Wolfgang Menge + Jürgen Roland – Stahlnetz – Das 12. Messer (Hörbuch) (1958/2005)

FrontCover1.jpgUnd jetzt mag ich mal wieder einen Klassiker der frühen deutschen Fernsehgeschichte präsentieren – und zwar als Hörbuch (mit der Original-Tonspur der Fernsehfolge „Das 12. Messer“ aus Kriminalserie „Stahlnetz“ von 1958)

Stahlnetz war eine zwischen 1958 und 1968 ausgestrahlte deutsche Krimiproduktion des NDR, deren 22 Folgen auf realen Begebenheiten basierten. Die Serie wurde von Jürgen Roland nach Drehbüchern von Wolfgang Menge inszeniert und war die Vorgängerproduktion der ARD-Kriminalserie Tatort. Die Sendereihe war beim Fernsehpublikum sehr beliebt; die meisten Folgen wurden zu regelrechten Straßenfegern.

Weniger erfolgreich waren sechs zwischen 1999 und 2003 produzierte weitere Folgen. In der Folge „PSI“ war dort der Schauspieler Axel Milberg in der Rolle als eigensinniger Hauptkommissar Klaus Borowski zu sehen, der einen fast unglaublichen Entführungsfall löst. Später wurde Hauptkommissar Borowski von Hannover nach Kiel versetzt – als Tatort-Kommissar.

Das Konzept und auch die Titelmusik wurden der US-amerikanischen Fernsehserie Dragnet (wörtlich ‚Schleppnetz‘; dt. Titel: Polizeibericht) entliehen. Die Titelmelodie wurde komponiert von Walter Schumann. Das bekannte „Taa-Ta-Tamm-Tamm“ zu Beginn stammt allerdings aus der Feder des Hollywood-Komponisten Miklós Rózsa (Ben Hur, El Cid u. v. a.) und wurde ursprünglich für den Film Rächer der Unterwelt (The Killers, 1946) komponiert. Die begleitende Filmmusik wurde u. a. von Erwin Halletz und einmal auch von Martin Böttcher (für den Zweiteiler Spur 211) komponiert.

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Während die 22 ursprünglichen Folgen von Wolfgang Menge geschrieben und von Jürgen Roland inszeniert worden waren, stammen die sechs neuen Folgen von verschiedenen Autoren: Friedrich Ani, Orkun Ertener, Thomas Keck, Kerstin Oesterlein, Jessica Schellack, Markus Stromiedel und Karl Heinz Zeitler. Auch die Regisseure wechselten in den neuen Folgen: Thomas Bohn, René Heisig, Markus Imboden, Ernst Josef Lauscher und Manfred Stelzer.

Führende deutsche Fernsehschauspieler waren in den Serienfolgen als Täter und Ermittler zu sehen; zu den Ermittlern gehörten unter anderem Heinz Engelmann, Wolfgang Völz, Hellmut Lange, Rudolf Platte, Karl Georg Saebisch, Eddi Arent und Paul Edwin Roth. Als Täter konnte man u. a. Sigurd Fitzek als Kindesmörder Willy Funke in Rehe sowie Grit Boettcher, Mady Rahl, Dirk Dautzenberg, Jan Hendriks und Henning Schlüter erleben.

Jede Folge beginnt damit, dass die Straftat nachgestellt wird. Danach bekommt man folgende Texte zu lesen:

Dieser Fall ist wahr!
Er wurde aufgezeichnet
nach den Unterlagen
der Kriminalpolizei (mit/ohne Stadtname).

Nur Namen von Personen,
Plätzen und die Daten wurden
geändert um Unschuldige
und Zeugen zu schützen.

Sollte trotzdem Namensgleichheit mit lebenden oder
toten Personen auftreten,
so ist sie rein zufällig.

(Quelle: wikipedia)

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Jürgen Roland mit Wolfgang Menge (r.) und Kriminaldirektor Breuer, Polizeibehörde Hamburg- 1958

Und darum geht´s in dieser Folge … im Fernsehen war es die 5. Folge, in dieser Hörbuch-Edtition die Folge 1:

Die Frau eines Bergmannes wird erstochen aufgefunden. Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln, da die wenigen am Tatort hinterlassenen Spuren zunächst allesamt im Nichts enden. Lediglich ein Messer, das in Tatortnähe gefunden wird, aber nicht zwingend etwas mit der Tat zu tun haben muss, könnte einigen Aufschluss über den Täter bringen. Die Oberhausener Polizei steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll sie das gefundene Messer zur Tatwaffe erklären, obwohl der Nutzen dieser Aktion mehr als ungewiss ist…?

Nachdem ich die komplette „Stahlnetz“-Serie auf DVD erlebt habe, stelle ich mir die Frage, warum man ausgerechnet „Das 12. Messer“ als Hörbuch adaptiert hat. Diese Folge wirkt nämlich nicht so recht in dieser Darbringungsform. Zu vieles an Handlungsverläufen bleibt unverständlich, weil die Erklärungen aus dem Off fehlen; man ist außerdem mitunter regelrecht orientierungslos, wo sich die Akteure gerade aufhalten. Polizeipräsidium? Tatort? Gerichtsmedizin? Es wird nicht immer sofort klar, und dadurch bleibt nicht nur das Verständnis für die Handlung auf der Strecke, auch will nicht die rechte Atmosphäre aufkommen, für welche die gesamte „Stahlnetz“-Serie so berühmt war. „Das 12. Messer“ ist als Hörbuch jedenfalls einfach nur langweilig.
Sicherlich gibt es Episoden, die die Anforderungen einer Hörbuchadaption besser erfüllen, wie z. B. die bereits erschienene zweite Folge „Das Haus an der Stör“, die als Hörbuch schlichtweg brillant ist und denselben Wiedererkennungswert wie das filmische Original hat.
Noch sind zwanzig Folgen übrig, die auf eine Adaption warten. Sollte der Hörverlag seine Reihe fortsetzen, bleibt zu hoffen, dass er bei den nächsten Folgen eine sorgfältigere Auswahl trifft. (francon1973)

So ganz unrecht hat er da nicht … für mich war es dennoch ein Hörvergnügen … denn selbst mit den oben beschriebenen Mängel, hat das Hörbuch was … na ja … ich bin halt auch ein kleiner Nostalgiker.

KerstPeine

Die Kriminalpolizei beim Verhör: (links: Helmut Peine, rechts: Alexander Kerst)

Und: alle sprechen heute vom Regionalkrimi … da können Wolfgang Menge und Jürgen Roland nur lachen … die haben das bereits 1958 kultiviert.

Und jetzt hätte ich ja eigentlich die dazu passende TV-Sendung angesehen … allerdings wurde ich (bis jetzt) nicht fündig.

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Besetzung:
Friedrich G. Beckhaus (Harms)
Alexander Kerst (Kommisar Hardorf/Erzähler)
Jürgen von Manger (Vorarbeiter Messerfabrik)
Helmut Peine (Kriminalrat Kerkan)
Gerhard Tichy (Weiterhin)
u.a.

Buch: Wolfgang Menge
Regie: Jürgen Roland
Musik: Gerhard Gregor
Titelmusik: Walter Schumann, Ray Anthony, Erwin Halletz

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Titel:
01. Das ist das Ruhrgebiet 5.28
02. Wo ist denn Herr Wesemann? 2.54
03. Immer noch Sonntag, 9. September 6.30
04. Haben Sie zufällig das Messer mit? 5.29
05. Wir hatten uns also entschlossen 6.08
06. 16.40 Uhr, einen Tag später 3.51
07.  Unser Messer war das Zwölfte 5.16
08. Da haben wir ja noch Zeit 6.09

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Wilhelm Menzel – Der Menzel Willem spricht (1958)

FrontCover1Der ehrwürdige „Gräfe und Unzer Verlag“, München veröffentlichte 1958 eine Single mit Texten eines Wilhelm Menzel, der damals – in den 50er Jahren – wohl für viele der unter der Vertreibung leidendenden Schlesier ein wichtiges Stück Heimat repräsentierte. Denn, wie man sich auch auf dieser Single überzeugen kann, pflegte er den schlesischen Dialekt, den heute wohl kaum noch einer versteht.

Wilhelm Menzel, Pseudonym: Menzel-Willem, (* 8. Januar 1898 in Obersteinkirch, Landkreis Lauban, Schlesien; † 23. Januar 1980 in Dortmund) war ein deutscher Volkskundler und Philologe, ein Sammler und Herausgeber schlesischer Texte.

1934 schloss er die Ehe mit Klara Heuer, aus der später fünf Kinder hervorgingen. Im selben Jahr begann Wilhelm Menzel an der Hochschule für Lehrerbildung in Hirschberg im Riesengebirge eine Lehrtätigkeit, die er nach der Vertreibung im Jahre 1947 an der Pädagogischen Akademie in Dortmund fortsetzte. 1954 wurde er Professor. Auf wissenschaftlichem Gebiet legte Professor Menzel hervorragende Werke zur Philologie, Literatur und Volkskunde Schlesiens vor. Er breitete, und das nicht nur vor Schlesiern, so etwas wie das „Schlesische Himmelreich“ aus, das ein Universum für sich ist.

1938 promovierte Menzel im Fach Philosophie mit einer Arbeit zum Thema Mutter und Kind im schlesischen Volksglauben und Brauch. Die erste Publikation Menzels erfolgte während der Zeit des Dritten Reichs – die gesellige Liedersammlung Fröhliche Abendrunde (1938), die „für den Gebrauch in den NS-Verbänden, im Heim, Schule und Haus“ gedacht war.

KulturkonferenzEnde20erJahre

„Kulturkonferenz “ im Pastorenhaus zu Neumittelwalde;
von li: H. Reimnitz, Wilhelm Menzel (Menzel- Willem), Frl. Wennrich, Frau H. König, Pastor H.-J. König mit dem Schäferhund „Asta“. Ende der 20er Jahre

.Ab 1948 beginnen dann seine zahlreichen Herausgaben schlesischer Heimattexte. Meist geschah dies in Anthologien, bisweilen gab er allerdings auch schlesische Dichter, wie zum hundertsten Geburtstag von Hermann Stehr, in Einzelausgaben neu heraus. (Quelle: wikipedia)

Die Beschäftigung mit dieser Single war eine Erfahrung der besonderen Art: Ich kann eigentlich gar nicht wiedergeben, was der Menzel Willem da so von sich gibt (ich vermute mal, dass jede Menge Mutterwitz enthalten ist) … okay, ich hatte auch keine Lust, mich stundenlang damit zu beschäftigen … Aber vielleicht tun sich da ja andere ein wenig leichter.

Wie auch immer: Auf der Rückseite der Single werden auch seine Bücher beworben und da findet man dann auch folgenden Satz: „So entstanden zwei Schatzkästlein, die uns immer, wenn wir sie zur Hand nehmen, die alte Heimat wieder nahebringen und uns über trübe Stunden hinweghelfen“. So war das damals halt, bei den Vertriebenen …

 

Bücher

Bücher von Wilhelm Menzel

Besetzung:
Wilhelm Menzel (Sprecher)

BackCover1Titel:
01. A wing Schläsch´ 7.26
02. A poor schläs´sche Geschichtla und Getichtla 7.39

Alle Texte: Wilhelm Menzel

LabelA1

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Orchester Ron Goodwin – Elisabeth-Sernade + Venus-Walzer (1958 – 1964)

FrontCover1.jpgEigentlich kein deutscher Musiker/Komponist. aber seine Melodien haben zumindest in meiner Generation durchaus Gehör gefunden … zumeist im Kino:

Ronald Alfred „Ron“ Goodwin (* 17. Februar 1925 in Plymouth; † 8. Januar 2003 in Brimpton Common, Reading, Großbritannien) war ein britischer Komponist, der vor allem durch seine Filmmusik Bekanntheit erlangte.

Seine Schulzeit verbrachte Goodwin auf der Willesden County Grammar School im Nordwesten Londons. Bereits in jungen Jahren lernte er Klavierspielen und Trompete. Im Alter von 14 Jahren (1939) gründete er eine Tanzband, The Woodchoppers, deren Eröffnungsmelodie das swingende At the Woodchoppers Ball von Woody Herman war. Das Orchester erreichte bald einen semi-professionellen Status und nahm an verschiedenen Wettbewerben teil. Als Komponist war Goodwin ein Autodidakt, der das handwerkliche Rüstzeug als Arrangeur in seiner frühen Tätigkeit als Kopist bei dem Musikverlag Campbell Connelly erlernte.

Im Alter von 24 Jahren (1949) nahm Goodwin seine ersten beiden Schallplatten als Dirigent für die Sängerin Petula Clark auf, die ein sehr großer Erfolg in Australien wurden. Ein überraschender Erfolg war 1950 auch eine Cover-Version Goodwins des Nat King Cole-Titels „Too Young“ für den relativ unbekannten Sänger Jimmy Young, für den er noch weitere fünfzehn Platten dirigieren sollte. Von da an war der Name Ron Goodwins in der britischen Musikwelt etabliert und seine Platten erschienen mit der Bezeichnung „Ron Goodwin and his Orchestra“. Das Orchester bestand teilweise aus bis zu 42 Musikern, die er persönlich ausgewählt hatte.

RonGoodwin011951 begann er für den Produzenten George Martin einige Platten aufzunehmen. Der größte Erfolg war die Adaption der Titelmelodie aus Charlie Chaplins „Rampenlicht“ (Limelight). Der Titel erreichte in den britischen Single-Charts 1953 Platz 3 und blieb 18 Wochen unter den Top Ten.

Seine erste Filmmusik komponierte Goodwin für den 1958 in Deutschland entstandenen Streifen Die schwarze Lorelei.

Eine seiner frühen eigenen Filmkompositionen ist das Rokoko-ähnliche Hauptthema aus den vier Miss-Marple-Filmen mit Margaret Rutherford. Goodwins Komposition errang insbesondere in Deutschland und den skandinavischen Ländern große Bekanntheit und gelangte dort sogar in die Pop-Charts.

  • 16 Uhr 50 ab Paddington (Murder She Said) (1961)
  • Der Wachsblumenstrauß (Murder at the Gallop) (1963)
  • Vier Frauen und ein Mord (Murder Most Foul) (1964)
  • Mörder ahoi! (Murder Ahoy) (1964)

Der endgültige internationale Durchbruch gelang Goodwin jedoch mit der beschwingten Musik zu Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten von 1965; das Hauptthema daraus wurde zu einem populären Klassiker der British Light Music. In Großbritannien feierte Goodwin in den sechziger Jahren vor allem mit seinen Scores für Kriegsfilme große Erfolge, so z. B. mit Kampfgeschwader 633 (633 Squadron, 1964), Geheimaktion Crossbow (Operation Crossbow, 1965) und Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare, 1969). 1969 ersetzte er William Walton als Komponist bei Guy Hamiltons aufwändigem Kriegsepos Luftschlacht um England (Battle of Britain).

Weitere Filmarbeiten von Goodwin sind Blumen des Schreckens (The Day of the Triffids, 1962), Lancelot and Guinevere, 1963, Der Menschen Hörigkeit (Of Human Bondage, 1964), Wie ein Schrei im Wind (The Trap, 1966) (das Titelthema wurde jahrelang von der BBC eingesetzt bei der Übertragung des Marathons in London), Monte Carlo Rallye, (Monte Carlo or Bust, 1969), Der Vollstrecker (The Executioner, 1970) und Alfred Hitchcocks Frenzy (1972). Bei dem Hitchcock-Film ersetzte Goodwin wiederum einen bereits existierenden Score, diesmal von Henry Mancini.

RonGoodwin03In den 1970er-Jahren schrieb Goodwin auch die Musik für einige Disney-Filme, von denen diejenige für Die kleinen Pferdediebe (Escape from the Dark, 1976) wegen der Verwendung eines reinen Blasorchesters (der bekannten Grimethorpe Colliery Band) stilistisch am interessantesten war. Weiterhin komponierte er die Musik zu Wer hat unseren Dinosaurier geklaut? im Jahr 1975. Er komponierte und dirigierte außerdem die Filmmusik für die kanadischen Zeichentrickfilme Der selbstsüchtige Riese und The Happy Prince.

Die letzte Filmproduktion, an der Ron Goodwin beteiligt war, war der dänische Zeichentrickfilm Walhalla (1986). Neben seiner Filmmusik schrieb Goodwin auch zahlreiche Werke für den Konzertsaal, meist in Form von Miniaturen in leichterem Tonfall. Jedoch komponierte er auch einige längere Suiten, darunter Drake 400 im Auftrag der Stadt Plymouth.

Der seit Jahren schwer an Asthma erkrankte Goodwin kehrte am 7. Januar 2003 von seiner (32.) alljährlich stattfindenden Konzerttour zu Weihnachten und Jahresende durch Südengland mit dem Bornemouth Symphony Orchestra nach Hause zurück, und starb nur einen Tag später im Alter von nahezu 78 Jahren.

Mit seiner Ehefrau Heather hatte Goodwin einen Sohn. Den Ivor Novello Award erhielt er drei Mal, zuletzt 1994 für sein Lebenswerk. (Quelle: wikipedia)

RonGoodwin02

Hier hören wir nun die sog. „Elisabeth-Sernade“, die – entgegen erster Vermutungen meinerseits – alles andere als deutschen Ursprungs ist:

Die Elisabethserenade (engl. Elizabethan Serenade) ist ein Musikstück des britischen Komponisten Ronald Binge aus dem Jahr 1951. Mit ihrer eingängigen, schmelzenden Melodie ist sie ein bekanntes Beispiel für die British Light Music.

Binge schrieb das Stück ursprünglich als Instrumentalfassung für das Orchester Mantovani, für das es zu einem großen Erfolg wurde. Daneben wurden aber von Fremdautoren verschiedene Textfassungen erstellt, etwa Where the Gentle Avon Flows (Christopher Hassall, nach 1952), Only for You (Louise Tucker, 1983), Hör mein Lied, Elisabeth (deutsch; Erik Wallnau und Ann Heston, 1962), Steeds als ik dit wijsje hoor (niederländisch), Alžbětínská serenáda (tschechisch; Zdeněk Borovec 1975), Elisabet-serenadi (finnisch; Sauvo Puhtila 1963).

Ursprünglich erschien das Stück unter dem einfachen Titel Andante cantabile. 1952, im Jahr des Beginns der Regentschaft von Königin Elisabeth II., wurde es unter dem endgültigen Titel Elizabethan Serenade wiederveröffentlicht, der die optimistische Grundstimmung dieser Zeit und die Hoffnung auf ein neues Elisabethanisches Zeitalter widerspiegeln soll. In der deutschen Übersetzung des Titels ist diese Bedeutung verloren gegangen.

Serenade.jpgZu den bekanntesten Interpretationen der Elisabethserenade zählen:

Instrumental: Mantovani, Ron Goodwin, James Last, Richard Clayderman, Klaus Wunderlich, Boris Gardiner (Elizabethan Reggae, 1970)
Vokal: Günter Kallmann Chor (Hitparade 1962), Fischerchöre, Peter Alexander, Eva Lind, Louise Tucker, Karel Gott, Roger Whittaker (gepfiffen), Ivan Rebroff (satirisch)

Die Elisabethserenade erklingt auch in der Filmmusik von Die Försterchristel (1962), sowie im Film Shopaholic − Die Schnäppchenjägerin (Originaltitel: Confessions of a Shopaholic), Komödie von Regisseur P. J. Hogan (2009). (Quelle: wikipedia)

Und ich bilde mir ein, diese Melodie auch mal in einem „Miss Marple“ Film gehört zu haben.

Man kann sich einfach ein wenig verzaubern lassen … mit diesen schmelzenden Melodien …

Meine Single ist eine Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1964, ursprünglich erschien sie bei uns 1958 mit einem anderen Cover:

OriginalAusgabe

Besetzung:
Orchester Ron Goodwin

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Titel:
01. Elisabeth-Sernade (Binge) 3.13
02. Venus-Walzer (Goodwin) 3.20

LabelB1

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Noch ne Wiederveröffentlichung, diesmal aus dem Jahr 1967:

Wiederveröffentlichung1967

Bayerisches Rundfunkorchester (Willy Mattes) – Warschauer Konzert (ca. 1958)

FrontCover1Eine spannende Entdeckung, dieses Werk des britischen Komponisten Richard Addinsell (* 13. Januar 1904 in London; † 14. November 1977 ebenda), hier dargeboten in einer Einspielung des Bayerischen Rundfunkorchesters unter der Leitung von Willy Mattes und damals (in einem Land vor unserer Zeit) vom „Bertelsmann Schallplattenring“ unters Volks gebracht.

Es zählt zu den bekanntesten Werke Addinsells und wurde für den Film Dangerous Moonlight (1941) komponiert, eine dem Stil Sergei Rachmaninows angenäherte Rhapsodie für Klavier und Orchester, die unter dem Namen Warsaw Concerto (Warschauer Konzert) Weltruhm erlangte.

Auf der Rückseite dieser „Hi Fi Langspielplatte“ (mit 45 U/m) ist dann dazu zu lesen:

„Es ist eine Komposition voll sattem Farbenglanz und reich zerklüfteter Seelenlandschaften, eine ungewöhnliche Elegie von jäh aufbrechender und dunkel glühender Leidenschaft, die dann plötzlich zurücksingt in eine bezaubernde Lyrik, die in reicher Nuancierung ungestillte Sehnsucht, süßen Schmerz und neue Hoffnung empfinden läßt“.

Da stellt man sich dann schon ein wenig die Frage: „Was hat denn der Autor dieser Zeilen frühmorgens für ein Kraut geraucht“ ?

Unabhängig davon: Es ist wirklich eine packende Komposition und von daher bin ich den Bertelsmännern doch recht dankbar, dass sie damals diese Single unters Volk gebracht haben … Und hier feiert sie ihre Auferstehung …

Richard Addinsell

Richard Addinsell

Noch ein Wort zu dem Dirigenten Willy Mattes:

Willy Mattes (* 4. Januar 1916 in Wien als Wilhelm Franz Josef Mattes; † 30. Juli 2002 in Salzburg) war ein österreichischer Komponist, Arrangeur und Dirigent, der sowohl bekannte Schlager, als auch zahlreiche Filmmusiken komponierte.

Nach Absolvierung der Matura 1935 und der Dirigentenklasse 1937 in Wien, ist Mattes bis 1939 Theaterkapellmeister in Oldenburg und Leipzig. Anschließend arbeitet er als Arrangeur und Komponist bei den Filmgesellschaften Ufa und Tobis, für die er seine ersten eigenständigen Filmmusiken schreibt.

Von 1944 bis 1951 ist Mattes als Dirigent bei Sveriges Radio in Stockholm tätig, anschließend beim Bayerischen Rundfunk in München und von 1964 bis 1974 beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Dort hat 1964 auch das von Mattes komponierte Konzertstück für Klavier und Orchester Swedish Rapsody seine Uraufführung, das 1966 in dem US-amerikanischen MGM-Film Madame X zu hören ist. In den Credits verbirgt er sich hinter dem Pseudonym Charles Wildman, das er gelegentlich bei internationalen Filmarbeiten benutzte. Von 1975 bis 1980 ist er Abteilungsleiter für U-Musik beim RIAS in Berlin. Ab 1981 ist er Gastdirigent beim Norddeutschen Rundfunk in Hannover.

Mattes war in erster Ehe mit der Schauspielerin und Tänzerin Margit Symo und in zweiter Ehe mit der ehemaligen Miss Germany und Miss Europa Christel Schaack verheiratet. Er ist der Vater der Schauspielerin Eva Mattes. (Quelle: wikipedia)

Und die Eva Mattes, nun ja, das ist ein anderes Kapitel bundesdeutscher Kulturgeschichte …

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Besetzung:
Christian Schmitz-Steinberg (piano)
+
Das Bayerischer Rundfunkorchester unter der Leitung von Willy Mattes

 

WillyMattes

Titel:
01. Warschauer Konzert (Teil 1) 3.38
02. Warschauer Konzert (Teil 2) 4.31

Komposition: Richard Addinsell

LabelA1

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Verschiedene Interpreten – Hits im Doppelpack (2013) (CD 1)

FrontCover1Die Grundidee dieser CD Edition ist schon amüsant:

Man nehme: Original-Schlager und Hits der 50er  vornehmlich aus den USA und stelle sie den dann später folgenden deutschen Cover-Versionen gegenüber und dann gibt es nicht nur ein buntes Stell-Dich-Ein mit Stars dieser Jahre (Willy Hagara, Bibi Johns etc.), sondern es laufen einem auch jede Menge unbekannte Musikanten über den Weg (Jörg Maria Berg, Bob & Eddy, Hula Hawaiian Quartett9

Und wenn auch die meisten Original-Versionen geschmeidiger sind, so gibt es immer wieder deutsche Interpretationen, die einen aufhorchen lassen, z.B. die von der Evelyn Künnecke und natürlich die famose Inge Brandenburg.

Und so manche Songs sind schon ein wenig keck, man ist fast geneigt zu vermerken, dass sich hier ein unsittliches Gedankengut breit gemacht hat, dass doch sehr bedenklich ist !

Und somit ist diese Präsentation durchaus vergnüglich … mehr als eine Prise Nostalgie wird frei Haus geliefert und das schönste ist, ja, dass weitere 9 Exemplare dieser Art folgen werden !

SingelHüllen01
SingelHüllen02
SingelHüllen03
KünneckeBoogieFC

Titel:
01 . Mcguire Sisters: Sugartime (Phillips/Echols) (1957) 2.32
02. Willy Hagara: Nur In Portofino (Phillips/Echols/?) (1957) 2.20

03. Glenn Miller: Chattanooga Choo Choo (Gordon/Warren) (1941) 3.16
04. Bully Buhlan: Kötschenbroda Express (Gordon/Warren(?) (1947) 5.14

05. Dean Martin: Bella Bimba (DeMejo) (1952) 2.47
06. Bibi Johns: Bella Bimba (DeMejo/Feltz) (1953) 3.07

07. Johnny Ray: Hernando’s Hideaway (Ross) (1954) 2.24
08. Evelyn Künneke: Hernando’s Hideaway (Ross/Adler/Neumann (1956) 3.01

09. Jimmie Rodgers: Woman From Liberia (Whiting/Rodgers) (1958) 2.07
10. Ted Herold: Isabell (Whiting/Rodgers/Bradtke) (1960) 2.01

11. Franky Lymon: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer) (1957) 2.12
12. Inge Brandenburg: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer/Holland) (1960) 2.08

13. Perez Prado: Patricia (Prado) (1958) 2.20
14. Jörg Maria Berg: Prado (Prado/Beckmann) (1958) 2.52

15. Kay Starr: Rock And Roll Waltz (Allen) (1955) 2.58
16. Evelyn Künneke: Boogie im Dreivierteltakt (Allen/Bradtke) (1956) 2.50

17. Ken Colyer´s Skiffle Group: Casey Jones (Traditional) (1954) 2.33
18. Bob & Eddy: Casey Jones (Traditional/Roda/Petersen) (1959) 2.42

19. Bing Crosby: Jim, Johnny & Jonas (Bond) (1954) 3.03
20. Hula Hawaiian Quartett: Jim, Johnny & Jonas (Bond/Heinzli) (1954) 3.09

CD1
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Dietrich Fischer-Dieskau + Gerald Moore – Winterreise (Schubert) (1958)

FrontCover1Angesichts der gegenwärtigen Temperaturen in ganz Europa … passt dieses Album, wenngleich es sich nicht auf die Jahreszeit bezieht, sondern die Stimmungen eines Mannes am Ende seines Lebens zu beschreiben versucht.

Wer mehr wissen kann, kann hier klicken … vor gut einem Monat habe ich nämlich die Interpretation des Sängers Peter Schreiner präsentiert.

Und auf amazon ist einer ganz begeistert und da ich mich nun wahrlich berufen fühle, über Kunstlieder dieser Art mich intensiver auszulassen, ereile ich ihm das Wort:

„Dietrich Fischer-Dieskau, der Monolith war immer für mich Maßstab der Schubertinterpretation. Von ihm gibt es auf dem Markt ( offiziell und grau) immer noch über zehn Aufnahmen. Die herrlich unverstellt frühen ( mit Billing 1948, Klust oder Reutter) , die späten von dem nicht gesunden Sänger mit Brendel)-aber durch die Zerbrechlichkeit des Instruments dem Charakter des Werkes so nahekommend. Diese Aufnahme aus den fünfziger Jahren war meine erste- die Platte von Emi mit einem düsteren Cover. Dieskau schon sehr etabliert, aber noch nicht in der Selbststilisierung gefangen. Seine herrlichen Stimme, die vollkommene Beherrschung des Instruments, die gedankliche Durchdringung und sprachliche Realisierung- es ist oft gelobt worden und nichts hinzuzufügen.

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Franz Schubert (Lithographie von Moritz von Schwind)

Nur wenige Sänger schaffen es, aus dem übermächtigen Schatten zu treten. Nicht durch Nachahmen, sondern nur durch Andersartigkeit mag dies gelingen,wobei nur den allwenigsten die technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, auch wenn die Stimme durchaus “ größer“ sein kann als diejenige von Dieskau. Aber die Mischung von Kopf-und Bruststimme-Voraussetzung für ein intensives Piano, ohne jeden Hauch, das konnte Dieskau bis zur Perfektion. Fischer-Dieskau und Winterreise wird für immer ein Maßstab sein, an dem mancher Sänger verzweifeln mag. (Sagittarius)“

Vergessen werden solle allerdings nicht der Pianist Gerald Moore, den ich mal gerne solo spielen hören möchte.

Dietrich Fischer-Dieskau (* 28. Mai 1925 in Berlin; † 18. Mai 2012 in Berg) – er war schlicht d e r Liedersänger des 20. Jahrhunderts. Sein vielfältiges Wirken, sei es in der Oper, im Oratorium oder im weiten Feld des Kunstliedes, wird so bald nicht verblassen. Unzählige Aufnahmen geben Zeugnis von der einzigartigen Kunst dieses Jahrhundertsängers.

Auch das glaube ich gerne,habe ich doch noch die leuchtenden Augen meiner Mutter in Erinnerung, als eine platte von ihm aufgelegt wurde.

Ich bin weiterhin kein grpßer Freund des Kunstliedes … sei´s drum … hier hört man einen der wohl ganz großen Stimmen des letzten Jahrhunderts.

Schubert02

Besetzung:
Dietrich Fischer-Dieskau (Bariton)
Gerald Moore (piano)

Booklet03A

Titel:
01 .Gute Nacht 5.18
02. Die Wetterfahne 1.42
03. Gefrorene Tränen 2.33
04. Erstarrung 2.53
05. Der Lindenbaum 4.29
06. Wasserflut 4.15
07. Auf dem Flusse 3.41
08. Rückblick 2.23
09. Irrlicht 2.31
10.Rast 2.57
11. Frühlingstraum 3.54
12. Einsamkeit 2.37
13. Die Post 2.17
14. Der greise Kopf 2.54
15. Die Krähe 2.01
16. Letzte Hoffnung 2.18
17. Im Dorfe 3.11
18. Der stürmische Morgen 0.51
19. Täuschung 1.27
20. Der Wegweiser 4.05
21. Das Wirtshaus 4.32
22. Mut! 1.23
23. Die Nebensonnen 1.23
24. Der Leiermann 5.59

Musik: Franz Schubert
Text: Wilhelm Müller

LabelD1

 

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BackCover1

Die Rückseite dieser LP Box kam arg schmucklos daher, dafür gab´s aber ein ausführliches Begleitheft

Verschiedene Interpreten – Karneval vom Rhein zum Main – Karnevalslieder-Potpourri (1958)

FrontCover1Ich bin ja mal wieder ne ganz schöne Schnarchnase – hätte ich es doch fast verpasst, die 5. Jahreszeit, also die Karnevals- oder Faschingszeit (wie es hier bei uns in München heißt) in diesem blog zu würdigen.

Das zeigt aber nur, dass ich zu jener Spezies bekennender Faschingsmuffel gehöre …aber als ich heute beim Einkaufen Krapfen in verschiedensten Variationen sah, wunderte ich mich erst und dann kam die Erleuchtung: Die närrische Zeit ist ja schon längst angebrochen !

Nun, auch diese Single (eigentlich: EP) konnte ich mich nicht zum Faschingsnarren machen, die Musik ist dem Anlass entsprechend und bei den Texten kann man sich gut und gerne über die damaligen Rollenverteilungen von Mann und Frau amüsieren … dies setzt jedoch einen gewissen Humor voraus.

Überrascht war ich dann, dass just diese Single bei einem Online-Antiquriat so richtig knackig von kosten soll: 38 Euro !

Zum Artikel kann man dann folgendes lesen:

„rare orig.Single EP mit auf Ariola 40 062 CU v.ca 1960 – mit jeweils zwei Karnevals-Potpourris auf jeder Seite, es singen die bekannten Volkssänger : Fritz Weber,August Batzem,Ernst Neger,Bruno Wüst,Martin Mayer,Jupp Schlösser,begleitet werden sie von Rolf Granderath u.s.Orchester,den Mainzer Musikanten,einem Stammtischchor mit Stadtmusikanten sowie den Kappen-Sängern

– die EP ist in 1a Zustand,das schöne Cover hat nur geringe Gebrauchsspuren und ist VG++,die Platte ist 1a erhalten und M -“

Nun, mein Exemplar hat kein einwandfreies Cover mehr (wie man sehen kann) dafür gibt´s deses prachtvolle Werk auch für umsonst und gratis. Wenn das kein Angebot ist. Und den Ernst Neger kenn´ sogar ich !

Das genaue Veröffentlichungsdatum ist unbekannt; ich tippe auf 1958, da im gleiche Jahre bei Ariola eine EP mit Lale Anderson veröffentlicht wurde, die eine ähnliche Bestellnummer hat … aber gesichert ist das leider nicht.

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Besetzung:
August Batzen (vocals)
Rolf Granderath und sein Orchester
Die Kappen Sänger
Die Mainzer Musikanten
Martin Mayer (vocals)
Ernst Neger (vocals)
Jupp Schlösser (vocals)
Die Stadtmusikanten
Ein Stammtischchor
Fritz Weber (vocals)
Bruno Wüst (vocals)

BackCover1

Titel:

01 . Marsch-Fox-Medley 1: 3.29
– Auf die lieben Frauen kann du Häuser bauen (F.Weber/B.Weber)
– Liebe und Wein (Batzem)
– Ein Glück, daß es noch Männer gibt ( Weber)

02. Walzer Medley 1: 3.09
– Heut weiß ich, daß die Welt sich dreht (Hämmerle)
– Die Frauen und der Wein (Hämmerle)
– Ja, ja, der Amor (Wüst/Schmitz)

03. Walzer-Medley 2: 3.37
– Das Kätzchen sucht den Kater (Wüst)
– Marabu-Walzer (Paasch/Königstein)
– Dein Herz braucht einen Steuermann (Weber)

04. Marsch-Fox-Medley: 3.07
– Sie war des Vaters blondes Töchterlein (Wüst/Schmitz)
– Hallo, wo bleibt das Bier (Jussenhoven/Korn)

LabelA1

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