Nipso Brantner And The Swinging Cowboys – Die grosse Westernschau (Songs And Music From Texas And Tennessee) (1965)

FrontCover1.JPGUnd jetzt mal wieder ein – einerseits – munterer Griff in meine Skurrilitätenkiste und dann aber – andererseits – ein spannendes und recht wenig erforschtes Thema, das ich da mal mit „die frühe Country Musik in Deutschland und ihre Folgen“ umschreiben möchte.

Und da haben wir zum einen den Nipso Brantner, über den das Bear Family Lexikon folgendes zu berichten hat:

Nipso Brantner: geb. 11. 9. 1935 in Villach – Österreich Nipso Brantner, ein Geigenvirtuose, der über den Jazz und den Rock ’n` Roll zur Country Music fand. In den späten50er Jahren spielte er bei Jim Carter`s Texas Rangers und 1966 gründete er zusammen mit Frank Baum, dem deutschen Steel Guitar Spieler, die „Swinging Cowboys“. Später folgten Engagements bei Hazy Osterwald und Jim Briscoe. 1971 nahm Nipso Brantner am „Gipfeltreffen“ der vier besten Jazz-Geiger der Welt teil. 1980 tat er sich noch ein- mal mit Frank Baum zusammen und gründete die Gruppe ,Train“.

Eigentlich hätte man da ja schreiben müssen … „der über die Country Music zum Jazz und Gypsy Swing fand“ … denn seine großartigen Jazzaufnahmen auf dem MPS Label waren ja dann erst einige Jahre später.

Nipso Brantner01

Üblicherweise treffen wir hier öfters mal deutsche Unterhaltungsmusiker wie James Last oder den Max Greger an, die vom Jazz kamen, um dann später sich dann doch eher der „leichten Muse“ zu zu wenden … hier ist es ausnahmsweise mal anders … spannend !

Na, und dann noch der Chuck Herrmann, dem Urgestein der Münchner Musikszene:

Wolfgang „Chuck“ Herrmann (* 1941 in Holzkirchen) ist Musiker, Radiomoderator und vermutlich der dienstälteste DJ im Großraum München. Den Spitznamen gab er sich in Anlehnung an sein Idol Chuck Berry

Herrmann legte erstmals 1957 in einem Holzkirchener Café auf. 1962 gründete er eine Rock ’n’ Roll-Band. 1963 kündigte er seinen Job als Steuersachbearbeiter im Holzkirchener Rathaus und war ab dann erfolgreich als CountryW-Sänger in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in Italien unterwegs. Er tourte durch US-Army-Clubs, spielte in Nipso Brantners Band „Swinging Cowboy“ und gründete schließlich die erfolgreiche Band Chuck Herrmann and Honky Tonk. Seit 1994 arbeitet er nur noch als DJ und ist seit 1969 mit einer mobilen Disco unterwegs.

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Chuck Hermann, ca. 1965/66 … und ja, es darf gekichert werden …

Seit dem 3. Dezember 1972 veranstaltet er sonntäglich die „Fifties Record Hop“-Veranstaltungen für Rock ’n’ Roll-, Boogie- und Swing-Fans. Bereits 1976 legte er im damaligen Pop Club und im Cadillac Salsa aus. Als „Salsa-König“ geläufig, legt er unter anderem immer noch regelmäßig im Night Club des Hotels Bayerischer Hof und im Salsa-Club der Max Emanuel Brauerei auf.

Herrmann ist auch als Radiomoderator tätig, früher auch beim AFN Munich, dann bei der Jazz Welle Plus und heute noch einmal im Monat bei Lora München. (Quelle: .muenchenwiki.de)

Tja, und der Nipso Brantner fiedelt sich hier die Seele aus dem Leib … und wir hören eine pedal-steel Gitarre und auch eine Dobro … wer kannte diese Instrumente damals schon  … außerhalb der US Army Clubs ?

Da haben sich also Enthusiasten ins Zeug gelegt und auch die Song-Auswahl zeigt dies … da musste man schon vertiefte Kenntnisse von der Materie haben … „The Slivery Tomahawk“ z.B. scheint ein indianisches Volkslied zu sein …

Na ja … und dann mag ich noch auf „Red River Valley“ hinweisen … der Kenner früher Musik erkennt hier unschwer die Basis des „Red River Rocks“, ein Rock N Roll  Kracher, der durch „Johnny & The Hurricanes“ weltweit bekannt wurde.

Von daher: nicht nur ein Griff in die Skurrilitätenkiste (die LP ist auf dem Billig-Label „Fass“ erschienen), sondern auch und ganz besonders ein kleiner Beitrag zur Frühgeschichte der Münchner Musikszene jener Jahre …

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Nipso Brantner, ca. 1971

Besetzung:
Laczy Brantner (drums, percussion)
Nipso Brantner (fiddle, banjo, vocals)
Frankie Baum (steel-guitar, dobro)
Willie Haunschild (bass)
Chuck Herrmann (vocals, guitar)

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Titel:
01. Rovin‘ Gambler (Traditional) 2.09
02. Golden Slippers (Traditional) 2.18
03. The Wabash Cannon Ball (Traditional) 2.40
04. Home On The Range (Traditional) 2.49
05. Devil’s Dream (Traditional) 1.51
06. On Top Of Old Smoky (Traditional) 2.18
07. The Slivery Tomahawk (Traditional) 2.06
08. She’ll Be Comin‘ ‚Round The Mountain (Traditional) 2.19
09. Put Your Little Shoes Right Away (Traditional) 1.39
10. Same Old Town (Herrmann) 2.19
11. Wake Up Suzie (Traditional) 1.42
12. Frankie’s Waltz (Baum) 2.50
13. Oh Susannah (Traditional) 2.01
14. Red River Valley (Traditional) 2.30

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Chuck Hermann02

Da strahlt der Sammler ….

Ein Gedanke zu “Nipso Brantner And The Swinging Cowboys – Die grosse Westernschau (Songs And Music From Texas And Tennessee) (1965)

  1. Villach ist eine meiner Nachbarstädte. Obwohl sie im Kern recht klein ist, ist sie musikalisch und allgemein kulturell seit langer Zeit über das Bundesland Kärnten hinaus wirklich bedeutend, von daher überrascht mich die Herkunft von Herrn Brantner gar nicht so sehr. Alleine: Ein eigenständiger Plattenladen, wie ich ihn hier in der Hauptstadt (Klagenfurt) habe, fehlt leider, dafür ist sie zu klein.

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