Udo Lindenberg – Live in Leipzig (1990)

FrontCover1Tja, jenes Konzert im Januar 1990 war für Udo Lindenberg wohl ein Heimspiel der besonderen Art:

Nachdem der Oberindianer (Udo brachte Staatsoberhaupt Erich Honecker einmal ein musiklisches Ständchen – „Sonderzug nach Pankow“) der damaligen DDR endlich abdanken mußte und die Mauer fiel, nutzte unser geliebter Oberpaniker die Gunst der Stunde und reiste mit dem etwas verjüngten Panikorchester ( u.a. Lucas Hilbert am Bass, Kieran Hilbert – Gitarre, Karl Allaut – Gitarre, Hendrik Schaper – Keyboards, Frank Oberpichler – Piano und Jean Autret – Schlagzeug + 3 Backinggroundsängerinnen) zu seiner zweiten Paniktour in den damaligen Hammer und Sichel Staat ein. Das Konzert in Leipzig ließ der Altmeister des Deutschrocks gleich für die Ewigkeit mitschneiden. Und das war auch gut so:
Udo bringt eine gute Mischung aus neueren und älteren Panikperlen unter das Volk! Für die Fans aus den 70iger Jahren (in Udos Frischhaltebeutel immer noch jung geblieben) gibt es Cello, alles klar auf der Andrea Doria, Honky Tonky Show, Boogie Woogie Mädchen, Wir wollen doch nur zusammen sein (Mädchen aus Ostberlin). Aber auch die 80iger Jahre kommen nicht zu kurz: Der mit Airplayverbot belegte Song „Die Klavierlehrerin“ ist ebenfalls zu hören wie der Antinazisong „Sie brauchen Lindenberg01keinen Führer“, das flotte „Reeperbahn 90“ oder „Bunte Republik Deutschland“. Die verjüngte Panikband gibt dem Sound einen richtig frischen Panikwind und als dann Udo noch so richtig den Hardrockhammer herausholt in Songs wie „Hallo DDR“ oder „Die Heizer kommen“ (starke Version), wird es einem als alten Panikrockfan so richtig warm um das Herz. Natürlich gibt es dann noch mit „Goodbye Sailor“, „Horizont“, „Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr“ eine ordentliche Portion Herzschmerz dazu. Besonders positiv zu vermerken ist, das Udo viele der Songs in sehr eigenen Liveversionen präsentiert und nicht versucht, Sound und Ablauf der Studioaufnahmen 1 : 1 live zu kopieren.

Fazit:
Ein starkes Livealbum von Udo, das an die Livealben „Livehaftig“ und „Intensivstationen“ anknüpft. Für Lindenbergfans ein Muß und für Neueinsteiger bietet die Scheibe einen klasse Überblick über die Schaffensphase des Panikers in den 70iger und 80iger Jahren. (Daufratshofer)

Neulich meinte ja mal ein treuer Leser dieses blog, bei Udo Lindenberg würde es nicht so richtig losrocken … Da kann ich einfach nicht zustimmen. Man höre sich mal den hammerharten über von „Cello“ zu „Die Heizer kommen“ (der Titel ist Programm !).

Und natürlich gibt´s dann beim Zugaben-Teil jede Menge „Klassiker“ bei denen natürlich auch die Post abgeht.

Zwischendring zelebriert dann der Lindenberg all jene Songs, mit denen er sich seit den 70er Jahren im Hinblick auf die DDR beschäftigt hat.

Booklet03AKleiner Rückblick: in den 80er Jahren faselten die Kommunisten der DKP noch davon, dass die Atomkraftwerke der DDR sicher seien, weil sie vom Volk kontrolliert werden … Und Udo trällerte vom „Sonderzug nach Pankow“.

Und natürlich kommentierte Lindenberg mit dem ihm eigenen Pathos und der ihm eigenen Sprache auch über das Ende der DDR und der Erich Honnecker bekam naürlich sein Fett ab (das Publikum jubelte frenetisch).

Und sein „Ich lieb‘ dich überhaupt nicht mehr“ ist weiterhin ein Paradebeispiel für männliche Verleugungs- und Verdrängungsmechanismen und ist und bleibt ein Klassiker.

Fazit: Eine willkommene Ergänzung mit einen ganz besonderen geschichtlichem Hintergrund … Gänsehaut pur !

Bestellkarte01A

Damit der Rubel rollt …

Besetzung:
Karl „Brutal“ Allaut* (guitar)
Jean Autret (drums)
Kieran Hilbert (guitar)
Lucas Hilbert (bass, vocals bei 14.3.)
Frank Oberpichler (keyboards)
Hendrik Schaper (keyboards, accordeon)
+
Sarah Bennet (background vocals)
Ina Morgan (background vocals, vocals bei 10.)
Judy Tudor (background vocals)
+
Kinderchor Namibia, Leipzig (choir bei 12.)

Lindenberg02
Titel:

01. Cello (Lindenberg) 1.53
02. Die Heizer kommen (Kretschmer/Lindenberg) 3.46
03. Reeperbahn ’90 (Lindenberg) 3.39
04. Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da (Mackeben/Hesse) 1.08
05. Ich lieb‘ dich überhaupt nicht mehr (Lindenberg) 5.32
06. Hallo DDR (Bauer/Lindenberg) 3.38
07. Sonderzug nach Pankow (Warren/Gordon/Lindenberg) 1.06
08. Chattanooga Choo Choo (Warren/Gordon) 0.50
09. Wir wollen doch einfach nur zusammen sein (Mädchen aus Ost-Berlin) (Lindenberg) 3.59
10. Turn Away (Jurischk/Gnauck) 2.43
11. Sie brauchen keinen Führer (Lindenberg/Schaper) 6.48
12. Bunte Republik Deutschland (Lindenberg) 4.27
13. Horizont (Lindenberg/Reszat) 5.07
14. Medley
14.1. Alles klar auf der Andrea Doria (Lindenberg) 1.13
14.2. Honky Tonky Show (Lindenberg/Böttger) 1.51
14.3. Junge, komm‘ bald wieder (Olias/Rothenburg) 1.01
14.4. Die Klavierlehrerin (Lindenberg/Königstein) 1.51
14.5. Boogie Woogie Mädchen (Lindenberg) 3.48
15. Goodbye Sailor (Lindenberg/Schaper) 5.42

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Ahoi

Udo Lindenberg und das Panikorchester – Ball Pompös (1974)

UdoLindenbergFrontCoverIn jenen Jahren beschloß der Udo Lindenberg einfach mal, durchzustarten und auch sein Album „Ball Pompös“ verfehlte diesbezüglich nicht seine Wirkung. Gemeinsam mit seinem Panikorchester und einer Herrschafr von illustren Gäseten (von Olaf Kübler über Jean-Jacques Kravetz, Peter Herbolzheimer, bis hin zu Inga Rumpf und Otto Walkes) schuf er eine weiteres Prachtalbum !
Nach dem ÜberraschungsErfolg ihrer ’73er LP *… Andrea Dorea* legen die „Herren der Panik“ mit Lindis 4. Scheibe einen ersten SuperKracher hin. Die deutsche Rockwelt wird auf den Kopf gestellt, was vor Jahren noch unmöglich schien gehört ab nun zum guten Geschmack: Krautrock mit deutschemText. Udo Lindenbergs lockerlose Textgebungen werden ab nun über eine lange Zeit Germanistan in Atem halten, die Musik des PanikOrchesters Maßstäbe setzen.
Und diese LP brachte anno ’74 alles: schnellen R’n’R wie *Honky Tonk Mädchen*, BlödelSongs a la *Gerhard Gösebrecht*, sanfte Töne *Leider nur ein Vakuum*, ’n Oldie *…von Kopf bis Fuß …*, oder besinnliche Songs *Riskante Spiele*. Ja hier ist kein eiziges Stück in die Hose gegangen. Selbst ein Hitparadenhit hatte  Udo mit *Rudi Ratlos* seinerzeit zu verzeichnen.
Einen echten Einfall hatte Panik-Udo auf *Cowboy-Rocker*: Otto als Motorradfuzzy auf der MotoGuzzi, Inga Rumpf (Atlantis) als Rockerbraut und Charles Bronson als Selbiger 😉 (crimson59)

Und Lindenberg nahm sich schon damals die Freiheit voraus, eine Verbeugung vor Marlene Dietrich zu machen und zwar mit seiner Version von „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ …

LindenbergBöttger

Udo Lindenberg mit Gottfried Böttger (1974)

Besetzung:
Karl Allaut (guitar)
Backi Backhausen (drums)
Gottfried Böttger (piano)
Udo Lindenberg (vocals, drums)
Steffi Stephan (bass)
+
Dieter Ahrendt (drums)
Bernd Bulle (background vocals)
Werner Burkhardt (background vocals)
Bolle Burmeister (saxophone)
Keith Forsey (drums)
Helmut Franke (guitar)
Peter Herbolzheimer (trombone)
Chris Herrmann (trumpet)
Honky Tonky Kinderchor (background vocals)
Jean-Jacques Kravetz (organ)
Thomas Kretschmer (guitar)
Olaf Kübler (saxophone)
Heinz-Peter Meyer (background vocals)
Hans-Otto Mertens (background vocals)
Johnny Müller (harmonica)
Rainer Regel (saxophone)
Inga Rumpf (vocals bei 08.)
Hans Scheibner (background vocals)
Wolfgang Schmitz (trombone)
Gigo Seelenmeyer (banjo)
Otto Waalkes (vocals bei 08.)
Lonzo Westphal (violin)

Inlet02Titel:
01. Jonny Controlletti (Lindenberg) 3.09
02. Honky Tonky Show (Böttger/Lindenberg) 5.26
03. Leider nur ein Vakuum (Lindenberg) 2.50
04. Rudi Ratlos (Lindenberg) 3.09
05. Bitte keine Love Story (Lindenberg) 3.45
06. Gerhard Gösebrecht (Allaut/Lindenberg) 2.30
07. Riskante Spiele (Allaut/Lindenberg) 4.12
08. Cowboy Rocker (Lindenberg) 5.57
09. Nostalgie Club (Lindenberg) 1.52
10. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Hollaender) 2.37
11. Glitzerknabe (Stephan/Lindenberg) 1.29

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CoverIllustration

Udo Lindenberg & The Panic Orchestra – No Panic (On The Titanic) (1977)

FrontCover1.JPGJetzt könnte es unfreiwillig komisch werden: Udo Lindenberg singt englisch !

Und um es kurz zu machen … Dieses Album ist ein Desaster, ich weiß nicht, wer auf diese Schnapsidee kam … aber nüchtern war der nicht :

The project to take the best songs from Udo Lindenberg’s German masterpiece trilogy Alles Klar auf der Andrea Doria, Ball Pompös, and Votan Wahnwitz, translate them to English, and try to conquer the Anglo-Saxon market was conceived in 1975 after the release of Votan Wahnwitz, but the actual record No Panic, the fruit of these attempts, was only released in 1977 in the U.S. and the U.K. Apart from the fact that it was a flop in both countries (Lindenberg’s strength was his German lyrical backbone), it also divided his huge fan community in Germany. Some regarded this record as embarrassing and tasteless; others thought it was as exceptional and authentic as Lindenberg’s other work. Be that as it may, this record is a quirky attempt to get a foot into a market Lindenberg wasn’t destined for, and after decades it pays off to listen to these English songs and compare them with their German counterparts. Unlike the releases No Panic was based on, however, it is not a must-have in an album collection of German rock. For people interested in translation, it is definitely informative to see how Udo Lindenberg’s relentlessly funny word games were transposed to English, and the record drew the attention of a limited English-speaking audience to this German rock icon. (by Frank Eisenhuth)

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Diese LP hatte wirklich alles, um den NamenUdo Linenberg im englischsprachigem in Mißkredit zu bringen. Die Band spielt wie ne „Uo Lindenberg Revival Band“, die Texte können beim besten Willen nicht den Charme der deutschen Texte erreichen …  was bleibt ist – zumindest bei mir – Fassungslosigkeit.

Aber immerhin gibt es ne TV Dokumentation von Udo´s Trip nach London, um dieses Album zu promoten (siehe unten) … und alle sind natürlich verdammt gut drauf.

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Besetzung:
Bertram Engel (drums)
Thomas Kretschmer (guitar)
Udo Lindenberg (vocals)
Kristian Schultze (keyboards)
Steffi Stephan (bass)
Paul Vincent (guitar)
+
Peter Arff (als Rudi Ratlos)
Renate Dahlke (als Elli Pyrelli)
Olaf Kübler (saxophone)

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Titel:
01. The Conductor (Lindenberg) 1.38
02. Votan Wahnwitz (Herbolzheimer/Lindenberg) 3.43
03. Nothing But A Vacuum (Lindenberg) 3.16
04. Daniel’s Time Machine (Lindenberg) 4:23
05. It Was All So New (Lindenberg) 4.22
06. Rudi Ratlos (Lindenberg) 3.11
07. Elli Pyrelli (Lindenberg) 3.52
08. O-Rhesus Negative (Lindenberg) 3.36
09. Look At It My Way (Stephan/Kretschmer/Lindenberg) 4.29
10. Jonny Controlletti (Lindenberg) 3.12
11. Jack (Lindenberg/Kravetz) 4.15

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CDBackCover

Marius Müller-Westernhagen – Gebt Bayern zurück an die Bayern + Wenn ich mal alt bin (1972)

FrontCover1Und schon wieder eine Leihgabe von einem Leser dieser blogs … ich sag schon mal ein ganz herzliches Dankeschön, denn bei dieser Leihgabe handelt es sich um eine ganz besonders amüsante Leihgabe … die zugleich ein Schlaglicht auf jenes Bayern wirft, wie es sich (nicht nur) in den 70er Jahren präsentiert hat. Stichwort: die Ära eines Franz-Josef Strauß !

Es begab sich in jenen Tagen, dass ein jungen Künstler names Marius Müller-Westernhagen (der sich erst seine Sporen zu verdienen hatte), für die ZDF – Satire-Sendung Express eine satirische Persiflage über das Land der Bajuwaren verfasste. Musikalische Grundlage dafür war der Paul Mc Cartney Song „Give Ireland Back to the Irish“ … Der Song kam anscheinend ganz gut an, zumindest so gut, dass United Artists Recdords beschloss, flugs daraus eine Single zu machen … Und das war ein Fehler: denn kaum war die Single auf dem Markt hagelte es nur so an Protesten. Man kann sich denken, dass diese Proteste nicht aus Ostfriesland kamen … sondern, dass viel eher die Bayerische Staatsregierung kurzfristig kollabiert, ob des unanständigen Textes, der wie folgt lautet:

TextDas war zuviel des Guten … unerhört ! Und so kam es in jenen Tagen, dass diese Single ziemlich rasch wieder vom Markt genommen werden (musste). So war er halt, der FSJ … ich erinnere mich noch gut an jene Tage und an mein Amüsement über dieses Lied.

Hier kann man es sich nun noch mal anhören … und sich an den Satz erinnern: „Was darf Satire ?“ …

Im übrigen: Westernhagens Idee ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Hier ein  Wahlplakat der allseits beliebten Bayern-Partei:

PlakatBayernPartei2

Na bitte … geht doch !

Also: für diesen köstlichen Spaß ein herzliches Dankeschön an den Spender !!!

Und die B-Seite der Single „Wenn ich mal alt bin“ ist eine fidele Cover-Version des Beatles Klassikers „When I´m 64“ !

Und das ist nun natürlich auch kein Zufall, den justament konnte ich diesen Klassiker in den letzten Tagen zumindest zumindest mal summen … quasi notgedrungen.

Und deshalb gibt´s dann noch ne weitere deutsche Fassung von „When I´m 64“ … diesmal ist es Udo Lindenburg der diesen Song vor sich hin nuschelt … gefunden auf der LP „Galaxo Gang“ (1976) … ja ja … seufz …

Promokarte:

Promokarte1

Besetzung:
Marius Müller-Westernhagen (vocals)
+
Die Wingos (? … aha)

BackCover1

Titel:
01. Gebt Bayern zurück an die Bayern (McCartney/Schmidt-Hans/Köper/Müller-Westernhagen) 3.03
02. Wenn ich mal alt bin (Lennon/McCarntey/Hauptmann) 2.31
+
03. Wenn ich 64 bin (Udo Lindenberg) (Lennon/McCartney/Lindenberg) 2.24

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PlakatBayernPartei

Udo Lindenberg – Dröhnland Symphonie – Deutschland-Tournee (Konzertprogramm) (1979)

TitelUnd gleich nochmal der Udo Lindenberg …

Gefunden habe ich dieses Programm in der Hülle zur Lindenberg LP „Rock Revue“(siehe hier).

Diese Tournee war die Brücke zwischen dieser LP und der dann folgenden LP „Dröhnland Symphonie“:

Nebel, Schnee und jede Menge Pinguine: So geht es zu auf der Bühne der ausverkauften Bremer Stadthalle, als sich am 19. Januar 1979 der Vorhang öffnet. Nebel quillt aus jeder Ecke, Fantasiegestalten wuseln über die Bühne – der Beginn eines außergewöhnlichen Events. Udo Lindenberg startet seine Rock-Revue ’79 und erscheint im Schlitten, gezogen von zwei Rentieren, vor seinem Publikum. „Meine letzte Expedition führte mich zum nordischen Pol“, singt der Rockstar, begleitet vom Sound seines Panikorchesters. „Die Bellos zogen die Schlitten und wir fühlten uns pudelwohl.“ Danach entledigt sich Udo lässig seines Mantels, trägt darunter die obligatorische Lederhose, dazu einen Frack. Der Eskimo „Ole Pinguin“ springt herum und schon ist das Publikum mittendrin in einer musikalischen Grönland-Reise, der „Dröhnland Symphonie“.

Beispiel17

Peter Zadek & Udo Lindenberg

Ein gigantisches Ereignis in durchaus amerikanischen Ausmaßen erwartete die Zuschauer in jenem Frühjahr 1979. Drei Stunden dauerte die Mega-Show, ein abendfüllendes Programm, gemacht aus Rock, Theater, Glanz und Glamour und mit rund 50 Akteuren vor und hinter den Kulissen. Kostenpunkt für die Produktion eines Abends: rund 70.000 DM. Kein Musical, keine Oper, eine Rock-Revue hatten sich Udo Lindenberg und Peter Zadek da ausgedacht. Das war wirklich neu auf deutschen Bühnen. Zwei Größen aus dem ernsthaften und dem unterhaltenden Genre hatten sich zusammengefunden, um es zu wagen: das „Experiment“, eine Provokation. „Es ging darum, mehr Theater in den Rock ’n‘ Roll zu bekommen und mehr Rock ’n‘ Roll ins Theater. Schluss musste sein mit dem Sektierertum“, äußert sich Udo Lindenberg in seiner Autobiografie „Panikpräsident“.

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Zadek steckte dafür so manche Schelte in den Gazetten ein. „Der ernsthafte, wenn auch in den Augen traditionsbewusster Theaterbesucher unseriöse Regisseur als Illustrator von Halbstarken-Schlagern? Es gibt keinen besseren Beweis dafür, wie sehr das über Jahre gehegte Misstrauen berechtigt war gegenüber einem Mann, der mit Shakespeare Schindluder getrieben hat und mit unverhohlener Genugtuung berichtet, er habe mit diesem Lindenberg zusammen Faust-Texte zur Gitarre gesungen“, schrieb das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt. „Schön verrückt ist das immer, hat aber nie den Beigeschmack von anarchischem Laientheater verloren“, war in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. „Zadek als Konsequenz – das scheint da beinahe unausweichlich, zumal der Regisseur die Neigung Udo Lindenbergs zu allerlei makabren Monstrositäten, zum Aufsteigen von Gewalt und Brutalität in unserer Welt teilt, ihn in der Lust am Destruktiven womöglich noch übertrifft.“

Beispiel19.jpgEine Rock-Revue als kulturelle Massenveranstaltung? Es war Neuland, doch genau das wollten Zadek und Lindenberg ganz bewusst betreten.

Der gefeierte Theaterregisseur verlieh den Figuren aus den Liedern des bekannten Rockmusikers Gestalt. Da schwebte die korpulente Opernsängerin Elli Pyrelli übers Parkett, Rudi Ratlos hatte ebenso seinen Auftritt wie Bett-Män, der im gleichnamigen Song nicht fliegen, sondern lieber mit ’ner tollen Astronautin im Bett liegen will. Für die Choreografie war Pantomime Samy Molcho zuständig, für das passende Bühnenbild sorgte Peter Pabst, und sogar Filmclips und Dia-Projektionen waren Teil der Revue. Bunte Kostüme und Kulissen wechselten auf der Bühne – so bekamen die Zuschauer etwa eine Peepshow zu sehen, während Udo Lindenberg seinen Klassiker „Reeperbahn“ sang.

So einige Gast-Stars traten in der Rock-Revue auf, etwa die Sängerinnen Ulla Meinecke oder Ingeborg Thomsen. Als echtes Urgestein der Rockmusik-Szene hatten Lindenberg und Zadek den Briten Eric Burdon eingeladen, der alte Songs aus seinen Zeiten bei der Band „The Animals“ sang. „We Gotta Get Out Of This Place“ war einer von zwei bis drei Klassikern, die er, teils im Duett mit Udo, auf der Bühne präsentierte.

Nach der Eröffnung in Bremen machte die Rock-Revue Station in Lindenbergs Beispiel20Heimatstadt Hamburg. 6.000 Fans kamen am 21. Januar 1979 in die Ernst-Merck-Halle am Dammtor, für jeweils 18 DM Eintritt. „Ich habe die schwerste Woche meines Lebens hinter mir“, sagte Konzertveranstalter Fritz Rau nach dem Konzert in einem Bericht des Hamburger Abendblattes. Der Grund: Udo Lindenberg war schwer erkältet, das Projekt „Rock Revue ’79“ dadurch ernsthaft gefährdet. Davon berichtet auch die Dokumentation „So ’ne Tournee macht einen reichlich k.o. – Lindenbergs Rock-Revue ’79“ des Fernsehregisseurs Horst Königstein. Sie begleitet das gesamte Team vor und hinter den Kulissen.

Trotzdem ging es in den Wochen danach immer weiter, durch die nächsten 15 Städte. Das Equipment war auf drei Sattelschleppern verstaut. Die Revue füllte immer wieder riesige Konzerthallen. Unter anderem standen Aufführungen in Essen, Köln, Düsseldorf, Saarbrücken, Heidelberg und Zürich auf dem Programm. Das letzte Konzert der legendären Tournee fand am 10. April 1979 in der Münchner Olympiahalle statt, die mit 10.000 Besuchern voll besetzt war. Nachdem sich der Vorhang zum letzten Mal geschlossen hatte, hatten insgesamt 100.000 Fans die „Rock-Revue ’79“ gesehen. (Beatrix Hasse, NDR,de)

Und justament bei dieser letzten Show in der Münchner Olympiahalle war ich dabei (das Ticket liegt bei mir irgendwo rum …) und da habe ich wohl dieses Heft (30 Seiten) gekauft …

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Und klar, bei solch einem Mammutprojekt lies man sich dann auch bei dem Tourheft nicht lumpen … und da gibt es nicht nur jede Menge fotoraphische Eindrücke von der Tourvorbereitung sondern auch jede Menge Informationen (z.B. über die Zusammenarbeit von Lindenberg und Zadek)

Von daher ganz sicher ein wichtiges Dokument aus jener Phase von Lindenberg, die für mich zu seinen produktivsten Phase zählt.

Und ich freue mich irgendwie sehr, dass ich dieses Dokument hier präsentieren kann.

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Lilo … und wo bist du heute ?

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Was für eine Truppe …

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Udo Lindenberg: nachdenklich

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Werbung für das Ulla Meinecke Album „Meinecke Fuchs“

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Was für eine Band … und der großartige Samy Molcho war für die Choreographie des Spektakels verantwortlich

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Und natürlich bekam Eric Burdon ne eigene Doppelseite spendiert

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Die Rückseite des Tourheftes

Und hier kann man sich dann auch noch jene Tournee anhören (click on the pic)

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Und natürlich wird dies nicht die letzte Lindenberg Präsentation sein, aber jetzt ist erstmal für ne gewisse Weile Ruhe ….

 

Udo Lindenberg (und das Panikorchester) – Lindenbergs Rock Revue (1978)

FrontCover1.JPGMit diesem Album schlug der Udo Lindenberg ein neues Kapitel in seiner nun wirklich atemberaubend langen Karriere auf … und das ist ein Kapitel das sich nun wirklich gewaschen hat:

Auf diese Album  „deutschte“ Lindenberg zusammen mit Horst Königstein Klassiker des Rock’n’Roll (von Little Richard über die Beatles bis zu den Rolling Stones) ein, und ging danach auf große Tournee.

Das ist aber nur die Kurzfassung, denn hier hat Lindenberg nun wirklich ein zentrales Album seiner Karriere eingespielt, denn er begibt sich mit dieser „Rock Revue“ auf Spurensuche nach all den Einflüssen seiner Jugend und damit begab er sich auch auf eine Spurensuche, die für viele andere Menschen nicht minder bedeutsam war und eigentlich noch ist.

60er JahreA60er JahreB

Begleitet wurde er bei diesem Trip natürlich von seinem „Panikorchester“ und dann war noch der Peter Herbolzheimer und seinen „Pustefix“ Bläsern … für mich hat der einen ganz entscheidenden Anteil, dass dieses Album musikalisch rundum gelungen ist.

Natürlich gibt es es auch hier etliche pathetische Momente („Der Boss von der Gang“), aber die nachdenklichen Aspekte eines solchen Rückblicks überwiegen eigentlich … und dann kommt natzürlich auch ein Hauch Sentimentalität ins Spiel (wie z.B. bei „Reeperbahn: hier allerdings sollte man sich schon im klaren sein, dass es auch in den 60er Jahren in diesem Viertel „Nepperbars“ gab und das vermutlich nicht zu knapp)

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Textlich war dann der großartige Horst Königstein mit von der Partie:

Horst Königstein (* 26. Juli 1945 in Bremen; † 12. Mai 2013 in Hamburg) war ein deutscher Fernseh- und Theaterregisseur, Drehbuchautor und Texter.

Königstein wuchs in Bremen-Gröpelingen als Sohn eines Lebensmittelhändler-Ehepaars[2] auf. Er legte sein Abitur in Bremen am Gymnasium am Waller Ring ab und schrieb bereits als Schüler Filmkritiken und jobbte als Platzanweiser.[3] Er studierte in Bremen und Hamburg Pädagogik und Soziologie und arbeitete als Redakteur bei Radio Bremen und später beim NDR, war Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln und Mitglied im Bundesverband Regie. Er wurde vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Heinrich Breloer bekannt. Für den gemeinsamen Fernsehfilm Die Manns – Ein Jahrhundertroman erhielt er unter anderem den Grimme-Preis. Auch für das Doku-Drama Speer und Er schrieb er gemeinsam mit Heinrich Breloer das Drehbuch.

Am Thalia-Theater in Hamburg inszenierte er Mein Jahrhundert von Günter Grass und an den Kammerspielen Nächte mit Joan, Mr. Peters Connections; am St.-Pauli-Theater Sechs Tanzstunden in sechs Wochen.

Horst Königstein

Horst Königstein

Zu den Arbeiten Königsteins als Fernsehregisseur gehören die Filme Jud Süß – ein Film als Verbrechen, Propaganda und Liane.

2002 gewann er gemeinsam mit Heinrich Breloer die Goldene Romy für Die Manns – Ein Jahrhundertroman. Außerdem realisierte er einen Film über den Ex-Beatle Ringo Starr und dessen Heimatstadt Liverpool. Dieser hieß Ringo und die Stadt am Ende des Regenbogens und erschien 1977 in der Bundesrepublik Deutschland.

Königstein verfasste für den britischen Musiker Peter Gabriel deutsche Nachdichtungen für zwei seiner unbetitelten Soloalben (1980 und 1982), die Gabriel sowohl in seiner Muttersprache als auch auf Deutsch (dann unter den Namen Ein deutsches Album und Deutsches Album) veröffentlichte. Des Weiteren übertrug er für Gabriel den Einzeltitel Here Comes The Flood / Jetzt kommt die Flut in die deutsche Sprache. Dieser Titel stammt von Peter Gabriels erster Platte von 1977 und erschien 1980 in der deutschen Fassung auf der B-Seite der Single Biko. In Königsteins Film Haus Vaterland (ARD, 1980) spielt und singt Peter Gabriel Jetzt kommt die Flut am Piano. Weitere Liedtexte verfasste Königstein u. a. für Udo Lindenberg.

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Des Weiteren war er als Redakteur für viele Fernsehsendungen und -produktionen des NDR verantwortlich. 2010 beendete er seine hauptamtliche Tätigkeit als Redakteur beim NDR.

Das Werk, das Königstein „in 40 Jahren geschaffen hat, besticht durch Vielfalt, Qualität, Lebendigkeit und Innovation“. (Quelle: wikipedia)

Erster Höhepunkt dieses Albums,textlich wie musikalisch ist ganz sicher „Verdammt, wir müssen raus aus dem Dreck (We’ve Gotta Get Out Of This Place)“ … hier bringt es Udo Lindenberg auf den Punkt: „Verdammt, wir müssen raus aus dem Dreck“ … das war wohl eine der Grundstimmungen  vieler Jugendlicher in den 60er Jahren:

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Und dann geht´s quasi Schlag auf Schlag, zumindest bei den Titeln „Salty Dog“ und „Ich sitz den ganzen Tag bei den Docks (Sitting On The Dock Of The Bay) und „Sympathie für den Teufel (Sympathy For The Devil)“

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Und erwähnt muss dann noch das 8seitige Begleitheft, die erläuternden Texte stammen von Udo Lindenberg, und es ist optisch ein wahrer Augenschmaus … so stellt man sich das vor, wenn eine derartige Revue durch die Boxen dröhnt.

Das Cover und weitere Graphiken gestaltete übrigens der deutsche Co9mickünstler Alfred von Meysenbug (seine Arbeiten sind übrigens sehr empfehlenswert !)

Und dann muss natürlich auch noch der mittlerweile leider verstorbene Paul Vincent erwähnt werden … er war wohl – neben dem Peter Herbolzheimer – sowas wie der musikalische Direktor … und das hat den Aufnahmen nur gut getan.

Und der Bonus-Track „Peter Gunn“ stammt übrigens von dem Lindenberg Projekt

Und so hören wir eine Revue, die so ziemlich alles beinhaltet, was die 60er Jahre so ausgemacht haben: Frustration, Rock n Roll, Gewalt, Außenseiter,  Sex, Fun, Verzweiflung …

Und ja … hin und  wieder spüre ich es noch …. Still Crazy After All These Years …

BackCover1.JPG

Besetzung:
Curt Cress (drums)
Bertram Engel (drums)
Herb Geller (saxophone)
Dave King (bass)
Jean-Jacques Kravetz (keyboards)
Thomas Kretschmer (guitar)
Udo Lindenberg (vocals)
Johnny Müller (harmonica)
Rale Oberpichler (vocals)
Kristian Schultze (keyboards)
Steffi Stephan (bass)
Ingeburg Thomsen (vocals)
Paul Vincent (guitar)
Freya Wippich (vocals)
+
Peter Herbolzheimer Rhythm Combination & Brass
+
Christine Reth – Manfred Lohse – Ulla Meinecke
+
Die Vincentowich-Sinfoniker

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Titel:
01. Rockin‘ And Rollin‘ (Vincent/Lindenberg/Königstein) 3.58
02. Tutti Frutti (La Bostrie/Penniman/Lindenberg/Königstein) 2.53
03. Verdammt, wir müssen raus aus dem Dreck (We’ve Gotta Get Out Of This Place) (Mann/Weil/Lindenberg/Königstein) 4.46
04. Salty Dog (Brooker/Reid/Lindenberg/Königstein) 4.39
05. Ich sitz den ganzen Tag bei den Docks (Sitting On The Dock Of The Bay) (Redding/Cropper/Lindenberg/Königstein) 3.40
06. Reeperbahn (Penny Lane) (Lennon/McCartney/Lindenberg/Königstein) 3.16
07. Süße kleine Sechzehn (Sweet Little Sixteen) (Berry/Linndenberg/Königstein) 3.28
08. Der Boß von der Gang (Leader Of The Pack) (Greenwich/Morton/Barry/Lindenberg/ Königstein) 3.09
09. Sympathie für den Teufel (Sympathy For The Devil) (Jagger/Richards/Lindenberg/ Königstein) 5.32
10. Immer noch verrückt nach all den Jahren (Still Crazy After All These Years) (Simon/
Lindenberg/Königstein) 2.55
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11. Peter Gunn (Mancini) 3.20

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Udo Lindenberg, der Vermarktungskünstler…

Niagara – Niagara (1971)

FrontCover1Im Rahmen des Zabba W. Lindner & Carsten Bohns Albums „Vollbedienung Of Percussion“ hatte ich ja bereits auf diese exotische Formation namens „Niagara“ hingeweisen.

Und einerseits ist der Anfang von „Niagara“ ganz leicht erzählt:

1970 trafen sich 5 Super Percussionisten unter Leitung von Klaus Weiss im Polyband Studio Hamburg. Mit dabei:  Cotch Blackmoon (USA), Keith Forsey(UK), Juan Romero, Udo Lindenberg(G) sowie Klaus Weiss(G). Und dann ging´s los.

Und da erinnert sich einer:

Wer sich 1971 die gerade erschienene erste LP von Klaus Weiss‘ (der aus Klaus Doldingers altem Quartett) Niagara im Plattenladen hat auflegen lassen – wenn er sich denn getraut hat die LP mit dem „auffälligen“ Cover aus dem Fach zu ziehen und damit durch das Geschäft zu laufen -, der wird bei den ersten Klängen von „Sangandongo“ sicher beschwingt in rhythmisches Kopfwippen verfallen sein, sich dann aber wohl bald gefragt haben, wie lange denn diese Schlagzeugeinleitung noch dauert und wann endlich die Musik anfängt. Wenig später, nach Konsultation der Besetzungsliste, wird unser Reinhörer dann erstaunt festgestellt haben, dass Niagara nur aus Perkussionisten besteht.

Als ich diese LP vor langer Zeit auf einem Flohmarkt erworben habe (ich habe sie dann schnell in meiner Plastiktüte verschwinden lassen), wusste ich (als belesener Plattenjäger) allerdings was mich erwartet. Acht Schlagzeuger und Perkussionisten (darunter kein Geringerer als der junge Udo Lindenberg und Danny Fischelscher – der u.a. auch bei Popol Vuh, Gila und Amon Düül II tätig war) hatte Klaus Weiss damals im Studio versammelt, um zwei lange, je eine LP-Seite füllende Nummern einzuspielen. Das Ergebnis rockt ungemein und kommt zudem recht abwechslungsreich aus den Boxen, da die acht Musiker doch reichlich verschiedene perkussive Klangerzeuger bedienen und das Ganze zudem ab und an mit Hall, Echo und anderen Effekten verfremdet wurde. Jazzrock ist das wohl, sehr rhythmisch (logisch) und mit einer ziemlich verschwitzt-afrikanischen Atmosphäre – passend zum Cover. Man stelle sich einen jazzigen Jam von Embryo vor, denke sich alle Nicht-Perkussionsinstrumente weg, verdopple bzw. verdreifache die Perkussionsabteilung und man hat eine ungefähre Vorstellung von der hier zu hörenden Musik.

KlausWeiss1971

Klaus Weiss im Jazzclub „Domicile“, München (1971)

Natürlich haben sich auf „Niagara“ ein paar Längen eingeschlichen, tritt die Musik ab und zu doch ein wenig auf der Stelle, doch ist das Album alles in allem ein interessantes und meistenteils wirklich mitreißendes Hörerlebnis. Es ist schwer, eigentlich unmöglich, hier still sitzen zu bleiben. Die Scheibe wurde unlängst von MiG-Music auf CD wieder aufgelegt, im Dreierpack mit den anderen beiden, auch sehr hörenswerten Scheiben von Niagara. Wer krautigen Jazzrock und druckvolle Perkussionsarbeit schätzt, der sollte hier einmal reinhören! (Achim Breiling)

Und da ich die „paar Längen“ beim besten Willen nicht ausmachen konnte, schließe ich mich vorbehaltlos folgenden Votum an:

Die musikalische Bedeutung der Niagara-Songs kann musikhistorisch gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seine Pioniertätigkeit für Fusion vereint zu gleichen Teilen eine Art eingängige Miles Davis-Variante mit kraftvollem Sly Stone-Funk und dem ungestümen Psy-Rock teutonischer Prägung. Sein ganz persönlicher Hang zu Swing und authentisch afrikanischem Drumming geben der ohnehin bunten Mischung den letzten Schliff zu absoluter Einmaligkeit. (laut.de)

Oder anders ausgedrückt: a percussion masterpiece !

Und klar: Das Cover war eine Provokation und ein eyecatcher – zumindest für die damalige Zeit.

InletA

Besetzung:
Cotch Blackmon (congas, percussion)
Keith Forsey (drums, cymbales, percussion)
Klaus Weiss (drums, percussion)
Udo Lindenberg (drums, percussion, timbales)
Juan Romero (percussion)
Joe Harris (timbales, congas, percussion)
+
Danny Fichelscher – congas, percussion (bei 01.)
George Green (drums bei 01.)

Niagara01

Titel:
01. Sangandongo (Weiss) 19.10
02. Malanga (Weiss) 20.43

LabelA1

 

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Front+BackCover1.jpg

Weil´s gar so schön ausschaut: Front + Backcover