Verschiedene Interpreten – Tuttifrutti IV (1958)

FrontCover1Jetzt mal beschwingte Musik aus dem Hause von Heliodor Schallplatten:

Heliodor (LC 00765) war ein deutsches Plattenlabel, das zur Deutschen Grammophon Gesellschaft gehörte.

Die Deutsche Grammophon Gesellschaft mit Sitz in Hannover ließ sich die Rechte für den Namen Heliodor bereits am 29. Juli 1914 sichern. Um 1953/1954 wurde das Label neu gegründet. Es diente zunächst vor allem dazu, um Titel von unbekannteren Nachwuchskünstlern zu einem günstigeren Verkaufspreis als beim Schwesterlabel Polydor auf dem Markt zu bringen. Die Aufnahmen entsprachen technisch denen der Polydor und zahlreiche Interpreten konnten später dort oder bei anderen Schallplattenfirmen Karriere machen. So standen unter anderem Ernie Bieler (als Kitty Sisters), Udo Jürgens, Lolita (als Ditta Zusa), Jimmy Makulis, Danny Marino und das Hazy-Osterwald-Sextett bei Heliodor unter Vertrag. Die Orchesterbegleitung stammte von namhaften Musikern wie Johannes Fehring, Bert Kaempfert (als Bob Parker) oder Hugo Strasser, die zur gleichen Zeit oder später ebenfalls für Polydor arbeiteten. Auf sogenannten EPs von Heliodor erschienen außerdem kabarettistische Lieder von Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller aus den Filmen Das Wirtshaus im Spessart und Wir Wunderkinder (beide 1958).

Im gleichen Jahr gelang es der Deutschen Grammophon die deutschen Vertriebsrechte einiger US-amerikanischer Labels zu erwerben. Unter den Künstlern befanden sich einige Rock ’n’ Roll- und Popmusiker, deren Singles in Deutschland bis dahin teilweise auf dem Label London der Teldec erschienen waren. Seit Ende 1953 besaß die Deutsche Grammophon Lizenzen der US-amerikanischen Labels Brunswick und Coral. Da eine Veröffentlichung des neuen Materials auf diesen Labels aus rechtlichen Gründen nicht möglich war, erschienen die Aufnahmen ab Juni mit eigener Seriennummer unter der Bezeichnung USA Production auf Heliodor.

Dank namhafter Rock ’n’ Roll- und Popmusik-Interpreten wie Frankie Avalon, The Chordettes, The Everly Brothers, Fabian, Johnny & The Hurricanes, Ray Peterson, Del Shannon oder Johnny Tillotson entwickelte sich Heliodor insbesondere bei Teenagern und sogenannten Halbstarken zu einer beliebten Marke. Für das Ausland besaß die Deutsche Grammophon teilweise zusätzliche Lizenzen, die dort ebenfalls auf dem Heliodor-Label herausgebracht wurden. Darunter befanden sich Aufnahmen von Fats Domino, Ricky Nelson und April Stevens. Gleichzeitig stellte man die Veröffentlichung deutscher Titel auf Heliodor weitgehend ein. Die entsprechenden Künstler wurden größtenteils von Polydor übernommen.

Weil der Markt für englischsprachige Musik in Deutschland Ende der 1950er Jahre noch klein war, wurden die Singles bei Heliodor in wesentlich geringeren Stückzahlen produziert als die des Schwesterlabels Polydor. Zahlreiche US-amerikanische Titel, die in Deutschland auf Heliodor erschienen, entwickelten sich erst durch deutschsprachige Coverversionen von Polydor-Stars wie Ted Herold, den Honey Twins oder Peter Kraus zu Verkaufserfolgen. Die wenigen englischsprachigen Titel, die eine Platzierung in den Hitparaden versprachen, erschienen weiterhin bei Polydor. Dementsprechend selten gelangten Schallplatten des kleineren Schwesterlabels in die Verkaufscharts.

Zum ersten Hit entwickelte sich der Instrumentaltitel Chi Chi der Studio-Band John Buck & His Blazers. Das Stück gelangte am 30. Januar 1960 für insgesamt neun Wochen in die Top Ten und erreichte den siebten Platz. Die deutschsprachige Version Tränen in deinen Augen von Ralf Paulsen wurde nicht weniger erfolgreich auf Polydor veröffentlicht. Johnny & The Hurricanes erreichten mit Down Under Platz 32. Im Februar 1961 kletterte Ray Peterson mit dem Titel Corinna, Corinna auf den sechsten Platz, der besten Chartposition einer Heliodor-Single. Wenig später erreichte Johnny Tillotson mit Poetry in Motion Rang 38 in Deutschland.

Während die Singles der Heliodor ausschließlich der Veröffentlichung von Popmusik dienten, vertrieb die Deutsche Grammophon auf Musikalben unter diesem Namen, jedoch mit anderem Logo, vorwiegend LPs mit klassischer Musik. Bis in die zweite Hälfte der 1970er Jahre brachte Heliodor vorwiegend ältere Aufnahmen der Deutschen Grammophon auf den Markt. Anfangs bestand das Angebot auch aus Produktionen osteuropäischer Plattenfirmen. Später erschienen Aufnahmen der amerikanischen Plattenfirma Westminster auf Heliodor in einer eigenen Serie mit eigenen Bestellnummern.

Mit dem Einzug britischer Beatmusik in die deutschen Charts, stellte die Deutsche Grammophon 1963/1964 die Produktion von Singles bei Heliodor gänzlich ein. Englischsprachige Popmusik aus Lizenzverträgen erschien ab 1965 vorwiegend auf dem Polydor-Label. (Quelle: wikipedia)

SpanischeAusgabe

Von diesem Album gab es sogar eine spezielle spanische Ausgabe !

Hier mal ein wohl typischer Sampler dieser Zeit. Man nehme eine handvoll unterschiedlicher Ensembles, lasse diese jeweils 3 Klassiker in Kurzfassung als eine Art Potpourri eingespielen und fertig ist so eine 10″ LP.

Am bekanntesten sind wohl die Musiker um Hazy Osterwald, der wirklich ein Hans Dampf in allen Gassen war.

Ansonsten ist zu berichten, dass diese Aufnahmen – sofern man dieser Art von Unterhaltungsmusik etwas abgewinnen kann – wirklich sehr ansprechend sind. Ganz im Gegenteil zum Cover, das könnte locker in die Top ten der hässlichstgen Plattencover aufsteigen, quasi von Null auf 100 ! Unglaublich was man sich damals bei diesem Cover wohl gedacht hat !

BackCover1

Titel:

Tanzorchester Delle Haensch:
01.a, Mexicano (Scharfenberger)
01.b. When (Reardon/Evans)
01.c . Raunchy (Justis/Manker) 2.49

Hazy Osterwald Sextett:
02.a. Bambina (Modugno)
02.b, Lazarella (Modugno)
02.c. Oh, Josefin, die Nacht in Napolin (Gietz) 2.52

Die Akkordeon – Melodiker:
03.a. Diana (Anka)
03.b. Mitternachtsblues (Grothe) 3.12

Das Tanzorchester Delle Haensch:
04.a.  Spiel noch einmal für mich, Habanero (Gietz)
04.b.  Das ist alles längst vorbei (Gietz)
04.c. Buona Sera (DeRose) 2.50

Die Akkordeon-Melodiker:
05.a.  Lollipop (Rose/Dixon)
05.b. I Love You Baby (Anka)
05.c. Küss mich einmal, küss mich zweimal (Davie/Moore) 2.37

Hazy Osterwald Sextett:
06.a. So ein Casanova (Gaze)
06.b. Pom-Pa-Lom (Wood)
06.c. Roter Wein und Musik in Toskanien (Gietz) 2.21

Das Tanzorchester Delle Haensch:
07.a. In deine Hand (Jordan,/Schielow/Bradtke)
07.b. All I Have To Do Is Dream (Bryant(
07.c. Ein Lied erklingt (Lombardo/Di Minno) 2.37

Werner Böhm und seine lustige Dorfmusik:
08.a. Rosamunde (Vejvoda)
08.b. Liechtensteiner Polka (Kötscher/Lindt)
08.c. Schützenliesel (Bern) 2.31

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LabelSpanien

Das spanische Label

Vico Torriani – Der Stern von Santa Clara (1958)

FrontCover1Nun eine vergnügte Reise in die Zeit der deutschen Musikfilme in den 50er Jahre, als in den USA schon der Rock N Roll brodelte, man aber hier zulande noch gerne Filme, die alle nur denkbaren Klischees erfüllen, gesehen hat.

Der Stern von Santa Clara ist ein deutscher Musikfilm von Werner Jacobs aus dem Jahr 1958.

Der sizilianische Sänger Carlo del Ponte ist in Amerika ein Star. Die Frauen umschwärmen ihn und bald will er sich auf Urlaub in sein Heimatdorf Santa Clara zu seiner Cousine Antonella zurückziehen. Er nimmt seinen Manager Freddy mit. Zudem tritt die fanatische Carlo-Anhängerin und Millionenerbin Mitzi Underhuber die Reise mit ihnen an, die Carlos Manager vorher das Reiseziel Carlos entlockt hat.

In Santa Clara auf Sizilien zeigt sich bald, dass die beiden Familienclans Tartini und del Ponte nach der vermeintlichen Ermordung des vorletzten del Ponte Pancratio darauf aus sind, nach dem Gesetz der Blutrache auch die letzten männlichen Familienmitglieder zu ermorden. Der letzte männliche del Ponte ist prompt Carlo, während auf Seiten der Tartinis noch die Brüder Tino und Matteo am Leben sind. Carlo denkt nicht daran, Tino und Matteo zu ermorden, verliebt sich jedoch in seine Cousine Antonella, die vor der Heirat die Ermordung der beiden Brüder einfordert. Die drei Männer greifen daher auf ein gestelltes Duell zurück, nach dessen Ende Tino und Matteo für drei Tage untertauchen.

Vico01Die Verlobung zwischen Carlo und Antonella wird gefeiert, doch ahnen die in Carlo verliebte Mitzi und der in Antonella verliebte Mario, dass beim Duell etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Sie finden Tino und Matteo in einer Waldhütte und lotsen sie zurück zu Carlo, der gerade mit Antonella und seiner Tante Theresa nach Amerika abreisen will. Beide Frauen sind entsetzt, dass Carlo sich als Feigling entpuppt hat. In dem Moment kehrt der totgeglaubte Pancratio ins Dorf zurück. Er ist vor seiner dominanten Schwägerin geflohen und hat in der Fremde geheiratet, sodass er nun mit seiner Rückkehr wieder sein eigener Herr sein kann. Der Grund für die Blutrache ist nun hinfällig, der Krieg zwischen den del Pontes und den Tartinis wird beigelegt. Gemeinsam reisen Carlo, Antonella, Theresa, Freddy und Mitzi zurück nach Amerika. (Quelle: wikipedia)

Das Lexikon des Internationalen Films nannte den Film eine „weithin vergnügliche musikalische Posse“

Na immerhin. Ich kenne diesen Streifen nicht, gehe aber mal davon aus, dass es einer jener eher schlichten Musikfilme jener Jahre war.  Und hier vier Lieder aus diesem Film.

Und zu meiner Überraschung handelt es sich dabei um überraschend hochwertige Unterhaltungsmusik. So ist z.B. das Syxophon bei „Du bist der Stern“ durchaus markant und eindringlich.

Also: Vico Torriani macht hier seine Sache ausgesprochen gut (das kann man nicht von allen seinen Produktionen sagen). Von daher lohnt sich ein Reinhören, und dabei kann man durchaus verschmitzt schmunzeln, ob der rührenden Naivität.

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Gerlinde Locker + Vico Torriani

Besetzung:
Vico Torriani (vocals)

Die Sunnies und die Coronels (background vocals)
+
Das Film Tanzorchester Willy Mattes

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Titel:
01. Avanti-Avanti-Avanti
02. Antonella
03. Du bist der Stern
04. Die Teenager von Tampico

Texte und Musik: Halletz – Bradtke

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Wiener Sängerknaben – Die Wiener Sängerknaben singen Kinderlieder (I) (1958)

FrontCover1Der eine oder andere mag ja dieses Cover niedlich empfinden.

Mich hingegen packt da eher die kalte Wut, ob des Mädchenportraits zur Illustration von klassischen Kinderliedern. Kaum treffender kann man illustrieren, wie der Zeitgeist der 50er Jahre uns Kinder damals gern gehabt hätte. Und betrachtet man dieses Bild, dann kann einem auch klar werden, wie lange der Kampf wohl war, bis sich zumindest viele im Laufe der Zeit von dieser Erwartungshaltung befreien konnten, um zu eigenen Lebensentwürfen zu kommen.

Und ich denke mal, Musiker wie Chuck Berry, aber auch Elvis Presley, Wanda Jackson („Let´s Have A Party“) waren da nicht unwichtige Wegbereiter. Und man mag heute ein wenig über Peter Kraus oder Ted Herold schmunzeln, aber auch sie brachten in die deutschen Wohnstuben jenen Funken des Aufbegehrens, der sich dann später auch entzündete. Gott sei´s getrommelt und gepfiffen !

Aber natürlich intonieren hier die Wiener Sängerknaben makellos und all die Lieder, wer kennt sie nicht. Sie waren meine musikalischen Begleiter in der Kindheit, sie waren (nicht nur, aber auch), die musikalischen Wegbegleiter meiner Kinder und heute höre ich diese Lieder gemeinsam mit meinen Enkelkindern an … das schließen und erweitern sich Kreise.

Und die Mannen von Philips ließen sich natürlich nicht lumpen und veröffentlichten noch im gleich Jahr eine weitere Ausgabe von „Die Wiender Sängerknaben singen Kinderlieder“ (dann mit einem holden Knaben auf dem Cover – demnächst hier in diesem Theater).

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Die Wiener Sängerknaben (Anfang der 60er Jahre) … Was wurde wohl aus all den Knaben ?

Besetzung:
Die Wiener Sängerknaben
+
Die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Helmut Froschauer

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Titel:
01. Ein Männlein steht im Walde 1.14
02. Hoppe, hoppe Reiter 1.37
03. Kommt ein Vogel geflogen 1.36
04. Alle Vöglein sind schon da 1.51
05. Weißt, due wieviel Sternlein stehen 3.00
06. Guter Mond, du gehst so stille 3.04

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Peter Kreuder – Spielt Peter Kreuder (1958)

FrontCover1Ganz sicher war er einer der ganz großen im Bereich der leichten Muse …

Peter Kreuder (* 18. August 1905 in Aachen; † 28. Juni 1981 in Salzburg) war ein deutsch-österreichischer Komponist, Pianist und Dirigent. Er schrieb die Musik zu über 180 Filmen, Orchesterwerken, Opern, Operetten, Musicals und vieles mehr.

Peter Kreuder begann seine Karriere schon mit sechs Jahren mit einem Mozart-Klavierkonzert im Gürzenich in Köln. Seine Studienjahre verbrachte er in München, Berlin und Hamburg.

Seine erste Filmmusik war 1930 Hinter den Roten Mauern von Lichterfelde. Dann bekam er die Chance, für Friedrich Hollaender die Arrangements und die Zwischenmusik zu Der blaue Engel zu schreiben und komponieren. Nachdem er 1932 der NSDAP (Mitglieds-Nummer 1.275.600) beigetreten war, verließ er die Partei bereits 1934 wieder.

In den Jahren des Dritten Reiches ließ Kreuder sich vom Regime benutzen, unter anderem schrieb er die Musik zu dem Propagandafilm Gestern und heute (1938) von Hans Steinhoff. Unübertroffen in der Resonanz blieb sein Schlager Musik, Musik, Musik (besser bekannt unter der ersten Zeile seines Refrains „Ich brauche keine Millionen“), in welchem sich das Lebensgefühl einer vernachlässigten Generation widerspiegelte. Die Melodie dieses Schlagers wurde über 35 Jahre später sogar als Titelsong für die Muppet Show genutzt. In die im Krieg für die moralische Aufrüstung der Truppe produzierte Unterhaltungsmusik flossen zahlreiche Elemente des Jazz und des Big-Band-Klanges ein, wobei in den Filmen das eigentlich als „unarisch“ indizierte Saxophon in vielfacher Ausfertigung zu sehen war.

PeterKreuder21939 ging Kreuder nach Schweden in die Emigration (Emigrationsdokumente vorhanden), von wo er jedoch 1941 gezwungenermaßen wieder nach Deutschland zurückkehrte, da ihm angedroht wurde, seine gesamte Familie käme in ein Konzentrationslager. Im Herbst 1943 fiel er bei der NS-Diktatur in Ungnade, weil er sich geweigert hatte, Konzerte im Rheinland abzuhalten, das damals stärker als jeder andere Teil Deutschlands von Bombenangriffen bedroht war. Da er jedoch weiter als Filmkomponist benötigt wurde, wurde er aber weder aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen noch zur „Bewährung“ an die Front geschickt.

Er schrieb Musicals für Zarah Leander (Lady aus Paris und Madame Scandaleuse) und Johannes Heesters (Bel Ami). Er schrieb Lieder, unter anderen für Greta Keller „Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt“ und „Es kann zwischen heute und morgen“ (Doddy Delissen sang das Lied synchron für eine Sängerin in dem Magda-Schneider-Film Frauenliebe-Frauenleid (1937), bekannter wurde es aber später durch Greta Keller), oder für den Film Burgtheater (1936) „Sag‘ beim Abschied leise Servus“. Auch nach dem Krieg hatte Kreuder noch große Erfolge, unter anderem als Pianist mit originellen Platteneinspielungen. Während einer Welttournee mit Josephine Baker besuchte er vier Kontinente. Sein letztes Musical, Lola Montez, wurde 2003 uraufgeführt.

1959 nahm Peter Kreuder die österreichische Staatsbürgerschaft an, behielt aber die deutsche bei. Bei seinem Tod hinterließ er über 4000 Musikwerke, Opern, Operetten und Musicals.

Kreuder ist auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt (Grab Nr. 55-19-2). (Quelle: wikipedia)

Hier eine kleine EP aus dem Jahr 1958: Peter Kreuder spiel Peter Kreuder … wirklich amüsant, wie er seine federleichten Melodien nur so aus dem Ärmel zaubert … ganz dezent begleit von seinen „Solisten“ … (überwiegend Bass und Schlagzeug). Und der Kreuder könnte mich mehr interessieren, insbesondere seine irgendwie verwirrende Haltung im Nationalsozialismus … von daher ist das Kapitel Kreuder hier noch lange nicht zu Ende.

Aber jetzt erstmal: Musik, Musik, Musik !

PeterKreuder

Besetzung:
Peter Kreuder (piano)
+
seine Solisten

BackCover1
Titel:

Foxtrott: (2,21)
01.1. Im Leben geht alles vorüber
01.2. Blindekuh
01.3. Für eine Nacht voller Seeligkeit

Langsamer Walzer: (3.11)
02.1. Serenade
02.2. Ich spür´ in mir
02.3. Sag beim Abschied leise „Servus“

Slowfox: (3.05)
03.1. Nur eine Stunde
03.2. Zwischen heute und morgen
03.3. Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt

Foxtrott: (2.35)
04.1. Was du mir erzäht hast von Liebe und Treu
04.2. Ich wollt´ ich wär´ ein Huhn
04.3. Musik, Musik, Musik !

Musik: Peter Kreuder

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InformationÜberDenGebrauchEinerSingle

Und diese persönliche Widmung findet sich auf der Schutzhülle diese EP:

Widmung

Die drei Jacksons – Akkordeon-Potpourri (1958)

FrontCover1Die Geschichte der „drei Jacksons“ begann im Jahre 1940, als  Piet Koopmans, Harry van de Velde & Piet van Gorp beschlossen, fortan als Akkordeon Trio ihr Glück zu versuchen.

Ihre Erfolge erzielten sie vermutlich vorrangig in ihrer Heimat, also den Niederlanden und das nicht zu knapp, liest man sich ein wenig durch die niederländische webiste des Trios … aber natürlich hatte Philips Records auch ein Interesse, diese Musikanten auch auf dem europäischen Markt zu plazieren und so kamen dann Ende der 50er Jahre ein paar Single der drei auch als spezielle Pressungen für Deutschland auf den Markt … natürlich unter dem Titel „Die drei Jacksons“.

Geboten wird ein „Akkordeon-Potpourri“ mit Melodien, die bei uns – so meine Vermutung – vielleicht gar nicht so bekannt waren … von daher hielt sich der Erfolg dieses Combos in Grenzen.

Geboten wurden eher schlichte Akkordeon-Musik (oder anders gefragt: Was soll schon dabei herauskommen, wenn man 12 Melodien auf eine Single presst … ) …  aber sei´s drum … eine kleine Randnotiz in diesem Blog ist diese Formation allemal wert …und wer sich mit skurrilen Aufnahmen aus den 50er Jahren für den deutschen Musikmarkt interessiert …wird hier allemal gut bedient. Schmunzelnde Grüße an alle Leser dieses blogs.

BackCover1

Besetzung:
Piet van Gorp (accordeon)
Piet Koopmans (accordeon)
Harry van de Velde (accordeon)
+
Rhythmusbegleitung

Die3Jacksons

Titel:

Akkordeon-Potpourri 1:
01. Que sera (Livingston/Evans)
02. True Love (Porter)
03. De Smokkelaar (Hoes) (2.49)

Akkordeon-Potpourri 2:
04. Ricordate Marcelino (Savona/Giacabetti)
05. Ohklahoma-Tom (Schauberg/Bartels)
06. Mia cara Carolina (v.Wood/Pidano) (2.40)

Akkordeon-Potpourri 3:
07. Singing The Blues (Endsley)
08. Cindy, o Cindy (Barren/Long)
09. Muskrat Ramble (Ory(Gilbert) (2.33)

Akkordeon-Potpourri 4:
10. Marianne (Gilkyson/Dehr/Miller)
11. The Banana-Boat-Song (Darling/Carey/Arkin)
12. Calypso (Porter) (2.53)

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KlingendeKostbarkeiten

Dietmar Schönherr – Ich suche die Liebe + Du wirst geliebt (1958)

FrontCover1Dietmar Schönherr war ja lange bevor er mir als „Wünsch dir was“ Moderator auffiel, in jenem Geschäft tätig, das man landläufig als „showbusiness“ betitelt, tätig. Hier nun ein Beispiel aus den späten 50er Jahren, als er die Single „Du wirst geliebt“/“Ich suche nach Liebe“ veröffentlichte. Es war seine erste Single, die man später als „Jugendsünde“ einstufen durfte (Die Sammlung „Jugtendsünden“ wird ein hier ein wenig später präsentiert; dieser Beitrag ist quasi ne Art Appetithäppchen).

Schönherr war damals noch mit Ellen Schönherr verheiratet; diese Ehe hielt immerhin 13 Jahre (1950 – 1963), dann aber trat Vivi Bach in sein Leben. Ellen Schönherr verstarb übrigens 90jährig im Jahr 2013 (wenig später verstarb dann auch Vivi Bach).

Warum ich das hier berichte? Nun: Diese Single steht thematisch ganz im Zeichen der Liebe. Da ist einerseits die A-Seite mit „Ich suche die Liebe (und finde sie nie)“ und die Lösung das quälenden Problems findet sich dann auf der B-Seite: „Du wirst geliebt“ (dieser Song stammt ausdem Film „Die James Dean Story“) … Na bitte … wer sagt´s denn … Alles wird gut !

Schönherr war als Schlagersänger nie sonderlich besonders erfolgreich (selbst seine Duette mit Vivi Bach erregten kaum Aufmerksamkeit). Aber wirklich schlimm ist das ja nun auch nicht: Hat er doch mit der „Orion“, ubnd mit „Wünsch dir was“ und insbesondere mit seinem Engagament für Nicaragua seine Spuren hinterlassen. Und diese Spuren sind wahrlich bedeutsamer, als seine zahllosen Singles, die man heute schmunzelnd hören kann …

Schönherr

Besetzung:
Dietmar Schönherr (vocals)
+
Orchester Josef Niessen

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Diese Single gab´s dann auch mit dieser Hülle

Titel:
01. Ich suche die Liebe (Niessen/Hertha) 2.30
02. Du wirst geliebt (Livingston/Evans/Siegel) 2.39

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Wolfgang Menge + Jürgen Roland – Stahlnetz – Das 12. Messer (Hörbuch) (1958/2005)

FrontCover1.jpgUnd jetzt mag ich mal wieder einen Klassiker der frühen deutschen Fernsehgeschichte präsentieren – und zwar als Hörbuch (mit der Original-Tonspur der Fernsehfolge „Das 12. Messer“ aus Kriminalserie „Stahlnetz“ von 1958)

Stahlnetz war eine zwischen 1958 und 1968 ausgestrahlte deutsche Krimiproduktion des NDR, deren 22 Folgen auf realen Begebenheiten basierten. Die Serie wurde von Jürgen Roland nach Drehbüchern von Wolfgang Menge inszeniert und war die Vorgängerproduktion der ARD-Kriminalserie Tatort. Die Sendereihe war beim Fernsehpublikum sehr beliebt; die meisten Folgen wurden zu regelrechten Straßenfegern.

Weniger erfolgreich waren sechs zwischen 1999 und 2003 produzierte weitere Folgen. In der Folge „PSI“ war dort der Schauspieler Axel Milberg in der Rolle als eigensinniger Hauptkommissar Klaus Borowski zu sehen, der einen fast unglaublichen Entführungsfall löst. Später wurde Hauptkommissar Borowski von Hannover nach Kiel versetzt – als Tatort-Kommissar.

Das Konzept und auch die Titelmusik wurden der US-amerikanischen Fernsehserie Dragnet (wörtlich ‚Schleppnetz‘; dt. Titel: Polizeibericht) entliehen. Die Titelmelodie wurde komponiert von Walter Schumann. Das bekannte „Taa-Ta-Tamm-Tamm“ zu Beginn stammt allerdings aus der Feder des Hollywood-Komponisten Miklós Rózsa (Ben Hur, El Cid u. v. a.) und wurde ursprünglich für den Film Rächer der Unterwelt (The Killers, 1946) komponiert. Die begleitende Filmmusik wurde u. a. von Erwin Halletz und einmal auch von Martin Böttcher (für den Zweiteiler Spur 211) komponiert.

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Während die 22 ursprünglichen Folgen von Wolfgang Menge geschrieben und von Jürgen Roland inszeniert worden waren, stammen die sechs neuen Folgen von verschiedenen Autoren: Friedrich Ani, Orkun Ertener, Thomas Keck, Kerstin Oesterlein, Jessica Schellack, Markus Stromiedel und Karl Heinz Zeitler. Auch die Regisseure wechselten in den neuen Folgen: Thomas Bohn, René Heisig, Markus Imboden, Ernst Josef Lauscher und Manfred Stelzer.

Führende deutsche Fernsehschauspieler waren in den Serienfolgen als Täter und Ermittler zu sehen; zu den Ermittlern gehörten unter anderem Heinz Engelmann, Wolfgang Völz, Hellmut Lange, Rudolf Platte, Karl Georg Saebisch, Eddi Arent und Paul Edwin Roth. Als Täter konnte man u. a. Sigurd Fitzek als Kindesmörder Willy Funke in Rehe sowie Grit Boettcher, Mady Rahl, Dirk Dautzenberg, Jan Hendriks und Henning Schlüter erleben.

Jede Folge beginnt damit, dass die Straftat nachgestellt wird. Danach bekommt man folgende Texte zu lesen:

Dieser Fall ist wahr!
Er wurde aufgezeichnet
nach den Unterlagen
der Kriminalpolizei (mit/ohne Stadtname).

Nur Namen von Personen,
Plätzen und die Daten wurden
geändert um Unschuldige
und Zeugen zu schützen.

Sollte trotzdem Namensgleichheit mit lebenden oder
toten Personen auftreten,
so ist sie rein zufällig.

(Quelle: wikipedia)

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Jürgen Roland mit Wolfgang Menge (r.) und Kriminaldirektor Breuer, Polizeibehörde Hamburg- 1958

Und darum geht´s in dieser Folge … im Fernsehen war es die 5. Folge, in dieser Hörbuch-Edtition die Folge 1:

Die Frau eines Bergmannes wird erstochen aufgefunden. Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln, da die wenigen am Tatort hinterlassenen Spuren zunächst allesamt im Nichts enden. Lediglich ein Messer, das in Tatortnähe gefunden wird, aber nicht zwingend etwas mit der Tat zu tun haben muss, könnte einigen Aufschluss über den Täter bringen. Die Oberhausener Polizei steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll sie das gefundene Messer zur Tatwaffe erklären, obwohl der Nutzen dieser Aktion mehr als ungewiss ist…?

Nachdem ich die komplette „Stahlnetz“-Serie auf DVD erlebt habe, stelle ich mir die Frage, warum man ausgerechnet „Das 12. Messer“ als Hörbuch adaptiert hat. Diese Folge wirkt nämlich nicht so recht in dieser Darbringungsform. Zu vieles an Handlungsverläufen bleibt unverständlich, weil die Erklärungen aus dem Off fehlen; man ist außerdem mitunter regelrecht orientierungslos, wo sich die Akteure gerade aufhalten. Polizeipräsidium? Tatort? Gerichtsmedizin? Es wird nicht immer sofort klar, und dadurch bleibt nicht nur das Verständnis für die Handlung auf der Strecke, auch will nicht die rechte Atmosphäre aufkommen, für welche die gesamte „Stahlnetz“-Serie so berühmt war. „Das 12. Messer“ ist als Hörbuch jedenfalls einfach nur langweilig.
Sicherlich gibt es Episoden, die die Anforderungen einer Hörbuchadaption besser erfüllen, wie z. B. die bereits erschienene zweite Folge „Das Haus an der Stör“, die als Hörbuch schlichtweg brillant ist und denselben Wiedererkennungswert wie das filmische Original hat.
Noch sind zwanzig Folgen übrig, die auf eine Adaption warten. Sollte der Hörverlag seine Reihe fortsetzen, bleibt zu hoffen, dass er bei den nächsten Folgen eine sorgfältigere Auswahl trifft. (francon1973)

So ganz unrecht hat er da nicht … für mich war es dennoch ein Hörvergnügen … denn selbst mit den oben beschriebenen Mängel, hat das Hörbuch was … na ja … ich bin halt auch ein kleiner Nostalgiker.

KerstPeine

Die Kriminalpolizei beim Verhör: (links: Helmut Peine, rechts: Alexander Kerst)

Und: alle sprechen heute vom Regionalkrimi … da können Wolfgang Menge und Jürgen Roland nur lachen … die haben das bereits 1958 kultiviert.

Und jetzt hätte ich ja eigentlich die dazu passende TV-Sendung angesehen … allerdings wurde ich (bis jetzt) nicht fündig.

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Besetzung:
Friedrich G. Beckhaus (Harms)
Alexander Kerst (Kommisar Hardorf/Erzähler)
Jürgen von Manger (Vorarbeiter Messerfabrik)
Helmut Peine (Kriminalrat Kerkan)
Gerhard Tichy (Weiterhin)
u.a.

Buch: Wolfgang Menge
Regie: Jürgen Roland
Musik: Gerhard Gregor
Titelmusik: Walter Schumann, Ray Anthony, Erwin Halletz

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Titel:
01. Das ist das Ruhrgebiet 5.28
02. Wo ist denn Herr Wesemann? 2.54
03. Immer noch Sonntag, 9. September 6.30
04. Haben Sie zufällig das Messer mit? 5.29
05. Wir hatten uns also entschlossen 6.08
06. 16.40 Uhr, einen Tag später 3.51
07.  Unser Messer war das Zwölfte 5.16
08. Da haben wir ja noch Zeit 6.09

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