Verschiedene Interpreten – Karneval vom Rhein zum Main – Karnevalslieder-Potpourri (1958)

FrontCover1Ich bin ja mal wieder ne ganz schöne Schnarchnase – hätte ich es doch fast verpasst, die 5. Jahreszeit, also die Karnevals- oder Faschingszeit (wie es hier bei uns in München heißt) in diesem blog zu würdigen.

Das zeigt aber nur, dass ich zu jener Spezies bekennender Faschingsmuffel gehöre …aber als ich heute beim Einkaufen Krapfen in verschiedensten Variationen sah, wunderte ich mich erst und dann kam die Erleuchtung: Die närrische Zeit ist ja schon längst angebrochen !

Nun, auch diese Single (eigentlich: EP) konnte ich mich nicht zum Faschingsnarren machen, die Musik ist dem Anlass entsprechend und bei den Texten kann man sich gut und gerne über die damaligen Rollenverteilungen von Mann und Frau amüsieren … dies setzt jedoch einen gewissen Humor voraus.

Überrascht war ich dann, dass just diese Single bei einem Online-Antiquriat so richtig knackig von kosten soll: 38 Euro !

Zum Artikel kann man dann folgendes lesen:

„rare orig.Single EP mit auf Ariola 40 062 CU v.ca 1960 – mit jeweils zwei Karnevals-Potpourris auf jeder Seite, es singen die bekannten Volkssänger : Fritz Weber,August Batzem,Ernst Neger,Bruno Wüst,Martin Mayer,Jupp Schlösser,begleitet werden sie von Rolf Granderath u.s.Orchester,den Mainzer Musikanten,einem Stammtischchor mit Stadtmusikanten sowie den Kappen-Sängern

– die EP ist in 1a Zustand,das schöne Cover hat nur geringe Gebrauchsspuren und ist VG++,die Platte ist 1a erhalten und M -“

Nun, mein Exemplar hat kein einwandfreies Cover mehr (wie man sehen kann) dafür gibt´s deses prachtvolle Werk auch für umsonst und gratis. Wenn das kein Angebot ist. Und den Ernst Neger kenn´ sogar ich !

Das genaue Veröffentlichungsdatum ist unbekannt; ich tippe auf 1958, da im gleiche Jahre bei Ariola eine EP mit Lale Anderson veröffentlicht wurde, die eine ähnliche Bestellnummer hat … aber gesichert ist das leider nicht.

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Besetzung:
August Batzen (vocals)
Rolf Granderath und sein Orchester
Die Kappen Sänger
Die Mainzer Musikanten
Martin Mayer (vocals)
Ernst Neger (vocals)
Jupp Schlösser (vocals)
Die Stadtmusikanten
Ein Stammtischchor
Fritz Weber (vocals)
Bruno Wüst (vocals)

BackCover1

Titel:

01 . Marsch-Fox-Medley 1: 3.29
– Auf die lieben Frauen kann du Häuser bauen (F.Weber/B.Weber)
– Liebe und Wein (Batzem)
– Ein Glück, daß es noch Männer gibt ( Weber)

02. Walzer Medley 1: 3.09
– Heut weiß ich, daß die Welt sich dreht (Hämmerle)
– Die Frauen und der Wein (Hämmerle)
– Ja, ja, der Amor (Wüst/Schmitz)

03. Walzer-Medley 2: 3.37
– Das Kätzchen sucht den Kater (Wüst)
– Marabu-Walzer (Paasch/Königstein)
– Dein Herz braucht einen Steuermann (Weber)

04. Marsch-Fox-Medley: 3.07
– Sie war des Vaters blondes Töchterlein (Wüst/Schmitz)
– Hallo, wo bleibt das Bier (Jussenhoven/Korn)

LabelA1

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Gewandhaus Orchester Leipzig u.a. – Weihnachtsoratorium (Johann Sebastian Bach) (1959/

FrontCover1Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist ohne jeden Zweifel eines der bedeutendsten klassischen Werke zur Weihnachtszeit.

Ein paar einführende Worte zu diesem Werk sollen an dieser Stelle nun wirklich genügen:

Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt.

Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium.

Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Von der musikalischen Gattung steht das Weihnachts-Oratorium Bachs oratorischen Passionen nahe. Es ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und zählt zu seinen berühmtesten geistlichen Kompositionen. Das Oratorium wird heute häufig in der Advents- und Weihnachtszeit ganz oder in Teilen aufgeführt. (Quelle: wikipedia)

Und die Aufnahme mit dem Gewandhaus Orchester Leipzig  aus dem Jahr 1959 kann man durchaus als Referenz-Album bezeichnen.

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Als diese Aufnahme von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium 1959 von der Kölner Electrola auf den Markt gebracht wurde, war das eine kleine Sensation und ein höchst willkommenes Weihnachtsgeschenk für alle Klassik-Freunde. Meines Wissens war es die erste ungekürzte Gesamteinspielung. Allerdings konnte sich noch längst nicht jeder Musikliebhaber die Aufnahme leisten: Die Erstausgabe in Stereo erschien auf 3 1/2 LPs und kostete stolze 73,50 DM. Das war für viele damals noch unerschwinglich. Doch schon bald gab es auch Auszüge, so daß sich die weniger Begüterten wenigstens ein paar Ausschnitte anschaffen konnten.

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Das Original Cover aus dem Jahr 1959

Es war eine der wenigen gesamtdeutschen Produktionen, die zu dieser Zeit, im Dezember 1958, noch möglich waren. Aus dem Westen waren die Solisten angereist: Agnes Giebel (Sopran), Marga Höffgen (Alt), Josef Traxel (Tenor) und Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton), während die ostdeutsche Seite den berühmten Thomanerchor und das nicht weniger berühmte Gewandhausorchester Leipzig zur Verfügung stellten.
So ist die alte Aufnahme nicht nur von künstlerischer, sondern auch von zeitgeschichtlicher Bedeutung.

Das Ergebnis kann sich jedenfalls noch heute hören lassen. Sowohl das Solo-Quartett als auch der weltberühmte Chor und das nicht weniger renommierte Orchester sind in bester Verfassung, und die Stereotechnik, die damals noch in den Kinderschuhen steckte (das technische Equipment mußte aus dem Westen nach Leipzig gebracht werden, weil die DDR-Plattenindustrie noch nicht für Stereo ausgerüstet war), ist von erstaunlicher Transparenz und Klarheit.

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Es ist nicht zu leugnen, daß man nicht erst seit heute tempomäßig andere Maßstäbe setzt, und so mag manchem jüngeren Hörer die Aufnahme bei ersten Abspielen ein wenig gewöhnungsbedürftig sein. Das wird aber alles wettgemacht durch die herausragende künstlerische Qualität. Sowohl Agnes Giebel als auch Marga Höffgen zeigen großartige Leistungen, Josef Traxel ist ein idealer Evangelist, ganz in der Tradition eines Karl Erb, und zeigt auch in seinen Arien großes Einfühlungsvermögen. Schließlich der damals noch junge Dietrich Fischer-Dieskau: Er singt mit solcher Begeisterung und mit einem jugendlichen Elan, wie es in späteren Produktion bei ihm nicht immer selbstverständlich war. Hier ist nichts von Überpointierung oder Manierismen zu verspüren, die man ihm vor allem seitens der Kritik oft vorgeworfen hat. Hier ist er voll und ganz bei der Sache und singt seine Partie mit unübertrefflicher Schönheit.

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Der ehrwürdige Thomanerchor ist in allen Lagen spitzenmäßig besetzt, und über das altehrwürdige Gewandhausorchester ist kein Wort des Lobes zu viel gesagt. Es wird vom damaligen Thomaskantor Kurt Thomas mit viel Feingefühl dirigiert.
Alles in allem eine wunderbare Produktion, die ihren Wert über die Zeiten behalten wird und für viele Hörer noch heute eine Bereicherung der Weihnachtszeit darstellt. (K.H. Friedgen)

Meine 3 LP Box war eine der vielen Wiederveröffentlichungen … hier aus dem Jahr 1985.

 

Wohlan lasset den Worten Taten folgen: anhören und schwelgen !

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Besetzung:
Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton)
Agnes Giebel (Sopran)
Marga Höffgen (Alt)
Josef Traxel (Tenor)
+
Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Kurt Thomas
+
Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Kurt Thomas

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Titel:

Kantate I: Am ersten Weihnachtstage:
01. Chor: Jauchzet, frohlocket! 8.42
02. Rezitativ: Es begab sich aber zu der Zeit 1.32
03. Arioso (Alt): Nun wird mein liebster Bräutigam 1.13
04. Arie (Alt): Bereite dich Zion 6.11
05. Choral: Wie soll ich dich empfangen 1.23
06. Rezitativ: Und sie gebar ihren ersten Sohn 0.27
07. Choral: Er ist auf Erden kommen arm / Rezitativ: Wer kann die Liebe recht erhöhn
08.  Arie (Baß): Großer Herr und starker König 5.06
09. Choral: Ach, mein herzliebes Jesulein 1.19

Kantate II: Am zweiten Weihnachtstage:
10. Rezitativ: Und es waren Hirten in der selbigen Gegend 0.52
11. Choral: Brich an, o schönes Morgenlicht 1.10
12. Rezitativ: Und der Engel sprach zu ihnen 0.59
13. Rezitativ (Baß): Was Gott dem Abraham verheißen 0.47
14. Arie (Tenor): Frohe Hirten 3.52
15. Rezitativ: Und das habt zum Zeichen 0.26
16. Choral: Schaut hin! 0.41
17. Arioso (Baß): So geht denn hin! 1.04
18. Arie (Alt): Schlafe, mein Liebster 5.41
19. Rezitativ: Und deshalb war da bei dem Engel 4.12
20. Chor: Ehre sei Gott in der Höhe 3.28
21. Rezitativ (Baß): So recht ihr Engel 0.29
22. Choral: Wir singen dir in deinem Heer 1.52

Kantate III: Am dritten Weihnachtstage:
23. Chor: Herscher des Himmels, erhöre das lallen 2.07
24. Rezitativ: Und da die Engel von ihnen gen Himmel 0.10
25. Chor: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem 0.56
26. Rezitativ (Baß): Er hat sein Volk getrößt´t 0.49
27. Choral: Dies hat er alles uns getan 0.48
28. Duett (Sopran Und Baß): Herr, Dein Mitleid, dein Erbarmen 8.42
29. Rezitativ: Und sie kamen eilend und fanden beide 1.27
30. Arie (Alt): Schliesse, Mein Herze 5.25
31. Rezitativ (Alt): Ja, ja, mein Herz soll es bewahren 0.33
32. Choral: Ich will dich mit Fleiss bewahren 0.58
33. Rezitativ: Und die Hirten kehrten wieder um 0.25
34. Choral: Seid froh dieweil, daß euer Heil 0.48
35. Chor: Herrscher des Himmels 2.09

Kantate IV: Am Neujahrstage:
36. Chor: Fallt mit danken, fallt mit loben 6.24
37. Rezitativ: Und da acht Tage um waren 0.40
38. Rezitativ Und Arioso Mit Choral (Solo-Baß Und Solo-Sopran): Immanuel, O süßes Wort 2.53
39. Arie (Sopran): Flößt mein Heiland, flößt dein Namen 5.47
40. Rezitativ (Baß): Wohlan! Dein Name soll allein in meinem Herzen sein! 2.04
41. Arioso (Sopran): Jesu, meine Freud´ und Wonne 2.34
42. Arie (Tenor): Ich will nur dir zu Ehren leben 6.18
43. Choral: Jesus richte mein beginnen2.34

Kantate V: Am Sonntage Nach Neujahr:
44. Chor: Ehre sei dir, Gott, gesungen
45. Rezitativ: Da Jesus geboren war zu Bethlehem
46. Chor: Wo ist der neugebohrene König der Juden!
47. Rezitativ (Alt): Sucht ihn in meiner Brust
48. Chor: Wir haben seinen Stern gesehen
49. Rezitativ (Alt): Wohl euch, die ihr dies Licht gesehen 2.09
50. Choral: Dein Glanz all´Finsternis verzehrt 0.48
51. Arie (Baß): Erleucht´auch meine finstre Sinnen 4.12
52. Rezitativ: Da das der König Herodes hörte 0.17
53. Rezitativ (Alt): Warum wollt ihr erschrecken? 0.46
54. Rezitativ: Und lies versammeln alle Hohepriester 1.47
55. Terzett (Sopran, Alt und Tenor): Ach! Wann wird die Zeit erscheinen! 5.55
56. Rezitativ (Alt): Mein liebster herrschet schon 0.38
57. Choral: Zwar ist solche Herzensftube 0.52

Kantate VI; Am Feste der Erscheinung Christi:
58. Chor: Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben 6.09
59. Rezitativ: Da berief Herodes die Weisen 0.48
60. Rezitativ (Sopran): Du Falscher, suche nun den Herrn zu fällen 0.55
61. Arie (Sopran): Nur ein Wink von seinen Händen 3.49
62. Rezitativ: Als sie nun den König gehöret hatten 1.19
63. Choral: Ach steh an deiner Krippen hier 1.08
64. Rezitativ: Und Gott befahl ihnen im Traum 0.25
65. Rezitativ (Tenor): So geht! Genug mein Schatz 2.03
66. Arie (Tenor): Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken 5.16
67. Rezitativ (Sopran, Alt, Tenor und Baß): Was will der Hölle Schrecken nun 0.38
68. Choral: Nun seid ihr wohl gerochen 3.52

Musik: Johann Sebastian Bach

 

LabelF1

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BookletFront+BackCover1

Van Cliburn – Konzert für Klavier und Orchester Nr 1. b-moll (Tschaikovsky) (1958)

FrontCover1Auch wenn der ausführende Künstler ein Ami war … hier eine LP, die auch speziell für den deutschen Markt aufbereitet und veröffentlicht wurde (inklusive deutschem Hüllentext).

Dass das „Konzert für Klavier und Orchester Nr 1. b-moll“ von Tschaikovsky zu den großartigsten Klavierwerken der klassischen Musik zu zählen ist, dürfte unstrittig sein.

Dass ein Klavierkonzert (komponiert von einem Russen), aber in den Zeiten des kalten Krieges derart Furore macht … war mir nicht so geläufig:

Und dazu habe ich einen feinen Beitrag in dem Wochenzeitung „Der Freitag“ gefunden, dieser erschien anlässlich seines Todes im Februar 2013::

Jetzt ist auch Harvey Lavan (Van) Cliburn, „Der Texaner, der Russland eroberte“ (SZ), am Mittwoch an einem Krebsleiden gestorben. Ende August 2012 war bei ihm Knochenmarkskrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert worden. Dem ist er jetzt erlegen.

„Wunderkind“ nennt ihn die Süddeutsche Zeitung, von einem „kühlen Virtuosen“ spricht die FAZ, die ihm gleichzeitig „fehlende geistige Durchdringung des Werkes über den bloßen Notentext hinaus“ bescheinigt. Und da mag was dran sein – vor allem rückblickend. Denn versucht man sich zurückzuversetzen in die 50er und 60er Jahre – was nicht einmal mir aus Altergründen so richtig gelingen mag – dann könnte das Urteil milder und damit auch angemessener ausfallen.

FAZ

Quelle: FAZ

Das deutsche Fernsehen steckte in den Kinderschuhen und auch das Radio war noch weit entfernt vom Spartenschwachsinn. Das Prinzip war: ein Programm für alle. Und das hieß auch: Klassik, Oper, Theater für alle. Und in der Konsequenz verlangte das auch den Klassikstar als „Popstar“, der mit dem Schlagerstar zu konkurrieren hatte. Für die Mehrheit war ohnehin die „Wochenschau“ im Kino das einzige filmische Nachrichtenmedium. Und dass sich Van Cliburn in meinem (damals kindlichen) Gedächtnis als DER pianistische Superstar festgesetzt hat und alle nachfolgenden Pianisten bis heute irgendwie emotional überschattet, hat wohl auch damit zu tun. Anders jedenfalls kann ich mir dieses irrationale Phänomen nicht erklären.

Und da kam einem Karajan, einem Rudolf Schock – und eben auch einem Van Cliburn eine Bedeutung zu, die das Feuilleton heute wohl kaum mehr verstehen kann – und das mit Musikwissenschaft nichts zu tun hat. Und in Deutschland vermutlich noch weniger als z.B. in den USA.

van_cliburn

Insofern dürfte es John Schaefer auf Soundcheck treffender auf den Punkt gebracht haben als deutsche Nachrufe:

„…in the late 1950s and through the ’60s, one classical pianist was a larger-than-life, rock-star figure on at least two continents. He was a pop-music phenomenon, with a debut album that went triple platinum. Everyone knew who he was.“

Und ein immenser politischer Aspekt kam hinzu:

„….the early days of the Space Age, when the Soviets launched their satellites first and it took a classical pianist to restore our national pride.“

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Titelbild der „Time“, 1958

So war Van Cliburn nicht nur ein unumstrittener Tastenvirtuose, er war auch der Beweis dafür, dass die USA auch Klassik konnten. Dass den USA das ausgerechnet vom Erzrivalen Sowjetunion attestiert wurde, und dass Van Cliburn in seinem Schwärmen vom russischen Publikum anstelle von wilden, roten Horden plötzlich ein Bild von kultivierten Menschen aufscheinen ließ, macht den Kennedy des Pianos sozusagen zum ersten, frühen „Mauerspecht“.

So war Van Cliburn kurzzeitig ein bedeutender Pianist/ Klaviervirtuose, historisch betrachtet aber auch eine bedeutende Persönlichkeit.

Und wann immer ich diese Komposition höre, krieg ich feuchte Augen, bo der Wucht und Intensität dieses Werkes … und hier erst recht, ob der zeitgeschichtlichen Bedeutung dieses Werkes …

Und weil entscheidende Jahrzehnte meines Lebens vom kalten Krieg geprägt waren …

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Besetzung:
Van Cliburn (piano)
+
Symphonie Orchester unter der Leitung von Kyrill Kondraschin

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Titel:
01. Satz: Allegro Non Troppo E Molto Maestoso. Allegro Con Spirito 20.08
02. Satz: Andante Simplice. Prestissimo + 3. Satz: Allegro Con Fuoco 13.21

Komposition: Peter Tschaikowsky

LabelA1
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Und hier sein Auftritt mit diesem Klavierkonzert im Jahr 1962
(und wieder mal in Moskau):

 

 

Hüllentext

Hüllentext der deutschen LP Veröffentlichung

 

Curt Goetz & Valerie von Martens – Heiter und besinnlich – Aus der Literatur (1958)

FrontCover1Auch einer der ganz Großen aus der alten Garde deutscher Schauspieler:

Vom Schurken zum Satiriker – Eine Kurzbiografie von Jan-Eric Loebe:

Seine satirischen Stücke sind auch heute noch von keiner Boelevardbühne wegzudenken. Dabei wird er auch von der seriösen Kritik in Ehren gehalten und sein Name fällt in einem Zug mit George Bernhard Shaw und Oscar Wilde: Curt Goetz. Seine bekanntesten Bühnenstücke HOKUSPOKUS, DR. MED. HIOB PRÄTORIUS und DAS HAUS IN MONTEVIDEO wurden mehrmals verfilmt, wobei es keiner besser beherrschte als er selbst. Curt Goetz, der es wie kein anderer Verstand, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, hatte ausgerechnet im Nazideutschland von 1938 erstmals Gelegenheit Filmregie zu führen. Doch schon in der Stummfilmzeit stand er vor der Kamera – lange bevor er mit seiner Frau Valerie von Martens zu internationaler Anerkennung kam…

Kurt Walter Götz wird am 17. November 1888 als Sohn des schweizer Kaufmanns Bernhard Götz und seiner Frau Selma, geb. Rocco, in Mainz geboren. Schon 1890 stirbt der Vater, worauf Selma Götz mit dem gerade zweijährigen Sohn nach Halle an der Saale zieht. Die Mutter leitet dort eine Privatklinik.

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Curt Goetz

Im Alter von 18 Jahren besteht der junge Kurt dort das Einjährigen-Examen am Städtischen Gymnasium. Sein Stiefvater vermittelt ihm noch im gleichen Jahr Schauspielunterricht bei dem Berliner Schauspieler Emanuel Reicher. Sein erstes Engagement hat Götz bereits im Jahr darauf, 1907, am Stadttheater in Rostock. Hier schreibt er auch schon erste Sketche für die Bühne.

Es folgen Engagements am Intimen Theater Nürnberg (1909 bis 1911), an den Barnowsky-Bühnen (ab 1911), am Kleinen Theater, am Lessingtheater sowie im Deutschen Künstlertheater in Berlin. Nebenbei hat er Auftritte am Deutschen Theater und am Staatlichen Schauspielhaus. Dort spielt er Stücke unterschiedlichster Genres. In modernen Stücken von Oscar Wilde oder Georg Kaiser sieht man ihn ebenso wie in Hauptmanns DER ROTE HAHN oder Ibsens DIE WILDENTE.

In Berlin verfasst Götz 1911, der sich als Autor fortan Curt Goetz nennt, seine erste Komödie DER LAMPENSCHIRM. Es folgen zahlreiche Komödien und Grotesken aus mehreren Einaktern. Durch seinen hervorragenden satirischen Sprachwitz avanciert er mit Stücken wie NACHTBELEUCHTUNG (1918), MENAGERIE (1919) oder INGEBORG (1921) bald zu einem etablierten Bühnenautor des gehobenen Boulevardtheaters.

1912 heiratet Goetz die Schauspielerin Erna Nitter. Im gleichen Jahr tritt er zudem in zahlreichen Stummfilmen auf. In seinem Filmdebut SCHWARZES BLUT spielt er an der Seite und unter der Regie von Harry Piel einen indischen Mörder. Es folgen auch Komödien, in erster Linie aber weiterhin Krimis, in denen er meist den Gegenspieler von Leinwandhelden wie Max Landa mimt. Für die erfolgreichen Krimiserien des Leinwandhelden verfasst er auch zahlreiche Drehbücher.

Autogrammkarte
1917 wird die Ehe mit Erna Nitter wieder geschieden. Ab 1920 sieht man Goetz in einigen Filmen als Detektiv Joe Deebs. Zwei Jahre später gründet er die Kurt Götz-Film-Compagnie GmbH, bei der er als einzigste Produktion den Film FRIEDRICH SCHILLER – EINE DICHTERJUGEND inszeniert. Nach zwei weiteren Filmrollen unter der Regie von Joe May und Reinhold Schünzel konzentriert sich Goetz wieder ausschließlich auf das Theater.

923 heiratet er die Schauspielerin Valerie von Martens, die fortan zu seinem festen Ensemble auf zahlreichen Gastspielreisen gehört. 1927 feiert er mit der in Stettin uraufgeführten Kriminalkomödie HOKUSPOKUS seinen bis dahin größten Erfolg. Das Ehepaar Goetz und von Martens leistet sich von den Einkünften eine Villa in Merlingen am Thuner See in der Schweiz. Das Musical ZIRKUS AIMÉE (1928) wird zwar ein Misserfolg, die folgenden Stücke DER LÜGNER UND DIE NONNE (1929) und DR. MED. HIOB PRÄTORIUS (1932), allesamt erstklassige Satiriken, schließen aber wieder an den gewohnten Erfolg an.

Buchtitel

Buchausgabe

1930 wird mit HOKUSPUKUS sein erstes eigenes Stück mit den damaligen Publikumslieblingen Lilian Harvey und Willy Fritsch verfilmt. Beide sind auch die Stars der Filmerfolge GLÜCKSKINDER (1936) und SIEBEN OHRFEIGEN (1937), bei denen Goetz Dialoge beisteuert. 1937 erhält er das Angebot, in dem Reinhold Schünzel-Film LAND DER LIEBE neben seiner Frau Valerie von Martens die männliche Hauptrolle zu spielen. Er lehnt ab, während Valerie von Martens darin neben Albert Matterstock ihr Filmdebut gibt. Goetz steuert bei diesem Projekt wiederum zahlreiche Dialoge bei.

Der Film gerät, durch deutliche satirische Anspielungen auf die nationalsozialistischen Machthaber, in die Räder der Filmzensur. Während der Film stark gekürzt wird, entgeht der als Halbjude eingestufte Regisseur Schünzel seiner Verhaftung durch Emigration ins Ausland. Curt Goetz und Valerie von Martens werden bei der Reichsfilmkammer verhört. Stark gekürzt und mit nachgedrehten Szenen versehen, landet der aufwendige Film schließlich doch noch im Kino und kann trotz zahlreicher „Entschärfungen“ seine Tendenz nicht verbergen.

Durch die Emigration zahlreicher namhafter Regisseure ist der deutsche Film in dieser Zeit auf fähigen Nachwuchs angewiesen, so dass Goetz trotz der Vorfälle 1938 sein Drehbuch NAPOLEON IST AN ALLEM SCHULD inszenieren kann. Diesmal steht er selbst in der Hauptrolle neben Gattin Valerie von Martens vor der Kamera. Der Film, einer der aufwendigsten des Jahres, ist abermals von unzähligen unterschwelligen Witzen gegen die damaligen Machthaber durchzogen, entwickelt sich aber gerade deshalb zu einem großen Publikumserfolg.

1939 emigrieren Curt Goetz und Valerie von Martens zunächst nach New York, wo Goetz bei der MGM unter Vertrag genommen wird und mit Joseph L. Mankiewicz das Drehbuch zu dem unrealisierten Projekt THE ROAD TO ROME erarbeitet. Nach der Mitarbeit an dem Drehbuch zu dem Greta Garbo-Film TWO-FACED WOMAN lehnt er einen 5-Jahres-Vertrag der MGM ab und zieht sich stattdessen mit seiner Frau auf eine Hühnerfarm in Van Nuys zurück.

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Curt Goetz & Valerie von Martens

Dort verfasst er die Erzählung TATJANA und den Roman DIE TOTE VON BEVERLY HILLS sowie eine Neufassung des Stücks HOKUSPOKUS. Er arbeitet seinen Einakter DIE TOTE TANTE in das Stück DAS HAUS IN MONTEVIDEO um, in dem er mit Valerie von Martens 1945 am Playhouse-Theatre am Broadway auftritt.

1946 kehren beide in die Schweiz zurück, wo sie DAS HAUS IN MONTEVIDEO aufführen. Der Erfolg ist abermals enorm, so dass sie das Stück auch auf deutschen Bühnen einem begeisterten Publikum präsentieren.

1949 verfilmt Goetz – abermals als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller zugleich – sein Stück DR. MED. HIOB PRÄTORIUS für die Hans Domnick-Filmproduktion und landet damit einen der größten Filmerfolge der jungen Bundesrepublik.

1950 wirkt er in den USA am Drehbuch zu dem Films CHEAPER BY THE DOZEN (Im Dutzend billiger) mit. Im folgenden Jahr entsteht mit PEOPLE WILL TALK in Hollywood unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz die Verfilumg des PRÄTORIUS-Stoffs.

1951 inszeniert er den Film DAS HAUS IN MONTEVIDEO, abermals mit Produzent Hans Domnick und abermals mit Valerie von Martens und ihm selbst als Hauptdarsteller. Wieder landet er einen großen Erfolg bei Puplikum und Presse.

1952 steht er mit seiner Frau in der Neubearbeitung des Stücks HOKUSPOKUS auf deutschen Bühnen und ein Jahr später unter der Regie von Kurt Hoffmann in der erfolgreichen Filmversion.

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Valerie von Martens

1955 folgt die Tournee mit seiner Bearbeitung der Komödie DER RAUB DER SABINERINNEN, 1956 kommt er mit seinem Stück NICHTS NEUES IN HOLLYWOOD, in dem er seine Erfahrungen mit der amerikanischen Filmindustrie thematisiert, groß heraus. Mit DER AUSBRUCH DES WELTFRIEDENS hat 1958 abermals eine erfolgreiche Goetz-Satire ihre Premiere. Noch im gleichen Jahr wird Goetz Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Im Renaissance-Theater findet ihm zu Ehren eine Gala-Vorstellung seiner letzten Einakter MINIATUREN statt.

Aus Altersgründen zieht sich Curt Goetz wenig später zusammen mit Valerie von Martens in sein Haus in Schaan in Liechtenstein zurück. Am 12. September 1960 stirbt Curt Goetz in Grabs im Schweizer Kanton St. Gallen.

„Miniaturen“ ist eigentlich der Titel einer Sammlung von drei Einaktern (Die Rache, Herbst und Die Kommode) aus der Endphase des Schaffens von Curt Goetz, die er unter dem Eindruck einer schweren Krankheit verfasste. Ihre Uraufführung fand am 12. Mai 1958 im Akademietheater, Wien, unter dem Titel Alte Möbel statt, die deutsche Erstaufführung bereits unter dem Namen Miniaturen am 17. November desselben Jahres im Rahmen einer Gala-Vorstellung zum 70. Geburtstag von Curt Goetz im Renaissance-Theater, Berlin.

Zwei der drei Einakter sind Originalstoffe von Curt Goetz, nämlich Die Rache und Herbst, der dritte Die Kommode ist eine freie Bearbeitung einer Vorlage von Guy de Maupassant.

Ebenfalls unter dem Namen Miniaturen erscheinen die drei kurzen Theaterstücke 1958 auch als Buchausgabe bei Herbig. Sie sind – so ist dort zu lesen – Dr. Herman Werder gewidmet, ohne dessen „chirurgische Kunst“ sie laut Autor „nicht mehr entstanden wären“. „Möge die Literatur ihm verzeihen“, setzt Goetz der Widmung mit dem ihm eigenen Understatement hinzu.

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Aus dem Inhalt:
Die Rache:
Ein Mann sucht den Staatsanwalt auf, der ihn ins Gefängnis brachte, der aber auch der Ehemann seiner Geliebten, die sich nach der Entdeckung des Verhältnisses selbst getötet hat, war, um den Selbstmord zu rächen, an dem er dem Ehemann die Schuld gibt. Nach einem Wortgefecht, an dessen Ende eigentlich die Tötung seines Gegenüber stehen soll, muss der Mann erkennen, dass der Ehemann, der seine Frau über alles liebte, an dem Selbstmord ganz und gar unschuldig und seine verstorbene Geliebte Nymphomanin war.

Herbst:
Cyprienne und ihre Tochter Florence befinden sich auf einem Kuraufenthalt. Auf einer Waldhöhe des Kurortes trifft Cyprienne Graf Dingelstädt, der sich zu ihr setzt und mit ihr über seine einzige wahre Liebe spricht, die er vor vielen Jahren verlor. Dingelstädts Gesprächspartnerin erkennt nach und nach, dass von ihr selbst die Rede ist, gibt sich allerdings – alt und blind geworden – nicht zu erkennen.

Die Biographie der Figur Graf Dingelstädts trägt offensichtliche Parallelen der Lebensgeschichte des Theatermannes Freiherr Franz von Dingelstedt.

In der Sprechplattenreihe Heiter & besinnlich. Aus der Literatur der Plattenfirma Electrola erscheint als neunte Folge 1959 das Album Curt Goetz und Valerie von Martens in „Miniaturen“, welches Schallplattenfassungen der beiden Goetz’schen Originalstücke aus Miniaturen in sich vereint. Curt Goetz selbst wirkte an diesen Produktionen als Sprecher der Rollen Dr. von Alten und Graf Dingelstädt, die er auch auf dem Theater verkörperte, mit. Den Cover-Text für das Album verfasste der Theaterkritiker Friedrich Luft. „Eine kleine Hohe Schule der Komödiendialektik“ nennt er darin das erste Stück, das zweite charakterisiert er als einfallsreiche Kurzkomödie „unversehens mit etwas Tragik garniert“.

Sein letztes Werk also … und trotz aller humoresker Aspekte von einer z.T. bemerkenswerten Tiefe !

Hinweis: angesichts des Alters dieser Schallplatten ist von einem gewissem Knister-Faktor auszugehen !

BackCover1

Besetzung:

Seite 1:
Dr. von Alten – Curt Goetz
Frau Krause – Valerie von Martens
Der Besucher – Klaus Kammer

Seite 2:
Cyprienne – Valerie von Martens
Florence, ihre Tochter – Herta Staal
Graf Dingelstädt – Curt Goetz
Sprecher – Klaus Miedel

Gedenktafel
Titel:
01. Die Rache  (Ort der Handlung: Das Anwaltsbüro des Herrn Dr. von Alten) 22.03
01. Herbst  (Ort der Handlung: Eine Bank auf der Waldhöhe eines Kurortes) 24.28

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Wiener Symphoniker – Nussknacker – Suite + Romeo und Julia (1968)

FrontCover1Ich hab´s ja weder mit dem Balett noch mit der Oper … abr dennoch gefällt mir diese LP doch ziemlich gut …

Zum einen, weil man eben nur die Ballettmusik hören kann:

Der Nussknacker  ist ein Ballett in zwei Akten von Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

 

Die Geschichte Nußknacker und Mausekönig wurde von E. T. A. Hoffmann geschrieben. Alexandre Dumas’ Version der Geschichte wurde später von Pjotr Iljitsch Tschaikowski vertont und gehört zu einem der populärsten Ballette. Es wird von vielen Theatern und Opernhäusern regelmäßig – meist um die Weihnachtszeit herum – aufgeführt.

Der Komponist wurde zu diesem Werk durch ein Theaterstück angeregt, das sein Bruder Modest für die Kinder seiner Schwester geschrieben hatte. Tschaikowski erzählte Marius Petipa von diesem Familientheater, der daraufhin ein Libretto verfasste. Petipa wollte ursprünglich auch die Choreographie übernehmen, überließ diese dann aber krankheitsbedingt Lew Iwanow. Das Werk wurde am 18. Dezember 1892 zum ersten Mal im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg in der Choreographie von Iwanow und der Ausstattung durch den Operndirektor Iwan Wsewoloschski aufgeführt, weniger als ein Jahr vor Tschaikowskis Tod.

Nußknacker

Von Iwanows Original verblieben vor allem der Pas de deux der Zuckerfee und ihres Kavaliers. Die amorphe Dramaturgie des Balletts begünstigte das Entstehen immer neuer Inszenierungs-Konzepte, so von Fedor Lopuchow (1928), Wassili Wainonen (1934), Nicholas Sergejew (1934), George Balanchine (1954), Juri Grigorowitsch (1966), Rudolf Nurejew (1968), John Neumeier (1971) und Heinz Spoerli (1980).

Im Mittelpunkt des Balletts steht Clara, im russischen Original Mascha. Sie bekommt am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Droßelmeier einen Nussknacker geschenkt. In der Nacht träumt sie von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt und mit ihr in das Reich der Süßigkeiten reist. Dabei geht es über den Tannenwald zum Schloss Zuckerburg, wo die dort residierende Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein Fest veranstaltet. Zuletzt erwacht Clara aus ihrem Traum. (Quelle: wikipedia)

Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Etliche werden den sog. „Marsch“ gut kennen … diente er doch als Vorlage für eine Adaption von Emerson, Lake &  Palmer … zu hören als ne Art Zugabe auf der großartigen LP „Pictures At An Exhibition“.

Spielerisch und leicht viele der Kompositionen … und meine Freude an Tschaikowski hat einen weiteren Grund.

Und dann  „Romeo und Julia“ … ebenfalls von Pjotr Iljitsch Tschaikowski komponiert:

Die Geschichte von Romeo und Julia brauch ich hier nicht eigens nacherzählen … oder ? Und auch hier sentimental, nachdenkliche aber oder furiose Musik … ein Ohrenschmaus:

Romeo und Julia ist eine Fantasie-Ouvertüre des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Sie basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des Dramatikers William Shakespeare. Das Stück gilt als Tschaikowskis erstes Meisterwerk und trägt für den Komponisten unüblich keine Opusnummer.

RomeoJulia.jpg

 

Tschaikowskis Komponistenkollege Mili Balakirew lernte 1867 den französischen Komponisten Hector Berlioz kennen, der 1839 sein Werk Roméo et Juliette geschrieben hatte. So kam es, dass Balakirew Tschaikowski eine musikalische Umsetzung des Themas vorschlug und ihm sogar Ideen für die Einleitungstakte schickte. Balakirew war von Tschaikowskis Ergebnis nicht sehr begeistert und brachte diesen dazu, einige Änderungen vorzunehmen.

Im März 1870 dirigierte Nikolai Rubinstein die Uraufführung von Romeo und Julia in Moskau. Das Konzert wurde von Anhängern Rubinsteins gestört, der kurz vorher einen Gerichtsprozess verloren hatte.

Tschaikowski unterzog das Werk zwei Revisionen, eine im Sommer 1870, die andere im Jahr 1880.

Und dann noch die Biographie des Dirigenten dieser Aufnahmen, Karel Ančerl:

Karel Ančerl (ursprünglich Antscherl, * 11. April 1908 in Tučapy, Böhmen; † 3. Juli 1973 in Toronto, Kanada) war ein tschechischer Dirigent. Er war viele Jahre Leiter der Tschechischen Philharmonie.

Karel Ančerl wurde mit elf Jahren als Geiger Orchestermitglied in seiner Heimatgemeinde. Gegen den Willen seiner Eltern studierte er am Konservatorium Prag Komposition, Dirigieren und Schlaginstrumente. Großen Einfluss übten auf ihn in dieser Zeit auch der Neutöner Alois Hába sowie der damalige Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Václav Talich aus.

Karel_AncerlBis 1939 war Ančerl u. a. Mitarbeiter des Rundfunks, bis er nach dem Einmarsch der Wehrmacht und der Annexion Tschechiens alle Ämter verlor und 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert wurde. Die Filmaufnahmen des nationalsozialistischen Propagandafilms Theresienstadt zeigen ihn in einer Szene, wie er unter Zwang das KZ-Orchester zu dirigieren hatte. Als Einziger seiner Familie und fast aller Darsteller des Films überlebte er die anschließende Haft im KZ Auschwitz-Birkenau.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirkte Ančerl u. a. an der Prager Oper des 5. Mai als künstlerischer Direktor, bevor er am 1. September 1947 Chefdirigent des Prager Rundfunksinfonieorchesters wurde.

Im Oktober 1950 wurde Ančerl zum künstlerischen Direktor der Tschechischen Philharmonie ernannt, der er in den folgenden Jahren bis 1968 einen Spitzenplatz unter den Orchestern des Ostblocks sicherte und Einladungen in die ganze Welt einbrachte. Er erweiterte das Repertoire vor allem um moderne Musik (Schönberg, Bartók, Britten) und setzte sich mit Hingabe auch für unpopuläre Komponisten seines Heimatlandes wie Bohuslav Martinů ein.

Nach den Ereignissen von 1968 emigrierte Ančerl nach Kanada und leitete dort bis 1972 das Toronto Symphony Orchestra. Seine Grabstätte ist auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag zu finden.

Die typischen, häufig als „dunkel“ beschriebenen Farben seines Orchesters und Ancerls interpretatorische Leistungen wurden auf einer 42 Volumina umfassenden CD-Edition von Supraphon festgehalten. Diese Aufnahmen berücksichtigen auch unbekanntere tschechische Kompositionen (z.B. „In der Tatra“ von Vítězslav Novák oder die „Sieben Reliefs“ von Jarmil Burghauser).

Das französische Klassiklabel Tahra hat seit Beginn der CD-Ära Liveaufnahmen mit verschiedenen Orchestern unter der Leitung Ančerls veröffentlicht, die einen Überblick über sein Repertoire vermitteln. (Quelle: wikipedia)

Bei so einer Biographie … bleibt einem der Mund offen steht angesichts der Dramatik eines solchen Lebens …

Ach ja … und entstanden sind diese Aufnahmen bereits im Jahr 1958.

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Karel Ančerl dirigiert in Theresienstadt

Besetzung:
Wiener Symphoniker unter der Leitung von Karel Ančerl

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Titel:

Nussknacker – Suite:
01. Miniatur – Ouvertüre 3.03
02. Marsch 2.25
03. Tanz der Fee Dragée
04. Russischer Tanz 1.05
05. Arabischer Tanz 2.53
06. Chinesischer Tanz 1.02
07. Tanz der Rohrflöten 2.22
08. Blumenwalzer 1.20

Romeo und Julia:
09. Fantasie Ouvertüre 19.07

LabelB1
*
**

 

Lolita – Was ein Mann alles kann + Mexicano (1958)

FrontCover1Und die Lolita stand mir auch niemals sonderlich nahe … Aber für gilt das gleiche wie für Vico Torriani … natürlich hat sie hier auch ihren Platz:

Lolita, eigentlich Edith Einzinger, geborene Zuser (* 17. Jänner 1931 in St. Pölten; † 30. Juni 2010 in Salzburg), war eine österreichische Schlagersängerin, Schauspielerin und Fernsehmoderatorin.

 

Die Tochter eines Bundesbeamten besuchte eine Handelsschule und arbeitete als Sachbearbeiterin in einer Spinnerei, als Diplom-Kindergärtnerin und Zahnarztassistentin. Sie trat als Sängerin bei lokalen Veranstaltungen auf und vertrat 1956 während eines Unterhaltungsabends den erkrankten Gerhard Wendland. Nach Probeaufnahmen im ORF Landesstudio Linz widmete sie sich von nun an ganz ihrer Karriere als Sängerin.

Mit ihrem ersten Schlager Weißer Holunder war sie 1957 auch in dem gleichnamigen Film zu sehen und konnte noch im selben Jahr mit Der weiße Mond von Maratonga den zweiten Platz der deutschen Hitparade belegen. 1960 hatte sie einen großen Erfolg mit Seemann (deine Heimat ist das Meer) (geschrieben von Werner Scharfenberger und Fini Busch), womit sie in den deutschen Charts Platz zwei und in den USA unter dem Titel Lolita01Sailor Platz fünf erreichte. Das war die erste hauptsächlich deutschsprachige Single, der dies gelang. Insgesamt wurden über zwei Millionen Schallplatten dieses Titels verkauft, der selbst in die japanische Hitparaden gelangte. Sie erhielt dafür eine Goldene Schallplatte. Alle ihre Platten, die meist Fernweh/Heimweh zum Inhalt hatten, nahm sie beim Plattenlabel Polydor auf. Mehrmals war sie auch in Spielfilmen zu sehen, wo sie ihre Lieder vortrug.

Ab Mitte der 1960er Jahre wandte sie sich mehr der volkstümlichen Musik zu und moderierte seit 1967 beim Saarländischen Rundfunk über fünfzigmal die Fernsehsendung Im Krug zum grünen Kranze. In den 1970er Jahren moderierte sie zusammen mit Maxl Graf die Musiksendung Lustige Musikanten des ZDF. 1976 erhielt sie die Hermann-Löns-Medaille. Bis zu ihrem Tod hatte Lolita mehr als 20 Millionen Schallplatten verkauft. Sie war zweimal verheiratet, aber ließ sich beide Male scheiden. Sie hatte ein Kind, ein Enkelkind und lebte zuletzt in Großgmain im Bezirk Salzburg-Umgebung. Sie erlag im Alter von 79 Jahren einem Krebsleiden. Die Urne mit den sterblichen Überresten von Lolita wurde in Großgmain beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Als erste Frau in Europa – 2 Millionen verkaufte Schallplatten!

Hier ihre dritte Single … unglaublich albern … fast schon so albern, dass es wieder gut ist …

Was ein Mann alles kann, wenn er verliebt ist …

Nimm mich mit, dann werd´ ich froh mit Dir in Mexico … 

Na … wenn das keine Botschaften, dann weiß ich es auch nicht mehr.

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Besetzung:
Lolita (vocals)
+
Orchester Erwin Holletz (bei 01.)
Orchester Werner Scharfenberger (bei 02.)

Werner Scharfenberger

Titel:
01. Was ein Mann alles kann (Holletz/Bradtke) 2.42
02. Mexicano (Scharfenberge/Bradtke) 2.38

LabelB1
*Schlager
**

Holletz

Erwin Holletz

Vico Torriani – Schön und kaffeebraun + Ta-Pum – Ta Pum (1958)

FrontCover1.jpgAls Kind und Jugendlicher konnte ich ihn kaum aushalten … zu schmierig empfand ich seine Art.

Aber dennoch hat er hier natürlich seinen festen Platz, denn dieser blog soll a auch die Unterhaltungsmusik der letzten Jahrzehnte in Deutschland abbilden.

Mehr über diesen Hans Dampf in allen Gassen kann man übrigens hier lesen.

Hier eine  Sigle aus dem Jahr 1958 … und die ist insofern interessant, da er uns mit „Schön und kaffeebraun“ ein Lied nahe bringt, dass sich thematisch mi Kingston Town/Jamaica beschäftig.

Und schwupp di wupp hörten wir Deutschen ein wenig Calyspo und Reaggae, ohne zu ahnen, dass 2 Jahrzehnte später ein Bob Marley (und andere) diese Insel mehr als populär machten.

Und auch „Ta-Pum – Ta Pum“ kam federleicht südamerikanisch daher …  Vielleicht bin ich dem Vico damals nicht gerecht geworden … na, dann hole ich das mal mit dieser Präsentation nach … : interessante Aufnahmen.

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Vico Torriani im „Tingel Tangel Theater“, Berlin, 1958

Begleitet wurde er dabei übrigens von dem Tanzrochester Willy ;attes.

Willy Mattes (* 4. Januar 1916 in Wien als Wilhelm Franz Josef Mattes; † 30. Juli 2002 in Salzburg) war ein österreichischer Komponist, Arrangeur und Dirigent, der sowohl bekannte Schlager, als auch zahlreiche Filmmusiken komponierte.

 

Nach Absolvierung der Matura 1935 und der Dirigentenklasse von Felix Weingartner an der Musikakademie 1937 in Wien, war Mattes bis 1939 Theaterkapellmeister in Oldenburg und Leipzig. Anschließend arbeitete er als Arrangeur und Komponist bei den Filmgesellschaften Ufa und Tobis, für die er neben seinen Aufgaben als Assistent für Lothar Brühne seine ersten eigenständigen Filmmusiken schrieb. Außerdem dirigierte und arrangierte er Aufnahmen für Schallplattenfirmen und war für das Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester in Prag tätig.

Von 1944 bis 1951 war Mattes als Dirigent bei Sveriges Radio in Stockholm angestellt, anschließend beim Bayerischen Rundfunk in München und von 1964 bis 1974 beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. 1960/1961 arbeitete er mit Walter Felsenstein zusammen an der Neufassung der Millöcker-Operette Der arme Jonathan.

Willy Mattes

Willy Mattes

Sein berühmtestes eigenes Werk ist das Konzertstück für Klavier und Orchester Swedish Rhapsody, das von allen bedeutenden Orchestern in den USA gespielt wurde, dort mehrere Aufnahmen erfuhr und 1966 in dem MGM-Film Madame X zu hören ist. In den Credits verbirgt er sich hinter dem Pseudonym Charles Wildman, das er gelegentlich bei internationalen Filmarbeiten benutzte. Von 1975 bis 1980 bekleidete er den Abteilungsleiterposten für U-Musik beim RIAS in Berlin. Ab 1981 war er Gastdirigent beim Norddeutschen Rundfunk in Hannover.

Mattes war in erster Ehe mit der Schauspielerin und Tänzerin Margit Symo und in zweiter Ehe mit der ehemaligen Miss Germany und Miss Europa Christel Schaack verheiratet. Er ist der Vater der Schauspielerin Eva Mattes. (Quelle: wikipedia)

Na … und die Eva Mattes sollte man ja eigentlich kennen …

Torriani01

Vico Torriani mit dem Wiener Trio „Die drei Spitzbuben“ (Helmut Schicketanz; Toni Strobl und Helmut Reinberger)

Besetzung:
Vico Torriani (vocals)
+
Orchester Willy Mattes
+
Die Coronels
Die Sunnies

Sunnies

Die Sunnies + Die Coronels

Titel:
01. Schön und kaffeebraun (Mercer/Bradtke) 2.38
02. Ta-Pum – Ta Pum (Ein verliebter Tamburino) (Méry/Chabrier/Testoni/Richter) 2.27

LabelB1
*
**