung. Die Mappen beinhalteten zwischen 19 und 45 verschiedene Titel, je nach Wunsch und Preis.

Während die maximale Verleihdauer sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch bis zu 26 Wochen erstreckte, waren seit den 1980er Jahren sechs und später nur noch vier „Leseklassen“ üblich. Diese Reduzierung beruhte darauf, dass kaum noch jemand an bis zu sechs Monate alten Informationen interessiert war. Ebenfalls in die 1980er Jahre fällt die Einführung von flexiblen Leseprogrammen (auch „Wunschmappe“ genannt). Erstmals konnten sich die Kunden aus einer vorgegebenen Auswahl ihre Zeitschriften selbst zusammenstellen. Auf Grund des logistischen Aufwandes müssen in der Woche zwischen fünf und sechs Zeitschriften abgenommen werden.

Bis in die 1960er Jahre gehörte der Lesezirkel zu den wichtigsten Medienanbietern in der Bundesrepublik. Durch das aufkommende Privatfernsehen trat ein mächtiger Konkurrent auf den Plan. Inzwischen muss sich das Medium „Lesezirkel“ auch noch der Konkurrenz durch das Internet stellen. Laut Angaben des Verbandes Deutscher Lesezirkel sind trotz dieser Konkurrenz die Zahl der Lesemappen und der Umsatz der Branche stabil bis leicht ansteigend.

Lesezirkel gibt es in dieser Form bis heute nur im deutschsprachigen Raum. (Quelle: wikipedia)

Soweit so gut … Dieses Heft bietet u.a folgende Themen an:

  • Die Scheidung von Ingrid Bergmann und Roberto Rossellini (im Artitekl wird davon gesprochen, die Ehe sei „annuliert“ worden … nach meinen Kenntnissen wurde sie schlicht und ergreifend geschieden)
  • Bericht über Adolf Eichmann und die Umstände seiner Festnahme in Buenos Aires
  • Ein Flugzeugabsturz, der verhindert werden konnte (durch eine Frau !)
  • Eine ganz spezielle Aufführung der Oper „Carmen“ (einschließlich eines echten Stiefkampfes)
  • Das Luxusleben eines Ali Khan
  • Die Besteigung des Himalayas durch Schweizer, Österreicher und Deutsche
  • und viele weitere Beiträge aus der Welt der Schönen und Reichen …
  • sowie diverse Rubriken wie Leserbriefe etc.

Nun ja … auch ne Art Opium für´s Volk …

Viel Vergnügen bei diese Reise in das Jahr 1960 ….

(Aufgrund der Heftgröße war ein normaler Scan nicht möglich … da das Heft weitaus größer als DIN ! 4 ist … es blieb mir nichts anderes übrig, als die Kamera zu zücken … von daher entspricht das Ergebnis nicht meinen Vorstellungen … aber …. )

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Und schon damals galt die Devise: Immer feste druff mit der Kamera …

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… das nenn´ ich Heroisierung …. den Stierkampf werde ich wohl nie begreifen …

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Schaut schon eindrucksvoll aus …

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… und die Erde ist ne Scheibe ….

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Leserbriefe zum Thema „Auto-Rennsport“

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War damals wohl so üblich: Die Rückseite des Heftes war dann diversen Witzchen gewidmet

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Vorder- und Rückseite der „Lesemappe“

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Beigelegte Werbung des Fotogeschäftes „Heine KG, Hamburg“, ob die „japanische Kinokamera wohl ein Verkaufserfolg wurde ?

Und schon wieder eine mehr als großartige und großzügige Leihgabe aus dem Antiquariat von Graugans !
Vielen, vielen Dank !!!

 

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